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Ding und Dinglichkeit

Handgepäck des Großstadtnomaden: Der Rucksack

14. September 2009, 19:02 Uhr

Es war etwa Mitte der Achtziger Jahre, als die einflußreiche In-Group meiner selbsternannten Eliteschule mir in gewohnter Herablassung bedeutete, daß dieser Schulranzen jetzt aber wirklich indiskutabel sei und durch etwas weniger Peinliches ersetzt werden müsse.

Eine Schultasche? fragte meine Mutter.

Nein, sagte ich, ein Rucksack natürlich!

Rucksäcke waren lange Zeit graue oder braue Beutel, die man sich auf den Rücken schnallte, um auf Wanderungen ein Brötchen dabei und gleichzeitig die Hände frei zu haben. Daneben gab es die unterschiedlichsten Sportrucksäcke, aber für den zivilen Einsatz? In der Stadt, in der Schule? Das war neu. Weil gerade die Achtziger Jahre herrschten, mußte man möglichst einen Rucksack von einer sogenannten Marke haben, am besten eine Sportmarke, deren Logo nicht zu übersehen sein sollte. Die meisten waren aus heutiger Sicht brüllend häßlich. Aber was will man machen? Weil man als lesende, brillentragende Schülerin die Hoffnung nicht aufgibt, daß ab und an nochmal jemand mit einem redet, ging ich einen Rucksack kaufen. Und natürlich war er brüllend häßlich.

Viele Moden der Achtziger Jahre kamen und gingen, aber der Rucksack blieb. Er änderte die Form ein wenig und das Material, später hatte ich einen aus rotbraunem Leder, dann einen schwarzen. Sie waren ja auch unbestreitbar praktisch, es paßte viel hinein, ließen sich bequem tragen und erlaubten den Transport auch größerer Mengen Bücher, etwa zwischen Unibibliothek und Wohnung. Bis heute hat der Rucksack den Schulranzen oder die Büchertasche weitgehend ersetzt.

Auch der gute alte Aktenkoffer scheint ein Relikt zu sein – aus Zeiten, als man feste Arbeitsplätze hatte, einen festen Dienstbleistift, und zum Dienstjubiläum gab es einen goldenen Kugelschreiber. Solche Menschen tragen Aktenkoffer, der moderne Büronomade natürlich nicht. Als Zeichen seiner Flexibilität hat er einen Rucksack, auch wenn er nur ein Paar Blatt Papier darin herumträgt. Aktenkoffer sehen auch viel zu erwachsen aus. Niemand will erwachsen werden, also trägt man das, was man auch schon als Schüler hatte. Das bedeutet, man ist noch jung. Das muß es bedeuten. Man ist ja noch nicht alt. Jedenfalls noch nicht so alt wie die Eltern, als die in dem gleichen Alter waren.

Die meisten dieser Rucksäcke sehen dann irgendwie sportlich aus. Das erkennt man einerseits am Material: Es muß abwaschbar sein, also Kunstfaser und Plastik. Und der Rucksack muß funktional sein, das heißt: nicht unter zehn Seitentaschen, und überall hängen irgendwelche Riemen und Verschlüsse herunter, mit denen man noch etwas anschnallen kann. Survivalmäßig essentiell im urbanen Dschungel ist etwa die allgegenwärtige Wasserflasche, gern mit Nuckelverschluß, damit man auch unterwegs schnell mal was tanken kann. Man könnte ja verdursten, so mitten in Frankfurt. Und wenn es hart auf hart kommt, kann man noch einen Gurt um die Hüfte schnallen, dann ist alles ganz bestimmt gut befestigt.

Aber leider hat der Rucksack auch die Handtasche ersetzt. Irgendjemand muß den älteren Damen der Republik erklärt haben, daß Handtaschen aber sowas von out sind und nur kleine Klümpchen, die an langen Schnüren über den Anorak geschnallt werden, noch von der Öffentlichkeit toleriert werden. In diesen Rucksäckchen kann nicht viel mehr enthalten sein als ein Geldbeutel und eine Packung Taschentücher, und als Krönung baumelt dann gern ein Stofftier am Reißverschluß. Eins dieser Stofftiere hat als Minirucksackanhängertier Karriere gemacht: Die Diddlmaus hat keinen anderen Daseinszweck, als völlig zweckbefreit dort herumzubaumeln und die Trägerin daran zu hindern, von irgend jemandem ernst genommen zu werden.

Es ist schön, wenn man Menschen für solche Entwicklungen beschuldigen kann, und im Fall des als Handtasche pervertierten Rucksacks gibt es eindeutig eine Hauptverantwortliche, auf die man mit dem Finger zeigen kann: Miuccia Prada. Diese ansonsten recht stilbewußte Dame erfand den Stadtrucksack als ironische Geste: Seiner Funktion als Lastenträger beraubt, leiht er dem Täschchen seine Form, das Täschchen wiederum leiht Funktion und Größe. Leider ist die ironische Geste an sich als Designgrundsatz eine völlig fehlgeleitete Angelegenheit: Form und Funktion haben sich nicht mehr allzuviel zu sagen und leben beziehungsunfähig nebeneinander her.

Es ist nicht so, daß der Minirucksack der Handtasche irgendetwas voraus hätte. Eher im Gegenteil: Aus lauter Angst, den Geldbeutel nicht mehr im Auge zu haben, tragen manche Zeitgenossen den Rucksack vorne vorm Bauch. Besonders besorgte umklammern ihn dann noch mit beiden Armen. Warum diese Menschen dann einen Rucksack tragen und nicht einfach eine Tasche, will mir nicht recht in den Kopf. Heißt der Rucksack dann eigentlich überhaupt noch Rucksack, und nicht eher Vorsack oder Bauchsack?

Und dann ist da noch das Problem mit der Ansehnlichkeit. Rucksäcke sind Säcke, also formlose Dinge. Sie gehen einher mit anderen Insignien der Formlosigkeit: Dem Anorak, der Dreiviertelhose, den Sandalen mit Fußbett. Eine Gruppe Rucksackträger (sie treten gern in Rudeln auf) erscheint dem unbedarften Zeitgenossen daher als amorphe Masse, als organische Verklumpung, der an keiner Stelle Einhalt geboten wurde. Wenn Masse an einer Stelle nicht einfach ungehemmt weiterwuchert, nennt man das Formgebung. Der Rucksack ist so ungefähr das Gegenteil davon.

Ob das die In-Group meiner selbsternannten Eliteschule damals geahnt hätte? Vermutlich nicht. Um nicht peinlich zu sein, bräuchte ich heute vermutlich irgendwelche Plastikturnschuhe. Oder Piercings. Oder irgendwelchen anderen Wahnsinn, den zwanzig Jahre später die Rentner von übermorgen auftragen und mit Stofftierchen behängen.

