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Ding und Dinglichkeit

Beim Catering wird genetworkt: Der Stehtisch

30. Oktober 2009, 12:31 Uhr

Seit einigen Jahrmillionen evolutioniert der Mensch vor sich hin. Erst kroch und kletterte er so herum, dann erhob er sich langsam von allen Vieren, nahm eine erst gebückte, dann zunehmend aufrechte Haltung ein, und schließlich, nach rund 6 Millionen Jahren der Entwicklung, war er endlich reif für den Stehtisch. Da steht er nun, und je nachdem, welcher Schicht er angehört, betreibt er dort wahlweise ungesunde Ernährung oder Networking.

Mensch, was ist aus dir geworden? Hast du an einem schönen, warmen Herbsttag, wenn die Sonne scheint, die Vögel singen und die Blätter sich dem Höhepunkt ihrer Farbpracht zuwenden, wirklich nichts besseres zu tun, als in trockener Luft herumzustehen, vage thailändischen Catering-Blödsinn in dich hineinzuschaufeln, der aus kaltem Gemüse besteht, in das eine Packung Erdnüsse hineingefallen ist, und dabei so zu tun, als seiest du, du beanzugtes Individuum mit dem Schmalzhaar, wahnsinnig wichtig? Kannst du nicht einmal für drei Sekunden dein iPhone ablegen, mußt du da wahlweise hineinplappern oder an den Widgets herumspielen, um dich zu informieren, wie das Wetter ist, wenn ein Blick aus dem Fenster genügte: Wunderschön?

Es sind ja schließlich Medientage in München, sagst du, und wippst, Dynamik vortäuschend, an deinem Stehtisch herum. Da hat man nur zwei Möglichkeiten: Man steht einsam am Tisch und telefoniert, das ist die Entscheider-Rolle, mit dem iPhone als Nabelschnur zwischen dir, ohne den nichts, aber auch gar nichts läuft, und der Firma. Dieser Vorgang habe unbedingt mit bleiern ernstem Blick zu erfolgen, ein autoritäres Stieren gegen Unendlich verstärke die Wirkung. Das sei die wortlose Variante. Dann gebe es noch die anderen, sagst du, die in Grüppchen herumstehen und sich gegenseitig in fremdländischen Begriffen erzählen, wie unfaßbar anspruchvoll ihr Aufgaben sind. Das sei die wortreiche Variante, die gern auch von Frauen gewählt werde, das Analoggruscheln. Ich verstehe, sage ich. 

Das Catering, so führst du weiter aus, sei überhaupt eigentlich kein Nahrungsmittel, es sei sozusagen ein Ansporn zur sozialen Clusterbildung. Dabei komme nun wieder der Stehtisch ins Spiel, denn ganz grundsätzlich gebe es immer zu wenig von seiner Art. Daher sei man gezwungen, sich zu mehrt um diese Tische zu gruppieren, Entschuldigung, ist hier noch Platz? Wo haben Sie denn die Semmel her? und schon befindet man sich mitten im schönsten Geplauder. Man wird es früher oder später als unhöflich erachten, zu plaudern, ohne sich vorgestellt zu haben mit Name, Firma, Position, gern auch unter Überreichung einer Visitenkarte, die sofort mit Gegenkarte gekontert wird. Die höhere sticht.

Und damit habe man sich das Recht erkauft, bei der nächsten langweiligen Veranstaltung dieser Art den Visitenkarteninhaber anzusprechen: Ach, guten Tag, Sie kenne ich doch? Haben wir nicht damals, in München? Medientage? Auf der Suche nach einer Semmel? Es gehe nämlich, sagt er, einzig darum, gefragt auszusehen, beschäftigt, mit Arbeit praktisch kaum hinterherkommend. Man könne auch am Tisch herumstehen und ein Redemanuskript vorbereiten, das gehe auch, Hauptsache, man tue etwas, was Karriere, Firma, Standort oder zumindest die Wirtschaft ganz allgemein voranbringe. 

Entschuldigen Sie mich einen Moment, sagt der Entscheider, denn sein iPhone meldet sich schon wieder, und mit abgewandtem Blick und leicht gerunzelter Stirn bellt er elliptisches in sein mobiles Device. Caterer gehen herum und sammeln Gläser ein, am Ende der Stehtischreihe gibt ein Mädchen in rotem T-Shirt einer Firma, die Solutions für irgendwas anbietet, gesponserte Äpfel aus. Am Geländer stehen einige beanzugte Typen in gelöster Körperhaltung herum und schauen hinunter ins Parkett, wo ein paar Messestände aufgebaut sind. Einer repräsentiert den HotSpot Bayern, nicht sehr hot ist es dort, eher gähnend leer. Wahrscheinlich uninteressante Goodies. Hätten die mal besser ein paar Kekse hingelegt, das macht sich auch in Krisenzeiten gut, Kekse gehen immer. Oder wenigstens ein paar Kugelschreiber. Oder Streichhölzer mit einem Spruch darauf: Wir haben die zündenden Ideen. Sowas halt.

