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Jacko - Memento Mori

07. Juli 2009, 12:45 Uhr

Heutigentags findet der Tod in der Regel in der Verborgenheit von Krankenhäusern und Altenheimen statt und wird diskret gehandhabt. Die Irritationen im Umfeld sollen auf ein Minimum reduziert bleiben und der Alltag so schnell wie möglich wieder beginnen. Trauer ist Privatsache und wird vor der Öffentlichkeit verborgen halten. - Dagegen wird der tragische öffentliche Tod von Prominenten wie der von Lady Di oder jetzt Michael Jackson zur plötzlichen kollektiven Konfrontation mit der Endlichkeit allen Seins. Er zieht als öffentliches Ereignis Millionen vor die Fernseher und lässt die Sinnfrage einen Moment lang aufblitzen: Was bedeutet für mich ein gelungenes und erfülltes Leben? Was bin ich bereit heute dafür zu tun? Wie viel Zeit habe ich noch und was kommt dann? Die Kuriositäten um den Tod von Michael Jackson herum mag manchen in der scheinbaren Sicherheit wiegen, sein Leben verliefe in geordneten Bahnen und stünde auf sicherem Boden - ein Boden, der bei vielen schon allein durch den Verlust eines Arbeitsplatzes in den Grundfesten erschüttert wird. Dort, wo der Tod unter Verschluss gehalten wird, tritt er plötzlich und mit Macht zutage. Dort, wo er seinen Platz bereits im Leben erhält, gibt er dem Leben Gestalt - wie Schatten dem Licht: Memento Mori! 

Eine schöne Woche &
Carpe Diem!

Ralf Borlinghaus

 

Veröffentlicht 07. Juli 2009, 12:45 von Dr. Ralf Borlinghaus

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