Ding und Dinglichkeit
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Imageverlierer der Espressokultur: Der Kaffeefilter

05. September 2009, 20:25 Uhr

Die moderne säkulare Gesellschaft bietet nicht mehr viele Gelegenheiten zu einer ordentlichen konfessionellen Auseinandersetzung. Eines der wenigen religiösen Gefechte der Gegenwart dreht sich daher um das jeweils verwendete Betriebssystem. (Ich bin da ja gar nicht religiös, aber was ich mir immer anhören muß, warum jemand Fenster benutzt, wobei benutzen natürlich auch ein Euphemismus ist für die von Fehlermeldungen und Flüchen begleitete Prozedur, sich mit dem ortsfremden Wlan zu verbinden, während ich schon seit einer halben Stunde Fotos bearbeite, nachdem ich Mails abgerufen habe, und dann heißt es wieder, das Wlan sei so komisch, ob ich eventuell mal den Apfel zur Verfügung stellen könne, der ja nichts tauge und nur billiges Plastik sei, und ich lächle fein und dulde still die Beleidigungen meines Gerätes, denn es funktioniert und kostet mich keine Nerven, bis auf den Neid derer, deren Wlan mal wieder nicht funktioniert, aber wie gesagt: Religiöser Fanatismus ist mir fremd.)

Wo war ich? Konfessionelle Auseinandersetzungen, richtig. Eine zunehmend beliebte Möglichkeit, der unbedingt richtigen Erlösungslehre anzuhängen, ist die Zubereitung einer Tasse Kaffee. Irgendwie müssen geröstete und gemahlene Kaffeebohnen mit heißem Wasser zusammengebracht werden. Das klingt einfach, aber das Feintuning dieser Prozedur gerät mitunter zum Streitfall. Die bisher am weitesten verbreitete Möglichkeit war auch die ungeeignetste: Die klassische Kaffeemaschine mit Papierfilter, Tröpfelautomatik und Wärmeplatte ist eine sichere Maßnahme, auch aus gutem Kaffeepulver richtig schlechten Kaffee herzustellen. Wie viele seltsame Dinge, so hielt auch diese Maschine in den Siebziger Jahren ihren Einzug in die Haushalte und verteidigt ihren Platz auf der Küchenarbeitsplatte mit einiger Hartnäckigkeit.

Wer etwas auf sich hält, hat seine Kaffeezubereitung längst professionalisiert. Der moderne Mensch trinkt keinen deutschen Filterkaffee mehr, mit dessen Image es in den letzten dreißig Jahren rapide bergab ging, er trinkt italienisch. Espressomaschinen und ihre näheren Verwandten gibt es längst auch bei Aldi, nach oben hin ist die Preisskala bis ungefähr zur Größenordnung eines Kleinwagens hin offen. Was tagsüber im Büro geht, und was man in Pappbechern über die Straße trägt, das muß auch zu Hause gehen. So zischt es in der Küche des weltgewandten Altbaubewohners mit Dielenboden nach dem Essen aus allen Rohren, und als nichtsahnender Gast wird man expertentümlerisch gefragt: Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato, Cafè Latte? Die ganze Palette italienischer Kaffeekultur kann freihändig aus dem Ärmel geschüttelt werden, sogar mit Kakao obendrauf. Für alles hält der Kenner die passenden Gefäße bereit, und die Latte wird natürlich nicht im Gerippten serviert, wie in Frankfurt oft üblich. Alles so authentisch wie irgend möglich – nur das, was der Italiener normalerweise verwendet, die Moka, die findet man in hiesigen Haushalten kaum.

Urgestein der WG-Kultur ist die gute alte French Press. Dafür muß das Pulver ein bißchen gröber gemahlen sein, aber ansonsten ist es eine der billigsten, einfachsten und besten Möglichkeiten, Kaffee herzustellen. Völlig idiotensicher, unaufwendig und schmackhaft. Der Nachteil an der Sache ist: Man kann nicht jeden Billigkaffee verwenden. Was der Massenröster an der Ecke feilbietet, ist ebenso ungeeignet wie die Palette des örtlichen Supermarkts (mit Ausnahme der Fairtrade-Produkte). Die French Press ist da gnadenlos, sie verzeiht keine Fehler und zeigt jeden Kaffee ziemlich ungeschminkt so, wie er ist. 

Angesichts der italienischen und französischen (und unter Umgehung und völligen Nichtbeachtung der österreichischen) Kaffeekultur macht der gute alte Filterkaffee wenig her in den stilbewußten urbanen Haushalten der Nation. Man denkt an Kaffeekränzchen bei Oma, an magenschonenden Blümchenkaffee, an Kaffeegedenkwasser für Herzkranke. Das Image ist auf den Hund. Kein Wunder, daß die Tabs mittlerweile den Großteil des Kaffeeregals im örtlichen Supermarkt einnehmen, denn die sind noch praktischer, einfacher und sauberer als Kaffeefilter, man kommt mit dem braunen Pulver gar nicht mehr in Berührung, ähnlich wie beim Teebeutel. Man muß nicht portionieren, nicht mahlen, man drückt ein Knöpfchen, schon hat man einen Kaffe in einer singlehaushaltskompatiblen Menge erzeugt. Leute, die das verwenden, finden vermutlich auch Windows Vista gut.

Dabei hat in diesem unserem Land alles so gut angefangen. Nur zwanzig Jahre nach der Einführung in Italien und England kam der Kaffee nach Deutschland, und angesichts der Verschnarchtheit des kleinen Provinzfürstentumkonglomerates im 17. Jahrhundert war das richtig schnell. Man goß direkt auf, filterte mit Sieben, kaute dennoch immer auf irgendwelchen Körnchen und Bröckchen herum und kämpfte mit klärschlammartigen Rückständen am Tassenboden, bis im Jahre 1908 endlich eine beherzte Dresdner Hausfrau namens Melitta Bentz den Kaffeefilter zur Marktreife entwickelte. 

Darauf hat zumindest die deutschsprachige Welt gewartet. Melitta Bentz läßt das Verfahren patentieren, spannt Gatten und Söhne ein und vermarktet die Idee. So erfolgreich, daß das Unternehmen schnell expandiert. Auch, wenn das Geld beim Volk nicht für echten Bohnenkaffee reicht: "Kaffee aus Korn, Malz oder anderen Kaffeemitteln schmeckt auch gut", heißt es in einer Melitta-Werbung aus dem Jahr 1938. Was man sich in der Not halt so alles einredet.

