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Fazit - das Wirtschaftsblog

Die große Geldschwemme. Oder: Wo wächst die nächste Blase?

01. Dezember 2011, 13:07 Uhr

Von Patrick Bernau

Geld ist Trumpf - so scheint es zumindest. Was war das für ein Fest gestern an der Börse! Die Banken auf der Welt bekommen Milliarden Dollar zu niedrigeren Zinsen geliehen - prompt rauschten die Aktien nach oben. Und wenn es nach den Eurorettern im Rest der Welt geht, dann war die Flutung der Märkte mit Geld gestern nur ein kleiner Vorgeschmack zur großen Sintflut. Die Europäische Zentralbank muss Geld drucken und Staatsanleihen kaufen, sagen sie. Das sei die letzte Chance auf eine Euro-Rettung. Und wenn sich die EZB querstellt, dann müssen eben die amerikanischen Kollegen von der Fed ran. (Auch so kann man es betrachten, dass die Fed jetzt auf dem Umweg über die EZB Dollar zur Verfügung stellt.)

Inflationsbekämpfung, Sparanreize, Unabhängigkeit der EZB - all das ist den Verfechtern der EZB-Löschkanone nicht mehr so wichtig. Schließlich stehe der Euro vor dem Abgrund. Da müsse man Anleihen kaufen, ohne Rücksicht auf Verluste.

Doch was, wenn das Geld die Welt erst richtig in die Bredouille bringt? Wenn all die Liquidität das falsche Mittel ist - wenn die Eurozone nicht brennt, sondern jetzt schon im Geld ertrinkt? Das klingt paradox, zugegeben, fehlt es doch den meisten Euro-Staaten gerade am Geld. Aber es wird gleich klarer.

In der Eurozone insgesamt gibt es nämlich eigentlich genug Geld. Sogar zu viel davon. Seit Jahren ist die Geldmenge viel schneller gewachsen als das Bruttoinlandsprodukt. (Die Grafik links zeigt aus technischen Gründen das inflationsbereinigte BIP, das nicht-inflationsbereinigte BIP ist bis auf etwa 150 Indespunkte gewachsen). Noch im Juni sprach die Europäische Zentralbank selbst von „überschüssiger Liquidität" (PDF, S. 35/36) - und ihre Worte waren warnend: „Die angesammelte Liquidität kann Preisdruck in Vermögenspreisen und Produktpreisen verursachen, selbst wenn die Geldmenge nur langsam wächst."

Was die EZB da sagt, heißt übersetzt: Geld kann nicht nur die Inflation in die Höhe treiben. Pedro Teles und Harald Uhlig haben das gezeigt: Irgendwann gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts hat sich die Welt geändert. Seitdem verursachen Zentralbanken nur noch selten Inflation, wenn sie die Geldmenge schnell wachsen lassen. Einst hieß diese Phase „Great Moderation" (Große Mäßigung): Die Zentralbanken schienen alles im Griff zu haben. Wer so denkt, druckt auch heute noch Geld. Denn die Inflation scheint weit weg zu sein. Doch die „Great Moderation" hat sich als Illusion entpuppt.

Denn Inflation ist nicht das einzige Risiko an großen Geldmengen - auch das haben die vergangenen 20 Jahre gezeigt. „Liquidität findet immer ihren Weg", sagt der scheidende EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark im Interview mit der F.A.S. Wir müssen fürchten, dass er Recht hat. Ansgar Belke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und zwei Kollegen jedenfalls haben festgestellt, dass das Geld auf der Welt inzwischen leichter die Preise für Geldanlagen nach oben treibt als die Preise im Supermarkt. Das hat schon mehrmals böse geendet. In Amerika hat Alan Greenspan über Jahre hinweg zu viel Geld verteilt. Er bekam immer größere Blasen - bis zur Immobilienblase und der Finanzkrise. Großbritannien ging es nicht besser.

Die Eurozone war ebenfalls nicht immun. Sie hatte von ihrem Geld nicht nur eine Immobilienblase in Irland und Spanien. Sie hatte offenbar auch eine veritable Blase in Staatsanleihen. So manche Bank hat sich Geld von der EZB geliehen und davon postwendend Staatsanleihen gekauft - gegen die konnte die Bank sich noch mehr Geld leihen und davon noch mehr Staatsanleihen kaufen. Für die Banken war das ein gewinnbringendes Geschäft. Und die Kreditzinsen für die Staaten sanken viel zu tief.

Geld - Foto: Getty Images / AFPGenau das macht mir große Sorgen. Denn das Geld ist jetzt noch nicht weg, es ist nur woanders. Und schickt sich dort an, die nächsten Blasen zu befüllen. Das merkt man sogar schon in der Praxis: Investoren stehen heute schon ratlos vor den Finanzmärkten, weil kaum noch eine Geldanlage angemessen bepreist scheint - alles sieht zu teuer aus. Wer sich noch Gewinn erhofft, der setzt auf spekulative Kurssteigerungen. Das ist ein Alarmzeichen.

Normalerweise heißt es: Die Zentralbanken müssen jetzt Geld verteilen, in besseren Zeiten sammeln sie es wieder ein. Ich glaube das nicht, die Erfahrung der vergangenen 20 Jahre macht mich skeptisch. Aber vielleicht ist es dieses Mal anders - vielleicht kommt dieses Mal gar keine gute Zeit nach.

Denn: Wenn die Investoren jetzt noch ihre Peripherie-Anleihen an die Zentralbank verkaufen und dafür neues Geld bekommen - wo sollen sie denn das noch hinlegen, ohne die Blase zu vergrößern?

In Rohstoffe? Bis heute ist umstritten, ob Investoren die Lebensmittelpreise nach oben getrieben haben - das ist zumindest möglich. Der Goldpreis ist auf jeden Fall in die Höhe geschossen. Wenn das alles wäre, wäre es noch in Ordnung. Eine Blase im Goldpreis lässt sich noch recht gut abfedern.

Doch Blasen werden richtig gefährlich, wenn sie mit Krediten verbunden sind. Und für Kreditblasen gibt es auch einige Kandidaten. Zum Beispiel die Immobilien in deutschen Metropolen. Gefühlt jeder zweite Deutsche, der Angst vor Inflation hat, kauft sich eine Wohnung oder ein Haus. Oft auf Kredit. Die Preise schießen in die Höhe. Und wenn dort eine Blase entsteht, wird's gefährlich.

Noch gefährlicher könnte es aber werden, wenn eine Blase in deutschen Staatsanleihen platzt. Gestern hat Deutschland zum ersten Mal Geld dafür bekommen, dass es sich Geld leiht. Das kann nicht dauerhaft so bleiben. Irgendwann müssen deutsche Anleihen im Preis zurückgehen, die langfristigen Anleihen tun es schon. Mit etwas Pech stehen wir dann vor einer Blase, die die aktuelle Euro-Krise wie ein Ponyreiten aussehen lässt. Denn dann hätte potenziell das Euro-Kernland Probleme - und mit ihm alle Banken, die ihr Geld jetzt vermeintlich sicher in Bundesanleihen angelegt haben. Das ist nur ein Worst-Case-Szenario, zugegeben, aber ein sehr abschreckendes.