Er müsse nun weiter, sagt der Entscheider, der mit leichtem Seufzen und Augenrollen das Telefon auf den Tisch legt, als habe es ihn wirklich gestört und nicht, wie es ja eigentlich der Fall ist, in seiner Unersetzlichkeit bestätigt. Das Panel fange gleich an, er müsse noch den Raum suchen, er habe nur schnell einen Happen, so zwischen den Panels, aber er müsse. Er gibt mir die Hand, alles Gute, sagt er. Übersetzt heißt das: Belästigen Sie mich bloß so schnell nicht wieder, und in ein paar Jahren, wenn Sie es geschafft haben, sich zumindest auf eine mittelmäßig wichtige Position hochzuarbeiten und eine vernünftige Visitenkarte vorweisen können, dann können wir ja nochmal so über den Stehtisch hinwegnetworken und schauen, wie wir voneinander profitieren können, das heißt, ich von Ihnen. 

Da geht er hin, der Getriebene. Die Hostessen können bald nicht mehr stehen, das Standpersonal hat Kopfschmerzen, die runde volle Stunde beginnt und damit die letzten Panels für heute. Wichtige Herren sitzen auf Podien und schwadronieren lauwarmes Zeug über Wachstum und Konsolidierung, Internationalisierung und Regionalisierung, Expansion und Konzentration, Usability und Content, Strategien müssen her, mit Zielgruppen kommuniziert werden, überall Umbruch, überall Diversifizierung.

Die Stehtische, gerade noch umkämpft, verwaisen wieder, die Entscheiderkarawane ist weitergezogen an einen anderen Ort, sitzt irgendwo im Publikum, schaut leicht gelangweilt drein und konsultiert nochmal das Wetterwidget. Schön sein soll es draußen. Bunt und sonnig und warm. Hier herinnen strahlt das Halogen und bläst die Klimaanlage zehnmal umgewälztes in den Raum. Aber man hat ja sein iPhone und eine ziemlich beeindruckende Visitenkarte.

Im Foyer hängt ein Bildschirm, und National Geographic sendet unbeachtet eine Dokumentation über Urmenschen ins Nichts hinein. Ein Australopithecus läuft durchs Unterholz und sammelt Nahrung. Ich schaue auf den Bildschirm, ich schaue hinüber zu den Stehtischen, ich schaue wieder auf den Bildschirm. Tiefe Misanthropie befällt mich. Dann muß ich lachen und lache noch draußen, in der warmen Herbstsonne.

Veröffentlicht 30. Oktober 2009, 12:31 von Andrea Diener
Kommentare

Besucher

30. Oktober 2009, 13:48

Großartig. Écrasez l'infâme!

Michael

30. Oktober 2009, 14:02

Sehr gut beobachtet und noch besser kommentiert. Absolut amüsant und lesenswert!

elli

30. Oktober 2009, 14:03

Und das alles klar aufgeteilt: Unten (zwischen den Ausstellungs-Ständen) das gemeine Fußvolk und oben die Entscheider, deren Firmen dafür mehrere hundert Euro hinblättern.

Doctor Snuggles

30. Oktober 2009, 14:06

Sehr schöner Text, wunderbar.

Andrea Diener

30. Oktober 2009, 14:15

Dankeschön, ihr alle.

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Elli, das ist unfaßbar, was die Eintrittskarten kosten. Ein 1-Tages-Ticket 190 Euro. Für alle 3 Tage sparsame 395 Euro (Schüler & Studenten: 100 Euro).

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Man muß das einfach nur mal mit der Buchmesse vergleichen: Die teuerste Karte kostet da 72 Euro (das billigste Tagesticket für Privatbesucher 7 Euro), dafür hat man 2 Tage mehr, zehn Hallen voll und auch dauernd Panels. Und die Leute sind besser angezogen.

Ju Honisch

30. Oktober 2009, 14:28

http://www.juhonisch.de

Ich hasse Stehtische. Meine etikette-beflissene Oma hat immer gesagt: "Ein gebildeter Mensch isst im Sitzen, nicht im Stehen oder Gehen." Tja, sie hat aber auch immer gesagt: "Ein anständiger Mensch raucht nur in geschlossenen Räumen. Nur der Bodensatz raucht draußen."

Alles ändert sich. Was ein Glück, dass sie das nicht mehr erleben muss, das mit dem Networking, den Stehtischen und den Heizpilzen.

Ariadne

30. Oktober 2009, 14:28

@ A. D. Mein herzliches Beileid! Umgeben von solchen Leuten und dann nicht einmal etwas Vernünftiges zu essen. Da war es auf der Kaninchenausstellung vielleicht doch besser?

Andrea Diener

30. Oktober 2009, 14:52

Ju: Heizpilze. Da bringst Du mich auf Ideen. (Meine Oma hat immer im Kaufhaus M. Schneider gegessen, wie alle Omas unserer Region.)

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Ariadne, wir waren so verzweifelt, wir sind zwischen den Panels auf den Türkenflohmarkt abgehauen. Ich will gebrochenes Deutsch hören! begehrte der Begleiter nach dem ganzen Gesülze, und ich hab erstmal fett Döner. Auch am Stehtisch, aber wenigstens draußen in der Sonne. Und netwörken wollte auch keiner.

