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<?xml-stylesheet type="text/xsl" href="http://faz-community.faz.net/utility/FeedStylesheets/atom.xsl" media="screen"?><feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang=""><title type="html">Ding und Dinglichkeit</title><subtitle type="html">Keine Frage, die Welt ist voller dinglicher Phänomene. Um viele davon wird einiges Gewese gemacht, etwa um Autos, Mobiltelefone, Schuhe. Das sind die Dinge, über die Menschen sich gern definieren. Aber was ist mit all den anderen Dingen? Was ist mit Bushaltestellen, Nähgarnspulen, Werbekugelschreibern, Parkplatzbegrenzungspollern? Sie stellen unbeachtet unseren Alltag voll, geheimnisvoll wandeln sie sich, ändern den Anblick unserer Umgebung, sterben vielleicht aus oder werden in Randzonen gedrängt. Und bleiben dabei völlig unbemerkt wie der Waschbeton-Blumenkübel am Parkplatzrand, in dem gerade eine Konifere langsam vertrocknet.</subtitle><id>http://faz-community.faz.net/blogs/ding/atom.aspx</id><link rel="alternate" type="text/html" href="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/default.aspx" /><link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/atom.aspx" /><generator uri="http://communityserver.org" version="4.0.31106.96">Community Server</generator><updated>2011-12-07T08:00:00Z</updated><entry><title>Gutes tun mit Redezertifikat</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2012/01/31/gutes-tun-mit-redezertifikat.aspx" /><id>http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2012/01/31/gutes-tun-mit-redezertifikat.aspx</id><published>2012-01-31T09:38:00Z</published><updated>2012-01-31T09:38:00Z</updated><content type="html">&lt;p&gt;



&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tu Gutes und rede dar&amp;uuml;ber, sagen die
Amerikaner. Doch hier tun wir uns schwer damit, wenn einer vor anderen seinen
Heiligenschein poliert. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gewiss sollte man damit vorsichtig
sein, man&amp;nbsp;k&amp;ouml;nnte in
die Ecke ger&amp;uuml;ckt werden, in der soziales Engagement seinen absto&amp;szlig;endsten
Anstrich&amp;nbsp;erh&amp;auml;lt. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe mal auf einer Veranstaltung in
einem luxuri&amp;ouml;sen Hotel gearbeitet, die sich gleich zwei gesellschaftliche Ziele
auf die Fahne&amp;nbsp;geschrieben hatte:
Kunst f&amp;ouml;rdern und die Armut in Afrika bek&amp;auml;mpfen. Die ausstellende K&amp;uuml;nstlerin
arbeitete mit Zelten, die sie mit Kleidung,&amp;nbsp;&amp;nbsp;Magazinausschnitten
oder Watch-out-for-HIV-Plakaten ben&amp;auml;ht hatte. Von diesen Zelten wurden die
Besucher in Empfang genommen, dann folgte im Lichtmaschinenwirbel ein &amp;uuml;ber
mehrere R&amp;auml;ume reichendes Buffet mit Sushi, Austern, Filetsteaks und einem
Schokoladenbrunnen in Form eines M&amp;auml;nnchens
inmitten&amp;nbsp;von &amp;nbsp;tausend
K&amp;uuml;chlein. Champagner wurde gereicht oder frisch gepresster Erdbeersaft, und an
der Bar konnte man zwischen verschiedenen Rum-Jahrg&amp;auml;ngen w&amp;auml;hlen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.januar2012/gro_DF00_e-zelte.jpg" height="339" width="570" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kontrast zwischen dem
dekadenzgetr&amp;auml;nkten Szenario und dem prononcierten Zweck&amp;nbsp;erreichte seinen H&amp;ouml;hepunkt, als Bildschirme eingeschaltet wurden, die&amp;nbsp;Szenen aus afrikanischen Fl&amp;uuml;chtlingscamps zeigten.
