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Jermaine Jones' Jammern
15. Juni 2009, 13:30
Uhr
Kurz vor der ganz großen Fußballleere macht man seltsame Entdeckungen. Nein, nicht die traurigen Darbietungen zum Confed-Auftakt, da gibt es ja noch die U-21-Europameisterschaft, die ansehnlicheren Fußball verspricht. Man entdeckt jedoch, dass die „New York Times" ein Fußball-Blog unterhält, und man trifft dort auch noch den Schalker Profi und Möchtegern-Nationalspieler Jermaine Jones, der sich gerade so maßlos Leid tut, dass er nie wieder für Deutschland Fußball spielen und lieber für das Land seines Vaters antreten möchte.
Jones sieht sich als Opfer von gemeinen Vorurteilen, wenn er der „Times" sagt, die Leute würden ihn womöglich wegen seiner Tattoos nicht mögen (die, nebenbei gesagt, wirklich sehr wenig Geschmack verraten) und wegen seiner direkten Art - die sich bislang vor allem darin bemerkbar machte, dass er nach Spielschluss atemlos und meist sehr aufgeregt unzusammenhängende Dinge ins Mikrofon sprach. Einmal in Fahrt, hat er sich bei dem „Times"-Blogger richtig ausgeweint: „Wenn man mich ansieht, bin ich nicht der perfekte Deutsche. Wenn ich mir die Leute in den Staaten ansehe, sehen sie eher wie ich aus. In Deutschland sagen die Leute wegen meiner Tattoos: ‚Oh, er ist kein guter Mann.' Aber sehen sie sich Beckham an, er hat Tattoos, und keiner sagt was. Vielleicht weil ich keine blauen Augen und kein blondes Haar habe."
Offenbar muss jemand Jermaine Jones mal erklären, dass Fußball nun mal kein Tattoo-Wettbewerb ist, sonst würde Torsten Frings längst bei den Amateuren von Werder spielen, und wenn er mal ein wenig durch die Stadt bummeln würde, hätte er auch schon festgestellt, dass es da eine Menge Deutsche gibt, die nicht wie perfekte Deutsche aussehen, wie im Übrigen auch sehr wenige Musterdeutsche in der Nationalmannschaft spielen. In seiner weinerlichen Art, die sich bestens ergänzt mit seinem rustikalen, ständig ein wenig zu harten, technisch limitierten und selten konstruktiven Spiel auf dem Platz, hat er offenbar keinen Gedanken daran verschwendet, dass Joachim Löw ihn nicht mehr berücksichtigen mag, weil seine Leistungen einfach nicht ausreichend sind. Und von sonderlich großer Intelligenz zeugt es auch nicht gerade, sich einem Verband anzudienen, der ihm bislang wohl nicht gut genug war. Entsprechend verhalten haben die amerikanischen Offiziellen bisher reagiert.
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