Nach dem Krieg schrumpft die Firma, rappelt sich aber bald wieder auf. Und die Hausfrauen lernen nun erneut, ihren von den Mühen des Wirtschaftswunders gebeutelten Gatten am Wochenende einen korrekten Filterkaffee mit Kondensmilch zuzubereiten. Natürlich mit dem Melitta-Schnellfilter, der perfekt auf die klassisch schlichte Melitta-Kanne paßt, dazu das Melitta-Kaffeegeschirr in den schönsten Softeisfarben, die die Fünfzigerjahre zu bieten haben. So läuft  das die nächsten zwanzig Jahre in bewährter Manier vor sich hin, bis sich schließlich die bislang unerschwingliche Kaffeemaschine durchsetzt und der Lösung der Bitterstoffe im Pulver Tür und Tor öffnet. Denn die Schwallmethode, bei der das Wasser direkt aus dem Kessel in den Filter geschüttet wird, hat den Vorteil, daß sich das Wasser besser verteilt und damit das Aroma gleichmäßiger aus dem Pulver extrahiert. Das kann die Maschine nicht, da helfen auch nicht die vom Melittamann in den Achtzigerjahren so ausdauernd beschworenen Aromaporen.

Und so begann der Abstieg des Filterkaffees – völlig zu Unrecht. Wer sich ein paar Minuten Zeit nimmt, um das Wasser per Hand aufzugießen, wird mit einem ziemlich unschlagbar guten, milden Kaffee belohnt. Es ist ja auch nicht so, daß es in diesem Land keinen guten Kaffee gäbe: Wer ein wenig sucht, findet in jeder Stadt kleine Röstereien, die noch im Langzeitröstverfahren rösten. Das ist zwar aufwendiger und teurer, dafür aber ungleich besser. Im Gegensatz zur Maschine können mit dem Handfilter auch kleine Portionen, wie etwa die morgendliche Tasse, umstandslos zubereitet werden. Und das beste ist: Der Porzellanfilter ist für wenig Geld zu haben, nimmt keinen Platz weg und ist leicht zu reinigen. Er geht nicht kaputt, wenn man ihn nicht gerade fallen läßt und ist mit jeder Art Kaffee zu verwenden. Eigentlich warte ich schon seit Jahren auf eine Renaissance, die bei diesen Vorteilen längst fällig wäre. Aber, und das ist wohl sein Problem: Mit einem bescheidenen deutschen Porzellanfilter läßt sich vor Gästen nur ganz schwer angeben. So ein zischender und dampfender Gerätepark mit Druckanzeige macht sich einfach besser auf der Marmorfläche der hochglanzpolierten Poggenpohl-Küche.

Veröffentlicht 05. September 2009, 20:25 von Andrea Diener
Kommentare

nico

05. September 2009, 21:07

Nun, Frau Diener, gerade noch vor dem Abschalten dieses erquickende Thema. Ich erinnere an WG-Zeiten, da war dieser Porzellanfilterträger ein muss. Und der cafe war gut. Espresso brühte man derzeit noch nicht selbst. Diese Gerätschaften mögen nicht das ungeteilte Interesse finden, aber ein kolumbianisches fairtrade Hochlandgeächs mit Mineralwasser  - kein Frankfurter Leitungswasser - wohltemperiert gebrüht, selbstredend in stilechten vorgeheizten Porzellantässchen nach einem opulentem Abendmahl gereicht - bitte, geht da mehr?

Don Ferrando

05. September 2009, 21:26

Wie mir ein befreundeter Itliener glaubhaft versichert, ist latte macchiato eine Münchner ChiChi Erfindung, die den Weg über die Alpen von Nord nach Süd genommen hat. Übrignes il latte (maskulin).

Die erste macchinetta (Moka) brachten meine Eltern ca 1970 mit aus Tuscien.

Ansonsten brüht meine Mutter unverdrossen Kaffee mit der Hand auf!

Savall

05. September 2009, 21:27

Ey! Wie schmeckt der Coffee süße. Und im übrigen: "Ohne Gaffee gammer nich gämfn", so soll es bei den sächsischen Truppen vor der Schlacht bei Kesselsdorf 1745  geheißen haben. Trotzdem ging die Schlacht verloren. Wir Sachsen haben ja eine respektable Tradition in verlorenen Kriegen. Ich glaube, in den letzten 300 Jahren waren wir in jedem Fall auf Seiten der Verlierer. Die Schlacht bei Breitenfeld, 1631, haben wir nur versehentlich gewonnen, weil die Schweden sich unserer Flucht nicht anschlossen. Ich will nicht weiter in Lokalpatriotismus machen, aber der Coffee-Baum ist eine der ältesten Kaffee-Schenken in diesem Lande:

http://www.coffe-baum.de/

Unpatriotischerweise bin ich ja ein Tee-Anhänger (Darjeeling für die guten Zeiten. Earl Grey im Alltag). Aber in der Firrma muß ich mich zu Kaffee bequemen. In schauerlicher Qualität übrigens. Aber ist guter Kaffee nicht eigentlich schon wieder ein Distinktionsmerkmal?

nico

05. September 2009, 21:58

.....Gerätepark für derlei sinnliches Chromgewächs kann nicht so stehenbleiben, Frau Diener, und despektierliches über Poggenpohl eigentlich auch nicht, aber ich liebe eben doch eher mediterranes design, und so muss erwähnt werden, dass der Cafe und vor allem dessen Beibringung Ersatz für die ein oder andere lohnbringende Beschäftigung ist, oder nur ist. In jeder Großstadt findet man diese Manufakturhändler Pavoni & Co. mit entsprechendem Accessoires, Auswahl an vielerlei wohlklingenden Cafes und - unnütz zu erwähnen - edelbitterer Schokoladen belgischer Provinienz, welche eine herrliche Melange am Gaumen bilden, so daß diese Dinge des Lebens die Protagonisten eines trüben Novembertages sein müssen. Kann denn dies ein schnödes trichterförmiges Porzellan heute noch dienen. Vergleichbar allenfalls mit der gehäkelten Toi-papp.-Rolle auf der Hutablage des Opel Kadett. Und letztlich ist der "Hier gibt es  deutschen Filterkaffee" in Urlaubsmetropolen ein so negativ besetzes.....

