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Ding und Dinglichkeit

Anlaß zum Funktionärsschaulauf: Das deutsche Rassekaninchen

26. Oktober 2009, 10:22 Uhr

Wenn die Liebe geht, die Hobbies bleiben.
Rainald Grebe, "Dreißigjährige Pärchen"

Auf der Südhessenschau der Rassekaninchen herrscht geschäftige Anspannung. Ich solle den Herrn mitm geele Schlips suchen, hatte man mich am Eingang angewiesen, aber der Mann mit der gelben Krawatte ist gerade nicht ansprechbar: Der Herr Minister kommt nämlich gleich. Vor der Halle stehen sie an hölzernen Fässern, die als Stehtische dienen, halten sich an Bieren und Zigaretten fest und starren nach draußen auf die Straße. So hoher Besuch in der Zuchtanlage, und dann hat er Verspätung.

Das Kaninchen ist eins der wichtigsten Standbeine der deutschen Vereinslandschaft und Königsdisziplin des Lokaljournalismus. Natürlich ist es strenggenommen kein Ding, aber ein Symbol: Den einen für piefige Vereinsmeierei, den anderen ein Grund, halbstaatstragende Zeremonien abzuhalten, anderen einfach eine entspannende Freizeitbeschäftigung. Wir haben 1979 gebaut, da habe ich mir ein Hobby gesucht, sagt Herr K. Und mein Vater hatte im Krieg schon Kaninchen.

Die Bewertung haben die Tiere schon hinter sich, an jedem Käfig hängt ein Zettel, daran ist die Punktzahl abzulesen, Bemerkungen der Preisrichter zu eventuellen Fehlern wie zu weit auseinanderstehende Ohren oder eine Färbung, die dort nicht hingehört, und darunter steht ein Gesamturteil, ähnlich einer Schulnote: Hervorragend, ausgezeichnet, gut, nicht ausreichend. Rassekaninchenzüchter begeben sich auf die Suche nach einem Rasseideal, einem quasigöttlichen Urbild im Sinne der platonischen Ideenlehre, dem sie sich mit ihren Schöpfungen soweit als möglich anzunähern versuchen. Und wenn die Natur nicht mitspielt, wie bei dem unglücklichen Sachsengold-Kaninchen, das mit schiefer Blume auf die Welt kam, dann gibt es keine Note: n.b., steht auf dem Zettel, nicht bewertet. Damit ist das Kaninchen disqualifiziert und der Bräter nah.

Man braucht die richtige Verpaarung, um den Silbereffekt herauszukriegen, sagt der Vereinspressewart, der sich zu Ehren des hohen Besuchs in Anzug und Krawatte geworfen hat. Die Deutschen Großsilber sind sein ganzer Stolz, im ganzen Kreis ist er der einzige, der diese Rasse züchtet, und im Bundesgebiet sind es nur zehn oder zwölf. Man brauche viel Erfahrung, und die meisten geben die Zucht dieser Rasse bald wieder auf. Im schwarzen Fell sind zarte Silberhärchen gleichmäßig verteilt, die Silberung, das ist schwer hinzubekommen, sagt er. Aber eine friedliche Rasse, ein sehr gediegenes Tier. Die gediegenen Tiere sitzen entspannt im Käfig herum und verfolgen das Treiben in den Gängen, "ausgezeichnet" steht auf dem Zettel an ihrem Käfig.

Ein Ruck geht durch die Wartenden, das Tor wird aufgemacht, die schwarze Karosse rollt aufs Gelände. Der Herr Minister läuft beschwingten Schrittes auf die Halle zu, abgeschirmt von drei oder vier Bodyguards, streng schauenden Herren in Anzug mit Kabeln im Ohr. Neben ihm der Ausstellungsleiter und der Vereinspressewart, Hände schütteln, mit verbaler Umständlichkeit wird der Freude Ausdruck verliehen, wie froh alle seien, ihn, denn Herrn Bundesverteidigungsminister heute hier als Schirmherren bei der Allgemeinen Südhessenschau, es sei eine Ehre, hier entlang und dort der Tisch, Kaffee, Bier?

Am Tisch des Verteidigungsministers ballt sich nun alles, was wichtig ist: Der Kreisfraktionsvorsitzende, der Vereinspressewart, die Berichterstatter wimmeln mit den Kameras herum und bitten um Aufmerksamkeit und ein Lächeln. Sofort drängt sich der aufstrebende Jungpolitiker des Kreises, der die Lokalredaktionen seit seiner Wahl zum Landtagsabgeordneten Anfang des Jahres mit ungelenken, dafür aber umso regelmäßigeren Wasserstandsmeldungen aus seinem Privatleben bestens wenngleich unfreiwillig zu amüsieren weiß, in die Runde der Politprominenz. Sucht euch mal einen Platz, ich bin hier am Tisch, ruft er seinen Freunden zu, und schiebt sich grinsend mit aufs Foto. Ich fürchte, er wird es mal weit bringen.

Herr B. will ein Kaninchen kaufen, und zwar einen Zwergwidder, eins mit Schlappohren. Eigentlich züchtet er Havannakaninchen, aber die Widder sind gelehriger, sagt er, außerdem will seine Tochter welche haben. Einen haben sie schon zu Hause, der ist stubenrein, geht aufs Katzenklo und sitzt abends beim Fernsehen neben ihm auf dem Sofa. Wenn die Katzen des Nachbarn den Widder belästigen, kriecht er ihnen unter den Bauch und macht Bocksprünge. Das würden die hier, er zeigt in die Runde, nie packen. Rassekaninchen erfüllen vor allem einen äußerlichen Standard, die inneren Werte zählen da nicht.

