CRTL-Verlust

CRTL-Verlust

Michael Seemann

Ein Großteil meines Lebens spielt sich im Internet ab. Und ich verliere täglich die Kontrolle darüber. Über jedes Wort, dass ich schreibe, jedes Bild, dass ich hochlade, jeden Gedanken, den ich äußere. Über mich und mein Selbst- und Fremdbild. Denn alles was ich tue, sage und von mir preisgebe, arbeitet in mir fremden Datenbanken und Gehirnen und entwickelt ein gespenstisches Eigenleben. Ich habe mich daran gewöhnt, die Kontrolle zu verlieren, denn das, was ich im Austausch bekomme, ist viel besser. Ich bin zwar nur noch ein Teil von mir, aber das mentale Modell meines Geistes endet schon lange nicht mehr an meinem Bewußtsein. Ich bin heute größer als ich. Ich bin ich und ein gigantischer Resonanzkörper aus verschalteten Gehirnen und Algorithmen. Sie wissen, was ich wissen muss, sie erinnern meine Erinnerung und stören jederzeit meine Konzentration - wie Geistesblitze. Dieses Blog erzählt von den diversen Kontrollverlusten im digitalen Raum und warum sich das lohnt.

Balance-Akt

Balance-Akt

Bettina Weiguny

Spielt sich die Wirtschaft nur in den Chefetagen ab? Nein, nein! Nicht nur Manager arbeiten an Karriere und Work-Life-Balance, auch Bettina Weiguny schlägt sich damit herum – und lässt Sie in ihrem Blog „Balance-Akt“ Anteil haben. Hemmungslos beutet sie ihr Leben hierfür aus, das ihrer drei Kinder, aller Freunde und Feinde. Emanzipation und Finanzkrise finden zusammen, Kapitalismuskritik und ihre Putzfrau: Warum wechselt Olga in die örtliche Sparkasse? Was hat Weißwein mit Entschleunigung zu tun? Und ist es verwerflich, wenn Weigunys Jüngste sich für die Verdienstmöglichkeiten als Bombenleger interessiert?

Zweiter Klasse

Zweiter Klasse

Nadine Bös

„Wenn du zur Arbeit gehst am frühen Morgen, wenn du am Bahnhof stehst mit deinen Sorgen, da zeigt die Stadt dir asphaltglatt im Menschentrichter Millionen Gesichter“, schrieb schon Kurt Tucholsky in einem seiner Gedichte. Dieses ganz typische Bahnhofs-Gefühl ist bis heute gleich geblieben. Obwohl es inzwischen so einige Menschen gibt, die jeden Morgen im ICE mit 300 Sachen in der Stunde 200 Kilometer überwinden, um zur Arbeit zu kommen. Aus dem Zug haben sie ein Büro gemacht - mit krawattentragenden Chefs, iPhone-tippenden Bankern und stöckelbeschuhten Bürodamen. Nadine Bös ist jeden Morgen an Bord zwischen Köln und Frankfurt und schreibt in ihrem Blog über das Leben im schnellsten Pendlerzug Deutschlands.

Ding und Dinglichkeit

Ding und Dinglichkeit

Andrea Diener

Keine Frage, die Welt ist voller dinglicher Phänomene. Um viele davon wird einiges Gewese gemacht, etwa um Autos, Mobiltelefone, Schuhe. Das sind die Dinge, über die Menschen sich gern definieren. Aber was ist mit all den anderen Dingen? Was ist mit Bushaltestellen, Nähgarnspulen, Werbekugelschreibern, Parkplatzbegrenzungspollern? Sie stellen unbeachtet unseren Alltag voll, geheimnisvoll wandeln sie sich, ändern den Anblick unserer Umgebung, sterben vielleicht aus oder werden in Randzonen gedrängt. Und bleiben dabei völlig unbemerkt wie der Waschbeton-Blumenkübel am Parkplatzrand, in dem gerade eine Konifere langsam vertrocknet.

Zur Sicherheit

Zur Sicherheit

Stephan Löwenstein

Von den Alpen bis zum Hindukusch, von der Kieler Förde bis in den Golf von Aden: Die Kräfte der Bundeswehr sind längst über den halben Globus gespannt – dabei bis an die Schmerzgrenze gedehnt, und bisweilen auch darüber hinaus. Sicherheitspolitik besteht nicht mehr bloß aus dem Zählen von Raketen und Helmen. Aber wo das Militär ins Spiel kommt, sind immer noch Helme gefragt, und darunter stehen einzelne Menschen. Da ergeben sich für den verteidigungspolitischen Korrespondenten manche Beobachtungen, zur großen Politik und zum einzelnen Soldaten. Wir wollen den Soldaten ein freundliches Interesse entgegenbringen, und der Politik ein kritisches Augenmerk.

Place de la République

Place de la République

Lena Bopp

Chansons, Existentialismus, französische Malerei – alles vorbei? Ganz im Gegenteil. In New Yorker Klubs hört man Musik aus Paris, in China liest man Frankreichs neue Literaten. Paris ist wieder zu einem Zentrum der Kultur und des Stils geworden. Und wir berichten jede Woche, was sich in der alten und neuen Kulturhauptstadt und in ihren Dependancen so tut.