Das Ganze h&amp;auml;tte eine Installation sein k&amp;ouml;nnen, wenn auch eine plakative. Doch
es schien keinem aufzufallen.&amp;nbsp;&amp;nbsp;Alle waren restlos mit dem
eigenen Glanz besch&amp;auml;ftigt. Nat&amp;uuml;rlich gab es noch einen Spendenaufruf vom
Unicef-Delegierten, der eine wenig beachtete Rede hielt. In welchem
Missverh&amp;auml;ltnis die gespendete Summe zu den Kosten allein dieses Abends stehen
musste, kann man sich ausmalen. &amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dass&amp;nbsp;auch nur ein&amp;nbsp;einziger Gast den Abend mit dem Bewusstsein erlebt hat, hier an einer
Weltverbesserungsveranstaltung teilgenommen zu
haben, kann ich mir nicht vorstellen. Wohl eher tauscht man sich dar&amp;uuml;ber aus,
dass Dana Schweiger ja viel gr&amp;ouml;&amp;szlig;er sei als man dachte oder&amp;nbsp;fragt sich,&amp;nbsp;ob
Udo Lindenberg eigentlich den ganzen Abend an der Bar verbringt. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nein,
mit solchen Leuten will man nicht verwechselt
werden. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber lassen wir das schlechteste aller
Beispiele&amp;nbsp;beiseite
und schauen auf der Skala, die bei Mutter Theresa und ihresgleichen endet, auf
das breite Mittelfeld. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man zahlt Kirchensteuer, kauft den
&amp;bdquo;Stra&amp;szlig;entr&amp;auml;umer&amp;quot; oder wirft dem Bettler zwei M&amp;uuml;nzen in den Pappbecher. Ein
Redebedarf d&amp;uuml;rfte sich aus diesen kleinen Gesten wohl kaum entwickeln. Wer
fester zupacken m&amp;ouml;chte und von Zeit zu Zeit sein Abendprogramm gegen Armensuppe
oder seinen Urlaub f&amp;uuml;r eine Betreuung im Behinderten-Camp eintauscht, ger&amp;auml;t
schon eher ins kommunikative Dilemma. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.januar2012/kleines-zelt.jpg" height="355" width="570" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn man m&amp;ouml;chte &amp;uuml;ber die Erfahrungen sprechen, will seine
Erlebnisse teilen, will andere begeistern und am besten gleich zum&amp;nbsp;&amp;nbsp;Mitmachen
bewegen. Doch findet man sich bei spitzfindigen Skeptikern auf der Spitze der
Debatte - nach h&amp;ouml;heren Gesellschaftszw&amp;auml;ngen und Dazu-geh&amp;ouml;ren-wollen-Komplexen -
mit einem Egoismusvorwurf konfrontiert: &amp;bdquo;Das macht man doch&amp;nbsp;nur, um sich selbst besser zu f&amp;uuml;hlen.&amp;quot; Was stimmt. Wie
k&amp;ouml;nnte man den Umweg zur eigenen Gef&amp;auml;lligkeit &amp;uuml;ber des N&amp;auml;chsten Benefits
leugnen? Doch wie sollen sich seri&amp;ouml;se Projekte rumsprechen, wenn die
Mund-zu-Mund-Propaganda voller Plomben ist? Wenn man in den Verdacht ger&amp;auml;t,
sich auf Kosten von Hilfsbed&amp;uuml;rftigen zu profilieren?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es muss ein Weg gefunden werden, wie
man &amp;uuml;ber gute Taten reden kann, ohne dem Projekt, sich und anderen Schaden
zuzuf&amp;uuml;gen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie merken, liebe Leser, es hier&amp;nbsp;fehlt&amp;nbsp;ein
regelndes System. Dazu m&amp;ouml;chte ich einen Vorschlag machen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es sollten Redezertifikate ausgegeben
werden, mit denen man sich seiner guten Tat r&amp;uuml;hmen darf. Die Laufzeiten
betragen sieben, vierzehn oder 21 Tage. L&amp;auml;nger darf es nicht dauern, sonst h&amp;ouml;rt
keiner mehr zu. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die
Papiere werden au&amp;szlig;erdem in aktive und passive&amp;nbsp;Zertifikate&amp;nbsp;unterschieden.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Passive Zertifikate k&amp;ouml;nnen durch
&lt;a target="_blank" href="http://www.kinderzug.de/modules/tinycontent/?id=1"&gt;Spenden&lt;/a&gt; erworben werden und funktionieren nach der einfachen Formel: ein Euro
f&amp;uuml;r einen Tag. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.januar2012/pokerchips.jpg" height="248" width="569" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aktive Zertifikate erh&amp;auml;lt man durch
allerlei gute Taten:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&amp;uuml;r eine siebent&amp;auml;gige Laufzeit kauft
man seine Zeitung abends im Restaurant, geht
dem Pizza-Lieferanten die H&amp;auml;lfte der Stockwerke entgegen, ruft mal wieder die Gro&amp;szlig;eltern an, reicht
die noch g&amp;uuml;ltige Fahrkarte weiter, wenn man in der U-Bahn danach gefragt wird, hilft in der Schlange beim B&amp;auml;cker dem Nachbarn mit achtzig Cent aus
oder&amp;nbsp;ruft den Installateur, wenn die Heizung ausf&amp;auml;llt und wartet nicht,
bis einer der Nachbarn sich erbarmt. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&amp;uuml;r eine vierzehnt&amp;auml;gige Laufzeit geht
man dem Pizza-Lieferanten alle Stockwerke entgegen, sortiert
seinen Schrank aus und bringt nur, was noch gut ist, in die Kleidersammlung, schreibt den Paten und Patenkindern zum&amp;nbsp; Geburtstag, meldet einen Stau hinter der Kuppe, kauft dem Bettler an der Ecke endlich mal seine
Taschent&amp;uuml;cher ab, auch wenn man keinen Schnupfen hat oder
kocht f&amp;uuml;r die verwitwete, einsame Nachbarin von Zeit zu Zeit ein Abendessen. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&amp;uuml;r eine 21-t&amp;auml;gige Laufzeit &amp;uuml;bernimmt
man eine Schicht im Monat bei den &amp;bdquo;Gr&amp;uuml;nen Damen&amp;quot;, sortiert nicht nur den
Kleider- , sondern auch den Schuhschrank aus, &amp;uuml;berwindet die Angst vorm Blutspenden, beantragt einen Organspendeausweis, h&amp;auml;lt es noch eine halbe Stunde
l&amp;auml;nger auf dem B&amp;uuml;rgeramt aus und hilft der Rum&amp;auml;nin beim&amp;nbsp;Ausf&amp;uuml;llen ihres Antrags oder kocht der verwitweten,
einsamen Nachbarin ein Abendessen ohne darin enthaltene Spuren von N&amp;uuml;ssen,
gegen die sie allergisch ist. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ach ja, um das Ganze anzukurbeln, darf
mit den Zertifikaten nat&amp;uuml;rlich&amp;nbsp;gehandelt werden.
