
Der gute Lauf von Rainer Brüderle
07. Juli 2010, 08:44
Uhr
Im Bundeskabinett macht ausgerechnet Wirtschaftsminister Rainer Brüderle derzeit die beste Figur. Das weinerliche Ansinnen von Opel und seines Mutterkonzerns General Motors, doch noch an deutsche Staatsbürgschaften zu kommen, hat er abgelehnt. Den zu hohen Bürokratie- und Kostenaufwand für den elektronischen Entgeltnachweis Elena hat er ausgesetzt. Nun hat er der Idee widerstanden, die Rettung von Karstadt wieder zu politisieren. Das ist ein ungewohnt guter Lauf richtiger Entscheidungen. Und gerade mit Blick auf Karstadt lohnt es sich sehr, standhaft zu bleiben. Wenn sich die Besitzer der Karstadt-Immobilien und der Kaufinteressent Nicolas Berggruen nicht auf eine tragfähige Kompromisslösung einigen können, die allen Seiten wirtschaftlich sinnvolle Perspektiven eröffnet, muss Karstadt in seiner heutigen Form vom Markt verschwinden. Das klingt bitter, wäre aber ohne Alternative. Dann hätte sich im Ringen der Akteure ergeben, dass Karstadt eben keine Zukunft mehr hat. Politiker oder vielleicht doch die deutschen Steuerzahler könnten daran nichts ändern: In unserer Wirtschaftsordnung müssen weiterhin auch große Unternehmen scheitern dürfen.
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