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Ding und Dinglichkeit

Nachruf auf ein zivilisiertes Licht: Die Glühlampe

22. August 2009, 13:25 Uhr

Die gute Nachricht vorweg: Taschenlampenbirnchen sind weiterhin erhältlich, auch Reflektorbirnen und vorerst auch klare Glühbirnen. Aber die übliche matte Glühbirne wird, zumindest EU-weit, demnächst aussterben. Höchste Zeit also, diesem so unauffälligen Alltagsding einen Nachruf zu widmen, denn zu ihrer Zeit war die Glühbirne als erstes Licht ohne Flamme nichts weniger als eine Sensation. Sie platzte in eine Welt, in der Theaterbesucher regelmäßig über Kopfschmerzen klagten, weil die Gaslichter zu viel Sauerstoff verbrauchten. Heiß wurde es auch, und zwar bis zu 38 Grad in den oberen Rängen, denn damals war es noch nicht üblich, den Zuschauerraum zu Beginn der Vorstellung zu verdunkeln. Bei der Verbrennung von Gas entstehen Ammoniak und Schwefel, Ölgemälde werden schwarz, Metall wird matt, und besonders gesundheitsfördernd ist das alles auch nicht.

Dazu kommt, daß viele Farben im Gaslicht häßlich ausbleichen. Die schönsten bunten Abendroben der Damen vergrauen, was übrigens zum Aufstieg der synthetischen Farbstoffe und der chemischen Werke wie etwa der "Rotfabrik", der Höchster Farbwerke führte. Deren Aldehydgrün war das erste, das auch bei Gasbeleuchtung grün blieb, die französische Kaiserin Eugénie war begeisterte Kundin und erstes Testimonial und das Unternehmen wurde dadurch groß.

Kurz: Das Gaslicht hatte keinen besonders guten Ruf. Also setzte sich einer hin und bemühte sich, Abhilfe zu schaffen. "Edisons großes Projekt: Herstellung nicht eines besonders großen oder blendenden, sondern eines kleinen Lichts, das so sanft wie Gaslicht ist" lautete das Mission Statement, das der Glühlampenpionier in sein Notizbuch schrieb. Das große blendende elektrische Licht war nämlich schon erfunden: Das Bogenlicht, mit dem man seit etwa 1850 wunderbar Großbaustellen oder Kriegsschauplätze illuminieren konnte, das sich für den zivilien, innerhäuslichen Einsatz jedoch nicht eignete. Wenn Madame am Abend zu lesen oder stricken beliebte, geschah das üblicherweise noch am Öllämpchen oder der Argandlampe, deren Licht man behaglicher fand als die Gasflamme.

1881 stellte Edison seine Kohlefadenglühlampe auf der Pariser Elektrizitätsausstellung vor, die nach einigen Schwierigkeiten kurz vor Ausstellungsschluß dann doch noch funktionierte. Die Berichterstatter waren begeistert: Ruhig, hell und "irgendwie zivilisiert" fand man das Glühlampenlicht, es überfordere zudem die Netzhaut nicht. "Hier ist kein Flackern", schrieb die Gartenlaube, "nicht das mindeste Geräusch vernimmt man; keine Hitze verspürt man in den Salons, nur eine außerordentlich behagliche reine Luft; dazu kommt noch das angenehm belebende Colorit des kleinen Glühlichtbogens: wahrlich, wir haben hier fast das "Ideal der Beleuchtung" vor uns."

Das, was auf soviel Enthusiasmus stieß ob seiner zivilisierten Leuchtkraft, funzelte schwächer als eine 25-Watt-Birne vor sich hin. Der Kohleglühfaden bestand aus besonders langfaserigem Bambus aus Japan, der für die Glühbirnenproduktion auf einer eigenen Plantage angebaut wurde. Abgelöst wurde er vom Zelluloseglühfaden, dann von wildesten Metallegierungen, bis sich schließlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wolframfaden durchsetzte. Dennoch hatte die Gaslobby häßliche Einwände gegen das elektrische Licht: "In Paris soll man bei der Beleuchtung des Place du Palace Royal durch electrisches Licht die Erfahrung gemacht haben, dass jeden Abend, und natürlich nach warmen Tagen, sich die Insecten in solchen Schwärmen um die Flamme versammelten, dass dadurch zeitenweise das Licht fast erlöscht schien. Morgens fanden sich die verbrannten Körper der Thiere zu vielen Tausenden am Boden der Laterne angehäuft."

Schon im Dezember 1882 brennt das erste elektrische Licht in einem Frankfurter Haushalt am Roßmarkt, und auch bei vielen Theatern stößt die Glühlampe auf Begeisterung. Abseits der Kopfschmerzproblematik des Gaslichts brannten viele Theater ab, zuletzt das Wiener Ring-Theater, bei dem Feuer kommen 379 Menschen ums Leben. Diese Katastrophe half, das elektrische Licht durchzusetzen. Von heute auf morgen ging das aber nicht: Die Glühbirne wollte mit Strom versorgt sein, dafür hatte man zunächst einen eigenen Dampfmaschinendynamo im Keller stehen, denn ein zentrales Stromnetz mußte erst aufgebaut werden. In Berlin geschah das schon ab 1885, aber Strom gab es für Otto Normalverbraucher erst spät abends, wenn die Theater schlossen.

Elektrizitätswerke konnte man überall bauen, dann gelangte der Strom mit Überlandleitungen in die jeweiligen Städte zu den Endabnehmern. 1891 wurde im Rahmen einer Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung in Frankfurt die erste Fernleitung der Welt in Betrieb genommen, der Strom für immerhin tausend Birnen (plus einem Motor, der einen künstlichen Wasserfall antrieb) kam aus einem Zementwerk in Lauffen am Neckar. Der Spannungsverlust war mit nur 25 Prozent damals sensationell niedrig. Noch neun Jahre zuvor war ein Brunnen auf der Elektrizitätsausstellung in München über eine Telegraphenleitung mit Strom aus Miesbach versorgt worden, dort gingen 75 Prozent unterwegs verlustig und nach ein paar Tagen funktionierte dann gar nichts mehr.

Das elektrische Licht wurde auch, im Wortsinne, sofort salonfähig. Während man in den guten Stuben seine Kristallüster auch in der Gaslichtzeit mit Kerzen weiterbetrieb oder Petroleumlampen aufstellte, während das Gas also lange Zeit Fluren und Küchen vorbehalten blieb, hatte man nun wenig Skrupel vor einer Elektrifizierung der Kronleuchter. Das Glühlampenlicht war sauber, geruchsneutral, körperlos und vornehm und drang sofort dorthin vor, wo es das Gas nie hingeschafft hatte: Ins Zentrum des Hauses, in den Salon.