Andrea Diener

05. September 2009, 22:01

Nico, ich weiß nicht, ob da mehr geht, aber es geht anders. Es gibt ja viele Kaffeekulturen, einige davon harren noch der Lifestyle-Entdeckung. Ich für meinen Teil bevorzuge Gerätschaft, die (außer zum Erhitzen des Wassers) keinen Strom benötigen. Wie man vielleicht auch an den Gerätschaften oben sehen kann.

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Don Ferrando, Latte ist eigentlich eine Kinderversion. So ähnlich wie das milchige Gebräu, was ich früher bei Oma bekommen habe. Das behütete Kind der Gegenwart wird von solchen Einstiegsdrogen vermutlich ferngehalten, aber in Italien ist die Schale Kaffeemilch mit Keksen zum Tunken ein beliebtes Frühstück.

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Savall, vor dem Coffe-Baum stand ich auch schon bewundernd. Leider bin ich nicht reingegangen, ich glaube sogar, er hatte gerade zu. Aber der Bürokaffee läßt mich auch oft genug zum Tee greifen: Billige Tröpfelmaschinen aus Plastik allüberall.

Don Ferrando

05. September 2009, 22:13

Frau Diener, bereits als Siebenähriger durfte ich meine erste Tasse in Reggio Emilia trinken. Nur hieß es damals nur schlicht cafè latte !

nico

05. September 2009, 22:33

Verstehe, leider sind Frauen sind selten espresso-affin, und deshalb versteht frau auch nicht so um die Notwendigkeit derlei Gerätschaften. Man sieht sie ja auch spät abends latte-wasweisich trinken. Pues bien cada uno a su gusto.

NvN

05. September 2009, 22:47

Für all diejenigen, die so einen Melitta-Porzellan-Filter suchen und sich in Berlin aufhalten:

Im Hallenflohmarkt in der Arena auf Treptow (Nahe der der Grenze Treptow/Kreuzberg/Friedrichshain, vom Schlesischen Tor aus Richtung Treptow den Kanal überqueren und dann die erste Straße links) gibt es ein älteres türkisches Ehepaar, die mit hochwertigerem (Rosenthal und ähnliches) Porzellan handeln.

Die Beiden haben eine regelrechte Sammlung dieser Kaffeefilter und bieten sie für einstellige Eurobeträge an. Flohmarkt ist da immer Samstag und Sonntags.

Filou

05. September 2009, 23:17

Alle Arten von Kaffee habe ich erlebt. Es ist eine meist betruebliche Auflistung schlimmer Erfahrungen. Man muss wissen, ich bin Hardcoretrinker; 10 Taesschen in 8 Stunden sind Durchschnitt. Ich kenne alle. Wirklich geschmeckt, also echt lecker, waren nicht viele, die Erinnerungen sind vielfaeltig.

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Mutti schickte den Sohn ins Russenkasino, dort gabs zufaellig Kaffee. Die Nachbarn, VA-Offiziere gaben den Tip. Die Bohnen waren noch gruen, die ganze Strasse roch wie eine Kaffeeroesterei. Die Frauen standen vor den Bratpfannen am Herd und ruehrten die Bohnen.

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Die Mangelware Kaffee in der DDR musste auch schon mal im halleschen Bordellviertel (fruehe 50er Jahre, da gabs das noch) beschafft werden. Die dortigen Damen hatten aber nicht nur Kaffee, die kannten auch Grenzschlepper und Schieber.

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Die Tante im Rheinland hatte ein Kaffeeabonnement: ein mal pro Woche brachte ein Bote das Pfuendchen vorbei.

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Nach durchzechter Nacht kaufte man beim Baecker Broetchen und stellte sich damit bei Tchibo oder Eduscho an den Tisch. Die Tasse, prima Zeug, kostete 15 (in Worten: fuenfzehn) Pfennige.

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Bundeswehrzeit in Holland: puenktlich um zehn und 15 Uhr wurde der Krieg (man war im Gelaende) unterbrochen. Der Kantinenwagen kam vorbei: Kaffee, Zigaretten.

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Die ersten 48 Stunden in Paris: Neugierig, arm, sparsam und schlaflos. Kaffee brachte einen ueber die Runden.

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Semesterreise nach Frankreich. Einer holte einen Perkulator aus dem Doeschvo, ein glaesernes Dinges mit Spritusbrenner, wenn das Wasser kochte, stieg es durch ein Rohr nach oben, ergoss sich ueber das dort befindliche Mehl...

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Selbstgemahlen, Kaffeemaschichine, Trockenkaffee, Espressi bis zum Koma (besonders in Italien oft gar nicht soooo gut), ToGo niemals, in Cafés oft eine Enttaeuschung. Im Buro eine Katastrophe, in der Kantine unsaufbar.

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Die Sorge um guten Kaffee hatte mich muerbe gemacht. Vor zehn Jahren warf ich mich einem internationalen Lebensmittelkonzern auf die Schlachtbank. Seitdem wird meine Sucht aufs Uebelste ausgebeutet.

Und ich bins zufrieden.

Mehr sag' ich nicht, sonst kommt die Inquisition der frommen Korrektdenker und wirft mich in den Roestofen.

Konfuzius sagt

05. September 2009, 23:46

Es gibt durchaus Menschen, die man mit dem Porzellanteil beeindrucken kann. Ein Amerikaner hat sowas stolz vom Flohmarkt mitgebracht und dann festgestellt, dass er total übers Ohr gehauen wurde.

Grob geraspelt im Teefilter geht auch.

miner

05. September 2009, 23:53

Fein. Was für ein Thema, gerade jetzt. Ich habe neulich noch über die Renaissance von Filterkaffee nachgedacht. Und die kommt bald !!!

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Nachdem ich jahrelang Espresso getrunken habe und andere Arten des Kaffeegenusses schon fast vergessen hatte, wird mir seit geraumer Zeit von einer liebreizenden Person in den Morgenstunden ein prima Filterkaffee vor die Nase gesetzt....Ich kann nur sagen: Genial. Es entsteht ein Gefühl aus tiefer Zufriedenheit gemischt mit einer Prise Nostalgie. Kommt eben alles wieder...und nicht vergessen: Draussen gibt´s nur Kännchen ;-)

Andrea Diener

06. September 2009, 00:08

Nico, gute Schokolade geht mit Kaffe bestens zusammen, das stimmt. Auch mit solchem aus Trichterporzellan.