Das Pop-Tagebuch

Das Pop-Tagebuch

Eric Pfeil

Popmusik, so ist verstärkt zu hören, ist ein von der totalen Entwertung bedrohtes Kulturgut. Und wie fast alles, was keinen Wert mehr hat, ist auch Popmusik überall. In seinem "Pop-Tagebuch" berichtet Eric Pfeil aus dem Leben eines Musikkritikers, der Pop auf sein tägliches Dasein treffen lässt. Es geht um Platten, Konzerte und Interviews - aber auch um musikalische Hintergrundbemurmelungen an öffentlichen Orten.

Das letzte Wort

Das letzte Wort

Corinna Budras, Joachim Jahn

Die Welt ist voller Paragraphen und Aktenzeichen. Joachim Jahn und Corinna Budras blicken auf Urteile, Gesetze und Ereignisse im Wirtschaftsrecht. Auf Akteure mit und ohne Roben; hinter die Kulissen von Justiz, Anwaltschaft und Rechtspolitik. Und sie lesen zwischen den Zeilen der gedruckten Nachrichten und öffentlichen Verlautbarungen.

Ad hoc

Ad hoc

Carsten Knop

Nachrichten aus Unternehmen sind mehr als nur Zahlen zu Umsatz und Gewinn: Mit welchen Produkten wird der Umsatz heute, vor allem aber morgen gemacht? Wie ist der Gewinn zustande gekommen? Wie funktionieren die Geschäftsmodelle hinter neuen Modeprodukten? Was wäre gewesen, wenn es eine Fusion oder Übernahme nicht gegeben hätte? Wie gibt sich ein Vorstandsvorsitzender beim letzten Treffen kurz vor seiner Entlassung? Carsten Knop blickt im Ad hoc-Blog hinter die Kulissen der polierten Bilanzen und geschliffenen Ankündigungen.

Unverbraucht

Unverbraucht

Marco Dettweiler

Ärger mit dem Handy, Angst vor Phishing-Attacken, Furcht vor Schummel-Formularen, Frust beim Online-Kauf, Zorn auf Bahn-Angestellte und Wut wegen inkompetenter Hotlines: Das Leben als Verbraucher ist hart. Deswegen wird oft wenig herzlich gemeckert. Nicht immer mit Recht und selten mit Erfolg. Lassen Sie uns anhand von Beispielen gemeinsam prüfen, in welchen Fällen sich die Aufregung lohnt und ob wir etwas ändern können. Nutzen Sie die Kommentarfunktion dieses Blogs, um ihre Erfahrungen mitzuteilen. So wird sich schnell zeigen, ob die Unternehmen systematisch handeln. Im Blog wird immer der gleiche Verbraucher den Anfang machen. Nennen wir ihn Otto N..

Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Don Alphonso, Andrea Diener

Willkommen im Blog der besseren Gesellschaft oder dem, was heute davon übrig ist, in der finanziellen Sorglosigkeit und beim Klassenkampf von oben gegen Neureiche und andere Zumutungen, beim Niedergang von Religion und Stand, bei den Müttern aller Buffetschlachten und ihren Töchtern mit Ehekrisen, über die man nicht redet, wenn mehr als 10 Freundinnen zuhören, fahren Sie mit beim leicht illegalen Geldtransport in die Schweiz und zum Speckkauf nach Meran, seien Sie Gast beim großbürgerlichen Wertekanon und profitieren Sie von dessen Kleingedruckten, setzen Sie sich gefälligst gerade hin, bewundern Sie die Tischdecke und die Bücher, genießen Sie Tee und tantenmordende Torten von Goldrandgeschirr aus erfolgreichen Erbkriegen, und bemühen Sie im Gespräch nur angemessene Dünkel. Erkunden Sie eine Welt, in der die Stützen der Gesellschaft selbst Stützen brauchen, vom Kindermädchen über den Vermögensverwalter bis zum letzten, einsamen Schnaufer am Rollator in der Seniorenresidenz.

Antike und Abendland

Antike und Abendland

Uwe Walter

Tagesaktualität, wie sie sich mit einem Blog verbindet, und Antike – das scheint nicht zusammenzugehen. Dennoch soll hier der Versuch gewagt werden, die vielfältigen Spuren und Reflexe einer Epoche zu verfolgen, an der sich nicht nur Europäer immer wieder orientiert haben, wenn es zu bestimmen galt, wer sie selbst sind. Die Modi waren und sind sehr verschiedene, von der Traditionspflege bis zum Patchwork. Hier wird es um Bücher, Gelehrte und Ausstellungen gehen, um Leitgedanken wie den Bürgerstaat und das Imperium, um schulmäßige wie um überraschende Verknüpfungen.

Sanchos Esel

Sanchos Esel

Paul Ingendaay

Spät essen, laut reden, wenig schlafen, kein Fahrrad haben, die Mülltrennung vergessen, dem berühmtesten Fußballverein der Welt zugucken, bei Rot über die Ampel fahren: Madrid liegt zwar in Europa, erstaunt das deutsche Gemüt aber immer noch. Paul Ingendaay beschreibt spanische Zustände am Morgen danach.

