Tim Cook: 400 Millionen Dollar für die Leitung von Apple
10. Januar 2012, 16:29
Uhr
Tim Cook hat als Nachfolger von Steve Jobs im Amt des
Vorstandsvorsitzenden des Elektronikkonzerns Apple ein riesiges Geschenk
erhalten: Optionen auf 1 Million Aktien des kalifornischen Kultunternehmens. In
den Unterlagen für die Ende Februar anstehende Apple-Hauptversammlung wird
deren Gegenwert noch auf 376,2 Millionen Dollar beziffert, entsprechend dem
Aktienkurs zum Stichtag 24. August. Tatsächlich ist Cook durch das Geschenk
inzwischen aber schon viel reicher, jedenfalls auf dem Papier: Denn die
Apple-Aktie notiert angesichts guter Verkaufszahlen im Weihnachtsgeschäft
derzeit auf neuen historischen Höchstständen zu Kursen oberhalb von 420 Dollar.
Umgerechnet auf Cooks Aktienoptionspaket entspricht diese Wertsteigerung allein
einer Differenz von rund 44 Millionen Dollar.
Zudem
erhielt der 51 Jahre alte Apple-Chef ein fixes Jahresgehalt von gut 900000
Dollar und weitere 900000 Dollar als Prämie. Der im Oktober verstorbene Jobs,
der 1997 zu Apple zurückgekehrt war, hatte seitdem traditionell für ein Gehalt
von einem Dollar im Jahr gearbeitet. Auch wenn Cook die Optionen jeweils zur
Hälfte erst in den Jahren 2016 und 2021 ziehen kann, ist die Gehaltssumme im
Vergleich zu deutschen Vorstandsvorsitzenden exorbitant hoch. Siemens-Chef
Peter Löscher zum Beispiel hat im vergangenen Jahr 8,65 Millionen Euro
verdient, Josef Ackermann von der Deutschen Bank bekam für 2010 insgesamt 9
Millionen Euro vergütet. Cooks Vorgänger Jobs wiederum war es ohne weiters
möglich, für den symbolischen Dollar zu arbeiten, da sich der Apple-Mitgründer
seit dem Börsengang des Filmstudios Pixar Mitte der neunziger Jahre keine
Geldsorgen mehr machen musste. Außerdem sammelte aber auch Jobs nach seiner
Rückkehr zu Apple rund 5,5 Millionen Apple-Aktien an - von denen er nie eine
verkauft hat. Allein dieses Paket ist derzeit 2,32 Milliarden Dollar wert. Nach
seinem ersten Abschied von Apple im Jahr 1985 hatte sich Jobs noch von allen
seinen Apple-Papieren getrennt und nur eine symbolische Aktie im Depot belassen.
Zu seinem Tod wurde Jobs‘ Vermögen auf mindestens 6,5 Milliarden Dollar
geschätzt.
Aus den
Unterlagen geht auch hervor, dass Apple Stabilität in seinem in der
Vergangenheit vielfach - auch für seinen Umgang mit Nachrichten zu Jobs‘
Gesundheitszustand - kritisierten Verwaltungsrat sucht. Denn die bisherigen
acht Mitglieder sollen wiedergewählt werden. Darunter sind der
Disney-Vorstandsvorsitzende Robert Iger, mit dem Jobs sich in den vergangenen
Jahren angefreundet hatte, und der frühere amerikanische Vizepräsident Al Gore.
Den Vorsitz des Gremiums übernahm nach dem Tod von Jobs der frühere
Vorstandsvorsitzende des Biotechnologie-Unternehmens Genentech, Arthur
Levinson. Die Unterlagen für die Hauptversammlung geben auch Auskunft über die
Bezüge der restlichen Apple-Spitze. So bekamen Finanzchef Peter Oppenheimer,
der für die höchst erfolgreiche mobile Computerplattform „iOS" zuständige Scott
Forstall und der ausgeschiedene Einzelhandelschef Ron Johnson 2011 jeweils gut
700000 Dollar Grundgehalt und weitere 700000 als Bonus.
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