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Böse Bescherung bei "Big Brother"
30. Dezember 2008, 13:37
Uhr
RTL 2 hat sich nach Informationen des Medienmagazins DWDL.de von seinem
Programmdirektor Axel Kühn getrennt, und Schuld sein sollen nicht zuletzt die
schlechten Quoten von "Big Brother". Ein großes Rätselraten herrsche im Sender
und bei der neuerdings von Ex-9Live-Chef Marcus Wolter geführten Produktionsfirma Endemol, woran das liegen mag, dass
die jungen Menschen die tägliche Container-Show plötzlich verschmähen. Dabei sind
die Kandidaten extra schon in Dezember für ein Dreivierteljahr in den Container
gezogen. "Weihnachten und Silvester im Haus - fern ab von den lieben
Verwandten und Bekannten", hatte Kühn zuvor gesagt, "das ist einfach
spannend."
Nun. Dann schauen wir uns
das doch mal an.
Heiligabend im "Big
Brother"-Haus. Der Morgen beginnt für
viele mit einem Kater. Besonders für Madeleine, die großes Interesse an Daniel hat,
der sein Interesse für sie am Abend vorher aber in folgende Worte kleidete:
"Es ist so, dass ich die schönen Sachen an dir sehe. Aber es
ist auch so, dass es halt einige Sachen gibt, die nicht mit dem übereinkommen,
was ich in einer Partnerin finden möchte."
Er meint wohl ihr
Aussehen.
Die 29-jährige Desi taucht
als neue Mitbewohnerin auf. "Schließlich muss ja nicht immer nur Weihnachten
vor der Tür stehen", sagt der Sprecher aus dem Off. Wir werden noch viel
von ihm hören.
Alle stellen sich Desi vor. Bussi.
Desiree bekommt das Haus gezeigt,
das erneut in einen reichen und einen armen Bereich geteilt ist, die sich
diesmal aber "Himmel" und "Hölle" nennen, was natürlich
ganz etwas anderes ist. Die Leute in der Hölle müssen zum Beispiel auch den
Müll der Himmelsbewohner trennen und ihre Wäsche waschen.
Jana erklärt Desi, was
blöd ist an der Hölle: das Duschen im Freien:
"Wenn es windig ist, ist
blöd, dann stehste nicht mehr unter dem Strahl. Aber das draußen Schlafen ist
obercool. Wir haben viel bessere Luft als die da oben."
Die Frauen sind sich
einig, dass das Schlimmste an der Hölle ist, dass man in einer Art
Sträflings-Einheitskleidungherumlaufen muss. "Du kannst Dich gar nicht
identifizieren", sagt Madeleine. Desi stellt fest, dass es schwierig
ist, ohne eigene Sachen, zu zeigen, ob man Tussi ist, Schickimicki oder eher so
locker.
Noch ein neuer Bewohner zieht
ein: Oliver. Alle stellen sich vor. Bussi.
Die anderen Himmelsbewohner müssen entscheiden, wer von den beiden
Neuen in die Hölle muss. Weil es vier Männer und nur zwei Frauen sind,
entscheiden sie sich für Desiree. Hey, nur deswegen, echt.
Oliver muss in die erste
Etage gehen, sich dort ausziehen und gelangt durch eine Rutsche wieder ins
Erdgeschoss - aber auf die Höllenseite.

Weihnachtsmann. Screenshot: RTL 2
"Besuch ist
eingetroffen", erzählt der Sprecher. "Ho-ho-hoher Besuch, denn kein
geringerer als der Weihnachtsmann höchstpersönlich gibt sich die Ehre." Tatsache:
Ein trauriger alter Mann mit Bart steht da. Er sagt unbewegt:
"Das Leben hält immer
Überraschungen bereit. Und was eben noch dunkel und ausweglos erschien, dreht
sich vielleicht im nächsten Moment. Heute feiert ihr den Heiligen Abend, wie
ihr ihn noch nie gefeiert habt. Und nicht nur ihr feiert ihn anders, sondern eure
Leute zuhause auch. Mit einer, einer Sicherheit könnt ihr natürlich hier
bleiben: Sie denken an euch. Sie denken an euch."