Und das hatte einschneidende Folgen: Kerze oder Petroleumlampe hatten einen intimen Lichtkreis geschaffen, in dem sich die Familie versammelte. Die helle Licht der Glühbirne hatte diese Anziehungskraft nicht, nun waren es Grammophon oder Radio, später der Fernseher, die als Zentrum dienten. Dazu kommt die Dekorationsproblematik, derer sich ein englisches Handbuch von 1886 ("Practical House Decoration") annimmt: "Die Dekoration der Wohnung erscheint in diesem kalten, bläulich-weißen Licht vollkommen anders als ursprünglich beabsichtigt. Wo man besonders sanfte und warme Farben hätte verwenden müssen, um die Strahlen einer Edison- oder einer Brush-Glühlampe zu neutralisieren, erhält man nun kalte Farbtöne, die um so steriler wirken, je greller das Licht ist. Das befriedigende Gefühl, die richtige Farbe am richtigen Ort eingesetzt zu haben, stellt sich nicht mehr ein."

So entwickelte sich im Laufe der Zeit eine Lampenkultur. Wo die Gasflamme meist mit einem transparenten, weißen Kugelglas abgeschirmt wurde, erhielt die Glühlampe ein aufwendigeres Gewand, die Tiffanylampe etwa: Das starke Licht machte es möglich, auch buntes Glas und dunklere Farben zu verwenden. Und die Energiesparlampe potenziert all diese Entwicklungen noch: Ihr Licht ist noch kälter, noch sachlicher als das des Wolfram-Glühfadens. Das Neonlicht verbinden wir mit Büro, mit Klassenzimmern und Behörden, es ist ein offizielles, kein behagliches Licht. Ein Teil der Bevölkerung läßt sich ohnehin gänzlich lampenlos von Halogenstrahlern illuminieren, der andere Teil wird wohl wieder an der Abschirmung arbeiten, um der ungeliebten Sparbirne ein wenig Gemütlichkeit abzuringen.

Und es werden wohl Nischen für die Glühbirne bleiben, wie auch das Gas seine Nischen verteidigt. Denn draußen auf der Straße brennen, zumindest in meinem Viertel, noch die Gaslaternen. Gerade hat der Betreiber ihnen neue Glühstrümpfe spendiert, es ist also anzunehmen, daß sie trotz des Sparwahns, und obwohl sie gegen irgendwelche Sicherheitsauflagen verstoßen, noch eine Zeitlang stehenbleiben dürfen. Sie tauchen die hiesigen kleinen Ziegelhäuschen der Fabrikarbeiter in ihr gelbes, warmes Licht, das alle Farben auffrißt, und wenn es im Winter stürmt, dann schwanken sie und mit ihnen schwankt das Licht.

Veröffentlicht 22. August 2009, 13:25 von Andrea Diener
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Kommentare

Savall

22. August 2009, 15:59

Vielen Dank für diese erhellende Geschichte. Allerdings ist es eben so, daß die Glühlampe eben nicht durch die technische Entwicklung, also etwas besseres verdrängt wird. Sondern es wird uns wie bei den diversen üblen Religionen eine ideologisch begründete Maßnahme aufgezwungen. Wenn irgendetwas ideologisiert wird, dann greift meine historisch bedingte Ideologie-Allergie. Die Welt aus einem Punkt zu kurieren, ist ein Ratschlag des Teufels. Ich gehöre auf jeden Fall zu den Leuten, die Glühlampen horten. Als bekennender Buch-Junkie hat eine gute Beleuchtung für mich existentielle Bedeutung. Warum nur ist es in der EU nicht möglich, daß ein mündiger Bürger für sich selbst entscheidet? Warum muß sich Brüssel wie ein Politbüro gerieren?

Goya y Lucientes

22. August 2009, 16:38

Mein Leuchtmittelhändler ist sehr nett und gibt beim Kauf eines Zehnerpacks immer eine dazu:

img219.imageshack.us/.../10plus1.jpg

Ich muß ihn unbedingt mal fragen, ob er mir bei dreistelliger Abnahmemenge noch etwas mehr Rabatt gibt.

.

Übrigens, vor ein paar Monaten wechselte man auch hier die Straßenleuchtmittel aus, der Umwelt zuliebe. In den alten Modellen waren noch Schwermetalle drin, Quecksilber oder irgendsoein Zeug. Vermutlich ist der Sondermüll in Privathaushalten einfach besser aufgehoben als überm Bürgersteig.

nico

22. August 2009, 17:14

@savall, auch ich bin für den Unterricht dankbar, zu den Birnen indes hab ich im Grunde nix zu sagen - sorry , Frau Diener, man kann sich aber auf die Mittexter verlassen-, in Brüssel gibt es +- 12.000 Mitarbeiter - oder sollte ich Beamte, Politologen schreiben -, die täglich der Subventionskreation, deren Umstürtzung und selbstredend der Verwaltung fröhnen. Vorteil für deutsche Kommissäre: sie brauchen sich nicht umzugewöhnen. Es muß der Selbstzweck bzw. das perpetum mobile sein, und deshalb soll die EU auch ständig wachsen, damit der Brüsseler Staat in Europa gesichert ist.

Rudi Ratlos

22. August 2009, 17:30

@Savall

Brüssel ist ein Politbüro und Religionen häufig übel ...

Es regiert die Industrie über den Umweg Brüssel.

Eine Glühlampe kann man genauso gut in Vietnam wie in Ungarn herstellen (in diesem unserem Lande macht das schon lange niemand mehr), bei "Energiesparlampen" ist das erst in 15 Jahren der Fall (nach Ablauf der entsprechenden Patente). Aber es es halt immer gut, wenn man das nicht so krass sagen muß sondern sich hinter eine Religion verstecken kann.

Alter Bolschewik

22. August 2009, 17:38

Savall, da schrillt aber auch bei mir sofort der Ideologiealarm, wenn sich jemand dazu bekennt, Glühlampen zu horten, weil der technische Fortschritt angeblich keiner sei. Ich bin durchaus mit Ihnen einer Meinung, daß die Abschaffung der  Glühlampe per Gesetz hochgradig bescheuert ist. Als Bewohner einer Stadt, in der Ökoterror eine tägliche Erfahrung ist, reagiere ich da genauso empfindlich wie Sie. Aber zu behaupten, Energiesparbirnen würden kein vernünftiges Licht zum Lesen geben, ist absurd. Es gibt einiges gegen Energiesparbirnen einzuwenden: Sie sind häßlich und billige Exemplare können ein unangenehmes Licht und störende Summgeräusche produzieren. Aber wenn man seine Energiesparbirnen nicht bei Ikea kauft, sondern Markenware ersteht, denn erledigen sich zumindest die letztgenannten Probleme. Der Rest ist dann, wenn's einen stört, eine Frage passender Lampenschirme. Ich habe vor 15 Jahren alle meine Glühbirnen ausgetauscht - nicht primär aus Energiespargründen, sondern weil mich das Wegwerfprodukt Glühbirne nervte: Ständig mußte ich Birnen austauschen - während die meisten meiner Energiesparbirnen seit 15 Jahren in ihren Fassungen sind.