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NvN, klingt gut. Meiner ist allerdings ganz schnöde aus dem Kaufhof. Man muß sich ja zu helfen wissen, wenn man in Kaffeeverächterhaushalten einquartiert ist.

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Filou, ich habe das als Kind nie verstanden, daß unsere Familie irgendwelchen mysteriösen Anverwandten, die ich nie gesehen habe und die man auch nicht anrufen konnte, regelmäßig Pakete schickte mit Kaffee drin. Ein Land ohne Kaffee, unglaublich, dabei steht der doch reihenweise im Supermarkt herum und bei Eduscho. Allerdings wurde der Bohnenkaffee früher auch bei uns nicht einfach so literweise weggetrunken. Wochentags gab es Muckefuck, erst am Wochenende richtigen Kaffee.

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Wobei mich allerdings doch interessieren würde, welcher Normalkaffee als trinkbar einzustufen ist. Im Büro gibt es den weißen mit dem Ausrufezeichen, der ist es schonmal nicht.

Grenzgänger

06. September 2009, 00:10

Statt Tuning hätte ich ja lieber Feinabstimmung gelesen, aber Sie haben natürlich recht, es sind mehr Buchstaben zu schreiben. Und was den religiösen Fanatismus angeht: Ich hoffe, dass der Ihnen fremde religiöse Fanatismus noch Religion zulässt. Zumindest im Zusammenhang mit der Kaffeezubereitung scheint es so zu sein. Nebenbei bemerkt, so ein schönes Exemplar von Porzellanfilter befindet sich auch in meinem Besitz und Gebrauch. Aus dem Müll gerettet! Ich möchte sogar behaupten, er ist ...eine Spur... nein nicht schöner, zumindest origineller, als der in Ihrem Beitrag abgebildete. Leider kann ich kein Abbild schicken, da mir die schnelle Art von Photos herstellen nicht möglich ist. >Son nimodschen Krom hev igg nech<

Tschonni

06. September 2009, 00:11

Handaufsatz, Goldfilter, Wildkaffee aus Äthiopien (der ist unsagbar günstig [5 Euro das halbe Pfund - ich finde das für einen guten Kaffee günstig] und so gut - ist jedem zu empfehlen der es etwas kräftiger mag. Sehr nachhaltig) und kochendes Wasser. Besser kann der Tag nicht starten.

Außer wenn man vielleicht noch Mutters Gelees auf seinem Toast wieder findet.

Alter Bolschewik

06. September 2009, 00:21

Nett der Vergleich mit den Betriebssystemen: Jetzt wundert's mich nicht mehr, daß ich als Kaffeeverächter ausschließlich Linux benutze (oder umgekehrt). Jahrzehntelang habe ich mir den Schwarztee (Darjeeling) literweise reingeschüttet, bis mich Magenprobleme zwangen, damit aufzuhören; die ersten Entzugswochen waren mörderisch, danach habe ich festgestellt, daß ich ohne Aufputschmittel wie Teein eigentlich viel besser durch den Tag komme, mit viel weniger Hochs und Tiefs und besserem Schlaf. Und seither gibt's, obwohl der Magen inzwischen wieder mitmachen würde, nur noch Kräutertee. Manchmal vermisse ich noch den Geschmack guten Schwarztees (ebenso wie den guten Tabaks, seit ich nicht mehr rauche), aber die Vorteile der Abstinenz wiegen den Verlust klar auf.

Andrea Diener

06. September 2009, 00:39

Miner, ich möchte überhaupt mal in irgendeinem Café wieder ein Kännchen bekommen. Und ein Milchkännchen daneben.

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Grenzgänger, es hat einen anderen Grund, warum ich das denglische Wort "Feintuning" verwendet habe. Ich leite nämlich mit einem Technikvergleich ein und dann mit einem der technischen Sphäre entstammenden Wort über, bleibe damit also metaphorisch im Bild. Also keine Tippfaulheit, sondern eine poetische Maßnahme.

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Tschonni, so ein Zufall: Ich trinke auch gerade Wildkaffee aus Äthiopien. Also nicht jetzt auf die Nacht, aber morgen früh wieder. Afrikanischer Tee und Kaffee wird, wie ich finde, immer ein wenig unter Wert gehandelt.

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Bolschewik, Kräutertee ist immer gut und geht literweise. Aber am Morgen eine Tasse Kaffee ist einfach ein guter Start. Ich bin so eine von diesen Leuten, deren Kreislauf knapp am Koma entlangschrammt, ich komme einfach besser in die Puschen mit ein bißchen Koffein.

Thomas Scholz

06. September 2009, 00:55

http://toscho.de

Auf diesen Text habe ich gewartet; das habe ich erst beim Lesen bemerkt.

Ich bereite meinen Kaffee in seit Jahren aus mit einem Melitta-Schnellfilter zu. Davon wird mich auch nichts abbringen. Wichtig: eine kleine Prise Salz.

Ende der 90er hatte ich mal Gelegenheit, den Kaffee der großen Brüsseler Institutionen zu verkosten. Da habe ich den Kaffee-Macht-Index entdeckt. Im EU-Parlament wurde mir braunes Wasser zugemutet, in der Kommission normaler Maschinenkaffee, und die NATO hat die reine Sünde ausgeschenkt: schwarz, stark und mit einem Strauß Aromen, die ich seither vergeblich wiederzufinden suche.

Filou

06. September 2009, 00:56

Sie sind geborene Frankfurterin, nehme ich an. Nun, fuer die Juengeren unter uns: Nach 1945 konnte man, wenn man unter einem miesen Planeten geboren wurde, in der "Sowjetisch besetzten Zone", spaeter "Deutsche Demokratische Republik", zur Welt kommen. Das war wahrscheinlich nicht schoen, den Kindern machte es nichts aus; das Kinderleben wurde, quer durch die Gesellschaftsschichten, als Abenteuer empfunden. Wo gibt es Klopapier, wo kann man Schrott sammeln (und verkaufen), wer hat neue Micky-Maus-Hefte, wo gibt es Tee, wer hat Kaffee, bringe ich einen Teil der Schulspeisung nach Hause?

