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Samstag, 11. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Ding und Dinglichkeit

Resignation unter verpixelten Photoshopbäumen: Der Powerpoint-Vortrag

05. März 2010, 13:57 Uhr

Da sitzen wir also zu ungefähr hundertfünfzig in diesem Raum und verfallen ganz allmählich in einen Zustand der Duldungsstarre. Vor uns sitzt der versammelte Vorstand, der uns seine Bilanz präsentiert, seine Kompetenz lobt und ab und an mit ernster Miene die Krise erwähnt. Damit wir all das wirklich verstehen, bekommen wir es in vierfacher Ausfertigung serviert: Der mündliche Vortrag, der Powerpointvortrag auf der Leinwand, der Powerpointvortrag ausgedruckt auf Papier und schließlich noch die Pressemeldung, die wiederum auch doppelt vorliegt: Auf Papier und nochmal als PDF auf dem Werbe-USB-Stick, der blechern eingedost in der Corporate-Tüte liegt, in der die Corporate-Pressemappe steckt, worin sich wiederum die Pressemeldung befindet. Da muß einiges entblättert werden, bevor man zum Kern der Sache vorstößt.

Eigentlich hat kein Mensch einen vernünftigen Grund, hier herumzusitzen und eine Stunde seines Lebens damit zu vertrödeln, sich in aller Ausführlichkeit Zahlen anzuhören, die als bunte Balken an die Wand projiziert werden, während sie gleichzeitig noch ausgedruckt vor einem liegen. Bei einem Übermaß an Gleichzeitigkeit schaltet mein Hirn ab. Alles ist so schön aufbereitet, nur im Flughafen-Parkhaus 3 habe ich mich wieder verfahren, stand an der Ausfahrt, ohne geparkt zu haben, weil wieder zwei Deppen brettelbreit auf dem Strich standen und dann wurde ich auch schon wieder die acht Ebenen nach unten durchgeleitet. Da raus und links und rechts und links und drunter durch zur weißen Box Nummer 136 sollte es theoretisch Frauenparkplätze geben, sagt der Parkwächter, aber die hab ich auch nicht gefunden, dabei ist meine Orientierung noch vergleichsweise gut. Also kam ich nach einer erneuten Irrfahrt in P3 zu spät in die Powerpointhölle und da sitze ich nun und schaue mir Balken an. Ein Powerpointvortrag über die Logik des Flughafenparkhauses P3 und seiner Absperrungen hätte mich an dieser Stelle deutlich mehr interessiert.

Immerhin gibt es Kekse. Die mit roter Marmelade mag ich am liebsten, aber die gibt es nur in der Reihe vor mir, auf meinem Teller liegen nur welche mit gelber Marmelade. Verschärfte Resignation. Und mit Schokolade, die aber sofort schmilzt, wenn man sie berührt. Vermutlich ein Zeichen minderwertiger Qualität. Die Retail-Services wie Food and Beverage seien sehr stabil, sagt der Mann vorn am Rednerpult. Hieß das nicht letztens noch "Gastronomie"? Die Shopping-Flächen werden verdoppelt, und Gepäckwagen leichter auffindbar. Faszinierend. Bilder von grinsenden Kundinnen. Gibt es irgendwann auch auffindbare Frauenparkplätze? Oder kapierbare, geschlechterübergreifende Parkhäuser?

Die Balken schrumpfen, es ist Krise, und meine Aufmerksamkeit kippt sachte weg. Vor mir erodieren die Körper auf ihren Stühlen, malen mit dem Corporate-Kugelschreiber lustige Telefonkritzeleien auf Corporate-Blöcke ("Ihr Mobility-Hub") und schenken sich Kaffe nach. Ersatzhandlungen aller Orten. Neben mir ist man nun in die Phase des Visitenkartentauschs eingetreten, ich habe keine offizielle, aber sie wird ohnehin sofort mit Hieroglyphen bekritzelt, damit man mich einordnen kann. Anscheinend sitze ich direkt neben der Public Relations, und dort neben einem neuen Kollegen, den ich nicht kenne. Er kennt aber meinen Chef und läßt schön grüßen, dann will er mal meine Kamera anfassen. Ein strategisch erfolgreiches Jahr, wenn das Wachstum anzieht, werden wir wieder einstellen, die Talsohle ist durchschritten, die Fracht entwickelt sich bullish.

Wir werden ins Koma geredet. Die Fotografen haben wenigstens was zu tun und Bewegung, die sind nicht in die engen Sitzreihen gekeilt und verdammt, sich die gesammelte Redundanz in vergewaltigtem Bullshitdeutsch anhören zu müssen. Ich muß leider zuhören, frage mich gerade, was alles unter Ground Handling fällt, was wohl die Overhead-Funktionen sind, die von den Zentral- und Geschäftsbereichen abgetrennt werden und warum die Verantwortungen, die geschaffen werden sollen, ausgerechnet ganzheitlich sein müssen. Immerhin gibt es bald Feedback-Stelen. Compliance wird auch immer wichtiger.