Veröffentlicht 14. September 2009, 19:02 von Andrea Diener
Kommentare

raucher

14. September 2009, 20:04

Zuallererst zwei, drei Worte zur "In-Group": Man hat grundsätzlich immer mindestens zwei Möglichkeiten mit diesen Leuten umzugehen, sollte man nicht dazu gehören: konformistisches Nachäffen oder Protest, sprich sich einfach NICHT anpassen. Ich bin ein Kind der frühen Neunziger, damals erstmals sehr modern: zu weite Hosen, Nike (!) -Daunenjacken und Buffallo (!) -Plateauschuhe. Jetzt war weder ich noch einer meiner Freunde bereit dazu sich dermaßen Lächerlich zu machen und wie der Rest der Welt herum zu laufen. Wir haben uns die Hosen zerschnitten und bemalt, genauso wie unsere T-Shirts (O-Ton Muttern "Das gute Hemd... muss das denn sein!?"), Pullis usw. Da dieses Outfit im Winter etwas zugig war haben wir uns ganze Klamotten unter die "kaputten" gezogen. Dann kam da so n Typ mit seiner Band und irgendwie hatten die unseren Style geklaut (Nirvana). Naja, man kann nicht immer einzigartig sein. Aber genau dass ist der Punkt: warum wollen die meisten eben überhaupt nicht einzigartig, im Gegenteil, möglichst uniform sein? Nur mal so als Denkanstoß.

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Zurück zum Thema. Der Rucksack, wie Du selbst sagst, ist einfach praktisch. Immer gerne genommen: der gute Army-Rucksack, da passen mindestens 15 BierS, ne Jacke für die Nacht, zwei Päckchen Tabak und noch mehr Kleinkram rein und man ist für's Wochenende gerüstet. Der Laptop-Rucksack ist einfach praktischer als eine entsprechende Tasche da 1. ab einem gewissem Gewicht dasselbige besser auf den Schultern verteilt wird und 2. eben auch noch ein Terminplaner, USB-Schnickschnack, Kabel und Netzteile(e) platz finden. Punkt für den Rucksack.

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Ich denke ein weiterer Punkt, warum Rucksäcke so erfolgreich sind, ist einfach das Verschwinden des Services auf Reisen. Wann wurde das letzte mal ein Koffer von Dir im Hotel auf's Zimmer getragen, ich fange jetzt gar nicht mit dem Taxifahrer an, der nicht mal mehr aussteigt obwohl er sieht dass Du Gepäck hast, sonder einfach ganz lässig auf den Knopf für den Kofferraum drückt. Oder im Zug: schon mal mit mehr als zwei zu tragenden Gepäckstücken gereist? Was eine Gaudi. Also macht sich der moderne Mensch selbst zum Träger und packt auf die Schultern was geht.

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Im Prinzip bin ich also ein echter Fan des Rucksacks, was nicht heißt, dass ich nicht manchmal ein bisschen Grinse wenn ein midlife-crisis geplagter Mittvierziger mit Jack-Wolfskin-Rucksack durch die Innenstadt stapft als wollte er die Eiger Nordwand erklimmen.

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Schlusswort: um nicht peinlich zu sein sollte man versuchen sich selbst treu zu bleiben, im Sinne von: ich habe dies und das weil es mir gefällt, ich es brauche, es mir Spaß macht usw., jedenfalls nicht um zur "In-Group" zu gehören. Meine Sicht der Dinge.

zambucar

14. September 2009, 20:06

http://rolfluebbers-blog.blogspot.com/

Also das hätte mir nun wirklich auch einfallen können, ist mir aber nicht und so bin ich doch hocherfreut, dass Sie Frau Diener, dies mal zum Thema gemacht haben. Schon vor Jahren, als dieses Phänomen auftauchte, habe ich mich immer wieder, und das all die ganzen Jahre hindurch gefragt, sind die alle auf der Flucht? Was haben die da wohl alle drin, eventuell alle wichtigen Papiere, aus Angst das Haus in dem sie wohnen könnte abbrennen, Ziel eines Terroranschlages werden oder derartiges. Geht man wieder "Hamstern" wie früher die Leute nach dem Krieg. Da sah ich es zuerst, ich war noch ganz ganz klein, dann viele, viel jahre nicht mehr.

Doch inzwische glaube ich es zu wissen: Eine/-r macht es vor, alle anderen nach, ohne zu wissen warum.

Machen wir uns nichts vor, wir als Gattung Mensch sind eine Hammelherde, laufen Trends hinterher ohne zu wissen weshalb. Es ist daher nicht einfach, Individualist zu bleiben- warum hast du ncht auch so einen, alle haben doch einen.

In diesem Falle aber war es für mich einfach dem Trend zu widerstehen, abgesehen davon das ich sie alle (wirklich alle) grottenhässlich finde, sie für mich im Alltag zu tragen, keinen Sinn ergeben, erinnern mich dies "Rucksäcke" immer an Krieg und die Zeit danach. Desweiteren nehme ich an, würden alle mal Rucksacktragend von sich so ein "RUNDUMBILD" machen lassen, um zu sehen wie sie damit aussehen, eine hohe Anzahl all derer würde damit nicht mehr vor die Türe treten!

Nun dennoch, es gibt aber weitaus schlimmeres!

Rolf Lübbers

Ariadne

14. September 2009, 20:07

Wenn Sie die Rucksackträger auf Ihren Fotos schon schlimm finden, dann versuchen Sie sich doch einmal folgendes vorzustellen: Sie sitzen in der Wiener Innenstadt, bei einem jener ehemaligen K. u.K.-Hoflieferanten-Zuckerbäcker und Konditor bei einem großen Brauen und einem Stück Haustorte, die Sonne scheint, das Leben ist schön, neben Ihnen eine Gruppe ältere Wienerinnen im Kostüm und Hut...und genau in diesem Moment besetzt eine Gruppe unverkennbar deutscher Touristen den freien Tisch auf der anderen Seite. Und Sie sehen Jack-Wolfskin-Jacken (im Partnerlook - orange), Trekkingsandalen und Rucksäcke. Übertroffen wird so etwas nur noch von einem einzigen Outfit: Wolfskin-Jacke, Trekkingsandalen und Gürteltasche.    

Till

14. September 2009, 20:25

Liebe Frau Diener, zu Ihren Artikeln herzlichen Glückwunsch! Ganz abgesehen davon, daß Sie schreiben können, eignet Ihren Beiträgen so etwas - ich tue mich jetzt schwer, dies zu substantiieren -  also kurz und gut: So etwas angenehm Frankfurterisches. Und wo ich gerade dabei bin, noch eine indiskrete Frage. Welche selbsternannte Frankfurter Eliteschule denn? Goethe ? Lessing ? Gesamtschule Bockenheim-Süd ?

miner

14. September 2009, 20:54

Das wahre Merkmal von echten Großstadtnomaden / Businesspeople / Bürosklaven ist doch der Trolley. Freitags rattert es in Richtung Hauptbahnhof und Sonntagsabends rattert es zu 1000den wieder aus allen U-Bahn Stationen raus....wenn sich von der sehnsüchtigen Praktikantin bis zum high-end-Waterwalker wieder alles in der Business-Town einfindet.

Immer wieder erinnere ich mich gerne an die Zeiten, in denen es noch nicht dieses Klappern & Rattern auf den Gehwegen gab....bis in die 90er, als alle Sekretärinnen und Flugbegleiter noch Koffer & Taschen mühsam schleppten.

