<?xml version="1.0" encoding="UTF-8" ?>
<?xml-stylesheet type="text/xsl" href="http://faz-community.faz.net/utility/FeedStylesheets/rss.xsl" media="screen"?><rss version="2.0" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"><channel><title>Comic</title><link>http://faz-community.faz.net/blogs/comic/default.aspx</link><description>Die Idee des Comics ist ein Geniestreich: das Beste von Kunst und Literatur, untrennbar vereint. Doch die Praxis sieht oft anders aus. Andreas Platthaus schreibt über seine Erfahrungen als Comic-Leser, Comic-Liebhaber, Comic-Kritiker. Und als Comic-Lebender, denn da die Bildersprache universal verständlich ist, steht längst die ganze Welt in ihrem Zeichen. So auch der Autor selbst: Sein Porträt zeichnete Volker Reiche, das Blog-Logo Peter Puck.</description><dc:language /><generator>CommunityServer 2008 SP2 (Debug Build: 31106.96)</generator><item><title>Mit Bilderbüchern gegen Demenz</title><link>http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2009/11/11/mit-bilderbuechern-gegen-demenz.aspx</link><pubDate>Wed, 11 Nov 2009 14:07:00 GMT</pubDate><guid isPermaLink="false">68b01981-ddee-435a-beae-d517aebbb25e:36459</guid><dc:creator>Andreas Platthaus</dc:creator><slash:comments>0</slash:comments><wfw:commentRss xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/">http://faz-community.faz.net/blogs/comic/rsscomments.aspx?PostID=36459</wfw:commentRss><comments>http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2009/11/11/mit-bilderbuechern-gegen-demenz.aspx#comments</comments><description>Ein Bilderbuch für die Großeltern? Das klingt seltsam. Doch Beate Wolf und Thomas Haubold wollen mit „Daran erinnere ich mich gern!&amp;quot; ein Therapiewerkezug an die hand geben. Demenzkranken soll durch die Heraufbeschwörung von Erlebnissen aus ihren jungen Jahren geholfen werden. Und die Bilder dienen dabei als höchst subtil eingesetzte Erinnerungsstützen....(&lt;a href="http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2009/11/11/mit-bilderbuechern-gegen-demenz.aspx"&gt;read more&lt;/a&gt;)&lt;img src="http://faz-community.faz.net/aggbug.aspx?PostID=36459" width="1" height="1"&gt;</description></item><item><title>Der Seeweg zu Corto</title><link>http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2009/10/07/der-seeweg-zu-corto.aspx</link><pubDate>Wed, 07 Oct 2009 07:58:00 GMT</pubDate><guid isPermaLink="false">68b01981-ddee-435a-beae-d517aebbb25e:33198</guid><dc:creator>Andreas Platthaus</dc:creator><slash:comments>1</slash:comments><wfw:commentRss xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/">http://faz-community.faz.net/blogs/comic/rsscomments.aspx?PostID=33198</wfw:commentRss><comments>http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2009/10/07/der-seeweg-zu-corto.aspx#comments</comments><description>In Frankreich ist gerade ein Comic erschienen, der vierzig Jahren darauf warten musste: „Sandokan&amp;quot;, gezeichnet von Hugo Pratt. Die lange Frist hat sich gelohnt: An dem Torso dieses Werks kann man die Entwicklung eines Großmeisters ablesen.

...(&lt;a href="http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2009/10/07/der-seeweg-zu-corto.aspx"&gt;read more&lt;/a&gt;)&lt;img src="http://faz-community.faz.net/aggbug.aspx?PostID=33198" width="1" height="1"&gt;</description></item><item><title>Telefonterror um Meckis Willen</title><link>http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2009/08/12/telefonterror-um-meckis-willen.aspx</link><pubDate>Wed, 12 Aug 2009 14:45:00 GMT</pubDate><guid isPermaLink="false">68b01981-ddee-435a-beae-d517aebbb25e:26431</guid><dc:creator>Andreas Platthaus</dc:creator><slash:comments>1</slash:comments><wfw:commentRss xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/">http://faz-community.faz.net/blogs/comic/rsscomments.aspx?PostID=26431</wfw:commentRss><comments>http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2009/08/12/telefonterror-um-meckis-willen.aspx#comments</comments><description>&lt;p&gt;Vor ein paar Tagen rief mich ein Urgestein der rheinischen Comicszene an: Lothar Schneider, von dem ich gar nicht wei&amp;szlig;, wann wir uns zum ersten Mal gesprochen haben, doch er ist so lange dabei, wie ein Mensch meines Alters denken kann, und das ist mittlerweile schon ziemlich lang. Lothar betrachtet sich als Donaldisten im Herzen (was mir sympathisch ist), der aber den organisierten Donaldismus mit gr&amp;ouml;&amp;szlig;tem Mi&amp;szlig;trauen begegnet (was mir unverst&amp;auml;ndlich ist). Meinem Wissen nach hat er noch nie eine donaldistische Veranstaltung besucht, aber seine Meinung, da&amp;szlig; wahre Entenhausen-Liebhaber sich da besser raushalten sollten, steht trotzdem fest.