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Freitag, 10. Februar 2012
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Das Fernsehblog

Mit Mistelpräparaten gegen Krebs: Die ARD wirbt wieder für Pharma-Unternehmen

23. Februar 2009, 11:23 Uhr

Vor dreieinhalb Jahren deckte der Journalist Volker Lilienthal auf, dass in Serien, die von ARD-Firmen produziert und im Ersten ausgestrahlt worden waren, jahrelang systematisch und rechtswidrig Schleichwerbung betrieben wurde. Gegen Geld konnten zum Beispiel Pharma-Unternehmen in der Krankenhaussoap "In aller Freundschaft" ganze Handlungsstränge bestimmen. Bis zu 30.000 Euro pro Folge zahlten die Firmen dafür, dass zu bestimmten Krankheitsbildern passende Wirkstoffe genannt wurden.

Das war 2005 - zufällig dem gleichen Jahr, in dem die ARD damit begann, nachmittags die Telenovela "Sturm der Liebe" auszustrahlen. Deren Handlung wird in diesen Tagen von der Leukämie-Erkrankung der Figur der Viktoria Tarrasch bestimmt. Oder genauer: von der angeblich viel versprechenden Wirkung von Mistel-Präparaten im Kampf gegen den Krebs.

"Sturm der Liebe", Folge 789, 18. Februar 2009: 

Viktoria: Du hast mir doch von der Misteltherapie erzählt. Wie funktioniert die genau?
Fred: Möchtest du dir doch keine dritte Chemo antun?
Viktoria: Jedenfalls keine hochdosierte, die mein Knochenmark komplett zerstört.
Fred: Transplantation.
Viktoria: Die letzte Chance, sagt meine Ärztin.
Fred: (lacht) Jaja, die lieben Möchtegerngötter in Weiß. (ernst) Was eine Mistel ist, weißt du.
Viktoria: Die Zweige mit den weißen Beeren, die man zu Weihnachten aufhängt.
Fred: Unter denen der Herr die Dame küssen darf, genau. Aus denen wird ein Extrakt gewonnen. Das kannst du entweder als Tropfen einnehmen oder unter die Haut spritzen.
Viktoria: Und das hilft gegen Krebs?
Fred: Die Krankheit schreitet langsamer voran oder bildet sich im günstigsten Fall sogar zurück, ja.
Viktoria: Im Ernst?
Fred: Was nicht heißt, dass du schmerzfrei bist. Dagegen musst du noch was andere nehmen.
Viktoria: Aber es ist erwiesen, dass die Misteltherapie anschlägt?
Fred: Es gibt Studien dazu, ja, und vor dir sitzt ein lebender Beweis.
Viktoria: Weil die Ärzte dir vor einem Jahr nur noch ein paar Wochen gegeben haben.
Fred: Genau. Und jetzt sitze ich hier mit dir in diesem wunderschönen Hotelzimmer und genieße das Leben.


(Später. Fred besucht Viktoria und bringt ihr ein Paket mit.)

Fred: Für dich.
Viktoria: Was ist das?
Fred: Das Mistelpräparat. Ich war grad in der Apotheke und da dachte ich, ich bring dir gleich mal was mit.
Viktoria: Danke.
Fred: Du warst gestern so interessiert, und ich hatte mir überlegt, bevor du dich in die Klauen der klassischen Medizin begibst, kannst du's ja einfach mal ausprobieren.
Viktoria: Wenn bei mir die Therapie genau so gut anschlägt wie bei dir, sehen mich die Ärzte nie wieder.
(Beide lachen.)

 

"Sturm der Liebe", Folge 790, 19. Februar 2009:

(Viktorias Bruder Felix versucht, seiner Schwester ins Gewissen zu reden und sie zu der Knochenmarkstransplantation zu raten.)

Felix: Bitte, überleg dir, was du machst!
Viktoria: Recherchier du lieber im internet. Es gibt tausend Studien zur Misteltherapie. Und ihre Erfolge.

 

(Viktorias Bruder Felix besucht ihre Ärztin.)

Felix: Ich versteh' nicht, wieso Sie meiner Schwester diesen Unsinn nicht schon längst ausgeredet haben.
Ärztin: Ich wusste nichts davon!
Felix: Dieser Neumann verblendet sie total mit seinem Humbug.
Ärztin: Naja. Misteltherapie. Ist bei Leukämie kein geeigenetes Mittel, da geb ich Ihnen Recht.
Felix: Aber?
Ärztin: Naja, es gibt Tumorerkrankungen, da hat man tatsächlich eine Besserung feststellen können. Aber immer nur als begleitende Therapie.
Felix: Das hab ich auch gelesen.

 

(Die Ärztin besucht Viktoria.)

Ärztin: Ich habe gehört, dass Sie sich selbst behandeln mit einem Mistelpräparat.
Viktoria: Stimmt.
Ärztin: Darf ich mir das mal ansehen?
Viktoria: Wozu? Sie halten es sicherlich auch für wirkungslos.
Ärztin: Nein, das würde ich so nicht sagen. Welche Dosierung nehmen Sie denn?
Viktoria: Ich halte mich genau an die Anweisungen im Beipackzettel.
Ärztin: Da kann man nämlich viel falsch machen, und dann ist das Präparat wirkungslos.
Viktoria: Sie denken also nicht, dass die Misteltherapie unsinnig ist?
Ärztin: Neinnein, bei manchen Krebserkankungen hat man ganz gute Erfolge damit.
Viktoria: Also kann ich es weiter nehmen?
Ärztin: Sie haben es von einem anderen Patienten?
Viktoria: Ja. Fred Neumann. Er ist Gast hier im Haus. Er ist wirklich unglaublich. Fred hatte einen Hirntumor, und die Ärzte haben ihn vor über einem Jahr abgeschrieben. Seitdem er es nimmt, geht es ihm wieder gut. Ja, und ich fühl mich auch schon wieder viel besser.
Ärztin: Frau Tarrasch, das freut mich. Aber Ihr Körper erholt sich gerade von der letzten Chemotherapie, und das empfinden Sie als Besserung. Die Mistel-Therapie schützt die noch gesunden Zellen, deshalb kann sie in manchen Fällen begleitend zur Schulmedizin angewendet werden.

Nun muss man wissen, dass die Wirkung von Misteln in der Krebstherapie sehr umstritten ist. Das Deutsche Krebsforschungszentrum urteilt: "Bis heute fehlen zweifelsfreie wissenschaftliche Beweise dafür, dass Mistelpräparate das Tumorwachstum hemmen oder gar Tumore heilen können." Dass dank Misteltherapie Krebspatienten länger lebten, sei "nicht belegt", mögliche Nebenwirkungen seien nicht erforscht. Fazit: "Nach wie vor ist umstritten, ob und wie die Mistelpräparate Krebserkrankungen überhaupt beeinflussen - mit guten wie mit schlechten Folgen für den Patienten."

Mistelpräparate, die Linderung und mögliche Hemmung der Tumorbildung versprechen, sind in Deutschland rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Die Dialoge aus "Sturm der Liebe" lesen sich bis ins Detail wie Werbefilme für diese Produktgattung - bis hin zum ins Drehbuch eingearbeiteten Hinweis, dass die Misteltherapie selbstverständlich nur ergänzend zu einer klassischen Therapie angewandt werden darf.