Bis zu meinem Weggang (1960) war es Mangelwirtschaft. In den 50ern durfte ich im Sommer oft in den Westen. Alleine, allerdings eingeschlossen im Dienstabteil des Interzonenzuges. Im Westen begannen die Abenteuer aufs Neue. Da war alles anders. Der Kaffebote, Brotsorten zur Auswahl, die Autobahn von Bonn nach Koeln hatte eine Mittelspur. Auf der durfte man mit dem Fahrrad fahren.Ich tat das natuerlich. Die Autobahn wurde uebrigens "Judenstrasse" genannt, warum, wurde nicht erklaert.

Bleiben wir beim Kaffee. Er wurde in der Kanne zubereitet. Es wurde gewartet, bis der Kaffeesatz auf dem Kannenboden war, danach wurde er durch ein Sieb eingegossen. Die Kaffeemaschine ueberraschte mich erst Anfang der 60er Jahre. In meiner Verwandtschaft wurde der Erwerb derselben wie ein kirchliches Hochamt gefeiert. Der Melitta-Filter kam erst mit der Kaffeemaschine in diese Haeuser.

Vergessen duerfen wir nicht, dass Kaffee in den fruehen 60ern auch im Westen reichlich teuer war. Ein Freund und ich trampten aus purer Langeweile nach Holland, von Koeln aus eine Tagestour. Wir durften das mit Erlaubnis unserer Gerade-noch-Erziehungsberechtigten, erhielten aber die Auflage, in Holland soviel Kaffee zu kaufen, wie das Geld reichte. Um dem Zoll zu entgehen, marschierten wir ueber die Gruene Grenze. Erst danach nahmen wir wieder die Autobahn.

Im Kaffee steckt vieles. Ich vermute, dass alleine ueber die Kaffeegeschichte der Deutschen nach 1945 sich AUCH Geschichte erklaeren laesst.

Ach ja, noch dies: als ich 1969 zu studieren begann, war ich, neben dem Kumpel mit dem 2CV, der einzige mit einer Kaffeemaschine. Man denke! Ein israelischer Kommilitone war der naechste, der sich nach langer Diskussion mit seiner Ehefrau und einem Telefonat mit seiner Mutter in Haifa, zur Anschaffung eines solchen, mittlerweile banalen, Geraetes entschloss. Diese Dinger, sofern ich es recht erinnere, waren in der besseren Ausfuehrung (etwas anderes wollte man auch nicht) ziemlich teuer. Soweit das.

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Die Einstufbarkeit von trinkbarem Kaffee ist fuer Hardcoretrinker sehr einfach: Wenn du nach der fuenften Tasse unter Magenuebersaeuerung leidest, ist der Kaffee Mist, oder die Kaffeemaschine, oder dein Magen. Wie sagt der Sachse: "Mer wees es nich, mer stegd nich drinne".

Grenzgänger

06. September 2009, 01:02

Ooch, mit Feinabstimmung wären Sie auch im Bild geblieben, aber davon abgesehen, das Wort Tuning ist ja fast schon eingedeutscht. Meine Bemerkung war eher scherzhafter Natur. Aber da wir gerade dabei sind: Vor einigen Jahren, so 2005 oder 2006 muß es gewesen sein, las ich auf einem Werbeschild vor einer Apotheke kurz nach den Sommerferien folgendes: After holiday Haut chec......  Das nenne ich doch wahrhaftig >gutes Deutsch<.....

Filou

06. September 2009, 01:18

Kaffee und in die Puschen kommen. Ohne Kaffee geht garnichts, nichts, rien, nur Mord und Totschlag.

Ich liege im Bett, schlafe, bin tot, habe eine Vorlesung verpasst. Die Unterlagen dafuer sind bei mir. Die anderen brauchen sie heute. Ich bin aber nicht da. Wie gesagt, ich bin tot. Diskussion, wer geht hin und traut sich das Tier zu wecken um an die Aufzeichnungen zu kommen? Der terrorerfahrene (damals schon) Israeli meldet sich freiwillig, leiht sich von meiner Freundin den Wohnungschluessel, geht vorher zum Baecker um Broetchen zu kaufen. Er schleicht sich in meine Wohnung, setzt die Kaffemaschine in Betrieb, und erst dann, als die Kanne voll ist, gibt er mir eine sanfte Ohrfeige, haelt mit die Tasse unter die Nase...

...ich schwoere, dabei sprach er ein Gebet.

Diese Geschichte ist nicht gelogen. Alle Zeugen leben noch. Aber nur weil ich rechtzeitig meinen Kaffee bekam.

Manni1000

06. September 2009, 09:47

...ganz der techniker, der ich nunmal bin, hab' ich (im zarten alter von ca. 10 jahren) eine methode entwickelt um aus schwall-aufgegossenem kaffee auch das letzte an aroma herauszukitzeln. -das hatte soviel erfolg, dass ich bei div. kaffekraenzchen in unserer wohnung immer mit der kaffeezubereitung beauftragt wurde.- hier das geheimnis: nach dem ersten schwall aus dem wasserkessel ABWARTEN bis das kaffeewasser durch den filter abgelaufen ist und der kaffeesatz im filter quasi eine kruste gebildet hat. dann von oben, vom rand des filters aus, konzentrisch versuchen den kaffeesatz mithilfe des im wasserkessel verbliebenen wassers "in die mitte zu spuelen", solange bis die kanne voll, oder das gewuenschte volumen erreicht ist. das braucht zwar seine zeit und eine ruhige hand, macht aber auch spass und sorgt vor allem fuer einen erhoehten kaffeegenuss. allerdings kann es schwierig werden einen filteraufsatz zu finden... ich kann ja mal hier gucken, ob ich den kerl finde der auf dem flohmarkt ueber's ohr gehauen wurde, vielleicht tritt er mir sein porzellan ab ??!!

...da faellt mir ein: OMA (die schneidernde, die, die den dallmayr kaffee im gleichnamigen geschaeft in der muenchner innenstadt kaufte und im care-paket zu uns nach frankfurt schickte) hatte so ein ding !! -- ausserdem hatte sie einen "tropfenfaenger". (die story die jetzt folgt ist absolut wahr, aber nix fuer menschen mit schwachen nerven. wer sich leicht ekelt sollte nicht weiterlesen, es sei denn er hat "feuchtgebiete" schadlos ueberstanden.)