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Warum erz&amp;auml;hle ich das, obwohl es f&amp;uuml;r seinen Anruf bei mir gar keine Rolle spielte? Weil es zu dem pa&amp;szlig;t, was sich aus diesem Anruf entwickelte. Es geht um nicht weniger als um Rassismusvorw&amp;uuml;rfe, Geschichtsklitterung,&amp;nbsp; Drohungen und Rivalit&amp;auml;t. Wie passe ich da hinein? Gar nicht, m&amp;ouml;chte ich hoffen. Aber ich habe mir die Sache, um die es eigentlich geht, nu einmal angesehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oder halt: Das habe ich doch nicht, denn der Ausl&amp;ouml;ser des Ganzen ist zur Zeit schwer zu bekommen, und ich besitze ihn nicht. Es handelt sich um ein Buch, den Nachdruck jener Bildergeschichten um den Igel Mecki, die im Jahr 1958 in der Rundfunk- und Fernsehzeitschrift &amp;bdquo;H&amp;ouml;rzu&amp;quot; erschienen sind. Der Kinderbuchverlag Esslinger, der zum Stuttgarter Klett-Imperium geh&amp;ouml;rt, hat mit dem 64 Seiten umfassenden Band k&amp;uuml;rzlich eine neue Reprint-Reihe er&amp;ouml;ffnet, die nach und nach die lange vergessenen Geschichten von Reinhold Escher und Wilhelm Petersen, den beiden wichtigsten Mecki-Zeichnern der Fr&amp;uuml;hzeit, wieder zug&amp;auml;nglich machen will. Derzeit ist das Buch aber nicht erh&amp;auml;ltlich, weil der Verlag die Auslieferung erst einmal gestoppt hat. Und das kam so.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir m&amp;uuml;ssen dazu weit zur&amp;uuml;ck: Mecki erlebte sein Deb&amp;uuml;t in der &amp;bdquo;H&amp;ouml;rzu&amp;quot; 1949, doch die Figur gab es schon l&amp;auml;nger: Sie entstand urspr&amp;uuml;nglich f&amp;uuml;r einen Trickfilm nach der Fabel von Hase und Igel, den die deutschen Animatoren Ferdinand und Hermann Diehl 1938 angefertigt haben; f&amp;uuml;r die &amp;bdquo;H&amp;ouml;rzu&amp;quot; wurde ihr Figurenentwurf lediglich neu belebt und auf den Namen &amp;bdquo;Mecki&amp;quot; getauft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1938 - das f&amp;auml;llt in eine denkbar unerfreuliche Phase der deutschen Geschichte, und manche Interpreten haben auch in den Nachkriegsgeschichten mit &amp;bdquo;Mecki&amp;quot; Relikte nationalsozialistischer Rassenideologie finden wollen. Das ist ein gewichtiger Vorwurf, der durch die dubiose Rolle von Wilhelm Petersen erleichtert wird, der im Alter von zwanzig Jahren als Freikorpsangeh&amp;ouml;riger am Kapp-Putsch gegen die Weimarer Republik teilnahm, sp&amp;auml;ter der NSDAP beitrat und bis 1945 zu den vom Regime gesch&amp;auml;tzten Malern in Deutschland z&amp;auml;hlte. Das alles aber ist nicht neu und auch im Hinblick auf den harmlosen Igel Mecki oft erz&amp;auml;hlt worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Noch einmal erz&amp;auml;hlt hat es am 25. Juli in der &amp;bdquo;Frankfurter Rundschau&amp;quot; der Comic-Kritiker Stefan Pannor. Er hat mit &amp;bdquo;Mecki&amp;quot; erkennbar nicht viel am Hut, aber das ist sein gutes Recht. Kurz vor Schlu&amp;szlig; seiner Besprechung der wiederaufgelegten Geschichten schreibt er zu Petersen: &amp;bdquo;Das Weltbild schimmert unter der oberfl&amp;auml;chlich harmlosen &amp;sbquo;Mecki&amp;#39;-Welt immer wieder vor. Als der Igel und seine Frau den Schurken Schofel verfolgen, gelangen sie in einen vor allem von Zigeunern bev&amp;ouml;lkerten Landstrich, &amp;sbquo;Lausedonien&amp;#39; genannt. &amp;sbquo;Hast du das Huhn gestohlen?&amp;#39;, fragt Mecki einen zerlumpten Jungen. Das ist zwar nicht der Fall. Aber Ordnung muss sein.