Alles, was sich ein Hersteller wünschen würde, ist vorhanden: Immer wieder, sogar in den Programmtexten, fällt der zentrale Begriff "Misteltherapie". Empfohlen wird das Mittel von einem Krebskranken, der ihm die Verantwortung dafür gibt, überhaupt noch am Leben zu sein. Er demonstriert gleich, wie einfach das Präparat in der Apotheke zu bekommen ist. Später wird der betroffene Zuschauer fast unverhohlen dazu aufgefordert, im Internet nach vermeintlichen Beweisen für die Wirksamkeit zu suchen. Und selbst die Schulmedizinerin behauptet am Ende, dass die Mistel "ganz gute Erfolge" verzeichnen könne - und ihre ganze Skepsis lässt sich auf die Warnung reduzieren, die Packungsbeilage zu beachten und den Arzt oder Apotheker zu fragen.

Eine Zuschauerin, die sich beim SWR und der ARD über die Schleichwerbung beschwerte, bekam von der Zuschauerredaktion unter anderem zur Antwort, um Schleichwerbung könne es sich ja deshalb schon nicht handeln, weil Schleichwerbung Werbung für ein Produkt sei: "Eine Misteltherapie ist jedoch kein Produkt und wird auch nicht im Zusammenhang mit einem bestimmten Firmennamen erwähnt." Die ARD bekomme "auf keinen Fall Geld dafür", dass sie die Misteltherapie in "Sturm der Liebe" erwähne, denn: "Dafür hat die ARD eigens eine Clearing-Stelle gegen Schleichwerbung aufgebaut."

In der Tat. Das war eine Konsequenz aus der Aufdeckung des Schleichwerbeskandals 2005. Man fragt sich, was diese Stelle wohl macht, wenn ihr nicht einmal komplette Handlungsstränge und minutenlange Dialoge auffallen, die so offenkundig im Dienst der Pharma-PR stehen wie die Mistelkampagne im "Sturm der Liebe".

Produziert wird "Sturm der Liebe" von der Bavaria. Das ist die ARD-Tochterfirma, die 2005 im Zentrum des Schleichwerbeskandals stand.

Veröffentlicht 23. Februar 2009, 11:23 von Stefan Niggemeier
Kommentare

Bernadette

23. Februar 2009, 12:07

Empörend! Hier wird aus der Verzweiflung Krebskranker Kapital geschlagen - und das auch noch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Eine Schande.

hero

23. Februar 2009, 12:10

Danke für den unermüdlichen Kampf gegen die kriminelle Frechheit dieser Serienproduktionen. Und Bewunderung dafür, dass Sie sich diesen Mist ansehen. - Bitte noch das h bei unverhohlen ergänzen.

Holger Achterblad

SvenR

23. Februar 2009, 12:11

Nur der guten Vollständigkeit halber: Wie viele "Misteltherapiepräparate" gibt es denn in Deutschland in Apotheken käuflich zu erwerben? Ich würde raten: Genau eines.

Eine Freundin war schwer an Lyphdrüsenkrebs erkrankt und glaubte auch an die Kraft der Mistel. Bis ich Ihre diesen Satz aus der Wikipedia vorgelesen habe: "Die Anwendung der Mistel in der Tumortherapie hat weder eine traditionelle noch eine experimentelle Grundlage, sondern leitet sich aus Anschauungen Steiners ab, der unter anderem auf die Analogie zwischen dem parasitären Wachstumsmuster der Mistel und dem Tumor hinwies." Sie hat eine schulmedizinische Behandlung relativ unbeschadet überstanden und gilt (vorerst) als geheilt.

Patrick

23. Februar 2009, 12:29

Einfach unglaublich dreist und widerlich.

Danke für diesen Hinweis, von selbst würde ich solche Sülze nicht ansehen, jetzt weiß ich auch warum.

Marc

23. Februar 2009, 12:31

http://verwickeltes.wordpress.com/

Aber der Fred stirbt doch in einer der nächsten Folgen, wenn ich die Vorschau richtig erinnere.

Aber was anders: Wie macht ihr das eigentlich mit dem Fernsehgucken? Läuft das für jeden Sender dein Festplattenrekorder, der nonstop alles aufzeichnet? Und bei Hinweisen wird dann nachgeguckt?

Stefan Niggemeier

23. Februar 2009, 12:45

@Marc: Ja, aber wenn er dann stirbt, hat er ja - angeblich dank Misteltherapie - schon ein Jahr länger gelebt.

Die "Sturm der Liebe"-Sendungen sind in der ARD-Mediathek (Links oben jeweils unter der Angabe der Folge). Und sonst nehmen wir vieles auf gut Glück auf, aber natürlich nicht annähernd alles.

Stefan Niggemeier

23. Februar 2009, 12:51

@SvenR: Nein, es gibt mehrere Präparate. Aber natürlich wird "Iscador", der Marktführer und das bekannteste Präparat, von dieser Schleichwerbung für die ganze Gattung überproportional profitieren.

WhiteCoat

23. Februar 2009, 12:53

Prima! Jetzt müssen wir bald keine GEZ-Gebühren mehr bezahlen! Alles wird mittels pseudo-Pharma werbung finanziert!

Mal ehrlich, die Verantwortlichen sollten hinter Gittern, einerseits nutzen sie von uns finanzierte Sendezeit um Werbung für ihre Humbug-Preparate zu machen, andererseits ist es geradezu empörend daß man mit der Hoffnung Krebskranker Patienten und derern Angehörige spielt. Es sollte lieber davor gewarnt werden, solche Mittel zu nehmen, da sie im besten Fall nichts tun, im schlimmsten aber noch mehr Schaden können.

Musikus

23. Februar 2009, 12:54

Ich habe aus genau diesem Grund keinen Fernseher mehr !!!

Ich bin die Propaganda satt !!!

OlafKolbrueck

23. Februar 2009, 12:54

http://off-the-record.de

Auch wenn es kein spezielles Markenproduktist. Man sollte der  Zuschauerredaktion und der Clearingstelle vielleicht mal den Begriff Gattungsmarketing erklären.  

Tine

23. Februar 2009, 13:05

@WhiteCoat

Wäre doch toll, wenn wir für diesen Schund keine Gebühren mehr zahlen müssten. Dann sollte bloß der Sender umbenannt werden in PharmaTV oder so, damit man schon beim Einschalten weiß, worum es vermutlich in 90 % der Dialoge gehen wird.

Mal im Ernst: Wie kann es denn sein, dass der ARD zweimal fast derselbe Fehler unterläuft? Die Ausrede, man würde schließlich kein konkretes Produkt bewerben, ist angesichts der mangelnden ProduktPALETTE gerade auf dem Gebiet der vielzitierten Misttherapie (ähm, ich meinte natürlich MistELt...) einfach nur lächerlich. Der Mitarbeiter, der diese Aussage getätigt hat, war wohl rhethorisch noch nicht umfassend geschult...