...besagter "tropfenfaenger", bestehend aus einer kleinen schaumstoffrolle, die mittels einer gummischnur kurz unterhalb der tuelle der kaffeekanne (selbige ebenfalls aus porzellan, genau wie der aufsatz) zu befestigen war, um ein "tropfen" der kanne zu verhindern, fand bei meiner oma auch einsatz als tropfenfaenger unterhalb ihrer nase wenn sie erkaeltet war......

Don Ferrando

06. September 2009, 11:06

Manni,

ich habe von meiner Mutter gelernt, daß der erste Schwall gerade so bemessen sein muss, daß das Kaffeemehl nur quellen kann und noch nichts durchläuft; erst dann soviel eingeben, daß der Filter voll ist und kräftig Kaffee in die Kanne läuft!

Peter

06. September 2009, 11:13

Ich finde klassisch aufgebrühten Kaffee großartig (so koche ich 'seit immer' meinen Kaffee), aber das ändert nichts daran, dass Windows Vista kein übles Betriebssystem ist, sondern genauso wie der Kaffeefilter einfach unter ungerechtfertigten Imageproblemen leidet.

anderl

06. September 2009, 11:32

Hier heute morgen im Einsatz: Melitta 102 Porzellanfilter auf Kanne mit filzgefüttertem Themoummantelung in Hammerschlagausführung.

Deanna

06. September 2009, 12:56

Ach, nein. Es gibt sie noch, die Menschen, die einen Filterkaffee zubereiten :)

Ich schwöre auf meine von Hand aufgebrühte morgendliche Tasse Kaffee, die mich erst so richtig wach werden lässt, ohne zu stark zu sein. Tagsüber geht aber der ein oder andere Latte macchiato aus dem Betriebskaffeeautomaten. Wenn ich wie heute einen gemütlichen Sonntag zuhause verbringe, lasse ich den Kaffeevollautomaten werkeln.

Ein guter Tee, gleich ob schwarz oder Früchtee, hat aber auch was.

Und was die Betriebssysteme betrifft: auf meinem Notebook werkelt Linux Ubuntu, hat aber Windows XP noch nicht ganz verdrängen können.

striaght chris

06. September 2009, 13:19

http://www.christianmittermayr.com

Ich habe vor vielen Jahren aus reinster Notwendigkeit einen Porzellanfilter mit durchgehenden Sprung günstigst erworben. Zu meinem erstaunen hält das Teil seit nun sechs Jahren durch ohne zu zerbröseln.

Allerdings bin ich immer wieder für Alternativen zu haben; und so wollte ich auch folgendes Produkt zu Testzwecken erwerben: Ein Filterhalter in Form eines Drahtgestells. Das Ergenbnis ist ernüchternd. Die Leichtigkeit des Objekts führt zwangsläufig zu statischen Problemen, das braune Brühe landest nicht selten am Boden.

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Bei richtiger Zubereitung ist Filterkaffee die beste Variante - neben der Legitimität der vielen Alternativen. Die Qualität des Ausgangsprodukt muss stimmen, sorgfältige Lagerung - gemahlener Kaffee darf niemals umgefüllt werden! (die besonderen Geschmacksstoffe hauchen in wenigen Sekunden aus) und nicht zuletzt die Präzision der Zubereitung - wie Manni absolut richtig ausgeführt hat.

Mag sein, dass ich den Grundsatz des Abwartens bei der Schwallaufgussmethode in diesem Falle nicht wirklich eingehalten habe.

Andrea Diener

06. September 2009, 13:31

Das hätte ich nicht gedacht, daß noch so viele per Hand aufbrühen. Es muß also doch nicht immer der Gerätepark sein. Und die Firma Melitta kann aufatmen, nach der Pleite im Padsektor.

Kaffeetrine

06. September 2009, 13:33

ich bin Fan von Filterkaffee, mag aber Kaffeemaschinen nicht. Ich denke, dass das schlechte Image des Filter größtenteils mit diesen Maschinen kausal zusammenhängt.

Das Wasser dieser Maschinen ist heiß, aber nicht wirklich ausreichend erhitzt für einen guten Kaffee. Damit bleibt der Kaffee auf der Strecke, bleibt oft zu lange auf der Wärmeplatte lauwarm stehen und verkommt zu einer Bitterbrühe.

Ja, ich glaube auch an die Renaissance des Filterkaffees - sie ist sogar schon in kleine Schritten  unterwegs.... immerhin sind die Pads genaugenommen nichts anderes als Kaffee durch den Filter gebrüht :)

Und bis dahin bin ich jeden Morgen stolz auf meinen Porzellanfilter.

Jeeves

06. September 2009, 13:47

Auch auf dem ersten (oberen) Foto schön zu sehen: die offensichtlich neueste Schreibweise des schönen Wortes "Kaffee", die man seit kurzer Zeit allerorten entdecken kann.

Deanna

06. September 2009, 14:01

@Andrea Diener: das kann Melitta wirklich. Vor allem, wenn in den weißen Melitta-Porzellan-Filter ausschließlich Melitta-Filtertüten kommen :)

Sabineffm

06. September 2009, 14:11

Meine Filterkaffeemaschine steht ungenutzt in der Ecke, da mir das Ergebnis nicht schmeckt. Zur Zeit trinke ich morgens grünen Tee und zwischendurch einen Espresso aus der Siebträgerespressomaschine. Kaffee kaufe ich nicht im Supermarkt, sondern in der Kaffeerösterei.

Meine Oma hat den Kaffee immer per Hand aufgebrüht und - soweit ich mich erinnere - mit gutem Ergebnis.  Andrea Ihr Artikel und die Beiträge haben mcih inspiriert mir diese Woche einen Porzellanfilter zu kaufen und es auch mal zu probieren.

Straight Chris' Kaffeefilter-Kalendermodell

06. September 2009, 14:38

Also ich wäre mir da nicht so sicher, ob die Firma Melitta aufatmen kann. Es gab schon vor einiger Zeit den unfreundlichen Akt der Verkleinerung der Packungsmenge bei den Kaffeefiltern seitens Melitta. Eines Tages waren nur mehr 80 Stück drinnen - statt 100.

Ich bevorzuge die No-Name-Ware vom Diskonter zu 120-Stück. Es handelt sich dabei auch um ein interessantes Werkzeug zum Berechnen von Zeitabschnitten.120 Filter machen also drei Packungen im Jahr bei 1x  täglicher Anwendung. Allerdings gibt es bei mir persönlich Verwerfungen: Kaffeehaus, sehr selten auch Verzicht - welche die scheinbar Einfachheit des Rechenmodells etwas stören.