Eine Feedback-Stele an der Ausfahrt des Parkhauses 3 wäre sicher eine lehrreiche Sache, denke ich, aber nur, wenn es Raum für eigene Bemerkungen gibt. Unterdessen schwenkt der Vortrag in den Bereich Umwelt- und Nachbarschaftspflege, an der Wand und vor mir die Bildchen zweier sich schüttelnder Hände und darunter ein ziemlich verpixeltes von einem Flugzeug neben einem großen Baum. Wo haben die den Baum her? Das ist doch Photoshop. Die Hände gehören sowieso irgendwelchen Handmodels. Die Nachbarschaft hat schon lange keine Lust mehr, sich in irgendwelchen Alibi-Foren veralbern zu lassen. Es gibt nur noch wenige Orte, an denen diese Fiktion gepflegt wird, und einer davon ist dieser Powerpointvortrag. Denn hier läßt es sich munter behaupten, es lassen sich Stichworte zusammenfassen, Datenbank-Fotos dazustellen, daneben ein paar Balken oder eine wirre Grafik, schon hat alles einen Anschein von Wissenschaftlichkeit. Und wenn der Sermon nur lange genug dauert, ist jeder Wille zum Denken im Publikum erloschen.

Eigentlich, denke ich, sollte man überall Pecha-Kucha-Regeln einführen. Das ist eine gute Sache: Zwanzig Folien, jede davon nur zwanzig Sekunden. Gnadenlos. Kein Platz für Gelaber über Nachhaltigkeit und Kundenmanagement, die mit den eigenen Zentralbereichen verankert werden sollen. Keine wirren Grafiken, kein flauschiges Philosophiegebrabbel, kein Corporategedröhne. Da ist man froh, wenn man die Zahlen wuppen kann, dann Fragerunde. Fertig. Pecha Kucha ist ziemlich unterhaltsam, das macht das Architekturmuseum hier regelmäßig seit 2006, immer zu den Themen Kunst, Design, Fotografie. Wenn man Kunst in 6 Minuten 40 erklären kann, dann geht das mit so einer Unternehmensbilanz doch gleich dreimal.

Dann ist es geschafft, der Vortrag endet, die Menge scharrt mit den Füßen, die Wirtschaftsblätter fragen wirtschaftsspezifisches, der Kollege vom Lokalblatt fragt lokalspezifisches, die Antworten sind vage, man muß abwarten, man wird sehen, ein Wortpudding nach dem nächsten wabbelt vor sich hin. Dann geht es in den Nebenraum, da gibt es was zu essen, Menschen schlingen an Stehtischen, beklagen die wabbeligen Antworten und leiden sichtbar an den Folgen der einstündigen Berieselung. Ich gehe.

"Das hab ich mir doch gleich gedacht, daß Sie von der Presse sind", sagt der Parkwächter, als ich meinen Parkgutschein vorlege. "Und, wie war's?"
"Eine Stunde Zahlen", sag ich. "Aber die Riesengarnelen waren gut."
"Oje", sagt der Parkwächter.
"Sagen Sie mal, was ist eigentlich Ground Handling?"
"Abfertigung."
"Ah, danke. Da hätte ich auch selbst drauf kommen können."
"Ja, die benutzen immer so englische Wörter."
"Was sind Sie eigentlich?" frag ich. "Traffic Operator? Parking Consultant?"
"Verkehrs-Manager. Halb deutsch, halb englisch."
"Warten Sie ab, mit der nächsten Gehaltserhöhung wird der Verkehr auch noch englisch", sag ich.

Dann verabschiede ich mich wieder einmal aus dem unergründlichen Inneren von Parkhaus 3, das so komplex ist, daß niemals ein Powerpoint-Vortrag es je ganz erfassen könnte.

Veröffentlicht 05. März 2010, 13:57 von Andrea Diener
Kommentare

zonebattler

05. März 2010, 14:12

http://www.zonebattler.net

Kleine Themenverfehlung: Ein PowerPoint-Vortrag ist per se weder Dinglichkeit noch Ding, sondern allenfalls ein immaterielles Unding! ;-)

Don Ferrando

05. März 2010, 14:22

Ach jeh! Powerpoint.

Mich schläfert es schon nicht mehr ein, sondern erzeugt regelrecht Aggressionen.

.

Die weite Verbreitung rührt wahrscheinlich daher, daß immer mehr Personen, die sich verbal nur unzulänglich ausdrücken können, in immer höhere Positionen aufsteigen.

Reiterjunge

05. März 2010, 14:25

Das erinnert mich sehr an unsere HSE-Sitzungen.

( Health-Safety-Environment ).

Ganz viele bunte Balken und Torten.

Der Vortrag erfolgt durch so eine Art "Balu-der-Bär" , mit gaaaaanz langsamer Betonung und einem gemütlichen bayerischen Dialekt.

.

Der Werksleiter schnarcht dabei ganz ungeniert.

Mein Chef wird immer wieder wach kurz bevor der Kopf auf der Tischplatte aufschlägt. Kein Witz.

.

Aber alle müssen hin.

unellen

05. März 2010, 14:30

altbekanntes Phänomen:

www.powerpointninja.com/.../dilbert-on-powerpoint-presentations

...

Übrigens habe ich jetzt die ganze Zeit Bilder von erodierenden Körpern vor meinem geistigen Auge...

Andrea Diener

05. März 2010, 14:46

Schöne Sammlung, unellen.

.