&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Artikel erregte Aufsehen, vor allem bei Vertretern der Sinti und Roma. Diese Volksgruppen reagieren empfindlich, wenn die traditionell meist herabsetzende Bezeichnung &amp;bdquo;Zigeuner&amp;quot; verwendet wird. Aber das Wort f&amp;auml;llt bei &amp;bdquo;Mecki&amp;quot; gar nicht; es wird hier nur von Pannor gebraucht - zur Beschreibung der Einwohner von Lausedonien, die offenbar jenen Klischees entsprechen, die man in den f&amp;uuml;nfziger Jahren von Sinti und Roma hatte: dunkelh&amp;auml;utig, elend, kriminell. Der Name &amp;bdquo;Lausedonien&amp;quot; ist diesbez&amp;uuml;glich ja bereits denkbar beredt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun w&amp;auml;re alles sicher gar nicht so hochgekocht, wenn die &amp;bdquo;Frankfurter Rundschau&amp;quot; Pannors Besprechung nicht mit einem Text von Silke Rummel auf einer Seite kombiniert h&amp;auml;tte, der sich einer Wallfahrt widmet, die vor allem f&amp;uuml;r Sinti und Roma von gro&amp;szlig;er Bedeutung ist. Nat&amp;uuml;rlich lasen viele Angeh&amp;ouml;rige dieser Minderheit die Zeitung dieses Artikels wegen, und sie stie&amp;szlig;en zwangsl&amp;auml;ufig auch auf den Beitrag von Pannor, der zudem mit einem Bild versehen war, das Mecki neben einem der von ihm vermuteten dunkelh&amp;auml;utigen B&amp;ouml;sewichte aus Lausedonien zeigte. &amp;Uuml;ber den Esslinger Verlag brach prompt eine Protestwelle herein. Dabei hatten die Redakteure bei der Zusammenstelung des Buches bereits zwei &amp;bdquo;Mecki&amp;quot;-Geschichten des Jahres 1958 ausgesondert, weil man sie aus heutiger Sicht f&amp;uuml;r &amp;bdquo;politisch unkorrekt&amp;quot; hielt. Mit &amp;Auml;rger hatte man also nicht mehr gerechnet. Als er dann doch kam, stellte der Verlag binnen weniger Tage den weiteren Vertrieb des &amp;bdquo;Mecki&amp;quot;-Bandes ein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun hat Mecki aber etliche Liebhaber unter nostalgischen Comiclesern, und nat&amp;uuml;rlich waren Pannors Artikel und dessen Folgen bei ihnen nicht unbemerkt geblieben. Das von Lothar Schneider als Administrator mitbetriebene Internet-Forum Comic-guide.net widmete sich der Sache, und im lediglich Mitgliedern des Forums zug&amp;auml;nglichen Bereich wurden zahlreiche Meinungen dazu ausgetauscht, die aber alle einen Tenor hatten: Unglaublich, was dem unschuldig-kindlichen Mecki da durch einen selbstherrlichen Journalisten angetan worden ist!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Donnerstag, den 30. Juli, rief mich Lothar an und wies mich auf die Sache hin. Er lud mich als Mitglied des Comic-guide-Forums ein, dort gleichfalls Stellung zu beziehen. Ich hatte die Sache nicht verfolgt, holte das aber abends nach. Am n&amp;auml;chsten Tag hakte Lothar noch einmal nach: Ob ich nicht in der F.A.Z. der Meinung Pannors widersprechen wolle. Der ehrenwerte Esslinger Verlag sitze jetzt verzweifelt auf den unverkauften B&amp;uuml;chern, die Fortf&amp;uuml;hrung der Reihe sei nach diesem Mi&amp;szlig;geschick mit dem Auftaktband ernsthaft in Gefahr. Nun schreibe ich Zeitungsartikel nicht im Auftrag anderer und auch nicht, um mehr oder weniger ehrenvolle Projekte zu retten. Mich interessiert die Sache selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Mecki-Band selbst war in Frankfurt nicht mehr zu bekommen. Aber man braucht sich nur die Abbildung in der &amp;bdquo;Rundschau&amp;quot; anzusehen, um festzustellen, da&amp;szlig; hier zweifellos mit den von Pannor inkriminierten Klischees gearbeitet wird. Das war jedoch nicht ungew&amp;ouml;hnlich in den f&amp;uuml;nfziger Jahren und sagt noch wenig &amp;uuml;ber etwaige ideologische Bedenklichkeit von &amp;bdquo;Mecki&amp;quot; aus. Aber wir reden ja nicht &amp;uuml;ber die f&amp;uuml;nfziger Jahre, sondern &amp;uuml;ber heute, und dar&amp;uuml;ber, wie diese Geschichten in der Gegenwart wirken. Als Gesamtausgabe h&amp;auml;tte eine neue Mecki-Edition zweifellos ihren kulturhistorischen Wert, doch der Verlag hatte ja eh schon zwei Geschichten gestrichen. Es ist also klar, da&amp;szlig; sich die Reihe nicht an Comic-Historiker wendet (deren es auch entscheiden zu wenige g&amp;auml;be, um die Sache kommerziell interessant