Grundsätzlich aber eine sehr schöne Zahl - 120: Zehn Dutzend oder auch 4*30.

sen_inno

06. September 2009, 17:20

http://Gutes Wasser ...

... ist das alles entscheidende Kriterium. Wer glaubt mit großstädtischem Leitungswasser (also Uferfiltrat! oder Chlorbrühe) einen guten Kaffee kochen zu können, der möge seine Geschmacksknospen beim Müllmann abgeben!

Die Diskussion pro oder contra der verschiedenen Zubereitungsarten ist müssig! Wie beim Tee auch kommt es auf die Wassergüte an. Wer also in einer Großstadt oder im Norden wohnt, kann nur auf Gletscher- oder Brunnenwasser ausweichen. Aber halt - bevor Sie anfangen das Gletscherwasser in den alten Wasserkessel zu schütten, kaufen Sie gleich einen neuen Wasserkessel! Denn der alte ist doch bestimmt noch mit dem Uferfiltrat aus der Leitung kontaminiert!!!

Noch ein Wort zu den ach so tollen Espressomaschinen - was aussen so toll blinkt und glänzt ist innen wahrscheinlich eine ganz üble Schimmelbude!

Wer schon mal versucht hat, so ein Maschinchen regelmäßig zu reinigen, der wird feststellen, das immer wieder Schimmelherde entstehen, die bis zum nächsten Reinigungszyklus (praktischerweise natürlich durch Sensoren angezeigt - sic!) ein fröhliches Leben in angenehmer Umgebung entfalten!

Insofern ist der Porzellanhalter für den Kaffeefilter wirklich die mit Abstand absolut hygienische Zubereitungsart ...

Aber wie schon an anderer Stelle (in der Zeit glaube ich war so ein herrlicher Artikel) geschrieben ... die italienische Moka bleibt die dem Kaffee angemessene und geschmacklich perfektere Zubereitungsart. Natürlich nur wenn man das richtige Wasser nimmt!

Klaus Weiskopf

06. September 2009, 17:44

http://www.iplusplus.de

Bis auf den letzten Absatz bin ich dabei. Die Moka ist vom Flair unerreicht, selbst auf dem Berggipfel auf dem Gaskocher. Daheim erledigt die kleine elektrische von Pavoni in Kombination mit einer Handmühle für die Bohnen von S'Caffè bei jedem Tête à Tête den Rest...

Mi sembra che

06. September 2009, 17:54

la latte si usa solo in Germania (per costruiere un tetto, per mostrare la sua sapienza e così via).

Agfa Zossen Asservate

06. September 2009, 18:17

Wär das, was Ihr Kenner allesamt so selbstverliebt trinkt, wirklich Wildkaffee aus Äthiopien, mein Land müsste größer sein als der nordamerikanische Kontinent.

Kaberla

06. September 2009, 18:57

Straight Chris' Kaffeefilter-Kalendermodell: In der 120 seckt so vieles Gute, ja, sphärenklingend Schöne: Wussten Sie, dass die Quersumme von 120 die 3 ist, die heilige Zahl der göttlichen Tantren? Und 4 x 30, die 4, die für Weltenweite steht, versöhnt mit der 30, der tiefen Zahl der tibetischen Weisheit! Ja, der Kaffeefilter lehrt uns Blicke in das Innere Welt.  

Don Ferrando

06. September 2009, 18:59

@ Jeeves: das ist die italienische Schreibweise.

Was aber viel häufiger anzutreffen ist, ist das englische coffee; insbesondere in Zusammenhang mit "coffee to go". Mittlerweile hat sich das ja durch die Kette Sterntaler aus USA  wie die Pest verbreitet!

Andrea Diener

06. September 2009, 19:15

Jeeves, so neu ist die Schreibweise garnicht. Zumindest nicht in Italien.

.

Sen Inno, es gibt viele Ansatzpunkte, sich über Kaffee zu streiten. Das Wasser ist nur eine davon. Man kann sich auch über die Temperatur des Wassers und die richtige Mühle streiten. Über den Kaffee, die Menge, Salz ja oder nein. Und vermutlch trägt jede dieser Komponenten das Ihrige bei.

ilnonno

06. September 2009, 23:08

Ich überlege schon eine Weile, seit wann man als Besucher einer Firma nicht mehr eine schlechten Kaffee, sondern einen schlechten Espresso angeboten bekommt. War das vor oder nach 2000?

icke

07. September 2009, 09:56

Noch mehr Kaffeegeschichten.

Der alte Brauch wird nich jebrochen, hier könn' Familjen Kaffee koch'n - wäre doch auch nicht schlecht, oder?

Ein guter Berkannter, in den Tropen aufgewachsen, verbrachte als Kind seine Mittwoche - da ist im französischen keine Schule - mit dem Malen (mit der Handmühle) von Kaffeebohnen, die bei Verwandten im Garten wuchsen, und die die Mutter morgens geröstet hatte. Der Kaffee musste fertig gemahlen sein, ehe er Spielen durfte - weshalb das eine oder andere Böhnchen unauffällig verschwand damit es schneller ging.

Paulchen

07. September 2009, 12:11

Wehrte Frau Diener,

danke schön, dafür das ich nicht mit dem Gefühl

leben muss, als einziger Kaffe mit kochendem

Wasser zuzubereiten.

Mahlen sie nich mit der Hand, oder in einer

Maschine?

Herzlichst P.

Andrea Diener

07. September 2009, 13:16

Ilnonno, es muß so ziemlich genau um die Jahrtausendwende gewesen sein. Anno 2001, wenn ich mich richtig erinnere, tauchte das Gerät bei Aldi auf. Das heißt, es war fünf Jahre vorher Avantgarde, drei Jahre vorher schick, ein Jahr vorher Mainstream und nun auf dem Grabbeltisch.

.

Paulchen, ich habe eine Solis Scala, eine elektrische Mühle, einfach und solide mit anständigem Mahlwerk. Ich habe auch zwei alte Mühlen, aber ich habe noch nicht die Zeit gefunden, die gründlich zu reinigen. Außerdem bin ich nicht sicher, ob ich morgens schon die nötige Koordinationsleistung für sowas  erbringe. Ich bin ganz froh, nur ein Rädchen drehen zu müssen.