Schlie&amp;szlig;lich geht es hier um Aufmerksamkeit f&amp;uuml;r die gute Sache, schlie&amp;szlig;lich sollen noch mehr Menschen dar&amp;uuml;ber reden.
Schaden kann das nicht. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div style="clear:both;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/aggbug.aspx?PostID=144185" width="1" height="1"&gt;</content><author><name>FAZ-soma</name><uri>http://faz-community.faz.net/members/FAZ_2D00_soma/default.aspx</uri></author></entry><entry><title>Liebe braucht Minuten: Die Minute </title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2012/01/17/liebe-braucht-minuten-die-minute.aspx" /><id>http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2012/01/17/liebe-braucht-minuten-die-minute.aspx</id><published>2012-01-17T10:32:00Z</published><updated>2012-01-17T10:32:00Z</updated><content type="html">&lt;p&gt;Es ging so schnell, dass man nicht ein Mal tief Atem holen konnte. Wahrscheinlich ist auch, dass man die ganze Zeit &amp;uuml;ber die Luft anhielt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist nicht sicher, wann es begann: ein Blick, zwei Worte am Ohr, drei gew&amp;ouml;hnliche Begegnungen und tausend Schmetterlinge im Kopf, die mit flirrenden Fl&amp;uuml;geln jeden vern&amp;uuml;nftigen Gedanken verjagten, sollte er es wagen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch es legt sich ein Rahmen um diese Liebesgeschichte, der vielleicht sogar die Wahrheit ist: f&amp;uuml;r den, der glaubt und zwar gerne. &amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.januar2012/paar.jpg" height="332" width="580" alt="" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Abfolge so stimmt - und das tut sie ja in einer Geschichte ganz so, wie es dem Autor beliebt - dann beginnt es noch vor dem gro&amp;szlig;en Beben mit dem Treffen auf eine Frau, die ihren Glauben an Gott befremdlich lebendig vor sich hertrug. Wie ein Wasserfall erz&amp;auml;hlte sie davon und begr&amp;uuml;ndete jeden Regenschauer mit einem Eingreifen des Herrn, dass es einem unheimlich wurde. Da fiel auf: Die letzten zwei, drei Monate war es doch recht still geworden im inneren Zwiegespr&amp;auml;ch nach Oben. Und so sanken die Knie zu Boden und es entfloh der r&amp;uuml;hrenden Seele nun doch der ernste Wunsch, an eine Bitte angebunden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war ein Gebet nach Liebe in Worten, wie sie die Lippen eigentlich nur ungern verlassen. Der Stolz duldet normalerweile sowas schon im Ansatz nicht; soll es besser f&amp;uuml;r andere reichen: des Sch&amp;ouml;pfers Erbarmen. Man kann doch nicht jetzt schon beim letzten Ausweg angelangt sein. Es gibt doch tausend T&amp;uuml;ren! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur wenige Tage sp&amp;auml;ter schon rissen die D&amp;auml;mme. Man lief sich wieder &amp;uuml;ber den Weg und sofort, von der ersten Minute an, mit einem Lachen, mit frechem Necken, mit Augen in Wonne getr&amp;auml;nkt hielt er meine ganze Welt in seiner Hand. Die ganze Welt hielt er in seiner Hand. Er hielt sich und mich in seiner Hand, nur mich und sich in seiner Hand, die vibrierte. In seiner Hand hielt er Zukunft und Pass&amp;eacute;, hielt die Freunde und die Feinde. Er hielt Kinder und ihre Enkelkinder wie Blumen in seiner Hand. Komm, sagt es allen weiter, hier wurde heute eine Liebe geboren. Wenn sie das nicht war, was dann?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Konnte es wirklich sein, dass nun zusammenfindet, was zusammengeh&amp;ouml;rt? Was sollte hiernach noch kommen und wen w&amp;uuml;rde es interessieren? &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.januar2012/g_E400_nse.jpg" height="301" width="580" alt="" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch der Schlag traf hart. Es gab hier kein Gras, kein Ufer. Verheiratet, vergeben, vier Kinder. Es war ein Pr&amp;auml;sident, ein Idol, es war der Lehrer, der Ex-Mann oder einer, der zwei Kontinente entfernt lebte; ein viel zu alter oder viel zu junger. Einer, der seine Wirkung gen&amp;uuml;sslich an Ergebenheit rieb, die bei aller M&amp;uuml;he sie zu verbergen, doch offenlag. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Engelchen und Teufelchen, eben noch aufs bitterste verstritten, zuckten bald blo&amp;szlig; noch mit den Schultern, denn ich konnte sie nicht h&amp;ouml;ren: In mir spielte ein Orchester. Ich k&amp;ouml;nnte seine June Carter sein. Mit ihm m&amp;ouml;chte ich auf den Grund des Ozeans sinken. Dann begehrte ich eben den Abgrund, in meinen Tr&amp;auml;umen kann ich fliegen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe macht wahnsinnig, - da war doch was. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kein &amp;bdquo;Nein&amp;quot; und auch kein &amp;bdquo;das geht nicht gut&amp;quot; setzten sich durch. Pein, Euphorie, Schock, Hysterie und Hoffnung brachen wie meterhohe Wellen hinab. Da m&amp;ouml;chte man doch lieber achtzig Jahre alt sein und fertig mit dem Leben. Steht keine Strafe darauf, dass man Liebe nicht abtreiben darf? War es nur wieder zum aus dem Kopf schlagen? Wie sollte das gehen, wenn er in mir steckte wie ein giftiges Bonbon, das seine Wirkung wie Heroin in die Adern schie&amp;szlig;t? Mach kaputt, was dich kaputt macht, - Rio Reiser kennt nat&amp;uuml;rlich die Tapetent&amp;uuml;ren in der H&amp;ouml;lle. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.januar2012/rosen.jpg" height="259" width="580" alt="" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jungfrau mild, seh der Jungfrau Sorgen, lass mich sicher schlafen bis zum Morgen, dass ich nicht zerdr&amp;uuml;ckt werde in dieser dunklen Felsenkluft, die stetig schmaler wird. Verjage die D&amp;auml;monen, sie d&amp;uuml;rfen hier nicht wohnen. Die Zeit wird den Schock &amp;uuml;berwinden, und wenn der Mann schon nicht zu vergessen ist, dann geh&amp;ouml;rt er zumindest tief hinten abgestellt in der ungefegten Ecke. Sollen doch die Spinnweben ihn umarmen, so fest, dass er nicht mehr durch sie hindurch scheinen kann, und ich werde sein von guten M&amp;auml;chten wunderbar geborgen, beh&amp;uuml;tet und getr&amp;ouml;stet. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wie soll man sich das alles erkl&amp;auml;ren? Wie kann, was erst wahrhaftig schien, doch und blo&amp;szlig; ein Trugschluss sein? Irgendwann wird man dar&amp;uuml;ber schmunzeln k&amp;ouml;nnen, Gottes Humor ist auch nicht zu untersch&amp;auml;tzen. Nichts ist endg&amp;uuml;ltig, denn es endet nichts. Man steht nur jetzt im n&amp;auml;chsten Lebensraum. Mit wieder tausend T&amp;uuml;ren.&lt;/p&gt;&lt;div style="clear:both;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/aggbug.aspx?PostID=142363" width="1" height="1"&gt;</content><author><name>FAZ-soma</name><uri>http://faz-community.faz.net/members/FAZ_2D00_soma/default.aspx</uri></author></entry><entry><title>Verlass mich nicht! - Der Speicherplatz </title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2012/01/03/verlass-mich-nicht-der-speicherplatz.aspx" /><id>http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2012/01/03/verlass-mich-nicht-der-speicherplatz.aspx</id><published>2012-01-03T08:55:00Z</published><updated>2012-01-03T08:55:00Z</updated><content type="html">&lt;p&gt;Vor kurzem fiel mein Fernseher aus. Was f&amp;uuml;r einen hohen Stellenwert das Ger&amp;auml;t bei mir hat, beweist, dass es mittlerweile direkt neben meinem Bett steht. Ich brauche meinen Fernseher vor allem zum Aufwachen. Ohne MoMa, Tagesschau und die Kulturzeit ger&amp;auml;t mein morgendlicher Informationsumschlag komplett durcheinander. Doch mit einem Mal h&amp;ouml;rte Susanne Daubner auf, mir mit ihrer rauchigen Stimme die Meldungen des Tages zuzuraunen. Im Bad schnurrte der Deutschlandfunk sein neun Uhr Programm weiter. Wovon man im Schlafzimmer nat&amp;uuml;rlich nichts verstehen kann. Mist, so verpasse ich doch, wohin die Welt sich heute dreht, was auf meiner Skala der Alltag-&amp;Auml;rgernisse ziemlich weit oben steht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was hat das Ding denn blo&amp;szlig;? Sein Bild ist mit dem Ton gleich mit verschwunden und hat einen schwarzen Bildschirm zur&amp;uuml;ckgelassen. Nur eine Nachricht hatte das Medium noch f&amp;uuml;r mich &amp;uuml;brig, mit wei&amp;szlig;en Buchstaben in einer Schrift gehalten, wie sie wohl nur noch in den Tiefen der Programmiersprachen auftauchen: &amp;bdquo;Mitteilung folgt&amp;quot;. Aha. Es blitzte kurz in der R&amp;ouml;hre, danach durchquerte ein hellblauer Streifen einen dunkelblauen Hintergrund und in der Mitte prangte ein graues Dialogfeld: &amp;bdquo;Datenbank leer&amp;quot;. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.januar2012/speicherplatz-leer.jpg" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was f&amp;uuml;r eine &amp;Uuml;berraschung. Ich dachte, das Fernsehbild kommt aus dem Kabel, so wie die Milch aus der T&amp;uuml;te. Nun wird es also erst gespeichert und dann erst abgespielt? Ist das so in der dialogen Welt?