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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Deus ex Machina

Die Balz und das Netz

04. August 2010, 10:32 Uhr

Wir befleißigen uns, den neuzeitlichen Menschen zu zeigen in seiner Suche nach Liebe
und exemplifizieren dies anhand
von Mannen mit gar christlichen Namen von
zeitgemäßer Sittlichkeit

Kein Mensch erinnert sich noch daran, wie er an Informationen kam, als es das Internet noch nicht gab. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich in wenigen Jahren niemand mehr erinnern wird, wie er denn an Liebespartner kam, als er sich noch nicht bei Facebook einloggen konnte.
6,1 Millionen Deutsche haben ihre Partner im Internet kennengelernt, was vermutlich mit den inneren Werten zu tun hat, die man viel besser präsentieren kann, wenn der andere nicht durch die oft doch sehr beengende Wirklichkeit abgelenkt wird.
Dass die Menschen in Singlebörsen lügen, konnte man ahnen, wie ihre Lügen genau aussehen, haben die Statistiker der Beziehungsanbahnungsplattform Okcupid.com herausgefunden.
Die Nutzer sind in Wahrheit kleiner, verdienen schlechter, sind darüber hinaus nicht annähernd so bisexuell wie sie behaupten und wenn sie ein Bild von sich posten, auf dem sie tatsächlich gut aussehen, dann ist es alt.
Das wäre, legte man strenge Maßstäbe an, bei ersten Treffen also durchaus peinlich, glücklicherweise hat der andere jedoch auch gelogen und so landet man dann, mit einem leisen Seufzer vermutlich, im Bett mit jemandem, der kürzer, ärmer, langweiliger und hässlicher ist als man sich das gewünscht hat.
Es ist also im Grunde wie bei der Beziehungsanbahnung mittels Alkohol.

Nun geschieht die Liebe im Netz natürlich nicht nur in Singlebörsen, das Netz selbst ist ein Kontakthof und mit Kontakthof meine ich nicht das gleichnamige Tanztheaterstück von Pina Bausch. Wo auch immer man einem Exemplar des oppositionellen Geschlechts (oder je nach sexuellem Glaubensbekenntnis desselben) begegnet, wird man galant.

Die Botschaften, die dann verschickt werden, würden jedem altgedienten Psychoanalytiker die Schamesröte ins Gesicht treiben, von den mitgesandten Fotos gar nicht zu reden.

Es geht nicht nur der Mensch ins Netz, um sich zu paaren, Paarungsrituale des Netzes dringen auch in die Wirklichkeit. Der Fußballspieler Cristiano Ronaldo, Bauchmuskelbesitzer und Frisurentrendscout, hat das Netz verstanden.
„Me, You, Fuck, Fuck!“ Mit diesen Worten umgarnte der junge Geltransporteur eine Kellnerin im ewig jungen Los Angeles und führte damit die Sprache der YouTube-Kommentatoren in die Welt der Liebe ein.


Die ersten Worte, die Lothar Matthäus an Liliana richtete, sind uns nicht bekannt, wir wissen allerdings, was seine letzten Worte waren. Nachdem sein Beichtvater von der Bild-Zeitung ihm Fotos von Liliana mit einem Papagallo namens Matteo vorlegte, sagte Matthäus: „Sie hat mich eigentlich nicht nur betrogen in Anführungszeichen, sondern sie hat mich im Nachhinein weiterhin angelogen. Es kam mir alles ein bisschen spanisch vor, vor allem weil sie auch nie Zeit gehabt hat zu telefonieren.“
Verzeihen kann Matthäus seiner silikonlastigen Gemahlin nun nicht mehr, nachdem sie ihn in Anführungszeichen betrogen und dann ohne Anführungszeichen an der Nase herumgeführt hat. Denn für Verzeihen, so der nachdenkliche Ex-Führungsspieler, braucht man Reue. Und die Reue, die er vermutlich empfindet, die Brust seiner Liebsten so aufwändig nachgerüstet zu haben, zählt nicht.
Hier braucht es Tränen, ein wenig ins Hysterische rutschende Zerknirschtheit statt lauer Lügenmärchen. Und zwar am besten von ihr.

In einer viel märchenhafteren Welt als unsere es ist, da wäre Liliana nicht in die Arme eines mediterranen Strandläufers gesunken, sie wäre in Los Angeles dem Werben des Selbstbräunungscremetestkaninchens Cristiano Ronaldo, wohnhaft in Madrid, erlegen.
„Me, You, Fuck, Fuck!“, das ist der Sirenengesang, dem die Lilianas dieser Welt erliegen, eine freundliche Geste hinterhergereicht und vor einem liegen ausgebreitet die Herzen der stolzesten Frauen.

Fehlt Ihnen etwas?
Anstand, Zurückhaltung, Aufrichtigkeit?
Verzeihen Sie, wir befinden uns nicht im siebzehnten Jahrhundert, sondern auf dem absteigenden Ast. Auf dem sitzen Gesellschaften schon einmal, im alten Rom, also dem mit den Kaisern und Gladiatoren, ohne Fernsehstationenbesitzer, die Staatsgäste in ihren zum Privatbordell umfunktionierten Heim um den kleinen Finger wickeln lassen, im alten Rom also, da soll es einmal eine Hochzeit gegeben haben zwischen einem Mann und einer Frau, die beide recht erfolgreich darin waren, ihre Ehepartner zu überleben, Autopsien waren noch nicht sehr ausgereift und so stapelten sich in den Wettbüros die Sesterzenhaufen, die das begeisterte Volk auf seinen jeweiligen Favoriten setzte.
Als der Unvorsichtigere der beiden nach einem zu üppig mit Gift versetzten Mahl zu Boden sank, wurde der Überlebende im Triumphzug durch die Straßen geleitet.

Hat Liliana schon ein Angebot für eine Talkshow? Oder wenigstens vom Playboy? Die Kellnerin, die Ronaldo zu Füßen sank, hat es geschafft, einen Thronfolger zu gebären und wurde daraufhin mit einem Sack voll Gold belohnt. 12 Millionen Euro ist so ein Tropfen portugiesischen Spielerspermas also derzeit wert, würde Ronaldo nun eine Samenbank eröffnen, er wäre recht bald too big to fail.