Galenos

23. Februar 2009, 13:14

Das ganze klingt nicht nach einer Werbung für die weltweit zwei kleinen Pharmahersteller. Dazu sind die Dialoge zu plump. Es ist möglicherweise ein Glaubensbekenntnis des Drehbuchautors und nichts weiter. Die beiden Hersteller, einer in Deutschland und einer in der Schweiz haben noch nie in den vergangenen 40 Jahren für sich werben müssen. Es ist vielmehr eine gewisse "me too" Haltung, die in der hilflosen Laienwelt immer wieder nach einem Wundermittel verlangt. Sicher ist bei tausenden Studien zumindest Eines: Mistelpräparate haben bei keinem Patienten das Leben drastisch und qualvoll verkürzt, wie es in einem erschreckend hohen Prozentsatz die Zytostatika bewirkt haben. Die Gesellschaft will es nicht wahrhaben. Wir stehen summa summarum (vielleicht kindliche Leukämien ausgeschlossen) dem Krebs in seinen verschiedensten Erscheinungsformen hilflos gegenüber. Eine Frau mit Brustkrebs (z.B.) überlebt mit der gleichen Wahrscheinlichkeit trotz aller Schulmedizinischen Maßnahmen seit 1950 statistisch genau so häufig - oder selten - die folgenden 5 Jahre nach Feststellung des Krebses. Trotz "Stahl, Strahl, Chemie und auch Mistel"!

hnosteve

23. Februar 2009, 13:15

"die Möchtegerngötter in weiß"....."sehen mich die Ärzte nie wieder." Dieser banale Quatsch soll dem unkritischen Zuschauer suggerieren, daß der Arzt die eigentliche Schuld an der Krankheit des Patienten trägt. Eine Recherche im Internet und ein Mistelpräparat, schon läuft die "fachmännische Therapie! Noch besser läuft das skrupellose Geschäft der Pharmaindustrie mit der Verzweiflung und der Dummheit der Laien. Nicht Schulmedizin contra Alternativmedizin, sondern die sinnvolle Kombination beider unter der Kontrolle des behandelnden Arztes als Vertrauensperson kann zur Lösung führen. Die fachmännischen, merkantil geprägten Ratschläge der Pharmaindustrie sind dabei genauso gefährlich wie das medizinische Halbwissen mancher Naturapostel!!!

Sweetwater

23. Februar 2009, 13:18

Schleichwerbung bedeutet, dass für das Platzieren eines Produktes Geld oder andere Sachleistungen gezahlt worden sind. Dies scheint hier nicht der Fall zu sein. Insofern ist die Überschrift mindestens irreführend, eigentlich aber unseriös und auch unprofessionell, Herr Niggemeier. Schon mal was von einem Fragezeichen gehört, das man inn solchen Fällen setzen könnte? Offenbar nicht.

Im übrigen, wenn man Ihre Argumentation zu Ende denkt, würde dies bedeuten, dass in einer Fernsehsendung weder die Rebsorte eines Weines genannt werden dürfte noch dass jemand zum Beispiel im ON einen Cognac, bestellen dürfte, der ihm, Gott bewahre!,  vielleicht in dem Moment sogar gut tut. Wie weit soll der Blödsinn, endlos Schleichwerbung zu vermuten, wo es doch nur um die Darstellung halbwegs realistischer TV-Handlungen geht, eigentlich noch getrieben werden? Aber gut, heut ist ja Rosenmontag, und jeder strickt solange an seinem Narrensaum, bis kein Textil in diesem Fall: keine Information mehr übrigbleibt. Alaaf nach Francoforte!

Wolfi

23. Februar 2009, 13:23

Also ich hab die Folgen gesehen und meiner Meinung nach is das keinesfalls Schleichwerbung..kommt doch in der Entwicklung der Geschichte rüber, dass das Zeug eigentlich keinesfalls hilft zu heilen (warum wohl muss Fred regelmäßig Morphium schlucken) Der Hinweis zur Begleitung sagt die Doktorin auch nur, um psychologisch an Victoria wieder ranzukommen, um danach ihre Kritik loszuwerden.

Und wenn in einer Arztserie der Doktor jemand Kopfschmerztabletten gibt oder empfiehlt weils ihm schlecht geht, regt sich doch auch keiner auf, dass das vielleicht Aspirin und Co. bezahlt haben.

Wenn wir hier in Dtl. sonst keine Probleme haben..

schulze ulrich

23. Februar 2009, 13:26

http://roadrailfly@yahoo.de

Schlimm ist nicht die unterstellte und wahrscheinliche Schleichwerbung. Schlimm ist, dass Programmfüller wie diese Sendung mit den Zwangsgebühren des deutschen Fernsehpublikums bezahlt werden. Gäbe es nachmittags für zwei, drei Stunden kein Programm, und würde dieser Schleim nicht auch noch morgens durch die Dritten geschwemmt - nichts würde fehlen. Eine erholsame Pause träte ein. Daß das öffentlich-rechtliche Fernsehen sich auf das schlüpfrige Parkett des Privatfunks begeben hat, das ist der eigentliche Skandal.

Stefan Niggemeier

23. Februar 2009, 13:27

@Sweetwater: Ein Fragezeichen hinter die Überschrift? Dass die Serie hier für die Misteltherapie als Ergänzung zur sogenannten Schulmedizin wirbt, kann doch niemand ernsthaft bestreiten. Ob jemand dafür Geld bezahlt hat, weiß ich nicht - woher wissen Sie, dass dies "hier nicht der Fall zu sein scheint"?

Schleichwerbung ist schon lange nicht mehr nur Werbung für einzelne Produkte. Damit wäre es auch viel schwerer durchzukommen. Es scheint sich hier um ein sogenanntes "Themenplacement" zu handeln.

Nüchterne Grüße aus Berlin!

Shaanea

23. Februar 2009, 13:47

Der Glaube kann Berge versetzen, wenn man fest daran glaubt das es hilft dann mag es sogar helfen. Bei meiner Mutter hat es jedenfalls nicht geholfen. Steiner ist mir ohnehin sehr suspekt, seine Methoden stehen allesamt in der Kritik.

Man kann es drehen und wenden wie man will, diese Dialoge sind durchaus propagandistisch, auch wenn später vielleicht klar wird das es nicht unbedingt immer hilft. Denn das Präparat wird in das Zentrum gestellt und so bekannt gemacht, und dabei kommt es eben nicht schlecht weg. Das ist nichts anderes als Werbung. Man sollte mal die Konten überprüfen lassen ob da eine grössere Summe geflossen ist.

Hannelore

23. Februar 2009, 13:58

Vielen Dank, dass Sie das Thema aufgegriffen haben.

Ich habe bereits am 17.3. (Folge 788) mit der ARD EMail-Kontakt aufgenommen. Die "Antwort" der ARD stelle ich Ihnen gerne zur Verfügung. Die sehen das ganze noch als "Hilfe und Unterstützung" für betroffene, die sich "mit einer starken Serienfigur" identifizieren können.

Das Thema zieht sich jetzt seit Folge 788 durch die Serie.

MfG

Hannelore (als an Krebs erkrankte)

tanenbaum

23. Februar 2009, 14:18

@SvenR: Wieviele Mistelpräparate gibt es auf dem deutschen Markt: Mindestens zwei. Viele Grüße. Jitzak Tanenbaum.

hofnarr.florian

23. Februar 2009, 14:22

http://www.hingesehen.net/

Skandal. Die ARD hat anscheinend nichts aus ihren Fehlern gelernt.

Asterix, France

23. Februar 2009, 14:23

Je ne sais pas, warum Ihr Euch so aufregt. Der beste Druide der Welt — ünsärröörr naturellement, s'appelle Miraculix — klettert doch auch ünentwegt in Bäumen rüm und schneidet mit goldener Sichel die symbiotische Mistel ab für seinen wirksamen Zaubertrank: C'est formidable. Davon muss die 'uldreiche ARD durch umfangreiche Recherchen erfahren haben, deren Erkenntnisse sie ihren Kunden nicht vorent'alten mag. ;----">))

Torsten

23. Februar 2009, 14:41

http://www.wortvogel.de

Mich als Autor schockiert viel mehr, wie unglaublich banal und gekünstelt die Dialoge sind. So redet doch kein Mensch!

sweetwater

23. Februar 2009, 14:59

Klar, dagegen war die Serie "Lotta in Love", für die Herr Dewi mit verantwortlich war, ein Ausbund an Anspruch. Lol...