Was also ist zu tun? Ich stehe auf der Seite von Gerald Braunberger (in der F.A.Z. vom Dienstag) und Martin Feldstein, die sagen: Sieben Prozent Anleihenrendite sind nicht das Ende, anders als es die Politiker gerne predigen. Italien wird nicht daran zugrundegehen, wenn es mal für ein paar Anleihen mehr bezahlen muss. Das Land hat immer noch genug Zeit für ein richtiges Sparpaket. Auf jeden Fall müssen die Kredite zurückgezahlt werden, denn nur so lässt sich das Geld aus der Welt bringen. Das ist die kurzfristige Lösung.

Zudem sollten Ökonomen versuchen zu verstehen, was sich am Ende des vergangenen Jahrhunderts in der Weltwirtschaft geändert hat. Dort vermute ich das Gegengift für die vielen kleinen und großen Blasen der vergangenen Jahre. Wann genau hat sich die Geldmenge von der Inflation entkoppelt? Und warum? Ich sehe mehrere Möglichkeiten: Die Deregulierung des Wirtschaftslebens, den Abbau von Zöllen, den Eintritt von Osteuropa und Asien in die Welt-Marktwirtschaft, undsoweiter. Da gibt es noch einige offene Fragen.

Dank an Olaf Storbeck für den Hinweis auf das Uhlig-Paper. Das Chart, das die Geldmenge im Vergleich zum BIP zeigt, ist aktualisiert und korrigiert.

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Veröffentlicht 01. Dezember 2011, 13:07 von Patrick Bernau
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Kommentare

jobst65

01. Dezember 2011, 16:30

Unter statische GEsichtspunkten (z.B. Wir sind 6 Mrd.Menschen auf der Welt) ist das Wachsen der Geldmenge der letzten Jahre nicht gesund, denn das Wachstum kann doch nur durch Betrug oder Leistung gespeist werden.

Die Vermutung ist: Viel Betrug und nur zum Teil Leistung.

Unter dynamischen Überlegungen (z.B. wir wurden schon sehr schnell 7 Mrd. Menschen) könnte das ja der Grund sein, dass die Geldmenge so dynamisch zunimmt.

Dagegen spricht aber: Die zusätzliche Mrd. Menschen trug nicht zur Leistung bei und schon garnicht nahm sie an der Verteilung dieses Geldes teil.

Bleibt also nur "Betrug"?

Schmeconomics

01. Dezember 2011, 16:32

Guter Beitrag, der mehrere interessante Fragestellungen aufwirft. Grundsätzlich befürworte ich die gestrige konzertierte Aktion der Notenbanken, da meiner Meinung nach die Gefahr eines Credit Crunches derzeit größer ist als die von hoher Inflation. Die mittelfristigen Aussichten für Inflation in Deutschland sind immer noch relativ niedrig, etwa bei 1% (origin-www.bloomberg.com/.../DEGGBE05:IND). Das muss nichts heißen und für andere Euro-Länder habe ich jetzt keine Daten gefunden. Dennoch halte ich - vor allem bei einem Blick auf die Konjunkturaussichten für 2012 - die Bereitstellung zusätzlicher Liquidität für richtig.

Dass das nicht der Weisheit letzter Schluss gewesen sein kann, ist natürlich auch klar. Ich bin sehr gespannt auf den kommenden EU-Gipfel am 9. Dezember (ja, schon wieder einer), auf dem Merkozy konkrete Umrisse eines neues Stabilitäts- u. Wachstumspaktes mit stärkeren Sanktionsmaßnahmen vorstellen müssen. Aber da lasse ich mich mal überraschen, was dabei rumkommt.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den Herr Bernau anspricht, ist die Tatsache, dass das bisherige Geschäftsmodell von Banken vorbei ist, bei dem sie sich Staatsanleihen gekauft haben und so "risikofrei" Geld verdient haben. Dass dieses Geschäftsmodell eben nicht risikofrei war, hat man erst vor zwei Jahren bemerkt. Was wenn nun nicht mal mehr Bundesanleihen riskiofrei sind? (Psst, sie sind es nicht.) Das "New Normal" wird meiner Meinung nach ziemlich neu und ungewohnt sein, aber wie genau, weiß ich auch nicht.

HansMeier555

01. Dezember 2011, 17:23

Endlich mal ein vernünftiger Text.

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Da kommen einem doch gleich ein paar Erinnerungen.

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Anfang der 1990er Jahre zahlte Deutschland auf absolut risikolose Staatsanleihen Zinsen in Höhe von 7 bis 9 Prozent, so wie heute Italien.

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Das war  genau in der Zeit, als ganz Ostdeutschland verzweifelt nach Investoren suchte, in der Regel erfolglos.

Vult

01. Dezember 2011, 17:34

Interessanter Beitrag, der aber nicht berücksichtigt, dass die Geldschwemme seit der Jahrtausendwende, die zu den amerikanischen, spanischen, englischen Immobilienblasen geführt haben dürfte, deshalb gefährlich war, weil sie prozyklisch einherging mit einer boomenden (Finanz-) Wirtschaft. Davon kann jetzt nicht die Rede sein. Problem ist jetzt im Gegenteil

a) der Credit Crunch, der schon in anderen europäischen Ländern (nicht nur in den Mittelmeerstaaten) zu Problemen im produzierenden Gewerbe führt

b) und es sind die Zinsen, die Italien, aber  auch Frankreich,  Österreich und die Niederlande etc. zahlen müssen, um sich zu finanzieren. Es ist etwas zu kurz geschlossen, zu sagen, italien könne das einige Monate ruhig aushalten, usw. Bei der Höhe der Schulden ist dies einfach nicht der Fall. Um 7% Zinsen zurückzahlen zu könne, muss die Wirtschaft Italiens mehr als 7% Wachstum aufweisen — derzeit nicht abzusehen !!! Im Gegenteil führen ja die Sparmaßnahmen dazu, dass Italien 2012 bestenfalls 0% Wachstum erwarten kann, wahrscheinlich sogar eine leichte Rezession (wodurch die Schuldenberge mechanisch ansteigen dürften...)

Kurz : um ein Quantitative Easing kommen wir in Europa wohl nicht herum. In den USA hat das QE übrigens derzeit nicht zu Inflation geführt... Die Lockerung der Geldpolitik ist derzeit, weil sie antizyklisch ist, durchaus sinnvoll.

Und : da in Deutschland die Zielvorgabe von 2% Inflation im verflossenen Jahrzehnt stets unterboten hat, wäre ein bißchen Inflation auch für die deutsche Wirtschaft nicht schmerzhaft, ganz im Gegenteil. Viel schlimmer wäre, wenn die wichtigsten Handelspartner Deutschlands  (die Länder der EU...) in eine tiefe Rezession schlittern.