Seine Ansprache treibt mehreren
Kandidaten die Tränen in die Augen, vielleicht aber nur aus Rührung.
Nur die Himmelsbewohner
bekommen nun je ein Päckchen und persönliche Worte:
"Orhan, du bist impulsiv,
hast sehr viel Energie, und manchmal weißt du gar nicht, wohin damit."
"Sascha, ich weiß, dein
Humor ist sehr speziell. Und du magst es manchmal, unbequem zu sein. Du bist du,
konsequent und willensstark. Und das ist gut so."
Bevor er geht, schlägt
der Weihnachtsmann den leer ausgegangenen Höllenbewohnern vor, sich "mit
dem kleinen Wörtchen Danke" zu beschenken.
Endlich Bescherung.
Zwei Wochen sind die Bewohner von zuhause weg, aber schon ein Bild der Liebsten
reicht, dass sie völlig die Fassung verlieren. Einer nach dem anderen heult
Schnotten und Rotz. Die anderen heulen aus Solidarität mit.
Sascha hat eine große Fahne bekommen:
"Super-Geschenk. Viele
Leute haben unterschrieben. Hier haben viele Leute unterschrieben, die ich
teilweise einmal im Jahr sehe oder bis jetzt auch nur einmal gesehen habe."
Vermutlich hätte man ihm
eine noch größere Freude gemacht, wenn noch Leute unterschrieben hätten, die er
noch nie getroffen hat.

Cathy, aufgelöst, mit Geschenk. Screenshot: RTL 2
Cathy wird von "Big Brother"
vor die Wahl gestellt, ob sie ihre Geschenke von zuhause haben will oder
stattdessen ihr Herzblatt Beni aus der
Hölle zu sich holen. Cathy entscheidet sich für ihn. Beni sagt, sie darf das
nicht tun. Cathy entscheidet sich für die Geschenke. Sie heult. Sie bekommt ein
Foto von ihrer Schwester. "Sie was das wunderschönste Baby, das ich je
gesehen habe", erklärt Cathy den anderen fassungslos. "Ja, danke. Ich
liebe euch. Und vermisse euch ganz doll. Frohe Weihnachten."
Der Tisch ist festlich gedeckt
für das Weihnachtsessen. Aber nur für die Bewohner des Himmels. Großer Aufruhr.
Die Himmelsbewohner beschließen, wenn die anderen nichts kriegen, auch nichts
zu essen. Das sind zwar eigentlich die Spielregeln, aber jetzt ist Weihnachten.
Und Weihnachten ist, wie Madeleine sagt, "ein anderer Tag".
Der Sprecher stabreimt
etwas vom "Bankett-Boykott" und "festlichem Fasten":
"Mit den Herzen sind die Himmels-Bewohner
ganz nah bei ihren höllischen Nachbarn; mit dem Magen... naja. (...) Lieber ein
gutes Gewissen als ein festlicher Bissen. (...) Stullen-Nacht statt Stiller Nacht?"
Immerhin hat der Weihnachtsmann den Sascha
glücklich gemacht.
"Die ersten Worte, wo alle
gelacht haben, ob sie meinen Humor verstehen oder nicht: So bin ich, so bin ich
auch draußen. Aber als er meinte, weisse was: Du bist dir treu. Was schöneres...
klar: Brief wichtig, Fahne wichtig, aber dass du dir selber treu bist, das hat
sonst keiner gehört. Weisse? Dieses Ding ist für mich das wichtigste, weisse?"
Es gibt dann noch ein
paar Diskussionen, ob man sich nur normal küssen lassen muss, wenn man unter dem
Mistelzweig durchgeht, oder auch mit Zunge, und dann ist Heiligabend vorbei im
"Big Brother"-Haus. Am nächsten Tag wird "Big Brother" die Grenzen zwischen den Bereichen aufheben, das gibt ein großes Hallo.
Komisch, dass das keiner
sehen wollte.