Torsten

23. Februar 2009, 15:00

Gegenfrage: kann man alternative Krebstherapien in einer Soap thematisieren, ohne dass die Dialoge auf den Außenstehenden werblich wirken?

Und falls nein: Hätten die Drehbuchautoren beispielsweise eine Erdbeertherapie erfinden müssen - nach einer ausgiebigen Recherche, dass niemand Erdbeer-Mittelchen verkauft?

Hannelore

23. Februar 2009, 15:05

Lieber Torsten,

das scheint wohl eher ein Zeichen dafür zu sein, dass diese Dialoge von irgeneinem "Berater" geschreiben wurdena, der vermutlich aus dem Umfeld des Interessensverbandes der "Steiner-Anhänger" kommt.

Hannelore

23. Februar 2009, 15:12

Lieber Jitzak Tanenbaum,

unter dem Begriff Misteltherapie werden nur 4 Produkte aus Deutschland vertrieben. Für diese Therapie und diese Produkte wirbt nur ein einziger Interessensverband. Es gibt eine Internetseite und Prospekte in der Apotheke.

Und für die ganz Dummen hat Fred das Mittel auch noch "aus der Apotheke" besorgt. Dort handelt es sich auch um einen "feststehenden Begriff".

Eine Gesetzeslücke (bzw. ein Übergangsgesetz) in Deutschland ermöglicht es überhaupt, dass diese Mittel in der Aptoheke vertrieben werden.

Dank Lobby???

Stefan Niggemeier

23. Februar 2009, 15:21

@Torsten: Natürlich hätte man das thematisieren können, ohne dass die Dialoge werblich wirken. Und natürlich hätten die Drehbuchautoren, wenn es ihnen grundsätzlich um den Konflikt zwischen Schul- und Alternativmedizin ging, einfach eine Therapie erfinden können, die es nicht gibt.

Torsten

23. Februar 2009, 15:22

Hannelore: Oder ein ganz gewöhnlicher Drehbuchfließbandautor, der die Klatschpresse liest und zu Massenware verarbeitet.

Stefan Niggemeier

23. Februar 2009, 15:25

@Torsten: Wenn es so war (was ich nicht ausschließen kann): Dann gab es niemand bei der Bavaria oder der ARD, der diese Dialoge noch einmal gelesen und gesagt hat, nach den schlechten Erfahrungen mit der Vergangenheit sind wir da lieber vorsichtig und machen es so, dass es unangreifbar ist?

Torsten

23. Februar 2009, 15:26

Stefan Niggemeier: In einer Soap? Die Drehbücher sind in meinen Augen allesamt mit dem Holzhammer geschrieben. Ich sehe durchaus die Möglichkeit, dass da jemand ein Thema nicht besser aufarbeiten konnte und keine werblichen Ziele verfolgte.

Torsten

23. Februar 2009, 15:28

Stefan: Wenn man die Sender die Dialoge kritisch gegenlesen würde, dürfte das Nachmittagsprogramm komplett ausfallen :-)

Sweetwater

23. Februar 2009, 15:30

@ Stefan Niggemeier: Nein, genau dieses Verfahren ist nicht angängig (nämlich eine Therapie, die es nicht gibt, im Fernsehen zu erfinden). Wie die Erfahrung gezeigt hat, werden in einem solchen Fall Sender und Produktionsfirmen mit Anfragen von Betroffenen überschwemmt, nämlich wo man diese Therapie bekommt und ggfalls wie man sie anwendet. Worst Case: Ein Erkrankter nimmt die "Ratschläge" aus der Serie (die fiktive Therapie betreffend) ernst u. wendet sie auf sich selbst an. Mir ist schon klar, dass dies pathologisch wäre, aber die Verwirrung in den Köpfen, Realität und Fiktion im Fernsehen zu trennen betreffend, ist ausgeprägter als aufgeklärte Medienleute gemeinhin annehmen.

Peer Schader

23. Februar 2009, 15:32

@Torsten: "Ich war grad in der Apotheke und da dachte ich, ich bring dir gleich mal was mit"??? Das ist doch nicht dein Ernst, wenn du glaubst, das sei Unkenntnis. Und selbst wenn: Müsste bei der Bavaria nicht alles unternommen werden, um den Eindruck zu vermeiden, da würden im Auftrag eines anderen Dialoge verfasst? Allein schon, um den eigenen Ruf nicht vollständig zu zerstören?

Maqz

23. Februar 2009, 15:36

http://www.comicradioshow.com

Ohne konkrete Beweise zu behaupten, dass die ARD wieder für Pharma-Unternehmen werbe, klingt für mich wie billige Stimmungsmache. Genauso gut könnte ich schreiben "Stefan Niggemeier wettert gegen öffentlich-rechtliche Sender im Auftrag des Privat-TV (oder den Zeitungsverlegern?)"

Und auf jeden Einwand antworte ich dann ganz locker: Ob jemand dafür Geld bezahlt hat, weiß ich nicht - woher wissen Sie, dass dies nicht so ist?

Stefan Niggemeier

23. Februar 2009, 15:38

@Sweetwater: Worst Case: Ein Erkrankter nimmt die "Ratschläge" aus der Serie (die fiktive Therapie betreffend) ernst u. wendet sie auf sich selbst an.

Das ist für Sie nur dann ein Worst Case, wenn es die Therapie gar nicht, aber nicht, wenn er tatsächlich, wie bei den Misteln, die Produkte im Laden kaufen kann?

Hannelore

23. Februar 2009, 15:39

Torsten,

bei der Misteltherapie handelt es sich definitiv um einen "feststehenden Begriff" für eine einzelne Behandlungsart (lediglich 4 Präparate, jeweils eingetragene Markennamen). Sowie jemand an Krebs erkrankt, bekommt er von allen Seiten den Begriff um "die Ohren geschlagen", nicht nur im Bekanntenkreis, sondern auch in der Aptoheke (als gutgemeinte Beratung).

Es gibt keine Studie, die die Wirksamkeit belegt. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass Misteln Zellen angreifen oder schützen.

Angeblich soll die Mistel die körpereigene Abwehr (sprich weiße Blutkörperchen) aktivieren, was gerade im Fall einer Leukämie (auch von Herstellern genannt) gegen eine "Behandlung" spricht.

Die ARD bezeichnet ihre eigene Sendung als "Groschenromanniveau", was sie dann allerdings angesichts des "anvisierten einfachen Publikums" zu besonderer Sorgfalt verpflichtet, gerade in Bezug auf schwerkranke Menschen.

Stefan Niggemeier

23. Februar 2009, 15:41

@Maqz: Der Beweis, dass die ARD für die Pharma-Unternehmen wirbt, sind für mich die Dialoge oben. Was ich mangels Beweis nicht weiß, ist nur, ob die ARD (oder sonstjemand) das im Auftrag der Pharma-Unternehmen tut.

Torsten

23. Februar 2009, 15:43

@PeerSchader Ich zappe selten in solche Serien rein, aber es passiert manchmal. Die Qualitätsskala ist nach unten offen. Ich erinnere mich dunkel an eine RTL-Soap wo aus dem Nichts ein schwarz vermummter Mensch reinkam und die Leute ermordete, deren Verträge grade ausgelaufen waren.