Wolfgang

30. Oktober 2009, 15:03

Herrlich zu lesen! Und selbst erfahrene Realität mischt den Grusel in die Erheiterung. Guten Appetit allerseits!  

Ariadne

30. Oktober 2009, 15:34

@ A.D. Ich dachte, diese wichtigen Medienmenschen sprechen gebrochenes Deutsch. Oder ist es bei diesen Veranstaltungen nicht üblich diese unsägliche Mischung aus deutschem Geschwafel und pseudo-englischen Fachausdrücken zu verwenden?

x

30. Oktober 2009, 15:40

schöner Beitrag, und wie wahr!

B.A.H.

30. Oktober 2009, 15:50

Das Wichtigtun kommt einem Wichtigtuer ganz natürlich, vor allem, wenn er unwichtig ist. Das verstehe ich. Aber wo haben diese Leute ihre Quallensprache gelernt? Waren sie alle einmal Immobilienmakler? Oder was ist das für eine Ausbildung, und wozu? Ich meine nicht Leute, die "rasant" sagen, wenn sie das Gegeneil meinen; das tun wir alle mal. Sondern diese halbwahnsinnige Kunstsprache vom Podium oder auf Glanzpapier.

Reiterjunge

30. Oktober 2009, 16:11

Worum geht es eigentlich bei den "Medientagen" ?

Das ist so ein nebulöser Begriff.

War das in München ?

Ich war auch schon mal in München auf einer anderen Messe.

Es war einfach nur klein.

Kein Vergleich zu Frankfurt.

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In Frankfurt gibt sogar eine neutrale Örtlichkeit wo man seinen mitgebrachten Imbiß im Sitzen an Tischen geniessen kann.

Anschließend kann man auch noch ganz nett zwischen den Hallen spazieren gehen.

Ich mag mich nicht mehr von einem Aussteller zum Imbiß einladen lassen, dann fühle ich mich auch nicht mehr zu irgendetwas verpflichtet.

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Visitenkarten streue ich schon lange nicht mehr, dann bekommt man auch nicht mehr soviel Reklame ins Büro geschickt.

Wenn mich etwas wirklich interessiert melde ich mich hinterher nochmal bei dem entsprechenden Aussteller.

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Ich "schwebe" immer über eine Messe, ohne feste Tageordnung, darauf hoffend das mir irgendetwas neues, bahnbrechendes ins Auge fällt.

Tschonni

30. Oktober 2009, 16:47

Mir fällt gerade nichts anderes ein, als lachend da zu sitzen, mich darüber bei einer Tasse Kaffee zu freuen und den Nachmittag, der ansonsten eher verkorkst zu nennen ist, als gerettet zu sehen.

Dankeschön!

Savall

30. Oktober 2009, 18:08

Sehen Sie, Andrea, es ist wie bei Karl Kraus. Der Anlaß ist unwichtig. Wichtig ist doch, daß Sie darüber schrieben und unsereiner unendlichen Spaß daran hat. Da mag diese Grubenhund-Veranstaltung so bedeutungsleer wie immer gewesen sein. Wen interessieren die Wolken von gestern, die Medientage vom vergangenen Jahr? Aber der Stehtisch hat wirklich eine interessante Verschiebung von der Pommesbude zum Catering erfahren. Ich komme ja auch ein wenig herum. Nicht so sehr wie Sie natürlich, aber immerhin. Ich stelle fest, daß es eine Art platonischer Idee des Stehtisches zu geben scheint. Zum einen muß es ein mehr oder minder labiles Plastikgestänge sein, über das jemand ein größeres Bettlaken stülpt und in der Mitte zusammenschnürt. Zum anderen scheint diese Form einen hypnotischen Einfluß auf das Sozialverhalten der beteiligten Primaten auszuüben. Irgendwie wird die anwesende Menschheit in dauergrinsende Volldeppen verwandelt, denen Vernunft und Diskretion abhanden gekommen sind. Wo stammt diese Entwicklung eigentlich her? Kann mich jemand aufklären? Irgendwann vor einigen Jahren ist das Sitzen an mehr oder minder großen Sitzungstischen verschwunden und plötzlich materialisierte sich diese seltsame Form sozialer Interaktion. Ein äußerst übles Beispiel kam mir letztens in dem Vorführraum eines Maschinenherstellers unter. Stehtische natürlich, was sonst. Dazu noch eine Art gepolsterte Hühnerstange an die man sich wohl wahlweise lehnen oder darauf setzen sollte. Die Veranstaltung dauerte im ganzen so etwas fünf bis sechs Stunden. Wollten die unsere physische Belastbarkeit erproben? War es subtile Folter? Entweder ihr unterschreibt den Vertrag oder ihr müßt bis morgen früh auf der Hühnerstange sitzen? Sehr eigenartig.