zu machen), sondern an das breite Publikum der Nostalgiker. Und die wollen vor allem eines: ihre heile Welt. Eine legitime Sehnsucht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die aber mu&amp;szlig; ein Journalist nicht teilen. Und Leute, die sich durch die Darstellung ihrer sozialen Herkunft in Bildergeschichten verunglimpft sehen, m&amp;uuml;ssen das auch nicht. Hier k&amp;ouml;nnte dann die Diskussion beginnen, wie es sich mit Mecki denn verh&amp;auml;lt: Ist die Darstellung b&amp;ouml;sartig oder zeittypisch? Aber dar&amp;uuml;ber wird in Comic-guide.net nicht debattiert, und ich hatte mittlerweile alle Eintr&amp;auml;ge gelesen. Der Tonfall der dortigen Beitr&amp;auml;ge war nicht dazu angetan, Lust darauf zu machen, sich in diese Schlangengrube zu begeben, zumal etliche Statements voller Perfidie gegen&amp;uuml;ber journalistischer Comic-Kritik im Allgemeinen waren. Ich h&amp;auml;tte meinen Beruf schon sehr hassen m&amp;uuml;ssen, um mich da einzureihen, vom Niveau der Texte im Forum ganz zu schweigen, die sich vor allem darin &amp;uuml;berboten zu &amp;uuml;berlegen, wie man Pannor die eigene Verachtung am besten sp&amp;uuml;ren lassen k&amp;ouml;nnte. Hinweise, wie man an seine Telefonnummer kommt, waren jedenfalls zahlreich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist eine typische &amp;Uuml;berschu&amp;szlig;reaktion, das, was man liebt, heftiger zu verteidigen als unbedingt n&amp;ouml;tig. Aber mu&amp;szlig; man dazu perfide werden? Neben Lothar Schneider kenne ich auch Stefan Pannor. Als ich mich aus anderem Grund am vergangenen Sonntag mit ihm traf, erkundigte er sich, welche Meinung ich denn zu der Auseinandersetzung h&amp;auml;tte. Man habe ihm zugetragen, da&amp;szlig; ich von Comic-guide um einen Beitrag gebeten worden bin, weil eine ganze Front gegen ihn aufgebaut werden sollte. Wer Stefan das gesagt hat, wollte ich gar nicht wissen. Allein die Tatsache, da&amp;szlig; von wem auch immer die Meinung vertreten wird, da&amp;szlig; eine Welle des Abscheus gegen einen Kritikerkollegen inszeniert werden solle, ist besch&amp;auml;mend f&amp;uuml;r die ganze deutsche Comicszene. Ich wei&amp;szlig; nicht, ob Lothar diese Absicht hatte, als er mich aufforderte, auch das Wort zu ergreifen. Aber Stefan wiederum hat nach dem Start der Diskussion in Comic-guide mehrere Drohanrufe erhalten. Wo leben und was lesen wir eigentlich, wenn angebliche Verteidiger der kindlichen Unschuld, die &amp;bdquo;Mecki&amp;quot; ausmachen soll, die feigsten Methoden ergreifen, die man sich vorstellen kann?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ach ja, und warum der anf&amp;auml;ngliche Verweis auf Lothars Meinung zum wahren Donaldismus? Weil auch&amp;nbsp;sie allein damit begr&amp;uuml;ndet wird, da&amp;szlig; man doch Entenhausen lieben m&amp;uuml;sse. Donaldismus, wie ihn die D.O.N.A.L.D. betreibt,&amp;nbsp;kann aber manchmal auch unerfreuliche Aspekte Entenhausener Lebens zutage f&amp;ouml;rdern. Und er erfordert intensive und sachliche Besch&amp;auml;ftigung mit den Gegenst&amp;auml;nden. Keine Liebesdienste.&lt;/p&gt;&lt;div style="clear:both;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/aggbug.aspx?PostID=26431" width="1" height="1"&gt;</description></item><item><title>Superparlamentspräsident: Rußland braucht Helden, und der Comic hat sie</title><link>http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2009/07/19/superparlamentspraesident-russland-braucht-helden-und-der-comic-hat-sie.aspx</link><pubDate>Sun, 19 Jul 2009 13:24:00 GMT</pubDate><guid isPermaLink="false">68b01981-ddee-435a-beae-d517aebbb25e:23747</guid><dc:creator>Andreas Platthaus</dc:creator><slash:comments>1</slash:comments><wfw:commentRss xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/">http://faz-community.faz.net/blogs/comic/rsscomments.aspx?PostID=23747</wfw:commentRss><comments>http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2009/07/19/superparlamentspraesident-russland-braucht-helden-und-der-comic-hat-sie.aspx#comments</comments><description>&lt;p&gt;Miss Tsch&amp;ouml;rm&amp;auml;nie? Vielleicht sollte Angela Merkel doch nicht zufrieden