&amp;nbsp;&amp;nbsp;Bei der&amp;nbsp;Technik kann man mir alles erz&amp;auml;hlen, allerdings interessiert es mich nicht, weswegen ich nicht bis zum Ende zuh&amp;ouml;re, selbst wenn sich einer die M&amp;uuml;he machen w&amp;uuml;rde, mich aufzukl&amp;auml;ren. F&amp;uuml;r mich ist l&amp;auml;ngst entschieden: Ich bin ein Technik-Nutzer, kein Technik-Versteher - es ist ein &amp;auml;hnliches Verh&amp;auml;ltnis, wie&amp;nbsp;die meisten&amp;nbsp; Herren es wohl&amp;nbsp; zu Frauen entwickelt haben. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sind die Datenbahnen von meinem Fernseher verstopft? Haben sich zwei Gleichungen an einem Schnittpunkt verheddert und blockieren nun den&amp;nbsp; Kreislauf? So dass mein Knopfdr&amp;uuml;cken nicht mehr das Herz des Ger&amp;auml;ts erreicht? Es l&amp;auml;sst mich ratlos zur&amp;uuml;ck, vor allem, weil ich doch fest daran glaube, dass Daten nicht einfach so verschwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;lt;&amp;lt; &amp;Uuml;brigens werde ich an dieser Stelle auf keinen Fall in die politische Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung abdriften. Das k&amp;ouml;nnen wir in den Kommentaren gerne ausschlachten, - und die Reste fressen. &amp;gt;&amp;gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.januar2012/kabel.jpg" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber sie tun es. Vor kurzem hatte ich zusammen mit einer Freundin meinen Kopf &amp;uuml;ber ihren What&amp;#39;s App-Chat in ihrem Handy gebeugt. Wann h&amp;ouml;rt man eigentlich auf mit &amp;bdquo;Er schrieb, und dann schrieb ich, und er wieder, und ich darauf&amp;quot; - ich hoffe niemals. Wir sa&amp;szlig;en also nebeneinander und lasen den Flirt r&amp;uuml;ckw&amp;auml;rts gehend bis dann auf einmal Schluss war und zwar vor ungef&amp;auml;hr drei Monaten. Gel&amp;ouml;scht. Vernichtet. Verloren. Das schneidet doch ein St&amp;uuml;ck vom Herzen raus! Vielleicht ist er blo&amp;szlig; auf parallele Speicherpl&amp;auml;tze transferiert worden? Aber das muss einem doch&amp;nbsp;&amp;nbsp;irgend jemand&amp;nbsp; sagen, wenn so etwas passiert!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;MMS, SMS, Email, Anrufabfolge: Sind sie nicht Fragmente meines Lebens, Teile meiner Wahrnehmung, Beweise daf&amp;uuml;r, was blo&amp;szlig; noch&amp;nbsp;bruchst&amp;uuml;ckhaft durch mein Ged&amp;auml;chtnis treibt? Wie es noch einmal genau gewesen ist, von einander abgesetzt in gr&amp;uuml;nen und grauen Sprechblasen? So werden sie zur Ablage meines Ichs, darauf verlasse ich mich. Es reicht doch, dass sie zerrissen und verteilt sind auf mehrere Festplatten und Mikrochips und so stetig meinen Datenwald verkomplizieren. &amp;nbsp;Meistens finde ich mich darin zurecht, aber nur, wenn nicht einfach der Weg abgeschnitten, mein zweiter Kopf abgetrennt, die dritte Hand abgehackt wird. Entschuldigung, spinnen Sie? &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.januar2012/plensa2.jpg" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das R&amp;auml;tsel um meinen Fernseher kl&amp;auml;rte sich &amp;uuml;brigens zwei Tage sp&amp;auml;ter&amp;nbsp;:&amp;nbsp; Die Bettdecke hat auf einen Knopf der Fernbedienung gedr&amp;uuml;ckt, der den Fernseher in einen bespielbaren Bildschirm verwandelt. Was f&amp;uuml;r eine trickreiche Bettdecke. Wahrscheinlich will sie mein n&amp;auml;chstes Ding werden - in zwei Wochen dann wieder, wenn nichts dazwischen kommt, aber Sie kennen das ja: Man ist so vieles nicht gewohnt. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&amp;nbsp;&lt;/p&gt;&lt;div style="clear:both;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/aggbug.aspx?PostID=140684" width="1" height="1"&gt;</content><author><name>FAZ-soma</name><uri>http://faz-community.faz.net/members/FAZ_2D00_soma/default.aspx</uri></author></entry><entry><title>Ungeahnte feministische Potentiale: Fleischfarbene Hüfthalter</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2011/12/21/ungeahnte-feministische-potentiale-fleischfarbene-huefthalter.aspx" /><id>http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2011/12/21/ungeahnte-feministische-potentiale-fleischfarbene-huefthalter.aspx</id><published>2011-12-21T14:46:00Z</published><updated>2011-12-21T14:46:00Z</updated><content type="html">&lt;p&gt;In den hintersten Nischen deutscher Warenh&amp;auml;user haben sie
&amp;uuml;berdauert. Sie h&amp;auml;ngen an B&amp;uuml;geln und kauern versch&amp;auml;mt in rosa Pappschachteln,