Reiterjunge, es ist ein Phänomen. Alle finden es furchtbar, alle sind in Trance, jeder weiß, daß es nichts bringt, aber trotzdem zwingt man dauernd Menschen da durch. Die Welt der Wirtschaft ist mir ein Rätsel, ganz ehrlich. Vermutlich hat das irgendwie unterschwellig religiöse Gründe, irgendwo zwischen Strafe und Selbstkasteiung.

yaq12

05. März 2010, 14:46

Aus Amerika (sic!) kommt einen Studie, mit der Hirnforscher bebaupten nachgewiesen zu haben, dass beim Betrachten von KraftPunkt-Vorführungen (dt. für ppt.) das Hirn in einen Zustand fällt, der dem Wachkoma gleicht. Das gilt insbesondere für sog. animierte (belebte? vergeistigte?) Vorführungen, da das bewegte Bild das stille überlagere, das stille Bild das geschrieben Wort und dieses wiederrum das gesprochene.

Mit anderen Worten: Wenn die Kraftpünktchen nur hinreichend animieren, kann der "Speaker" reden was er will, es hört doch kein Mensch.

einer im süden

05. März 2010, 14:55

Geschätzte Frau Diener!

Vielen Dank für den Begriff "Bullshitdeutsch", wünsch ihm eine weite Verbreitung.

Kalchas

05. März 2010, 14:55

Volle Zustimmung für zonebattler! Und was ist eine Feedback-Stele? Ein ganz normaler Grabstein? Nach mir vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen ist die Aufmerksamkeitsspanne des menschlichen Gehirns übrigens inzwischen über PowerPoint hinweggegangen und hat sich Twitter angepaßt: 140 Zeichen sind das Maß der Dinge. Also nur noch EBIT und EBITDA bekanntgeben und ein oder zwei Wörter (nicht Worte) zum asiatischen Markt und gut isses …

Gruß K

Till

05. März 2010, 14:58

Liebe Frau Diener, vor 2 Jahren kam ich ca. 10mal in die Verlegenheit, in der Landeshauptstadt vor großem Publikum den jeweils selben und nicht von mir verfaßten stundenlangen Powerpoint-Vortrag - sozusagen als Lohnredner - vor großem Saal zu präsentieren. Unsäglicher Mist, aber zu gut dotiert, um es auszuschlagen. Das ganze lief dann unter Fortbildung.  

Ich kann Ihnen aus dieser Erfahrung heraus versichern, daß die Qual für den Vortragenden auch nicht gering ist.

Als Rache des Kanalarbeiters stopfte ich abends immer meinen Laptoprucksack mit den großzügig zur Verfügung gestellten Coke-zero-Fläschchen voll, die es zu diesem Zeitpunkt bei uns in der Schlucht noch nicht zu kaufen gab und trollte mich in mein Seitental. Insgesamt: Nie wieder!

Andrea Diener

05. März 2010, 15:04

Kalchas, die Feedback-Stele ist Google tatsächlich bislang unbekannt. Sie findet sich beim Kundenservice gleich über dem "Testsystem Easy Pass" und der Verbesserung der Beschilderung, die die "Meeter und Greeter" etwas weniger verwirrt zurücklassen soll. Vermutlich soll sie verhindern, daß frustrierte P3-Opfer ihren Zorn an echten Menschen auslassen.

Buschwindroeschen

05. März 2010, 15:05

Wenn PowerPoint gut eingesetzt wird, ist es ein hilfreiches Instrument zur Vortragsunterstützung.

Leider werden oftmals einfachste didaktische Grundregeln bei der Gestaltung der Folien nicht beachtet.

Daniel

05. März 2010, 15:15

Danke für diesen erfrischenden Beitrag. Brachte mich zum schmunzeln. Zwar bin ich noch im Wahn- und Unsinn der Wirtschaftswelt angekommen (noch Student), aber manche Professoren an meiner Hochschule bringen es auch locker fertig mit vielen Powerpoint-Folien uns NICHTS zu vermitteln.

Dann kommt in der Tat noch das BS-Deutsch dazu, das in meinem Fach (BWL) zum *guten* Ton bei einigen Profs und Dozenten gehört. Grrr.

Ariadne

05. März 2010, 15:16

@ A.D. Vielen Dank. Ihr Artikel und eine halbe Tafel Schokolade (richtige, schmilzt nicht gleich bei Berührung) haben meinen Freitag gerettet.

Meine liebsten Power-Point-Vortäge sind jene, bei denen der Vortragende irgendwie vergessen hat, dass er vor 200 Leuten spricht und die Schrift auf seiner Präsentation daher 11 Punkt ist. Dann starrt er meist irritiert einige Sekunden darauf, räuspert sich und sagt: "Ich habe Ihnen hier ein paar Power-Point-Folien mitgebracht. Aber ich glaube, die kann man hinten nicht lesen." Und dann dreht er sich mit dem Hintern zum Publikum und beginnt vorzulesen. Ich gestehe, ich warte darauf und ich liebe diesen Satz. Der ist bei uns schon eine Art running gag. Und ich werde auch nur sehr selten enttäuscht, in fast jeder Konferenz ist mindestens ein solcher Depp dabei.

Andrea Diener

05. März 2010, 15:17

yaq12, das glaube ich sofort. Ich erinnere mich vor allem an die Bilder, und die waren so dermaßen nichtssagend, das sich rückwirkend vor allem eine große, fluffige Leere in mir ausbreitet. Erinnern kann ich mich am besten an die Dinge, die ich selbst mitgeschrieben habe. Aber der PPT-Ausdruck ist gerade dazu da, daß Menschen nicht zuviel mitschrieben müssen, was wirksam verhindert, daß sie sich überhaupt etwas merken.