Da ich weder die Serie noch den Kontext kenne, schließe ich nichts aus. Nicht mal dass Herr Bankhofer nun Drehbücher schreibt :-)

Sweetwater

23. Februar 2009, 15:44

@ S. Niggemeier: Wie "Marc" bereits schrieb, stirbt die Figur, die die Misteltherapie propagiert, in einigen Folgen. Für diese Art "Schleichwerbung" würde ich mich als Misteltherapiehersteller herzlich bedanken...

Stefan Niggemeier

23. Februar 2009, 15:50

@Sweetwater: Ja. Nachdem ihm die Misteln nach eigenen Aussagen ein zusätzliches Jahr Lebenszeit geschenkt haben.

Das ist doch gerade das geschickte an dieser Art der PR: Dass sie die Misteltherapie nicht als Wundermittel zeigt, sondern scheinbar kritisch - und trotzdem wissenschaftliche Belege behauptet, die es nicht gibt.

Hannelore

23. Februar 2009, 15:51

"Sowie jemand an Krebs erkrankt, bekommt er von allen Seiten den Begriff um "die Ohren geschlagen", nicht nur im Bekanntenkreis, sondern auch in der Aptoheke (als gutgemeinte Beratung)."

Eben das sag ich ja. Eine Figur hatte schon zwei Chemo-Therapien und der Drehbuchautor braucht ein paar neue Handlungsstränge.  Da muss kein Lobbyist tätig werden, kein Geld fließen, niemand muss das Drehbuch aus der Hand geben.

Maqz

23. Februar 2009, 15:53

http://www.comicradioshow.com

@Stefan Ist das nicht Haarspalterei? Die ARD "wirbt" auch für Weissbier, wenn Alfons Sonnbichler nach Feierabend seufz, wie gut es ihm wieder schmeckt, oder? Und wenn der Saalfeldsche Clan-Chef seine Millionen in einer Stiftung in Lichtenstein parken möchte, dann schreib die Szene ein alpenländisches Geldinstitut?

MK

23. Februar 2009, 15:56

Ich verstehe hier die ganze Aufregung nicht. Gibts denn nichts anderes zu tun heute?

1. Betreibt die ARD Schleichwerbung

Die Dialoge sind tatsächlich schlecht. Ich stimme aber mit einigen Vorrednern überein, dass hier ein "bezahltes" Produktplacement doch sehr unwahrscheinlich ist. Ich denke eher, dass der Drehbuchautor der Alternativmedizin nicht abgeneigt ist und diesen Dialog daher aufgenommen hat. Die Diskussion Schul- vs. Alternativmedizin ist ein Gesellschaftsthema und daher absolut legitim. Und da habe ich es gerne auch konkret an Beispielen und kein abstraktes Geschwafel. Große Teile der deutschen Bevölkerung hat Interesse an anderen Therapiemethoden wie z.B. Homöopathie oder Akkupunktur. Ich find's gut, dass so ein Thema auch in Soaps diskutiert wird, schließlich sollen die ja das "wirkliche" Leben und Problem widerspiegeln.

Eine Therapie zu erfinden halte ich ebenfalls für eine ganz schlechte Idee (aber das wurde ja schon diskutiert und erklärt).

2. Ist Misteltherapie Scharlatanerie

Misteltherapie hat soweit ich weiß keine negativen Auswirkungen (außer in ganz seltenen Fällen, wo es eine allergische Reaktion gegeben hat). Eigene Erfahrungen habe ich keine und ein Kenner bin ich auch nicht. Ich halte aber nichts von Pauschalisierungen. Ich kenne einige Menschen, denen es therapiebegleitend(!) gut getan hat. Und da ist es mir tatsächlich egal ob Placebo oder nicht. Wenn Sie auch nur einem Menschen therapiebegleitend hilft, prima!

Torsten

23. Februar 2009, 15:57

Sorry, der letzte Beitrag unter "Hannelore" war von mir und an Hannelore gerichtet. Ich habe das Eingabefeld verwechselt.

Hannelore

23. Februar 2009, 16:00

Wenn man die Geschichte der sog. "Misteltherapie", die "Zulassungsart" (Sonderzulassung, weil vor ... als gängige Behandlung auf dem Markt) und die sog. Antrosophische "Glaubensgemeinde" um Steiner kennt, ist es wichtig, diesen Begriff "am Leben" zu erhalten, damit die (Sonder)Zulassung als Heilmittel nicht aberkannt wird.

Also noch übler als Werbung für ein Produkt, das wirkt.

Stefan Niggemeier

23. Februar 2009, 16:05

Sweetwater

23. Februar 2009, 16:07

@ S. Niggemeier: Die Figur behauptet dies, ja (dass ihr ein Jahr Leben geschenkt worden sei). Aber ist die Figur glaubwürdig? Erzählt sie nicht allen, dass es ihr besser geht, doch der Zuschauer sieht, dass dem nicht so ist? Summa summarum ergibt sich meines Erachtens, dass der Vorwurf der "Schleichwerbung" auf ziemlich wackeligen Füßen daherkommt; und der Beitrag von "Maqz" spricht mir da auch aus der Seele...

Hannelore

23. Februar 2009, 16:14

es fehlt ein Satzteil, wenn .... man kennt, weiß man, dass es wichtig ist, diesen Begriff "am Leben" zu erhalten

Hannelore

23. Februar 2009, 16:22

Lieber Sweetwater,

s. Beitrag von eben: Problematik der Zulassung, Interessensgemeinschaft Antrosophische Gesellschaft, Pflanzliche Mittel insgesamt. Nicht die große Pharmaindustrie steckt in diesem Fall dahinter, sondern Hersteller von Pflanzlichen Präparaten, die nur eine "Zulassung" aufgrund einer Sondervorschrift haben.

Was 1920 noch nicht beweisbar war, ist heute dank Technik eindeutig widerlegbar. Dafür braucht man nicht einmal mehr Studien an Lebewesen.

Insofern hat diese "Schleichwerbung zum eigenen Nachteil" weiterreichende Folgen, als nur "Werbung für ein Produkt". Es soll den Namen "am Leben erhalten". Die Kassen wurden bereits gezwungen, diese sog. Therapie bei Malignem Krebs zu bezahlen (bedeutet tödlich, nicht mehr zu retten), jetzt hat jemand die Kostenerstattung der Behandlung auch bei nicht Malignem Krebs durchgesetzt.

Nicht der Erfolg ist wichtig, sondern die Verwendung und der Bekanntheitsgrad.

So eine Art Plazeboeffekt: Wer heilt, hat recht ...

Darian van Dark

23. Februar 2009, 16:23

http://www.Darian-van-Dark.de

Die Diskussion stellt sich für mich jetzt weniger in der grundsätzlichen Art und Weise von Wirkungen des in solchen Serien genannten, vielmehr geht es doch um die fast schon als pervers zu bezeichnende, unterschwellige Werbung - und je größer der Leidensdruck eines Menschen, desto höher meist die Aufnahmebereitschaft für jeden noch so kleinen Strohhalm. Ähnliches (wenn auch nur für Wurstwaren) hat der Hersteller "Zimbo" schon vor langer Zeit versucht: Man sah im TV eine wunderschöne, kreisrunde Sonne, zum romantischen Untergang am Abendhimmel bereit.