die in Resopaschubladen die W&amp;auml;nde bedecken. Sie haben Namen, die wahlweise an
orthop&amp;auml;dische St&amp;uuml;tzstr&amp;uuml;mpfe denken lassen oder an Schlagers&amp;auml;ngerinnen der
Siebziger Jahre. Sie sind nicht sch&amp;ouml;n, beim besten Willen nicht, aber ihre
Tr&amp;auml;gerin sollen sie sch&amp;ouml;nmachen, oder zumindest versuchen, sie in eine gewisse
Form zu pressen. Ich habe v&amp;ouml;llig vergessen, dass es so etwas noch geben k&amp;ouml;nnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.dezember2011/hueft1.jpg" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dann stand ich letztens bei einer gro&amp;szlig;en schwedischen
Bekleidungskette in der Unterw&amp;auml;scheabteilung, weil ich dort immer Strumpfhosen
kaufe (nur falls jemand nachfragt - Sie w&amp;auml;ren nicht der erste). Und dort hingen
sie, gummigl&amp;auml;nzend und in einem Ton, den man gemeinhin mit m&amp;ouml;glichst viel
Verachtung in der Stimme als &amp;bdquo;fleischfarben&amp;quot; bezeichnet. &amp;bdquo;Fleischfarben&amp;quot; hei&amp;szlig;t
heute und immer dann, wenn es nicht mit Verachtung gemeint ist, &amp;bdquo;nude&amp;quot;. Klingt
auch besser, njuud, nach Sandd&amp;uuml;ne und Strandvergn&amp;uuml;gen, &amp;bdquo;fleischfaben&amp;quot; hingegen
klingt ja immer gleich nach oberhessischen Wurstwaren, aus einer
braungekachelten Marktbude herausgereicht von mittelalten rotwangigen
Metzgerinnen. Das mag f&amp;uuml;r manchen auch eine gewisse Erotik bergen. Das will ich
gar nicht hinterfragen. Auch nicht hinterfragen m&amp;uuml;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber diese Gummih&amp;uuml;lsen, die sich laut Etikett zwischen
erh&amp;ouml;hter Taille und Knie um die Kontrolle der K&amp;ouml;rperform k&amp;uuml;mmern sollen, waren
eindeutig fleischfarben und von sehr begrenzter Frivolit&amp;auml;t. Sie hie&amp;szlig;en Shaper.
Aber so leicht lasse ich mich nicht t&amp;auml;uschen, ich wei&amp;szlig; genau, was das ist, das ist
n&amp;auml;mlich nichts anderes als ein ordin&amp;auml;rer H&amp;uuml;fthalter. Und zwar nicht eines
dieser dekorativen Modelle, das sich mehr an der H&amp;uuml;fte festh&amp;auml;lt als sie an ihm,
sondern ein sehr funktionelles Teil, das vor allem wirkt. N&amp;auml;mlich h&amp;uuml;fthaltend.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.dezember2011/hueft2.jpg" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und da fiel mir ein, wann ich das letzte Mal etwas &amp;uuml;ber
H&amp;uuml;fthalter gelesen habe. Das war in einem Artikel &amp;uuml;ber die Kost&amp;uuml;me der
Fernsehserie Mad Men, in dem die Ausstatterin Janie Bryant sagte, in die
Kleider passe Christina Hendricks, die die Chefsekret&amp;auml;rin Joan spielt, nur
hinein, weil sie H&amp;uuml;fthalter trage. Ohne H&amp;uuml;fthalter ginge das nicht, der ganze
Look sei &amp;uuml;berhaupt nur mit H&amp;uuml;fthalter m&amp;ouml;glich. Aha, dachte ich mir damals, so
bekommt man das also hin mit der Taille. Und dass sich vermutlich die
Hausfrauen der f&amp;uuml;nfziger und sechziger Jahre dar&amp;uuml;ber ausgetauscht haben, von
Mutter zu Tochter, von Nachbarin zu Nachbarin, sah ja niemand, was drunter war,
gab ja noch keine H&amp;uuml;fthosen, blieb ja Geheimnis bis ungef&amp;auml;hr zur
Hochzeitsnacht, im Idealfall zumindest.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nur einige wenige Wochen sp&amp;auml;ter las ich einen weiteren
Artikel &amp;uuml;ber Christina Hendricks&amp;#39; Taille. Diesmal war es ein Interview mit einem
Fitness-Spezialisten, der uns Leserinnen erkl&amp;auml;rte, wie unfassbar hart das
Training sein mu&amp;szlig;, das diese Frau erduldet, damit die Kleider so sitzen, wie
sie sitzen. T&amp;auml;glich, am besten stundenlang, schwei&amp;szlig;treibend, begleitet von
einem rigorosen Ern&amp;auml;hrungsplan. Das sei f&amp;uuml;r uns Normalsterbliche kaum zu
schaffen (eine Anleitung gab der Fitness-Spezialist trotzdem, versteht sich). Ich las das,
sch&amp;uuml;ttelte den Kopf und dachte: H&amp;uuml;fthalter! Die tr&amp;auml;gt doch H&amp;uuml;fthalter!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.dezember2011/hueft3.jpg" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anscheinend funktionieren sie ja auch, wenn
Fitness-Spezialisten die Welt und ihre Taillen nicht mehr verstehen. Wenn
Menschen allen Ernstes glauben, auch die gewagteste K&amp;ouml;rperform sei antrainiert
und angehungert und verdanke sich nicht einfach einer geschickten Anordnung von