Hat die Presse schon einen Katalog? Haben Sie schon einen Katalog? Ja, habe ich. Vor allem brauche ich jetzt ein Foto von einem möglichst süßen Kaninchen mit einem möglichst süßen Kind dran. Rebekka stellt sich netterweise zur Verfügung, sie ist blond und ein Mädchen, das ist schonmal gut. Ihr Vater züchtet Thüringer, und sie weiß, wie man die fachmännisch am Nackenfell aus dem Käfig holt. Wie heißt das Kaninchen? Gar nicht, das wird verkauft.

Der Minister ist nicht zum Spaß hier, er soll die Ausstellung eröffnen. Nacheinander treten also die Herren, die etwas zu sagen haben, an den Stehtisch und verlesen Reden. 291 Kaninchen, sagt der Ausstellungsleiter, markieren einen Tiefstand, da mag der harte Winter schuld sein oder die Finanzkrise, der man die Schuld an allem geben kann, auch an der Zahl der ausgestellten Tiere auf der Allgemeinen Südhessenschau. Minister und Vereinsvorsitzender und Kreisvorsitzender und Kreisverbandsvorsitzender treten nach vorn, die Kaninchenzucht, so höre ich, ist und bleibt ein verläßliches Hobby, der Leistungsstand der Züchter im Kreis ist beachtlich, ein Stück Natur wird den Menschen nahegebracht und eine schöne Beschäftigung, für die man neue Freunde zu gewinnen hofft, man dankt den Züchterfrauen, die das Kuchenbüfett bestückt haben, bescheinigt sich viel Lob von der Fachwelt für das hohe Niveau, die Wirkung reicht weit über die Landesgrenzen hinaus, wir begrüßen unsere Züchterfreunde aus Sachsen, das gesellschaftliche Engagement, das Ehrenamt, der Dienst an der Allgemeinheit, vielen Dank uns und Ihnen allen.

Der Regierungspräsident hat einen Pokal gestiftet, der Landrat, die Stadt, die Kreissparkasse, die Volksbank, der aufstrebende Jungpolitiker, die Stadtverordnetenvorsteherin überreicht einen Zuschuss, die Gewinner werden nun nach vorne gebeten, dürfen dem Bundesverteidigungsminister die Hand schütteln, die Lokalpresse drängt sich wieder und fotografiert, Grinsen, Handschütteln, Pokalhalten, drei, vier, fünf Sekunden, bis auch der Kollege, der seinem Konfirmationsanzug demnächst endgültig in die Breite entwachsen ist, ein Foto gemacht hat. Zwei Pokale für Herrn K. und seine Alaska-Kaninchen, die "Perle der Kaninchenzucht", wie man mich hinterher belehrt. Eine schwarze Rasse, ruft jemand rein, und die gesamte Unionsfraktion lacht.

Der schwarze Alaska ist der beste Rammler der Schau, der wird dann auch nochmal rausgeholt. Der Kollege will nämlich auch ein Foto mit Kindern, also sammelt er sich welche zusammen und stellt sie neben den preisgekrönten Rammler. Herr K. hält sein Kaninchen fest, das Kaninchen guckt etwas betäubt, die Kinder stehen aufgereiht und grinsen. Der aufstrebende Jungpolitiker ist nun, da der offizielle Teil vorbei ist, wieder mit seinem Freundeskreis vereint und schaut sich Kaninchen an. Auch der Minister geht durch die Reihen und läßt sich vom Vereinspressewart die Deutschen Großsilber zeigen. Die Männer sitzen und trinken Bier, die Frauen sitzen und essen Kuchen. Herr B. kann sich nicht entscheiden zwischen den schwarzen und den grauen Widdern. Das Sachsengold mit der schiefen Blume bekommt eine Möhre.

Dann reist der Minister wieder ab mit dem schwarzen Wagen und den Bodyguards, letztes Händeschütteln, der Kreisfraktionsvorsitzende will nicht mit Kaninchen fotografiert werden, der aufstrebende Jungpolitiker und sein Freundeskreis gehen jetzt auch, die Stadtverordnetenvorsteherin ist mit dem Kuchen fertig, das Büffet sieht ziemlich gerupft aus, die Züchterfrauen werden für morgen noch nachbacken müssen.

Veröffentlicht 26. Oktober 2009, 10:22 von Andrea Diener
Kommentare

zonebattler

26. Oktober 2009, 10:45

http://www.zonebattler.net

Eine vergleichbare Veranstaltung -wenngleich ohne ministeriellen Segen- habe ich mir hierorts der Neugier halber mal von außen und innen besehen. Es gibt tatsächlich kaum etwas Traurigeres. Ich wähnte mich den Mümmelnden mit vier Beinen näher als jenen mit zwei...

Doctor Snuggles

26. Oktober 2009, 11:05

Ich mußte mal während meiner Schulzeit auch zu so einer Veranstaltung mitkommen. Unser damaliger Biologie-Lehrer, übrigens ein Bayer, den es nach Norddeutschland verschlagen hatte, war offensichtlich begeisterter Anhänger. Kann mich noch einen "Deutschen Riesen" erinnern, ein gewaltiges Viech. Unseren Bräter hätte es bestimmt gut ausgefüllt.

Neben den Kaninchenzüchtern finde ich auch die Geflügelzüchter ganz schlimm.

elbsegler

26. Oktober 2009, 11:14

So ist sie, die ganz normale Welt. Da können wir gebildeten natürlich bestenfalls mit Unverständnis, lieber aber mit tief empfundener Häme reagieren. Kaninchenzüchter! Ein Synonym für Dummheit und Unfähigkeit. Wir sind ganz anders. Früher waren wir Mitglied in der Theatergemeinde und im Literaturzirkel. Da machen wir aber auch schon lange nicht mehr mit. Irgendwie alles zu peinlich. Wir machen uns jetzt im Netz über die Mitmenschen lustig. man müßte das alles verbieten. Diese ganze Vereinsmeierei. Dann wird bestimmt alles besser.