.

Buschwindröschen, oftmals? Fast immer, möchte ich behaupten. Und es hängt ja nicht nur an den Folien, auch an deren Verwendung.

E.R.Nest

05. März 2010, 15:34

Sehen Sie die "KraftPunkt"- Präsentationen (schöne Übersetzung, yag121) einfach als Anreiz, doch endlich Karriere zu machen. Wirklich wichtige Menschen bekommen etwas noch schöneres: die Managementzusammenfassung. Im Prinzip dasselbe, aber noch inhaltsärmer, dafür dann kürzer.

Andrea Diener

05. März 2010, 15:56

Till, klingt furchtbar. Ich nehme an, das Publikum war auch nicht wirklich enthusiastisch bei der Sache?

.

Ariadne, jetzt wo Sie mich dran erinnern: Das gehört natürlich mit zur Powerpoint-Folklore. Und führt die ganze Sache herrlich ad absurdum. Andere Möglichkeit: Vorn wird geredet, hinten läuft unabhängig davon Text durch, der nur Ausgangspunkt für den verbalen Exkurs ist, eigentlich eine Kernaussage beinhaltet, aber leider Gottes zu schnell zum Mitschrieben wieder weggeblendet wird.

.

E.R. Nest: Aber wahrscheinlich ohne Kekse, oder? Dann will ich nicht.

Till

05. März 2010, 16:51

Das Publikum hatte sich in die von Ihnen so schön beschriebene Duldungsstarre verabschiedet. Es waren Pflichtveranstaltungen, deren Besuch auch noch kostenpflichtig war.

Wie tief kann man sinken.

Filou

05. März 2010, 16:53

Die schoensten Presseveranstaltungen waren die, als man ohne Computerstuetze launige Vortraege hielt, das ganze auf den spaeten Nachmittag legte und die Leute danach mit einigen Faessern Bier abtroestete.

Lang, lang ist's her-und fand mehr so im kulturellen Bereich statt.

Ach Koeln, du Biotop fuer Bekloppte, das waren noch Zeiten! Seufz.

Moritz

05. März 2010, 17:01

Werte Frau Diener,

wnn man in der Beratungsbranche ist kommt man an Powerpointvorträgen nicht vorbei (am Bullshitdeutsch leider auch nicht), jede Minute Powerpointvortrag den man nicht selber halten muss sondern sich sinnfrei berieseln lässt gibt einem aber die Gelegenheit, sich gut bezahlt seinen eigenen Gedanken zu widmen und die anderen Besprechungsteilnehmer heimlich zu studieren, während sie "gebrightet" werden.

Gruß aus dem Norden,

Moritz

ET

05. März 2010, 17:10

dolby

05. März 2010, 17:19

es gibt wahrscheinlich Leute, die meinen, das sei typisch, das eine Frau sich in P3 verfährt. Aber ich verfahre mich auch immer in P3 und P2 ist auch nicht besser! Und wenn man wieder rausfährt und will wieder rein, geht das auch immer schief. Und ich bin ein Mann und meine Orientierung ist auch vergleichsweise gut.

dolby

05. März 2010, 17:55

sorry, da fehlt noch ein s bei dem zweiten das: hier ist es   s

Andrea Diener

05. März 2010, 18:22

Dolby, vielen Dank für Ihre männliche Solidaritätsbekundung. Mittlerweile habe ich einfach gelernt hinzunehmen, daß P3 nicht den üblichen räumlichen Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Und mindestens drei grüne Pfeile rechts liegenzulassen, bevor ich irgendwo abzweige.

.

ET, danke. Damals war ppt noch relativ neu. Inzwischen sind einige Jahre ins Land gegangen, Startups kamen und gingen, Hypes flackerten auf und erstarben wieder, und es gibt immer noch nichts besseres als Powerpoint. Ich bin vom Fortschritt enttäuscht, ja, ich bin von der Zukunft enttäuscht und nehme das sehr persönlich.

.

Filou, egal wo man auch hinkommt und wann, immer hat man die seligen Zeiten, die "früher" heißen, gerade knapp verpaßt.

peter cachola schmal

05. März 2010, 18:35

http://www.pechakuchanight.de

liebe frau diener,

freut mich, das ihnen unsere pecha kucha abende gefallen, der sinn liegt ja gerade darin, zu zeigen, das mit powerpoint ganz andere sachen möglich sind. aber 20 mal 20 sekunden können auch dabei langweilig werden, hängt nur vom redner ab. nur sind schlechte vorträge nach 6 minuten 40 schon wieder rum. gute leider auch.

Filou

05. März 2010, 18:36

Na gottseidank hab' ich's noch erleben duerfen. Es wurde dann aber sehr schnell Weissweinernst. Weisswein dreohnt schneller und schont die Klofrau. Die Protagonisten der Szene gingen in Rente oder, der politischen Wende folgend, zur CDU.

dummbratz

05. März 2010, 18:45

Liebe Frau Diener,

"Werbe-USB-Stick, der blechern eingedost"

Falls Sie diese Gratis-Presse-USB-Sticks für Ihre wertvollen Daten nutzen,

kann ich nur empfehlen, sich das Testprogramm "h2testw.exe" zu besorgen.