Und am Ende wurde dann nur "Zimbo" eingeblendet. Die Werbung wurde untersagt, denn: Für das menschliche Auge so gut wie nicht wahrnehmbar hatte man nach ca. 15 Sekunden in die Sonne blitzschnell eine runde Salami-Scheibe eingeschnitten. Vermutlich in der Hoffnung, dass die Hirne der Zuschauer "geblitzdingst" werden - so ich mal aus "Man in Black" zitieren darf.

Oder was glaubt der geneigte Leser: Warum eigentlich kostet die Apothekenumschau nix - als Kind immer gern genommen wegen der tollen Poster von "Medi und Zini" und vom Onkel im weißen Kittel gabs noch lecker Traubenzuckerdrops drauf. Und warum wirbt man mit Sky Dumonts typischer "Vertrauensstimme" enorm viel für ebenso viel Geld im TV für die Umschau - wo die doch nix kostet? Die Antwort: Liegt auf der Hand wenn die Umschau in selbiger liegt. Eine reine Werbezeitschrift, nicht selten getarnt als "harmloser Bericht" in dem "Uschi H. aus K. (45)" berichtet, dass ihr dieser oder jener Wirkstoff geholfen habe. Und komischer Weise bietet auf Nachfrage beim Onkel Apotheker nur ein Hersteller Medikamente mit entsprechendem Wirkstoff an.

Als neckischen Abschluss zu meinen Äusserungen möchte ich noch auf die Comedytruppe von "switch" (Pro7) hinweisen, diese haben bereits vor Jahren eine Vorabendserie der ARD parodiert, in dem sie das Set mit Hustentabletten (ABC Akut) und Akkubohrmaschinen zugekleistert haben.

Darian, bohrt seit 1975.

MK

23. Februar 2009, 16:28

@Stefan Niggemeier:

Habe mal kurz gegoogelt. Zum Tumorwachstum wird ausführlich Stellung bezogen: wissenschaft.mistel-therapie.de/index.php5

Bevor hier jetzt eine Objektivitätsdebatte losgeht. Ja, die Seite ist von Misteltherapiebefürwortern. Die Stellungnahme ist aber ziemlich ausführlich und könnte als guter Startpunkt einer weiteren Recherche dienen...

Hannelore

23. Februar 2009, 16:32

Liebe(r) MK,

als Betroffene find ich es furchtbar, wie  mit (heute beweisbar) absolut wirkungslosen Mitteln bei Krebskranken Hoffnungen geweckt werden, wie den Krebskranken das Geld aus der Tasche gezogen wird und wie sie auch noch psychisch unter Druck gesetzt werden: Du hast ja noch nicht alles versucht, mach doch noch mal die Misteltherapie, nimm die Pillen von dem russischen Arzt ... - ich kenne Angehörige, die - weil sie alles für ihren Partner tun wollten - neben der Trauer um den zwischenzeitlich Verstorbenen auch noch Kredite in 5stelliger Höhe abzahlen müssen.

Haco

23. Februar 2009, 16:37

Dieses Thema ist ja durchaus ergiebig: wie mit der Hilflosigkeit umgehen, sich an den letzten Strohalm klammern,  die Angst, nicht alles versucht zu haben und so anfällig für Scharlatanrie werden. Gutgemeinte Ratschläge von anderen, die selber nicht wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen...  Man hätte da durchaus was Spannendes draus machen können. Und dann könnte man auch Chemotherapie und Misteltherapie und Spontanheilung und was auch immer beim Namen nennen.

Ich denke, wenn die Autoren das gewollt hätten, dann sähen die Dialoge anders aus.

Marie

23. Februar 2009, 16:40

Der "Enthüllungsjournalist" ist hochgradig unseriös.

Die Dialoge sind vollkommen aus dem Kontext gerissen. Der Mann, der hier die Misteltherapie anpreist, ist von Anfang an diskreditiert worden; er ist ein durch und durch unsympathischer, cholerischer und uneinsichtiger Charakter, der gleich bei seinem zweiten Auftreten ein Glas Sekt ins Gesicht geschüttet bekam und von allen "vernünftigen" Charakteren ständig wegen seiner Verblendung beschimpft wird. Es wird ganz klar gestellt, dass er "trotz" Misteltherapie Morphium gegen die Schmerzen nehmen muss, und dass er motorische Ausfälle hat.

Alles in allem sind die Folgen ein ganz klares Plädoyer GEGEN die Misteltherapie, das nur mit dem Hinweis auf Studien etwas abgefedert wird, wahrscheinlich, um die Forscher (und Mistelpräparathersteller) nicht allzusehr gegen sich aufzubringen. Wäre ich Mistelpräparathersteller, würde ich gegen die Folgen klagen!

Fazit: Ein Boulevard-Journalist versucht sich mit aus den Kontext gerissenen Fakten und haltlosen Unterstellungen zu profilieren - durchaus unseriös, wie jeder Journalist weiß (auch ich habe eine Journalistenausbildung und kann sagen, dass das sämtlichen Grundsätzen ausgewogener und fundierter Berichterstattung widerspricht). Wo sind seine Quellen für die Zusammenarbeit der ARD mit Pharmafirmen in diesem Fall? Warum verklagt man ihn nicht sofort wegen Rufmordes?

Liebe Leute: Bitte urteilt nicht über Dinge, die ihr nicht genau kennt.

Hannelore

23. Februar 2009, 16:43

Lieber MK,

das Wort Wissenschaft hat wohl kaum eine Bedeutung für diese Seite. Allein folgendes Zuitat sollte ausreichen, um einen "halbwegs vernüftig Denkenden" davon zu überzeugen, dass dieser Seite jeder "wissenschaftliche Bezug" im geläufigen Sinne abgeht, es sei denn, man ist "Steiner-Anhänger":

Zitat:

Die Unglücks-Fama geht vielleicht zurück auf die nordische Mythologie in welcher der Mistelpfeil den Gott Baldur tötet. Auch in der modernen Literatur finden sich zahlreiche „Schauermärchen“ zu den Gefahren der Misteleinnahme, die aber, wegen fehlender oder fehlinterpretierter Daten, hier nicht aufgelistet oder analysiert werden sollen

weltherrscher

23. Februar 2009, 16:49

http://www.dieweltistscheisse.de

da ich verschwörungstheorien ja mag:

mir scheint, hier laufen pr-kommentatoren auf.

wenn man sowas liest

"..Eine Therapie zu erfinden halte ich ebenfalls für eine ganz schlechte Idee (aber das wurde ja schon diskutiert und erklärt)..."

oder

"..Misteltherapie hat soweit ich weiß keine negativen Auswirkungen ..Ich kenne einige Menschen, denen es therapiebegleitend(!) gut getan hat. .."

und/oder

"...Summa summarum ergibt sich meines Erachtens, dass der Vorwurf der "Schleichwerbung" auf ziemlich wackeligen Füßen daherkommt; und der Beitrag von "Maqz" spricht mir da auch aus der Seele..."

die fülle der kommentare (die beispiele und der rest von oben) ergeben ein deutliches bild: anscheinend wird hier gerade, gezielt, an einer pr-soap gebastelt.

für mich steht fest: das thema (s.o.) ist eine klare themensetzung via daily-soap-kanal. und sicherlich kein versehen und/oder nur "ein spiegel der wirklichen welt, was eine daily-soap ja unbedingt sein müsste" (was totaler unsinn ist). die ARD, als monopolartiges großunternehmen, hat anscheinend keine lust in ihren eigenen reihen für qualität zu sorgen. wenn man das beispiel von stefan (s.o.) genauer unter die lupe nimmt, kann man durchaus annehmen oder zumindest den eindruck gewinnen, dass die ARD sich von schleichwerbeskandalen überhaupt nicht beeindrucken lässt und immer nur dann "kritisch" und "qualitativ" wird, wenn wieder ein neuer skandal aufgedeckt wurde (wie im fahrradsport).

anscheinend schlummert unter der öffentlich rechtlichen ard-decke eine menge industrie-lobbyismus. so kann man die sache (s.o.) nämlich auch sehen. ob da nun direkt gelder geflossen sind oder "jemand" hat ein schulterklopfen für seine themensetzung und viele weitere aufträge bekommen, ist dem "gemeinen" zuschauer schlicht egal. untergeschobener lobbyismus, wie in dem fall oben, ist so oder so die üblere variante von werbung, die man im zweifelsfall zumindest klar erkennen kann.

die ARD sollte sich in zukunft wärmer anziehen. der medienwinter wurde unlängst durch die blogosphäre eingeläutet.

