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Samstag, 11. Februar 2012
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Ding und Dinglichkeit

Bye bye, Riesenrutsche: Im Wellnessbad

02. Februar 2010, 13:45 Uhr

Bereits vergangene Woche hatte sich die gesamte politische Elite der kleinen Stadt für das Titelbild der Lokalzeitung im Whirlpool ablichten lassen. Grinsend saß man im kreisrunden Becken, das Haupthaar angeklatscht, den Blick starr auf die Kamera gerichtet, körperwarmes Wasser brandete gegen die Brust des Bürgermeisters, des Stadtverordnetenvorstehers und des Ersten Stadtrates. Das neue Wellnessbad eröffnet, und heute ist Tag der offenen Tür.

Dicht gedrängt schieben sich die Massen durch die neue Saunalandschaft, drücken sich unter Palmen hindurch und strecken Finger in Becken. Lauwarm! verkündet Emily, deren Hello-Kitty-Pullover heute schon eine Kollision mit einer Kugel Schokoladeneis verkraften mußte.

Ja und wo ist jetzt die Riesenrutsche? fragt mich Emilys Mutter und schaut hinaus auf die Mondlandschaft, die demnächst gnädig mit Rollrasen abgedeckt werden soll.
Die Riesenrutsche, sage ich, ist weg.
Wie, weg?
Abgerissen. Kommt auch keine neue mehr.
Ach. Schade.

Schwimmbäder haben heutzutage keine Riesenrutschen mehr. Riesenrutschen sind genauso verpönt wie die Vorstellung, junge Menschen könnten in einem Schwimmbad Spaß haben und das womöglich sogar lautstark äußern. Moderne Schwimmbäder verwenden Naturmaterialien und Erdtöne, haben eine riesige Saunalandschaft und ein Wellnessbecken. Leise plätschert Wasser, leise plätschert Musik. Dazwischen stehen Liegen in gediegenem Beige in Ruhezonen herum, und empfindliche florale Gestecke in Terrakottagefäßen dürfen nicht angefaßt werden. Besonders hochwertig, sagt der Architekt.

Früher haben wir unsere Sommerferien auf der Riesenrutsche verbracht. Alle, die im Südwesten Frankfurts wohnen, kennen das hellblaue Ungetüm, das sich durch den Waldrand schlängelte und in einem Becken viel weiter unten endete, wo man mit dem Hintern aufschlug, wenn man nicht gerade verbotenerweise kopfüber rutschte. Der große Bruder rutschte manchmal auch rückwärts, die Kleinsten mit Schwimmärmeln oder mit Mutter. Die Schlange reichte manchmal fast bis zum Kiosk hinüber, wo es nach Pommes roch, sodaß man früher oder später beim Schlangestehen Hunger bekam. Es gab keinen Sommer ohne Riesenrutsche, keinen Sommer ohne die aufregenden, endlos gedehnten Sekunden Geschwindigkeit, die einem den Magen ganz leicht machten, trotz der vielen Pommes. 

Zwischendurch ging es ins Wellenbecken, wenn der Gong ertönte und die Ansage verhieß: "In fünf Minuten beginnt der Wellenbetrieb". Der Wellenbetrieb strukturierte diese Sommertage und verpackte sie in handliche Päckchen von jeweils einer Stunde faulen Herumliegens oder einer Stunde Schwimmens oder Tauchenübens. Was man so tat, in den Tag hinein, man hat ja immer etwas zu tun, wenn man jung ist, man schwimmt ja nicht einfach so seine Bahnen, man versteht das gar nicht, dieses stupide Bahnenschwimmen der Älteren. Oder man sieht den Turmspringern zu, die mehr oder weniger elegant vom Fünfer sprangen, was man sich selbst nie getraut hätte. Arschbombe, Bauchplatscher. Die roten Striemen vom Aufprall trugen sie wie Trophäen vor sich her.

Nun gibt es keine Riesenrutsche mehr, die wurde vor zwei Sommern abgerissen, auch das Wellenbecken und der Sprungturm. Für ein Fünfmeterbrett ist das neue Sprungbecken genau 70 Zentimeter zu flach, aber wer muß schon springen? Es gibt einen Wasserspielgarten für die Kinder. Schön, daß jemand an Emily denkt. Aber was, wenn Emily größer wird, dem Kleinkinderbecken entwächst, wenn sie lange Sommerferien zu überbrücken hat? Es gibt draußen nur noch das Wellnessbecken. Mit 16 ist Emily zu jung dafür und zu alt für das Kinderprogramm.

In den Zeiten der Riesenrutsche gingen die Senioren in irgendeines der umliegenden Bad Soden und zogen in der Thermalsole ihre Bahnen. Badeanzüge mit Wattepanzer, Badekappen mit bunten Gummiblumen ragten aus dem Wasser, der Hintern hing tief und die Arme führten Minimalbewegungen aus. Brillen wollten nicht verspritzt werden. Das Springen vom Beckenrand ist verboten. Das war die Welt der Wellness, bevor die Wellness erfunden war, das war die Kur, die die Kasse zahlte. Heute zahlt die Kasse nichts mehr, deshalb zahlen alle für Wellness, das nun so verkauft werden muß, daß man es freiwillig absolviert und ein Heidengeld dafür ausgibt. Man kann nie früh genug damit anfangen, sagen sie. Gönn dir mal was, sagen sie, tu dir mal was Gutes. Wer kann solchen Aufforderungen widerstehen?