sein mit dem vor zwei Wochen erschienenen Comic, der ihre Taten - ja, was denn? Preist? Verherrlicht? W&amp;uuml;rdigt? Verspottet? Von all dem ein bi&amp;szlig;chen, und komisch ist die Geschichte manchmal auch. Aber heroisch ist sie nicht. Bleibt denn f&amp;uuml;r eine Politikerin als Comicfigur wirklich nur ein dem Frauenklischee entsprechendes Heldinnendasein, w&amp;auml;hrend die M&amp;auml;nner sofort zu Superm&amp;auml;nnern verkl&amp;auml;rt werden? Man m&amp;ouml;chte es fast glauben, wenn man sieht, wie Russlands Parlamentsvorsitzender Boris Gryslow, ein enger Vertrauter des ehemaligen Pr&amp;auml;sidenten und jetzigen Ministerpr&amp;auml;sidenten Wladimir Putin, in einem Internet-Comic dargestellt wird. Sehen kann man das unter &lt;a href="http://www.gryzlovman.com/episode1/2.html" title="http://www.gryzlovman.com/episode1/2.html"&gt;http://www.gryzlovman.com/episode1/2.html&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hingewiesen hat mich darauf unsere russische Kulturkorrespondentin Kerstin Holm. Der Haken: Ich kann kein Russisch. Aber das macht die Sache f&amp;uuml;r mich umso interessanter, denn dem Comic wird ja gerne nachgesagt, da&amp;szlig; er durch seine Bildsprache international viel leichter verst&amp;auml;ndlich sei als ein geschriebener Text. Was sehen wir also im Internet-Comic, und - spannender noch - was verstehen wir davon?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zun&amp;auml;chst einmal schon soviel, da&amp;szlig; die Urheber des Comics unter dem Tarnnamen &amp;bdquo;Unknown Team&amp;quot; figurieren. Das ist aber auch das einzige, was nicht in Kyrillisch und auf Russisch geschrieben ist. Immerhin weist das Pseudonym darauf hin, da&amp;szlig; wir es mit einer Satire zu tun bekommen werden, denn warum sollte ein Herrn Gryslow verherrlichender Comic unter dem Autorennamen &amp;bdquo;Unknown Team&amp;quot; erscheinen? Zumal auch die Wahl des Comics selbst als Form darauf hinweist, denn wenn es eines in Russland sehr selten gibt, sind es Comics. Davon konnte ich mich erst k&amp;uuml;rzlich in Armenien &amp;uuml;berzeugen, wo es gleich gar keine einheimischen Comics gibt, aber daf&amp;uuml;r ein Gro&amp;szlig;angebot an russischsprachigen B&amp;uuml;chern, so da&amp;szlig; man damit h&amp;auml;tte rechnen k&amp;ouml;nnen, irgendwo einer entsprechenden Produktion zu begegnen. Zwar erscheinen westliche Erfolge wie &amp;bdquo;Asterix&amp;quot; oder die g&amp;auml;ngigen Disney-Serien auf Russisch, aber gerade deshalb werden sie auch als Fremdk&amp;ouml;rper, als Ausdruck westlichen Lebensstil wahrgenommen (und bisweilen gesch&amp;auml;tzt). Also ist ein Comic &amp;uuml;ber einen russischen Politiker immer auch als Blick von au&amp;szlig;en gekennzeichnet - und damit mit einem h&amp;ouml;heren Grad an Objektivit&amp;auml;t versehen (zumindest in den Augen kritischer Geister).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Zeichenstil der Geschichte orientiert sich denn auch an g&amp;auml;ngiger amerikanischer Massenware: intensive Farben in gef&amp;auml;llig monochromer Abstimmung aufeinander, fl&amp;auml;chige Darstellungen, markante Figuren mit kantigen K&amp;ouml;rperformen - Superhelden&amp;auml;sthetik eben. Gryslow tritt zu Beginn am Rednerpult der Duma auf, in tadellos strammer Haltung und eleganter Kleidung. Dann verl&amp;auml;&amp;szlig;t er das Parlament und schreitet zu seinem westlichen Sportwagen. Sein Chauffeur fragt den &amp;bdquo;Boss&amp;quot;, wo es hingehe (soviel Kyrillisch kann man sich dann doch erschlie&amp;szlig;en), und Gryslow gibt Anweisung, ihn nach Hause zu fahren. Doch schon bald wird der Wagen durch eine aus dem Stra&amp;szlig;enpflaster schie&amp;szlig;ende Flammens&amp;auml;ule gestoppt, und zum ersten Mal wird dabei das bislang einheitliche Bildformat in zwei Panels aufgespalten, dessen rechtes den Parlamentsvorsitzenden als Naheinstellung mit verbissener Miene im Widerschein des Feuers zeigt. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schon sammeln sich die braven B&amp;uuml;rger Moskaus mit schreckgeweiteten Augen am Stra&amp;szlig;enrand, als ein kleiner Junge gen Himmel weist. Seine Gestik entspricht dabei genau den bekannten Szenen bei Auftritten von Superman, und so wird denn auch Gryslow, der auf mirakul&amp;ouml;se Weise aus dem Fond seines Wagens ins Superheldenkost&amp;uuml;m und ans Firmament gelangt ist, im Folgenden inszeniert - besonders in jener Szene, als er vor der Feuers&amp;auml;ule niederschwebt, vom roten Umhang umwabert, ganz auf jene Art, wie die Zeichner der achtziger und neunziger Jahre, von Curt Swan bis Alex Ross, den amerikanischen Mann aus Stahl gezeichnet haben und wie wir ihn auch aus der neueren Superman-Verfilmung von Bryan Singer kennen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schon ist Superparlamentspr&amp;auml;sident im Untergrund, um dort die defekte Pipeline abzudrehen, die als Ursache f&amp;uuml;r das Flammeninfeno herhalten mu&amp;szlig;. Dabei trifft er auf einen Superschurken in Maulwurfsgestalt, der direkt aus dem Pixar-Trickfilm &amp;bdquo;The Incredibles&amp;quot; entstiegen sein k&amp;ouml;nnte, nur da&amp;szlig; er ersichtlich b&amp;ouml;se ist, grenzenlos b&amp;ouml;se. Dennoch ist der Kampf schnell beendet, der Maulwurf beerdigt und die Leitung verschlossen, wobei sich das Ungl&amp;uuml;ck anhand eines hinterlassenen kleinen Zeichens als Sabotage erweist. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Episode 2, die man dann auch noch studieren kann, wird die Geheimorganisation hinter dem Zeichen als ausl&amp;auml;ndische Verschw&amp;ouml;rung gegen Ru&amp;szlig;land entlarvt - sch&amp;ouml;n symbolisiert im Union Jack als &amp;Auml;rmelaufn&amp;auml;her eines maskierten Verbrechers und durch den Verweis in der Sprechblase auf 1812, als Napoleon Moskau einnahm. Der Maulwurf hat den Kampf aus Folge 1 &amp;uuml;berlebt und ist wieder mit von der Partie bei der Vorbereitung neuer Schurkenstreiche. Nat&amp;uuml;rlich steht Supergryslow aber auch beim zweiten Versuch den uns&amp;auml;glichen Zielen der Verschw&amp;ouml;rer entgegen und erledigt bei einem &amp;Uuml;berfall im Supermarkt diesmal gleich zwei Gegner, ehe er wieder, wie schon in der ersten Folge, mit seinem Chauffeur ins Abendrot hineinf&amp;auml;hrt: Ru&amp;szlig;land ist sicher unter diesem &amp;Uuml;bermenschen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Comic ist konventionell, aber professionell gezeichnet, wenig abwechslungsreich in Szene gesetzt, aber voller Verweise auf die Sehgewohnheiten der Superheldenkultur. Man kann nicht behaupten, da&amp;szlig; es spannend zuginge im Kampf um die Bewahrung von Ruhe und &amp;nbsp;Ordnung in Moskau, aber das kann man im Falle von Metropolis oder Gotham City ja auch nicht wirklich sagen. Trotzdem w&amp;uuml;nscht man sich denn doch, da&amp;szlig; wir Angela Merkel auch einmal als Wonder Woman oder wenigstens Supergirl in Aktion sehen d&amp;uuml;rften. Der stahlharte Blick von Boris Gryslow macht denn doch einiges her. Ob ich allerdings den Comic &amp;uuml;berhaupt richtig &amp;bdquo;gelesen&amp;quot; habe? Vielleicht kann es mir jemand sagen, der des Russischen m&amp;auml;chtig ist.&lt;/p&gt;&lt;div style="clear:both;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/aggbug.aspx?PostID=23747" width="1" height="1"&gt;</description></item><item><title>Kanzlerin Angie als Comic-Superstar</title><link>http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2009/07/07/kanzlerin-angie-als-comic-superstar.aspx</link><pubDate>Tue, 07 Jul 2009 12:27:00 GMT</pubDate><guid isPermaLink="false">68b01981-ddee-435a-beae-d517aebbb25e:22496</guid><dc:creator>Andreas Platthaus</dc:creator><slash:comments>0</slash:comments><wfw:commentRss xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/">http://faz-community.faz.net/blogs/comic/rsscomments.aspx?PostID=22496</wfw:commentRss><comments>http://faz-community.faz.net/blogs/comic/archive/2009/07/07/kanzlerin-angie-als-comic-superstar.aspx#comments</comments><description>&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-file.