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Sonntag, 12. Februar 2012
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Ding und Dinglichkeit

Echtheit ist überschätzt: Frauenmagazine

26. Februar 2010, 01:02 Uhr

Liebe Leser – ausnahmsweise einmal meine ich das wirklich in dieser maskulinen Form – das ist jetzt so ein Frauen-Ding. Das kommt paradoxerweise daher in Verbund mit Schokolade und Cappuccino, also all den guten Dingen, die verhindern, daß man jemals so aussieht wie die Kleiderständer, die darin abgebildet sind, wenn es sich nicht gerade um die Brigitte handelt, die ja nun keine Kleiderständer abbilden will sondern "echte" Frauen, was auch immer das sein mag. Das Ding, um das es geht, heißt "Frauenzeitschrift" und führt immer wieder zu Mißverständnissen. Allerdings nicht dadurch, daß es nicht echt ist, sondern daß Leute glauben, daß es echt sein müsse, damit es niemand aus Versehen mit der Wirklichkeit verwechselt. Und falls doch, daß es dann wenigstens keinen Schaden anrichtet.

Es gibt das Ding namens Frauenzeitschrift in den seltsamsten Varianten: Mit Stars und ohne Stars, mit Mode und ohne Mode und in allen Kombinationen dazwischen. Die mit Stars und Mode haben den schlechtesten Ruf, die ohne Stars und ohne Mode den besten, weil manchmal Leute glauben, daß die deshalb am "echtesten" sind. Meiner Meinung nach ist das von vorneherein das falsche Kriterium, denn Magazine sind nicht echt, sie sind höchstens unterhaltend. Niemand, der auch nur halbwegs bei Trost ist, informiert sich allen Ernstes in einer Frauenzeitschrift, das sind vermutlich Menschen, die Britney Spears für eine ernstzunehmende Künstlerin halten, und zwar nicht auf so eine popironische Weise, sondern wirklich.

Frauenmagazine sind Popcorn fürs Hirn. Im plattesten aller Fälle sind sie das, was blöde Actionreißer (Transformers 2, 2 Fast 2 Furious usw.) für Männer sind. Man denkt lieber nicht genau drüber nach, warum man sich das antut, und gerade die Denkvermeidung ist das Erholsame daran. Man will das auch nicht rechtfertigen müssen. Berieseln reicht, danke der Nachfrage. Wenn ich denken will, les ich ein Buch. Vermutlich ist das der Grund, warum halbwegs intelligent gemachte Frauenmagazine immer wieder am Markt scheitern: Nicht, weil Frauen keine intelligente Unterhaltung wollen. Sondern, weil sie dann vermutlich nicht nach einem Magazin greifen, bei dem ein Model auf dem Cover ist. Oder eine "echte" Frau, die aber auch nur ihres Aussehens wegen abgebildet ist und nicht, weil sie eine Mikrochipfabrik leitet.

Man sollte daher nicht versuchen, sich dem Phänomen Frau über den Zeitschriftenmarkt und seine Produkte zu nähern. Man sollte nicht vor den Modezeitschriften stehenbleiben, darin herumblättern und dem Trugschluß verfallen, außer an Sommerkleidern, Rezepten für Mangold und Heidi Klum sei die moderne Frau an wenig interessiert. Oh doch, das ist sie. Sie greift dann eben zu einem Buch oder einer Fachzeitschrift. Frauenmagazine gibt es deshalb, weil Frauen es schaffen, völlig bewußt etwas sinnloses zu tun, ohne dabei irgendeine Art von Relevanz vortäuschen zu müssen. Für Männer muß ja jede Briefmarkensammlung mindestens kulturhistorischen Wert haben.

Es ist schon oft gesagt worden, aber so ziemlich jedes dieser Frauenmagazine gibt Versprechungen in Sachen Diätwunder, und gerade jetzt im Frühjahr häuft es sich wieder. Erstaunlicherweise sind das auch oft die Magazine mit den echten Frauen drin, die ganz abgehobenen Modeblätter kennen keine Diät. Die kennen nur Kunstausstellungen und Fotografen und ab und zu eine Schmuckdesignerin. Da kann man sich nun fragen, wer da nun welches Frauenbild propagiert und welches davon das frauenfeindlichere ist, aber ich habe mich von den Hochglanzmagazinen eigentlich noch nie mißachtet gefühlt. Ich fühle mich eher von Diättips mißachtet. 

Manchmal fühle ich mich auch vom Feuilleton mißachtet, wenn darin Gräben aufgerissen werden zwischen einer verstaubten, männlichen, akademisch legitimierten alten Schule und der jungen, weiblichen, autodidaktisch hochbegabten neuen Generation, wie es jüngst wieder Iris Radisch vorexerzierte. Da werden dann Lager gebildet, die es nicht gibt, denn wo gehöre ich hin, als zwar akademisch ausgebildete, wenngleich eindeutig weibliche und jüngere, aber halt nur Bloggerin, die trotz Jugend und Weiblichkeit einfach keine solidarischen Gefühle für die "begabte junge Frau" Hegemann ausbilden möchte? Und "diejenigen, die auf sie einschlagen", verteidigen die wirklich "mehr als ihre schöne alte Männerwelt, in der nur brave und hübsche, schlanke junge Frauen im Dekor herumstehen dürfen"?

Da haben wirs schon wieder, der Ruf nach der echten Frau, die nicht schlank oder hübsch ist, sondern irgendwas anderes, im Zweifelsfall eben: begabt. Muß man dauernd über Gewicht reden? Ist man nichtmal im Feuilleton davor verschont, wo die Autorinnen jetzt wohl auch keine Models mehr sind, sondern richtige Frauen? Die Debatte auf diese Ebene zu ziehen, das fällt auch nur einer Frau ein, seufzte ich vergangene Woche angesichts des Aufmacherartikels. Ein Artikel, der ein Täter/Opfer-Rolle herbeikonstruiert, wo man hunderte anderer Täter/Opfer-Rollen konstruieren möchte. Anstatt der Frau als Underdog böte sich da eventuell die des Bloggers als marginalisiertem Medienweltbewohner an. Ich glaube jedenfalls nicht, daß man weiterkommt, wenn man Hegemann einen Opfer-Zettel an die Stirn klebt und sagt, ach je, sie ist halt nicht hübsch genug. Ich habe jedenfalls noch nie gehört, daß je ein Mann gefordert hätte, in der Werbung sollten gefälligst mehr echte Männer mit Bauch, Brille und Unterhaltszahlungen zu sehen sein und nicht dauernd diese alerten, dynamischen Anzugträger mit Fertigbauvilla und Trophywife, die sich den Audi aus der Portokasse leisten können. Es ist ja nicht so, daß nur auf die Hälfte der Menschheit Druck ausgeübt würde, und man kann auch mal aufhören, so zu tun, als wäre das so. 

Liebe Leser, Sie sehen also, es ist alles nicht so einfach. Ich bewundere viele Frauen für ihre Leistungen. Ich bin der Meinung, daß Virginia Woolf die halbe literarische Männeravantgarde an die Wand geschrieben hat, ich habe, wenn ich mal drüber nachdenke, mehr bevorzugte Fotografinnen als Fotografen und freue mich, wenn morgen der neue Geniestreich von Joanna Newsom auf den Musikmarkt kommt. Allerdings messe ich sie künstlerisch alle an dem, was sie schaffen. Und daran, was sie nicht schaffen. AL Kennedy ist auch keine Schönheit, aber eine der besten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Zadie Smith ist eine Schönheit und auch eine der besten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Beide sind vermutlich echt. Keine ist ein Opfer, keine ist Dekor. Dafür sind sie ja viel zu klug.