Gummi und Stoff. F&amp;uuml;r Frauen vor f&amp;uuml;nfzig Jahren war das noch eine
Selbstverst&amp;auml;ndlichkeit, f&amp;uuml;r uns heutzutage ist das v&amp;ouml;llig aus dem Blickfeld
ger&amp;uuml;ckt. Wir gehen davon aus, da&amp;szlig; die Formen sich stets zu Vor- oder Nachteil
frei entfalten und ziehen nicht in Betracht, da&amp;szlig; jemand nachhilft. Wenn es sich
nicht gerade um eine achtzigj&amp;auml;hrige Erbtante handelt, die sich in ihre
fleischfarbenen H&amp;uuml;ft- und sonstigen Halter pre&amp;szlig;t. Die Vorstellung ist ja auch nicht
sch&amp;ouml;n und nicht nude und ganz nahe an den oberhessischen Wurstwaren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch. Ich bewundere die schwedische Bekleidungskette f&amp;uuml;r
ihre Konsequenz. Wer Mad-Men-Mode verkauft, mu&amp;szlig; auch die passenden H&amp;uuml;fthalter
dazu liefern und nicht einfach fordern, sich die entsprechenden K&amp;ouml;rperformen hart
und schwei&amp;szlig;treibend anzutrainieren, denn das ist ziemlich verlogen. Das f&amp;uuml;hrt
wieder nur dazu, dass sechzehnj&amp;auml;hrige M&amp;auml;dchen in den Spiegel starren und an
sich zweifeln. Oder sechsundzwanzigj&amp;auml;hrige M&amp;auml;dchen. Alle aus der
Post-H&amp;uuml;fthalter-Periode der Textilgeschichte eben, die sich in Retro-Mode
versuchen und am eigenen K&amp;ouml;rper verzweifeln, der nicht ins Gesamtbild passen
mag. Alljene m&amp;ouml;chte ich aufr&amp;uuml;tteln und ihnen zurufen: Frauen! Gedenkt des
H&amp;uuml;fthalters! Verbrennt Formunterw&amp;auml;sche nicht voreilig, es k&amp;ouml;nnte sein, dass sie
immer noch feministischer ist als die zeitgen&amp;ouml;ssischen Alternativen, die die
Fitness-Spezialisten euch verkaufen wollen.&lt;/p&gt;&lt;div style="clear:both;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/aggbug.aspx?PostID=139521" width="1" height="1"&gt;</content><author><name>fraudiener</name><uri>http://faz-community.faz.net/members/fraudiener/default.aspx</uri></author></entry><entry><title>Es gibt keinen Ausweg: Die Weihnachtskugel</title><link rel="alternate" type="text/html" href="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2011/12/07/es-gibt-keinen-ausweg-die-weihnachtskugel.aspx" /><id>http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/2011/12/07/es-gibt-keinen-ausweg-die-weihnachtskugel.aspx</id><published>2011-12-07T07:00:00Z</published><updated>2011-12-07T07:00:00Z</updated><content type="html">&lt;p&gt;Die Weihnachtszeit ist sonderbar, sogar f&amp;uuml;r
die Gelehrten.&amp;nbsp;Sie meint es doch gut mit den Menschen und dennoch
verbreitet der Advent eine Ruhe, die oft in Schwermut kippt. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es passt nicht zusammen, schlie&amp;szlig;lich tr&amp;auml;gt
doch Weihnachtsluft so viel Sch&amp;ouml;nes in sich. Kinder lachen vor Schaufenstern,
dahinter schneit es von der Decke. Immer neue Flocken fallen auf die
Spieleisenbahn, auf ihren rot bem&amp;auml;ntelten Schaffner und seine bunten Fahrg&amp;auml;ste
aus Pl&amp;uuml;sch. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.dez+2011/teddyb_E400_ren.jpg" height="197" width="570" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bald werden sie im Kunstschnee versinken, nur der Affe mit den
beweglichen Gelenken winkt sich flei&amp;szlig;ig frei. Lichter formen sich &amp;uuml;ber den
Restauranteing&amp;auml;ngen zu Rentieren, Schlitten oder Sternschnuppen; unz&amp;auml;hlige
H&amp;auml;ndler bieten ihre Hilfe an, damit die Wahl der Geschenke leichter f&amp;auml;llt. Das
Fernsehen denkt an die Hungrigen unserer Welt und ruft zu Gaben auf. Man sollte
die aufsteigende Herzensw&amp;auml;rme genie&amp;szlig;en, doch man kann es nicht, - noch nicht.&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn auch Schenken ist ambivalent. W&amp;auml;hrend
man &amp;uuml;berlegt, womit man seinen Liebsten eine Freude&amp;nbsp;bereiten kann, macht
man sich zugleich die Dinge bewusst, die ihnen fehlen. Ein unerf&amp;uuml;llter
Kinderwunsch lindert sich vielleicht mit einer Biographie von Simone de
Beauvoir. Sorge um die Opfer fordernde Karriere r&amp;uuml;ckt durch einen
Massage-Gutschein&amp;nbsp;in den letzten drei bis acht Minuten am Ende der Stunde
in den Hintergrund. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.dez+2011/schleife.jpg" height="293" width="570" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nat&amp;uuml;rlich gibt es auch die Ges&amp;auml;ttigten: Sie
sind besonders schwer zu beschenken, sie haben scheinbar alles. Ihr Begehren