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Im übrigen, Frau Honisch, wie gut, daß ich Sie hier treffe. Das kann fast kein Zufall sein. Gerade gestern wurde ich mit „Obsidianherz“ fertig und bin immer noch ganz hingerissen und des Lobes voll. Können Sie sich übrigens vorstellen. Daß Mrs. Parslow und Mme. de Rhins-Epitué, die doch heftig miteinander netwörkten, auch nur von der Existenz eines Stehtisches gewußt hätten? Nein, solche Dinge wurden mit der gehörigen Dissimulation bei einem veritablen Dejeuner besprochen. So wie sich das unter wirklich wichtigen Leuten von selbst versteht. Die Microserfs können sich an den Stehtischen vergnügen.

(Wer das nicht versteht, dem rate ich dringend, sich dieses Buches zu bemächtigen. Stellen Sie sich vor, H.P. Lovecraft schreibt gemeinsam Theodor Fontane ein wirklich gelungenes Buch. Und ja, das geht wirklich.)

Filou

30. Oktober 2009, 18:24

Geradezu komisch ist es, dass meist nur Maenner solche furchtbaren Wichtigtuer sind. Ich muss mich leider dazuzahlen, da ich, der Gruppendynamik gehorchend, kraeftig mitmische. Bei Maennern dauert die Pubertaet, so scheints, ewig an. Ob Tuerke, der in den Motorraum seines 7er-BMW's schauen laesst, ob Saegewerksbesitzer mit seiner 12-Meterjacht, ob mittlere Fuehrungsebene-am Ende ist es pubertaerer Sch...vergleich.

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Allerdings: sitzt man spaeter mit einigen befreundeten Damen beim Koelsch zusammen, dann faellt es leicht, Abstand zu sich selbst zu finden.

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Intelligente Maedchen mit scharfem Auge, hellen Kopf und flotter Schnauze...

...(unterbricht sich hier und streut heimlich Komplimente).

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Ich weiss, wovon ich rede. Schiele ich doch oft neidisch zu meiner Angetrauten. (Dat is die mit dem Luxustrolley).

Herzlichst F.

perfekt!57

30. Oktober 2009, 19:59

Berichte aus den "Hallen der Selbstentfremdung" also. Und Natur macht immer wieder heil, c'est cá. ( á mitHaken unten). Nichts Neues unter der Sonne und auch nicht unterm Neonlicht also.

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Wir empfehlen stattdessen Qualität, zum Beispiel demnächst Lissabon, ins weltberühmte Kaffee "A Brasileira" (nur so zum FAZ lesen, *g*, machen viele da so *gg*), reife Orangen vom Baum pflücken ab Ende Februar:

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www.schwarzaufweiss.de/.../lissabon-pessoa.htm  (Man "trinkt" da nicht, sonder liest oder redet oder sinnmiert oder schweigt ganz einfach, fühlt bloß,, auch wenn der Text mit dem ersten Satz evtl. falsche Vorstellungen weckt.

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www.youtube.com/watch

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Warum? Darum:

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"Die Welt gehört demjenigen, der nicht fühlt. Die wesentliche Vorbedingung, um ein praktischer Mensch zu sein, ist ein Mangel an Sensibilität. Die beste Vorbedingung für die Praxis des Lebens ist die Triebkraft, die zum Handeln führt, das heißt der Wille. Nun gibt es aber zwei Dinge, die das Handeln beeinträchtigen - die Sensibilität und das analytische Denken, das letztlich nichts anderes ist, als ein Denken mit der Sensibilität."

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arlindo-correia.com/060104.html

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Vorgelesen einfach nur genial, "da kommt man ins Fahrzeug, um während der Fahrt zu hören, wie andere nach draußen in die Sonne gehen": www.hoerbuecher4um.de/.../BuchUnru.htm

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Mit Pessoa ist es allerings auch etwas wie mit Nietzsche: Aber wenn man evtl. auch nichts immer so ganz sicher mitnehmen kann, so wird man doch (noch besser) denken lernen (s.o.) - und sich gut unterhalten.

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(Rayanair (.com) fliegt ab Frankfurt-Hahn ab 1 Cent. Lissabon oder Faro, dann Leihwagen ab 12,- Euro/Tag, "doyouspain", resp. "billiger-mietwagen".)

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Und unseren Dank ausdrücklich für die wunderbare Reportage "von den Kaninchen", sehr gut!

perfekt!57

30. Oktober 2009, 20:06

"Dienern" ist besser als Glotze - auch darum schreiben wir auch - statt zu schauen.

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"Die Gefühle, die am meisten schmerzen, die Gefühlswallungen, die am meisten quälen, sind diejenigen, die ganz absurd sind - Verlangen nach unmöglichen Dingen, eben weil sie unmöglich sind, Sehnsucht nach dem, was nie gewesen ist, Wunsch nach dem, was gewesen sein könnte, Kummer darüber, nicht ein anderer zu sein, Unzufriedenheit mit der Existenz der Welt. Alle diese Halbtöne des seelischen Bewusstseins schaffen in uns eine schmerzerfüllte Landschaft, einen ewigen Sonnenuntergang dessen, was wir sind. Unser Selbstgefühl ist dann ein verlassenes Feld in der Abenddämmerung, traurig mit Schilf bestanden neben einem Fluss ohne Schiffe, der hell zwischen entfernten Ufern dunkelt." (Pessoa) (und das ist Pessoa, nicht perfekt! - wir kennen das nur... .)