Not quite like Beethoven

26. Oktober 2009, 11:36

http://notquitelikebeethoven.wordpress.com

Und da sag noch einer, an Kaninchenzüchtervereinsberichterstattung sei Talent verschwendet, hier sieht man doch die ganz große Welt im Kleinen :-)

Interessant finde ich dieses Distanzmanagement zu den Tieren, um die man sich kümmert und die man hegt, die aber verkauft oder gar gebraten werden. Bloß keine Namen zu vergeben und so...

Andrea Diener

26. Oktober 2009, 11:42

elbsegler, ja, das ist die normale Welt, zu der wir irgendwie keinen Zugang haben. Ich habe das auch nur geballt, weil ich da Berichte abliefern muß, aber genau das ist das Interessante: In solche Parallelwelten zu gehen und neugierig zu fragen: Warum machen Sie das? Jenseits der Lokalpresse finden solche Dinge überhaupt nicht statt, dabei machen sie einen Gutteil des bundesrepublikanischen Lebens aus. Und vielleicht gar nicht einmal einen aussterbenden Teil, der demnächst durch irgendetwas avantgardistischeres als Kleintierzucht ersetzt wird, sondern eine Konstante. Vielleicht gibt es das immer und läuft unbemerkt neben uns her.

.

Andererseits geht es mir auch wie Zonebattler, diese Zucht, diese Auswahl ist mir sehr fremd.

elbsegler

26. Oktober 2009, 12:17

@Andrea Diener

Zucht ist doch wohl ein uraltes Geschäft der Landwirtschaft. Ohne Zucht gäbe es keine einzige unserer Haustierrassen. Für den Kaninchen-, Tauben-, oder Sonstwaszüchter ist es schlicht ein Hobby, ein Zeitvertreib. Ich kann das Problematische daran nicht erkennen. Das Vereins- und Verbandsleben ist ein Teil und damit auch ein Abbild unserer Gesellschaft. Wie immer, wenn Menschen sich organisieren, ist dabei nicht nur der Dienst an der Sache, die verwaltete Selbstlosigkeit die einzige Triebfeder, sondern auch alles, was so an Negativem im Vereinsleben zu beobachten ist. Das Kaninchenzüchten ist mir so fremd wie das Sammeln von Briefmarken. Ich hätte auch keinen Spaß am Turnen. Wem es aber Freude macht, der kann doch jedem Hobby nachgehen, ohne sich dafür Häme einhandeln zu müssen. Ja, es ist für den Vereinspressewart ein besonderes Erlebnis, mit dem Verteidigungsminister an einem Tisch sitzen zu dürfen. Das wird so schnell nicht wieder vorkommen. Gönnen wir es ihm. Die vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit sind nicht immer nur Spaß, sondern oft auch Mühsal. Ohne den Vereinspressewart, den Landesvorsitzenden, den Prüfungsausschuss würde die Kaninchenzucht als Hobby nicht funktionieren. ganz gleich, um welchen Verein es sich handelt. Ohne die Bereitschaft von Menschen, die man natürlich als "Wichtigmacher" abqualifizieren kann, viele Stunden ihrer Freizeit in die Organisation solcher Vereine zu stecken, wäre unser gesellschaftliches Leben um vieles ärmer.  Eitelkeit und Geschaftelhuberei sind als Teil der menschlichen Natur so eine Art Kollateralschaden, der unvermeidlich ist.

Andrea Diener

26. Oktober 2009, 12:24

Entschuldigung, wo sehen Sie Häme? Sanftes Amüsement vielleicht. Aber Häme?

Gabriel

26. Oktober 2009, 12:44

Die Mutter aller Hasenzüchterberichte gibt es übrigens hier:

www.viceland.com/.../bunny.php

Don Nutella

26. Oktober 2009, 12:56

Häme? Nö, die sehe ich nicht.

Tierschauen gehören nicht gerade zu meiner Lieblingsfreitbeschäftigung, aber gut.

So wirklich erschreckend fand ich nur den Halbsatz mit dem "fachmännischen Nackengriff". Der ist nämlich leider alles andere als fachmännisch und fügt den Kanninchen (Hasen, Katzen,... etc.) vor allen Dingen mal ordentliche Blutergüsse und entsprechende Schmerzen zu. Wahrscheinlich kann sich auch jeder vorstellen, dass es nicht sonderlich angenehm ist, wenn man mit all seinem Gewicht an seiner Nackenhaut "hängt". Also bitte: Die Tiere hochheben, nicht hochzerren!

Andrea Diener

26. Oktober 2009, 13:11

Don Nutella, ich habe mich immer ein bißchen schlecht gefühlt, weil ich mein Kaninchen ganz normal hochgehoben habe. Aber nun bin ich beruhigt. Ich hab doch alles richtig gemacht.