.

Am liebsten lese ich bei diesem Wetter allerdings im Garten - beim Schein einer Petroleumlampe.

Savall

22. August 2009, 17:57

Ich bin einer, dem die europäische Einigung nun wirklich nicht nur eine Worthülse, sondern tatsächlich Herzenssache ist. Den ersten Weltkrieg halte ich für die Urkatastrophe der 20. Jahrhunderts. Alles was diese Spaltung überwinden hilft, hat meine Zustimmung. Aber warum muß mich die EU permanent desavouieren? Warum muß man den Leuten in ihren Tagesablauf eingreifen? Warum hält das niemand auf? Und dazu kommt immer noch das gute Gewissen, irgendetwas fortschrittliches zu tun. Liebe EU-Kommission! Seid pragmatisch und nicht ideologisch! Die Welt ist nicht durch Beschlüsse zu bessern und zu bekehren. Wenn denn schon die Glühlampen nicht effizient genug sein sollten: eine hohe Steuer darauf. Dann kann ich immer noch entscheiden, ob es mir die Sache wert ist. Bloße Verbote lassen mich immer nur an Dschugaschwili  und Schicklgruber denken.  

Andrea Diener

22. August 2009, 18:00

Ich horte auch nicht. Die meisten meiner Birnen sind gut hinter Lampenschirmen verborgen, ein Kronleuchter ist mit Aufsteckhütchen versehen, ein zweiter ist ein alter, umgebauter Gasleuchter (genannt "das historistische Monster") mit Alabasterschalen. Das einzige Problemkind ist eine alte, elektrifizierte Öllampe (sowas: commons.wikimedia.org/.../File:Lucerna_ad_olio.jpg). Aber dafür reichen wohl ein paar Reservebirnchen für die nächsten Jahre. Zum Lesen hab ich eine Stehlampe mit gelbem Pergamentschirm – so weiß kann das Licht gar nicht sein, daß es dadurch nicht warm erscheinen würde. Ich bin also ganz entspannt. Abgesehen davon, daß das dennoch grober Unfug ist, die Herstellung von heute auf morgen ausnahmslos zu verbieten. Ich mag keine Verbote. Ich will auch nicht kriminalisiert werden, wenn ich meine Birnen von anderswo her importiere.

Savall

22. August 2009, 18:18

Tja, Andrea, Sie haben immer wieder die feinen Sachen. :-)

Wie, zum Henker, haben sie die Elektrifizierung hinbekommen?

Alter Bolschewik. ich müßte gehörig umrüsten, wenn ich meine Leuchter auf Leuchtstoffröhren umrüsten müßte. Das ist denen in Brüssel auch gleichgültig. Natürlich ist Effizienz an sich kein Problem. Ich hab kein Auto, unter anderem aus Umweltgründen. Bei mir wird jedes Stand-by-Gerät via Schaltleiste abgeschaltet. Was mich so wahnsinnig aufregt, ist der Verordnungsweg aus Brüssel. Ich komm mir vor, wie bei den Katholiken. Ich hab schonmal Leuchtstoffröhren in den Stehlampen gehabt. Es war grauslich. Vielleicht kann mir Frau Diener noch einen Tip für lesefreundliches Licht geben.

nico

22. August 2009, 18:38

Zur Beruhigung der erhellten Gemüter möchte ich die Einsicht bei der Gurkenzüchtungsverordnung anführen. Krum schmeckt und Draht brennt besser!

Andrea Diener

22. August 2009, 18:51

Savall, nichts ist selbst elektrifiziert, alles geerbt. Die Öllampe vom Großonkel, das historistische Monster haben die Vormieter dringelassen, die Stehlampe von anderer Leute verstorbener Schwiegermutter. Die Leselampe ist eine alte Bibliothekslampe, die mein Reisebegleiter auf seinem Dachboden fand und irgendwie nicht so recht brauchte, weil Jugenstil bei ihm nicht reinpaßt. (Ich bin eine Art Anlaufstelle für ungewollte Inneneinrichtung, das kommt alles irgendwie von alleine. Anderen Leuten laufen Katzen zu.)

.

Naja, Klarglasbirnen gibt es noch eine Weile, Reflektorbirnen auch. Und dann wird importiert, weil ja zumindest die Schweiz noch weiterproduziert. Sagt zumindest der Lampenladenbesitzer, bei dem ich die obigen Fotos gemacht habe.

.

nico: Und erst der Apfelweinskandal! Wenn die Gemüter erst einmal erhitzt sind ...

Wolfgang667

22. August 2009, 18:52

Wenn ich gut gelaunt bin, bringt mich das Einschalten einer Energiesparlampe manchmal zum  Schmunzeln. Ich muss an  James Stewart in "Mr. Hobbs macht Ferien" denken:

"Von so einer Birne kann man doch nicht behaupten, daß sie Licht spendet; sie spendet Dunkelheit!"

und

"Ich sage dir, es wird sofort stock-dunkel, wenn du hier mitten am Tag dieses Ding andrehst!"

Don Alphonso

22. August 2009, 19:05

(Ich habe nach 30 verbauten Exemplaren auch noch ein paar Kronleuchter, die ich einfach so gerettet habe, und nun, da selbst auf der Dachterrasse einer ist, einfach so im Dachboden hängen habe. Wer einen braucht und hier eingeladen ist, kann natürlich bei Bedarf zugreifen)

nico

22. August 2009, 19:08

@Wolfgang667, wußte gar nicht, daß Mr. Hobbs in Paderborn Ferien machte und man dort schon damals diese furchtbaren Dunkelmacher verwandte. Eigentlich ist es dort durch das Erzbistum tagsüber dunkel.

nico

22. August 2009, 19:10

@Don, Schampus schmeckt ohne Kronleuchter einfach nicht!

zonebattler

22. August 2009, 19:13

http://www.zonebattler.net

Ich bin bekennender Dimmer und habe schon deswegen Glühbirnen resp. -kerzen in den drei großen Kronleuchtern sitzen. Sollte mir da jemals der Nachschub ausgehen, würde ich wohl tatsächlich alle Sparsamkeit fahren lassen und mir das beste kaufen, was ich je an "künstlichen Kerzen" gesehen habe, siehe

 

www.zonebattler.net/.../eine-erleuchtung

 

Das war wirklich sensationell!

 

Ansonsten steht zu hoffen, daß die überstaatliche Regulierungswut einen Kreativitätsschub bei den Herstellern von Energiesparlampen bewirkt und somit letztlich zu umweltfreundlichen Leuchtkörpern führt, die ein flackerfreies und vom Spektralbereich her angenehmes, helles Licht produzieren bei obendrein unauffällig-eleganter Bauform. Wird schon werden!