Die Liebe: Man kann sie heute allerorten bekommen für eine geringe Mitgliedsgebühr, ein paar wohlgesetzte Worte eröffnen ganz neue Perspektiven und wenn man einmal Weltmeister im Fußball war, dann wartet am Hauptausgang der Bild-Zeitungsredaktion mit Sicherheit schon das nächste Schulmädchen auf ein wenig Taschengeld für die Brustvergrößerung. Die Liebe: Sie ist überall und wer überall ist, der ist nie ganz da, die meiste Zeit ist der moderne Liebende mit seiner Liebe allein und nicht jede alleinerziehende Mutter bekommt die Last des Gebärens mit einem hübschen Kranzgeld versüßt.

Wer sein Herz öffnet wie der leidenschaftliche Lothar, dem wird es herausgerissen, wer nur seine Hose öffnet, dem blutet danach bloß die Brieftasche. Wer möchte man da sein?
Es ist nicht ganz leicht mit der Liebe heute, aber Liebe war schon immer ein Problem.

Veröffentlicht 04. August 2010, 10:32 von Nicander A. von Saage
Kommentare

muscat

04. August 2010, 09:47

Selbstbräunungscremetestkaninchen, ha ha!!

Recht ordentlich für den Anfang, kann ich da nur sagen. Danke!

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 09:57

http://malte-welding.com

Wobei ich ihn tatsächlich für einen großen Fußballer halte.

unellen

04. August 2010, 10:06

also der Lothar ist auch ein bischen selber schuld - wieso hat er sich nicht eine finanziell unabhängige Frau in seinem Alter gesucht? Die hätte solche Sperenzchen doch gar nicht nötig gehabt...

aber wenn man den Soziologen Glauben schenken mag, sind es angeblich immer die erfolgreichen, unabhängigen Frauen die ungefreit bleiben, wenn Mann für eine Beziehung auf Augenhöhe angeblich keine Eier in der Hose hat (apropos Eier und so: Ich verstehe bei den reichen Herren, die für die Freigabe eines Spermatropfens öfter mal viel Geld lassen nicht, was denn so schwer daran ist ein Latexhäubchen überzustülpen, wenn eine Vaterschaft unerwünscht ist).

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 10:19

http://malte-welding.com

@unellen

Haben Sie das Nachtstudio gesehen? Dort saß der Autor des Buchs "Ändern Sie Ihr Beuteschema!" Der sagt, dass erfolgreiche Frauen immer noch einen ökonomisch erfolgreicheren Mann heiraten wollen, dieser Markt sie jedoch naturgemäß reichlich schmal.

Die Frauen in der Runde sagten, Status spiele für sie keine Rolle.

Kondomgebrauch scheint bei Spitzensportlern als Option auszuscheiden. Muss wohl irgednetwas freudianisches sein, verschlingende Mutter oder so.

muscat

04. August 2010, 10:21

Nicander, also wirklich, Ronaldo ist eine überbezahlte Susi!

Toni Polster war ein großer Fußballer. Oder Andi Brehme. Oder meinetwegen auch Loddar.

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 10:33

http://malte-welding.com

Sind Sie Kölner oder Österreicher? Brehme würde ich heute noch für Gott halten, hätte er bloß nie den Mund aufgemacht. Am Anfang war das Wort und das Wort war Äh und es ward: Nix.

Kowalski

04. August 2010, 10:49

http://www.malakoffkowalski.de

TOO BIG TO FAIL!

muscat

04. August 2010, 11:19

Weder noch. Habe aber in den 80er/90er Jahren gern mit meinem Opa die Sportschau geguckt. Heute interessiert mich das irgendwie gar nicht mehr; da nehme ich so Gestalten wie Ronaldo & Co. nur noch bei Meisterschaften wahr, wenn überhaupt.

Lu

04. August 2010, 11:24

http://derbe.blogger.de

Danke, der war gut! (an dieser Stelle ein lustiger Smiley, blink blink)

Profimodell

04. August 2010, 11:40

Und die hier beschriebenen sind auch genau die Gründe, weshalb man als vernunftbegabter Mensch vermutlich nur in einem Zustand geistiger Umnachtung auf Beutefang 2.0 gehen würde... (gutgehende Ausnahmen bestätigen dann eher die Regel)

Beispiel skype: Wenn ich "princessa xy" als meinen nick festlege, habe ich es innerhalb von kürzester Zeit (wir sprechen hier von Minuten, nicht von Stunden!) mit etwa einem halben Dutzend Anfragen von spermateilungswilligen Vertretern v.a. des südeuropäischen und südamerikanischen Raums zu tun. Auf die Idee, dass sich hinter diesem Namen womöglich ihr geschlechtliches Äquivalent befindet, kommen die meisten gar nicht erst... (Selftest!)  

HansMeier555

04. August 2010, 11:49

Was macht eigentlich Joschka Fischer?

Booooster

04. August 2010, 11:57

Köstlich, wirklich köstlich. Vielen Dank!

Addliss

04. August 2010, 12:07

http://addliss.net/

Schade, dass dieser Artikel sich mit Boulevard-Themen auseinandersetzt, die nicht wirklich interessant sind. Lothars Lilliana? Ronaldos Balztaktiken? Ich hätte schon gedacht, es wird mit ernst zu nehmenden Beispielen zur Liebe/Partnerschaft gearbeitet. Sicher, ein bisschen Spaß muss sein, aber dabei leidet hier der restliche Inhalt. Es wird ziemlich dünn.

Ich bin trotzdem gespannt, was noch so kommt.

Filou

04. August 2010, 12:19

Und da kam ein Gott aus der Maschine?

Rosinante

04. August 2010, 12:39

Dieser Eintrag ist lustig und er hat auch Humor. Aber die Nähe zu den Herzblattgeschichten der FAS gibt's auch. Nur kommen die Pointen dort viel dichter. Man kann diese Kolumne nur nicht kommentieren. Gehört dies, wie häufig der verehrte Don Alphonso meint, zu dem Errungenschaften der Blog-Kultur? Ich frage ja nur.

colorcraze

04. August 2010, 12:57

"Es ist also im Grunde wie bei der Beziehungsanbahnung mittels Alkohol." Tja, vielleicht. Ich finde ja, daß dieser Weg über das Schriftliche eher mit den früheren Kontaktanzeigen im tip und sonstwo zu vergleichen ist - genauso mühsam und enttäuschend. So wirklich funktionieren tut doch nur sich zufällig in echt übern Weg laufen...

unellen

04. August 2010, 13:31

@Nicander: Sowas, und ich dachte immer dass Problem wäre eher, dass erfolgreiche Männer sich stets jüngere und weniger erfolgreichere Frauen suchen ;-)

...

ich denke Beides spielt im Endeffekt eine Rolle, genährt durch überholte Rollenklischees.

