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Freitag, 10. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Deus ex Machina

Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia

wurde schon frühzeitig von einem Magister der Mathematik bescheinigt, sie möge ob ihrer Unfähigkeit im Umgang mit Zahlen und Formeln nicht allzu betrübt sein, es gebe reichlich schöne Berufe ohne dieselbe, insbesondere ein Broterwerb als Kammerjungfer oder Hausfrau wurde ihr nahegelegt. Statt dessen wurde sie nach dem Studium allerhand unnützer Fächer und unter weiträumiger Umgehung der Mathematik Beraterin, nur um schlussendlich am gottverlassensten Winkel dieser Welt doch vom Zahlenteufel eingeholt zu werden. Während sie sich nun darauf vorbereitet, die Welt von der Ungerechtigkeit des globalen Kapitalismus zu befreien - oder zumindest vor der nächsten Bankenkrise zu bewahren -, versucht sie hier, das Unerklärliche erklärbar zu machen, wobei ihr die eigene Unwissenheit leider allzuoft im Weg steht.

Don Alphonso Moltogulax Acedianus

 studierte Nekromantik und die Kunst, aus Gold Blei zu machen, an den Universitäten von Auripolis, Palermo und Madrid, wo ihm der Durchbruch bei der Erforschung des Trankes ewiger Jugend gelang. Wegen einer leichten Falschdosierung dieser vortrefflichen Rezeptur aus Arsen, Schierling und Knollenblätterpilz an etlichen Kunden übereilte Übersiedlung nach Paris, dortselbst Dissertation Summa cum Laude über Häresien, die selbst Häretikern als Blasphemie erschienen, danach praktische Forschungsaufenthalte im "Haus zur fetten Margot". Später Sekretär und Buchhalter bei der portugiesischen Inquisition, wo er zunehmend des Schreibens und Lesens als mächtig galt. Nach Sicherung einiger beweglicher Güter Umzug an den Tegernsee, wo er als Privatgelehrter seine Serie "Virmamen Sotzietatisorum" beim "Allgemayner Statt- und Landtherold Fancoforte" verfasst.

Marco Settembrini di Novetre

dichtete und vertonte in seinen sittlich desorientierten Jugendjahren Spottverse, deren Vortrag er mit der Mandoline begleitete. Alsbald fiel er dann allerdings Häschern in die Hände, die ihn zum Kriegsdienst im Heer des Kurfürsten von der Pfalz pressten. Nach seiner Dienstzeit als Landsknecht verdingte er sich zeitweise als Postillion und schrieb sich dann an der Ruperto Carola zu Heidelberg ein, wo er sich offiziell dem Studium der freien Künste widmete und nach Vorlesungsschluss insgeheim an einer numerologischen Weltformel tüftelte. Dass die Antwort "42" laute, wie bisher gelehrt wurde, kann er inzwischen mit einiger Sicherheit ausschließen. Sein Zwischenergebnis "793" dürfte der wahren Lösung schon einen ganzen Schritt näher kommen, bedarf aber noch eines tragfähigen Beweises.

Teresa Maria Bücker 

ist blass wie das Stück Stuck aus der Würzburger Residenz, das sie aus dem Weißen Saal des Schlosses schlug, nachdem sie ihren Gespielen Johann an den Kunstschmied verliert. Drei Jahre streift sie barfuß entlang der Flussauen durch die Lande, um ihren Kummer zu kühlen. Am Tage ihres 23. Jahrs öffnet sie an der belgisch-niederländischen Grenze die Pforten zu einem Kaffeehaus, das seine Schänke zu keiner Stunde schließen wird. Rastlos, das Nervengift pulsiert in ihren Adern, erschüttert die unstete Muse die Mode regloser, düsterer Portraits der ansässigen Malermeister. Nach ihrer Exkommunikation brennt Violandra mit einem bärtigen Baumeister durch gen Sündenpfuhl der Mark Brandenburg. Im Rohbau der Hofapotheke des Berliner Schlosses heckt sie von nun an am Regiebuch ihres ersten Sittenknüllers.

Der hochverehrte Gast

wird jeden Monat invitiert, um Auskunft zu geben über weitere Geschehnisse und Neuigkeiten, die dem Umgang des Menschengeschlechts mit der niederen Göttlichkeit aus den Maschinen entspringen.

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