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/comic/miss_2D00_t_2D00_1_2D00_cover.JPG" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da steht sie auf dem Titelbild, im tief ausgeschnittenen Kleid, das wir aus den voyeuristischen Bildern vom Besuch der Oper in Oslo kennen, mit einer Krone geziert, auf die ein gro&amp;szlig;es A eingraviert ist, mit schwarzrotgoldener Sch&amp;auml;rpe umh&amp;uuml;llt und die Finger so breit zum Victory-Zeichen gespreizt, das Churchill gr&amp;uuml;n vor Neid werden m&amp;uuml;&amp;szlig;te. Und unter ihr versuchen ein paar Herren mit aufs Siegerpodest zu kraxeln, dessen oberste Stufe aber schon von ihr besetzt ist. Die Herren sind Roland Koch, Edmund Stoiber, Gerhard Schr&amp;ouml;der, Helmut Kohl, Oscar Lafontaine, Wolfgang Sch&amp;auml;uble, Frank-Walter Steinmeier, Franz M&amp;uuml;ntefering, Wladimir Putin, Nicolas Sarkozy und Barack Obama. Alle spielen sie mit im Comic &amp;bdquo;Miss Tsch&amp;ouml;rm&amp;auml;nie&amp;quot;, aber alle spielen sie darin auch nur Nebenrollen. Und einige von ihnen pflastern als politische Leichen gar den Weg der Frau, die dort ganz oben steht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Politische Comics haben in Deutschland keine Tradition. Das ist in gro&amp;szlig;en Comic-Nationen anders. Barack Obama war kaum gew&amp;auml;hlt, da k&amp;uuml;mmerte sich Spider-Man schon um die Sicherheit bei seiner Amtseinf&amp;uuml;hrung. Sarkozy ist in seiner gegen&amp;uuml;ber der deutschen Kanzlerin ungleich k&amp;uuml;rzeren Amtszeit schon Gegenstand mehrerer satirischer Attacken geworden, doch bei Angela Merkel mu&amp;szlig;te fast das Ende der Legislaturperiode erreicht werden, ehe endlich etwas Entsprechendes auf Deutsch erschienen ist. Und das ist auch nicht gerade rasend komisch geworden. Aber auch alles andere als geistlos. &amp;bdquo;Miss Tsch&amp;ouml;rm&amp;auml;nie&amp;quot; kommt als eine solide recherchierte Comic-Biographie daher, die allerdings keinen Anspruch auf Sachlichkeit erhebt, obwohl sie faktenreich ist. Das karikatureske Element ist jederzeit gewahrt, sonst k&amp;ouml;nnten die beiden Autoren, Miriam Hollstein als Textschreiberin und Heiko Sakurai als Zeichner, im Hinblick auf die kommende Bundestagswahl ja in den Ruch k&amp;uuml;nstlerischer Wahlhilfe kommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sakurai ist einer der begabtesten jungen Karikaturisten in Deutschland, dessen Interesse an Comics schon l&amp;auml;nger bekannt ist, doch ein solch umfangreiches Projekt h&amp;auml;tte ich ihm denn doch nicht zugetraut. Immerhin umfasst die Biographie von Angela Merkel sechzig Seiten. Mit jeweils zwei Streifen &amp;agrave; meist acht Bildern pro Seite ergibt sich eine f&amp;uuml;r deutsche Verh&amp;auml;ltnisse beeindruckende Masse an Darstellungen, wobei es sich als durchaus n&amp;uuml;tzlich erweist, da&amp;szlig; die meisten beteiligten Figuren zu den t&amp;auml;glichen Akteuren in den Bildern des Karikaturisten Sakurai z&amp;auml;hlen. Er hat die verzerrten Gesichter und Physiognomien selbst noch der obskursten Kabinettsmitglieder drauf, und der 1971 geborene Zeichner hat sich zudem auch in die schon etwas &amp;auml;ltere Zeitgeschichte vertieft, um die fr&amp;uuml;hen Jahre von Angela Merkel angemessen bebildern zu k&amp;ouml;nnen. Die spielen zwar keine riesige Rolle, denn nach zehn Seiten ist die Mauer schon auf und Angela Merkel hat zwei Drittel ihres Lebens bereits hinter sich, aber gerade bei den wenig bekannten Episoden der ostdeutschen Biographie der heutigen Kanzlerin laufen Hollstein und Sakurai zu gro&amp;szlig;er Form auf. Sp&amp;auml;ter ist dann vieles in der Comichandlung doch zu sehr karikiert, als da&amp;szlig; man den spezifischen erz&amp;auml;hlerischen Reiz einer umfangreichen Bildergeschichte noch erkennen k&amp;ouml;nnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch es gibt auch wunderbare Einf&amp;auml;lle: die Pr&amp;auml;sentation von Angela Merkels Ehemann Joachim Sauer etwa, der nur dreimal Erw&amp;auml;hnung findet, wobei nicht einmal sein Gesicht gezeigt wird. Am sch&amp;ouml;nsten ist dieser h&amp;ouml;hnische Kommentar auf den unbekannten Mann an der Seite der Politikerin in der Hochzeitsszene umgesetzt, wo die Sprechblase des Standesbeamten den Kopf Sauers verdeckt. Da zeigen Hollstein und Sakurai, wie durchdacht die Konzeption ihres Politcomics ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-file.