Um nochmal aufs Ausgangsthema zurückzukommen: In meinem Bekanntenkreis gibt es einige Paare, die sich per Online-Dating gefunden haben. Finde das an sich auch keine schlechte Sache, dass es am Niveau öfters krankt, da kann das Internet ja nichts für.

Vor etlichen Jahren, als Onlinedating noch nicht so üblich war ist eine Bekannte abends auf offener Straße auch mit "Ey, Du! Ficken?" angesprochen worden. Manche Leute waren auch damals schon so...

Schakal Gottes

04. August 2010, 13:34

Das Herz: Salon de Provence, gemeinsames Seifekaufen. Uni Bonn.

Kannte einen Diplomanten, der schrieb, Tanztheater sei besser als Sex auf hohem Niveau, den hat es dann in der "John contra Henry"-Falle erlegt.

Don, schau mal was mir grad ins Netz gegangen ist:

"Sex is one of the greatest gifts given to humankind, however it is often used in ways that can hurt and destroy a relationship, rather than create intimacy. When sex is used as a weapon, both parties of the relationship suffer. Both men and women can equally abuse sex and use it as a weapon against their partner. Women might be more likely to withhold sex when angry, frustrated, or disappointed while men are more likely to use sex as a way to resolve conflicts and issues."

www.planjam.com/.../stop-using-sex-as-a-weapon

sargnagel

04. August 2010, 13:43

@von Saage- eindeutiger Fall von Agonie -  und das nach einem Beitrag.

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 14:08

http://malte-welding.de

@profimodell

In der Regel sitzen dann zwei dreizehnjährige Jungs vor den Rechnern und machen sich gegenseitig was vor. Aber bewundern Sie nicht auch den Optimismus der Männer?

@adliss

Die beiden sind ja durchaus echt, das sollte man nicht vergessen.

@colorcraze

Mühsam ist es, aber es gilt das Motto des jüngsten Woody Allen-Films mit Larry David: Whatever works.

Sophia Amalie Antoinette Infinitesimalia

04. August 2010, 14:11

Colorcraze, haben Sie noch nie die UNZÄHLIGEN Erfolgsgeschichten auf den Seiten einschlägiger Partner-Finden-Portale gelesen? Lauter glücklich Paare, wenn man dem Glauben schenkte. Ich frage mich immer, ob die wohl wahr sind, nur ein bißchen gefälscht oder gleich frei erfunden?

nico

04. August 2010, 14:12

Der Mann identifiziert sich über seinen Beruf, die Frau über den Beruf des Mannes.

Es ist wissenschaftlich untersucht und erwiesen, daß die Frau sich nach dem Gelde und dem beruflichen Ansehen des Mannes ausrichtet - biologisch bedingt. Denn sie weiß um ihr beengten Zeitrahmen durch Kinderwunsch, Geburt etc. Sie muß sich bestmöglich verkaufen, um ihren Status zu sichern. Zur Familienplanung wählt sie daher lieber den mit gesichertem Einkommen, wenngleich unattraktiven Studienrat. Geht es um ihr Selbstwertgefühl, nun, dann doch eher den Beau, den Aufreißer, den Womanizer. Letztlich aber überwiegen wirtschaftliche Interessen.

Überzogener Geltungsdrang und verklärtes Anspruchsdenken ist die Grundlage dieser Erscheinungsformen. Nicht nur im Netz, man lese Kontaktanzeigen der Printmedien in FAZ, Südd. etc.

Credo: Ist genug Geld vorhanden, spricht man irgendwann von Liebe.

Marvin

04. August 2010, 14:15

http://marvinrunning.blogspot.com

Gibt es wirklich Kaninchen, die Selbstbräunungscreme testen? Müssten die nicht vorher noch eine Enthaarungscreme testen? Hinterher könnte man sie dann Solariums-Goldbroiler Dr. Strunz als kongeniales Schmusetier vermachen. Vielleicht vorher noch Vorfuß-Hoppeln beibringen.

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 14:18

http://malte-welding.com

Ich habe als Kind jedenfalls einmal Kaninchen gesehen, die Augentropfen testen.

Lassen Sie es mich so sagen: Selbstbräunungscreme ist vermutlich erträglicher.

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 14:22

http://malte-welding.com

@unellen

Da schwingt mit, Männer würden sich gezielt weniger erfolgreiche Frauen aussuchen. Ich denke, davon kann nicht die Rede sein. Die Regeln der Anziehung sind ungeheuer anarchisch, aber am ehesten gilt immer noch: "Gleich und gleich gesellt sich gern".

Wobei diese Regel natürlich verschweigt, WAS gleich sein sollte, man trifft ja so selten auf Klone.

Un dproblematisch finde ich nicht die Anbahnung über da sNetz, problematisch finde ich, dass immer mehr Leute gar nicht wissen, wie man ohne den Sicherheitsabstand einer DSL-Leitung Menschen kennenlernt.

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 14:30

http://malte-welding.com

@Nico

Ganz so erwiesen ist das nicht.

Beispielsweise die Studie "Fatter attraction: anthropometric and socioeconomic characteristics in the marriage market" legt solche Schlüsse nahe, aber aus ihr geht auch hervor, dass man zehn Kilo Körpergewicht durch ein um ein Prozent höheres Gehalt ausgleichen kann.

Bei einem Gehalt von 3060 Euro könnte man dann schon zwanzig Kilo mehr wiegen als sein Nebenbuhler. Traue nie einer Studie von Wirtschaftswissenschaftlern, sie könnten dir einen Verbraucherkredit aufschwatzen wollen.

V

04. August 2010, 14:30

Hhm... nach einer kurzen Einleitung mit Bezug zum Thema des Blogs kamen eigentlich nur noch platte Witze, die ich hier nicht erwartet habe. Bedauerlicherweise lassen sich auch bereits einige Kommentatoren zu Flachheiten in Vulgärsprache hinreissen. Schade.

muscat

04. August 2010, 14:35

nico, seit der Steinzeit hat sich demnach also nichts geändert. Doch wie erklärt man sich dann die aktuellen Scheidungsraten?

anekdötchens

04. August 2010, 14:41

Eine in diesem Zusammenhang zu meditierende Begebenheit: Die Mutter eines Kollegen meines Mannes, Ende 40 und fünf Söhne von denen der letzte heuer Fachabitur machen soll, hat neulich ihren Mann verlassen und den Verkauf des gerade abbezahlten Reihenhäuschens veranlasst, um sich mit dem, im Süden des Landes wohnenden alleinerziehenden Oberarztes der örtl. Notaufnahme zu liieren, den sie nur aus dem Internet kennt. Die Wetten laufen...