Schmeconomics

01. Dezember 2011, 18:00

@Vult

Absolute Zustimmung.

Was in Deutschland auch oft vergessen wird: wie sollen denn die Peripherieländer gegenüber Deutschland Produktivitätszugewinne erreichen, wenn die Inflation bei uns sehr niedrig ist? Da das in einer Währungsunion sowieso nur durch Reallohnkürzungen geht, heißt das für die PIGS: Deflation! Das kann doch nicht die Antwort sein, die wir für diejenigen Länder wollen, die unsere Waren kaufen sollen.

Ich denke nicht, dass Merkel ihren Wählern deutlich gemacht hat, wie sehr Deutschland vom Euro profitiert (die deutschen Zinsen sind gefallen und - wie im Artikel geschrieben - niedriger als die Inflationsrate!!). Das mögliche Auseinanderbrechen der EMU wird von vielen Deutschen als nicht so schlimm wahrgenommen. Deutschland ist Hauptprofiteur der EMU (ja, auch weil es im letzten Jahrzehnt seine Hausaufgaben gemacht hat) und sollte zum Wohle der EMU bereit sein, Opfer zu bringen: entweder mit dem Scheckbuch oder durch etwas höhere Inflation. Ich tendiere im Moment zu letzterem, weil ich die Gefahr dafür nicht so schlimm sehe.

Genauso wie wir Deutsche von den PIGS erwarten, dass sie unsere Position verstehen und endlich richtige Sparanstrengungen machen, sollten wir uns bewusst sein, wie gut es uns derzeit im Vergleich zu den Peripherieländern geht und dass wir um ein paar bittere Pillen nicht rumkommen werden.

Patrick Bernau

01. Dezember 2011, 18:36

Lieber Vult:

Meine Hauptsorge ist nicht die Inflation. Ich wäre ja noch relativ froh, wenn sich zusätzliches Geld "nur" in Inflation niederschlagen würde und nicht in einer neuen Blase. Ich fürchte aber, dass die Inflation näher bei den aktuellen Erwartungen bleiben wird, wie Sie sie beschreiben, lieber Schmeconomics - und dass das Geld stattdessen Blasen bildet. Solche Blasen können übrigens auch schlimm sein, wenn die Finanzwirtschaft nicht boomt. Stellen Sie sich mal vor, die Kurse für Bundesanleihen steigen noch mal ein Stück weiter und kommen dann zurück. Da wird es einige Verluste zu tragen geben für die Leute (und für die angeschlagenen Finanzinstitutionen), die auf dem Höhepunkt verkauft haben.

Was Sie über Italiens Zinsen und das Wachstum sagen, ist eine langfristige (!)  Betrachtung, die noch dazu unter zwei wesentlichen Voraussetzungen steht: a) Italien hat einen primär ausgeglichenen Haushalt - und b) Italien zahlt 7% Zins auf seine gesamte Staatsschuld. In dieser Situation bräuchte Italien 7% Wachstum, um die Schuldenquote konstant zu halten. Die Bedingungen sind aber deutlich günstiger. Erstens hat das Land im Moment sogar einen kleinen Primärüberschuss, kann davon also einen Teil seiner Zinsen zahlen. Und zweitens fallen die 7% nicht sofort auf alle Anleihen an, sondern bis zum Jahresende 2012 nur auf rund 1/7 der italienischen Staatsschuld. Das erhöht die gesamte Zinslast Italiens höchstens um 0,5 Prozentpunkte. Das Jahr 2013 wird noch weniger ins Gewicht fallen. Es ist also eigentlich kein großes Problem für Italien, jetzt seine Solvenz zu beweisen und so die Zinsen selbst wieder nach unten zu drücken. (Allerdings bin ich nicht sicher, ob das auch so geschehen wird.)

HansMeier555

01. Dezember 2011, 19:41

Italien gilt nicht als Sozialstaat par excellence, sondern als ein Land der Steuerhinterziehung, der Korruption und der Mafia.

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Der Staat hat eher ein Einnahmen- als ein Ausgabenproblem.

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Aber was soll's: Wenn die Finanzmärkte für Rechtstaatlichkeit, Demokratie und Welfrieden sorgen können, dann taugen sie bestimmt auch als Wunderwaffe gegen die Mafia?!

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So um 2007 schienen die Finanzmärkte nicht nur den Weltfrieden, sondern den Kommunismus bereits verwirklicht zu haben: Jeder fütterte die Blase "nach seinem Vermögen" und jeder ungelernte Arbeiter erhielt Kredite "nach seinen Bedürfnissen".

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Und wenn die Politik einfach weiter Geld gedruckt hätte statt Lehmann platzen zu lassen, dann hätte es immer so weitergehen können.

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Das widerspricht aller Vernunft und allen Wirtschaftstheorien, aber nur weil die den Dagobert-Duck-Faktor nicht berücksichtigen: Das oberste 1%, bei dem sich das Vermögen immer stärker konzentriert, konsumiert ja nichts. Jeder Zahnstocher wird mehrmals verwendet. Weiter als bis zu einer Segeljacht können diese Kleingeister nicht denken, darum funktioniert der Trickle-Down-Effekt nicht.

Die neue Blase, Herr Bernau, wächst in Onkel Dagoberts Geldspeicher -- und von dort aus ist noch nie ein Kreuzer zurückgeflossen.

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Ein Problem ergeben kann sich erst in dem Moment, wenn die Biologie zu ihrem Recht kommt und Onkel Donald das Erbe antritt. Dann allerdings stehen die Märkte vor einer Herausforderung.

perfekt57

01. Dezember 2011, 22:48

http://perfekt!57

Die nächste Blase wächst gerade überall auf der Welt. Man sieht es leicht. Und nicht nur ein bißchen.

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Und einmal mehr "danke!" an HansM555 - "point blank" sozusagen.

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Oder noch anders: Der "Sog des global vagabundierenden und von der Realwirtschaft abgehobenen Finanzkapitals" (ca. 105.000 Milliarden Dollar, soweit bekannt)(wir haben nicht gesagt, dass der Klammerausspruch negativ besetzt wäre, noch sonst eine Bewertung vorgenommen) "in die Lügenlücken staatlicher und gesellschaftlicher Eitelkeiten und Beschönigungen und Selbstbeschönigungen" ist inzwischen so groß, dass nunmehr global und konzertiert "gegengedruckt" werden muss.

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Wie weit das geghen kann? Na so weit, a. bis es reicht oder b. bis man einsieht, dass auch alle zusammen nicht ca. 105.000 Milliarden Dollar nachdrucken könnten um "pari" zu stehen, weil das keiner glauben würde: Soviel Realwirtschaft gibt es lange nicht.