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Apropos verdursten mitten in FFM, wann kam eigentlich der Schwachsinn mit den umgeschnallten Flaschen und Messgeräten beim Dauerlauf ( sprich Joggen) auf ? Denn man könnte ja verdursten oder isotonisch implodieren, so mitten im Stadtpark.

Filou

14. September 2009, 22:15

Kleiner, netter Buchladen. Viel Publikum. Man moechte irgendwo "mal eben vorbei?". Es geht nicht. Die Tusse hat so einen Muellbeutel auf dem Ruecken.

Wenn's ganz arg kommt, hat sie vorne auch noch das Baby aufgeschnallt.

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Ich hasse Rucksaecke!

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Beim naechsten mal erzaehle ich, wie im Gars du Nord meiner Frau das Geld aus einem RUCKSACK (!) geklaut wurde. Aber das ist eine andere Geschichte.

Andrea Diener

14. September 2009, 23:00

raucher, sich nicht anzupassen ist der Königsweg. Das habe ich zum Glück auch irgendwann gelernt, und vermutlich ein bißchen gründlicher als viele andere. Damals, so in der sechsten, siebten Klasse, war mir schlicht egal wie ich aussehe, ich habe mich nicht darum gekümmert. Es gab wichtigeres. Aber anderen war das nicht egal, das haben sie ziemlich vehement zum Ausdruck gebracht, also muß man sich der Sache irgendwie annehmen. Erst habe ich es mit Konformität probiert, und als das nicht gefruchtet hat, irgendwie anders. Dazwischen habe ich so etwas wie einen eigenen Geschmack entwickelt.

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Daß der Service auf Reisen wirklich schlimm ist, kann ich bestätigen. Das letzte Mal hab ich mir mit der Reisetasche fast den Arm ausgekugelt, weil es am Bahnsteig nicht mal Kofferkulis gab. Wann haben die das denn abgeschafft? Hab ich da was verpaßt? Ende vom Lied: Derzeit bin ich mit einem Schweizer Armeerucksack unterwegs. Tolles Teil, vom Flohmarkt, geräumig und billig.

Andrea Diener

14. September 2009, 23:14

Zambucar, das Seltsame an diesen Dingern ist: Sie sind so hoffnungslos überinstrumentiert. Zu groß, zu viele Taschen, zu viele Gurte, zu viele Schnippel. Das ist alles eigentlich überflüssig. Ich hatte allerdings mal einen Hamsterrucksack meines Großvaters, auf Reisen ist sowas ganz praktisch. Nette Alternative zum Rollkoffer. Der ja an sich auch keine dingliche Schönheit ist.

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Ariadne, das tut mir auch immer so weh. Wienerinnen sind ja oft gut angezogen, und dann meine Landsleut dazwischen. Ständige Distanzierungsleistung.

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Till, bezüglich der indiskreten Frage: Gleich die erste war ein Treffer. Hab ich aber nur fünf Jahre durchgehalten und bin dann zur Oberstufe abgegangen. (Worin sich Frankfurterisches in Texten ausdrückt, würde ich ja gern mal konkretisiert haben.)

Andrea Diener

14. September 2009, 23:21

miner, keine Ahnung. Ich bin ja die Einzige bei uns im Anstrengstudio, die keine Wasserflaschen schleppt. ich brauche fünf Minuten nach Hause, die halte ich gerade so noch aus, und die eine Stunde Sport auch.

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Der Trolley, richtig. Alles rollt jetzt. Heute habe ich übrigens zum ersten Mal einen Schulranzentrolley gesehen.

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Filou, gehn Sie mal auf die Buchmesse. Und dann lernen sie die breiten Damen in den breiten Anoraks hassen, die mit ihren ausladenden Rucksäcken und den ZVAB-Tüten rechts und links behängt Bücher- und Prospektehamsternd mitten im Gang stehen.

Andrea Diener

14. September 2009, 23:25

Ach so, eins hab ich noch vergessen. ich arbeite ja mitunter als Garderobenkraft im Museum, und die Touristen haben ja auch alle Rucksäcke, weil sie ihren Hausstand mitschleppen müssen, wenn sie in einer fremden Stadt sind. Sobald es warm wird, schwitzen die Touristen. Und natürlich unter dem Rucksack. Und der saugt sich voll, der ganze Schaumstoff am Rücken und an den Schultern, die ja gepolstert sind wegen der unendlichen Last und Mühsal. Und dann arbeiten Sie an der Garderobe und nehmen so ein Ding entgegen. Ich sag ihnen, da greifen sie voll rein in anderer Leute Feuchtgebiete. Ein vollgesogener Badeschwamm ist Dreck dagegen. Riechen tut das natürlich auch ganz erfrischend, das Kunstfaserzeugs.

Filou

14. September 2009, 23:37

Also Trolley, sagt meine Frau, Trolley geht ueberhaupt nicht!

Es sei denn, sagt meine Frau, es ist ein Trolley, mit dem ich mich sehen lassen kann-und den man nicht hoert, sagt meine Frau. Sie kaufte nach mehrmaligem Laufen (nachdenken) um den Block den schicksten und leisesten Trolley, den der Markt zu bieten hatte. Seitdem steht sie am Transportband des Flughafens und wartet aengstlich darauf, dass ihr schicker Trolley endlich gestohlen wird. Die Anspannung ist immer sehr gross, weil der schicke Trolley meist als Letzter rauskommt. Wir haben noch einen Trolley von Tchibo (39,90 Euro)....

...haehae, der ist immer unter den Ersten.

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Touristen mit Rucksaecken und eine Turmbesteigung des Koelner Domes!

tesafilm

14. September 2009, 23:44

Irgendwie finde ich zumindest im rheinlaendischen Uni Leben das der Rucksack haeufig schon wieder durch grosse Umhaengetaschaen ersetzt wurde. Bevorzugt von Apple-Neopren-Laptop-Schonbezug Hersteller Crumpler. Alternativ im LKW-Planen Look von Freitag ('used look') oder in glaenzend neu von TNF.

Ist aber nicht Fahrrad tauglich - bleibe beim Rucksack. Deuter produziert uebrigens auch Rucksaecke fuer das urbane Leben ohne Survival-Vollvergurtung. :)

Davon ab ist mir noch nicht aufgefallen das Damenhandtaschen bedeutend kleiner geworden sind. Mag aber in FFM anders sein.

Till

14. September 2009, 23:57

Jaja, das Goethe-Gymnasium. Ich wiederum absolvierte da nur die Oberstufe, um dann 1979, mit den üblichen Weihen versehen, abzugehen. War eigentlich ganz angenehm und entspannt dort. Der radical chic dieser Jahre verbot allerdings solche Dinge wie Rucksäcke. Angesagt waren Plastiktüten, bei der Ökofraktion vielleicht aus Jute gefertigt. So richtig schön aber wurde es erst, wenn man die vom Lehrkörper hektographierten Blätter nonchalant in den großen Taschen von Vaters abgelegtem Trenchcoat  kompostierte.