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Beethoven, die Distanz ist leider nicht immer da. Rebekka erzählte mir von zwei fehlfarbigen Kaninchen, die demnächst geschlachtet würden. Das ist traurig, ist aber so, meinte sie. Die Auswahl geht hier eben rein nach Farbe; Mutation oder Veränderung ist nicht vorgesehen, alles dient der Erhaltung des Status Quo, den irgendwer festgelegt hat. Das ist es auch, was mich so ein wenig befremdet, nicht die Zucht an sich. Natürlich will jeder Bauer gesunde Kühe, die viel Milch geben, aber die Zuchtziele bei den Kaninchen sind rein ästhetisch und für mich Außenstehende ziemlich willkürlich festgesetzt. (Am sympathischsten auf dieser Veranstaltung war mir übrigens Herr B. mit dem stubenreinen Hauswidder. Habe ich erzählt, daß ich so ein Hauskarnickel auch mal hatte?)

zonebattler

26. Oktober 2009, 14:07

http://www.zonebattler.net

Auch ich möchte klarstellen, daß mein erster Kommentar ganz oben alles andere als Häme zum Ausdruck bringen sollte, wohl aber Unverstand und Mitleid mit der instrumentalisierten Kreatur!

 

Briefmarkensammler und Kleintierzüchter sind insofern unterschiedlich zu bewerten, als die einen mit bunten Papierstückchen renommieren (und damit im Wortsinne niemandem wehtun), die anderen aber mit lebenden Tieren, die meist lange Zeit auf engstem Raum zusammengepfercht sind und dazu noch mit grellem Licht und Lärm beaufschlagt werden.

 

Es ist dieser deutliche Mangel an Respekt vor der [ ] Schöpfung und/oder [ ] Evolution (Zutreffendes bitte nach eigenem Gusto ankreuzen), der mich für diese Art Freizeitspaß wenig Verständnis aufbringen läßt, so sozial wertvoll und integrativ er ansonsten auch sein mag...

elbsegler

26. Oktober 2009, 14:21

@ Andrea Diener

Häme lese ich nicht aus Ihrem Text, sondern aus der Meinung von zonebattler. Hobbys sind nun einmal von Natur aus zuweilen für die anderen merkwürdig. Briefmarkensammeln ist aus der Distanz betrachtet auch eine eigenartige Freizeitbeschäftigung. Es gibt Modelleisenbahnvereine, in denen erwachsene Männer nicht nur mit der Eisenbahn spielen, sondern dabei auch noch Eisenbahneruniformen tragen. Ich könnte das nicht. Ich könnte auch nicht Mitglied im FKK-Verien sein, um dort nackt Volleyball zu spielen. Darf man sich darüber lustig machen? Ja. Man darf sich über alles lustig machen. Sollte man sich darüber lustig machen? Ja, wenn es einem hilft. Man wird aber selbst kein besserer Mensch davon, auch wenn man sich gern so geriert; gebildet, wie man ist. Ob man nun in seiner Freizeit Kaninchen züchtet oder Querflöte spielt, ist im Prinzip gleichwertig. Ist es nicht eher beruhigend in dieser vordergründig so auf Effizienz getrimmten Welt, dass es immer noch Leute gibt, die Freude daran haben, sich mit so sinnlosen Dingen zu beschäftigen, wie dem Kaninchenzüchten oder Querflötespielen?

.

Die Zuchtziele von Kaninchen sind ebenso willkürlich wie die Abseitsregel im Fussball. Sie haben beide den gleichen Zweck. Sie regulieren das Spiel. Wenn man den schönsten "Deutschen Großsilber" von Südhessen prämieren will, muss man wohl festlegen, wie das Tier idealerweise aussehen soll. Das Spiel muss nur der ernst nehmen, der auch mitspielen will. Rosenzüchter machen sich einen Sport daraus, neue Sorten zu züchten. Da ist Mutation und Abweichung gewollt. Und auch da muss irgendwer entscheiden, ob es denn nun einen neue Sorte ist. Es ist auch ziemlich willkürlich, zu behaupten, man dürfe zu schwarzen Anzügen keine braunen Schuhe tragen (oder auch umgekehrt) - und schon gar nicht nach 18.00 Uhr! Diese vielen sonderbaren Regeln machen das Leben nicht immer einfacher, oft aber abwechslungsreicher.

Andrea Diener

26. Oktober 2009, 14:45

Dann, Herr Elbsegler, haben wir uns falsch verstanden.

.

Aber eigentlich verstehe ich auch nicht so ganz, wo Sie bei Zonebattlers Kommentar Häme finden. Er fand es traurig. Ich kann das ja nachvollziehen, so eine ähnliche Traurigkeit befiel mich immer im alten Menschenaffenhaus des hiesigen Zoos. Das ist jetzt zum Glück umgebaut worden. Gut, die Kaninchen sahen alle nicht sonderlich gestreßt aus, die scheinen es gewohnt zu sein, aber man sieht sie doch lieber fröhlich über Wiesen hoppeln als in diesen Drahtkäfigen mit Bewertungszetteln dran.

zonebattler

26. Oktober 2009, 14:50

http://www.zonebattler.net

elbsegler,

 

bitte lesen Sie meinen Kommentar gleich über dem Ihren, wir scheinen uns da überkreuzt und zeitlich überschnitten zu haben. Ich bin selbst Reiter diverser abstruser Steckenpferde und teile Ihre Meinung weitgehend, mit dem einzigen Unterschied, daß mein Verständnis da aufhört, wo Lebewesen als "Hobbygegenstand" nicht artgerecht behandelt werden. Ansonsten haben wir Konsens.

elbsegler

26. Oktober 2009, 16:08

@zonebattler

Leider kam mein Kommentar zu früh. Okay, es war keine Häme, sondern Mitleid mit den Kaninchen. Das kann ich nachvollziehen, auch wenn ich glaube, dass die Tiere von Züchtern wohl im allgemeinen artgerecht gehalten werden. Das traurige Schicksal von den Kaninchen in deutschen Kinderzimmern wäre ein eigenes Thema.

.