Kann man kostenlos bei Heise oder einem der anderen üblichen Verdächtigen

herunterladen. Etwa ein Drittel der Sticks erwies sich bei mir als fehlerbehaftet.

Das Programm beschreibt den Stick testweise vollständig und liest ihn wieder

aus. Der Fehler wird nach Ausführung des Programms beschrieben.

Hoffentlich bleiben Sie von Fehlermeldungen verschont.

Rosinante

05. März 2010, 19:36

Liebe Frau Diener, Ihr sympathisches Protokoll des laufenden Schwachsinns liest sich süffig und traurig. Wir seien, sagt Ihr Partner von anderen Blog, "Tote auf Urlaub". Ist unsere physische Präsenz nur noch Simulation? Besteht das Leben noch im geschlechterübergreifenden P3? Ich war sehr dankbar für die Kekse.

colorcraze

05. März 2010, 19:52

Nichtssagende Vorträge sind ein arges Leiden. Vielleicht sollte das Publikum doch mal ein wenig punkiger werden und zu arge Zumutungen mit Keks- und Becherweitwurf quittieren. Andernseits wärs auch ein Trainingsgebiet für ein Nickerchen. Bzw. üben, dabei nicht vom Stuhl zu fallen (ist nicht so leicht. Ich spreche aus Erfahrung. Nein, vom Stuhl gefallen bin ich nicht.). -

Viel, viel spannender sind dagegen das ominöse P3 und die Feedbackstele. Vielleicht könnten Sie von letzterer mal ein Bild machen, das ist doch mal ein echt zeitgenössisches Ding.

Wenn ich ihre Erklärung richtig verstanden habe, handelt es sich dabei um einen fehlgestalteten Boxsack, an dem man seine hilflose Wut und Verzweiflung über die Desorganisation des Verkehrs in P3 ablassen soll.

Es wird nichts nützen.

Nachdem ich mit 19 mal im New Yorker Port Authority Building einen Bus suchte und nicht fand (Bekannte trösteten mich später, das wäre ihnen auch schon so gegangen), habe ich eine gewisse Vorstellung von unübersichtlichen Verkehrsgebäuden. Wenn die dann noch grau gestrichen sind, wie der Kartoffelkeller des Berliner Hauptbahnhofs, und man längere Zeit nicht hinauskommt, fängt man eigentlich eher an zu wachträumen von Explosionen und Feuerbällen.

In Heathrow gibts auch so Buswartestellenecken, an denen man sich Bruce Willis mit reichlich Munition und Sprengstoff herbeiwünscht.

Andrea Diener

05. März 2010, 20:30

Oh, Herr Schmal persönlich! Ja, es hat mir gut gefallen im Kunstverein. Zum Glück war ich früh da und gehörte nicht zu den armen Kulturbegeisterten, die vor der Tür bleiben mußten. Es ging ja zu wie beim Rockkonzert.

.

Colorcraze, die Feedbackstele gibt es leider noch nicht, sie befindet sich noch im Planungsstadium. Ein Stadium, in dem sich P3 vermutlich nie befand, ich vermute, die haben einfach so drauflosgebaut und dann später mal geguckt, wo sie den Ausgang noch hinklatschen können. Obwohl ich schwören könnte, daß der Ausgang diesmal woanders war als beim letzten Mal, denn da war plötzlich so eine Schranke, wo man ganz scharf um einen parkenden SUV herum abbiegen mußte, weshalb der Passat hinter mir ins Rangieren kam, und die war da vorher noch nicht. Es könnte natürlich sein, daß P3 ein verhaltensbiologisches Experiment ist. Eins ist sicher: Es ist kein gewöhnliches Parkhaus.

.

Rosinante, ich sag immer, wir halten uns selbst nicht artgerecht. Das sind solche Situationen, in denen es vordergründig so zivilisiert zugeht, aber alle langweilen sich und regressieren fröhlich vor sich hin, skribbeln, flüstern, essen Kekse oder spielen mit Gegenständen. Es ist im Grunde wie in der Schule, aber es besteht eine Übereinkunft, daß wir alle so tun, als seien wir erwachsene Menschen und das, was da vorne erzählt wird, sehr sehr wichtig. Insofern haben Sie wohl recht: Ein Großteil ist Simulation.

colorcraze

05. März 2010, 21:10

@Frau Diener: soso, Planungsstadium. Wahrscheinlich ist es das zusammengezogene Planungsstadium von P3 und Stele, das kann dauern. Vielleicht muß man auch erst noch die Dokumentation für das verhaltensbiologische Experiment aufsetzen, dann gehts noch länger. Wie lange gibt es P3 denn schon? Kann es sein, daß es sich um ein von CERN entschlüpftes schwarzes Loch handelt, das in Frankfurt aufgeschlagen ist?