Ich lese also weiterhin guten Gewissens Hochglanzmagazine und esse dazu Schokolade und weigere mich, mich deswegen irgendwie schlecht zu fühlen, weil ich echten Magazinfrauen keine Chance gebe. Ich will die völlig abgehobene Seidenraschelwelt, die mit mir nichts zu tun hat, ich will Make-up sehen, mit dem ich mich nicht auf die Straße tauen würde, und ich will um Himmels Willen keine Diättips. Ich will nicht von echten Frauen irgendwelche Büromode vorgeführt bekommen, ich will nicht verbessert werden, ich will nicht, daß mir irgendjemand Ratschläge gibt. Authentizität ist überschätzt, Originalität ist unterschätzt. Und mit dieser ästhetischen Forderung entlasse ich Sie alle aus meinen Fiebergedanken ins Wochenende. Falls es Ihnen zu wirr war, schieben Sie es auf meine Erkältung. Ich gehe jetzt die Vogue lesen.

Veröffentlicht 26. Februar 2010, 01:02 von Andrea Diener
Kommentare

Der Tiger

25. Februar 2010, 23:34

Sehr gut! So ein Artikel über Frauenzeitungen ist genau das richtige nach einem langen Tag. Dazu ein Stück Schoko, nur kommentieren kann ich nichts. Ich kann mich nicht erinnern, dass letzte Mal eine Frauenzeitschrift gelesen zu haben. Mein Friseur steht da nicht drauf, und beim Zahnarzt gibt es nur Zahnartlektüre.

Filou

25. Februar 2010, 23:40

Aber das es echte Magzine fuer Frauen sind, merkt man als Mann ganz schnell.

Ich lese zum Bespiel gerne die Horoskope. Bei mir stimmen sie nie. Ist ja auch kein Wunder, bin halt keine Frau.

Straight Chris

26. Februar 2010, 00:43

Worst Case: Die Seidenraschelwelt des Büromoden-Diätwahn-Mainstreams

Der wirr warr hat eigentlich mehr mit der unscharfen Definition zu tun was eine Frauenzeitschrift überhaupt sein soll.

Zur Veranschaulichung von der Einschätzung von Echtheit ein anderes Inhaltsformat: Bei kleinformatigen Schmökern für alle ab achtzehn ist inhaltlicher Aufbau und Handlungsmuster zuordenbar: Der Kern der Handlung ist real und nachvollziehbar, das drum herum um den Kern ist immer sehr konstruiert.

Bei sogenannten Frauenzeitschriften ist gar nichts klar: Es wird geschrieben, fotografiert und konstruiert was der Markt will; und drum sind anspruchsvolle Themen schwierig. Im Sinne Luhmanns geht es nicht darum mittels einer Frauenzeitschrift zu erfahren, was Leben bietet, sondern es ist eine Wiedergabe und gewisser Maßen auch Handlungsanleitung, was die Masse scheinbar tut oder vielmehr tun soll. Aber anscheinend will niemand zur breiten Masse gehören, aber doch irgendwie "über das Verhalten der anderen" informiert sein. Es ist alles okay, solange es die Realität der anderen betrifft; aber wenn es die Realität und die Widersprüche des eigenen Lebens auch nur tangiert, so macht sich Unruhe bis zur (absolut legitimen) Verweigerung bemerkbar.

In Wahrheit sind Magazine mit der abgehobenen Seidenraschelwelt die klügste Alternative zur Bürotussi-Diätwahn-Realität. Die breite Masse der geneigten Leserinnen (also die anderen) mögen sich aber immer vergegenwärtigen, die Make-up-Tips sind nicht wirklich für den Alltag bestimmt. Denn wenn diese klare Trennung zwischen Hochglanzmagazin und Realität ignoriert wird, (zuviele) Frauen sich tatsächlich mit diversen Make-ups wie selbstverständlich auf die Straße trauen, mutiert der ursprüngliche Hochglanz zu billigem Mainstream und die letzten Nischen von Leserinnen-Interessen sind rüber gewandert in die Bürotussimodenfraktion.

Und die Katze beißt sich so in den Schwanz. Die gute Lektüre zerkracht an der herbei geschrieben wordenen Echtheit.

minna

26. Februar 2010, 00:43

Liebe Frau Diener, wenn es nur die Frauenzeitschriften wären. Auch in Werbeprospekten, die ins Haus flattern z.B.von Möbelhäusern , tritt nun

"Horst Schlämmer" mit Frau auf.

Schwarzmaler

26. Februar 2010, 01:56

http://ahenicke@me.com

Für die Männer gibts dafür iX. c't und Auto Bild. Schon seltsam, was so ein fehlendes Chromosom für Auswirkungen hat.

Filou

26. Februar 2010, 02:23

Sorry, dass ich nochmal stoere, ich hab's eben nochmal durchgelesen. Lustig, das Maennerbild, dass Sie haben. Es deckt sich keineswegs mit dem Frauenbild, von dem Sie vermuten, das Maenner es so haben-zumindest nicht in meinem Unkulturkreis.

Im Geiste gehe ich an meinen alten Freunden vorbei, also an Freunden die damals nicht alt, sondern ziemlich jung waren. Ehrlich, wirklich ehrlich: Die Jungs wollten alle nur spielen, das wollen sie immer noch. Selbst ein Studium war Spiel, ernsthaft, weil existentiell, ansonsten aber pendelten die zwischen Kino, Carrerabahn (allerdings verschaemt und nur als Beispiel genannt), Kneipe und gemischtgeschlechtlichen Geselligkeiten hin und her. Ah, jetzt merke ich es, natuerlich, die machten ja auch alle keine Geisteswissenschaft-die machten auf Ingenieur oder Architekt oder Informatik.

Klar doch, denen waren Frauen zwar nicht richtig egal, die konnten aber schon ein wenig stoeren, wenn man beim Apparatebasteln zusammen sass, die Aschenbecher sich fuellten und die Bierkiste leichter wurde. Manchmal wurde man von einer rennomierten Vereinigung eingeladen. Die Ehre war gross, wie die ratlose Suche nach einem noch funktioniernden Anzug ebenso gross war. Einen Geisteswissenschaftler hatten wir nun doch in der Clique: der baute die Akropolis in beachtenswertem, raumfuellenden Massstab nach. Er wurde dann doch nicht Museumsdirektor, sondern Studienrat.

Hatten die ein Frauenbild? Gar eins á la Hochglanzmagazin? Ich glaube, dass die es nicht hatten-oder nur diffus. Jedenfalls war es so, dass deren Freundinnen irgendwann entschlossen den Ehestand anstrebten und dabei so taten, als waere es die Idee ihrer Maenner. Nach dem zweiten Kind und der Auszahlung des Bausparvertrages werden die Damen dann zu Vogue oder Elle gegriffen haben (die aergsten zu Gala), um sich irgendwohin zu traeumen. Ihr Traummann steht waehrenddessen auf dem Grundstueck und ueberlegt den Grundriss der kuenftigen Schwimmhalle. Dabei geht es ihm um das Bauen. Seiner Liebsten sagt er, es waere wegen der Kinder. Aber die sind nur vorgeschoben. Maenner wollen spielen. Ganz ernsthaft spielen. Und wenn Frauen glauben zu wissen was Maenner wollen, taeuschen sie sich gewaltig. Kluge Frauen (ganz bloede gibt es selten) wissen das.