Moskauer Monitor

Moskauer Monitor

Kerstin Holm

Seine unlösbaren Probleme sind Russlands wahrer Reichtum. In dem ersten faktisch von den Geheimdiensten gelenkten Staat der Welt ist das Lebensgefühl bestimmt von der Unerkennbarkeit des politischen Spielverlaufs und einer unplanbaren Zukunft. Umso mehr werden Anpassungs- und Überlebenskunst trainiert. Katastrophen und Radikalumwertungen der Werte, die Russen erlebt haben, sind ihre beste Impfung gegen alle Krisen. Sie sind beinahe gewohnt, mit dem Schlimmsten zu rechnen. Das befähigt sie aber auch, wie Kerstin Holm vorführt, das Leben und die Kunst so zu genießen, wie der Komponist Anton Rubinstein den russischen Spielstil beschrieb: mit einem Tropfen Blut.

Comic

Comic

Andreas Platthaus

Die Idee des Comics ist ein Geniestreich: das Beste von Kunst und Literatur, untrennbar vereint. Doch die Praxis sieht oft anders aus. Andreas Platthaus schreibt über seine Erfahrungen als Comic-Leser, Comic-Liebhaber, Comic-Kritiker. Und als Comic-Lebender, denn da die Bildersprache universal verständlich ist, steht längst die ganze Welt in ihrem Zeichen. So auch der Autor selbst: Sein Porträt zeichnete Volker Reiche, das Blog-Logo Peter Puck.

Biopolitik

Biopolitik

Oliver Tolmein

Leben, Sterben und die Vorstellungen von Lebensqualität werden zunehmend durch medizintechnische Möglichkeiten geprägt und geformt. Oliver Tolmein verfolgt, was in den Labors der Reproduktionsmediziner auf Intensivstation, vor und nach genetischen Diagnosen, in Pflegeheimen und Hospizen gesagt, gedacht und gemacht wird. Er befasst sich auch damit, wie die Politik das Leben Behinderter prägt. Und er beobachtet, wie sich die Welt der Wissenschaft, die Welt der Wünsche und die Welt der Normen gegenseitig verändern: Wer hat hier was noch unter Kontrolle?

Planckton

Planckton

Christina Hucklenbroich, Joachim Müller-Jung, Manfred Lindinger, Günter Paul, Jürgen Kaube, Jochen Reinecke, Jörg Albrecht, Sonja Kastilan, Niklas Schenck, Ulf von Rauchhaupt, Ulrich Schaper, Jonas Siehoff, Marlene Weiß

Die Wissenschaft ist ein ernstes Geschäft, aber oft genug auch nicht ernst genug, dass man ihr das letzte Wort lassen muss. Oder mit Justus von Liebig gesprochen: Die Wissenschaft fängt eigentlich erst da an interessant zu werden, wo sie aufhört. Und da haken wir jetzt ein. Quer durch die Reihen sozusagen. Denn dies ist unser interdisziplinärer Notizblog aus dem Forschungsbetrieb, ein hoffentlich aufregendes Diskussionsforum für die Natur- und Geisteswissenschaften.

Das Fernsehblog

Das Fernsehblog

Peer Schader, Stefan Niggemeier

Von wegen sterbendes Medium: 225 Minuten sieht jeder von uns im Schnitt täglich fern. In diesem Blog stehen die Gründe dafür. Und die dagegen.

Eins gegen Eins

Eins gegen Eins

Jürgen Kaube, Peter Körte

Die Welt ist zwar nicht alles, was der Ball ist, aber in der Welt der Ballspiele steckt genug, wovon man im Feuilleton oder im Sport nicht reden kann, worüber man aber deshalb auch nicht schweigen muss - von A wie Arsène Wenger bis Z wie Zubizarreta. Mal im Doppelpass, mal im fairen Tackling und gelegentlich auch im Alleingang.

Netzökonom

Netzökonom

Holger Schmidt

Der "Netzökonom" Holger Schmidt beschreibt und analysiert die Trends im stationären wie mobilen Internet aus ökonomischer Sicht. Wie entwickelt sich Online-Werbung, welche Tendenzen sind im E-Commerce zu beobachten, welche Strategien verfolgen die Provider, wie erfolgreich ist die Suche nach Geschäftsmodellen im Web 2.0, wie wandeln sich Medien und wie funktioniert der Übergang von der Content Economy zur Link Economy sind die Themen dieses Blogs an der Schnittstelle zwischen Ökonomie und Technik.

Per Anhalter durch die Arbeitswelt

Per Anhalter durch die Arbeitswelt

Christian Scholz

Personalverantwortliche wie Führungskräfte sehen sich einer neuen Arbeitswelt gegenüber. Egal ob man sich Daimler-Chrysler oder ein mittelständisches Unternehmen anschaut oder aber das Handeln der Bundesregierung hinterfragt – das Thema neue Arbeitswelt ist allgegenwärtig. Daß man dabei sowohl vom FC Bayern, der Fußballnationalmannschaft, vielleicht aber auch von Orchestern lernen kann, beschreibt Professor Christian Scholz.