Irgendwann einmal wird Emily die Lückenzeit der Jugend überwunden haben. Wenn sie einen Job hat, der sie hinreichend auslaugt und Geld genug, daß sie 13 Euro 50 für zweieinhalb Stunden Sauna ausgeben kann, dann wird sie wieder interessant für das Wellnessbad. Also in 25 Jahren ungefähr, als Leistungsträger der Gesellschaft, wenn sie sich im Büro den Rücken ruiniert und Freizeit und Geld dafür aufwendet, das wieder hinzubiegen, was der Job kaputtmacht, trotz des ergonomischen Bürostuhls. Dann sitzt sie in der Salzsauna und pflegt sich die Atemwege, dann gibt sie vielleicht noch ein bißchen mehr aus für eine Massage, und später geht sie dann zur Senioren-Wassergymnastik.

Die Riesenrutsche hat uns alle geprägt, sagt Emilys Mutter. Die hat ja alle Jugendlichen hierher gelockt.
Ja, sag ich, mich hat sie auch geprägt.

Das ist nicht viel, was so eine Riesenrutsche prägt. Das sind nur Minuten eines Lebens, die man in angenehmer Schwerelosigkeit durch die Halbröhre flutscht. Aber in diesen Momenten ist die Riesenrutsche nur für einen selbst gebaut, da gibt sie dem Sommer und den endlos langen Ferienwochen ein Ziel und ein Zentrum. Es ist schade, daß Emily das nicht mehr erleben wird. Und ich habe nur noch eine Kachel davon, ein kleines hellblaues Mosaiksteinchen, das ich kurz vor dem Abriß gerettet habe.

Veröffentlicht 02. Februar 2010, 13:45 von Andrea Diener
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Kommentare

Ariadne

02. Februar 2010, 14:17

Wer braucht denn noch eine Riesenrutsche. Es gibt ja auch keine Schwimmbahnen mehr, sondern nur noch die von ihnen beschriebenen Wellnessplanschbecken mit einer Größe von 15x15 m. Jeder Versuch dort ein paar Bahnen zu schwimmen scheitert entweder daran, dass man nach der dritten Runde einen Drehwurm hat, weil man ständig wenden muss oder man wird von jenen Grüppchen meist ziemlich beleibter Badegäste ausgebremst, die ihren Nachmittagsklatsch in der Mitte des Beckens halten müssen. Ich muss dann immer an die Seelöwen, die jedes Jahr Fisherman´s Wharf belagern, denken...

colorcraze

02. Februar 2010, 15:03

Ja, die Verdrängung der Jugendlichen, endlich sagts mal eine. Bloß keine Orte für gemeinsame Aktivitäten von Jugendlichen! Bloß keine Körperbewegung! Wir wollen sein ein einig Volk von Rentnern, das ist doch seit langem das Ziel. Kinder dürfen sich nicht mehr als 3 Schritte von den Eltern entfernen, und wenn sie durch Unausgelastetheit fahrig werden, bekommen sie Ritalin. Hauptsache sie werden frühzeitig zu Sitzkartoffeln.

Not quite like Beethoven

02. Februar 2010, 15:14

http://notquitelikebeethoven.wordpress.com

Nach der Abschaffung der Riesenrutsche kann der nächste Schritt doch eigentlich nur die Abschaffung oder radikale Kürzung der Sommerferien sein. Vielleicht in Form verpflichtender Praktika ab der ersten Klasse? Herr Koch, mag es ja nicht so, wenn Leute herumgammeln...

ilnonno

02. Februar 2010, 15:25

Gibt es eigentlich noch Baggerseen?

muscat

02. Februar 2010, 15:28

Frau Diener, es ist ein Jammer für die Frankfurter, ich weiß, aber zum Glück ist der Taunus noch nicht so pleite wie die Main-Metropole und kann sich die Gratwanderung zwischen Kinderglück und Rheumatherapie leisten:

www.rhein-main-therme.de

P.Seudonym

02. Februar 2010, 15:31

@colorcraze: Stimmt, früher kamen Kinder zum Austoben in Schwimmbad, auf eben besagte Riesenrutsche (In einem Uralt-Merianheft über Essen ist so ein imposantes Teil abgebildet), aufs Trampolin bzw. später nur noch auf die Hüpfburg oder tollten einfach auf dem Rasen. Heute dagegen bekommen sie Ritalin, damit sie sich schon frühzeitig ans Sedieren gewöhnen.

elbsegler

02. Februar 2010, 15:31

Bevor hier das große Jammern einsetzt: Es gibt auch andere Beispiele. Riesenrutschen sind nicht "out". Da hat der Herr Bürgermeister mit seinen Buddies wohl an der Nachfrage vorbei bauen lassen. Wer bevölkert denn unsere Hallen- und Freibäder? Viele Kinder, junge Leute, Familien und die berüchtigten Badekappenträger älteren Baujahrs. Bis auf letztere wollen alle Spaß haben. Eisern sportlich seine Bahnen ziehen wollen die wenigsten. da kann man der kleinen Stadt wohl zu einer schmucken Investitionsruine beglückwünschen. So und jetzt ab auf die Rutsche!

Blackjack66

02. Februar 2010, 15:32

http://walkinginboots.blog.de/

In der Tat sehr schade, denn wer hat keine positiven Erinnerungen an solch Riesenrutschen. Besonders schnell wurde man, wenn man auf Ferse und Ellenbogen gestützt rutschte und kein Textil die Bahn berührte. Das war ein Höllengaudi pur.

Andrea Diener

02. Februar 2010, 15:33

Beethoven, das klingt volkswirtschaftlich vernünftig. Grundschüler tüten Mailings ein, Realschüler kopieren Pressemappen und Gymnasiasten bekommen Kurse in Business-Chinesisch. Jedem das seine.