Mit dem Frankfurterischen ?: Wie gesagt, ich tue mich da schwer mit der Begründung. Nun denn: Es weht ein freier Geist in Ihren Texten. Sie sind schnoddrig direkt, ohne jemals verletzend zu sein. Ich finde keinen Dünkel, kein art pour l'art, dafür eine angenehm neugierige Distanz zur eigenen Person, wie sie das Großwerden in einer in jeder Hinsicht bunten Stadt mit gebrochener Vergangenheit mit sich bringen kann.

Vielleicht verkläre ich dies aber auch nur angesichts meiner jetztigen Lebensumstände in einem Tal mit ständigem Bergblick, kurz vor der Grenze. Die mich umgebenden objektstarken Autochthonen pochen ulkig auf ihre Tradition und freuen sich ihres  Horizontes bis zum Apennin oder kurz dahinter. Die von mir als Frankfurterisch gelobten und Ihnen unterstellten Eigenschaften bilden hierzu einen angenehmen Kontrast.  

miner

15. September 2009, 02:12

Eine gegenwärtige Feldstudie bringt folgendes, grobes Ergebnis zutage:

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Vom naturwissenschaftlichen Typ über den fitten Rentner bis hin zur gestressten, angedickten, modevernachlässigenden Bildungsmutter: Rucksack

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Alles was irgendwie auch nur im Entferntesten mit Büro / Global-Economy-Schwippschwapp zu tun hat oder gerne haben möchte: Trolley

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Alles was irgendwie gerne jugendlich, urban & kreativ wirken möchte ( hier ganz häufig der Typus des allseits beliebten Moby-Doppelgängers vertreten): seitliche Umhängetasche

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Es lebe das Schubladendenken !

Andrea Diener

15. September 2009, 09:22

Till, so entspannt ging es zu unseren Zeiten (Ende Barton-Ära) nicht zu. Es gab auch halbwegs normale Lehrer, aber auffällig viele seltsame Fossilien. Dazu eine unangenehme Ballung von Mitschülern aus wohlhabendem bis wichtigem Hause, die sich für die Krone der Schöpfung hielten und sich mit Dingen behängten, auf denen groß die Markennamen standen.

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Das mit dem Bergdorf kann ich mir vorstellen. Ich wundere mich ja schon immer über die Sitten und Gebräuche in bayerischen Provinz(groß)städten: Was äußerlich so zivilisiert und normal aussieht, hat innerlich Monarchie und Ständegesellschaft nie wirklich überwunden. Frankfurt ist sicher nicht schön, aber von der Einstellung der Bewohner her einer der angenehmsten Orte, finde ich.

unellen

15. September 2009, 09:25

Bezüglich des Wassertrinkens beim Sport muss ich wiedersprechen: ich zumindest kriege währenddessen immer ziemlichen Durst und fände es total unangenehm, mit dem Trinken zu warten bis ich wieder zu Hause bin.

Ansonsten sehe ich auch immer mehr Umhängetaschen - wobei man über deren Ästhetik auch streiten kann, bei allen Frauen mit mehr als Körbchengröße A finde ich ja den zwischen den Brüsten verlaufenden Umhängetaschengurt auch eher ungünstig.

Die kleinen Rucksack-Handtäschchenen finde ich auch total sinnbefreit, es gibt so viele tolle Handtaschen... leider heißt es ja oft als Rechtfertigung für modischen und stilistischen Niedergang "es ist ja so bequem und praktisch..."

meine  persönliche Devise ist: Die Mischung machts. Sprich: Wenn ich schon touristisch einer Stadt unterwegs bin und Wasserflasche, Proviant und zu Kaufendes in einem Rucksach verstaue, dann ist der wenigstens schlicht und ist nicht allzu sackig, und ich trage dazu dann bewusst keine 7/8 Hosen, Turnschuhe und Anorak, sondern mehr oder weniger flache Lederhalbschuhe und Mantel/Jacke/Blazer. Dieser amorphe "wir-tun-so-als-kommen-wir-grade-vom-Berwandern" Komplettlook, der ist wirklich schlimm (leider pflegen den auch meine Schwiegereltern, meinem Mann versuche ich ihn grade abzugewöhnen, aber wenn ich mit meiner Schwiegerfamilie unterwegs bin sehe ich trotzdem aus als gehöre ich nicht dazu...)

Paulchen

15. September 2009, 09:42

Geehrte Frau Diener,

da kann ich nur sagen der arme Rucksack,

endlich hat er es geschafft in die "tolle modebewuste "

Welt zu gelangen und jetzt Ihre Kritik.

Stellen Sie sich doch nur mal vor was dieser nette

Sack von nebenan alles sieht.

Billigreisen,Kaffeefahrten, Jugendherbergen oder auch nur

das Trampen von A nach B, ja er kommt schön herrum

in unserer mobilen Welt.

Können Sie sich vorstellen noch mit einem Koffer zu reisen,

welcher aus Leder mit ordendlichem Kantenschutz

versehen mehr als das eigene Leben hält?

Ich will erlich sein, seit es keine Gepäckträger mehr gibt

war der " nette"  Sack von nebenan auf dem Vormarsch.

Mobilität und Dynamik strahlt er aus, nur will ich es.

Lieber nicht, mein Koffer bleibt was er ist ein treuer

Begleiter duch das Leben.

Herzlichst P.

Andrea Diener

15. September 2009, 10:32

miner, ich bin ja gerade nicht in der Großstadt, daher danke für die Feldstudie. Die Umhängetasche ist sicher obligat für alle Herren unter 40, besonders gern das Modell aus hochwertiger Lkw-Plane. Hier in Italien hat gerade die Rentnersaison begonnen, und was hier vorbeistapft, trägt Bündel am Rücken. Eins häßlicher als das nächste.

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unellen: Ich verstehe diesen Touristenlook auch nicht. Es ist ja Zivilisation, alle Einheimischen laufen normal herum und kommen wunderbar ohne Trekkingsandalen und Windanoraks aus. Aber manchmal frage ich mich ja ohnehin, was aus dem guten, alten Lederhalbschuh geworden ist. Von einer Seite drückt der Sportschuh, von der anderen der Stöckel, und dazwischen ist nur noch wenig Platz.

.

Die Umhängetasche trage ich nur im Notfall schräg, meistens hänge ich den Gurt einfach über eine Schulter, aus beschriebenen Gründen. Anderen scheint gar nicht aufzufallen, daß sie sich gerade etwas abquetschen. Vermutlich gibt es erschreckend viele Menschen, die nur einen Spiegel am Allibert haben und sich halsabwärts nie anschauen.

.

Paulchen, wenn ich mit dem Auto reise, dann Tasche oder Koffer. Ich habe eine feine Reisetasche aus Leinen und Leder, da paßt viel rein. Und man kann sie knautschen. Wenn man ein kleines Auto mit kleinem Kofferraum hat wie ich, muß man das gut planen. Und mit dem Reisebegleiter die Kofferauswahl koordinieren.

Icke

15. September 2009, 11:09

Habe gerade kleine Handtaschen (also nicht die 2Zimmer, Bad und Küche Monster wie ein Kollege mal meine Tasche mit Schuhen, Handbuch, Akte, Handarbeitszeug und und und nannte) mit kurzen Griffen, die man über die Schulter hängen und unter den Arm klemmen kann, entdeckt.