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 14:52

http://malte-welding.com

@anekdötchens

Nur aus dem Internet? Da würde ich gerne mitwetten.

unellen

04. August 2010, 15:03

@Nico: "Es ist wissenschaftlich untersucht und erwiesen"

Haha, Sie glauben diesen Evolutions-Biologismus-Unsinn also wirklich? Mein herzliches Beileid.

Stellen Sie sich mal vor, es soll sogar Frauen geben, die ihre Brötchen selber verdienen. UND die sich über ihren Beruf identifizieren.

Habe ich so munkeln hören.

@Nico: "Traue nie einer Studie von Wirtschaftswissenschaftlern, sie könnten dir einen Verbraucherkredit aufschwatzen wollen."

Yes

"Beispielsweise die Studie "Fatter attraction: anthropometric and socioeconomic characteristics in the marriage market" legt solche Schlüsse nahe, aber aus ihr geht auch hervor, dass man zehn Kilo Körpergewicht durch ein um ein Prozent höheres Gehalt ausgleichen kann."

Gilt das auch für Frauen? Wenn ja, geh ich mir gleich mal fünf Kilo Schokolade kaufen...  Angel

@V: Für die Vulgärsprache bitte ich vielmals um Verzeihung, aber es hat sich wirklich so zugetragen.

anekdötchens

04. August 2010, 15:11

Nur aus dem Internet!  Können aus rechtlichne Gründen leider keine online-Wetten annehmen, und der Kollege ist aufgelöst

Addliss

04. August 2010, 15:12

http://addliss.net/

@Nicander A. von Saage

Ich habe nicht vergessen, dass die Beispiele echt sind. Aber macht es das besser?

Lothar Matthäus und auch Cristiano Ronaldo sind nur zwei Auswahlbeispiele, die noch keinen Aussage auf irgendwelche generellen gesellschaftlichen Veränderungen zulassen. Dümmliche Fußballstars, die Frauen abschleppen, die ihrerseits hauptsächlich wegen des Geldes mitmachen, sind keine Neuheit. Außerdem sagt es auch wenig in Bezug auf Internetbekanntschaften aus. Ich sehe noch nicht, dass diese Aussage gerechtfertigt wäre:

"Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich in wenigen Jahren niemand mehr erinnern wird, wie er denn an Liebespartner kam, als er sich noch nicht bei Facebook einloggen konnte."

Dazu bräuchte es schon einschlägigere Beispiele.

Verstehen Sie mich nicht falsch (oder darf ich duzen - Sie dürfen jedenfalls!), doch mir kommt der Beitrag inhaltslos vor. Ich mag den Schreibstil, doch es dreht sich alles darum, die Skurrilität von Matthäus und Ronaldo zu beschreiben, um das unverständlicherweise mit dem Internet und Partnerbörsen zu verbinden.

Xeronimo

04. August 2010, 15:24

http://xeronimo.tumblr.com

Sehr gelungener Artikel! Macht doch immer noch Freude auch im Netz Qualität zu lesen :)

Gibt's hier keinen Flattr-Knopf?

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 15:28

http://malte-welding.com

Mir ist in den Kommentaren gar keine Vulgärsprache aufgefallen, aber vielleicht war ich auch zu lange im Netz.

Ich habe mich im vergangenen Jahr manchmal auf Gossipportalen aufgehalten, weil ich Belege für die These gesucht habe, dass Berühmtheiten besonders arg angegangen (und nicht etwa verehrt) werden. Seitdem fiele mir nicht mal mehr die Sprache in einer Seeräuberspelunke negativ auf.

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 15:36

http://malte-welding.com

@adliss

Das stimmt natürlich, zwei (und dazu noch ungewöhnliche) Beispiele machen noch keinen Trend.

Ich werde das Bild mit den nächsten Beiträgen weiter ausmalen und wenn es dann noch kahle Stellen gibt, habe ich etwas falsch gemacht. Es wird hier darum gehen, gesellschftliche Thesen nach und nach auszubreiten, ohne dabei in die Sprache von Seminararbeiten abzugleiten. Das wäre klarer, einfacher (für mich), aber eher kein Vergnügen.

HansMeier555

04. August 2010, 15:37

Auch im Kino gibt es keine Romantik mehr, was reifere Zuschauer beklagen.

.

www.nytimes.com/.../04dowd.html

.

Die Liebe ist ein fernes Land...

V

04. August 2010, 15:42

@unellen.

Wie bereits auch schon Addliss und Rosinante bemerkten, werden die 'Stützen der Gesellschaft' hier möglicherweise (bewusst?) aufs Glatteis geführt.

Wir sollten m.E. dignitas et gravitas wahren und verbindlich lächelnd die nächste Tasse Tee anbieten. Darf ich einschenken?

nico

04. August 2010, 15:50

Diese Studie, die ich las, deckt sich aber nunmal mit eigenen ausgiebigen Erfahrungen und denen aus dem Freundeskreis. Trauen tu ich der Studie, die ich selbst anfertigte. Und das ist die Lebenserfahrung. Und ich beklage diese Rollenverteilung überhaupt nicht - im Gegenteil. Man weiß, woran man ist. Und letztlich stehen die meisten Frauen ja doch auf Macher. Es ist nun mal so.

Ein anderes Grundproblem überhaupt ist, daß nicht richtig gelesen und verstanden wird. Es geht doch um die Balz, oder nicht. Und nicht um Frauen, die nicht ihr eigenes Geld verdienen wollen, sich identifizieren undundund, sondern was die Menschen tun, um den anderen zu beeindrucken, an den Haken zu kriegen, wie sie sich verkaufen, und bisweilen prostituieren.

.

Und Scheidungsraten resultieren eben aus dem Blendwerk, dem man anheim fiel.

.

@Nicander A. von Saage, ein % mehr, 3600€, 20KG mehr...ist recht unpräzise. Sie meinen doch wohl, umso mehr Kohle, dest fetter darf er sein. Und oft ist das ja die Realität.