.

ilnonno, der Langener Waldsee leibt und lebt, soweit ich informiert bin. Auch in der kleinen Stadt gibt es einen Baggersee, aber der ist Naturschutzgebiet mit Baden verboten, außerdem kommt da demnächst eine Landebahn hin. Landebahnen sind ja erwiesenermaßen viel freundlicher zu Haubentauchern als illegale Schwimmer.

Filou

02. Februar 2010, 15:46

Und gibts noch Sprungtuerme? 3er, 5er, 7er und, bei Maedchen eindruckweckend, den 10er?Mit Koeppert erhaelt man die hoechste Auszeichnung?

Mit Gebruell ueber die Wiese, mit elegantem Hechter vom Beckenrand rein?

Maedchen ins Wasser schubsen, und von deren Bruder eins aufs Maul kriegen?

Bei Geldmangel von hinten uebern Zaun ins Bad? Den Klassenstreber untertunken?

.

Gibts das noch? Oder ist es nur noch Eititeiti?

Musik gabs frueher auch keine. Wellness-Musik, iiiiiiiieeeh!

.

Ein Kumpel von mir hat das, was ich nicht habe: Geld und 'ne eigene Schwimmhalle. Man muss sich halt nur gut mit ihm stellen. Ist aber einfach.

Andrea Diener

02. Februar 2010, 15:48

elbsegler, ich erinnere mich an den Satz, der im Bauausschuss mehrfach fiel: Wir wollen kein Halligalli-Bad. Man könnte auch gleich sagen: Wir wollen keine Jugendlichen. Zum Glück gibt es andere Beispiele, denn irgendwo müssen Jugendliche ja auch gewollt sein.

.

Blackjack, Ferse und Ellenbogen? Das hab ich nie probiert. Ich glaub, ich muß mal wieder ins Rebstockbad. Ich bin ja so kindisch, ich finde Riesenrutschen bis heute großartig.

Der Gärtner

02. Februar 2010, 16:15

Letzte Woche waren meine Frau mit Tochter im hiesigen Schwimmbad mit Riesenrutsche und sie haben sich beide wie die Königinnen gefreut, da runter zu saussen. Tatsächlich, Frau Diener, die Sommer und auch mein Studium habe ich im Schwimmbad verbracht. Uebrigens: die derzeit im Kino laufende Studentenkomödie ,, 13 Semester" thematisiert diese Freuden (Film in Darmstadt gedreht).

Ein schönes déjà-vu mit meiner Kindheit hatte ich vor zwei Jahren in Freyburg an der Unstrut (Rotkäppchen-Sekt Stadt). An dem heissen Sommertag gingen wir ins dortige Freibad, wurden vom Bademeister mit Handschlag begrüsst, Eintritt 30 oder Fuffzig Cents und alle daheimgebliebenen Kinder (eine Menge) waren zu unserem grössten Spass bei der Sache: Arschbombe, Eiershaker, u.s.w. In der Ecke gab's 'ne Wurstbude (Bock-und Bratwurst, Einlege-Gurken), die von einer mit Kochmütze ausstaffierten Köchin besorgt wurde. Dieses Bad mag ich an dieser Stelle allen Amateuren ans Herzelein legen, auch wegen der lieblichen Landschaft drumherum.

Ephemeride

02. Februar 2010, 16:18

Riesenrutschen sind was für Riesen. Und alldieweil, zumal im hessischen Kochland, können sich zwergenhafte Entscheider so etwas nicht mehr vorstellen. Neunjährige Gymnasialzeiten verbonsaien zu G8, ausgiebiges Studieren mit Blick-über-den-Tellerrand verschrumpelt zu Masterundbachelor, selbstständige Kinder mit Abenteuer-und-Bewegungsdrang hätschelt man zu Mini-Erwachsene und nur die Autos wachsen und wachsen ins Unendliche und werden zu Riesenkutschen...

elbsegler

02. Februar 2010, 16:22

@Andrea Diener

ein Halligalli-Bad sieht wohl anders aus. Es macht auf mich eher den Eindruck eines kommunalen 08/15 Planschbades, das zu allem taugt, nur nicht, zum Schwimmen und Spaß haben. Selbst den Blumenbadekappen wird es nicht gefallen, denn das Becken ist nicht quadratisch. Und sehe ich auf dem letzten Bild mitten im Wasser einen Sprudel? Oh, je! Die potentiellen Nutzer auf Bild 3 gucken auch schon so enthusiasmiert, dass sie wohl nicht noch mal wiederkommen.

Andrea Diener

02. Februar 2010, 16:34

Elbsegler, es gibt auch ein quadratisches Becken. Mit fünf (!) Bahnen. Wenn ein Verein dort trainiert, bleiben dem Volk dann doch noch drei. Zusammenstöße vorprogrammiert.

.

Übrigens, auf Google Maps steht die Riesenrutsche noch (links oben):

maps.google.de/maps

Immer wieder großartig, wie das ein Fenster in die Vergangenheit bildet und längst abgebrochene Gebäude wiederauferstehen läßt. Die ganze Außenanlage ist weg, bis auf eine kleine Wellnesspfütze. War zu teuer. Tja.

muscat

02. Februar 2010, 16:42

Rebstockbad - natürlich, ich vergaß... Als ich mit 14 das letzte Mal dort war, fand ich es irgendwie von den Leuten her ziemlich ätzend und auch ein wenig heruntergekommen. Wie ist es denn da jetzt so?