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Von daher müsste man die 105.000 Milliarden Dollar "per Federstrich runterholen, "erden", "durch Verwaltungsakte neu verteilen" (Lafontaine et all) - das wäre dann die andere Lösung, statt weiter "als Getriebene von unten noch oben agierend lediglich auf die Geschehnisse zu antworten" - stattdessen direkt und konzertiert top-down handeln.  (Also alles greifen und an die Leine legen)

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Die 105.000 Miliarden gehören aber jemand. Und sie legen agierend bloß die Finger in die Wunden. (Siehe HM555, g)

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Aber "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", also "Verbrechen gegen den Besitz" (was ist auch: "Verbrechen gegen die Lebensleistungen") ist das alles heute auch so schon.

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Wir erwarten daher von der Zukunft schon seit längerem kaum mehr etwas anderes, als auch mit achtzig noch neben einer chinesischen Wanderarbeiterin sitzend auf einem Stück Stoff zwei Dutzend schöne Matchboxautos bunt zum Verkauf anbieten zu können: Langt es für die Schale Reis und einen Schluck Wasser am Tag und etwas Chi-Gong, dann ist das doch genug, oder nicht? Wenn die Sonne scheint. Und die KP regiert. (Ok, das nicht gerade.)

manschneider

01. Dezember 2011, 23:38

Hallo Herr Bernau,

ich verstehe ihre Sorge vor der nächsten Blase. Meine Sorge gilt aber zur Zeit unseren Exportmärkten und da ist es in den letzten Monaten immer ruhiger geworden. Ich halte es auch für vertretbar mittels Inflation etwas Druck aus dem Kessel zu nehmen und einen Teil der Staatsschulden zu entwerten. Das ist immer noch besser als Euro Bonds oder den Euro fallen zu lassen. Ich glaube auch nicht an eine milde Rezession. Wenn die Politik das nicht in den Griff bekommt und Italien für die 50 Mrd. im Januar keine Käufer findet, muss die EZB eingreifen. Ich habe keine Vorstellung davon, was sonst passiert und ich habe auch keine Vorstellung, wie man ein Unternehmen durch so einen Blackout steuern soll.

Die Südländer hätten bei einer Inflation mit Verzicht auf Lohnsteigerungen und bei gleichzeitigen Lohnsteigerungen in Höhe der Inflation in Deutschland auch die Möglichkeit den Produktivitätsunterschied zumindest zu reduzieren.

Frau Merkel schafft es hoffentlich wirksame automatische Sanktionen bei zukünftigen Verstößen durchzusetzen. Immerhin scheint Frankreich hierzu jetzt bereit. Das würde dann zukünftigen Blasen entgegenwirken. Besser wäre natürlich Deutschland würde sofort anfangen seine Schulden zu reduzieren, statt wieder neue aufzunehmen.

Letztlich ist die Blase eben schon da und so groß, dass jetzt alles getan werden muss, damit sie nicht platzt. Aber Sie haben schon recht, die nächste Blase kommt bestimmt.

HansMeier555

02. Dezember 2011, 07:12

Vielleicht weist uns ja das Modell der "Bankenrettung" den sanften Weg in den Kommunismus: Wir schaffen das Institut der Insolvenz einfach ab!

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Wer seine Schulden nicht bezahlen kann, egal ob als Institution oder privat, der wird nicht für Insolvent erklärt und muss sein Hab und Gut nicht verkaufen, nein -- die Schulden werden einfach "vom Staat übernommen", und es kann weitergehen.

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Der Beruf des "Gerichtsvollziehers" wird ebenfalls abgeschafft. Wer Hypothek oder Miete nicht bezahlt, darf trotzdem weiter im Haus wohnen bleiben.

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Auch Kreditkartenschulden werden selbstverständlich von der EZB ausgeglichen. Warum den Leuten das Weihnachtsfest verderben?

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Gar nicht mehr verständlich ist, warum es da vorne im Discounter noch eine Kasse gibt. Warum erlaubt man den Leuten nicht, dass sie sich einfach umsonst aus dem Regal bedienen und mitnehmen dürfen, soviel sie tragen können? Ängste, dass so ein Angebot zu "Massenandrang" führen könnten, halte ich für unbegründet. Solange die Verbraucher nur der Zusicherung vertrauen dürfen, dass die REgale immer wieder aufgefüllt werden (i.e. "Verbrauchervertrauen"), hat niemand einen vernünftigen Grund, dort mehr Waren mitzunehmen als er im Moment gerade braucht. Schließlich macht es ja auch einige Mühe, das Zeug zum Auto zu schleppen.

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Dasselbe an der Tankstelle: Würden Sie wirklich doppelt so viel mit dem Auto herumfahren, nur weil es das Benzin jetzt umsonst gibt?

hgebhardt

02. Dezember 2011, 09:20

P. Bernau: "Ich glaube das nicht, die Erfahrung der vergangenen 20 Jahre macht mich skeptisch. Aber vielleicht ist es dieses Mal anders - vielleicht kommt dieses Mal gar keine gute Zeit nach."

Dieser Satz sagt doch eigentlich alles: es lohnt nicht, diesen Artikel zu lesen. Warum? Das einzige was er sagt: vergesst alles was wir über diese Dinge wissen, schaut nur auf die letzten 20 Jahre und spinnt eine neue Theorie zusammen. Und dabei beschränken wir uns auch noch auf eine Diskussion mit einigen wenigen Leuten, die nur einen schmalen Aspekt der Sache betrachten.

Fahrlässig, finde ich.  

JackMurphy

02. Dezember 2011, 09:42

Alle Betrachtungen zum Wert des Geldes/der Schulden in diesem Beitrag ignorieren die Realität und leiden unter dem heute üblichen Tunnelblick: Geld/Währung ist lediglich eine Commodity von vielen vglb Schweinebäuche.

Wir haben heute weltweit 2 völlig unterschiedliche Wirtschaftsräume -  Finanzwirtschaft und Realwirtschaft. Die Schnittstellen beider Systeme sind das eigentliche politische Problem. Die Finanzwirtschaft führt mit der EZB ein Eigenleben, völlig losgelöst von volkswirtschaftlicher Verantwortung. Die EZB versorgt Banken mit Liquidität, die damit sofort rentable Finanzanlagen sucht, damit aber keinerlei volkswirtschaftlich messbare Werte schafft. Mit Hilfe von Unternehmensbeteiligungen (Aktien) beteiligen sich Banken am unternehmerischen Erfolg der Börsen notierten Werte schaffenden Realwirtschaft. Mehr als 80% des BIP in Deutschland werden jedoch von Betrieben erwirtschaftet, die nicht an der Börse notiert und folglich auf die Finanzierung durch Banken angewiesen sind.