Recht gebe ich Ihnen mit der Anbahnugsrealität, die wohl ohne Netz immer weniger zu funktionieren scheint. Wie auch. Junge Leute nur noch voll verkabelt oder mit Handy bewaffnet, ipods im Ohr etc. Auch ein Sicherheitsabstand. Und allgemein immer mehr Medienverdummung.

Addliss

04. August 2010, 16:00

http://addliss.net/

@Nicander A. von Saage

Nun, dann möchte ich mich geduldig geben und vertage meine Kritik. :)

Eine Maid

04. August 2010, 16:09

Ich wollte nur einmal anmerken, Herr von Saage, dass mir Ihr Sprachstil unglaublich gut gefällt! Sehr spritzig, sehr amüsant. Und sehr zu beneiden.

Es ist fast schon eine Schande, dieses sprachliche Können einem so nebensächlichen und öden Thema zu widmen.

tiberiat

04. August 2010, 16:13

Wer das ganze Elend der heutigen Menschen verstehen will braucht sich nur ihre Vergnügungen anzuschauen.

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 16:19

http://malte-welding.com

@Eine Maid

Was genau ist nebensächlich - Liliana oder die Liebe?

unellen

04. August 2010, 16:20

@nico: "Man weiß, woran man ist. Und letztlich stehen die meisten Frauen ja doch auf Macher. Es ist nun mal so."

Ähm: nein. (In meinem Bekanntenkreis ist das übrigens überhaupt nicht so, was natürlich keinerlei allgemeingültige Bedeutung hat).

Übrigens könnten sich einige Frauen durch solche statements durchaus persönlich angegriffen fühlen, nur so als zarter Hinweis...

Ich persönlich glaube übrigens eher, dass die Scheidungsraten hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass die Leute an Klischees glauben oder sich ihnen selbst zu sehr unterordnen und hinterher das böse Erwachen kommt, wenn sich das Gegenüber dann doch anders verhält oder man selbst merkt, dass man dem Klischee nicht mehr entsprichen will.

Die Leute wären weitaus besser dran nicht nach der "Sie ist eine Frau und muss deshalb so und so gepolt sein" bzw. "Er ist ein Mann und wird sich deswegen so und so verhalten"-Strategie zu verfahren, sondern das Gegenüber ganz einfach als Mensch mit ganz individuellen Eigenheiten wahrzunehmen.

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 16:28

http://malte-welding.com

@unellen, @Nico

Die Scheidungraten sind übrigens gar nicht so hoch, was hoch ist, das ist die Rate derjenigen, die gar nicht erst heiraten.

unellen

04. August 2010, 16:39

@Nicander: Ich kanns ja auch irgendwie verstehen, dass viele Leute gar nicht erst mehr heiraten - die Vorstellung lebenslanger Monogamie IST für viele Menschen nur schwer vorstellbar; sie wurde ja auch früher nur unter gesellschaftlichem Druch so sehr aufrechterhalten.

Joschka Fischer

04. August 2010, 16:53

HansMeier555, meinen Sie privat? Und warum interessiert Sie das? Lassen Sie mich fragen: Was macht eigentlich HansMeier?

Inge

04. August 2010, 17:04

V ja bitte gerne

Schakal Gottes

04. August 2010, 17:04

„Deren [weibliche Identität] habe ich zwei gravierende entdeckt, die ich nach ihren jeweiligen mythischen Vorbildern Medea und Elektra nennen möchte. Frauen des Medea-Typs sind Mutter-Töchter. Frauen des Vater-Typs sind Vater-Töchter. [...] Diese Art der patriarschalen Familiengründung – Entführung der blutjungen und dem Manne nicht zustehen Braut [Medea] mit anschließender Entjungferung ...“ Aliti: „Die wilde Frau“, 1993, Seite 127+130

muscat

04. August 2010, 17:06

unellen, Frauen stehen auf Macher. Und Männer stehen auf blonde Haare und schöne große... Augen. Aber keiner hat anscheinend gelernt, die A****backen zusammenzukneifen, wenn "Mr. Macher" oder "Mrs. blond+blauäugig" nicht mehr "performt". Deshalb die unvermindert hohen Scheidungsraten (oder Singlehaushalte, je nachdem).

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 17:24

http://malte-welding.com

@muscat

Wenn Männer auf blonde Haare stehen, dann müsste mir mal jemand die Existenz von Asiaten, Afrikanern, amerikanischen Ureinwohnern und Angelina Jolie erklären.

Und in meiner Schulklasse kamen die Kiffer gut an (dazu hätte ich übrigens noch eine biologistische Erklärung im Gepäck, aber ich will mich nicht vordrängen).

X-Chromosom

04. August 2010, 17:24

@ colorcraze - die Kontaktanzeigen im Tip, also die hatten doch was! Zumindest bereiteten Sie Lesefreude. Aber weshalb schreiben, wenn die nächste Kneipe um die Ecke wartet.

@nico - zum Teil richtig - lesen Sie Schwanitz, dann kommen Sie weiter.

@unellen - Sie sprechen vom sogenannten" Lewinsky-Effekt". Clinton, unfähig, dem Cinderella-Appeal zu widerstehen, sah sich als Prinz und mußte sie zu sich emporheben. Das sind die sogenannten Schlüsselreize, auf die Männer wie Bill immer wieder abfahren. Schön, daß die diverse Anzahl der Geliebten diesem Typ Mann später immer wieder die Hölle heiß macht.

Aber ich kann Sie beruhigen. Das Y-Chromosom hat -  Repro-Medizin hin oder her, ohnehin keine Überlebenschancen mehr. Die Zukunft kann nur weiblich sein!

@ Hans Meier555:  e-mail for you! Und jetzt schreiben Sie postwendend wie Meg an den großen Unbekannten: "Ich liebe Margariten"..................

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 17:25

http://malte-welding.com

@unellen

Ehe und lebenslange Treue sind ja auch noch einmal zwei Paar Schuhe. Mindestens.

airforceonefürdich

04. August 2010, 17:29

BP

Holly01

04. August 2010, 17:59

Die Fun-Generation konsumiert nun einmal. Wenn die wenigen Regeln eingehalten konsumiert man sich gegenseitig.

Ich kann den Vorteil von Eheanbahnungen im 30.000 Seelendorf zwischen den Probanten, welche sich seit dem Kindergarten kennen und zum Feuerwehrball ganz gross rauskommen nicht vorteilhafter finden, nur eingeschränkter.