windsbraut

02. Februar 2010, 17:12

Oho, da hab ich ja mal wieder Glück gehabt. In Hamburg gibt es das noch in der Alsterschwimmhalle: Sprungturm, Rutsche und rechteckiges Becken mit 50-Meter-Bahn. Und das auch noch nach der jüngst abgeschlossenen Renovierung (2007). Wenn Sie jetzt aber denken, hier hätte man in Punkto Stadtentwicklung bessere Ideen als anderswo, muss ich Sie leider enttäuschen, denn die Alsterschwimmhalle existiert nur noch, weil die Hamburger massiv gegen die Schließung protestiert haben.

elbsegler

02. Februar 2010, 17:14

Ich muss zugeben: ich mag Hallenbäder nicht besonder. Schon der Geruch... Der Horror war das Schulschwimmen. Auch wenn wir vormittags Schulschwimmen hatten, durfte sich die Rentnertruppe im Wasser treiben lassen. Wir schwammen um die Wette und dann kam ein Hippopotamus von Backbord... Und wie A.D. schon feststellte: Keine Spritzer, bitte! Wehe die Brille, oder noch schlimmer, die Badekappe wurde nass. Dann gab es aber mal ´ne Ansprache an die nichtsnutzige Brut. Grauenhaft. Zu allem Überfluss war auch noch das Wasser kalt. Es war ja Ölkrise damals.

elbsegler

02. Februar 2010, 17:17

@Andrea Diener

Hab gerade Ihren Google Maps Link angeklickt. Das ist ja reine Barbarei! Das ganze schöne Freibad ist auf der Baumülldeponie? Reife Leistung! Ich glaub es nicht.

mark793

02. Februar 2010, 17:46

http://mark793.blogger.de

Hm, vielleicht ist es den rheinischen Frohnaturen geschuldet oder einer von Frankfurt stark abweichenden demographischen Entwicklung, aber hier im Raum Düsseldorf steht dem Interessierten eine erkleckliche Auswahl an Spaßbädern zur Verfügung. Ich bin noch gar nicht dazu gekommen, mit Töchterlein alle anempfohlenen Adressen im näheren und weiteren Umkreis anzutesten.

Was die richtige Rutschtechnik angeht: In diesen Plastikröhren-Rutschen nimmt man am meisten Fahrt auf, wenn man sich ganz flach auf den Rücken legt. Im "Düsselstrand" in D-Flingern gibt es eine schwarz abgedunkelte Rutsche, die gar nicht mal so mördermäßig hoch ist, aber wenn man da oben an der Stange richtig Schwung mitnimmt und sich gleich ganz flach macht, vergehen einem unterwegs Hören und Sehen bis es einen unten dann mit Schmackes ins Auffangbecken knallt. Soviel Halligalli darfs auch für mich als Mittvierziger noch sein. (Und ehrlich gesagt könnte es mich immer noch reizen, in einer typischen Alte-Leute-Therme, wo jedes Spritzerlein verpönt ist, eine satte Arschbombe vom Beckenrand zu springen, deren Welle ein paar Leutchen die Bademützen vom Kopf spült. Aber das verkneift man sich selbstredend...)

Zahnwart

02. Februar 2010, 18:20

http://bandschublade.twoday.net

"In den Zeiten der Riesenrutsche gingen die Senioren in irgendeines der umliegenden Bad Soden ..." Wie schön! Als ich ins Hessische zog, irritierte mich extrem, dass es in der Frankfurter Umgebung eine sehr unübersichtliche Bad Soden/bzw. Sooden-Schwemme gibt.

Und davon abgesehen: Ich vermisse die Riesenrutsche ebenfalls. Sie sprachen mir aus der Seele.

Don Ferrando

02. Februar 2010, 18:36

"Ich bin ja so kindisch, ich finde Riesenrutschen bis heute großartig."

.

In meiner Kindheit gab es noch keine Riesenrutschen - leider!

So habe ich erst als Erwachsener mit dem Rutschen anfangen können. Ich hoffe, sie werden hier (BY) nicht auch noch verschwinden.

.

@nonno: Hier in der Münchener Schotterebene gibt es noch und nöcher Baggerseen!

schusch

02. Februar 2010, 19:04

Wellness neben der neuen Nordwest-Landebahn? Na, die Kelsterbäscher häern do eh nix mehr, die kenne es net annerster als laut.

Inge

02. Februar 2010, 19:31

also gut wenn alte Erinnerungen hochkommen dann kann es ja gar nicht so schlecht gewesen sein, als ich mit meinen Kindern das letzte Mal dort war hatten

die immer einen riesen Spaß und ich habe so ganz nebenbei das Buch "Den

Himmel auf die Erde bringen" gelesen (ISBN 350261031-2) und weil das ja auch

mal mit einem Kindergeburtstag in Verbindung war habe ich die Rindswürstchen in

der altenThermoskanne mitgenommen. Die Kinder hatten ihren Spaß. Wers natürlicher möchte dem kann ich den Prinz v. Hessen See in Darmstadt wärmstens

empfehlen. (incl. Seerosen haben sie diesen Duft schon einmal durch ihre Nasenlöcher inhaliert?) Rebstockbad war natürlich gemeint