Die Versorgung der Realwirtschaft mit Liquidität für notwendige Investitionen bleibt auf der Strecke, da Finanzanlagen profitabler sind. Hier liegt die eigentliche Krux einer verfehlten Bankenregulierung. Müssten die Banken ihre Privilegien der billigen Liquiditätsversorgung durch die EZB damit verdienen, dass mindestens 80% der Mittel an die Realwirtschaft weiter zu geben sind, würden Banken eine natürliche Begrenzung ihrer virtuellen und höchst riskanten Wettgeschäfte erfahren, das Wachstum der Geldmenge würde eingebremst und die Spekulation auf Rohstoffe, die die Realwirtschaft mit inflationären Preissteigerungen schädigt, würde reduziert. Die aus billiger Liquiditätsversorgung resultierende Staatsverschuldung ( Wechselreiterei mit Staatsanleihen) würde die Staaten zur Etatkonsolidierung zwingen, wenn keine Refinanzierung aus billiger EZB Liquidität mehr verfügbar ist.

Fazit: Die Rezessions-Gefahr für die Realwirtschaft ist zuvorderst begründet durch die fehlende Regulierung der Finanzwirtschaft. Banken trauen sich gegenseitig nicht weil sie davon ausgehen müssen, dass der Andere die gleichen betrügerischen Mittel verwendet wie sie selbst. Die EZB spielt das Spiel der Banken mit und finanziert ein gigantisches Hütchenspiel zu Lasten der bürgenden Steuerzahler, die auf die Stabilität ihres Geldes angewiesen sind. Deren Schicksal/Wohlstand wird zur Spielmasse der zockenden Finanzwirtschaft.  

JR42

02. Dezember 2011, 11:43

Lieber Herr Bernau, zunächst Dank und Annerkennung für Ihren aktuellen Beitrag. So kann aus dem "Fazit" etwas werden.

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Zum Inhalt, hier gebe ich JackMurphy Recht mit seiner Feststellung: "Die Finanzwirtschaft führt mit der EZB ein Eigenleben, völlig losgelöst von volkswirtschaftlicher Verantwortung." Ihr Feuilleton-Kollege Steinbeis hat mit seinem Rührei-Artikel vom 30.11 im vergleichbaren Kontext die Formulierung "vom autoritären, expertokratischen Super-Europa" gebraucht. Die Unabhängigkeit der EZB in allen Ehren, aber wer sorgt für Nachvollziehbarkeit und Kontrolle der Beschlüsse und Maßnahmen, ggf. im Nachhinein?

Sie selbst gebrauchen in Ihrem Artikel das Bild von der Blase; ich hätte aus technischer Sicht eine (positive) Rückkopplung elektronischer Verstärker zum Vergleich angeführt. Ohne Begrenzung der Energiezufuhr bzw. ohne die richtigen Dämpfungsglieder brennt der Verstärker dann durch  - die Blase platzt. Derartige, finanzwirtschaftliche Dämpfungsglieder mahnt JackMurphy in seinem Kommentar als "Regulierung der Finanzwirtschaft" berechtigterweise an.  Daneben sollten m.E. bestehende Regeln (vgl. Bail-out Verbot) und Gesetze erst einmal eingehalten werden.

Dem vorletzten Fazit-Beitrag von Herrn Braunberger ...

faz-community.faz.net/.../aus-der-werkstatt-1-wann-man-seine-kreditkarte-wegwerfen-sollte.aspx

habe ich vermutlich Unrecht getan; er kann mit seiner Empfehlung, überschuldete Personen sollten zunächst ihre Kreditkarte wegwerfen, durchaus als subversive Handlungsanweisung für die Finanzwirtschaft in der aktuellen Situation gelesen werden.

----Nachtrag:

Vor einiger Zeit habe ich interessante Ideen über die Wiedereinführung privat begründeter, miteinander im selben Wirtschaftsraum konkurrierender Währungen gelesen, habe leider keine "Bibelstelle" dafür parat.

Damals habe ich das für weit hergeholten Quatsch gehalten, aber angesichts der akrtuellen Lage ... ?

 

Patrick Bernau

02. Dezember 2011, 13:00

http://faz-community.faz.net/blogs/fazit/about.aspx#bern

Ich würde nicht daran zweifeln, lieber JR42, dass unabhängige Zentralbanken besser sind. Würden sie kontrolliert, würden sie vom Kontrolleur abhängig - aber die Geschichte (und die Theorie) haben mehrfach gezeigt, dass dann die langfristigen Anliegen hinter den kurzfristigen zurückbleiben. Sogar jetzt habe ich eher den Eindruck, dass die kurze Frist übergewichtet wird - zu Lasten der langen.

'

Es mir auch nicht darum, lieber hgebhardt, alle Erkenntnisse der Vorjahre über den Haufen zu werfen und eine "neue Theorie" zu "spinnen". Im Gegenteil: Mir wäre es am liebsten, die alte Theorie so anzupassen, dass sie die Realität genauer abbildet und zum Beispiel die folgende Frage beantworten kann: Unter welchen Bedingungen findet Inflation eher in Güterpreisen statt (und bildet das, was normalerweise als "Inflation" bezeichnet wird) und unter welchen Bedingungen findet sie in Güterpreisen statt (und bildet das, was normalerweise als "Blase" bezeichnet wird)?

'

Im Moment sieht es ja nicht so aus, als könne man heute einfach "Inflation" in den Güterpreisen beschließen, lieber manschneider - die Wirtschaft sucht sich (unter unbekannten Bedingungen) aus, ob die Inflation in Güterpreisen oder in Vermögenspreisen stattfindet. Ihre Lösung läuft darauf hinaus, dass man die aktuelle Blase zu halten versucht - im vollen Bewusstsein, dass dann später eine größere droht? Das ist nicht meine Güterabwägung, ich hielte das für zu kurzsichtig.

'

Haben sich Finanzmärkte und Firmen entkoppelt? Ein Stück weit ja, das Misstrauen ist groß - ich würde Ihnen zustimmen, lieber JackMurphy. Aber von den genauen Problemen habe ich einen ganz anderen Eindruck als Sie. Mir scheint es nicht so, dass die Firmen zu wenig Geld bekommen. Viele begeben selbst Anleihen und zahlen dafür so niedrige Zinsen, dass schon das blasenverdächtig ist. Viele Firmen halten enorme Summen an Vorsichtskasse. Umgekehrt suchen ungezählte Investoren verzweifelt nach vielversprechenden realwirtschaftlichen Projekten, in die sie investieren können. Allein: Die Firmen haben keine Lust, ihnen Aktien zu verkaufen. Mir scheint es nicht so, als würden die Firmen dringend Geld brauchen. (Im Übrigen gehören die Aktien heute ja auch nicht - mehr - den Banken, sondern zumindest indirekt den Privatleuten, und sei es in Form von Fonds oder Pensionskassen.)

JR42

02. Dezember 2011, 13:40

Lieder Patrick Bernau,

direkte Kontrolle der Zentralbank durch eine Institution - Regierung, EU-Kommistion o.ä. - habe ich nicht im Auge. Ich meine eher die Nachvollziehbarkeit bei nachträglicher Überprüfung - zuvor dann auch Offenlegung.