Andrea Diener

30. Oktober 2009, 20:30

Ariadne, BAH: Für diese seltsame Sprache gibt es wohl viele Bezeichnungen: Bullshit, Powerpoint-Deutsch, Denglish. Ein seltsamer Jargon, aber scheinbar überlebenswichtig in den höheren Marketing-Sphären. Ich würde mich ja permanent kaputtlachen dabei, deshalb mache ich da vermutlich auch keine Karriere.

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Reiterjunge: Bei den Münchner Medientagen feiert sich die Münchner Medien"szene" selbst. Das ist Hauptzweck und -ziel der Sache. Man zeigt sich, wie großartig man ist, wie vornedran, wie zukunftsweisend. Und klein ist es, geradezu winzig. In Frankfurt würde man sich nicht trauen, mit dem Begriff "Messe" zu operieren.

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Tschonni, Nachmittage retten mach ich besonders gern. Danke.

Andrea Diener

30. Oktober 2009, 20:39

Savall, ich dachte ja, diese gepolsterten Hühnerstangen gibt es nur bei McDonalds und in Coffee-Shops? Eigenartig. In etwas höherklassigem Ambiente sollte sowas doch nichts verloren haben.

Die Stehtischvariation mit Bettlaken ist "festlich" gemeint, man trifft das meistens im Verbund mit einem floralen Element und einem Teelicht an. Nicht so bei den Medientagen, da gab es Werbesüßkram, nämlich Mini-Schokoriegel mit Papierfähnchen dran, dazu Werbe-Mineralwasser. Man wurde zugespamt von vorn bis hinten. Optisch, akustisch, verbal.

Savall

30. Oktober 2009, 21:11

Ach, die Hühnerstangen gibt es bei McDonalds auch, Andrea? Ich muß ja sagen, daß es meine einzige derzeitige ideologische Extravaganz ist, daß ich noch niemals in einem derartigen Etablissement gewesen bin. Umso entwürdigender das ganze. Nunja, wir sind mit dem Lieferanten auch nicht handelseins geworden.  Ich habe übrigens die Tisch-Bettlaken immer in Verbindung mit Fingerfood erlebt. Vielleicht gibt es da eine Symbiose? Wie auch immer.  Der Stehtisch ist ganz offensichtlich zivilisatorischer Rückschritt. Laßt ihn uns der damnatio memoriae übergeben und das bunte Laub auf den Bäumen hochleben lassen.

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In Sachen Pessoa, perfekt!57, rennen Sie ja bei mir offene Türen ein. Ich hätte nicht gedacht, daß die Erinnerung an ihn offensichtlich so materiell ausfallen kann. Übrigens hatte ich Pessoa über den Ammann-Verlag entdeckt. Wie überaus schade, daß gerade ein Verlag wie dieser in der momentanen Verfassung unserer Gesellschaft offensichtlich nicht überlebensfähig ist. In toto war überhaupt das Jahr, als Portugal das Partnerland der Frankfurter Buchmesse war sehr fruchtbar: Pessoa, Saramago, Lobo Antunes. Reiche Ernte.

colorcraze

30. Oktober 2009, 21:43

Die Sache mit der gepolsterten Hühnerstange ist ja der Hammer. Ich glaube, da würde ich sehr, sehr barsch - ein Vertrag käme dabei sicher nicht zustande, ich mache keine Haustürgeschäfte. Und das würde ich den Hühnerstangensitzern auch so ins Gesicht sagen, eher noch weit Unfreundlicheres.

Andrea Diener

30. Oktober 2009, 23:29

Perfekt, nein, es gibt nichts Neues unter der Sonne, alle Geschichten sind schon erzählt, vermutlich auch alle Seelenlagen schon gefühlt worden. Daran sollte man besser nicht verzweifeln, lieber frisch ans Werk und alles noch einmal von vorn aufrollen. Und manchmal machen erstaunlich simple Dinge alles wieder heile, in meinem Fall ein Döner. Hätte ich vorher auch nicht geglaubt.

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Savall, ich will's nicht beschwören, aber die Hühnerstange war in irgendeinem Fastfood-Dingens. Eventuell im MacD im Hauptbahnhof. Ich gehe dort oft hin, die Toiletten sind da nämlich ziemlich sauber, im Gegensatz zu den anderen öffentlichen Toiletten dort.

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Pessoa, wieder so eine peinliche Lücke.

Josef

31. Oktober 2009, 07:56

http://www.sport-bandagen-doc.de

Ein hervorragender Text, Gratulation. Exczellent beobachten  und sprachlich bemerkenswert ausgedrückt.

Savall

31. Oktober 2009, 10:18

Man kann ja nicht alles kennen, Andrea. Ich verzweifle auch oft schier ob der Unmenge von Büchern, die ich nicht gelesen habe und werde auch nicht lesen können. Aber jene bewußte Portugal-Buchmesse war für mich eine echte Entdeckung. Ich meine, portugiesische Literatur, was kennt man denn da? Camoes und was sonst noch? Mittlerweile habe ich ein ganzes Regalfach mit den genannten drei Autoren. Pessoa ist kurz und vereinfacht gesagt Portugals James Joyce. Sein opus magnum ist „Das Buch der Unruhe“. Aber damit muß man nicht gleich anfangen. Es gibt einen Erzählungsband: „Die Stunde des Teufels“. Das reicht für den Einstieg.