Hannelore

23. Februar 2009, 16:59

Liebe Marie,

die seriösen Forscher wissen um die Nichtwirksamkeit des Mittels und die Hersteller der Präparate sind lediglich an der Nennung interessiert, um weiterhin ihre "Sonderzulassung" zu erhalten. Immerhin wird ja behauptet, dass der "ach so unsympatische" noch über ein Jahr gelebt hat.

Man spricht von "Erleichterung" und "Begleitender Therapie" ...

Schaut man mal auf die seriösen Seiten der Krebshilfe etc., findet man dort keinen seriösen Hinweis auf diese sog. Therapie. Nur im deutschsprachigen Raum wird diese "Therapie" genannt, als Überbleibsel der Antrosophischen Phantastereien einer "Spinnertengruppe" um Herrn Steiner. Das ganze hat eher einen "Sektencharakter", als den einer "Behandlungsmethode".

Wenn das Mittel nicht mehr für den Zweck in ausreichender Menge verkauft wurde, ist die Zulassung weg, und das betrifft nicht nur die Misteltherapie, sondern auch diverse andere "Mittelchen", damit wären die Hersteller vom Markt.

Würde man allerdings konkret von einer "Behandlung" mit Heilerfolgen sprechen, würde das für die Firmen zum einen rechtliche Konsequenzen haben, zum anderen wäre die Zulassung wegen "erwiesener Nichtwirksamtkeit" auch weg.

c-offein

23. Februar 2009, 17:01

Hm, erst war ich schockiert über diesen erneuten dreisten Anfall von Schleichwerbung in der ARD, jetzt bin ichs aber fast noch mehr von der Hälfte der Kommentare hier:

Hat einer der Personen, die hier keine Schleichwerbung erkennen wollen, den Skandal um 2005 mitverfolgt? Da gab es durchaus schon dezentere Dialoge, die von Interessengruppen nachweislich bezahlt wurden. Ich dachte so naiv das als natürlichen Handlungsstrang anzuerkennen sind allenfalls Zuschauer der Sendung (vielleicht aber auch: so dreist es zu verteidigen allenfalls Verantwortliche, oder Sweetwater?)

maqz

23. Februar 2009, 17:15

http://www.comicradioshow.com

@weltherrscher

Ist das jetzt eigentlich Schleichwerbung für Deinen Blog?

Wirkt so. ;-)

MK

23. Februar 2009, 17:22

@weltherrscher: Oha, jetzt gibt es hier schon den Vorwurf, ich bin ein PR-Kommentator. Da muss ich Dich leider enttäuschen... Würde ich nach Deinem Muster vorgehen, dann bist Du ein Anti-ARD-PR-Kommentator. Deutschland ist ein freies Land mit freien Meinungen. Und ja, es gibt auch Leute, die sind nicht Deiner Meinung und machen nicht "heimlich" PR. Sorry, aber Deinen Kommentar kann ich nicht wirklich ernst nehmen. Die erwähnten Zitate helfen Deiner Argumentation kein Stück.

@Hannelore: Ich kann Deine Meinung sehr gut nachvollziehen. Dennoch bin ich weiterhin der Ansicht: Für eine Therapieform sollte sich jeder Patient selber entscheiden können. Und wenn Sie Geld kostet, dann soll er selber überlegen, ob es ihm das Wert ist. Hier geht es doch um Transparenz (kennen der Chancen und Risiken) und um nichts anderes. Diese Transparenz herzustellen ist Aufgabe der Ärzte, nicht einer Soap.

Zu Deinem Zitat: Hast Du Dir zumindest auch den Rest der Seite angeschaut? Ich mag differenzierte Betrachtungen auf ein Thema und nicht Pauschalisierungen, deshalb höre/schaue ich mir auch gerne Meinungen aller Seiten an. Wie gesagt, ich kenne mich mit dem Thema nicht wirklich aus, deshalb meine Kurzrecherche (Seite war bei Google recht weit oben in den Resultaten, es gibt aber noch viele mehr).

Marie

23. Februar 2009, 17:25

Fred kommt in die Praxis und möchte Morphium verschrieben bekommen. Die Ärztin weigert sich mit der Begründung, dass sie ihn erst untersuchen möchte. Er sagt, der Tumor sei nicht weitergewachsen. Daraufhin fragt ihn die Ärztin, ob er Sehstörungen, Ataxien, Krämpfe und andere Ausfälle habe, die sogar in Richtung Epilepsie gehen können. Er guckt irritiert, schweigt und sagt, selbst wenn es so wäre, würde es sie nichts angehen.

Sie sagt, er könne mit seiner Misteltherapie ja wohl sich selbst belügen, aber nicht ihre krebskranke Patientin. Daraufhin verlässt er schreiend und drohend die Praxis.

Diese Fakten sind vom Journalisten nicht aufgeführt. Fred hat Ausfälle und so starke Schmerzen, dass er Morphium nehmen muss. Das deutet nicht auf eine Wirksamkeit des Mistelpärparates, und nein, ich bin keine 'Verantwortliche' im Auftrag der ARD.

Da war ein Drehbuchschreiber, der sich was Aktuelles aus den Fingern gesogen hat, der übrigens gute Dialoge schreibt, finde ich, und es ist doch gut, dass die Diskussion um Mistel wieder einmal entflammt und alle Leute sehen können, dass Fred trotzdem stirbt. Wer nach Freds kindischen Attacken und seinem (lange geplanten) Tod nicht die Mistel ausmistelt wieder mit der Chemo anfängt, dem ist wirklich nicht zu helfen.

weltherrscher

23. Februar 2009, 17:39

http://www.dieweltistscheisse.de

"..Ist das jetzt eigentlich Schleichwerbung für Deinen Blog?.. Wirkt so. ;-).."

klar.

"..Deutschland ist ein freies Land mit freien Meinungen...aber Deinen Kommentar kann ich nicht wirklich ernst nehmen. Die erwähnten Zitate helfen Deiner Argumentation kein Stück..."

ihre helfen aber, deshalb zitiere ich nochmal kurz:"...Bevor hier jetzt eine Objektivitätsdebatte losgeht. Ja, die Seite ist von Misteltherapiebefürwortern. Die Stellungnahme ist aber ziemlich ausführlich und könnte als guter Startpunkt einer weiteren Recherche dienen.."

naivität hin oder her, wer sowas schreibt kann gar nicht so naiv sein, wie er es eigentlich sein müsste, um sowas eben schreiben zu können.

das klingt schlicht nach dümmlicher-pr. schnell noch einen link und schwups ist die gemachte themensetzung in der soap auch im netz. breiter kann werbung nicht streuen.

fazit: entweder sind hier einige kommentatoren tatsächlich so "entrückt" und "naiv" (redet ihr auch mit eurem brüdern den bäumen und euren schwestern den sternen?) oder eben PR.