Vergleichbar ist ja das deutsche BVerfG, dass seine Urteile auch des Längeren begründet; und nicht in einer klandestinen Aktion entscheidet - und das war es dann!

Zur Gefahr, dass "die langfristigen Anliegen hinter den kurzfristigen zurückbleiben" ... Diese Gefahr sehe ich auch, nicht zuletzt anlässlich der konzertieren Aktion vom Montag. Die mittlerweile übliche Hast und die zugehörigen Kurzzeit-Entscheidungsmechanismen wecken kein Vertrauen in die fachliche Gründung dieser Entscheidungen. Da tritt  mehr oder vermutlich weniger fundierte Heuristik an die Stelle von sorgfältiger Begründungen. Und das Kurswunder vom Montag abend weicht am Mittwoch schon wieder dem Urteil "verpufft".

Patrick Bernau

02. Dezember 2011, 21:49

Gegen ein ausführlichere Begründung der EZB-Entscheidung hätte ich ebenfalls nichts, lieber JR42 - schon allein aus journalistischen Gründen.

--

Es gibt noch einige Diskussionen zu beantworten, die auf anderen Plattformen gelaufen sind:

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a) Auf Twitter findet @eFlation, es gebe noch genügend günstige und stabile Firmen am Aktienmarkt zu kaufen. Ich stimme zu: Die sehen mir noch nicht direkt nach einer Blase aus. Richtig günstig sind aber auch die nicht mehr. Microsoft kostet ungefähr den neunfachen Jahresgewinn, das ist wirklich nicht teuer. Aber Ihr Lieblingsbeispiel McDonald's andererseits kostet den 18-fachen Jahresgewinn, und das gemessen an einem Gewinn aus dem Aufschwung - das ist zu viel.

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b) Ebenfalls auf Twitter schlägt @aloa5 vor, aus der aktuellen Blase langsam die Luft entweichen zu lassen. Ich bin extrem skeptisch - das haben seit Alan Greenspan mehrere Notenbanken probiert, richtig gut geklappt hat das in Marktwirtschaften nie. Ob China in seinem Modell damit mehr Erfolg hat, werden wir bald sehen; im Moment scheint die Lage dort in beide Richtungen kippen zu können.

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c) Auf unserer Google-Plus-Seite sieht Lukas Hugl - kurz zusammengefasst - die amerikanische Deregulierung der 80er als Beginn des Übels. Seine Lösung: mehr Staatsschulden sind nötig, v.a. in einer Welt ohne Goldstandard. Die ausführliche Diskussion hier: plus.google.com/.../BitAjzPSAan

Das ist ein spannender Gedanke, der überzeugt mich aber nicht überzeugt. Korrigiere mich, wer mag: Ich habe nicht den Eindruck, dass die Deregulierung aus dem Nichts heraus kam - es gab die ersten Probleme auf dem Arbeitsmarkt, bevor die Deregulierung von M.Thatcher und R.Reagan begann. Sonst hätte das ja niemand gemacht.

Wer Reinhart/Rogoff gelesen hat, kann hinterher nicht mehr für zusätzliche Staatsschulden sein. Hugl zweifelt das Ergebnis an, weil Reinhart/Rogoff nicht zwischen Ländern mit und ohne Goldstandard unterschieden haben. Sie haben durchaus immer wieder verschiedene Zeitspannen unterschieden. In dem wichtigen Paper "Growth in a Time of Debt" betrachten sie zum Beispiel die Schwellenländer nur für die Zeit nach 1970, also de facto ohne Goldstandard. Am Ergebnis ändert sich nichts.

Und wenn meine Betrachtungsweise hier zu monetaristisch ist für Notenbank-Insider, wie Lukas Hugl vermutet, dann ist das aus meiner Sicht ein Problem der Notenbanken. Ich weiß schon, dass dort inzwischen diverse, unterschiedlich bezeichnete Formen des Keynesianismus in Mode sind. Aber der Keynesianismus ist eben eine inhärent kurzfristige Theorie. Das ist für die Notenbank-Praxis im Normalfall auch ganz in Ordnung. Aber inzwischen fehlt mir - wie oben schon gesagt - die längerfristige Frage, ob die Politik der vergangenen Jahre im ganzen sinnvoll ist, v.a. wenn sie in die Zukunft weitergeführt wird. Keynes würde sagen "In the long run, we are all dead" - aber das dauert bei mir hoffentlich noch eine Weile; ich habe ein großes Interesse an meinem "long run".

aloa5

03. Dezember 2011, 07:51

http://logicorum.wordpress.com

@PatrickBernau

Zum ausführlicheren antworten nun auch angemeldet. Twitter ist zu kurz und das in ein Blogposting zu packen erscheint unpraktisch.

Beginnen wir hinten. Hugl hat mit dem Zeitraum nicht ganz unrecht, aber mit der Begründung. Die Erklärung liefert m.E. Schulmeister 2009 unter dem Punkt 2.2 (S. 5 und 6):

stephan-schulmeister.priv.at/.../Grosskrise_AK_MuWG_106.pdf

Auf mein Blogposting hatte ich ja verwiesen. Letztlich war es also neben der Zentralbank u.a. die Umstellung des Pensionssystems in den USA welche Geld in den Sparmarkt. Damit ist in Kombination mit der Hochzinspolitik ein Kapitalanlagemarkt entstanden welcher über Jahre hinweg mehr Rendite abgeworfen hat als es die Realwirtschaft. Das ist in etwa der gleiche Effekt wie ein großer Konjunkturzyklus mit einem langen verbleiben im Konjunktur-Tief.

Keynes Methode um aus der Liquidistätsfalle herauszukommen wirkt so etwas natürlich entgegen. Schulden machen, in die Reralwirtschaft pumpen und damit dafür sorgen das dort wieder Renditen zu machen sind. Das sorgt für Investitionen und für Konsum.

Damit das nachhaltig funktioniert müssen jedoch Bedingungen erfüllt sein. Solch ein Zustand kann nicht dauerhaft künstlich auf der Seite der realwirtschaftlichen Rendite im Gleichgewicht bzw. realwirtschaftlichen Übergewicht gehalten werden. Denn man verschuldet sich ja nach Keynes letztlich für die realwirtschaftlichen Renditen der vermögenden Sparer und schiebt damit noch mehr Geld in diesen Bereich. Wenn der Effekt nicht sehr viel größere Kreise zieht, also viele Bereiche mit einem riesigen Rendite-Volumen erfasst, ist man hinterher nicht nur so weit wie davor sondern hat nur noch eine größere Blase.