Savall

22. August 2009, 19:13

Nunja, es hat nicht jeder den Vorteil eines solchen Reisebegleiters, Andrea. :-)

Notfalls wird man sich bei Manufactum bedienen müssen. Nach einer entsprechenden Spareinlage. Warum nur können die Sparlampenhersteller keine vernünftige Farbtemperatur herstellen? Es ist doch eigentlich  nur eine Frage der Leuchtschicht, oder?

nico

22. August 2009, 19:22

@Zoneblatter, dachte, ich hätte schon über alles gelacht......ist ja wie diese tollen Kamine; bin mir nur unsicher, ob das mit Bärenfell und Schampus stimmig ist.

Alter Bolschewik

22. August 2009, 20:04

Savall, in meiner Leselampe verwende ich eine Osram Duluxstar Mini Candle mit 7 Watt und bin damit sehr zufrieden, sowohl was Helligkeit, Farbtemperatur als auch äußere Gestalt angeht (klassische Kerzenform, wenn auch etwas klobiger). Osram rühmt sich einer Technologie, die ihr Marketing "Warm Comfort Light" getauft hat; ich habe jetzt keine Spektralanalyse durchgeführt, aber das Licht wirkt deutlich wärmer als das meiner älteren Energiesparleuchten, die tatsächlich einen Stich ins Bläuliche haben.

zonebattler

22. August 2009, 20:30

http://www.zonebattler.net

nico, der Vergleich hinkt: Im historischen Theater mit offenem Feuer zu spielen verbietet sich schon aus brandschutztechnischen Erwägungen heraus!

 

Natürlich haftet jeglichen Nachahmungen anderer Materialien immer der Ruch des Billigen und Beliebigen an (Laminatböden sind kein echtes Holz und elektrische Kamin-Attrappen keine richtige Feuerstelle), aber im Falle dieser künstlichen Kerzen sehe ich erheblich mehr Vortelie als Nachteile:

 

- täuschend echte Anmutung

- kein Umrüsten der Leuchtkörper erforderlich

- kein Ruß, keine sonstigen Emissionen

- keine Brandgefahr

- kein Pflege- und Wechselaufwand

- natürliches Lichtspektrum

 

Wer als Purist schon was gegen herkömmliche Glühbirnen in Kronleuchtern hat, mag mit einiger Berechtigung auch deren Perfektionierung ablehnen. Wer freilich den Komfortgewinn durch elektrische Beleuchtung nicht mehr gegen rußende Wachszylinder eintauschen mag, wird diesen "Wunderkerzen" nur Positives abgewinnen können (vom Preis mal abgesehen)...

Savall

22. August 2009, 20:58

Danke, Bolschewik. Das mag man doch gern leiden. Jetzt gilt's bloß noch, das Teil hierzulande zu erwerben. Ich meine, E14 und E27 sind wirklich massenkompatibel. Davon abgesehen, wer hat eigentlich heutzutage noch eine Petroleumlampe erlebt? Ich nicht. Gaslaternen  auf der Straße kenne ich noch. So furchtbar sentimental waren die Dinger nicht. Allerdings muß ich bei dieser Gelegenheit (warum auch immer) an Kästners "Fliegendes Klassenzimmer" denken. Ich hab als Kind dabei regelmäßig Tränen vergossen. Huh! Jetzt bin ich seltsamerweise vom Thema abgekommen. Apropos. Ich habe gerade meine Buchung für die Frankfurter Buchmesse gemacht. Es gebührt sich für mich natürlich nicht, hier irgendwelche Vorschläge zu machen. Wenn es mir allerdings erlaubt ist: ich bin am 15.10. in Frankfurt. Vielleicht könnte sich Frau Diener dazu durchringen, einen kleinen Fan-Treff abzuhalten?

Andrea Diener

22. August 2009, 22:51

Savall, ich find unsere Gaslaternen hübsch, die passen zu der Fabrikarbeitersiedlung, die das hier nun einmal ist. Wir haben solche: www.progaslicht.de/.../Frankfurt_2.jpg

.

Wir können uns gern auf der Buchmesse treffen. Aber bitte keinen Fan-Treff. Wir gehen einfach einen Kaffe trinken, okay?

Savall

22. August 2009, 23:18

Ich muß um Entschuldigung bitten, Andrea. Andererseits unterschätzen Sie vielleicht die Attraktion Ihrer Texte. Wir mögen es einfach. :-)

What's o' ever. Im nächsten Jahr wird der Ammann-Verlag seine Geschäftstätigkeit einstellen. Was aus meiner Sicht eine unvorstellbare Katastrophe bedeutet. Schon deshalb, weil die unglaubliche Dostojewski-Übersetzung von Swetlana Geier ihr Ende finden wird. In diesem Herbst wird es noch "Der Spieler" geben und dann ist Schluß. Ich bitte die werte Gemeinde, sich "Böse Geister" aka "Die Dämonen" zu Gemüte zu geführen. Die Übersetzung von Frau Geier ist über jeden Zweifel erhaben. Kaufen Sie bitte (ich krieg keine Prozente). Derzeit lese ich "Der grüne Junge". Lesen Sie, staunen Sie. Und kommen Sie am 15.10. an den Ammann-Stand (3.0 A157).

Schwarzmaler

22. August 2009, 23:48

Ich kann das irgendwie noch nicht glauben. Die können doch nicht die Glühbirnen abschaffen. Das ist doch völlig absurd. Ich will in vier Jahren nicht spät abends durch den Wiesbadener Park vor dem Hauptbahnhof laufen müssen vorbei an "Wolle Lampe kaufen"-Dealern.

Manni1000

23. August 2009, 08:12

....hat schon mal jemand von euch ne energie-spar-lampe zu DIMMEN versucht um ein entsprechend heimeliges leselicht zu schaffen ??? -- geht leider (noch) nicht....

Ju Honisch

23. August 2009, 12:09

http://www.juhonisch.de

Da geht sie hin, die Glühbirne. Hat er schon fein gemacht, der Edison.

Jahrelang wurde ja behauptet, die Glühbirne wäre in Wirklichkeit von einem Herrn Göbel erfunden, aber nicht patentiert worden. In seiner (deutschen) Heimatstadt gibt es sogar ein Museum für diesen verkannten Mann, dem man gemeinerweise die Idee geklaut hat. Und dann hat ein gewissenhafter Historiker rausgefunden, dass es Herrn Göbel zwar tatsächlich gegeben hatte, er aber nur die personifizierte Entschuldigung daüfr war, dass ein rivalisierender Technikhersteller Edison das Patent streitig machen wollte.

Leider kam dieses Buch raus, da war ich gerade mit meinem Roman "Salzträume" fertig, in dem die Göbelglühlampen ein kleine Nebenrolle spielten. Mist.

Was für ein Glück, dass ich Fantasy schreibe.