Wenn mensch dann auch noch seinen Hausrat herumschleppen muss, ist der Rucksack damit vereinbar und praktisch (wenn auch stillos). Aktentasche geht natürlich auch.

Nicht jeder hat das Glück des Kundendienstlers, einen Kastenwagen für den Aussendienst gestellt zu bekommen.

Und im Übrigen: habe von klein auf gesportelt (das heisst, noch ende der 70er damit begonnen) und bin jeweils ohne laufende Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr ausgekommen. Ich denke, dass das nicht gut angekommen wäre, aus Gründen der Hygiene und der Konzentration (Nun gut, von Marathonläufen und ähnlichen Veranstaltungen über mehrere Stunden weiss ich nichts). Aus der Schwiegerfamilie - da gibt es Bauern und Leute aus dem Tiefbau - weiss ich, dass auch draussen schwer arbeitende Menschen nicht die ganze Zeit durchnuckelten. Kurz, für mich ist, mit Verlaub, das ständige Knabbern und Süffeln eine schlechte Angewohnheit.

Till

15. September 2009, 13:11

Den merkwürdigen Herrn Barton habe ich schon weitgehend vergessen. Meiner Erfahrung nach war er all bark, no bite. Mehrfach stellte er mir die Relegation in Aussicht, um dann doch immer wieder einzulenken. In den späten 70ern ging man dort ohnehin eher zivilisiert miteinander um, es herrschte eine Jeans/Clogs/Palästinensertuchmode vor und Elterngeld vorzuführen, galt als verpönt. Daß davon trotzdem genügend vorhanden war, dürfen wir voraussetzen. Auch dies erschien mir schon damals als angenehm Frankfurterisch: Bei Familienausflügen in die Hamburger Elbvororte und nach Nymphenburg fand ich ganz andere Stimmungen und Verhaltensweisen vor, man mischte sich dort deutlich weniger.

ilnonno

15. September 2009, 13:33

Ich dachte immer, Touristen tun alles, um nicht wie Touristen auszusehen. War es nicht quasi wie ein Ritterschlag, von einem Einheimischen nach dem Weg gefragt zu werden?

Till

15. September 2009, 13:45

Und noch etwas zu Frankfurt: Offensichtlich sind seine Bewohner im Schnitt und aus den vorgenannten Gründen angenehme Zeitgenossen. Obendrein finde ich es aber auch noch schön. Gerne baue ich daher auf meinen Nordlandfahrten einen Schlenker übers Frankfurter Kreuz ein, um zu meiner Rechten dann die geliebte Silhouette vorbeiziehen zu sehen. Andere deutsche Städte verstecken sich ja eher vor des Reisenden Blick oder zeigen bizarre Arrangements, wie z.B. das Münchner Ensemble aus Aufblasstadium und Windrad auf Müllberg.

Ich grüße Sie aus der Diaspora!

Andrea Diener

15. September 2009, 15:05

Icke, das beruhigt mich ein bißchen. Mir widerstrebt es, täglich mehrere Liter Wasser abzupumpen, und das in Kleinstdosen über den Tag verteilt. Irgendwie haben die Menschen früher auch ohne überlebt. Das mit dem Essen ist auch im Zug zu beobachten: Manche Menschen packen ja die Wurststulle (oder die Tupperdose mit gesundem Obst) aus, sobald sie auf den reservierten Sitz gefallen sind. So ein Mensch, denke ich, kommt auch mal zwei Stunden ohne Essen aus, das muß doch irgendwie gehen.

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Till, der Autoreifen kurz vor München ist wirklich ein schlimmer Anblick. Dann doch lieber Banktürme.

Andrea Diener

15. September 2009, 15:09

ilnonno, für Italien scheint das nicht zu gelten. Ich sehe hier niemanden, der nicht in der klassischen Touristenkluft herumliefe, mal in schlimmer, mal in sehr schlimmer Ausprägung. Außer dem Begleiter trägt hier kein Reisender Sakko. Aber wenigstens sind die schlimmsten sommerlichen Entblößungen mittlerweile vorbei. Das in Meran konnte man ja teilweise nicht mitansehen.

Ariadne

15. September 2009, 15:38

Aus irgend einem Grund tragen die beschriebenen Herrschaften ihr Outdoor-Survival-Outfit aber oft nur in der Stadt. In 2000 m Höhe, auf Geröllflächen und an Steilhängen begegneten uns im Urlaub dagegen erstaunlich viele Turnschuhe, Ballerinas(!) und Handtaschen...

Jeeves

15. September 2009, 16:47

Ich zieh meine Gattin tagtäglich wegen ihres Rucksackes auf (an dem auch noch ein kleines buntes Plastiktier (?) hängt). Doch was macht sie? Sie erträgt oder besser: ignoriert mein Lästern gelassen und läuft weiterhin täglich und überall mit diesem unförmigen Ding rum. Allerdings immer auf dem Rücken, nie vorne. Und nur außer Haus. Mehr an Zugeständnis war von ihr nicht zu bekommen. Nun ja.

Frau B.

15. September 2009, 19:20

http://helgabirnstiel.blogs.com

Ein Rucksack ist etwas feines - wenn man auf den Berg geht. Und nur dann.

Was an einem Rucksack in der Stadt praktisch sein soll, ist mir unbegreiflich. Für andere Menschen ist es eine schiere Zumutung - weil die Träger ihre Ausmaße nicht mehr kennen und einen nur noch anrempeln. Außerdem sind sie ein gefundenes Fressen für Taschendiebe in vollen U-Bahnen.

Und @Raucher: mir hat noch immer ein Taxifahrer den Koffer in den Kofferraum gehieft. Ich käme ja nicht im Traum auf die Idee, dies selbst zu tun.

Savall

15. September 2009, 19:25

Ja, der Rucksack ist mir ein leidig Ding. Mittlerweile in allen sozialen und Altersschichten verbreitet und einer häßlicher als der andere. Wenn nur _eine_ Diddlmaus dranhängt, kann man ja noch von Glück reden. Manchmal sind es ganze Plüschtierzoos. Vor allem scheint keiner der Rucksackträger seinen geänderten Schwenkradius zu kennen. Was hab ich nicht schon unter diversen Schleudertraumen leiden müssen! Vor allem scheint mir der praktische Zweck nicht ganz einzuleuchten. Entweder man hockt sich mit Rucksack auf eine Sitzgelegenheit wie ein Huhn auf die Stange oder muß bizarre Körperverrenkungen in Kauf nehmen. Bemitleidenswert finde ich ja die Subjekte, die so ein Schnallenmodell erwischt haben. Kaum haben sie sich ihre 10-Kilo-Bombe aufs Kreuz gewuchtet, so fängt das hysterische Suchen des Schnallenanschlusses irgendwo in der Podexgegend an. Es sieht dermaßen albern aus! Ich meine, ich lege meinen Aktenkoffer auf die Knie und wenn ich aufstehe, nehme ich ihn in die Hand und gut is. Brauche ich mal die Hände frei, wird er eben mal kurz abgesetzt. Freilich habe ich in der Regel mindere Mengen meines Hausstandes dabei. Könnte mich da mal jemand von den Praktikern aufklären, was in den Rücksäcken, außer der Wasserflasche, noch drin ist? Bei den Schulkindern kann ich es mir ja noch vorstellen. Aber bei älteren Jahrgängen? Komplette Zweitgardarobe? Sammlung von bemoosten Feldsteinen?