@Andrea Diener

zur Häme: siehe oben. das ist ja das zwiespältige an der Haustierzucht. Ohne den Willen des Menschen, diese Tiere weiterhin züchten bzw. halten zu wollen, wären die Arten schnell ausgestorben. Keines dieser Kaninchen würde also munter über eine Wiese hüpfen, wenn es den Kaninchenzüchter nicht gäbe. Der Züchter erscheint mir auch das geringere Problem. Er will mit seinen Tieren Preise gewinnen. Das geht nur mit gesunden Tieren, die auch äußerlich in Bestform sind. Eine geschundene Kreatur ist dazu ungeeignet.

Viel trauriger sind da die vielen Hamster, Meerschweinchen, Wellensittiche et al. dran, die als aktuelle oder abgelegte Spielgefährten ihr einsames Dasein fristen.  Denen geht es wie Ihrem Menschenaffen damals im Zoo.

Moritz

26. Oktober 2009, 16:53

Werte Frau Diener,

ein interessanter Ausflug in eine Welt, mit der ich zumindest so noch nicht in Berührung gekommen bin. Ich finde es hin und wieder ganz interessant, sich mal in eine andere Welt zu begeben. Sind Sie da aufgefallen allein wg. Ihres Aussehens? Das finde ich immer total frappierend, dass man an manchen Orten wirklich auffällt, auch wenn man (von der eigenen Warte betrachtet) gar nichts Besonderes anhat....

Don Nutella

26. Oktober 2009, 17:58

Ja, lieber Elbsegler, sofern die abgelegten Spielgefährten denn wirklich ein einsames Dasein fristen. Sehr oft landen diese im Tierheim und dürfen sich ihre paar Quadratmeter mit vielen Artgenossen teilen.

Das Züchten von Tieren würde ich nicht generell verurteilen. Man denke mal an die ganzen alten Schafrassen, die zur Landschaftspflege beitragen. Bei Tierarten, die keine unmittelbare unmittelbare Aufgabe (mehr) zu erfüllen haben, sieht das natürlich etwas anders aus. Sehr oft hat das Herauszüchten eines bestimmten Merkmals böse Nebenwirkungen für das Tier, z. B. die plattgedrückte Nase, die den Perserkatzen bei Erkältungen große Schwierigkeiten bereitet oder die Hüftkrankheit bei Schäferhunden. Ein anderes Problem ist die "Zweckentfremdung" eines Tieres, z. B. wenn ein Hütehund zum "Modehund" wird und anstatt Schafen oder Kühen nur die 100qm Wohnung hüten darf. Nun, hier könnte man ewig weitermachen... Im Grunde genommen kann man den meisten Züchtern aber nicht absprechen, dass sie ihre Tiere lieben. Es gibt auch genügend Eltern, die ihre Kinder zu Schönheits- oder sonstigen Wettbewerben zerren.

Okay, okay diese werden normalerweise nicht für viel Geld verkauft, um dann später vielleicht doch noch (möglichst verhaltensgestört) im Tierheim zu landen.

Das Thema Tierausstellung ist halt grenzwertig. Ich will mal glauben, dass die meisten Züchter versuchen, ihren Tieren trotz Showprogramm ein angenehmes Leben zu ermöglichen.

Paulchen

26. Oktober 2009, 18:00

Geehrte Frau Diener,

ist so ein, hinter Gitter gelebtes, Leben nicht schön?

Das Tier hat sein Auskommen und mit etwas Glück

mehr Körperkontakt als die Ehefrau.

Stellen Sie sich doch nur mal die Model`s in Düsseldorf vor und

dort würde der Herr Verteidigungs. - vorbeischauen. Ach ja so was hatten

wir schon mal, war BADEN.

Doch hier auf dem Lande und in Solidarität vereint.

Ich hoffe für den Minister das er sich hat beraten lassen, welche Sorte

in der Truppe zum Fest gespeist wird.

Was nun die Tiere betrifft, aus Ihrer Sicht ist die Welt doch perfekt?

Herzlichst P.

Andrea Diener

26. Oktober 2009, 18:03

Ja, Elbsegler, ich weiß. Immer noch werden jedes Jahr zur Urlaubszeit viele Tiere ausgesetzt, weil deren Besitzer offenbar nicht weiter denken können als zur nächsten Fernsehsendung. Da fragt man sich schon.

.

Moritz, man fällt da immer ein bißchen auf, allein wegen der Kameratasche und dem Notizbuch. Auch, wenn man jung und unbekindert ist. Aber es hatten sich an dem Tag ja alle feingemacht wegen dem Herrn Minister. Schlimmer geht es da an Touristenorten zu, wenn man sich weigert, der herrschenden Rucksack-Cargohosen-Mode Genüge zu tun. DA kann man auffallen.

Doctor Snuggles

26. Oktober 2009, 18:05

Ich möchte nicht wissen, wie viele Mitglieder der Züchtergruppen selber nicht das Klassenziel erreichen würde, gäbe es für Menschen verbindliche Vorgaben für das Aussehen. ("oh guck mal, seine "Blume" ist zu klein, ab mit ihm...")

Savall

26. Oktober 2009, 18:36

Ich finde es zumindest schön, daß sich das Leben an die Regeln hält und die Realität offensichtlich genauso wirklich ist wie das Klischee. Inklusive der häßlichen Siegerpokale. Daß wir alle unsere Marotten haben sei davon unbenommen. Im übrigen dürften die Kaninchenzüchter nicht weniger Vorbehalte gegen Modelleisenbahner haben als unsereins. Außerdem ist es schön von dem hohen Herrn Minister, so menschlich mit dem Kaninchenzüchter selbst zu sprechen.

auxtroisglobes

26. Oktober 2009, 19:08

Viel witziger sind kaninchenzüchterforen. Da zeigt sich, daß man über alles ganz schnell ganz schlimm streiten kann, auch wenn man nicht im gleichen Verein ist. Godwin ist auch damoklös allgegenwärtig.