Hans

23. August 2009, 14:27

Hallo zusammen,

was soll man zu dieser angeregten Disukussion noch sagen? Also mal im ernst... wer hat sich in den vergangenen Jahren so mit dem Leutchtmittel auseinander gesetzt wie es die letzten Wochen passiert.

Mittlerweile ist das Angebot an energiesparlampen sehr ausgeprägt und man soll es kaum glauben... es gibt Sie sogar als dimmbare Exemplar (schon verrückt was es so alles gibt) www.lifepr.de/.../boxid-18688.html

Bitte beachten sie das die Publikation im Jahr 2007 veröffentlicht wurde.

Die Diskussion darüber was wir dürfen und was nicht ist in diesem Zusammenhang absolut lächerlich. Schließlich geht es hier nicht um die Beschneidung unserer Menschenrechte oder existenznaher Themen. Ich habe selten erlebt das Diskussion so lebthaft und emotional geführt wurden wenn es um ernste Themen ging. In einigen Wochen ist Bundestagswahl und unser lieben Politiker schicken sich nicht an einen Wahlkampf zu führen, das würde ja die Gefahr bergen Fragen beantworten zu müssen.

Wieso widmen Sie nicht Ihre Energie solchen Themen? Stellen Sie beim Lesen Ihrer Tageszeitung die dimmbare Energiesparlampe auf eine etwas hellere Stufe, denn all zu heimeliches Licht schadet den Augen und birgt das Risiko das man wichtige Details überliest.

Denn im endeffekt ist es ziemlich egal mit was wir beleuchten... wichtig ist das im richtigen Moment das Licht angeht!

ilnonno

23. August 2009, 14:41

Nebenbei bin ich nach wie vor überzeugt, dass ein guter Teil des Geburtenrückgangs auf das Konto des elektrischen Stroms geht, unabhängig von der Wahl des Leuchtmittels.

Das darf aber niemand der Frau von soundso mitteilen, sonst wird der Privatgebrauch von Strom verboten. Ihr Hauptanliegen wird damit gleich miterledigt...

Andrea Diener

23. August 2009, 19:10

Savall, keine Entschuldigung nötig. Dem Ammann-Verlag einen Abschiedsbesuch abzustatten ist eine gute Idee. Vielleicht und mit etwas Glück führt Fischer ja die Geier-Übersetzungen weiter – hoffen wir's!

.

Ju, geforscht wurde an allen Fronten, nur kam Edison wohl als erster auf den Trick mit dem Bambus. Naja, und er war am lautesten und zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das ist ja nicht zu unterschätzen bei solchen Neuerungen.

Andrea Diener

23. August 2009, 19:16

Hans, nur weil Bundestagswahl ist, darf man über nichts anderes mehr reden? Das ist doch absurd. Wir nehmen in dieser trauten Runde Ihre Hinweise aber gern zur Kenntnis, auch wenn Sie allzu ruppig vorgetragen wurden.

.

Ilnonno, und wie backe ich dann noch Apfelkuchen für die siebenköpfige Familie? Im Kohleofen?

kleinerberg

23. August 2009, 21:12

@Ju Honisch: Es gibt für H.Göbel natürlich kein Museum.Es gibt in diesem

Museum eine kleine Ecke mit dem Hinweis" hier wird noch immer gestri(tt)(ch)en".

Johannes LeBong

23. August 2009, 21:25

http://www.lebong.de

Der Migratonspfad von sensiblen Augenmenschen wird wohl über neuartige Halogenlampen laufen (es gibt ja schon die ersten Modelle in Glühlampenform) und dann, bei deren Marktreife, zur weißen LED führen.

Ein angenehmes Lichtspektrum, das dem Sonnenlicht nahe kommt, schaffen die allermeisten Leuchtstofflampen einfach nicht. Bedauerlicherweise kann man  diesen Mangel auch nicht mit Lampenschirmen kompensieren. In vielen Lampendesigns kommt der Form des Leuchtmittels eine essentielle formale Bedeutung zu, da verbietet sich einfach ein beliebiger Ersatz.

Bei den klassischen Kronleuchtern sehe ich im Moment noch kein akutes Problem. Die Unsrigen sind mit klaren 25 Watt Kerzenlampen bestückt und die sind ja noch nicht offiziell verpönt.

Ein wenig gehortet habe ich aber schon - zugegeben :-)

Ritter

23. August 2009, 21:34

http://casacaravani.de

Frau Diener,

Sie haben ja Recht, was Hans betrifft - das war ruppig. Dennoch: Ich mag ihm hier zur Seite stehen. Denn, wenn man hier völlig fremd ist, mag man nicht so gleich erkennen, wie hier die Umgangsformen sind....Mag sein, dass ich hier einen Fehler begehe, aber mag auch sein, dass sich hier ein neues Mitglied einfindet?

Doctor Snuggles

24. August 2009, 00:52

Alter Bolschewik, das Problem ist, dass Energiesparlampen einfach nicht das gleiche Lichtspektrum abdecken wie normale Glühlampen, wodurch sie eben kälter wirken. Mir ist auch keine Energiesparlampe bekannt, die das hinbekommt. Die genannte Osram kenne ich allerdings nicht, müßte mal getestet werden. Im übrigen hoffe ich, dass Sie kaputte Energiesparlampen auch immer schön abgeben - Sie wissen ja hoffentlich, dass sie Sondermüll sind?

Manni1000

24. August 2009, 11:18

@ hans: die seite auf der die "dimmbaren" energie-spar-lampen vorgestellt werden ist sehr interessant, nur wird leider nicht erklaert um welchen typ es sich dabei handelt.

wikipedia ist zwar im allgemeinen keine wirklich gute quelle, liefert aber hier durchaus brauchbares:

"Anfänglich konnten Kompaktleuchtstofflampen nicht zusammen mit normalen Dimmern verwendet werden. Der Betrieb einer gewöhnlichen Kompaktleuchtstofflampe an einem Dimmer verkürzt die Lebensdauer und führt zum Erlöschen der Garantie.Music Nur Kompaktleuchtstofflampen mit speziell angepasstem elektronischen Vorschaltgerät können den Lampenstrom variieren, um so eine Helligkeitsregelung (beispielsweise 3 bis 100 % der Helligkeit) der Lampe zu erreichen. Bei geringerer Helligkeit ist die Leistungsaufnahme des elektronischen Vorschaltgeräts gleichsam niedriger. Solche Kompaktleuchtstofflampen sind besonders gekennzeichnet und lassen sich mit gewöhnlichen Dimmern betreiben, wie sie für Glühlampen verwendet werden. Aufgrund der komplizierteren Technik und der kleinen Stückzahlen sind solche Kompaktleuchtstofflampen jedoch bisweilen teurer.[9]Music Heutige dimmbare Kompaktleuchtstofflampen arbeiten üblicherweise mit herkömmlichen Dimmern, die nach dem Prinzip der Phasenabschnittsteuerung arbeiten. Mit Touch-Dimmern, Funk-Dimmern oder elektronischen Dimmern lassen sich Kompaktleuchtstofflampen in der Regel nicht einsetzen.