Und wenn Ihnen das jetzt etwas wirr und nach Themaverfehlung aussieht, schieben Sie's halt auf vier Calvados und den Spass an Ihren Ueberlegungen.

Noch ein Tempotaschentuch?

Schnief!

Rosinante

26. Februar 2010, 03:56

liebe Autorin, danke für dieses leichte Plädoyer einen femininen Bewusstseins, welches die Qualität sucht, das andere Durchschaut, auch böse benennt, aber nicht grundsätzlich abwertet und last, but not least, die eigene Person zum relativen Mass für alles Andere macht. Und wenn uns schon das ewig Weibliche hinanzieht (ich meine uns Pferde), dann ist es diese entspannte Dialogfähigkeit deren Ziel wohl immer die Schönheit ist. Übrigens Filou, die Unzuverlässigkeit der Horoskope ist wirklich ärgerlich.

Inge

26. Februar 2010, 04:04

das ist wie im richtigen Leben da gibt es auch seichte Gewässer

Inge

26. Februar 2010, 06:48

mit den Frauenzeitschriften oder Einrichtungszeitschriften oder Gartenzeitschriften oder sonstigen bunten Zeitschriften holst du dir nur schöne

Bilder  in Erinnerung die sind schnell aufrufbar und bedürfen nicht des langen lesens und mit Werbeprospekten habe ich ganz zufällig meine Hirn- bzw. Seelenforschung vorangebracht also auch jedes seichte Gewässer führt schließlich in die Tiefen des Ozeans. Und nirgendwo kann ich neue Schmuckkreationen besser studieren als in Vogue und das so nebenbei beim Plasmaspenden was wiederum Kranken zu Gute kommt. Also alles hat seinen Sinn und wenn ich mit einem Mö belprospekt noch Geld verdienen kann, dann

bin ich nicht mehr von Hartz IV abhängig und ich kann meine drei Kindern die

Schule oder Ausbildung bieten die ich mir für sie wünsche damit sie dann eines

Tages die Reisen unternehmen können, die in den bunten Frauenzeitschriften

angeboten werden. So sieht 10 Jahre Hartz IV Erfahrung aus praktisch angewendet und zum Vertiefen gibts dann wieder die FAZ im Abo  was will der

Mensch noch mehr?

blau

26. Februar 2010, 08:36

Sehr schöner Artikel. Wer eine Feminismusvorwand hochzieht, um den Plagiatstatbestand nicht sehen zu müssen, hat eindeutig keinen Durchblick.

Ich wünsche guten Schokoladenappetit.

muscat

26. Februar 2010, 09:12

Ein schöner und über weite Strecken treffender Beitrag, aber hauen Sie doch bitte nicht so auf die arme Brigitte ein! Die ist lustig und bei den alljährlichen Diät- und Sonnenschutz-Tipps blättere ich einfach weiter.

Ich sehe es bei Vogue und Elle schlicht nicht ein, 6 Euro für die 150 Seiten  Werbung am Anfang zu zahlen. Trotzdem gucke ich sie mir natürlich ab und zu mal an (gern auch am Hbf).

Holzi

26. Februar 2010, 09:38

http://PhantaNews.de

Ist ins Kino gehen und sich Transformers ansehen nicht auch "völlig bewußt etwas Sinnloses tun, ohne dabei irgendeine Art von Relevanz vortäuschen zu müssen"? :o)

Aber mal im Ernst: Die Anti-Popcorn-Mentalität hier in Deutschland, die in der reinen Unterhaltung offenbar etwas Anstößiges sieht, habe ich noch nie verstanden, egal ob für Männer oder Frauen. Ich kann nicht Schlechtes daran sehen, sich einfach mal ohne Hintergedanken und gern auch mit bewusster und vorsätzlicher Gehirndeaktivierung unterhalten zu lassen. Von Anspruch werden wir davor und danach noch genug umweht. Und niemand kann mir erklären, dass es nur entweder - oder gibt, ich kann sowohl Trash wie auch (vorgeblich) Anspruchsvolles goutieren und niemand soll versuchen mir das auszureden!

An dem Anspruchwahn kranken leider auch beispielsweise die meisten deutschen Filme: da wird mit soviel Verzweiflung versucht, einen Anspruch einzubauen (man hat ja als deutscher Künstler eine Dichter und Denker-Verpflichtung), dass die Unterhaltung auf der Strecke bleibt. Und Regisseure, die das anders machen werden hier so lange als Abweichler gegeißelt, bis sie in die USA ziehen und lieber dort Blockbuster produzieren.

Reiterjunge

26. Februar 2010, 10:01

Seitdem meine katholische Schwipp-Schwiegermutter regelmäßig auf den Kleinen aufpaßt, liegen in unserer Stadtwohnung regelmäßig Magazine aus, mit den neusten Nachrichten aus Adel, Volksmusikszene, Film und Fernsehen. Locker eingestreut sind Rezepte, Ratgeber gegen Rheuma und natürlich Diättips.

Ich rede von Freizeitrevuen sowie von goldenen und aktuellen Blättern.

.

Ich habe gelernt nicht mehr gegen dieses sehr spezielle Genre der Frauenzeitschriften anzukämpfen.

Die Klassifizierung "Popcorn fürs Hirn" paßt auch hier sehr gut, in diesem Fall für das reifere weibliche Hirn.

.

Damit mein Sohn kein einseitiges Frauenbild entwickelt, habe ich als ultimative Frauenzeitschrift jetzt "Emma" als Geschenkabonnement bestellt.

Ich bin sehr gespannt auf die Resonanz ( und auf die Emma ).

Andrea Diener

26. Februar 2010, 10:28

Filou, vielleicht habe ich mich in den letzten Zeiten wirklich zuviel in der Lokalberichterstattung herumgetrieben. Da ist jedes Karnickel gleich ein Meilenstein für das deutsche Kleintierwesen. Vielleicht ist der Mann im Verein aber auch eine besondere Subspezies, dem das Spielerische abgeht.

.

Holzi, eben. Und das kann auch völlig abgehoben sein und mit dem Leben nichts zu tun haben. Das immer alles mit dem Leben zu tun haben muß, verstehe ich nicht. Solange man Fiktionen als solche erkennen kann – das gilt für Transformers genauso wie für die Laufstegwesen in der Vogue. Alles Mutanten :)

Thessa

26. Februar 2010, 10:34

Ach, ich liebe die Vogue! Wenn man 5 Tage die Woche zumeist anspruchsvolle Literatur im Pendlerzug liest, ist sie wie Urlaub. Oder eben, wie Sie so treffend formulierten: Popcorn fürs Hirn.

Andrea Diener

26. Februar 2010, 10:45

Muscat, der Preis der Hochglanzmagazine ist ein Argument, aber die Werbung gehört unbedingt dazu! Ich will wissen, was sich Frau Prada diese Saison ausgedacht hat, ich will wissen, welche spießigen Gerippe Ralph Lauren nun wieder ins Rennen schickt, ich will das sehen.

.

Rosinante, natürlich mache ich die eigene Person zum Maß aller Dinge, wer macht das nicht? :-) Und Schönheit ist immer ein lohnendes Ziel. (Weisheit aber auch.)

.