Die ware Lehre solcherlei Betrachtungen ist doch:

Wie individuell ist man denn wirklich? Und ist das eine Glasperlenspiel so grundverschieden von dem anderen? Gärtnerei, Züchterei, Kochen, Computerspiele etc. ad nauseam: Gott spielen.

Klaus

26. Oktober 2009, 21:59

Camouflagehosen kannte ich schon, igitt...  Aber "Cargohosen"? Ich hab gleich mal gegoogelt. Aha. Wasesnichallesgibt!

Andrea Diener

26. Oktober 2009, 23:58

Savall, ob das so schön ist? Ich weiß nicht. Waren Sie mal auf der Buchmesse in diesem Esoteriker-Gang? Die sehen alle *wirklich* so aus, wie man sie sich vorstellt. Ab und an würde ich gern überrascht. Aber gut, es gibt einem immerhin die Gewißheit, daß man nicht so rasend viel verpaßt, wenn man nicht überall dabei ist.

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Auxtroisglobes, daß ich auch seltsames Zeugs mache, merke ich immer, wenn ich jemandem erklären will, daß ich blogge. Da könnt ich auch was über deutsche Großsilber erzählen, das ist letzten Endes alles irgendein Spezialistentum, für das man vom Gegenüber stirnrunzelnd und leicht verständnislos angeguckt wird. Und die Gruppendynamik ist mit oder ohne e.V. eh immer die gleiche. (Überhaupt, Gruppendynamiken!)

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Gell, Klaus, hier lernt man was.

Moritz

27. Oktober 2009, 10:14

Frau Diener,

als Beispiel eines Touristenortes wo man in Cargohosen dann doch ein bißchen auffällt muß ich an das Reetdach-Disneyland Kampen (früher Abend) denken, in meiner "Uniform" (beispielsweise rosa Hemd, beiger Pullover, Chinos und Bootsschuhe) ist man da einer unter vielen - mit Cargohosen nicht. Ein Feund sagte mal zum Thema: die lachen über uns, wir lachen über die - so ist es doch ok, dann haben alle ihren Spass!

Gruß Moritz

Reiterjunge

27. Oktober 2009, 10:31

Seit ein paar Jahren lebe ich in einem kleinen Odenwalddorf.

Ich glaube die gleichen Züchter waren auch schon bei uns in der Festhalle zu Gast.

Das kulturelle Angebot in so einem Dorf ist dünn gesät.

Es gibt hier die freiwillige Feuerwehr, die Kleintierzüchter, den Sportverein,

den Dorfverschönerungsverein (der heißt wirklich so) und die Kirche.

Man kann doch froh sein über jeden der es fertig bringt sich in seiner Freizeit

harmlos und in "geselliger Runde" zu engagieren.

.

Leute die sich im Verein betätigen marschieren nicht nach Moskau oder schlagen auch keine Passanten zusammen.

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Nachdem es mich aus verschiedenen Günden in dieses Dorf verschlagen hat beschloß ich um die Menschen hier kennenzulernen mich der freiwilligen Feuerwehr anzuschließen.

Kaninchenzucht wäre auch nicht mein Ding. Die Feuerwehr ist eine Notwendigkeit und mehr als ein Hobby.

Aber es gibt viele Parallelen im Vereinsleben. Die Mitglieder sind gar nicht so selten in allen Vereinen gleichzeitig aktiv.

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Auch wir laden gerne den Landrat, irgendwelche Minister oder die Presse ein.

Das machen die Vereinsmitglieder in der Regel nicht weil sie sich dann gebauchpinselt fühlen wenn so ein "hohes Tier" seine Limousine mitten in die Feuerwehrausfahrt stellt, sondern weil man sich mit Odenwälder Bauernschläue z.B. Fördergelder oder eine gute Presse zwecks Ausgleich der schwindenden Mitgliederzahlen erhofft.

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Am meisten bedauere ich bei solchen Veranstaltungen immer die Presse und die

Politiker.

Wir stehen dann immer hinter unseren Biertischen am Eigang und sagen uns:

"Guck mal, die armen Schweine müssen am Sonntag morgen in unser Kuhdorf kommen und dabei auch noch lächeln, obwohl sie jetzt bestimmt lieber etwas anderes machen würden".

Reiterjunge

27. Oktober 2009, 11:20

Allein schon wegen der Kuchen von liebevoller Landfrauenhand gebacken lohnt sich der Besuch dieser Veranstaltungen. Beim Konditor würde man arm dabei werden, bei oft nicht besserer Qualität und geringerer Größe der Portionen.

Die Karnickel sind nicht so wichtig.

Antonella

27. Oktober 2009, 12:44

Danke Gabriel für den link auf den vice-Artikel. Er ist götllich!!

unellen

27. Oktober 2009, 18:49

ich war letztens auf dem Jubiläum des hiesigen Modelleisenbahnvereins und habe mich auch staunend durch die liebevoll und detailgetreu aufgebauten Landschaften im Miniaturformat geschaut. Da gabs nachgebaute Bahnhöfe mit Fahrplänen, Waggons der hiesigen Brauerei, ein Figürchen dass in einen Busch urinierte, ein Fabrikgebäude durch dessen Fenster das charakteristische Licht schien, das Schweißen nahgelegt, usw.

Ähnlich wie den Kaninchenzüchtern fand ich es zwar irgendwie schön, dass es Menschen gibt die sich mit sowas beschäftigen, aber auch ein bischen erschreckend. Wobei der Aspekt "Lebendige Tiere" für mich dann auch noch ein ganz anderer ist.