Savall

15. September 2009, 19:48

Ah, Frau B., jemand der meine Nöte versteht! :-)

Prof.

15. September 2009, 19:49

Die auf Kongressen ausgehändigte Umhängetasche ist international längst zum Kongress-Rucksack mutiert, mit Sponsorenaufdruck und Wasserflasche.

Andrea Diener

15. September 2009, 19:56

Ariadne, vielleicht liegt das daran, daß Sie während der Ferienzeit auf dem Berg waren? Die lieben Kinderchen würden ja lieber tot umfallen, als ihre coolen Alltagsklamotten gegen Bergschuhe zu tauschen.

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Jeeves, ihr Gattin muß das Ding ja sehr mögen. Oder ist sehr leidensfähig. Ich würde mir das nicht jeden Tag anhören wollen.

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Frau B., der Weg vom Zug zum Taxi kann ganz schön lang sein. Mein absolutes Trauma hab ich erlebt, als ich einmal mit einer zentnerschweren Tasche quer durch Halle mußte, weil sich der Taxifahrer geweigert hat, mich zum Bahnhof zu fahren. Da würde überall gebaut, und durch die Fußgängerzone ginge es schneller. Naja, schnell ist auch relativ, und schneller ist komparativ. Bequemer wär es mit dem Taxi sicherlich gewesen.

Ach in der Kindheit

15. September 2009, 19:59

hatten wir wundervolle Leinenrucksäcke, kariert, mit hellbraunen Lederschnallen. Ganz Almwiese, selbst wenn längst zurück im Kinderzimmer.

Andrea Diener

15. September 2009, 20:01

Savall, der Rucksack kommt natürlich auf den freien U-Bahnsitz eben einem, damit sich dort auch niemand anderes hinzusetzen wagt. Wenn man fragt, ob man sich eventuell doch niederlassen dürfte, wird man genervt angeschaut.

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Viele Rucksachträgerinnen tragen neben der Literflasche Wasser (mindestens!) noch eine Lektüre herum. Der moderne Frauenroman an sich ist ja unter 600 Seiten anscheinend nicht verkäuflich, weshalb es immer schlimme Schinken sein müssen. Das weiß ich, weil die Dinger in den öffentlichen Verkehrsmitteln gern entblößt werden, und was man da sieht, spricht nicht für die Theorie, daß Lesen die Menschen klug macht.

aha

15. September 2009, 20:06

Wenn das Fahrrad das Hauptverkehrsmittel ist, hat der Rucksack doch eine gewisse Berechtigung, insbesondere wenn damit auch die Lebensmittel nach Hause transportiert werden. Und selbstkochen führt doch zu erstaunlichen Volumenzunahmen beim Rohmaterial. Das Plüschtier ist allerdings unverzeihlich.                                    

Savall

15. September 2009, 20:40

Das ist vermutlich die letztendliche Zweckbestimmung des Rucksackes: Nahkampfwaffe. Ich sah übrigens heute im Bus so ein kleines Mäuschen von vielleicht 8 Jahren. Die hatte gleich mit zwei Rucksäcken zu kämpfen. Einer vorn, einer hinten. Ich frage mich jetzt noch, ob die armen Kinder wirklich soviel Zeug mitschleppen müssen oder ob der zweite Rucksack nur dazu da war, den ersten auszutarieren.

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Ein Buch muß schon sein, ich gehe auch nie ohne aus dem Haus. Allerdings ziehe ich Diogenes-Bücher vor, die sind in der Regel nicht so schwer. Ich hab ja hier keine Buchhandlung, sondern nur eine Bestseller-Verteilstelle von Thalia. Wenn ich mir dort so die Büchertische anschaue, Andrea, dann glaube ich ja daß die Verlage mittlerweile die Umschlaggestaltung nach militärischen Gesichtspunkten vornehmen. Außerdem scheinen Bücher tatsächlich jetzt nach Gewicht oder zumindest nach Rückenstärke verkauft zu werden. Ich meine, die Dinger liegen da so scheinbar friedlich nebeneinander, jedes gegoldeter und gepinkter als das andere. Aber wir wissen ja seit Swift, was nachts in der Bibliothek so abgeht...

miner

15. September 2009, 21:15

Herr Jeeves, ein Rucksack incl. Diddl-Maus…na super. Leben Sie in einem < 50 Einwohner Ort, ist Ihre Gattin älter als 65 oder arbeitet sie beim Staat ? Warum tut sie so etwas ?  Das ist No go !

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Also, warum so androgyn?

Da gibt´s nur eines: Diddl-Maus abschneiden und raus damit aus dem Fenster ( Diddl-Mäuse können prima fliegen )…geschocktes Gesicht ? .... den Rucksack mit ca. 5 sek Zeitverzögerung hinterher.

Bitte nicht vergessen, synchron ein Bild der Gattin zum Zeitpunkt des Abwurfs zu schiessen und im Blog veröffentlichen…man muss halt ein richtiger Allrounder sein ;-)

Filou

15. September 2009, 21:31

Heimaterde ist drin, lieber Savall, ganz viel Heimaterde. Man koennte ja mal entfuehrt werden. Dann hilft sie gegen Heimweh. Dazu noch ein Tuetchen Samen, dann kann man in der Einsamkeit des Gefaengnisses dem Kraut beim Wachsen zusehen-und spaeter sich damit in die Freiheit rauchen. Aber nur wenn es ein Nichtrauchergefaengnis ist.

Andrea Diener

15. September 2009, 23:12

Prof, Kongreßrucksäcke mit Sponsorenaufdruck sieht man auch ab und an. Meistens an Leuten, bei denen man sich fragt, ob man Mitleid kriegen soll oder ob denen einfach alles egal ist.

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aha, auf dem Fahrrad ist so ein Rucksack sicher nicht unpraktisch. Ich unsportlicher Mensch habe einen Korb hinten auf dem Gepäckträger, aber Männer zieren sich da immer so ein bißchen.

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Savall, ist klar: Hintendrin die Bücher und das Mäppchen, vornedrin Turnzeug, Blockflöte und Ballettschuhe. Oder so. Und Beileid zur Existenz ohne Buchhandlung. Das ist sicher fürchterlich.

nurmalsozwischendurch

16. September 2009, 00:33

Wunderbarer Beitrag... (ich hoffe, dass Ihnen der Don dafür als Belohnung auch mal den schweren Armee-Rucksack auf das Zimmer trägt!) Aber können Sie mir die schrecklichste aller Bekleidungs-Sünden der deutschen Reisenden erklären: die dreiviertel Hose?!?

Manni1000

16. September 2009, 06:50

...wer denn unbedingt mehr gepaeck rumschleppen MUSS als er will, dem empfehle ich den von savall und nurmalsozwischendurch schon angedachten armee-rucksack. ansonsten sollte wohl ein handtaeschchen reichen oder eine riege von dienern die (meinetwegen) louis vuitton koffer in die oberen etagen wuchten. zwischendrin gibt es nur den bergwanderer der sich in aspen verlaufen hat und per heli am "rucksack" per eingebauten fanghaken in die zivilisation zurueck-transportiert werden moechte.  -- hey, das melde ich morgen zum patent an !!!! (incl. gps-ortungs-geraet und entspr. software !!)