Chris, das Problem der weiblichen Menschheit, wie sie auf der Straße herumläuft, ist nicht überbordender Wagemut in Sachen Make-up oder Mode. Leider ganz im Gegenteil. Zumindest hier in Frankfurt werden die Damen anscheinend in Förmchen gepreßt. Sie glauben gar nicht, wie wenig es braucht, um aufzufallen. Und wer auffällt, fällt auch nur innerhalb einer gewissen Szeneschablone auf, als Punk, als Goth, als Mangamädchen. Das ist es ja, optischen Wagemut gibt es nur mit Vorlage, weil sich irgendwie hartnäckig die Legende hält, daß man dann oberflächlich sei und interessante Menschen nichts aufs Äußere geben. Legende, wie gesagt.

muscat

26. Februar 2010, 10:56

Lieber nach Paris fahren (wie ich nächste Woche), wo ich auf den Straßen und in den Läden gucken und staunen werde.

Straight Chris

26. Februar 2010, 11:13

Legende? Oder bicht vielmehr Stigma?

MD

26. Februar 2010, 11:45

"Frauenmagazine gibt es deshalb, weil Frauen es schaffen, völlig bewußt etwas sinnloses zu tun, ohne dabei irgendeine Art von Relevanz vortäuschen zu müssen. "

Made my day.

(-:

MD

Rob

26. Februar 2010, 11:49

Ich habe einen Tinitus! Und das obwohl ich nur wissen wollte für welche Musik sich Frau Diener interessiert...

Denken

26. Februar 2010, 11:55

Es ist ja nicht so, daß nur auf die Hälfte der Menschheit Druck ausgeübt würde, und man kann auch mal aufhören, so zu tun, als wäre das so.

Der Satz gefällt mir besonders! Den sollte sich Frau Schwarzer mal zu Gemüt führen!

Hiwwelhubber

26. Februar 2010, 11:57

Liebe Frau Diener,

schön schön, dass Sie weiterhin Scholokade  essen - aber sehr sehr schade, dass Sie Ihre Berichte über diese Schokoladentestreihe schon seit langem nicht mehr fortführen...

(oder sollten Sie etwa bei EINER Geheimsorte gelandet sein?)

stöhnt der HH.

Dori

26. Februar 2010, 12:10

Sehr treffend. Dennoch ärgere ich mich über dieses ständige Weiblein/Männlein-Klischee. In den letzten Jahren haben sämtliche Vorurteile kräftig zugelegt. Und solange alles nach Geschlecht definiert wird gibt es keine Gleichheit.

Obwohl ich weder optisch noch charakterlich einer Kampf-Lesbe entspreche, habe ich seit meiner frühen Pubertät kein sogenanntes Frauen-Magazin in Händen gehalten. Einfach nur uninteressant. Mein Mann hat mehr Schuhe als ich und besucht auch häufiger den Friseur. Shoppen ist für uns beide eine Qual. Stundenlange Gespräche über irgendwelche Emotionen sind mir ebenfalls fremd. Mit Sicherheit gibt es viele Frauen, die ähnlich ticken.

Andrea Diener

26. Februar 2010, 12:34

Rob, das tut mir leid. Frau Newsom ist sehr speziell, das gebe ich gern zu. Werden Sie mit Sophie Hunger glücklicher?

.

Hiwwlhubber: Gelandet ja, geheim nicht: Laederach Pistazie, erhältlich im Café Wacker. Und drüben bei Opitz gibt es diese französischen Karamellkekse mit Schokolade, die sind unfaßbar. Aber Sie haben ja recht, die müßte ich mal öffentlich loben.

.

Dori, ich finde Schuhe großartig, aber nur rahmengenähte, und ich telefoniere nicht gern. So ist das. Ich habe aber mitunter einen Hang zum Glamourösen, weshalb mich diese kurzhaarigen Gender-Studies-Professorinnen alle nicht sonderlich mochten. Vielleicht hat mich das traumatisiert. – Wissen Sie, mich ärgert, daß so Leute wie die Radisch im Grunde sämtliche Gleichheitsbestrebungen diskreditieren, indem sie eine Diskussion gleich auf so eine Frauen-Opfer-Ebene ziehen. Als ob eine Frau nichts anderes sein könnte als ein Opfer, als ob sie keine andere Rolle einnehmen kann. Soll das Feminismus sein oder was?

elbsegler

26. Februar 2010, 12:41

@Andrea Diener, 26. Februar 2010, 10:28

Der Mann im Verein ist das genaue Gegenteil einer Spezies, der das Spielerische abgeht. Der Mann im Verein ist Spielen pur. Ich will ja nicht gleich behaupten, Sie hätten von Männern und ihrer Denke keine Ahnung, aber es liegt da ein grundlegendes Mißverständnis vor. Männliches Spielen hat ebenso wie das Spielen von Kindern nichts mit Unernst zu tun. Es ist eine toternste Angelegenheit, die aber paradoxer Weise Spaß bereitet. Dieses Spielen findet zwar für eine objektiven Betrachter in einer Scheinwelt statt, die vom Spieler jedoch wie Realität behandelt wird. Frauen haben da wohl grundsätzlich einen anderen Zugang. Ich kenne auch keine Frauen, die gerne Computerspiele machen. Vielleicht weil sie nicht bereit sind, diese virtuelle Welt ernst zu nehmen. Was bei objektiver Betrachtung auch schwer fällt. Männer brauchen also ihr Leben lang Spielzeug. Deshalb gibt es auch neben "Männermagazinen" wie dem Playboy (die mit den Interessanten Interviews...) viele Spielzeugmagazine, die sich zwar nicht explizit an Männer richten, aber wohl fast ausschließlich von Ihnen gekauft werden: Autozeitschriften, Hobbymagazinen zur Jagd, zum Segeln, über Modellautofeuerwehren - alles bierernst. Für Frauen gibt es so etwas nicht. "Frauenmagazine" müssen immer einen "Mehrwert" behaupten. es muss ein Rest von "Vernunft" in ihnen stecken - auch wenn man danach suchen muss. Und wenn es der Gesundheitsratgeber im Goldenen Blatt oder die Kochrezepte sind. Der Zeitschriftenmarkt widerlegt die unglückliche Behauptung, dass Frauen und Männer im Grunde gleich seien.

Filou

26. Februar 2010, 13:10

Alle mal weghoeren.

Vom Meister der Herzensbildung Max Goldt galube ich die Bezeichnung Menopausenschabracke zu erinnern.

Sie duerfen jetzt wieder hinhoeren.

Nieselpriem

26. Februar 2010, 13:24

Frauenmagazine - sind das nicht die Werbekataloge wo zwischendurch eine Seite mit Persönlichkeitstests kommt?

Aber im Playboy soll es ja auch ganz anständige Reportage geben!!

Filou

26. Februar 2010, 13:58

Ha, Elbsegler, da haetten Sie aber meine Madame zu Zeiten des Moorhuhn-Hypes am Computer sehen sollen. Eine wueste Killerin mit rausgestreckter Zunge und irrem Jagdblick war das. Da vermutete man mit Recht Untiefen in diesem Weibe.

Andrea Diener

26. Februar 2010, 13:58

elbsegler, wunderbar, großartig erklärt, besser als ich mit Schnupfenkopf könnte, ich gebe Ihnen fast zu 100 Prozent recht. Fast! Denn der Mehrwert des Frauenmagazins ist eigentlich völlig verzichtbar. Kochrezepte sind etwas völlig fiktionales, genau wie Mode: Man kocht das ja nicht wirklich nach, aber vielleicht bekommt man eine nette Anregung dadurch. Gesundheitsthemen werden gern überblättert. Ich glaube, die dienen mehr der Rechtfertigung der Redaktion als der der Frau, so etwas zu lesen. Frauen neigen jedoch weniger zum Geektum als Männer, sie steigern sich nicht so in Themen hinein (die meisten jedenfalls, ich kann das etwa sehr, sehr gut). Und sind es nicht gewohnt, daß irgendjemand ihre Parallelwelten ernst nimmt.