Des Weiteren werden Kompaktleuchtstofflampen angeboten, welche sich durch mehrfaches Ein- und Ausschalten auch ohne einen zusätzlichen Dimmer in mehreren Stufen betreiben lassen." (wikipedia, suchbegriff: "Kompaktleuchtstofflampen")

...man lernt halt nie aus !!

Doctor Snuggles

24. August 2009, 12:26

SPON hat das Thema übrigens auch gerade auf der Agenda: www.spiegel.de/.../0,1518,644215,00.html

Irene

24. August 2009, 12:31

http://floriss.antville.org

Mir ist das Lichtspektrum der Energiesparlampen egal. Ich will nicht dazu gezwungen werden, Sondermüll-Birnen zu verwenden, deren verantwortungsvolle Entsorgung von mir verlangen würde, dass ich mir den Termin des Giftmobils in den Kalender notiere oder kilometerweit zum nächsten Wertstoffhof in irgendeinem Gewerbegebiet radle.

*

Und die PR-Ausrede der Energiewirtschaft, dass es auf das bisschen Quecksilber im Restmüll nicht ankommt, weil ja Kohlekraftwerke noch viel mehr Quecksilber freisetzen und die tollen Birnen ja so viel Kohlestrom einsparen, ergibt keinen Sinn, wenn man Ökostrom bezieht oder in Österreich oder Norwegen lebt.

*

A propos Österreich - das "Profil" hatte eine gute Titelgeschichte zum Thema:

www.profil.at/.../das-wolfram-komplott-eu-gluehbirnen-wunsch-industrie

*

Ohne Rücknahmepflicht des Handels (in der Schweiz gehts doch) ist die Quecksilberbirne eine Zumutung.

Paulchen

24. August 2009, 12:35

Geehrte Frau Diener,

wo stehen noch solche Lampen und

währe es möglich dort noch eine

Droschke zu bekommen, vielleicht um

ins Theater zu gelangen?

Hans

24. August 2009, 13:33

Ich muss zugeben das meine Umgangsformen vielleicht etwas zu ruppig waren... doch manchmal muss man etwas polarisieren um stärker gehör zu finden.

Es spricht natürlich auch nichts dagegen sich neben einer Bundestagswahl mit weiteren Themen zu beschäftigen. Ich denke unter uns gesagt, es wäre auch nicht gut zu viel Zeit mit den herrschaften in Berlin zu verbringen. Das Beispiel ist als Kontrastmittel zu verstehen... ich denke es lassen sich ohne große Mühe weitere interessante und wichtige Themen entdecken, die etwas mehr Aufmerksamkeit als die Glühbirne verdient haben.

Es regt mich einfach wie in den letzten Wochen dieser Dialog geführt. Jeder rückt sich die Argumente ins recht Licht (im wahrsten Sinne des Wortes) und vergisst dabei den Gedanken an das größere Konstrukt dahinter. Mag sein das es bessere Ideen zu Rettung unserer Ökobilanzen gibt, aber es sind erste Schritte die beim Bürger bewusst ankommen (Dies belegt die vitale Diskussion) und den Bürger dazu zwingen sich mit solchen Themen auseinander zu setzen. Leider wird dieser Dialog, wie schon gesagt, sehr subjektiv geführt und die meisten Fakten gegen diese Gesetzesreglung entstammen dem persönlichem Wohlbefinden.

Also anstatt nur auf die Einschränkungen in Punmkto Comfort zu verweisen sollte das ganze doch bitte sachlich betrachtet werden. Hat dann jemand ernsthaft bessere Ideen... na dann bitte und gerne. Auch wenn dieses Gesetzt nicht perfekt ist, die Gurkenverordnung zeigt das selbst die EU lernfähig ist und nicht darauf insistiert der Weisheit letzter Schluss zu sein.

Und wie man darauf einfluss nehmen kann?... ja da kommen wir wieder zur Bundestagswahl...

Der Bann der Birne

24. August 2009, 13:34

und die Reaktion der Deuschen ist auch bei den englischen Freunden ein Thema

www.dailymail.co.uk/.../Green-Germans-hoard-traditional-bulbs-beat-ban.html

Andrea Diener

24. August 2009, 14:17

Für Energiesparbirnen, da geb ich Irene recht, müßte es ähnliche Behälter geben wie für Batterien: In den Supermärkten. Sonst landen die Dinger doch überall im Müll. Und dann haben wir wirklich ein Umweltproblem.

.

Paulchen, in Frankfurt stehen noch rund 5700 Gaslaternen. Meist in den Stadtteilen in die man nie hinkommt. Unsre hier stehen im alten Ortskern von Griesheim.

.

Hans, ich glaube, der Bürger setzt sich schon ganz schön viel damit auseinander. Und genau deshalb stinkt es ihm ja so, daß immer beim unwichtigsten Kleinkram angesetzt wird, und das auch noch mit Zwangsmaßnahmen, deren Wirksamkeit einigermaßen strittig ist. Man könnte ja genausogut damit anfangen Tiefkühlpizza zu verbieten. Allein der Aufwand, das mithilfe eines Maschinenparks herzustellen, durch die Republik zu fahren, dann tiefgekühlt zu lagern, und schließlich wird energieraubend der Herd angeworfen, um das Zeug zu erhitzen.*Das* wäre mal wirksam. Macht aber keiner, weil die Nahrungsmittelhersteller eine bessere Lobby haben als mein Pizzamann an der Ecke.

Aurora Jaussi

24. August 2009, 14:40

Ich finde es unmöglich, einfach so die Glühbine aus dem EU Markt zu entziehen.

Was soll das? Ich möchte weiterhin die Glühbirne und keine Energiesparbirne

in meiner Wohnung leuchten lassen.....der Verbraucher soll der jeninge sein, der

zu entscheiden hat und nicht die EU Kommission....schlechte Karten :-((

miner

24. August 2009, 16:14

Ein schöner Artikel über ein trauriges Thema. Ein Bauernopfer in Gestalt der Glühlampe.

Frage: Warum mag eigentlich jeder den ich kenne gerne Glühlampen und keiner mag die Eurokraten ?

Sollte es ein einziger Eurokrat ernst meinen mit dem Umweltschutz, so wären ein Verbot von SUV´s und eine Eindämmung des übermässigem Flugverkehrs wohl eher erfolgversprechendere Ansätze zur Erhaltung unserer Erde.

Nun muss halt die Glühlampe dran glauben und in ein paar Jahren die elektrische Zahnbürste. ....Schwachsinn rules the world.

Paulchen

24. August 2009, 16:49

Geehrte Frau Diener,

Danke.

Herzlichst P.