OliverG

05. März 2010, 22:49

http://blog.oliver-gassner.de

Gehaltserhöhung? Es gibt Gehaltserhöhung für den Parkwächter? ;)

***

Wegen P3 empfehle ich zur Triebabfuhr die ansonsten etwas seltsamen Filme "The Cube" und "The Cube Squared". Danach ist man für jedes normale Labyrinth dankbar ;)

***

Hab mich heut auch in nem Parkhaus verlaufen, in dem die Fußgängerausgangsschilder beliebten in entgegengesetzte Richtungen zu weisen. (Und das Navi behauptete ne Weile davor  mitten in Karlsruhe steif und fest ich sei jetzt in der Rue Kleber in irgend einer Stadt in La Belle France - es konnte wohl Gedanken lesen. (Man stelle sich vor: Autofahren, Navi resetten UND versuchend den Kunden anzurufen gleichzeitig, nee, dann lieber eine Stunde Powerpoint und gelbe Marmelade ;) )

Sehenswert ist auch ein Parkhaus nahe des Schlosses in Ettlingen, da hab ich mal 45 Minuten mein Auto gesucht.

dolby

05. März 2010, 22:51

ich wäre bereit, an einem verhaltensbiologischen Experiment in P3 teil zu nehmen, hätte aber gerne als Belohnung: Kekse.

Andrea Diener

05. März 2010, 23:50

Das wär doch mal ne Buchidee: Die wirrsten Parkhäuser Deutschlands. Mit Grund- und Aufrißplänen.

.

dolby, kein Problem. Ich erwarte Sie dann im Starbucks im Terminal 1, falls Sie das finden.

Anonymus

05. März 2010, 23:57

Erinnert mich an die letzte Betriebsversammlung und die Rede des Geschäftsführers. Ich bin Techniker, kein Kaufmann, und daher wahrscheinlich als Zielgruppe irrelevant.

Andererseits nutze ich selbst PP sehr gern um Graphiken zu projizieren, an denen ich komplizierte Sachverhalte erklären kann.

Ist wahrscheinlich wie mit der Kernspaltung - die Folgen können nützlich oder katastrophal sein; es kommt darauf an, wer sie einsetzt.

KevinD

06. März 2010, 00:30

Jaja,

Euer Leben ist öde. Und was tut Ihr dagegen? Ihr jammert.

Anton Paschke

06. März 2010, 01:18

Die Kombination der Drogen ( Kokain und PowerPoint ) ist die Ursache der Finanzkrise.

Andrea Diener

06. März 2010, 08:03

KevinD, Ihr Leben scheint auch nicht gerade eine Herausforderung zu sein, um 0.30 allein vorm Computer. Was tun Sie dagegen? Sich über andere erheben. Bravo!

.

Anton Paschke, ist es wirklich eine Droge? Nicht alles, was einen betäubt, macht auch Spaß. Lobotomie etwa – PPt scheint ganz ähnliche Auswirkungen zu haben.

Camier

06. März 2010, 08:25

Wieso gibt es eigentlich immer noch Frauenparkplätze?  Da gibt es keinen rational nachvollziehbaren Grund für.  Erinnern eher an kuriose Apartheid-Einrichtungen. Gehören abgeschafft.

Andrea Diener

06. März 2010, 08:34

Camier, ich glaube, es geht darum, daß Frauen nicht nachts stundenlang durch verwinkelte Parkhäuser irren, wo sie ausgeraubt oder schlimmeres werden. Also eher eine Sache der persönlichen Sicherheit als Unfähigkeit zum Einparken. Ich bin einigermaßen unerschrocken und nutze das nie, kann aber verstehen, daß viele Frauen sowas begrüßen.

Nico

06. März 2010, 08:43

Frau Diener, passt gut zu Ihrem: "Das Häppchen". Und der @Merzmensch hatte seinerzeit in vorauseilendem Gehorsam die Wortschöpfung PowerPointEssen eingebracht, über die ich mich köstlich amüsierte. Ja, PowerPoint und Häppchen passt irgendwie gut.

@Moritz, so muß man es wohl sehen. Interessant ist auch die Tatsache, daß Abteilungen, von denen man sonst nichts sieht und hört, sich dort gerne selbst beweihräuchern. Gerne wird dies noch durch Verteilung aufwendiger Drucke flankiert.

Camier

06. März 2010, 08:59

Räuber rauben auch Männer aus.  Dass sich Vergewaltiger ausgerechnet in Parkhäusern Opfer suchen hab ich noch nie gehört.  Da sind doch ständig Leute unterwegs, taugt deshalb nur für hit-and-run. Also, ich glaube nicht, dass Frauen mehr bedroht sind in Parkhäusern als Männer. Mag sein, dass sie sich subjektiv mehr bedroht fühlen.  Parkhäuser sind ja zugegebenermaßen keine Wohlfühloasen.

Camier

06. März 2010, 09:29

Immerhin haben Sie im Big Business diese Redundanz, da darf man eigentlich gar nicht so schlecht drüber reden.  Wenn Sie an einer geisteswissenschaftlichen Fakultät in der Uni einen Vortrag hören, dann liest Ihnen der Redner in der Regel 90 Minuten lang ein vorgefertigtes Manuskript vor, das er weder vorher noch nachher verteilt. 75% aller Universitätsprofessoren sind unfähig frei über ein Thema zu sprechen. Außerdem wissen sie nicht, wie ein Computer funktioniert, da kann man sich während des Vortrags höchstens die Bilder an der Wand angucken. Diesem monotonen Ablesen kann ich höchstens 15 Minuten folgen, die restlichen 75 Minuten sind komplett für die Katz und ich hab nix, wo ich nochmal nachlesen könnte.

Klee

06. März 2010, 10:16

Schön geschrieben!