.

Nieselpriem, Persönlichkeitstests sind Gruppenspaß für die Mittagspause. Unfaßbar unterhaltsam, wenn man sie nicht alleine macht.

.

Filou, danke. Sie hier in den Kommentaren dürfen sowas ja sagen.

muscat

26. Februar 2010, 14:06

Filou, ich sag nur: Porschefimmel.

Dori

26. Februar 2010, 14:16

Werte Frau Diener, Sie treffen den berüchtigten Nagel. Glamour? Gerne, wenn die Dame es wirklich will. Aber hier verhält es sich ebenso wie mit diesen Bubikopf-Hosenanzug-Doppel-bis-Dreifachnamen Damen, bei denen alles so erzwungen wirkt. Sie leben nicht nach ihrem Befinden, sondern projizieren ihre Idealvorstellung vom Frausein. Sekretärinnen fallen über Hausfrauen her, weil diese keine "Karriere" machen. Ein Witz. Tolle Selbstfindung. Und die ewig deprimiert wirkende Radisch hat sich dermaßen verrannt wie einst ihre Schwester Schwarzer. Mittlerweile stecken beide in einer Sackgasse. Da ist die ewige Opferrolle ein dankbarer Erklärungsversuch.

@Elbsegler

Ich spiele sehr viel am Rechner und habe auch eine PS. Nein, nicht die SIMS. GT IV, z.B. Vor ewigen Zeiten begann alles mit Doom.

Außerdem bin ich im Schützenverein. Und nein, absolut nicht vermännlicht. Einfach nur Mensch.

Filou

26. Februar 2010, 14:21

muscat, von der Doenhoff gibt es so Rasergeschichten. Meine Madame koennte sich einen Porsche leisten, wenn sie es wollte. Sie will nicht, zu meiner grossen Beruhigung. Aber wenn die gut drauf ist, kann sie mit Benzens und Golfs so manchen migrantischen Rasermacho das Fuerchten lehren. Ich bin da ganz anders, werde von einer Stuttgarter Babyschaukel gesaenftet, verursache Garagenunfaelle, und rueckwaerts Einparken ist auch 'ne Lachnummer. Mit der Alkoholladung nach Besuch des Seglerheimes koennte ich Bischof werden.

elbsegler

26. Februar 2010, 14:34

@Andrea Diener

Zunächst herzlichen Dank für die Blumen und gute Besserung! Mich läßt die Erkältung auch nicht los. Zurzeit ist der Hals dick...

Ich hatte deshalb auch vom "behaupteten" Mehrwert geschrieben. Auch wenn man dann schon wieder auf die Idee kommen könnte, es gäbe doch keinen Unterschied, haben Sie auch schon auf den wohl entscheidenden hingewiesen. Die Bereitschaft des Mannes, sich in seine Hobbies bierernst und bis in die letzten Winkel des Fachwissens zu vertiefen, scheint mir bei Frauen nicht so ausgeprägt. Deshalb, lieber filou, gibt es auch Frauen die mal begeistert Moorhuhn schießen, aber sich deshalb noch lange nicht einem Moorhuhnschießclub (natürlich "e.V.") als dritte Beisitzerin im Vorstand vorstellen könnten.

Ich habe Freunde, die als Hobbyfotografen und -jäger jeden guten Fachverkäufer zur Verzweifelung bringen, weil es keine Feinheit ihres Hobbies gibt, die sie nicht kennen. Wer in Baumärkten oder Elektronikfilialen miterlebt, wie der Hobbyfachmann den Experten mit seinem Fachwissen und immer wieder neuen Nachfragen foltern kann, wird lange überlegen müssen, bis ihm eine Situation einfällt, in der eine Frau (Achtung Vorurteile im Anmarsch!) die Schuhverkäuferin mit technischen Fragen zum Aufbau des Schuhs nervte oder in der Boutique angeregte Fachdiskussionen mit der Verkäuferin über die Unterschiede zwischen Harrys- und Rhön-Tweed führte. Diesen tiefen Ernst kann man m.E. nur bei spielerischer Herangehensweise entwickeln, sonst würde es zu anstrengend und zur Belastung.

elbsegler

26. Februar 2010, 15:01

@filou und Dori

Ich bin auch kein "typischer Mann". Mir geht dieses Hobbyspezialistentum völlig ab. Es ist mir eben zu anstrengend. ich spiele gerne, auch mal mit der Eisenbahn, käme aber nicht auf die Idee, beim Tankwagen die Zahl der Nieten zu prüfen. Ich habe deshalb noch keine Geschlechtsumwandlung in Betracht gezogen. Es gibt eben zwischen schwarz und weiß noch ein paar Zwischentöne, zu denen wir uns zählen können.

Literarisches Wunderkind

26. Februar 2010, 15:05

Authentizitatität...

"Frau, die aber auch nur ihres Aussehens wegen abgebildet ist und nicht, weil sie eine Mikrochipfabrik leitet"

Das ist lustig. "Echt". :)

Und viele weitere, kluge Sätze auch.

"...als Underdog böte sich da eventuell die des Bloggers als marginalisiertem

Medienweltbewohner an"

Ich glaube, Blogger werden überschätzt. Oder - selbst wenn sie erfolgreich sind - überschätzen sich selbst.

Ich als normaler Internet-User - als solchen sehe ich mich - habe bis vor gut einer Woche gar nicht gewußt, daß es überhaupt "FAZ-Blogs" gibt. Der Link in der Kopfzeile bewegt sich doch schon im Nanometer-Bereich. Der ist mir auf meinen 15-minütigen Lesereisen quer durch den Zeitungsstand - von Spiegel bis BILD, und der Rest dazwischen (Wo-Mags sind leider nicht darunter) - noch nie aufgefallen. Hätte mir "Google-News" im Zuge der Hegemann-Dramödie nicht den Weg hierhin gewiesen, ich wäre immer noch irgendwo da draußen.

So allerdings - das gebe ich gerne zu - wäre mir etwas entgangen.

Frauenmagazine - ich krame in meiner Erinnerung - hatten immer etwas Mythisches. Sie waren besser gemacht, hatten die besseren Photostrecken, den höheren Anspruch. Da konnte man das Geschreibsel zwischen Peeling und Power-Walking leicht vergessen. Aber das war früher so. Wie das heute ist,

weiß ich nicht. Ich sollte mal wieder zum Arzt gehen. Und heimlich blättern.

Ich glaube, Lesezirkel-Umschlagseiten wurden nur für diesen einen Zweck erfunden: daß man(n) sich nicht schämen muß, während man(n) darin blättert.

PS

Botticelli.

Ist das die Venus? Was macht denn die Venus da auf dem Photo neben all dem Frauengedöns?

Die ist doch Kunst. Also 'unecht'. Also nicht 'echt'. Oder sind die Frauenmagazine etwa der Meeresschaum, aus dem sie gebar? Gebier. Ge... auf die Welt kam.

Das allerdings wäre geradezu phantastiziös. Um mal die Nomenklatura, sagen wir mal eines Mangold, zu gebrauchen. Ich bin verworr... verwirrt.

PPS

Vielleicht sollte man mal eine Online-Petition bei Schirrmacher einreichen mit der Forderung:

"Andrea for FAZ-Seite-1!"

Meine Stimme hat sie. "Echt".