Irene

24. August 2009, 16:56

Andrea, das Einsammeln der neuen Birnen ist vermutlich gar nicht so einfach, denn wenn man die einfach in einen Container knallt, gehen die normalen Modelle zu Bruch. Und Quecksilber verdampft schon bei Zimmertemperatur, weswegen ja die alten Termometer aus gesundheitlichen Gründen dem Verkehr gezogen wurden...

*

Tiefkühlpizza verbieten, das wäre ja offen männerfeindlich :-)

Don Ferrando

24. August 2009, 18:50

Irene, ich muß Ihnen heftig widersprechen!!!

Ich glaube kaum, daß Tiefkühlpizza ein explizit männliches Nahrungsmittel ( fraglich ob die Bezeichnung zutrifft) ist!

Haben Sie empirische Untersuchungen hierzu ??

Guiness

25. August 2009, 07:10

Sehr geehrte Frau Diener,

vielen Dank für diesen wundervollen Beitrag!

Liebste Grüße aus Bielefeld

anderl

25. August 2009, 09:35

Ökotest zu Energiesparlampen:

"Sie sollen eigentlich das Klima retten. Jetzt die große Überraschung in unserem Test: Die Einsparmöglichkeiten von Energiesparlampen sind viel geringer als versprochen. Zudem erzeugen die Öko-Leuchten Elektrosmog und eine schlechte Lichtqualität."

Darüber hinaus sind Energiesparlampen, die häufig an- und aus geschaltet werden sogar weniger lang haltbar als Glühlampen und selbst im Dauerbetrieb ist der Haltbarkeitsvorteil geringer als oft vorgegaukelt: "Häufiges Ein- und Ausschalten verträgt die Energiesparlampe überhaupt nicht.", so Ökotest.

In aller Ausführlichkeit auf 31 (!) Seiten nachzulesen:

www.oekotest.de/.../otgs.cgi

Andrea Diener

25. August 2009, 13:53

Don Ferrando, ganz empirisch läßt sich für den hiesigen Haushalt eine Tiefkühlpizza-Verteilung von Null (weiblich) zu hundert (männlich) Prozent verzeichnen. Aber eventuell ist die Zahlenbasis von 2 auch etwas wenig.

.

Anderl, danke für den Link. Ziemlich informativ.

Hans

25. August 2009, 14:51

Hallo Andrea,

ich gebe Ihnen vollkommen recht wenn das Thema als Kleinkram bewertet wird. Also wieso regen sich dann so viele über diesen Kleinkram auf? Und vorallem... wieso erst nachdem das Gesetz beschlossene Sache ist?

Das Beispiel mit der Tiefkühlpizza hat viele Brüder und Schwestern die ein extrem schlechte Ökobilanz aufweisen. Dies liegt daran das Unternehmen die solche Produkte und Dienstleistungen anbieten nur die Kosten der Produktion und/oder Bereitstellung tragen müssen. Leider aber nicht die Gesamtkosten einer sozialen- und ökologischen Vollkostenrechnung. Eine solche Rechnung wird selten vorgenommen da es auch extrem schwierig ist die BErechnung genau und objektiv darzustellen.

Das Problem an der Glühbirne ist nicht ihr Substitut die Energiespalampe. Das Problem ist die ineffizienz der Glühbirne an sich. Die EU nimmt mit dieser Maßnahme den Herstellern eine Cash-cow aus Ihrem Sortiment und damit ein gemütliches Polster auf dem Sie sich ausruhen können. Ein qusi eingeschlafener Markt wird reanimiert, dudurch entstehen Anreize das Innovationstempo in diesem Markt zu erhöhen. Das die aktuellen generationen von Energisparlampen noch nicht das gelbe vom Ei sind ist unstrittig, dies wird sich aber in den kommende Jahren ändern. Es werden bessere Modelle auf den Markt kommen und die Glühbirne wird niemand merh vermissen.

Solche regulatorischen Eingriffe sind kurzfristig betrachtet irgend ein Kleinkram, aber bekanntlicher weise macht dieser auch irgendwann mist. Selbst solch absurd anmutenden Verordnungen wie z.B. bei den Salatgurken haben auch Vorteile für den Verbraucher gehabt. Gurkenpreise wurden vergleichbar und damit transparenter als zuvor.

Und die ganzen argumente die Bürger möchten selbst entscheiden was Sie kaufen und was nicht. Also mal im ernst, es geht hier nicht um Meinungsfreiheit oder sonstig vergleichbare elementare Grundrechte. Der Bürger hat bewiesen (mich eingeschlossen) das er nicht mpndig genug ist um auf die aktuellen ökologischen Entwicklungen adäquat zu reagieren und sich anzupassen. Ein Mensch lebt zu kurz um zu verstehen welchen Dreck er hinterlässt, den seine Nachfahren und deren Nachfahren wieder ausmisten dürfen. Also muss uns Papa Staat an der Hand nehmen und für uns handeln.

Andrea Diener

25. August 2009, 20:12

"Der Bürger hat bewiesen (mich eingeschlossen) das er nicht mpndig genug ist um auf die aktuellen ökologischen Entwicklungen adäquat zu reagieren und sich anzupassen."

.

Naja, der Staat aber auch mehrfach.

Don Ferrando

25. August 2009, 21:16

bei Licht besehen, besteht Ihr Haushalt aus dem falschen Mann; der richtige würde Ihnen ein kleines souper selbst zubereiten!

Tres domage !

Weltempfänger

25. August 2009, 21:32

Ich habe drei Jahre lang in einem "Think Tank" der europäischen Elektroindustrie gearbeitet, ABB, Siemens, Osram (was eigentlich nur die Lichtabteilung von Siemens ist), Philips, Schneider Electric, Legrand, und so fort. Mein Vorgesetzter war damals globaler Vertriebschef bei Osram.

Mich erinnert das Glühlampenverbot an die "Blitzschutzverordnung", die in meine Zeit fiel. Man darf in Deutschland ja nicht einfach so ein Haus bauen, sondern das Haus muß bestimmten Normen und Vorschriften entsprechen. Es muß eben auch für Blitzschutz gesorgt werden. Damals haben wir die Verordnung so hingebogen, daß man eigentlich nur Produkte zweier mittelständischer deutscher Firmen verwenden darf, um überhaupt konform zu dieser Blitzschutzverordnung zu sein. Die Entscheidungsträger in der Ministerialbürokratie und im Parlament wurden geschmiert, nicht offen natürlich, aber es wurden Honorare für Reden auf Betriebsfesten bezahlt, es wurden Preise vergeben, es gab "Beraterverträge", etc., das Übliche.