HansMeier555

31. Oktober 2009, 14:40

@Frau Diener,

hatten Sie, außer der Absicht, diese ethnographische Miniatur zu verfassen, noch ein Motiv, auf diese Messe zu fahren?

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Da gab es ja weder eine Achterbahn, noch Zuckerwatte noch gebratene Mandeln.

jonwetzlar

31. Oktober 2009, 14:42

Sehr gut! Auch Blog Texte können von hoher Qualität sein.

Ein Kollege

31. Oktober 2009, 15:04

Wunderbar beobachtet und geschrieben! Wer z. B. mal bei Twitter z. B. Talkabout und Storymaker verfolgt, hat nach zwei Wochen ein Gefühl für die iPhone-Maniacs: Sie leben in einer anderen Welt, sehen sich als Meinungsführer (und 2000 Twitter-Trullis folgen begierig) und berichten im gefühlten 5-Minutentakt "sitze im Zug nach Köln", "unterwegs zum Kunden nach Hamburg", "gute Stimmung bei Präsentation", Links zu aller Welt und den langweiligsten Sites. Manche nennen das Arbeit, aber mit Leben hat dieses digitale Dahinvegetieren nichts zu tun. Natürlich wird auch von den Medientagen getwittert: #mm09. Multifunktionale Menschen eben, die nichts mehr 100-prozentig machen. - Als iPhone-Alternative habe ich zum Blenden und Bluffen einen iPodTouch. Der geht nur mit WLAN (als wirklich wichtiger Mensch habe ich mein Mobile natürlich stummgeschaltet und bin nicht erreichbar, grins!), hat aber auch die schönen Apps zum Herumspielen und ist billiger.  ;-)  

swina

31. Oktober 2009, 15:36

@james555:

motiv "begleiten".

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kennen sie das?

perfekt!57

31. Oktober 2009, 19:14

@Savall

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Schön, dass da noch jemand die Genannten kennt - und überhaupt Amann(!).

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Ansonsten natürlich Lissabon - eigentlich die schönste Stadt in Europa zur Zeit, "weil die mit dem besten Gefühl". Tatsächlich.

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(Daher auch hatten wir den Kauf der 1-Cent-Tickets - und mit ihnen zu reisen - vollkommen ernst gemeint: Lissabon und die Tejo-Mündung bekommen Warmwasser via Golfstrom direkt vom Äquator hoch, "sozusagen dass, was Gran Canaria noch übrig läßt." Daher auch die Apfelsinen frisch vom Baum schon Ende Februar.)

perfekt!57

31. Oktober 2009, 19:43

Nur mal so: Montag 1.3 kann man 9:15 in Lissabon sein und fliegt z.B. Freitag 5.3. 9:40 wieder zurück. Beide Flüge zusammen inkl. Steuern und Gebühren für 85 Euro.

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Ich finde auch weiter, dass man die Kenntnis der eigenen Landes am besten durch regelmäßige solche Trips balanciert. Und natürlich handelt es sich um eine Bildungsreise. Wenn ich FAZ wäre, würde ich wohl klar auch den örtlichen Korrespondenten besuchen wollen und auch die Redaktion der vergleichbaren Tageszeitung, us., usf.. Und bestimmt haben die auch ein Gästezimmer. Evtl. ganz sicher sogar mit Familienanschluss.

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Wir alle wissen natürlich, wie man reist: Entweder ganz einfach, damit man als Volk unter Volk ist, oder wie z.B. Ernst Jünger und viele andere: Die örtliche Niederlassung des Siemens- oder Bayerkonzerns (und der bekannten deutschen Familienunternehmen wie Freudenberg etc.) haben ja ihre Niederlassungen vor Ort, mit einem Deutschen von so ca. 38 oder 43 Jahren Geschäftsführung höchstwahrscheinlich. Und der hat natürlich seine Familie mit da unten. (Und die Firma hat Dauerwohnungen gemietet, für Gäste, in denen man ggfls. unauffällig und preiswert wohnen kann).  Und diese alle bilden zusammen, inkl. der entsprechenden Mitglieder der Deutschen Botschaft vor Ort, natürlich eine Community: Man kennt sich, weil man die Kinder im gleichen Kindergarten oder auf derselben Schule hat, Nachhilfe braucht, nach Deutschland zu den Eltern fliegen muss/möchte usw., usf., nach Hause berichten muss/soll informell über die Stimmung im Lande, etc..

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Es gibt also zwei Wege: Von vornherein zu planen, sich mit solchen wie voranstehend Genannten bekannt zu machen, w2as ja leicht ist, auf diese Art schnell und direkt top down an deren unzweifelhaft vorhandenem Führungs- und Elitewissen teilzuhaben - oder auf eigene Faust und von jeder Vorerfahrung unbelastet morgens um 5 im Fischmarkt zu stehen "und selber dem Volk aufs Maul zu schauen".