Und... ach so: Gute Besseung!

Hiwwelhubber

26. Februar 2010, 15:13

@Andrea Diener: Ach, schreiben Sie doch sowas nicht, auch noch mit Quellenangabe ;-)

Am Ende kaufe ich das alles noch! Opitz ist jeden Tag ein schlimmer Ort der Verführung den ich zu vergessen versuche!

Marvin

26. Februar 2010, 15:46

http://marvinrunning.blogspot.com

Genau! Irrelevante Sinnlosigkeit muss sein und macht Spaß. Auch Y-Chromosom-Trägern. Sonst gäbe es ja gar nicht diese einfühlsamen Männerschnulzen: Heimlicher Held rettet Prinzessin Gerechtigkeit am Ende durch ein romantisches Kugelhagelinferno. Hach!

Savall

26. Februar 2010, 17:18

Nun, dieses Thema ist in der Tat fernliegend. Aber da ich gern dazulerne, habe ich einen empirischen Test gemacht und eine entsprechende Postille käuflich erworben. Offensichtlich ein phänotypisches Exemplar: Heidi Klum, Diätrezept, Kochrezept (Dicke Bohnen statt Mangold), Sommermode („Ballonkleid mit Stäbchencorsage“), alles vorhanden. Soweit, so schlecht.  Im übrigen ist es wohl ein Paralleluniversum mit eigenen Gesetzen und scheinbar alterslos. Ich meine, ich hab in pubertären Anfällen auch für Iris Berben geschwärmt und meine Oma fand Wencke Myhre auch ganz toll. Offensichtlich hat sich aber in den letzten 30 Jahren nicht wirklich etwas verändert, denn diese Damen bekommen ausführliche Artikel. Vielleicht ist das der tiefere Sinn, daß es einen Raum jenseits von Zeit und Wirklichkeit gibt, in dem Petra Pan nicht erwachsen werden muß. Interessant.

Der Artikel von Frau Radisch hätte gut in dieses Ambiente gepaßt, denke ich. Das hörte sich so an wie Alice Schwarzer, ebenfalls vor 30 Jahren. Ich kenne Frau Hegemanns Buch nicht und wünsche auch nicht, es kennen zu lernen. Was ich davon weiß, ist der laufenden Debatte entnommen und das reicht mir. Ich habe allerdings, um einen Eindruck zu bekommen, „Torpedo“ angeschaut. Sollte der Film tatsächlich von ihr sein, dann habe ich allen Respekt. Allerdings kommt mir der Film viel zu stilsicher und anspielungsreich daher. Das kann ein 15-jähriges Mädel eigentlich nicht alles schon gesehen haben. Dardenne und Lynch, Fassbinder und Loach. Ich vermute, daß des Vaters helfende Hand immer nicht weit war. Wie dem auch sei, echt wirkt das alles auf mich nicht, sondern artifiziell. Wer Authentizität haben will, sollte zu Klüpfel und Kobr greifen, so wie ich das jetzt tue. Noch jemand ein paar Kässpätzle?  

Ladyjane

26. Februar 2010, 17:57

Ganz Ihrer Meinung, Frau Diener, Radischs Ausführungen waren dumm + wenn man die Kategorie heranziehen möchte: sexistisch. Was mich wundert: Seit einiger Zeit tauchen in der Werbung, im deutschem Fernsehspiel etc. zunehmend Männer auf, die reichlich dödelig daherkommen. Warum regt sich darüber keineR auf? Weil tatsächlich dödelig? Oder weil ein Mann gar nicht auf die Idee kommt, sich in der „Opferrolle“ zu sehen?

Filou

26. Februar 2010, 20:35

Savall, nach langem Bedenken eben auf YouTube den Trailer von Torpedo gesehen.

Nein, das ist nicht von einer 15jaehrigen!

Es bestaetigt meinen alten Verdacht, dass in der deutschen Kulturszene vergackeiert wird, was das Zeug haelt.

Es scheint mir die beste Reaktion zu sein, diese Leute machen zu lassen, man selbst sich mindestens 10 Jahre lang nur noch dem Ausland widmen sollte, falls dort etwas Wuerdiges abgeht.

Filou

27. Februar 2010, 00:10

Ladyjane, bitte, ich bin ein Mann, doedelig bin ich auch. Im Krankheitsfall, schon im leichteren Fall, ein klagendes Wurstchen. Der einzige in unserer Beziehung, welcher die Reiseapotheke sachkundig fuellt, bin ich. Als Mann weiss ich halt, was einen Menschen so beschweren kann, wenn er das falsche  isst, am Wege sich den Fuss verstaucht, oder morgens einen moerderischen Kater hat. Ich bin verletzlich, sensibel, ruecksichtsvoll...

...besonders auf mich. Wenn ich's nicht mache, wer sonst?

So, und jetzt muessen Sie mal ganz tapfer sein, denn wer frisst MEINE Reiseapotheke leer? Na, drei mal duerfen Sie raten!

Wer badet seine geschundenen Fuesschen in MEINEM Badesalz, wer futtert MEIN Aspirin, als waeren es Pralinen, wer pfeift sich MEINE Kohlecompretten kiloweise rein, wer verbraucht meterweise MEIN Heftpflaster, und wer sagt dann nach vollendeter Genesung: Du rauchst zuviel, das ist nicht gut fuer Dich?

Na, dann raten Sie mal, wer hier das Opfer ist, aber heldenhaft niemals darueber klagt.

Wahres Heldentum geschieht in der Stille. So siehts naemlich aus. Jawoll!

Andrea Diener

27. Februar 2010, 00:45

Literarisches Wunderkind, die Botticelli-Venus lag da tatsächlich auf dem Frauenzeitschriftenhaufen, irgendjemand hat sie da hingelegt, ich habe sie nur abfotografiert. Denn schon die ist ja nicht echt. Diese ganzen Renaissancemadonnen, die weichgezeichneten Rokokogräfinnen, alle nicht echt.

.

Ich habe Torpedo nicht gesehen. So ein, anderthalb Geniestreiche können einem als 15-Jährigem vielleicht gelingen, aber dann muß man doch noch ein bißchen leben, damit was nachkommt, denk ich. Ich kann mich natürlich auch täuschen, aber wer sich in letzter Zeit aktuelle Werke von Benjamin Lebert oder Zoe Jenny angetan hat (beide mit Kulturvätern, beide früh erstes Buch, beide schnell verbrannt), der hegt nicht allzu tiefe Hoffnung.

Rosinante

27. Februar 2010, 08:16

Filou 00:10, Ihr Beitrag ist bestes Feuilleton. Mein Schmunzeln kippt fast ins Laute. Aber die Nachbarn! (ich wohne in einem Mehrfamilienhaus zwar ganz oben, aber ich höre fast jede Bewegung im Lift). Wenn man so diesen und den anderen Blog verfolgt, stellen sich ja Allgorithmen zwischen den Inhalten, den Pseudonymen und der jeweiligen Autorenstimmung her, so diese in der Blogprosa durchschimmert. So glaube ich inzwischen, dass Ihre Madame auch fleissige Teilnehmerin dieses virtuellen Dialogs ist. Und der Leuchtturm bei Den Haag, der mir mit meinen bloggenden Kinderschuhen ins Keyboard floss, war wirklich arg. Ich entschuldige mich hiermit mit der Unschuld von Frau Hegemann. Und danke herzlich für die humor- und liebevolle Reiseapotheke.