Was daraus folgert ist manchem sicherlich unbequem aber schlecht anders interpretierbar. Die Renditen müssen auf der anderen Seite der Waage sinken. Das kann es aber nur wenn der Zufluss abnimmt und der selbstreferenzielle Vermehrungszyklus des Geldes damit stoppt. Das geht m.E. fast nur fiskalisch, hat aber auch etwas mit der Kreditgeldschöpfung zu tun. Je mehr man aber die Kreditgeldschöpfung regulieren möchte, desto höher sind die Anforderungen an die fiskalische Seite. Denn ansonsten dreht man allen den Hahn ab, entweder auf die eine oder auf die andere Weise.

Leider drehen die Politiker bislang "lieber" Däumchen. Wobei ich eher hoffe das sie Däumchen drehen. In Wahrheit sind sie vermutlich hilflos ohne zu wissen was zu tun ist. Zu lange hat man sich darauf verlassen was auch die Ökonomenzunft sie hat glauben lassen, nämlich das die Zentralbanken es schon immer alleine richten werden und alle Macht dort konzentriert ist. Ob man wohl in Deutschland daran denkt das wir mit unserem Riester-Renten-Pakt und auch solchen Dingen wie nur beispielsweise der Ökosteuer kräftig zum Euro-Dilemma beigetragen haben? Würde mich nicht wundern. Womöglich sollen manche in der Politik einmal Dullien lesen:

www.project-syndicate.org/.../German

Zitat:

/Ferner würde ein Außenwirtschaftlicher Stabilitätspakt die Regierungen verpflichten, beim Ausarbeiten nationaler Wirtschaftsreformen die Folgen für andere Mitgliedsstaaten zu berücksichtigen. Wenn ein „Überschussland“ wie Deutschland die Lohnnebenkosten senken und die Mehrwertsteuer erhöhen wollte, um seine eigene Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, so müsste es gleichzeitig eine expansive Fiskalpolitik einführen, um die negativen Effekte für den Außenhandel seiner Partner zu kompensieren./

Tja. Das war wohl nicht gerade der Fall, nicht? Und nun hat die EZB das lösen dieses Problemes als Aufgabe gestellt erhalten - und die Politiker schieben alleine Bankern und Griechen den schwarzen Peter zu. Dabei sind sie doch selbst in einem nicht unerheblichen Maße, wenn nicht maßgeblich an der Misere Schuld. Das kann man an jeder Grafik seit Euro-Einführung sauber ablesen. Die eigentlichen Bankster sind die Politster.

Grüße

ALOA

HansMeier555

03. Dezember 2011, 10:08

Vielleicht darf ich die Ökonomen mal mit folgender Überlegung konfrontieren:

.

Die Blasen liessen sich leicht auflösen, wenn wir in einer Gesellschaft leben würden, in der die reichsten Personen, Korporationen und Familien zur öffentlichen Präsenz verpflichtet wären, wie dies früher einmal der Fall war.

.

Wenn sie sich nicht, wie heute üblich, einfach anonym bleiben könnten.

.

Schauen Sie sich nur die mittelalterlichen gotischen Kathedralen oder die Barocken Fürstenschlösser an. Wäre die heutige Elite der, nennen wir sie einmal "Leistungsträger" auch nur annähernd ähnlichen Repräsentationspflichten unterworfen wie früher Kirche und Adel, dann würde am Ende vielleicht sogar der Trickle-down-Effekt eintreten: Seine Relevanz der Vorstandssprecher fahren sechsspännig zum Dom vor, steigen mit Perücke und Degen aus dem Wagen, schreiten zum Domeingang, begleitet von livrierten Dienern, die jedem der Spalier knienden Waisenkinder eine Münze in die Hand legen...

.

Das wäre doch mal ein schönes Bild, finden Sie nicht auch?

.

Und was haben wir stattdessen? Uniform gekleidete Manager in uniformen Büros, die sich über Zahlentabellen beugen und ihr ganzes Leben nur darüber nachdenken, was man tun muss, damit die Zahlen größer werden.

----

Oder anders gesagt: Die jetzige Wirtschaftsordnung könnte durchaus funktionieren, wenn nur die politischen Verhältnisse angepasst werden könnten: Etwa indem man die kommunistischen Elemente der Verfassung beseitigt und durch eine feudale Ordnung ersetzen würde.

Dann könnten die Banken eine ähnliche Rolle spielen wie unter dem ancien die privilegierten Korporationen (Domkapitel, Ritterordnen, Ständeversammlung, etc.) und endlich wieder für ein wenig Kunst und Kultur sorgen.

Patrick Bernau

03. Dezember 2011, 18:13

Aloa: Das ist ein spannender Ansatz! Spontan fällt mir kein Gegenargument ein. Ich denke mal noch eine Weile darüber nach.

Lukas Hugl (zur Antwort auf Google+): Ein Staatsdefault in flexibler Währung? Wie wäre es mit Deutschland 1948? Da gab es zwar theoretisch einen Goldstandard, aber eben nur theoretisch. Ich habe übrigens grundsätzlich ein Problem mit der Vorstellung, Arbeitsmarktregulierung könnte viel am Lohntrend ändern. Wenn der Lohn nach oben tendiert, weil die Arbeitnehmer eine starke Verhandlungsposition haben, tun sie das sowieso. Wenn der Lohn nach unten tendiert, haben die Arbeitnehmer eine schwache Verhandlungsposition. Die Arbeitsmarktregulierung entscheidet dann nur den Tradeoff zwischen Arbeitslosigkeit und sinkendem Lohn. Der Lohntrend ist da die Ursache, die Arbeitsmarkregulierung eher die Folge.

www.hendrik.maekeler.eu

03. Dezember 2011, 22:31

http://www.hendrik.maekeler.eu/

Die Annahme, daß sich "irgendwann gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts ... die Welt geändert" habe und "Zentralbanken nur noch selten Inflation" verursachten, "wenn sie die Geldmenge schnell wachsen lassen", dürfte leider ziemlicher Unsinn sein. Ansonsten wäre zu guter Letzt doch noch die nebenwirkungsfreie mephistophelische Geldschöpfung gelungen. Ein sehnlicher Wunsch, den die Menschheit lange gehegt hat, ohne daß die bisherigen Versuche jemals mit Erfolg gekrönt gewesen wären. – Diesmal ist das natürlich anders, um den spöttischen Titel der Monographie von Reinhart und Rogoff aufzugreifen…

Der Haken an dem Paper von Teles und Uhlig ist, daß darin nur Daten aus OECD-Ländern betrachtet werden. Angesichts der zunehmend globalisierten Wirtschaft wäre jedoch zu fragen, inwieweit die zusätzliche Liquidität in diejenigen Länder abfließt, in denen die OECD-Länder produzieren lassen: Betrachtet man die BRICS-Staaten, dann weisen diese hohe Inflationsraten auf!