Wem der Text und Inhalt zu peinlich oder zu flach ist : man muss nicht antworten. Sucht euch etwas anderes zum drüber schreiben und nervt den Rest nicht.

Keiner muss, jeder kann .... nicht nur beim Sex.

Neeee Bloggen und Sex sind schon unterschiedlich .... aber safer als online kann Sex nicht sein.

HansMeier555

04. August 2010, 18:31

Erinnert sich noch jemand an die Vorgeschichte des Bundeswehreinsetzes in ... Mazedonien? Mit dem Radfahrer und der Scheidungsanwältin auf Mallorca? Es waren selige Zeiten.

Nicander A. von Saage

04. August 2010, 18:40

@HansMeier555

Ich werde mich jetzt erst einmal auf die Suche nach einem Lubitsch-Film begeben. Dann erst erinnnere ich mich an unseren baden gegangenen Ex-Beinahe-Kanzler.

Vatertag in Hamburg

04. August 2010, 19:30

@ x-Chromosom:

Der dazugehörige Text heißt „Gehe hin zur Ameise“. Warum soll eine Mutter lesen können?

1. Ganz schlechte Reaktionszeit

2. Frage wurde bei Don Alphonso schon beantwortet

3. Die Verneinung des weiblichen Interesses am Koitus ist das Grundübel. Wenn ihr Vibratoren oder Doppeldingsdas vorzieht: Seid ihr krank!

4. Kenne Lesben die nie zu Hause sind, außer es läuft Männer-Fußball....

Vatertag in Hamburg

(Das Original ist nicht von mir)

Mein Kollege war herzensguter Mensch, aus Bremen, eigentlich Gerüstbauer.

Also: Er und ich hatten mal wieder den Superjob abgegriffen:

Sex-Roboter verpacken.

Irgendwann: Reklamation, Kundin schickt Roboter mit Defekt zurück.

Wie auch immer, einige Zeit später: Nochmal eine Reklamation.

Problem: Die selbe Kundin.

Und: Der Vorgang wiederholt sich.

Irgendwann mein Kollege:

Okay, verpacke mich in der Karton.

Ey Kai, das ist der totale Wahnsinn, tue es nicht.

Ich bin der Frauenversteher. Ich mach das!

Und: Keine Reklamation (laut Originaltext)

(Es scheint Frauen zu geben, die rauhe Hände mögen)

Die Hölle oder doch nur die Offenbarung?

An den Mauern eines Klosters nördlich des Wasserkreuzes über die Elbe öffnen die MusikerInnen eines Orchesters ihre Koffer.

Soweit alles ganz harmlos.

Plötzlich heißt es: Hochschule für Schiffbau Stockholm. Stockholm, Du Verlockende?

Trompeten erklingen. Vier Mädchen schleppen Matrosen ab, die vierte bekommt eine Matrosin, es gibt Streit. Sehr schön.

(Haha, es gibt auch Mädchen, die keine Steckspiele mögen. – So? Ich glaube einfach, die mögen keine Männer im Bett, wofür man ja sogar Verständnis haben könnte – Es gibt auch Frauen, neben denen ich nicht aufwachen möchte!)

Nach einem weiteren Musikstück folgt der Tanz der Ägypter. Super!!! (Den führe ich auch immer auf, wenn jemand fragt, womit ich mein Geld verdiene.)

Dein Ex-Chef: Ich bin Minos, König der Kreten: Siehst Du nicht: Ich wache über die Hölle!

Fremdling

04. August 2010, 19:55

Ich habe diesen Blog jetzt aus meinen Bookmarks entfernt. Es scheint eine geschlossene Gesellschaft zu sein, meine Kommentare werden nicht freigeschaltet.

schusch

04. August 2010, 20:20

Da ja in dem Blogpost zur Eröffnung das Fußball-Tabu ja schon gebrochen wurde: Ich finde das Kommentarverhalten hier ja etwas haupttribünenhaft.

colorcraze

04. August 2010, 20:23

@SophiaInfinitesimalia: ja was sollen sie denn auch anderes behaupten- der Winzer sagt, Wein hält gesund, die Teepflückerin behauptet das gleiche vom Tee... Eine Mitstudentin erzählte mal, ihre Eltern hätten sich per Kontaktanzeige kennengelernt und wären seinerzeit als „unser erstes Paar“ von der Zeitschrift beglückwünscht worden. Also geben tuts sowas schon. Wieviel, ist Betriebsgeheimnis.

@unellen: aha, Sie kennen immerhin welche. Dann sind Sie schonmal näher dran am Thema als ich! Denn für mich sind solche Präliminarien nichts. Wenn am ersten Eindruck nicht Nase, Auge und Ohr beteiligt sind, ist mir der Weg zur Erotik einfach zu weit. Schreiben und Bilder sind erst was für danach.

Vatertag in Hamburg

04. August 2010, 20:28

Minos, König der Kreten!!!!!!!

Es gibt die deutsche Version, die ein "Kind mit einem angeborenen Myxödem" diagnostiziert. Langer Name!

Franzosen tun sich da leichter, die sagens in einem Wort : Kretin - pardon aber es mußte sein!

Finito

buntesbärsident

04. August 2010, 23:02

mfg amn den oberiindianer

Filou

04. August 2010, 23:09

Wie colorcraze schon sagte; jeder behauptete 'was. Die Normannen behaupten Calvados diene der Gesundheit. Mein Hausarzt behauptet das Gegenteil. Das ich es besser weiss, interessiert ihn nicht.

.

Und was das Balzen im Internet betrifft: Ich kenne einige Leute, die es ueber Anzeigen (frueher) oder Internet (heutzutage)  machten. Alle Ehen haben bis jetzt gehalten. Wahrscheinlich weil sie wussten, es ist die allerletzte Chance oder die, ueberhaupt, die einzige.

.