Savall

06. März 2010, 10:57

Ich denke, Powerpoint ist eine große kommunistische Verschwörung. Wie schon zu Zeiten von Dr. Strangelove der unvergessene General Jack D. Ripper feststellte: „Yes, a uh, a profound sense of fatigue... a feeling of emptiness followed. Luckily I... I was able to interpret these feelings correctly. Loss of essence.“  Erhärtet wird dieser Verdacht durch die Symptome, die eine Powerpoint-Präsentation verursacht. Glasiger Blick, leichtes Schnarchen, tiefes Schweigen. Das alles ist mir aus Gewerkschaftsversammlungen aus DDR-Zeit tief vertraut. Der eigentliche Zweck von Powerpoint ist ganz offensichtlich ein sedierender.  Das traurige dabei ist, daß schon die Kinder auf Powerpoint abgerichtet werden. Ich habe regelmäßig Azubis zu betreuen. Schon im ersten Lehrjahr müssen die armen Würmer solche Präsentationen anfertigen. Und dann kommen sie von der Droge nicht mehr los. Ganz eindeutig eine Verschwörung.

.

Im übrigen vermute ich, daß P3 ein Teil der Bibliothek der Unsichtbaren Universität ist.

Don Ferrando

06. März 2010, 11:18

Frau Diener, jetzt bin ich doch ziemlich enttäuscht von Ihnen: sie verkehren in Starbucks??

.

Das hätte ich nach diesem Beitrag faz-community.faz.net/.../latte-aus-der-nuckeltuelle-coffee-to-go.aspx

nicht erwartet.

.

Oder habe ich in meiner Einfältigkeit eine Ironie nicht bemerkt?

.

oliver

06. März 2010, 11:33

http://blog.oliver-gassner.de/archives/3251-Oliver-Gassner-OEffentliche-Termine-Public-Calendar.html

meinste wir finden für das Parkhäuserbuch nen Verleger? ;) (Und nen Anwalt? ;) )

dolby

06. März 2010, 18:30

@Don Ferrando

keine Sorge: Frau Diener holt mir da nur meine Keckse!

colorcraze

06. März 2010, 18:42

@DonFerrando: also wenn Frau Diener "Starbucks" vorschlägt, können Sie sicher sein, daß das eben die einzig verfügbare Notlösung (weil der einzige Tümpel in der Wüste) in der Nähe ist. Es gibt nunmal Orte, die einen stundenlang festhalten, ohne daß sie die Infrastruktur haben, die man sich wünscht. Da kann man dann nur wählen zwischen "nehm ich in Kauf, weil ichs gesehen haben will" und "ich bleib daheim und laß mir nur davon erzählen".

colorcraze

06. März 2010, 18:46

Parkhäuserbuch jetzt!

Man könnte auch noch was über Flughäfen schreiben, so als Unorte.

Vertiefend gern noch was über die nicht artgerechte Haltung von Menschen.

Inge

06. März 2010, 22:57

danke ich habe mich fast überschlagen vor lachen wollen Sie mal wirklich richtige

Powerpoints sehen? Wissen Sie was ein Powerpoint ist    es ist der gezeichnete

Angstschweiß der den anderen nun anhaftet  (ich bin ja schon durch)

Andrea Diener

07. März 2010, 04:44

colorcraze, ganz recht. Bei Starbucks ist wenigstens richtige Schokolade im Keks, da nimmt man vieles in Kauf, auch die Berieselung durch Hausfrauenjazz.

.

Savall, vielen Dank für die Parallele zum realexistierenden Sozialismus. Sowas weiß unsereins Westkind ja gar nicht.

Ich habe eine Postkarte, darauf demonstrieren LPG-Bäuerinnen Fortschritte in der Rübenzucht (für Sie sogar ergoogelt: www.dhm.de/.../1200.jpg, das Bild stammt von hier: www.dhm.de/.../schmidt.html). Das scheint eine interessante Vorform der Bilanzpressekonferenz mit Ppt-Unterstützung zu sein, dazu ähnlich ehrlich und ähnlich relevant.

bauge

07. März 2010, 12:16

Jetzt ist es leider zu spät: Am Freitag habe ich selbst eine Präsentation auf einer Außendienstlertagung gehalten - mit 110 Powerpoint-Folien. Hätte ich Ihren Beitrag, Frau Diener, früher gelesen, hätte ich vielleicht noch das Schlimmste verhindern können. Nächstes Mal aber ganz bestimmt...!

Sehr spaßig finde ich übrigens auch die PowerPoint-Spielchen für Betriebsfeiern etc., bei denen ein Redner eine ihm unbekannte Präsentation bekommt, die willkürlich aus dem Internet heruntergeladen wurde. Witzig: Egal ob es um Rotwein-Marketing, Singvogel-Brutverhalten, Flächennutzungsverordnungen oder Werbekampagnen für Einmal-Rasierer geht - überall die gleichen Grafiken, Schlagworte und "benutzerdefinierte Animationen".

dolby

07. März 2010, 16:34

Frau Diener - geht mich ja nichts an - Sie waren aber spät im Bett. Waren Sie nochmal ...kurz... am Flughafen? Nein, weshalb ich schreibe: Habe eine Verständnisfrage. Hausfrauenjazz ist das Jazz für Hausfrauen oder von Hausfrauen?

colorcraze

07. März 2010, 17:57

@Frau Diener: manchmal würde man gern mal wieder den "Schwarzen Kanal" angucken. Das fanden wir Westberliner Wessis damals Kult, weil in seiner Wirklichkeitsfremde enorm unterhaltend.