E.R.Nest

07. September 2009, 14:44

Über Kaffeemachinen lästern und dann einen "Lisa-Simpson"-Pott benutzen - passt denn das zusammen?

Was sagt denn der Don dazu?

Und zum Thema Kaffee-Ersatz: Empfehlenswert ist da der "Coffee with Chicoree" aus dem Cafe du Monde in New Orleans: der schmeckt auch noch mit dem Ersatzwasser aus dem dummen großen Hauptkaff an der Spree...

Siebecca

07. September 2009, 15:04

Liebe Andera Diener, Entschuldigung, aber das ist Folklore, oder eher Kokolores?

Bei aller Sympathie fuer die Rehabilitierung des Filterkaffees wird eines nicht bedacht: guter Espresso, der die Basis aller von Ihnen genannten Abwandlungen ist, ob mit oder ohne Milch , entsteht nun einmal nur durch Verwandlung von heissem Wasser in Wasserdampf und unter Druck. Dieser Kombination allein verdanken wir das koestliche Crema, in der sich alle Duftnoten des Kaffees konzentrieren. Der Dampf darf aber nicht heisser als 90 Grad Celsius sein darf. Deshalb fuehrt nun mal kein Weg an Pavoni und Co vorbei. Auch die studentische Espressokanne auf Ihrem Bild kommt da einfach nicht hin, denn das Wasser wird auf dem Herd immer zu heiss und der Espresso schmeckt bitter bis verbrannt.  Oder haben Sie es schon mal auf dem Herd zu Crema gebracht? Wuerde mich ueberraschen. Eine Pavoni kostet, in Mailand und nicht in Muenchen oder Frankfurt gekauft, rund 550 Euro und haelt ein Leben lang, da sie keine elektrische Pumpe braucht, sondern den Kaffee manuell auspresst, daher doch uebrigens "Espresso" = "ausgedrueckt"!!  Die Pavoni kann ich wirklich nur empfehlen, war der beste Kauf meines Lebens, nur leider kann ich seitdem keinen Filter oder Espressonkannenespresso mehr geniessen...Werde dann zum Kaffeeanstandstrinker!

Enk

07. September 2009, 18:35

http://mentalsavage.blogsome.com

Die pauschale Verurteilung von Kaffeemaschinen ist ein wenig kurz gegriffen. Auch hier gibt es gute und schlechte Produkte. Die guten arbeiten eben nicht mit der angesprochenen "Tröpfelautomatik", sondern mit Schwallbrühtechnik (oder neudeutsch auch Vapotronik), was ganz gut das schwallweise Brühen des Handfiltern emuliert.

Andrea Diener

07. September 2009, 19:26

E.R.Nest, ich hoffte, mit dem Simpsons-Pott die WG-haftigkeit der Preßkanne zu illustrieren. (Ansonsten halte ich die Simpsons für die wichtigste fiktionale Leistung, die das Fernsehen in den letzten zwei Jahrzehnten hervorgebracht hat. Aber das würde jetzt alles zu weit führen …)

.

Siebecca, das ist prima, daß Sie ihre Maschine gefunden haben. Bleiben Sie ihr treu und genießen Sie ihre Crema. Ich nehme den Weg, der an Pavoni vorbeiführt und beschreite ihn fröhlich und guten Mutes.

.

Enk, aha, danke für die Information. Ich bin einer solchen Maschine noch nie begegnet, aber vielleicht ist ja was dran. Ich finde das Hochheben des Wasserkessels jetzt aber nicht so unzumutbar, als daß ich das automatisieren müßte.

Tschonni

23. September 2009, 10:11

Besser spät als nie - darf man sich eine Kolumne ueber die Simpsons wünschen? :D

Würde mir auch, um das nicht Ot werden zu lassen, eine Tasse KAffee dazu brühen.

Andrea Diener

23. September 2009, 12:47

Tschonni, wünschen darf man sich viel. Aber wie ich das hier ins Thema gebogen bekomme, weiß ich noch nicht ("Der tragbare Feierabend: Die Duff-Dose").

Martin Schröder

24. September 2009, 20:29

geht's auch ohne Webseite? Und wie lange geht so ein Blog?Irgendwann muss man ja aufhören das alles zu überblicken. Na, wie dem auch sei. Ich schreib' mal dazu nur soviel: Ich hege den Verdacht, durch Erlebnisse bestärkt, das man auch in Restaurants guten Kaffee bekommt, allerdings vor allem in Österreich, Italien und Spanien.

Zu Hause bin ich auch wieder zum Aufbrühen übergegangen, allerdings mit einem Gerät das alle als "Bodum" bezeichnen, in einem der Blogs wird es wohl als "French Press" bezeichnet. Allerdings kann der Filterkaffee auch durch etwa 5 Kardamom Bohnen "verfeinert" werden (den Trick habe ich aus der Türkei,und das schmeckt echt gut).

colorcraze

25. September 2009, 23:42

Ich habs nie begriffen, wieso sich Leute eine Espressomaschine ins Haus holen. Lärmt, ist arbeitsaufwendig zu putzen, macht immer nur eine Tasse. Espresso trinkt man draußen, im Stehcafé, Zeitungsladen oder im Restaurant nach dem Essen, aber wozu daheim machen? Die Filtermaschine macht mir 0,75 l des begehrten Getränks in annehmbarer Zeit (wer mit Kaffee geizt, braucht nicht jammern, der Kaffee schmecke nicht), da muß ich nicht jedesmal auf- und anstehen. Und falls ich doch mal unbedingt einen Espresso zuhause trinken will, oder auf rustikalere Reisen gehe, krame ich meine gute alte achteckige italienische Herd-Kaffeemaschine aus (wie im ersten Bild), die ich mir vor 30 Jahren auf der Klassenfahrt in Rom gekauft habe..

Kaffee Select

29. November 2009, 21:51

http://www.kaffeeselect.de/

Kaffee ist ein Genuss – welche Zubereitungsart Sie auch wählen!

Die Zubereitung einer Tasse Kaffee als Klischeefrage zu erklären - ist meines Erachtens nach - übertrieben.

Sicher wird jeder von uns im Laufe seines Kaffeelebens einige Zubereitungsformen ausprobieren.

Auf die Renaissance der deutschen Porzellankaffeemaschine setze ich auch.

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