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Wir bevorzugen in aller Regel Letzteres, machen um jedes Fahrzeug mit Siemenslogo - gerade im Ausland - einen eher großen Bogen. (Man denkt sich warum.)

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Wie gesagt: Auf einen Kaffee ins "A Brasileira" das hat was. "Zur Abwechslung von den Kaninchen und allem". Und frau nimmt natürlich die beste Freundin mit.

Andrea Diener

31. Oktober 2009, 20:18

Hans Meier: Das Motiv war (wie swina schon bemerkte) eigentlich nur, den Gastgeber zu begleiten, der dort auf's Podium mußte. Und Medien interessieren mich schon mehr als, sagen wir mal, Sanitärausstattung. Ich bin ja durchaus ein Teil der Landschaft – aber was dort geboten wurde, war einerseits mickrig, andererseits unfaßbar aufgeblasen. Die Absicht, diese ethnographische Miniatur zu verfassen, hatte ich dann erst auf der Rückfahrt.

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Savall, das Buch der Unruhe hab ich hier herumstehen, allerdings weitgehend unangefaßt, und auch die schönen Hilfsbuchhalter-T-Shirts, die in kulturellen Kontexten immer was hermachen. Von Zeit zu Zeit greife ich in den Stapel (Regalplatz reicht ja nicht mehr, der Trend geht zum Haufen) und ziehe ziemlich unsystematisch etwas heraus. Ich werd Pessoa mal nach oben schlichten, vielleicht ist er zu bodennah.

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Übrigens befinden sich, wie ich vorhin eruiert habe, die gepolsterten Hühnerstangen im Mitropa-Bistro im Frankfurter Hauptbahnhof. Das ist direkt neben dem McD, insofern lag ich nur knapp daneben.

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Perfekt, ich wollt ja eigentlich nicht mehr billigfliegen. Aber was Sie da so ausmalen, könnte ich direkt in Versuchung geraten. Immer im Februar krieg ich hier meinen melancholischen des ganzen Schneematsches wegen, da bin ich besonders anfällig. Und da ist auch kein Mensch unterwegs.

FinMike

31. Oktober 2009, 20:36

Analoggruscheln - you made my day!

Rudi Ratlos

01. November 2009, 08:12

wie wahr und wie traurig.

Nach einem langen Berufsleben freue ich mich auf die Zeit ohne diesen ganzen Quatsch. Eine Befreiung.

Andrea Diener

01. November 2009, 12:06

Rudi, das kann ich verstehen. Und bewundere jeden, der äußerlich ernst dabei bleibt, obwohl er innerlich weiß, wie absurd das Theater ist.

koltan

01. November 2009, 16:22

http://Alter Bolschewik

Glücklicherweise geht das alles bei meinem Job ziemlich an mir vorbei. Tangiert werde ich davon nur, wenn mir wieder vom Marketing eine E-Mail in das Postfach flattert, in der ich aufgefordert werde, meinen Firmenemails eine Fußzeile hinzuzufügen, mittels derer ich die Adressaten in Denglish darauf aufmerksam machen solle, sie mögen uns doch in der booth sowieso auf dieser oder der conference meeten. Ich ignoriere das immer, denn ich habe entsetzliches Mitleid mit den armen Tröpfen, die auf solchen Konferenzen unserer Marketingfrau in die Hände fallen.

x

02. November 2009, 09:19

Liebe Frau Diener,

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so kann das doch nicht weitergehen! Falls doch, dann machen Sie ja bald Ihrem geschätzten Kollegen Don Alphonso Konkurrenz, sowohl was die Fein- und Hintersinnigkeit Ihrer Ausführungen angeht, als auch ob des illustren Teilnehmerkreises, den Ihre Runde hier versammelt. Ich glaube aber, dass wir zwei angenehm-anspruchsvolle Blogs in den unendlichen Weiten des Internetzes ganz gut vertragen können.

.

:-)

.

Holzi

02. November 2009, 10:12

http://PhantaNews.de

Danke für die breiten Grinser am Morgen, die mich beim Lesen des Textes ereilten. :o)

Andrea Diener

02. November 2009, 11:06

X, der geschätzte Kollege und ich leben seit vielen Jahren in friedlicher Koexistenz und gegenseitiger Verlinkung. Er hat mehr Leser, ich die schöneren Bilder :)

Und ich bin wirklich froh, daß wir uns hier beide austoben dürfen. (Die Medientage waren aber auch eine Steilvorlage.)

.

Ach, der Herr Holzhauer, long time no see!

muscat

02. November 2009, 12:31

Grandios...

und Wasser auf die Mühlen derer, die wie unsereins ein tiefes Unbehagen im Hinblick auf den sogenannten "modernen, flexiblen Meschen" verspüren.

Was nicht richtig ist, fühlt sich auch nicht richtig an (meistens).

Eine scheinbar unerreichbare Reflexionsebene im Kreise der Businesskasper.