charon

02. Februar 2010, 20:52

http://funckhaus.blogger.de

mit riesenrutschen kann ich - generationsbedingt - nicht so viel anfangen, aber ich sehe den spass, den die kinder damit haben. und so bekommen auch diese meinen segen. ich lobe mir das "waldschwimmbad" in der provinz, albtraum aller stadtkaemmerer, gebaut zu zeiten als jede auf dem sprung zur stadt stehende gemeinde meinte, derartige freizeitvergnuegen anbieten zu muessen. und gott sei gepriesen, dass sie es taten. in dem linksrheinischen landkreis, in dem ich aufwuchs (groesste stadt ca. 15.000 einwohner) existieren in fahrradnaehe zueinander fuenf dieser schwimmbaeder. jedes hatte sein spezielles nischenangebot. in einem befand sich eine art oeffentliches solarium, in dem sich in der ersten woche dutzende von besuchern verbrennungen zweiten grades zuzogen, das andere hatte den hoechsten sprungturm, das dritte die besten pommes, das vierte schliesslich baute irgendwann auch eine riesenrutsche ein. wir hatten die qual die wahl und kletterten am liebsten nachts ueber die zaeune, um unser privates spassbad zu nehmen. das schoenste mir bekannte schwimmbad weit und breit - ein besuch, wanderer gehst du ins spa, sei allen waermstens nahegelegt - steht in baden-baden. die caracalla-thermen waren fuer die alten, das hardbergbad fuer jene, die einen sprungturm von bis zu 12,50 meter hoehe suchten, zwischen vier becken (zwei davon unbeheizt!) auswaehlen wollten und in einer traumhaften, sich an einen berg anschmiegenden ausgedehnten landschaft ihr privates plaetzchen einrichteten. mittlerweile lebe ich in einem land, in denen oeffentliche schwimmbaeder nicht nur sehr, sehr rar sind, sondern in ihnen alles bis aufs schwimmen in einem chlorpfuhl verboten ist. die baeder bestehen aus einem becken und einem darumlaufenden, ca. zwei meter breiten betonstreifen. auf den hochsitzen sitzt nicht der erfurcht einfloessende bademeister (der in seiner jovialen art auch schon einmal gewalttätig werden konnte, einem aber auch einmal ein eis (vorzugsweise dolomiti) bezahlte), sondern 12jaehrige, die einem erklaeren, wie man sich im oeffentlichen schwimmbad zu verhalten habe: nicht rennen, nicht spritzen, nicht springen, nicht tauchen, kleinkinder immer am arm halten -- verboten, verboten, verboten.<p>

<p>

es sei hier in stein gemeisselt: wenn es um schwimmbadkultur und schwimmbadausstattung geht, ist deutschland ein gelobtes land.

Hansi Hinterwäldler

02. Februar 2010, 21:01

Andrea, wenn Sie das nächste Mal in Bayern sind: Therme Erding = Rutschen bis der Sanka kommt!

Andrea Diener

02. Februar 2010, 22:59

muscat, inzwischen ist das Rebstockbad ja renoviert worden, aber seitdem war ich auch nicht wieder da.

.

Elbsegler, ich sag ja: Das war ein sehr, sehr schönes Schwimmbad. Da kann auch die ausgedehnteste Saunalandschaft kaum gegen an.

.

Erstaunlicherweise ist es immer das Volk, das die Dinge gern beim Alten belassen würde, und es sind dann die Politiker, das geschmacklose Pack, die eine Renovierung durchsetzen nicht ohne den Einsatz von mindestens 100 Halogenstrahlern. Derzeit hält noch die Front für die Kleinmarkthalle. Wer die anrührt, hat in Frankfurt für alle Zeiten so dermaßen verkackt (pardon my French) wie weiland "Dynamit-Rudi" Arndt, der die Alte Oper sprengen wollte.

.

Schwimmunterricht hatte ich im Stadtbad Mitte. Auch weg. Gottlob gibt es in Höchst noch das gute alte Hallenbad, das nach einem Brand wiederaufgebaut wurde.

.

Hansi, wenn ich in Bayern bin, springe ich in den See!

schusch

02. Februar 2010, 23:27

Frau Diener,

hatte ich es überlesen, Ihren Standpunkt zum Abriss/Erhalt des Turmpalasts? Als lebender Frankfurter muss man ja für den Erhalt sein, obwohl schön was anderes ist. Awwer es kimmd ja aach nix scheeneres nach.

Andrea Diener

02. Februar 2010, 23:46

Schusch, das haben Sie vermutlich wirklich überlesen, in der letzten Kommentarschlacht zum Thema Fernsehen wurde es gegen Ende hin unübersichtlich (so gehört es sich ja auch). Wenn ich mich selbst zum Thema zitieren darf: "Wenn das passiert, zieht mich nichts mehr zum öffentlichen Filmegucken, dann warte ich auf die DVD." Man darf ja froh sein, daß die Imbißbude am Turm mit vereinten Kräften gerettet wurde, meinen Dank an alle Protestierenden. Ich kann, mit Verlaub, diese Verlegenheitslösungen mit Sandsteinfassade nicht mehr sehen, dieses glatte Zeugs, das sie überall hinstellen mit uninteressanten Läden drin, in denen uninteressante Leute uninteressante Dinge kaufen. Der Turm ist wunderbar, gehört halt ein bißchen zart renoviert, daß nicht dauernd der Ton streikt. Und eine funktionierende Kaffeemaschine wäre ein echter Fortschritt. Aber sonst? Meinetwegen kann auch der dunkelrote Blümchenteppich bleiben.

Filou

02. Februar 2010, 23:50

Als Knabe durfte man da nur 'rein, wenn das Herrenbad geschlossen war. Aber seien wir ehrlich: hier laesst es sich doch gar zuechtig baden. In dieser Halle hatten Rabauken nichts verloren.

(Ich war ja auch nur 2x drin)

images.google.de/imgres

schusch

03. Februar 2010, 00:15

Und "Detektiv Tudor" ist Frankfurt!

http://www.detektiv-tudor.com/

Andrea Diener

03. Februar 2010, 02:05

Schusch, danke für den Link. Bei den Referenzaufträgen ballen sich ja wahre Dramen. Ich meine: Heiratsschwindlerinnen am Tegernsee! Das kann man sich nicht besser ausdenken: www.detektiv-tudor.com/.../Heiratsschwindlerin.php

Der Gärtner

03. Februar 2010, 08:43

Und der Gärtner ist leider auch mit von der Partie..