Ich kenne hunderte solcher Fälle aus der Elektroindustrie. Man macht die eigenen Produkte zum gesetzlich vorgeschriebenen Standard. Wenn die eigenen Produkte erst einmal Standard sind, verlangt man höhere Preise. Finanziert wird das Ganze unter anderem über Subventionsmitnahmeeffekte, damals zum Beipiel durch die Eigenheimzulage, die ja durchaus nicht dazu da war, damit sich arme Leute ein Haus bauen konnten, sondern damit die Firmen, die am Hausbau beteiligt sind - und damit eben auch Hersteller der Elektroinstallationsbranche -, höhere Preise verlangen konnten. Außerdem schafft man sich damit Konkurrenz vom Leib, im Fall der Blitzschutzverordnung General Electric. Klassische Marktabschottung.

Es ist falsch, hier in den Kommentaren auf die "Eurokraten" zu schimpfen. Das Glühlampenverbot haben sich sicher keine Eurokraten ausgedacht. Das waren eher meine alten Kollegen.

Weltempfänger

25. August 2009, 21:39

> Die EU nimmt mit dieser Maßnahme

> den Herstellern eine Cash-cow aus

> Ihrem Sortiment und damit ein

> gemütliches Polster auf dem Sie

> sich ausruhen können. Ein qusi

> eingeschlafener Markt wird reanimiert,

> dudurch entstehen Anreize das

> Innovationstempo in diesem Markt zu

> erhöhen.

Das muß übringens einer dieser alten Kollegen sein. Genau so hätten wir auch argumentiert.

Werner

25. August 2009, 23:35

Hmmm, für mich hat der Bürger eher bewiesen, daß er nicht mündig genug ist um genügend sensibel auf den Klimaschwindel zu reagieren, mit seinen vielen Profiteuren (incl. Osram und Co mit den profitablen Energiesparlampen), der uns aber hautsächlich nur höhere Steuern bringt. Seit ich kürzlich in Essen auf einer Tagung namens "The Great Transformation – Climate Change as Cultural Change" die Frage habe diskutieren hören: "Can free democratic societies cope with the effects of grave changes in the global climate, or might authoritarian regimes possibly be better placed to enforce the necessary measures?" halte ich das Glühlampenverbot nur noch für eines: Den Vorboten einer heraufziehenden Ökodiktatur. Und wir Bürger machen, eingepeitscht von Untergangspropheten wie Prof. Schellnhuber, brav mit. Achja, und die Kanzlerin übrigens auch. Zwar mag ich den Guido nicht, aber fortan wähle ich FDP, bis die Glühlampe wieder einen dauerhaften Platz in den Regalen hat.  

anderl

26. August 2009, 09:03

Hans, der "Mensch lebt zu kurz um zu verstehen welchen Dreck er hinterlässt". Deswegen nimmt uns also "Papa Staat an die Hand""und verbuddelt Atommüll.

Hans

26. August 2009, 11:10

@Weltempfänger

ich bin kein Vertreter aus der Industrie aber eher eine wirtschaftlich liberale Person. Daher mag es sein das meine Argumentation nahe an derer liegt die Sie damals vorgebracht hätten.

Und auch Ihre erläuterung zu den europäischen Gremien findet mein volle Zustimmung, solche Abläufe sind absolt normal und nichts außergewöhnliches. Aber genau das ist es doch was ich meine. Anstatt die Diskussion zu führen nachdem das Kind etrunken ist sollte man sich doch eher darüber gedanken machen wie solche Prozesse in unseren Behören laufen und dort eben ansetzen.

Diese allgemeine Glühbirnendiskussion lässt sich damit vergelichen ob welche Schmerzmittel man benutz um die KOpfschmerzen zu bekämpfen. Das ist aber bei größeren Problemen nicht Kriegsentscheidend.

Und auch Ihnen Frau Diener muss ich zustimmen der Staat hat nicht bewiesen das er immer den Durchblick hat. Der Staat hat aber im Vergleich zu Otto Normal Bürger einen etwas anderen Horizont und andere Mittel diesen zu schmücken.

Andrea Diener

26. August 2009, 12:01

Zur Zeit wird de Begriff der Ökodiktatur ja noch häufiger als Totschlagargument an die Wand gemalt, wenn es darum geht, Umweltschutz per se zu diskreditieren, als wirklich von jemandem gefordert. Insofern würde ich den unschönen Begriff auch gern vermeiden wollen.

.

Aber irgendwie, nennt mich naiv, dachte ich immer, daß Warenwirtschaft auf der Basis von Angebot und Nachfrage funktioniert. Wenn nur dann eine Nachfrage besteht, wenn man den Gesetzgeber dazu bringt, Gesetze zu erlassen, die eine Nachfrage generieren, dann ist das doch nicht wirklich liberal, oder? Das ist doch irgendwas kurz vor der Planwirtschaft.

anderl

26. August 2009, 13:00

Andrea Diener, das mit Angebot und Nachfrage ist doch ganz einfach.  Wenn nicht immer mal ein Krieg alles in Schutt und Asche legt, dann erschöpfen sich Wachstum und Nachfrage irgendwann: Jeder hat Fernseher, Kühlschrank, Auto und und und. Je weniger Bürger auf das Hamsterrad aufspringen, ständig neues erwerben zu müssen, umso schwieriger wird es, fortlaufend Wachstum zu erzielen und Waren an den Mann zu bringen. Der Bürger muss irgendwie, in immer kürzer werdenden Zyklen, zum Konsum gebracht werden. Unter dem Deckmäntelchen Umweltschutz lässt sich das den Menschen heute am besten verkaufen, das haben Politik und Industrie doch längst erkannt. Die heute für die abgewrackten PKW angeschafften "sauberen" Neuwagen werden in ein paar Jahren als üble Stinker verschrien werden und der Energiesparlampe wird es nicht anders ergehen. Ich sehe gar keine Ökodiktatur, sondern ich sehe, wie "Öko" vor den immer gleichbleibenden Karren des Wirtschaftsystems gespannt wird.

miner

26. August 2009, 13:51

Nun Andrea, wir leben faktisch in einer Planwirtschaft. Es ist nicht gerade berauschend so etwas mitten im Leben festzustellen. Genau das wollte ich hier  "kurz&knapp"  zum Ausdruck bringen:

rebellmarkt.blogger.de/.../1470938

Der Don hat´s dann doch irgendwie kurz&knapp in einem Satz zusammengepackt. Wer gut Schreiben kann, ist klar im Vorteil ;-)

miner

26. August 2009, 14:09

manchmal ist es auch nicht schlecht, so ein bisserl naiv zu sein. Denn diese Naivität zeigt doch eigentlich die Welt auf, wie sie sein sollte. ...für mich ist so ein kapitalistisches System dann in Ordnung & gesund, wenn die Waren aufgrund von bestehender Notwendigkeit, eigener Magie/Austrahlung, Qualität, etc. einfach gewollt und gekauft werden.

Krank ist es meiner Meinung, wenn Waren mit erheblichem Werbedruck in die Köpfe der Konsumenten reingeballert werden und zusätzlich noch staatlich subventioniert & reguliert werden, damit es zum Kauf eben dieser vorbestimmten Waren kommt.

Künstliche Füllerei, einfach nur krank.

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