Andrea Diener 00:45, ich kann mich gut an Zoe Jenny als Kind im Wohnzimmer mit Manuskriptstapeln und überquellenden Aschenbechern erinnern. Ja, ihre Hoffnungslosigkeit im Blick auf "Torpedo" (kenne das Ding nur aus der hiesigen Diskussion, will es nicht einmal, Filou danke und sorry, auf youtube anschauen) teile ich ganz und gar. Sloterdijk liegt mit seiner "Frivolitätsepoche" nicht so schlecht.

Antoinette

27. Februar 2010, 08:41

Diese ganzen Fraunemagazine verkaufen doch nur eine irreale  Hochglanzwelt; zumeist noch nicht einmal sehr geschmackssicher. Und als langjährige Leserin von Vogue, Elle, Instyle und Madame kann ich nur sagen: alles wiederholt sich. Man ist gefangen im hermeneutischen Zirkel von anti-Aging, merkwürdigen Tipps fürs Liebesleben und den unausweichlichen "Must haves".

Sehr amüsant war auch der vor einer Weile in der InStyle abgedruckte Leserbiref einer Dame, die es leid war, dass immer hautenge Lederleggins als non-plus-ultra angepreisen wurden - so etwas nenne ich Mut zur Selbstkritik. Zwei Ausgaben später konnte man die besagten Ledderleginngs doch wieder in einer Modestrecke mit Sebastian Schweinsteigers Freundin bewundern.

Als Alternative empfehle ich "Ratgeber Frau und Familie", erscheint inzwischen im 104. Jahrgang und dürfte wohl ein wahrer Insidertipp sein.

Jorge Loma

27. Februar 2010, 09:24

http://cbohne2006@runbox.com

Ich mag sie, diese kugelbunte Wirbelwelt - aus Spaß an der Freud und einem Schuß Ironie als Spiel. Bin ich jetzt eine Frau oder effeminiert oder ...? Auch, wenns sich um Weltbildratgeber oder Pseudofreud von Pseudodoktors handelt. Von wem erhalte ich denn die Welt handlich erklärt wenn ich von dem "Goldenen FrauohneHerzBlatt"? Oma erklärt mir die heile Welt das alten Adels. Ich ergänze sie mit Fontane. So freuen wir uns, und ich hab meinen Anteil an der Ironie des Meisters. Frau Alice erklärt mir tumbem Mann das frauliche Universum, meine Frau auch. Dann spielen wir und singen zweistimmig zusammen. Allerdings stehen unsere Lieder nicht in ... und in .... Auch die nicht, die wir mit Töchterlein singen, auch nicht unsere frei erfundenen aktuellen Märchen aus den 1001 Tagen und Nächten. Wer ist hier bierernst? Jorge Loma? P.S.: Was ich in diesen Lektüren vermisse? Das aber echte Lachen. Das echte.

Hiwwelhubber

27. Februar 2010, 09:55

... liebe Frau Diener, hier mal schnell en paar Haar-Sträuber aus den 70ern, die auch sehr gut zum hiesigen Gender-Dikurs taugen. Sie werden es lieben!

www.guidespot.com/.../70s_ad_funny_farrah

Eilig der HH (das Wetter wird schön, Rheinhessen ruft)

Andrea Diener

27. Februar 2010, 12:03

Hautenge Lederleggings? Frau Antoinette, mich schüttelt's. Hat das nicht Kate Moss vor zwei, drei Jahren popularisert? Und das ist immer noch nicht ausgerottet? Ich glaube, ich weiß jetzt, warum ich InStyle noch nie gekauft habe.

.

Interessant ist ja auch der Aufstieg der Streetstyle-Blogs, da werden ja wirklich echte Leute gezeigt. Allerdings nicht repräsentativ, sondern ein kleiner Ausschnitt aus der Wirklichkeit, und meist sind diese Leute dann auch Designer oder haben sonst irgendeinen künstlerischen Beruf. Aber die Vielfalt ist größer, und der Kontext ist ein anderer. Eben kein Studio, sondern die Straße.

.

Hiwwlhubber, oje. Das schöne Pentax-Mittelformat in seiner Glanzzeit ist ja erfreulich, aber der Love Rug samt Besetzung macht mir Angst. (Ist der auch waschbar?)

Ms. Phipps

27. Februar 2010, 13:12

Liebe Andrea Diener,

ich danke Ihnen ganz herzlich für Ihren hübschen Beitrag zum Thema Frauenzeitschriften. Ich habe noch nie entsprechende deutsche Blätter gekauft, lediglich mal gelangweilt durchgeblättert bei Arztbesuchen im Wartezimmer. Brigitte, um bei diesem Beispiel zu bleiben, ist doch wahrlich bieder und tuttig mit ihrer Themenauswahl.

Immer wieder Freude kommt auf, wenn die Vogue aus New York eintrifft. Wunderbar, diese Hochglanz-Postille, die seit 1892 Frauen anregt,  begeistert und beeinflusst. Allein die Fotostrecken! Warum, liebe Andrea Diener, sollen Magazine, die Stars und Mode bringen, den schlechtesten Ruf haben? Im Fall von Vogue sind doch Fotografen, Designer und Modells first class - oder?

Was ich schätze an Vogue ist Abgehobenheit und Extravaganz.

Man staunt dann über die Handtasche zu $ 25000 oder über ein Paar Schuhe (ebenfalls einige tausend Dollar), das so raffiniert designt ist, das darin drei Paar Schuhe stecken.

Als ich mit meinen amerikanischen Freundinnen über die Preise sprach, gab man mir zu bedenken, dass es genügend reiche Männer gäbe, die dankbar für solche Tipps wären. Daran sieht man, laut Karl Valentin: "Es ist schon kaum unglaublich!"  

Literarisches Wunderkind

27. Februar 2010, 15:12

Kunst muß gar nichts: Sie muß nur gefallen.

.

Sie muß nicht mal echt sein.

Wahre Echtheit gibt es nur im Surrealen.

Und ich glaube, Botticelli kam dem schon sehr nahe.

Die Entrücktheit. Die schwebenden Figuren. Die aufgetragene Schminke auf den Wangen, die - wiederrum - gemalt ist, auf der Leinwand, vor die sich der Maler stellte und sich vorstellte, wie es ist, wenn nicht er den Pinsel führte, sondern das Gemalte den Pinsel.

Lange bevor Magritte seine Melonen malte. Und sich vor einen Spiegel stellte. Und sich seine Füße als Schuhe vorstellte.

Darüber ließe sich noch lange disputieren.

Aber hier geht es ja um Frauenzeitschriften.

.

Das mit dem Botticelli-Buch war ein Mißverständnis.

Ich dachte, es gehöre zu der Installation.

Daß Sie damit den Widerspruch und die Übereinstimmung in der Betrachtung von Frauenbildern  im Staube der Zeit ausdrücken wollten. So war der Zufall der Urheber.

Ladyjane

27. Februar 2010, 16:13

Filou, ach so!

Rosinante

27. Februar 2010, 16:36

Ms. Phipps, schön, dass Sie in diesem Zusammenhang die amerikanische Vogue erwähnen. Diese lag früher, als ich noch nicht als Solist durch die Welt ging, zur allgemeinen Benutzung der Familienmitglieder auf der Toilette. Klar waren die girls gut, das gehört ja zum business und kann man ab Katalog einkaufen. Aber es gab lange eine Kunstkritikerin Barbara Rose, die ich verschlang (und neben der die aktuellen Damen der FAZ schon einen guten Tag haben müssen). Auch bei anderen Textbeiträgen bot die Vogue ein Niveau, welches sich (ich bleibe mal nur in NYC) neben New Yorker und Times Litterary Supplement nicht verstecken musste. Die deutsche Vogue fand ich dagegen langweilig.