Jan-C-Hartmann

03. Februar 2010, 08:54

http://www.ab-nach-amman.de

In Bad Soden im Freibad gibt es noch Rutsche und Sprungturm, dafür kein vernünftiges 50 Meter Becken. Und im Winter bin ich immer in Bad Homburg. Dort gibt es Rutsche und Whirlpool einträchtig nebeneinander, damti die Kinder nach dem Schulunterricht noch eine Runde rutschen können während die Lehrkräfte entspannen. Gnaz werden die Rutschen nie verschwinden.

elbsegler

03. Februar 2010, 10:20

@ Andrea Diener

Wenn ich "ausgedehnte Saunalandschaft" und "Wellnessbereich" lese, habe ich schon genug. Ich gehe nicht in die Sauna und "Wellnessbereiche" sind das letzte, was ich besuchen würde. Von dieser indo-asiatischen Wellnesssprache und dem "xy-Therapie"-Geschwafel fühle ich mich schlicht verar***t. Allein die Vorstellung, dass mich so eine stämmige kommunale Schwimmmeisterin oder Cindy im dritten Lehrjahr anfassen könnte, löst einen Fluchtreflex in mir aus. Fehlt nur noch die "Entspannungsmusik". Nein danke. Der "Wellnessbereich" wäre auch mal ein schönes Thema ...

Jeeves

03. Februar 2010, 10:46

Welche Musik da "leise plätschert" kann ich mir sehr gut vorstellen. Ein wichtiger Grund für mich, solche Orte zu meiden.

Besucher

03. Februar 2010, 11:03

Immer wieder gern genommen für die Rechtfertigung der in diesem Beitrag sehr treffend beschriebenen komatösen Wellness-Variante: meine Lieblingsschwachsinnsvokabel "Time Cocooning", entfleucht vor bald 15 Jahren aus dem knarzigen Hirnkasterl Opaschowskis.

nurmalsozwischendurch

03. Februar 2010, 11:33

Hihi... Ein FAZ-Beitrag über eine Riesenrutsche! Wunderbar....

Andrea Diener

03. Februar 2010, 11:50

nurmalsozwischendurch: Eigentlich, wie colorcraze schon bemerkt hat, ist es ein Beitrag über die Verdrängung der Jugendlichen. Dinge sind ja nur Symptome.

.

elbsegler, ich hab ja leider auch das Problem, nicht an Ayurveda und Zeugs zu glauben. Immerhin gibt es einen Physiotherapeuthen, der einen nach allen Regeln der Kunst durchknetet. Ich denke, ich werde diese Wellness- Angelegenheit mal testen. Für das Lokalblättchen darf das allerdings die Praktikantin machen, die ist schon ganz wild drauf.

elbsegler

03. Februar 2010, 13:17

@Andrea Diener

Na, dann viel Spaß bei der Wellness. Ich habe Sie ja gewarnt!

miner

03. Februar 2010, 13:33

Mit jedem beseitigten Refugium für Jugendliche könnte sich jedoch deren innere Sprengkraft erhöhen...das ist aber auch wirklich das einzig Positive, was ich dem Wegfall solcher heissgeliebten Orte abgewinnen kann.

Ansonsten scheint das Leben eine einzige Lounge, ein einziger Wellnessbereich zu sein. Es plätschert eben so ruhig dahin zwischen all den rückenschädigenden Dienstleistungs-ABM-Stellen. Lärm, Aktion und Pommesgeruch scheinen momentan weder gewollt noch gefragt. Jugendliche treten in einer Gesellschaft von Edelsenioren und Solchen die´s bald werden wollen in den Hintergrund.

.

Ich bin seit Tagen am überlegen, wie man diese blutarme Epoche in 100 Jahren nennen wird. Irgendwelche Anregungen ?

Inge

03. Februar 2010, 13:40

ja elbsegler wer die Nord oder Ostsee vor der Haustür hat, der braucht ja auch

kein wellness mehr wichtig ist doch, dass außer Kopffutter auch der Körper mit

schönem und lustigen auch gerade für Kinder und Jugendliche gefüttert wird. die

unberührte Natur ist natürlich durch nichts zu ersetzen aber so generell sind die

Stützen einfach ein wunderbares Portal sich auszutauschen  - egal ob am Tegernsee oder Norden.

Plebejer

03. Februar 2010, 14:06

http://www.bbf-frankfurt.de

Aus meinem blau gekachelten Freibad mit kleiner Rutsche wurde inzwischen ein Naturbad ganz ohne Rutsche www.naturerlebnisbad.eu/seiten/neb.htm .

In Frankfurt scheint es mir dagegen noch keinen Mangel an Riesenrutschen (Rebstock, Stadion, Eschersheim etc) zu geben. Davon abgesehen gibt es Ihre nostalgische verklärte Freibadjugend heute doch kaum noch. Als Kind geht es im Sommer mit Mama und Papa nach Malle oder in die alte Heimat, spätestens mit 16 wird die erste Wellness-, Bildungs- oder Sauftour selbst pauschal gebucht.

elbsegler

03. Februar 2010, 14:18

@Inge

Psst, wir sind hier nicht bei den "Stützen", sondern bei "Ding und Dinglichkeit". Der Don grinst schon. Hoffentlich hat Andrea Diener nichts gemerkt.

