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Grußwort von Oliver Pocher
01. Dezember 2008, 10:09
Uhr
Nun ist es also endlich soweit: Die F.A.Z. hat ein eigenes Fernsehblog mit den Marcel Reich-Ranickis der Fernsehkritik!
Das war ja auch schon längst überfällig. Warum sollte man sich denn die F.A.Z.-Medienseite überhaupt noch anschauen, wenn man minütlich im Internet informiert wird: über Quotenmeter ("Anna und die Liebe"-Quoten weiter mies, Durchwachsene Quoten für "Anna und die Liebe", Quotenhoch für "Anna und die Liebe", Was der Sat.1-Hausmeister zu den "AUDL"-Quoten sagt, Roger Schawinski äußert sich auf Zürich-TV zu "Anna und die Liebe") und DWDL (Mantel meint, das mit "Anna und die Liebe" hätte Sat.1 ahnen können).
Doch was gibt es am deutschen Fernsehen überhaupt noch zu kritisieren? Letztendlich regen wir uns alle über den versendeten Schrott auf (Uri Geller sendet über Daniel Amniati, der extra die Armmuskeln trainiert hat, um eine CD-Rom in Kasachstan in die Kamera zu halten, eine Botschaft ins All, und man fragt sich: Warum können die Protagonisten sie nicht persönlich in 1 Milliarde Lichtjahre abgeben), freuen uns insgeheim über jedes Quoten-Desaster im Programm (Mensch, der "Seewolf" hat ja auch nur 8,5 Prozent gemacht! Kein Problem, werden halt zwei Umzugskartons weniger nach Unterföhring gebracht) und sind frustriert, dass unser Lieblingsprogramm ("Schmidt & Pocher") mal wieder nur durchwachsene Quoten eingefahren hat.
Offiziell ist uns (den hart arbeiten Medienmachern) die Kritik in den Medienseiten der etablierten Zeitungen und Onlineforen eh komplett "Egal – Die Am-Arsch-vorbei-Show", aber falls wir doch mal "Grün – Die Über-den-Klee-Lob-Show" erreichen, herrscht "Wichsi – Die Glücksshow"!
In diesem Sinne wünsche ich euch viel Glück und Erfolg, werd' mich reinklicken ("Versprech – Die Ehrenwortshow" mit Barbara Salesch und Alexander Hold) und stehe gerne jederzeit als Gastdozent bereit.
Euer
Oliver Pocher
(Elke Heidenreich der Fernsehkritik)
Moderator von "Eklat – Die neue BILD-Show" (inklusive Kamerakind Kai "ich blogge mit meiner LIDL Kamera auch gerne mal selber" Diekmann)
Oliver Pocher, 30, ist der designierte Nachfolger von Harald Schmidt und einer der wenigen Menschen im Fernsehen, die selbst Fernsehen gucken.
Foto: AP