Was mich auch wundert: Das scheint ja echt so ein Geschlechterding zu sein, oder täusche ich mich? Gibts auch Frauen bei den Kaninchenzüchtern und den Modelleisenbahnern? Oder backen die nur den Kuchen?

Andrea Diener

27. Oktober 2009, 19:26

Moritz, ein sicherer Weg aufzufallen ist ganz einfach, sich auf etwas altmodische Art korrekt zu kleiden. Fünf Tage im Jahr, auf der Buchmesse nämlich, geht man in der Masse unter, den Rest des Jahres sticht man heraus.

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Reiterjunge, wegen der Kuchen gehe ich immer gern zu den Heimatabenden der Egerländer. Die Erdbeersahne!

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unellen, darüber habe ich mich auch schon gewundert. Die klassischen Fünfzigerjahrehobbies sind wohl tatsächlich so ein Männerding, da kommt man als Mann mal raus aus dem Haus, wo die Frau das Sagen hat und trifft sich an einem neutralen Ort, der nicht die Arbeit ist. Die Frauen vernetzen sich dann geschlechtergetrennt, etwa in den Gemeinden. Oder, wie hier bei den Züchtern, backen Kuchen. Und sind nicht Züchterinnen, sondern Züchterfrauen.

Vermutlich verwischt das aber mittlerweile. Wenn man mal nicht die ganz üblichen Hobbies nimmt sondern etwas abseitigeres, dann findet man oft Geschlechterparität.

Ariadne

27. Oktober 2009, 20:09

Wer von beiden schaut intelligenter - der Herr Minister oder das Kaninchen?

Da ich zur seelischen und moralischen Unterstützung meiner besseren Hälfte häufiger auf solcherlei Veranstaltungen - von Feuerwehrfesten über Aufführungen des örtlichen Theatervereins bis hin zu Fussballspielen - bin, kann ich nur sagen, dass ein Kaninchenzüchtertreffen mit Politikerbesuch das kleiner Übel ist. Man kann sich die kleinen wuschligen Tierchen ansehen, streicheln (und in einer Rotwein-Charlottensoße vorstellen), man bekommt Einblick in eine Art Parallelwelt (Was nicht böse gemeint ist!) und tatsächlich meist eine gute bodenständige Küche geboten.

Viel schlimmer sind Veranstaltungen ohne Kaninchen und nur mit Politikern. Das Essen ist meist langweiliger Catering-Kram, der schon viel zu lange herumsteht, es werden zum Zwecke der Selbstbeweihräucherung langweilige Reden gehalten (von Leuten, die nicht reden können) und irgendein aufstrebender, junger, dynamischer Parteiangehörger hat auf Garantie ein Jackett an, auf dessen Ärmel noch ein weithin sichtbares Boss oder JOOP-Label prangt. Dann sehnt man sich nach Kaninchen.      

Reiterjunge

28. Oktober 2009, 08:26

Unellen, es scheint wirklich ein Geschlechterding zu sein.

Frauen haben weniger oft ein Hobby,

sitzen dafür dann aber oft eher beim Psychotherapeuten.

Irene

28. Oktober 2009, 10:29

http://floriss.antville.org

Frauen haben Kaninchen zum  Kuscheln, nicht um deren Ohrenlänge zu vermessen und nach dem Sieg hässliche Pokale abstauben zu müssen.

unellen

28. Oktober 2009, 12:49

@Reiterjunge: Vielen Dank für den Hinweis, da weiß ich ja was ich zu tun habe (Saxophon verkaufen, Tschechischlehrbücher auf den Dachboden packen, abends in die Luft gucken und einen Termin beim Seelenklempner machen ;-)).

Meine Freundinnen haben irgendwie alle Hobbies, da ist von Häkeln  über Programmieren und bloggen für ein Scifi-Portal alles dabei. Aber vermutlich ist das auch nicht nur ein Geschlechter- sondern auch ein  Altersding, meine Mutter hat z.B. kein Hobby (wahrscheinlich ruft sie mich deswegen jeden Tag auf der Arbeit an). Vielleicht kann ich ihr ja die Kaninchenzucht nahelegen - würde sich jedenfalls gut mit ihrer Kochbegabung verknüpfen lassen...

Denken

28. Oktober 2009, 14:07

Da sag noch einer die Republik wäre am Abgrund. So lange sich Menschen derart belanglosen Hobbys hingeben können wohl nicht!

Sie haben mein vollstes Mitgefühl Frau Diener. Obwohl andererseits mit der richtigen Brise Sarkasmus konnte man da sicher durchaus herzlich lachen.

Irgendwie muss man in diesem Land eben auch weiter dem Rassenwahn frönen dürfen. Sei es nun im Schäferhundezucht- oder noch elitärer im Kaninchenzuchtverein!

Andrea Diener

28. Oktober 2009, 14:28

Ariadne: "Viel schlimmer sind Veranstaltungen ohne Kaninchen und nur mit Politikern". Auch das ist steigerungsfähig: Veranstaltungen nur mit Medien. (Davon werde ich mich morgen auf den Münchner Medientagen überzeugen dürfen.

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Frauen & Hobbies: Meine Mutter hat den Garten. Das ist so ein Zwischending zwischen Hobby und Pflicht. Ich vermute aber, daß da vieles in dieser Generation nicht so scharf zu trennen ist, da nicht institutionalisiert. Die Züchterfrauen haben vielleicht auch Tortebacken als Hobby, aber sie gründen dafür keinen Verein und laden auch keine Minister ein, die ihnen für ihre Tortenbackkünste Pokale verleihen. Das geht so nebenher mit ohne viel Aufhebens.