@miner

Ich kann die Hotels mit ihren Wellnessbereichen ja verstehen. Man wil den Kunden im Haus halten und Umsatz generieren. Selbst der Härteste kann ja nicht den ganzen Tag essen und trinken. Da sich die Schwimmbadbenutzung als unentgeltlich eingebürgert hatte (und so ein Schwimmbad eine sündhaft teure Angelegenheit ist, bietet der "Wellnessbereich" ausreichend Gelegenheit, den Gast mit allerlei Tandaradei finanziell zur Ader zu lassen.

Reiterjunge

03. Februar 2010, 14:45

Im Rhein-Main Gebiet existiert auch noch in Bad Nauheim ein Wellenbad mit Riesenrutsche, falls man nicht ins Rebstockbad möchte. Die Senioren sind fein säuberlich separiert. Allerdings befindet sich die Rutsche im Innenbereich. Leider sind Hallen- und Freischwimmbad getrennt.

Drinnen und draußen sind 50m Becken vorhanden, das ist mir auch wichtig.

Es gibt im Außenbereich einen 5m Sprungturm.

.

@miner, der Name für die blutarme Epoche ist doch schon gefunden: "Postmoderne." "Die Zeit nach der Moderne". Nichts Neues mehr.

Das trifft es doch ganz gut.

miner

03. Februar 2010, 15:31

@ Reiterjunge...lustig....geboren in Bad Nauheim, war für mich das dortige Wellenbad samt Freibad ein Ort, der ungefähr all die Erlebnisse bot, die Andrea in ihrem Text beschreibt.

.

"Postmoderne" mag zwar eine wissenschaftlich passende & richtige Bezeichnung sein...aber für mein Gefühl gibt dieser Name die gesamte geistige Armut, den extrem biederen Geschmack & die kollektive Ängstlichkeit dieser Epoche nicht wieder. Irgendwie zu neutral, zu sachlich, zu harmlos. "Postmoderne" stinkt einfach zu wenig ;-)

colorcraze

03. Februar 2010, 16:12

Also eigentlich begreif ich nicht recht, wieso man so einen Firlefanz als öffentliches Bad einrichtet. Ich meine, derlei findet sich doch bald in jedem 4-Sterne-Hotel, von denen die Stadt Frankfurt sicher genug hat. Und die würden sich doch sicher über bessere Auslastung durch zeitlich flexible Stammgäste (vorher anrufen: "Ist voll?" - "Nö." - "In einer Stunde sind wir da.") freuen. _Das_ wär doch mal ein Beitrag zur Deckung der Hotelfixkosten, und nicht so ein Scheiß wie 7% Steuer, mit dem Ergebnis, daß keiner mehr frühstückt und das eingekaufte Zeug auch noch vergammelt.

Andrea Diener

03. Februar 2010, 17:14

Plebejer, sechs Wochen Malle? Na hallo. In Frankfurt gibt es vermutlich viele Alternativen, aber in den umliegenden Käffern bleibt im Sommer dann doch das Freibad als Hautsammelpunkt. Die Tristesse einer Provinzjugend sollten wir Metropolenbewohner nie unterschätzen.

perfekt!57

03. Februar 2010, 17:51

Wenn man selber keine Kinder hat, warum meckert man dann über die von den Verantwortlichen des Jetzt zielgruppengerecht geplante Nutzung fürs heute, die nichtgeborene Kinder bis auf Weiteres ausschließt?

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Aber immerhin ist da was aufgefallen. Weiter so.

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Ketzerisch, unaufgeregt und undogmatisch: Wenn wir die von Lafontaine relativ weitsichtig schon vor 8 oder 10 Jahren angeregte Kontrole der internationalen Finanzmärkte gemacht hätten, durch Mehrheitsbeschluß im Bundestag, dazu eine Bundesbehörtde geschaffen hätten, mit all den Kompetenzen und Kosten, die es brauchte, was hätte das gekostet? 10 Milliarden in 10 Jahren?( Nie, nicht mal fünf wahrscheinlich) Es wären trotzdem geschätzte 80 bis 90 Milliarden nicht den Bach runtergegangen.  

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Und wir könnten Spaßbäder haben flächendeckend für alle. Senioren- und kindergerechte. Und viele nette Senioren würden zu den Kinder und jungen familien gehen, wetten? Den Punkt hat sie noch gar nicht untersucht, dass nämlich viele Senioren das dämliche "Seniorengetümmel, alleine" als das empfinden, was es ist: Dämlich eben. (Normal sinds immer mind. drei Generationen zusammen, nicht wahr.)

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Und bleibt noch: Klar bleibt es eine Verantwortungsgesellschaft. Und Elite hat mehr davon. Man höre F.J. Degenhardt schon vor mehr als 40 Jahren von "Kumpanen mit Rasen, Chrom und Kies, Kachelbad, Kumpanen, die  ..." singen, die eben genau diese Sachen für sich erreicht hatten. Und damit, wenn man so will, auch schon an der Grenze dessen angekommen waren, was sie für sich erreichen wollten.  www.youtube.com/watch  Die sorgen, wo in Verantwortung, erstens weiter selbst für sich (s. o.) und wissen und wollen teils auch nicht mehr: What you see, is what you get.

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Der Kampf dagegen macht aber die anderen nur stärker, wie auch ein Gesichtspunkt sein kann. Ich hätte die ganze Sache überhaupt nicht zur Kenntnis genommen. (Weil es auch zu viele gibt, die anscheinend ein irgendwie geartetes "dagegegen" brauchen, um sich zu fokussieren - und das muß man denen nicht machen) (Und wäre stattdessen z.B. auf die Bootsmesse gefahren (*g*)).