ist exquisit und Unpassendes landet im privaten Gruselkabinett. Am besten
besorgt man wohl Konzerkarten, dann hat man wenigstens gemeinsame Zeit
geschenkt.&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Adventswochen denkt man immer &amp;ouml;fter an
das bevorstehende Fest, und damit auch, mit wem man ansto&amp;szlig;en wird. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Gro&amp;szlig;familien heizt die Frage die Nerven
an, zehn bis zwanzig Leute an einen Ort zu kriegen, das erfordert eine
ausgekl&amp;uuml;gelte Organisation. Aber es stellt sich h&amp;ouml;chstens die Frage, wer in
diesem Jahr die Anreise auf sich nimmt. Es ist nicht gerecht, wenn es immer
dieselben trifft. Um den vierzehn-Stunden-Stau auf der A7 rei&amp;szlig;t sich keiner.&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.dez+2011/kugeln.jpg" height="210" width="570" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer keine feste Weihnachtsbesetzung hat, den
treibt eine ganz andere Frage um: Mit wem wird man dieses Jahr feiern? Bitte
nicht einsam vor dem Fernseher. So sicher wie das Amen in der Kirche wird einen
dann die &amp;bdquo;Weihnachtsgeschichte&amp;quot; von
Charles Dickens erwischen, in der Ebenezer Scrooge sich der peinigenden Frage unterzieht,
was f&amp;uuml;r ein schlechter Mensch er ist, dass er in der Heiligen Nacht alleine
ist. Dringende Empfehlung: eine dreifache Dosis Johanneskraut, mindestens. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Solo feiern ist keine sch&amp;ouml;ne Alternative,
also muss ein Urteil fallen, wer von all den Freunden weihnachtsw&amp;uuml;rdig ist und
wer nicht, oder nicht mehr. Ein harter Prozess, denn dazu geh&amp;ouml;rt nat&amp;uuml;rlich
nicht nur die Untertscheidung, wen man besonders gerne hat, sondern auch, wer
einem im Grunde nicht so nahe steht, dass man in enger Gemeinschaft zwei oder
drei Tage miteinander verbringen m&amp;ouml;chte.&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Noch ein N&amp;auml;hrboden f&amp;uuml;r wachsende Melancholie:
Eine Woche drauf steht die j&amp;auml;hrliche Z&amp;auml;sur an. Automatisch scheidet sich das
Leben in ein davor und ein danach. Es dr&amp;auml;ngt sich auf, was ist in diesem Jahr
immer noch nicht passiert ist, aber doch bitte endlich von der Sehnsuchts- und
Wunschliste erl&amp;ouml;schen k&amp;ouml;nnte. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist unangenehm, sich solche Gedanken zu
machen. Dennoch sind sie Teil eines Prozesses, der am Ende heilsam enden kann.
Es ist wohl blo&amp;szlig; der steinige Weg zur Besinnlichkeit.&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/cfs-filesystemfile.ashx/__key/CommunityServer.Blogs.Components.WeblogFiles/ding.dez+2011/sternschnuppe.jpg" height="204" width="570" alt="" /&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotzdem, am liebsten m&amp;ouml;chte man sich dieser
Erwachsenensorgen einfach entledigen. K&amp;ouml;nnte man doch selbst wieder jung sein
und vor den Schaufenstern stehen und lachen, statt sich &amp;uuml;ber den Kitsch darin
zu &amp;auml;rgern. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kleiner m&amp;ouml;chte ich werden, wie ein Kind.
Kleiner mehr wie ein D&amp;auml;umling. Weiter, weiter schrumpfen. So gro&amp;szlig; blo&amp;szlig; einer
Elfe gleich, dass ich in eine Weihnachtskugel schl&amp;uuml;pfen kann. Dort bleibe ich
und komme erst wieder heraus, wenn auch das Ros&amp;#39; entsprungen ist. Wohl zu der
Heiligen Nacht. &lt;/p&gt;&lt;div style="clear:both;"&gt;&lt;/div&gt;&lt;img src="http://faz-community.faz.net/aggbug.aspx?PostID=137641" width="1" height="1"&gt;</content><author><name>FAZ-soma</name><uri>http://faz-community.faz.net/members/FAZ_2D00_soma/default.aspx</uri></author><category term="Familie" scheme="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/tags/Familie/default.aspx" /><category term="Freunde" scheme="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/tags/Freunde/default.aspx" /><category term="Organisation" scheme="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/tags/Organisation/default.aspx" /><category term="Geschenke" scheme="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/tags/Geschenke/default.aspx" /><category term="Weihnachten" scheme="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/tags/Weihnachten/default.aspx" /><category term="Silvester" scheme="http://faz-community.faz.net/blogs/ding/archive/tags/Silvester/default.aspx" /></entry></feed>
