Volkswagen und seine "Vorzüge"
03. Dezember 2009, 20:17
Uhr
Es
sieht so aus, als hätten allein der VW-Aufsichtsratsvorsitzende
Ferdinand Piëch, seine Familie sowie die Volkswagen-Stammaktionäre
Niedersachsen und Qatar etwas von der Übernahme von Porsche. Es gibt
zwar diverse Gutachten zum Kaufpreis, doch bleibt die Porsche-Bewertung
undurchsichtig. Sie ist von so vielen Einschätzungen zur künftigen
Absatz- und Zinsentwicklung abhängig, dass man bequem Zahlen in einer
breiten Spanne rechtfertigen könnte. Nicht zuletzt verwässert die
mögliche Ausgabe von bis zu 135 Millionen VW-Vorzugsaktien zur
Finanzierung allein den Wert dieser stimmrechtslosen Aktien; die
Stammaktionäre hingegen sind fein raus. Das könnte man nun alles in
Bausch und Bogen verdammen. Aber noch ist nicht sicher, ob VW wirklich
sein Kapital in der genehmigten Form erhöhen muss oder ob es nicht doch
möglich ist, den Kauf weitgehend aus dem laufenden Betrieb zu
finanzieren. Und die Alternative eines Kaufs von Porsche aus einer
möglichen Insolvenz wäre mit zu hohen Risiken behaftet gewesen, nicht
nur für die Familienaktionäre, auch für VW. Dass bei VW durch diverse
Verflechtungen die gute Corporate Governance mit Füßen getreten wird,
ist hingegen wieder eine andere Frage - und eine Tatsache.

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