Im Uebrigen finde ich das Thema sehr interessant, bedaure lediglich die verbiesterte Haltung verschiedener Kommentator(Innen). Man muesste eigentlich begriffen haben, dass das Verhaeltnis von Mann und Frau NUR etwas mit Kommoedie zu tun hat. Ein Bubenstueck, bei dem jeder jede auf's liebevollste im Sinne einer unbegreiflichen hoeheren Idee auszutricksen versucht. Am Ende liegt man sich wieder mal ermattet in den Armen, weil die Partie schon wieder Remis auslief. Es gibt da weder Sieger noch Verlierer. Jeder und jede, die sich als Gewinner fuehlt, beluegt sich. Wer sich fruehzeitig damit beschaeftigte, die oder den ins Heu zu schleppen, weiss doch wie raffiniert die Taktiken waren. Diese nette Form des Beschiss' bleibt bis zum Ende, macht Spass-und das Leben schoen.

unellen

05. August 2010, 08:33

@Filou: "nette Form des Beschiss" find ich gut :-) Ich habe ja auch gegen ein bischen nett gemachte Balz nichts einzuwenden, solange man wie oben schon dargelegt hinter dem genormten Balzverhalten den Menschen dahinter nicht vergisst.

@muscat: Also das stimmt wirklich nicht, ich zum Beispiel kann Männer mit überhöhtem Macherego überhaupt nicht ausstehen, ich ziehe einen sensiblen und selbstironischen, im Zweifel an sich zweifelnden selbstreflektierten Neurotiker in jedem Fall vor (die Geldfrage ist mir egal, Geld verdiene ich schließlich selber, da brauche ich keinen Mann für). Und mein Mann fühlt sich von Blondinen, blauen Augen und großem Vorbau überhaupt nicht angezogen (was ja auch gut ist, verfüge ich schließlich über keines dieser Attribute).

@X-Chromoson: also ich spreche bestimmt nicht vom Lewinsky-Effekt. Finde es übrigens auch immer bemerkenswert, wieviel Quatsch an diesem einen Fall (hallo, Statistik?!) abgelesen wird.

@Vatertag in Hamburg: "Die Verneinung des weiblichen Interesses am Koitus ist das Grundübel. Wenn ihr Vibratoren oder Doppeldingsdas vorzieht: Seid ihr krank!"

Tjaaaa, es gibt leider nicht wenige Männe, die meinen dass rein-raus für die Frauen das höchste Vergnügen sein muss... einfach mal mit der weiblichen Anatomie auseinandersetzen, bedenkt man die Klitoris mit der ihr gebührenden Aufmerksamkeit, klappts vielleicht auch besser mit dem Koitus. Oder vielleicht mal die Scheu vor dem Vibrator überwinden und der Bettgefährtin mit so einem Gerät zusätzliche Freuden bereiten, ganz nach dem Motto "Mal schauen ob Du multiple Orgasmen haben kannst" ;-)

mosse

05. August 2010, 09:18

super!

claudia

05. August 2010, 09:23

ich war (und bin weiter) neugierig auf diesen blog und habe den beitrag sehr gern und mit spannung gelesen; man taumelt etwas durch jahrhunderte, medien, ereignisse, silikon und blutende brieftaschen ...

gut tut es da, so einfache "klippen" im text zu finden wie "nicht ganz leicht mit der Liebe heute" ... so isset wohl. und weil jeder am ende eben doch, wie Herr von Saage saagt, mit seiner liebe ganz schön einsam ist, sucht er das netz und plätschert ein bißchen im web ...

schön, dass es das gibt und dass man ab und zu auf einen gedanken stößt! glückwunsch!

Anna

05. August 2010, 11:00

Was ein erfrischender Schreibstil, Herr von Saage! "Me you fuck fuck" - ist das der Beginn der Kreolisierung des Englischen oder ist das schon Esperanto? Das würde mich interessieren.

Filou

05. August 2010, 11:34

@unellen, in einer Zweierbeziehung sind Ziele und die Wege dorthin sehr unterschiedlich. Gegenseitige Manipulation bis ins Ziel ist ein MUSS. Am Ende trifft man sich, als waere es verabredet, auf der Waldlichtung und tut sehr erstaunt ueber das zufaellige Zusammentreffen. Jeder weiss, dass es nicht zufaellig war, haelt aber klugerweise die Klappe. Fliessende Uebergaenge...

Das Verhaeltnis von Mensch zu Katze entpricht dem von Frau zu Mann.

Katzenliebhaber wissen das. Katzen werden mit diesem Wissen geboren. Frauen uebrigens auch.

Filou

05. August 2010, 11:53

Kleines Intermezzo zum Thema:

www.youtube.com/watch

Ich teile seine Meinung uebrigens NICHT.

Nicander A. von Saage

05. August 2010, 12:25

http://malte-welding.com

@Anna

Da Cristiano Ronaldo viele Jahre lang in England Fußball gespielt hat, streiten sich die großen Geister darüber, ob dieser Satz Beleg dafür ist, dass Ronaldo zu lange am Kopfballpendel trainiert har oder eben dafür, dass die Geschichte eine reine Erfindung ist. Ich halte sie für erfunden, aber wahr.

ilnonno

05. August 2010, 14:46

So neu ist die Ronaldosche Eröffnung aber nicht. Da gab es doch die Geschichte mit den 100 Frauen.

muscat

05. August 2010, 15:23

unellen, mir müssen Sie das nicht sagen. Dem nico aber vielleicht.

Neurotiker kann ich übrigens nicht empfehlen. Davon gibt es einfach zu viele.

Candidatus Molitor univ. et semp. viv.

05. August 2010, 17:29

EW hochwohlgeborener Don Alphonso, halten zu Gnaden Ewrer stiluebergreifender, auch in Maszen wohlgesinneter cyber-Sex Articul scheiynt awerst an der harten Würklickkeyt um Meilen derer mündestens vorbey-schoszen zu seyn. Derer die den verseduciereten Maegdelyn ain Krantzgeld auslobeten, seynd maenniglich gar nit mehr zu finden. Mir duenckett etlicher Derer und auch meherer haendt sich hinter  der Berge Sieben plus verduftet, so nun stünden do mit leeren Haendt & ohn Hemdlin der Maegdelin und gueten Frawen ville, der verlorn innocentia Ersterer ungedencket, der Kindlein, in absentio deren Vaetter & Erzeuger & genitores, ueberlassenen dolores et faim schreyet gen cielo. Der leges seynd dero ville zu dero protectio awerst gäntzlich ohn Taug.