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Eine vielleicht ähnliche Auseinandersetzung mit den Worten von 1971 www.youtube.com/watch

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Und man soll nicht mit dem Prekariat spielen. Das ist ansteckend. Und zieht  bloß runter. Auch nichts wirklich Neues: www.youtube.com/watch . Die Geschichte nimmt in dem Text übrigens kein gutes Ende. Das könnte natürlich auch anders sein.

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Und: Da kommen wir (fast) alle her. So war er früher, der "Deutsche Sonntag" - und ist noch nicht so lange her: Wer heute Spaßbäder einweiht ist vielfach sehr wahrscheinlich noch so aufgewachsen. www.youtube.com/watch

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Wir sind übrigens keine ausgesprochenen Degenhardt-Fans oder so (oder doch): Er gehört aber unbedingt dazu, zur kollektive Erfahrung. Der Deutsche "friert eben schon mal gerne vor Gemütlichkeit - und sich für Wochentag zu rächen".

schusch

03. Februar 2010, 20:30

Frau Diener,

die Geschichte habe ich auf Ihren Hinweis hin erst jetzt zur Kenntnis genommen und bin höchst amüsiert. Die bessere Gesellschaft am Tegernsee. Mit der Verlinkung bezweckte ich ja etwas anderes, mehr so Frankfurter Lokalkolorit hineinzustreuen (Und meine Vobi- und Stadtbad Mitte-Tirade ist dafür auch verschwunden, vielleicht auch gut so).

Aber okay, die Heiratsschwindlerin vom Tegernsee hat was.

schusch

03. Februar 2010, 20:48

Ich krieg mich ja gar nicht mehr ein!

Grandios auch das hier mit "Geo-Tagging"

www.detektiv-tudor.com/.../stalker.php ,

wahllos in Nebensätze eingestreute Informationen über Freiburg und La Gomera (gehört zu den Islas Canarias, die erreicht man über Teneriffa, zu Spanien gehörend, in der EU seit..., Flughafencode TFS, 1999 eröffnet)  also kein Wunder, dass bei denen ein Bericht 14 Aktenordner schwer ist. Da erfährt man auch etwas über Land und Leute. Hat bestimmt auch seinen Preis. Aber klüger ist man hinterher.

Till

03. Februar 2010, 23:52

Pure Nostalgie - auch wenn ichs bis Kelsterbach nie geschafft habe. Home turf war das Stadionbad (darf das noch so heißen oder ist es auch commerzialisiert ?), das Südbad in der Textorstraße (eklig, muffig) und das Stadtbad Mitte (was ist da eigentlich entstanden ?) zu offiziösen Anlässen, Schulschwimmen und so. Später mit beginnender Motorisierung dann die Sering Kiesgrube. Off topic: Ich mach mir Freitag ein Gewerbe in Ffm und lasse für ein Wochenende das strunzige Kaff hinter mir! Freue mich wie ein Schneekönig! Und vielen Dank für den versteckten Hinweis auf die Tristesse einer Jugend in der Provinz. Wenn ich mir überlege, was ich meinem Sohn da antue, da hat er schon einiges gut bei mir.

Andrea Diener

04. Februar 2010, 01:01

perfekt, man kann auch Dinge kritisieren, von denen man selbst nicht betroffen ist. Ich kann G8 kritisieren, auch wenn ich keine schulpflichtigen Kinder habe, und eigentlich sollte es auch jeder, der über ein Mindestmaß an Einfühlungsvermögen verfügt. Wir sind uns alle eh schon viel zu egal.

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Till: Tillybad! www.frankfurt.de/.../detail.php

Der Sohn hat bestimmt ein prima Leben als Kind im Grünen. Nur später wird's dann hart. Ich hatte es schon ziemlich praktisch hier im kleinen Stadtteil westaußen.

Till

04. Februar 2010, 14:16

Danke für den link! Daß es das Tillybad jetzt auch nicht mehr gibt... Ich fand diese Kommilitonen immer ganz großartig, die mit exotischen Kennzeichen (SAD, AN und so) an meistens neuen Autos  plötzlich über uns kamen und mit überschäumender Energie die Stadt für sich erfanden. Jetzt, da ich weiß, wovor sie flohen, denke ich gnädiger über sie.

E.R.Nest

04. Februar 2010, 17:27

Haben Sie es noch nicht gemerkt:

Die Rentner sind unsere Zukunft. Und die Jugend künftig überwiegend mulimisch, d.h. ca 50 % dürfen ohnehin nicht schwimmen gehen. Wer unter diesen Umständen noch Riesenrutschen fordert, betreibt Klientelpolitik.

;0)

Filou

04. Februar 2010, 23:00

Schade, 'n bisschen viel Lokalcolorit.

Andrea Diener

05. Februar 2010, 00:32

Tut mir leid, Filou, man driftet mitunter ab. Jetzt wird sich wieder zusammengerissen und bundesweit relevant geplaudert.

Filou

05. Februar 2010, 00:36

Europaweit, Weltweit, das Universum, die Hoelle und der Himmel-unter Umgehung der Wolken, 7, 18 und 22. Da sitzen alte Freunde. Gute Nacht!

Reiterjunge

05. Februar 2010, 09:44

Ich mag Lokalcolorit.

In einer Frankfurter Zeitung ist das schon okay.

icke

05. Februar 2010, 13:59

Ich hasse Spassbäder, ob für Kinder oder für Alte. Mein grösstes "Spassbad" war das Olympiastadion: 50 m Bahnen, Sprungbecken bis 10er (wenn ick dett nochmal sehe kansste gleich inne Umkleide), Liegewiesen, Lernbecken, siffige Umkleiden. Klassenkameraden, Sonne, Hausaufgaben Training und von 3 333 Jahren für Alle was dabei. Mit Saisonkarte (gibts auch nicht mehr)

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