@bauge: hiermit verleihe ich Ihnen den Bullshit-Orden!

Andrea Diener

07. März 2010, 19:48

dolby, Geburtstage wollen gefeiert werden, wie sie fallen. Dieser hier wird immer spät, und immer gibt es Wodka-Wackelpudding. Dafür sollte man sich vermutlich schämen, manche Traditionen sind nur schwer vermittelbar.

Sie können sich unter Hausfrauenjazz tatsächlich nichts vorstellen? Vielleicht vorausschickend: Ich habe zu Jazz eine zutiefst gestörte Beziehung und halte ihn nur selten aus. Eine der – neben dem Einsame-Männer-Jazz – langweiligsten Untergattungen ist der Hausfrauenjazz, bei dem eine meistens von langweiligen Personen als "tolle Frau" bezeichnete Frau an einem Flügel sitzt und in großen Konzerthallen herumklimpert, bis sie anhebt, mit dunklem Vibrato irgendwas vor sich hin zu hauchen, was langweilige Personen als besonders seelenvoll empfinden. (Aber wie gesagt, ich und Jazz, das ist eine lange Geschichte voller Mißverständnisse.)

Filou

07. März 2010, 20:33

Liebe Frau Diener (19:48): Koennen Sie das eventuell einem alten Freund von mir erzaehlen (rethorische Frage)? Seit Jahrzehnten nervt er mich mit diesem Zeug, wobei er bei meinem Geschmack (Rock bis Barock) nur arrogant die Oberlippe kraeuselt. Bei "seiner" Musik starrt er auf die Wiese und sieht dem Gras beim Wachsen zu. Und ich habe dabei den Eindruck, als ob er sich darauf freue, das auch mal von unten zu erleben.

muscat

08. März 2010, 15:49

Schöner Text, mal wieder.

Allerdings, Frau Diener, ins P3 fährt man nicht, sondern IMMER IMMER ins P4.

.

Pa'-Point ist eine Seuche der ... das sagte ich bereits...

.

Jazz gibt´s auch in "gut". Wenn es nur nicht immer gleich so pseudo-intellektuell (wie häufig bei uns zu Lande) zugehen würde. Zum Einstieg würde ich den Kauf einiger günstiger CDs bei zweitausendeins empfehlen; bunt durcheinander, 50er Jahre bis heute. Wenn da gar nix für Sie dabei wäre, würde es mich schon arg wundern.

sari

08. März 2010, 16:52

http://www.diewebag.de

PowerPoint...bei dem Namen bekomm ich das Fürchten...Habe jahrelang Präsentationen erstellen müssen

dolby

08. März 2010, 21:12

finde Wackel-Wodka-Tradition nichts Ehrenrühriges...welche Farbe denn? Waldmeister?

Das mit dem Hausfrauenjazz habe ich verstanden, dankeschön.

Andrea Diener

09. März 2010, 10:03

dolby, es gibt immer die ganze Palette. Alle Sorten in kleine Schnapsgläser, Zahnstocher dazu, fertig ist der Spaß. Ab und zu geht der Gastgeber mit einem Tablett herum.

.

Muscat, Jazz in gut ist meistens Jazz in alt. Ansonsten kann ich kaum sagen, wie aggressiv mich Saxophonsolos machen.

elbsegler

11. März 2010, 12:21

Immer auf das arme PowerPoint! Nicht das Pferd, der Reiter ist das Problem. Die Zeiten der Overheadprojektoren mit flatternden, falsch sortierten Folien, die gerne auch mal seitenverkehrt oder wenn richtig aufgelegt dann unscharf an die Wand geworfen wurden, waren auch alles andere als Erholung. Ermüdend ist nicht das System, sondern die Art und Weise wie es zu oft eingesetzt wird. Die Form ist alles, der Inhalt Nebensache. Und dann die sichere Erwartung des Zuhörers, die Präsentation auch noch ausgedruckt mitnehmen zu können. Es gibt also gar keinen Grund, dem Vortrag zuzuhören. Man kann ja alles gedruckt, oder gar auf dem Stick mitnehmen und später in Ruhe ansehen. Das ist für jeden Vortrag tödlich. Wenn er dann auch noch schlecht präsentiert wird, ist das PP-Koma die sichere Folge. Ohne die Aussicht auf ein Mittagessen wäre doch die Mehrheit Ihrer Zuhörer schon vor Ende der Veranstaltung abgedampft. Auch wenn ich gegen eine Grundregel des small-Talk verstoße, nach welcher man sich stets über mindestens drei Themen gemeinsam gefahrlos echauffieren kann: Wetter, Kantine, Microsoft, halte ich PowerPoint grundsätzlich für eine gute Sache. Es ist aber eben nur Verpackung und kann den Inhalt nicht ersetzen. Wegen seiner umfangreichen Funktionalitäten lässt es sich aber leider auch von jedem Deppen bequem zum Bestandteil einer Phrasendreschmaschine machen.

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Randbemerkungen (2) « akkordarbeit

07. März 2010, 10:19

PKN 015 « Erich sieht

06. April 2010, 22:04

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