Teles und Uhlig betonen zudem selbst, daß ihre Daten durch das Inflation targeting der Zentralbanken seit den 1990er Jahren nur schwer einen Zusammenhang zwischen Inflation und Wachstumsrate der Geldmenge erkennen lassen. Dieser Ansatz der Geldpolitik verstellt mithin den Blick für wesentliche Indikatoren, und er ist letztlich auch nur eine Nabelschau: Die Wirkungen der Geldpolitik jenseits der jeweiligen Währungsräume fließen schließlich nicht in die Bewertung ein. Da die Globalisierung jedoch keine Einbahnstraße ist, wirkt die Politik des „billigen Geldes“, der „quantitativen Lockerung“ oder wie auch immer man das Anwerfen der Druckmaschinen euphemistisch umschreiben mag, langfristig ebenfalls auf ihren Ausgangpunkt zurück.

HansMeier555

04. Dezember 2011, 07:48

Dann darf ich die Diskussion noch einmal allgemeinverständlich zusammenfassen (als ahnungsloser Laie, Gutmensch und Elfenbeinturmbewohner für andere Laien):

.

Die Blasen sind eine Folge der Praxis, dass die (staatlichen!) Zentralbanken den (privaten wie öffentlichen) Banken quasi unbegrenzt neugedrucktes Geld zum Minimalzins zur Verfügung stellen. Weil die (privaten) Banken dieses Geld eben nicht an die "Realwirtschaft" weiterreichen, sondern damit immer wieder nur neue gigantische Ponzi-Pyramiden errichten.

.

Und solange der Schneball wächst, zahlen die Banker an sich selber hohe Renditen und "Boni" aus -- und sobald die Pyramide kollabiert, darf der Steuerzahler für alles haften. Was ihm nur recht geschieht. Schließlich haben sie, die Staatsbürger und die von ihnen gewählten Regierungen die rechtlichen Voraussetzungen für diese Praxis erst geschaffen und sind damit ursächlich für die Misere verantwortlich.

.

Hab ich das soweit richtig verstanden, ja?

Bitte korrigieren Sie mich, wenn ich ganz und gar danebenliege. Ich habe, wie gesagt, keine Ahnung von Ökonomie und kann da schon mal was mißverstehen.

Patrick Bernau

05. Dezember 2011, 11:10

Lieber Hendrik Mäkeler,

es ging mir ja gerade darum zu zeigen, dass die Geldschöpfung nicht frei von Nebenwirkungen war, sondern eine nennenswerte Vermögenspreis-Inflation verursacht hat - die aber nicht auffiel, weil "Inflation" sich landläufig nur auf Güterpreise bezieht, die nicht so schnell gewachsen sind.

Dass die BRICs eine hohe Inflation aufweisen, ist ja für Schwellenländer nicht ungewöhnlich - vor allem nicht, wenn sie ihre Währung nicht aufwerten lassen. Trotzdem halte ich es - wie Sie - für extrem interessant, diese Wechselwirkung genauer anzusehen.

--

Lieber Aloa,

nach etwas Nachdenken habe ich doch noch eine Rückfrage zu Ihrer These: Die hohen Renditen des Geldes waren ja wirklich nicht immer nachhaltig. Da hätte auf Dauer doch einiges davon auch - Güterinflations-wirksam - in Unternehmen investiert werden müssen?

aloa5

06. Dezember 2011, 08:52

http://logicorum.wordpress.com

"Lieber Aloa,

nach etwas Nachdenken habe ich doch noch eine Rückfrage zu Ihrer These: Die hohen Renditen des Geldes waren ja wirklich nicht immer nachhaltig. Da hätte auf Dauer doch einiges davon auch - Güterinflations-wirksam - in Unternehmen investiert werden müssen"

@PatrickBernau

Jein.

A) Zum einen ist das nicht zwingend. Nach platzen der Immobilienblase sieht man auch nicht wirklich galoppierende Inflation - und wenn etwas annäherndes einsetzte hat man ja sofort die Zinszügel angezogen und gegengesteuert. Man hat quasi verhindert das das Geld zurückgeflossen ist aus der Vermögenswert-Blase. Vermögenswerte sind sehr aufnahmefähig.

B) Zum zweiten bedeutet in Unternehmen investiert nicht das es bei uns investiert werden muss, das kann ja auch in China investiert werden und wird damit nicht bei uns Inflationswirksam. Bzw. um es einmal mit einer Überschrift eines alten Artikels der BBC von Ihrem Wirtschaftsjournalisten-kollegen Evan Davis zu garnieren "is the china effect over":

www.bbc.co.uk/.../is_the_china_effect_over.html

Das interessante an der Inflationsbetrachtung ist ja das es nicht differenziert (sagen wir "importierte Deflation" dazu). Die Frage ist daher ob einen die Betrachtung der Inflation als Messgröße noch Klarheit bringt.

Grüße

ALOA

HansMeier555

07. Dezember 2011, 08:26

Und wenn die Chinesen demnächst ernsthaft Probleme kriegen?

Wenn das Wachstum dort plötzlich einen Einbruch erfährt? Oder sonst etwas passiert, wenn etwa, sagen wir mal: die Finanzmärkte, der Weltgeist oder die Friedrich-Naumann-Stiftung plötzlich für einen abrupten Demokratieschub ("Revolution") sorgen? So daß die Regierung doch irgendwann auf ihren riesigen, riesigen, derzeit immer noch wachsenden Devisenvorrat wird zurückgreifen müssen?

Hätte das dann auch keine Auswirkungen auf die Wechselkurse, würde nicht einmal das zu Inflation (in USA und Europa führen)?

.

Solange die Kommunistische Partei Chinas sich so verhält wie Onkel Dagobert und alle Einnahmen für immer und ewig im Geldspeicher hortet wie  den Atommüll im Endlager, so lange können wir ruhig noch ein paar Blasen aufpumpen.

Patrick Bernau

08. Dezember 2011, 14:51

Manueller Trackback: Franco Bruni im Interview mit "Zeit Online" www.zeit.de/.../franco-bruni-5

tricky1

16. Dezember 2011, 18:46

Wo wächst die nächste Blase?

.

Wenn die Geldmenge des Euros zu stark vermehrt wird, könnte dies zu Immobilien-Blasen usw. in den nördlichen Ländern führen.

.

Viel wahrscheinlicher ist aber eine Abwertung des Euros im Vergleich zu anderen Währungen (was eine Steigerung der Konkurrenzfähigkeit bewirkt) und die Gefahr einer allgemeinen Inflation in den Euroländern.

.

Kurzfristig ist dies imho noch kein dringendes Problem, so dass mit etwas Glück die zu hohen Staatsdefizite einiger Euroländer erfolgreich angegangen werden können.

HenryKaspar

16. Januar 2012, 03:02

http://Graphik

Warum ist eigentliche das BIP in der Graphik um die Inflationsrate bereinigt? Reales BIP und nominale Geldmenge vergleicht Aepfel mit Tomaten.

Patrick Bernau

16. Januar 2012, 16:07

http://www.faz.net/fazit

Ja, das war ein Versehen. Es macht aber keinen Kohl fett; das nominale M3 steigt ungefähr bis Index 145.

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