Manni1000

16. September 2009, 07:02

....da hab ich auch schon ein geiles marketing-video fuer im kopp!! --so nach dem motto: (mittel-)reicher schoenling will entspannt noch ein paar mal um die koniferen wedeln, kriegt ne wurzelspitze zwischen die latte und landet hals-ueber-kopf in der tanne...., ... er so halb paralysiert, ...dann EIN DRUCK auf den "hilfe-knopf" in seiner swatchex und schon kommt der heli angeduest holt den aermsten aus der malaise.... , ...also wenn das nicht zieht....

Andrea Diener

16. September 2009, 08:54

Nurmalsozwischendurch, das mit der Hose, die früher noch verpönt Hochwasserhose genant wurde, entzieht sich mir. Irgendwann einmal war das glaube ich für Stiefel gedacht, damit man nicht die leidige Entscheidung treffen muß, ob man die Hose da hineinknäult oder drüberzieht. Aber das gibt es ja auch mit Bändelchen zum Zuziehen, damit nichts die Beine hochkriecht, das hat bestimmt irgendeinen survivalmäßigen Grund (Schutz vor Giftschlangen im Dschungel etc.)

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Manni, das klingt so plausibel, daß ich mich frage, ob es das nicht schon gibt.

unellen

16. September 2009, 08:59

Aus persönlicher Erfahrung kann ich bezüglich des Inhaltes folgendes beitragen:

Als Studentin im Großstadtdschungel mit einer 3/4 Stunde Fahrzeit zum Campus kann der Rucksack an einem 9 Stunden-Unitag etwa folgendes enthalten:

- Wasserflasche

- Obst und Kekse für zwischendurch

- Laptop

- 5 verschiedene Skripte

- Collegeblock und Mäppchen

- FAZ (nimmt doch einiges an Platz weg, deswegen die ausdrückliche Erwähnung)

- für die eitlen Damen wie mich: Kamm, Puderdose, Mascara, Lippenstift, Handcreme, Nagelnotset (falls mal einer abbricht, ich persönlich hasse es den ganzen Tag mit einem abgebrochenen, nicht beigefeilten Nagel rumzulaufen)

- Tanzschuhe (weil nach der Vorlesung dann direkt zum Tanzkurs)

- In der Vorweihnachstzeit manchmal auch Strickzeug (auch arme Studentinnen wollen ihre Familie beschenken).

Damit ist der Rucksack wirklich ziemlich voll. Ich glaube man konnte mich in der Berliner S-Bahn auch immer als Zugezogene identifizieren weil ich meinen Rucksack wenn die S-Bahn etwas voller war stets auf den Boden gestellt habe.

Was den Inhalt der älteren Touristen angeht, so kann ich dank des persönlichen Anschauungsbeispiels meiner Schwiegermutter zumindestens deren Belegung ausplaudern. In ihren Rucksack kommt:

- 2 Wasserflaschen

- Essen. Unmengen an Essen. Mehr als jemand in der Zeit, die man unterwegs ist essen kann. In etwa: 4 doppelte Stullen, 3 Äpfel, eine Tüte Radischen, 2 Großpackungen Kekse.

- Fotoapparat

- Reiseführer

- Landkarte

- Regenmantel

- Regenschirm

Ich frage mich auch immer woher sie diesen seltsamen Tick hat, den hat sie leider aber mit Essen allgemein. Muss an den Entbehrungen des Sozialismus liegen.

Ariadne

16. September 2009, 10:32

3/4-Hosen kann man nicht erklären und sollte man nicht erklären sondern den Mantel des Schweigens darüber schlagen. Mit jemandem, der so etwas freiwillig trägt (am besten noch mit weißen Söckchen), ist ohnehin jede Diskussion über Mode hinfällig.  

unellen, die Theorie, dass die Unmenge an Essen auf sozialistische Zeiten zurückzuführen ist, finde ich plausibel. Damals bekam man - soweit ich mich noch erinnern kann - man unterwegs tatsächlich nichts oder nur sehr schwer (und dann schmeckte es nicht). So etwas prägt. Sehe ich auch bei meiner Schwiegermutter, die uns nach Mittagessen und Kaffeetrinken mit den Worten verabschiedet: "Nehmt noch die Bananen und die Kekse mit, falls ihr unterwegs im Stau steht" - bei einer Strecke von 35 km.

Andererseits beobachte ich das ständige Essen und Trinken auch bei eindeutig nicht durch den Mangel im Sozialismus beeinflussten Personen. Da muss es doch so eine Art Reflex o.ä. geben - ich reise, also muss ich essen. So muss z.B. eine einstündige Zugfahrt einen unglaublichen Kalorienbedarf auslösen, wenn ich mir so ansehe, welche riesigen Esspakete im Zug aus den Rucksäcken geholt werden. Und weil die Brote geschmiert wurden müssen sie natürlich auch gegessen werden, selbst dann wenn man erst vor einer halben Stunde gefrühstückt hat.  

icke

16. September 2009, 10:43

In meinem Rucksack fanden sich neulich: Akte des Mandanten, Handbuch, Wechselschuhe (falls Bahn bestreikt oder kaputt sind flache Schuhe den Pumps vorzuziehen), Handarbeit, Stifte, Necessaire, Talar.

Der Rucksack, einfach und schwarz (nicht bei allen Aussenterminen möglich) hat den Vorteil, dass man sich anlehnen kann, ohne dass der helle Mantel schmutzig wird. Es ist richtig, dass er (i) ästhetisch "unter alle Sau" ist und (ii) den Mitfahrern gegnüber unhöflich. Bei Aktentaschen ist in wirklich vollen Zügen an Abstellen nicht zu denken ist und die Mitreisenden scheinen sich da irgendwie draufzusetzen. Vom Stehenlassen mal abgesehen.

Bei auf Sitzen deponierten Gepäckstücken frage ich, ob der Kleine da 'nen ganzen Platz braucht. Meistens gucken die Leute dann doof, manchmal auch nicht, und machen den Platz frei.

Andrea Diener

16. September 2009, 11:20

Ich habe den Stullenbedarf meiner Eltern ja immer durch die Nachkriegszeit zu erklären versucht. Auch ohne sozialistischen Hintergrund schien es da eine gewisse Unwilligkeit zu geben, auswärts zu essen. Oder Sparsamkeit, oder Risikoscheu. Obwohl, das hat sich mittlerweile auch gebessert. Aber Kinder mit Essen auszustaffieren ist eine universelle elterliche Geste, auch im kapitalistischen Ausland.