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/comic/miss_2D00_t_2D00_2_2D00_feldmeyer.JPG" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Auch die F.AZ, spielt einmal mit im Comic, wobei die &amp;Auml;hnlichkeit des Kollegen Karl Feldmeyer mit seiner Darstellung relativ ist.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;Auml;sthetisch machen sie da weiter, wo vor acht Jahren &amp;bdquo;Der gro&amp;szlig;e Max&amp;quot; begonnen hatte, jene fiktive Politiker-Comicbiographie, die kein Geringerer als der 2003 verstorbene leitende politische Redakteur der &amp;bdquo;S&amp;uuml;ddeutschen Zeitung&amp;quot; Herbert Riehl-Heyse geschrieben hatte. Mit Dieter Hanitzsch gewann er damals einen Zeichner als Mitstreiter, der seit Jahrzehnten Politikerparodien angefertigt und dazu einen schlichten Schwarzwei&amp;szlig;-Stil entwickelt hatte, der bewu&amp;szlig;t an die Zeitungskarikaturen-Tradition ankn&amp;uuml;pfte. So h&amp;auml;lt es Sakurai nun auch wieder, obwohl er zus&amp;auml;tzlich Graulavierungen verwendet, die dem Ganzen mehr Tiefe geben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Angesichts des Themas d&amp;uuml;rfte es nicht &amp;uuml;berraschen, da&amp;szlig; dem Text mehr Raum gegeben wird, als das sonst bei Comics &amp;uuml;blich ist. Miriam Hollstein ist allerdings keine Meisterin der Pointe, daf&amp;uuml;r allerdings eine Virtuosin der Verdichtung. Wie sie hochkomplexe politische Abl&amp;auml;ufe auf einen Dialog oder zwei, drei S&amp;auml;tze reduziert, das hat gro&amp;szlig;e Qualit&amp;auml;ten, und deshalb taugt diese Satire sogar als schneller &amp;Uuml;berblick zu zwanzig Jahren gesamtdeutscher Politik. Wer erinnerte sich denn noch an Pers&amp;ouml;nlichkeiten wie G&amp;uuml;nther Krause, Laurenz Meyer oder Rainer Eppelmann? An parteiinterne Debatten um geschmacklose Plakatwerbung oder Absprachen hinter den Kulissen? An die R&amp;auml;nkespiele, denen Angela Merkel als scheinbar naive Seiteneinsteigerin aus dem Osten bald eine ganz neue Qualit&amp;auml;t verlieh? Oder auch an die genauen Abl&amp;auml;ufe, wie sie sich geschickt als starke Frau der CDU in Stellung brachte, weil nur sie es wagte, dem &amp;Uuml;bervater Helmut Kohl die Leviten zu lesen, als der durch die Parteispenden-Aff&amp;auml;re angeschlagen war?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-file.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/comic/miss_2D00_t_2D00_3_2D00_tv.JPG" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Ein Schl&amp;uuml;sselmoment: Der siegesgewisse Gerhard Schr&amp;ouml;der trompetet nach der Bunstagswahl 2005 in der Elefantenrunde. Angela Merkel &amp;uuml;bersteht auch diesen kritischen&amp;nbsp;Augenblick trocken.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;All das kann man hier in einem munteren St&amp;uuml;ndchen Lekt&amp;uuml;re noch einmal nachlesen, und h&amp;auml;tte Hollstein nicht die etwas einf&amp;auml;ltige Rahmenerz&amp;auml;hlung eines Kneipentreffens zwischen Gerhard Schr&amp;ouml;der und Edmund Stoiber anl&amp;auml;&amp;szlig;lich der Bundestagswahl im September 2009 ersonnen, k&amp;ouml;nnte man &amp;bdquo;Miss Tsch&amp;ouml;rm&amp;auml;nie&amp;quot; als rundum gelungenes Genrest&amp;uuml;ck bezeichnen. So ist das Ganze denn doch etwas zu witzelnd geraten, wo mehr Bi&amp;szlig; notwendig gewesen w&amp;auml;re, und das monotone Buddy-Motiv der sich gegen die starke Frau verschw&amp;ouml;renden Kerle ger&amp;auml;t zum Ballast der Geschichte. Aber wer wei&amp;szlig;, vielleicht war dieser Geschlechterkonflikt ja tats&amp;auml;chlich auch der Antrieb?&amp;nbsp; Immerhin ist daraus mal ein deutscher Comic entstanden, der aktuell sein will und darum auch in seiner Fiktion das Risiko eingeht, nach dem Wahltermin in zwei Monaten keinen Leser mehr zu interessieren. F&amp;uuml;r diesen Mut geb&amp;uuml;hrt den Autoren wie auch dem Eichborn-Verlag Respekt.&lt;/p&gt;&lt;div style="clear:both;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/aggbug.aspx?PostID=22496" width="1" height="1"&gt;</description></item></channel></rss>