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Denken, so gemein würde ich da gar nicht werden wollen. Das sind interessante Stammesriten, die diese Deutschländer da haben, die kann man durchaus von der anthropologischen Warte aus betrachten. Es dient ja der Gemeinschaftsstiftung.

Reiterjunge

28. Oktober 2009, 15:21

Unellen, nein bitte nicht auch noch zum Psychotherapeuten gehen, die sind sowieso schon überlastet.

So war das nicht gemeint.

Lieber die Hobbys weiter pflegen und die Frau Mutter mit einbeziehen.

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Frauen sind wirklich weit öfter beim Psychotherapeuten als Männer.

Das war jetzt gar nicht abfällig gemeint, ist ja auch nichts Schlimmes.

Es ist einfach so.

Damit ist nicht gemeint, daß jetzt alle Frauen zum Therapeuten gehen sollen.

Es sind nämlich ohnehin keine Termine mehr frei.

unellen

28. Oktober 2009, 21:04

ich fände einen Tortenbackverein toll!

Da würde ich gerne mal zum Jubiläum hingehen :-)

@Reiterjunge: Keine Sorge... bisher helfen bei schlechter Laune Musik (sowohl hören als auch selber machen) oder Schokolade ;-)

Manni1000

29. Oktober 2009, 08:08

....sorry, dass ich wieder mal so rein platze....   ;-)

....unellen rate ich DRINGEND den besuch im hamburger "miniaturwunderland" www.miniatur-wunderland.de   (anstatt dem therapeuten) an. das ist echt 'ne offenbarung und macht BESTIMMT auch mehr spass !! -- geh' mal z.b. auf die suche nach einem auf (einer der vielen) wiesen/rasenflaechen sich (vor romantischer bergkulisse !!) liebendem paaerchen. -- da brauchst auch du dann keinen tortenbaecker mehr... (...falls doch: auf st. pauli kann ich die konditorei "roenfeldt" empfehlen, ...wirklich: erste sahne !!! --zum "eigen-haendigen-torten-backen" sag' ich an anderer stelle vielleicht was  ;-))   )

...wow, soweit ich folgen konnte, finden sich von andrea mehr worte in diesem blog ueber kaninchen und deren herrchen, als denn in dem ueber die buchmesse, da wo die vielen medien anwesend waren....    --> ....ein zeichen ??

...irgendwie kommt es mir so vor als haette andrea extrem schlechte laune, und nicht nur auf politiker.....

...deswegen/(trotzdem ??) freue ich mich auf einen entsprechenden blog zu/ueber die medien-tage... !!!!

...hau in die tasten !!

Tierpension

29. Oktober 2009, 13:17

http://www.tierpension-halle.de/

Mag mich da jemand aufklären, was ein Bundesminister auf so einer Veranstaltung sucht ? Denn das war doch sicher kein privater Termin. Okay, "Schirmherr", verstehe. Nein, eigentlich nicht.

@auxtroisglobes: den Sinn der Kaninchenzucht schön zusammengefasst: "Gott spielen". So ist es wohl.

Andrea Diener

29. Oktober 2009, 18:55

Tierpension: Das ist sein Wahlkreis, er ist dort Bundestagsabgeordneter. Was er dort *macht*? Pokale verleihen. Reden halten. Hände schütteln. Sich fotografieren lassen. Tuchfühlung mit der Basis suchen.

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Manni: Medientage, oweh. Die Wahrheit darf ich wieder nicht schreiben, sonst gibt's Beleidigungsklagen.

nico

29. Oktober 2009, 21:18

Der Ex-Minister der Verteidigung hat für mich in vorauseilendem Gehorsam gehandelt. In Afghanistan kann er sich nur verbrennen, aber nun, im Arbeitsministerium, kann er womöglich die Erfahrung der Kaninchenzüchter gebrauchen - sozusagen im Sinne von "Wohlstand eh Kaninchen für alle" wird er diesen Züchterstand als Ausbildungsberuf kreiren. Kaninchen in Senfsauce, mit Pflaumensauce oder mit Salbei ist mir willkommen. Der Bedarf wäre gesichert. In Spanien sind sie mir natürlich wild am liebsten. Die Mäntel sollten auch wieder mehr mit deren Fellen ausgeschlagen werden zu dieser Jahreszeit.

Manni1000

30. Oktober 2009, 03:51

andrea: ...ist es wirklich soooo schlimm ???  ;-((

.....ein grund mehr in die tasten zu hauen !!  

Andrea Diener

30. Oktober 2009, 12:43

Es war nicht meine Welt. Dann schon lieber Karnickelzüchter.

Manni1000

31. Oktober 2009, 05:26

....kaum zu glauben....

.....ABER GERADE DESWEGEN 1 grund mehr in die tasten zu hauen !!!

Andrea Diener

31. Oktober 2009, 08:33

Und? Hab ich zuviel versprochen?

perfekt!57

31. Oktober 2009, 20:04

Was deutsche Sprache auch kann, wie die deutsche Seele auch ist (- oder eigentlich vielmehr?).

.

Es sei daran erinnert "... wenn Du eine Rose schaust, sag' ich laß' sie grüßen ..."

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www.youtube.com/watch

.

("Denk ich an Deutschland in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht...", ist natürlich auch Heine)

perfekt!57

31. Oktober 2009, 20:06

Sorry, habe den zweiten Link vergessen: www.youtube.com/watch

.

Bastian

04. November 2009, 14:36

http://www.beach-dudes.com

Und das ist eine Sportart? Interessant! Das wusste ich bis jetzt gar nicht!

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