Sintemalen nun, es wird ja nit ungemeldt & ungerochen unter den liben Maegdelin und willigen Frawen bleiwen, dass hier nunmehr gar der grossen Not ain Endt gsetzt werden musz, allenthalben schreyets & ruefets nach wohlloeblichen receptures und der exemplum ville.. Wo kaemen im Staate, in der Oecomia & der geselige Umgang hin, so diesze Uebelstaend sich zu einem Megalum auswuechseten sollten? Die Gubernatores moegen da nit noch mehr Umstaend machen, es bedarf da gaentzlich alternativer Regulatorien, welcher Art daderfor angezeyget seynd , dasz bleiwet fueglich einer andern Zeytung vom Signateur obigen Angedenkens aussen vorbehalten. Der Annonces seynd ville, denn gar ueberal herrschet Lueg & Trug im Net, so egoetzt Euch anitzo an dero Kurzweil des hochwohloeblichen publico anhiero anbefohlen sey nachstehendes fundamentum.

www.radiovaticana.org/.../nuntii

Denn es werden erst der neugierigen reactiones deren mehrerer des werten Herrn D.A. amicis & geneigeter lectores abgewartet so des Newen, als da kommen moege, Ihrer kund und zu wissen getan seyn sollet.

Ewrer dero imerseyender semper Wohlgesinneter & obgenannter Serviteur, Bonvivant etc. pp.

Vatertag

05. August 2010, 17:34

@unellen: Kritikpunkt ist berechtigt. Gestern nochmal bei Doc Schnabl dazu nachgeschlagen: Er (Mann) hält den Übergang von k.O zum v.O. für trainierbar. Siehe auch Spiegel Online dazu, war vor kurzem ein Bericht dazu zu.

Klar, wenn ich lese frau braucht 20min, dass schafft dann nicht mehr jeder Typ.

Okay, ich habe bisher offenbar immer nur "Männer im Körper einer Frau" im Bett gehabt.

PS: Doch, mutiple Os würde ich auch gern können :-(

Don Alphonso

05. August 2010, 18:37

Candidatus Molitor univ. et semp. viv., halten zu Gnaden, der ehr=wüerdig Verfasser des allhier zu bestaunenden Epsistulums ist nicht der Servus indignus meyner Persona, sondern eyn andrer aus dem hochverehrten Collegium.

egghat

05. August 2010, 19:17

http://egghat.blogspot.com

"Ronaldo nun eine Samenbank eröffnen, er wäre recht bald too big too fail"

Das an sich war schon herrlich.

Aber noch wichtiger natürlich, dass ich jetzt nicht mehr sterben werde, ohne die wahrlich grandiose Ronaldo "Anmache"  zu kennen.

egghat

05. August 2010, 19:18

http://egghat.blogspot.com

Im zweiten "too" ist übrigens ein o zu wenig (ist mir auch schon x-mal passiert)

Nicander A. von Saage

05. August 2010, 19:39

@egghat

Zu viel sogar. Vielen Dank!

Candidatus Molitor univ. et semp. viv

05. August 2010, 19:56

so sey Euch Danck vermeldt, selbger wird gewiszlich von selbigen problemata gestrifen seyndt. So er, was allhier das versammlete hochwohllöbliche publico 6 wertes collegio anhiero strengstens erwaeget & allzeyt erhoffet. Wird doch nit der Beelzebub seyn selbiger? Sondern eyn ehrbahrer Netzhalter & maenniglicher profunder Balzierer seyn.

Nicander A. von Saage

05. August 2010, 20:05

@Candidatus Molitor univ. et semp. viv

Hochverehrter Bereicherer dieses Kommentarstrangs!

Sind Sie leibhaftig durch die Zeit gereist oder gibt es einen Internetkurs: Barock-Deutsch, von dem ich nichts weiß?

X--Chromosom

05. August 2010, 20:08

Don Alphonso, spulen Sie doch Ihre Manierismen wieder in Ihrem "inner circle" ab, auch wenn die Semesterferien oder was auch immer Sie davon abhalten. Ich bin sicher, Faznet bedankt sich bei Ihnen.

Im Übrigen haben wir gestern so ca 30 % der mittelmäßigen Ergüsse (auch aus dem Internet) gelesen und was soll ich Ihnen sagen: Mein Zwerchfell hat heute noch Muskelkater. Monsieur le Professeur und ich brauchen uns nur anzusehen und ein oder zwei Worte auszusprechen - ich pruste nicht los, es tut einfach noch zu weh von gestern!

Aber wenn die brachialen Gefühle hereinbrechen, werden Worte schal und profan - "nenn mich..........."............bitte, es reicht, ich mag nicht mehr lachen!

Im Übrigen, Sie interessieren mich nicht und meine Zeit ist einfach zu kostbar, um sie mit solchen Nichtigkeiten wie Bloggern, die um jeden Zugriff bangen müssen, zu verschludern!

Le Professeur, was sagtest Du wieder sind Blogger?

Hoho - gut gebrüllt Löwe! In der Tat - und Du bist auch dafür?

Genau, dann endgültig: "Klappe zu - Affe tot"!

Wir bleiben bodenständig. Noch ein Weizen Professor?

Filou

05. August 2010, 22:45

@X--Chromosom, koennen Sie das eventuell in eine verstaendliche Aussage umformulieren?

colorcraze

05. August 2010, 23:05

Ich begebe mich jetzt mal auf die von schusch angesprochene Haupttribüne und murmle mal vor mich hin, daß mich erst Filou und der ehrenwerte Cand. Molitor etwas erheitern konnten.

schusch

05. August 2010, 23:13

Dem Candidatus sey dafür zu halten, er es verstehen mag, zur allgemeynen Belustigung seyn Sprachwerk zu verrichten schafft.

X--Chromosom

06. August 2010, 00:01

Filou - Sie sind so schlau - was an meiner Aussage verstehen Sie nun nicht? Sie bringen mich - wie üblich - in Zweifel!

Filou

06. August 2010, 01:39

@X--Chromosom, so dumm bin ich nun mal. Ich mag zusammenhaengende Gedanken in gut formulierten Saetzen. Mit Ausnahmen natuerlich: wenn ich den Dichter kennte-und seine sprachlichen Marotten.

Victor

06. August 2010, 09:26

Nur mal aus Neugierde: Wie hieß eigentlich das besagte römische Traumpaar?

Nicander A. von Saage

06. August 2010, 09:54

Das kann ich leider nicht sagen, ich erinnere mich nur noch an die Geschichte, aber Details stehen mir leider nicht mehr zur Verfügung.

El pequeno marinero

06. August 2010, 12:28

@x-Chromsom: Die alten Kulturen haben das so geregelt: Da mußte ein neugeborenes Eskimomädchen dann halt eine Nacht draussen schlafen. Da ganze heißt femizid und das klingt bei der Tintanic schon nach dem jetzt unvermeidbaren Suizid.

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