Savall

16. September 2009, 11:26

Danke, unellen! Ich sag's ja, hier ist es bildender als in jedem verschmockten Alpen-Internat. In der Tat, Sie haben eine große Last zu tragen. Und richtig überflüssig ist auch nichts. Dann darf ich mich für privilegiert halten, daß ich meinen ganzen Krempel einfach im Schreibtisch lassen kann. Die Essens-Notvorräte für den nächsten Winter kenne ich. Bei mir war das zwar Oma-basiert, aber die Symptome waren die gleichen. Man kann ja nie wissen! Deshalb wurden für eine 45-minütige Vorortzugfahrt mindestens noch 6 hartgekochte Eier eingepackt. Kennt noch jemand diese Eierbehälter aus Plastik für ein Sixpack Eier mit eingebautem Salz- und Pfefferstreuer? Es war immer eine scheußliche Schweinerei mit den Eierschalen und dem übrigen Müll, weil der Müllbehälter natürlich immer voll war. Transportiert wurde das ganze aber in einem reisetaschenähnlichen Ungetüm. Obwohl es, wenn ich mich recht erinnere, noch so einen alten Hamsterrucksack von nach dem Krieg gab. Aber den hätte sich keiner freiwillig umgehängt. Man sollte sich wirklich mitunter als Messie gebärden. irgendwann wird der ganze Krempel wieder modern.

unellen

16. September 2009, 12:07

Prinzipiell spricht ja auch nichts dagegen, etwas zu essen dabei zu haben. So sah ich einmal in der Berliner S-Bahn eine Dame, die man in England sofort eindeutig als "upper class" identifizieren würde (vom Gegenwert ihrer äußerst geschmackvollen Kleidung hätte ich wahrscheinlich als Studentin einige Monate leben können. Von dem ihres Schmucks mindestens ein ganzes Jahr). Zu meinem großen Erstaunen holte sie aus ihrer Aktentasche (die nach echtem Krokodilleder aussah) eine Tupperdose, öffnete selbige und verzehrte zwischen Hackeschem Markt und Zoologischer Garten Vollkornstulle und in Viertel geschnittenen Apfel. Am meisten amüsierte mich, dass sie tatsächlich eine Papierserviette auf die Knie legte, um sich und die S-Bahn nicht vollzukrümeln... Ich konnte mir das nur so erklären dass sie vielleicht zwischen ihren Terminen (vielleicht saß sie ja in einem Aufsichtsrat?) keine Zeit hatte Essen zu gehen, andererseits auch keine Lust hatte auf einen käuflichen "Snack" hatte weil solcher nicht satt macht aber nur so vor Kalorien strotzt...

Was mich bei meiner Schwiegermutter auch so stört ist nicht dass Essen-Mitnehmen an sich, sondern eben die unfassbaren Mengen gepaart mit Anorak, Joggingschuhen und 3/4-Hose...

Charlie Arglist

16. September 2009, 13:31

Frau Diener,

dann verbreiten sich die Schulranzentrolleys hier jetzt auch? Schon vor einigen Jahren habe ich in Spanien so ungefähr jeden zweiten Grundschüler auf seinem Schulweg ein solches Ding hinter sich herziehen gesehen.

icke

16. September 2009, 13:38

Die Mitnahme von Butterbroten rührt vielleicht auch daher, dass Restaurationsmöglichkeiten unterwegs nicht immer zuverlässig anzutreffen sind (waren).

Entenquak

16. September 2009, 19:40

Carlos Castanedas Bücher waren eine Zeit lang Kult. Sein Held soll auf Geländeexkursionen die Hände frei haben und trägt deshalb einen Rucksack.

Ariadne

16. September 2009, 20:52

icke. Bei Bergtouren nehme ich auch immer Proviant mit, da weiß man tatsächlich nicht immer ob und wann man wieder etwas bekommt. Und wenn ich mir das so recht überlege, bei Reisen mit der DB eigentlich auch nicht...Aber in der (Groß)stadt?

Betrachtet man die Sache aus einem anderen Blickwinkel, finde ich den Rucksack eigentlich gar nicht so schlimm. Sicher, er ist meist hässlich und wirkt bei Erwachsenen insbesondere in Kombination mit Stofftierchen lächerlich. Aber genau deshalb passt er doch so wunderbar zur 3/4 Hose, dem Anorak und den Turnschuhen. Er rundet sozusagen das Gesamtbild ab. Eine schicke Handtasche wäre dagegen bei diesem Outfit doch der reinste Stilbruch...

Andrea Diener

16. September 2009, 21:54

Ariadne, so gesehen: Das kann man armen unschuldigen Handtaschen wirklich nicht antun, sie ihrem natürlichen Eleganzhabitat zu entfremden und in ein solches stilistisches Schreckensszenario einzuverleiben.

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Savall, bei uns gab es immer Salamibrötchen. Ich bin auf Salamibrötchen und Zugfahrt konditioniert wie der pawlowsche Hund aufs Glöckchen. Esse ich Salamibrötchen, denke ich sofort ans Zugfahren. Fahre ich Zug, kriege ich sofort Hunger auf Salamibrötchen.

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Chalie arglist, in Deutschland noch nicht. Ich schrieb gerade aus Italien, da bürgert sich das wohl gerade ein.

Manni1000

17. September 2009, 05:30

...mist, ich hab's heute wieder nicht rechtzeitig zum patentamt geschafft weil ich leider arbeiten musste.... aber ihr alle hier seid ja notfalls zeugen, dass ich als erster die geniale idee hatte, dass beim/am/im rucksack das fang~ /rettungsgeschirr bereits integriert ist..., ....gelle ???

.....das mit den salamibroetchen ist fatal. da hat wohl echt eine fruehkindliche konditionierung stattgefunden. -- wenn andrea  da einen ausweg aus der misere gefunden hat, bitte umgehend bloggen !!

ansonsten reihe ich mich zwangsweise in die riege der mainzel-maennchen-gucken-muesser-weil-fisch~/lachsersatz-toastbrot-(-in-der-pfanne-getoastet-weil-kein toaster-im-haushalt-)-gegessen-habenden ein.

...aber immerhin hatten wir auch oefter so'nen plastik-eierbecher-sixpack !!

...auf der anderen seite bin ich auch froh, dass es hierzulande weder mainzelmaennchen gibt, noch dass ich in der pfanne toasten muss....   :-)

Manni1000

17. September 2009, 05:40

....bitte nicht falsch verstehen; wir hatten nie not leiden muessen und waren auch nie hungrig !! -- unsere mutter konnte nur genausowenig schneidern wie kochen ! trotzdem hat es uns geschmeckt und das essen war immer schoen mit tomatenmark~ oder mayonaesefiguren verziert !! -- auf unseren besonderen wunsch hin auch auf einem "negerkuss-butter-broetchen"....

muscat

29. September 2009, 18:57

Ich kann nicht mehr vor Lachen...der Artikel, die Kommentare, herrlich.

Ja, auch ich hasse Rucksäcke. Gemeinsame Abneigung ist natürlich die erste Stufe zum Konformismus. Nun gut, das Risiko gehe ich in dem Fall ein.

R.Euler

02. März 2010, 22:42

http://GGffm.de

Dem Goethe-Gymnasium entkommt man nicht. Das "angenehm Frankfurterische" ist doch zu schön, um es nicht auch für das GG des Jahres 2010 zu reklamieren.

www.gg-ffm.de/.../546-dokumentation-qehemaligeq

R.Euler

"webmaster"

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