Nancy

27. Februar 2010, 16:52

http://misseslifestyle@hotmail.de

was solln das heißen? ich verstehe das so das die menschen die fans von britney sind nicht gaz bei trost sind, oder wie, du spinnst ja wohl.!!

Ms. Phipps

27. Februar 2010, 23:47

@Rosinante

Danke für Ihren Erfahrungsbericht in Sachen NYC Vogue. Ich teile gern Ihre Begeisterung.

Lieben Gruß

Ms. Phipps

Hiwwelhubber

28. Februar 2010, 12:32

@ Nancy: Ja, das haben Sie durchaus treffen analysiert! :-D

Ihre Folgerung daraus ist dann allerdings geringfühig missglückt...

muscat

28. Februar 2010, 13:58

Ms. Phipps, Abehobenheit und Extravaganz? Bei der Vogue?

Zum Vergleich:

www.visionaireworld.com/index.php

Rosinante

28. Februar 2010, 20:49

muscat 13:58, mich würde interessieren, was Sie da vergleichen wollen?

Kurt S.

01. März 2010, 10:46

"Man sollte nicht vor den Modezeitschriften stehenbleiben, darin herumblättern und dem Trugschluß verfallen, außer an Sommerkleidern, Rezepten für Mangold und Heidi Klum sei die moderne Frau an wenig interessiert. " Interessanter Schluss, aus den Inhalten von Modezeitschreiften zu schließen, die moderne Frau sei außer an Sommerkleidern... an wenig interessiert. Kannte ich so noch nicht. Muss man sich merken.

muscat

01. März 2010, 10:55

Rosinante, Vogue ist m.E. Mainstream, Visionaire (noch) nicht.

colorcraze

01. März 2010, 15:07

wunderbar! Fühlen Sie sich geherzt und geküßt! Das war die sympathischste und charmanteste Erklärung des Phänomens "Frauenzeitschrift", die ich je gelesen habe!

Andrea Diener

02. März 2010, 13:42

colorcraze, oh, danke *errötend*

.

Rosinante, das ist so ein Phänomen an deutschen Zeitschriften, daß nur ganz selten jemand auf die Idee kommt, Leser könnten an guten, intelligenten Texten interessiert sein. Alle heiligen Zeiten hat die deutsche Vogue einen guten Tag, wenn sie Ingeborg Harms was schreiben lassen. Danach wird es sehr schnell sehr finster. Aber halbwegs intelligente Auseinandersetzung mit Mode und Design war leider Gottes noch nie eine Paradedisziplin diesen unseren Landes. Da wird in entsprechenden Blogs schon Klügeres geschrieben, und die konsultiere ich auch nach Bedarf.

Ariadne

02. März 2010, 14:41

Die Vogue kaufe ich genau 2x im Jahr - wenn die neue Herbst/Winter bzw. Frühjahrs/Sommerkolektionen vorgestellt werden. Dann blätter ich sie durch, stelle fest, dass in der nächsten Saison offenbar grauenhaftes Orange, brülliges Gelb und immer noch Lila "in" sein werden. Und dann gehe ich los und kaufe schnell noch ein paar Sachen in tragbaren Farben auf Vorrat.

Rosinante

02. März 2010, 18:20

muscat 10:55, ich gebe Ihnen mit dem mainstream schon Recht, aber wie sollte sich das Ding sonst verkaufen. Die Mode, und zumal die Teure, ist eine Hype. Aber die US-Vogue ist immerhin sehr professionell. Mir hat "The Devil Wears Prada" mit Merryl Streep sehr gefallen. Ich glaube nicht, dass das Drehbuch sehr übertrieb.

.

Andrea Diener 13:42, das mit Frau Harms wusste ich nicht. Dies geht dann in Richtung Barbara Rose. Aber es ist schon erstaunlich, wie das Publikum in D diesbezüglich unterfordert wird. In der Schweiz ist es analog.

pink

02. März 2010, 18:41

"Frauenmagazine gibt es deshalb, weil Frauen es schaffen, völlig bewußt etwas sinnloses zu tun, ohne dabei irgendeine Art von Relevanz vortäuschen zu müssen. Für Männer muß ja jede Briefmarkensammlung mindestens kulturhistorischen Wert haben." Sicher. Muss. Mäner sind nämlich verkrampft. Alle. Immer. Nur Frauen sind cool. Sie "schaffen" das. Wow.

Rosinante

03. März 2010, 04:45

pink, Ihr Blick auf die Geschlechter hat den filigranen Charme eines Holzschnitts. Sie leben bedauerlicherweise in schlechter Gesellschaft. Alle Männer sind verkrampft? Immer?

Hobson

04. März 2010, 22:13

Ob wohl Schokoladeessen und "Schnupfenkopf" etwas miteinander gemein haben? Könnte doch sein? Wenn das Immunsystem aus der Balance ist, sollte man die absichtslose Frauenzeitschrift mal eine Weile beiseite legen und zum geradlinigen Denken zurückkehren, hier des folgenden Gedankens: Wo ist eigentlich diese Schokosupp hin, nachdem ich sie geschluckt habe? Ob sie wohl so intelligent ist und ihren Weg durchs Gedärm macht wie sie's soll, nämlich flink und ohne Verzug? Nee, so intelligent ist die Schokosupp leider nicht, denn als höchstgradiges Kunstprodukt, das sie ist, ist sie träge und vertändelt. Das kann man intuitiv spüren. (Es heißt doch immer, Frauen hätten ein feineres Gespür für alles...). Die Schokosupp kleidet die Darmwand aus und kommt sich dabei, wer weiss, noch schöpferisch vor. Dass sie damit jedoch die hohe und uralte Immunisierungs-Intelligenz des (Dünn-)darms lahmlegt, wodurch sie eben solche Wirkungen wie Schnupfen und, viel schlimmer, zuhauf (nicht zutagetretende) Allergien erzeugt, interessiert die Schokosupp nicht.

Und Schokosupp ist nur ein Beispiel von vielen. "Kässpätzle" wäre ein weiteres.

Alles backsig und schwerverdaulich, das.  

Aber Sie wollten ja auf keinen Fall belehrt werden, Frau Diener, warum eigentlich nicht?

Zunahetreten will ich niemandem. Also dann, auf einen Riegel anderthalbe!

Der Medical-Care-Zirkus will schließlich leben, sprich an unserer seit Kindertagen mitgeschleppten Gedankenlosigkeit verdienen. Dagegen: an apple a day ...; im Bedarfsfall gerne mehr. - In bunten, glänzenden Blättern dürfte man solche Zusammenhänge vergebens suchen. Wozu sind sie also da? Logischerweise auch deshalb, dass der Medical-Care-Zirkus dort inseriert.

Wenn Kakao, dann Kakaobohne pur resp. fermentiert. (Nein, ich handle nicht mit Kakaobohnen und treibe auch sonst keinen Kommerz.)

Filou

07. März 2010, 13:20

Heute Nacht bei Fanny Mueller gelesen:

"Kicker ist sowas wie Brigitte. Halt nur fuer Jungs!"

Hiwwelhubber

10. März 2010, 17:42

.. oooh Schmaaaach, ich habs getan! Ich hab die Pistazien-Salz-Bitter-Schoki bei Wacker gekauft, und jetzt ist es zu spät!

Lacht der HH.

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