Analphabeth

02. November 2009, 12:43

Liebe Frau Diener,

ich bin ihnen zu Dank verpflichtet für die schönen Worte die eine solche Nichtigkeit beschrieben haben. Leider bin ich gezwungen solchen Nichtigkeiten nachzugehen. Möchte lieber raus und fett nen Döner kauen gehen, Jeans tragen und mich aus der Kommunikationstretmühle zeitweilig verabschieden.

Danke also für diesen Traum in Worten.

Andrea Diener

02. November 2009, 18:37

Analphabeth, ich bin ja ehrlich gesagt froh, daß es in jeder Branche noch Leute wie Sie gibt, die sich und ihre Rituale nicht so ernst nehmen. Es hilft auch ein bißchen, in einem sehr bodenständigen Viertel zu wohnen. In Frankfurt ist das ja teilweise so, daß die Banker eine Parallelgesellschaft bilden, die eigentlich nicht mehr integrierbar ist, in eigenen Läden einkauft, ihre eigenen Feierstätten hat und so neben der Realität herläuft. Ich muß gestehen, ich kenne keinen einzigen. Ungefähr so kamen mir die Leute da auch vor, eine ganz eigene Blase.

.

muscat, ich denke mir immer, die müßten sich einfach nur mal zuhören, dann müßten die doch was merken.

Manni1000

03. November 2009, 04:36

...wusst' ich doch, dass da noch was kommt !!!  -- DANKE !!!

bei so einem schoenen artikel wird man bestimmt auch nicht verklagt !

mehrhits

03. November 2009, 09:59

Volltreffer!

Mein erster Besuch auf den Münchner Medientagen im vergangenen Jahr war auch mein letzter. Aus genau den gleichen Beobachtungen heraus, die Frau Diener beschreibt.

Es ist ein bisschen wie beim Märchen von "des Kaisers neue Kleider". Niemand, der dort pseudo-wichtig an Stehtischen rumsteht, traut sich zu sagen, dass diese Veranstaltung der letzte Mist ist.

Ich habe meinem Arbeitgeber dieses Jahr das Geld und mir die unsinnig vertane Zeit erspart. Und siehe da: Es geht ohne auf den Münchner Medientagen gewesen zu sein.

Andrea Diener

03. November 2009, 10:24

Mehrhits, irgendwie soll das früher mal größer und wichtiger gewesen sein, hab ich gehört, aber jetzt tun nur noch alle so, als wäre es das. Ich glaube auch nicht, daß es was bringt, diese Panels nacheinander durchzuwinken. Teilweise sind die Themen ja doch interessant und einer genaueren Beachtung wert, aber genau das passiert dort leider nicht.

.

Manni, bis jetzt noch nicht. Vielleicht sitzen sie aber auch schon in München und feilen an einer Web2.0-Community-Kommunikations-Strategie.

Manni1000

04. November 2009, 04:26

...bestimmt tun die das, aber dann sitzen der don und die andrea bei meinen freunden in der toskana und laben sich an kaese und (von dem papi meiner ital. freundin im garten selbst-) getrockneten tomaten, passend zum dem schinken den der nachbar beisteuert, begleitet von dem wein den "ein freund" gestiftet hat !

Manni1000

04. November 2009, 04:29

..., denn DAS ist das was ich unter "networking" verstehe. - stehtische gibt es da nicht (muss wohl eine teutsche erfindung sein....)

Stefano

04. November 2009, 14:13

Sehr treffend. Dieselbe Klientel kann man auch wunderbar in 1.Klasse Abteilen der DB antreffen. Es scheint, als ob sich die Herren (meistens sind es Herren) die Arbeit einer Woche aufsparen um überhaupt im Zug Unersetzbarkeit vorzutäuschen. Erst gestern wieder: bei (ungelogen) fünf nacheinander zugestiegenen Passagieren, noch bevor der Mantel abgelegt wurde: "Ich sitz jetzt im Zug. War noch etwas?" Einer hat dann alle anderen übertrumpft, als er seine "Consultants enablen wollte, Opportunities zu seeken". Ab diesem Zeitpunkt freute ich mich, bald wieder in der Frankfurter Bahnhofsgegend zu sein.

Paulchen

04. November 2009, 17:58

Wehrte Frau Diener,

wie kann es passieren, das Sie in die Verlegenheit kommen

an so etwas teilnehmen zu " müssen"?

Herzlichst P.

gerold

04. November 2009, 19:44

recht so

Andrea Diener

04. November 2009, 23:29

Stefano, enablen und empowern ist scheinbar gerade schwer in Mode. Aber das klingt besser als "in den Hintern treten, daß sie sich zu was bequemen", wer ist schon gern Hinterntreter? (Aber wenigstens in der 1. Klasse müßte man seine Ruhe haben können.)

.

Paulchen: Begleitung und Abenteuerlust. Ganz einfach.

Johanna

04. Januar 2010, 13:30

http://www.different-eventausstattung.de

So ist es beim Catering! Das ist nur noch eine Art Umgang! Es ist nicht für jeder aber, wer das machen kann, mach das zum Vergnügen. Oder für Geld?

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Ding und Dinglichkeit

05. März 2010, 14:01

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