MK

23. Februar 2009, 17:50

So, letzter Beitrag, dann bin ich raus:

Die imho bis jetzt besten Informationen sind hier zu finden: www.krebsinformationsdienst.de/.../mistel.php

Kurzzussammenfassung:

_

Ergebnis einer Studie von 2006 bzgl. der vergangenen Studien: "Die Autoren des Berichts gehen davon aus, dass die vorliegenden Studien zur Beurteilung der Mistel unzureichend sind. Sie kritisieren vor allem die Methodik der bisher durchgeführen Studien."

und

"Als einzige Wirkung deutet sich aus ihrer Sicht bei brustkrebskranken Frauen eine Verbesserung der Lebensqualität während einer Chemotherapie an, obwohl nicht beurteilt werden kann, was genau dazu führt, dass sich mit Mistel behandelte Frauen besser fühlen. Daher fordern die HTA-Experten weitere Studien."

_

Die Misteltherapie hat eine "unbewiesene Wirksamkeit", was aber nicht bedeutet, dass Sie wirkungslos ist: "Für praktisch alle onkologischen Fachgesellschaften im In- und Ausland gilt die Mistel daher nach wie vor und trotz vieler Forschung als eine Methode mit unbewiesener Wirksamkeit."

_

Wie schon in meinem ersten Posts erwähnt sollte die Misteltherapie lediglich therapiebegleitend eingesetzt werden: "Eine Alternative zu geprüften Standardverfahren wie Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung stellt die Misteltherapie in keinem Fall dar. Selbst ihre Befürworter sehen ihren Stellenwert lediglich in der zusätzlichen, begleitenden Behandlung."

_

So, ich wünsche noch ein frohes Diskutieren.

Hannelore

23. Februar 2009, 17:56

Liebe Marie,

einige Nachsatz noch:

der Journalist ist ein anerkannter seriöser  Fachjournalist.

Er nennt seinen vollen Namen und steht hinter seinen Aussagen.

Es gibt hier Menschen, die wissen, wovon sie reden.

Polemik - auch wenn sie von "ausgebildeten Journalisten" stammen soll -  ist kein Diskussionsbeitrag. Die indirekte Behauptung, alle wüßten nicht, wovon sie reden, gehört m.M.n. dazu.

Darian van Dark

23. Februar 2009, 18:03

http://www.Darian-van-Dark.de

Sehr geehrte "Marie",

vorab eines: Sie betonen, eine Journalistenausbildung hinter sich gebracht zu haben. Respekt. Aber: Ist eine Ausbildung automatisch garant für Professionalität, für die richtige Anwendung des gelernten? Ich kenne viele gelernte KFZ-Meister, lasse aber lieber meinen Nachbarn am Auto schrauben, weil der das seit 30 Jahren aus Spaß macht. Aber: Das nur nebenbei.

Spielt es eine Rolle, ob aus dem Kontext gerissen oder nicht? Wenn ich Krebs hätte (und in meinem nahen Umfeld haben zwei Menschen Krebs), dann wäre ich vermutlich für jede Form der Erwähnung eventueller Therapien dankbar. Da scheint es so, als sei eine von ihnen beobachtete, vermeintliche "Schlechtmachung" von bestimmten Therapien in der Serie nur der moralischen Ausrede gedankt. Unterschwellige Werbung geht immer bedenklichere Wege weil der direkte nicht mehr so funktioniert wie die Werbenden es gern hätten. Warum sonst werden Videos bei YouTube nachgestellt, in denen eigentlich keine Werbung zu sehen ist... der Klassiker: Der Sprung auf ein Hornbach-Möbelhaus mit einem künstlich erschaffenen Stuntman... das Möbelhaus war scheinbar nur Nebenschauplatz.

Und selbst bei Zweiflern wurde agiert: Die Werbemacher haben tatsächlich Plakate aufhängen lassen (in ganzen Stadtbezirken) die suggeriert haben, dass der tolle Stuntman gestern einen tollen Sprung hinter sich gebracht hat - es wurden also die Plakate nach einem fiktiven Termin aufgehängt, damit die Leute denken: "Whow, den gibt es ja doch, ich dachte das sei Verarschung!"

Ergo erkenne ich die Werbung im hier diskutierten Artikel voll und ganz als solche an. Und ich finde: Es sollte auch mehr bei der Diskussion darüber bleiben als jetzt ellenlange, medizinische Exkurse über Therapien und Wirkungen zu führen. Dafür gibt es mit Sicherheit eigene Foren. Obgleich klar war, dass es sich bei Krebs immer um ein Reizthema handelt, keine Frage.

Darian. Seit 1975.

Hannelore

23. Februar 2009, 18:05

auch mein letzter Beitrag, liebe Marie,

niemanden interessiert die Handlung dieser Soap auf (wie die ARD mir selbst mitgeteilt hat) Groschenromanniveau. Sie soll lediglich Zerstreuung sein, mehr nicht.

Eine Diskussion basierend auf dem gesamten Serieninhalt wäre den Strom nicht wert, den mein Computer in dieser Zeit verbraucht.

Es geht um die "gestelzt wirkenden" eingeschobenen Informationen zu einem Produkt, dass tatsächlich unter der Bezeichnung "in der Apotheke" - wie Fred für ganz dumme Zuschauer noch verrät -  verkauft wird.

Das ist eindeutig Schleichwerbung und das noch zu Lasten schwer Kranker Menschen, die nach jedem Strohhalm greifen. Und ich weiß, wovon ich rede.

Einen schönen Abend noch.

Hannelore

Marie

23. Februar 2009, 18:08

Liebe Hannelore,

soweit ich das beurteilen kann, war ich nicht polemisch. Ich habe mit eindeutigen Szenen und Sätzen aus der Serie argumentiert, auf die keiner hier eingegangen ist. Es ist doch wirklich absurd zu glauben, man würde einen widerwärtigen Charakter zur Werbung für ein Produkt einsetzen, der dann auch noch stirbt, weil er nur das Produkt genommen hat. Im Ernst: Schon dass er stirbt, müsste sehr viele Leute abschrecken!

Dass der Journalist unseriös ist, habe ich damit begründet, dass er wichtige Dialogpassagen unterschlägt (oder nicht kennt), die seine Schleichwerbungsthese unterlaufen würden. Ein seriöser Journalist präsentiert aber alle wichtigen Fakten.

Die Frage lautete nicht, ob Misteltherapie wirksam ist oder nicht, sondern ob die ARD Schleichwerbung gemacht hat oder nicht.

Letzteres lässt sich anhand vieler Dialoge und Szenen der letzten Folgen verneinen, die aber weder der Enthüllungs-Journalist noch sonst jemand hier gesehen oder gelesen zu haben scheint.

Ich lese auch nicht nur "Ich hab hier nur ein Amt und keine Meinung" und unterstelle Schiller dann, er würde Duckmäusertum befürworten. Oder?

Bitte argumentiert doch mit dem vollen Skript, wenn überhaupt. Das ist nur fair.

Hannelore

23. Februar 2009, 18:29

Liebe Marie,

mein Beitrag, der zeitlich kurz vor dem von 18.08 Uhr erschienen ist, ist wohl gleichzeitig Antwort auf diesen.

Die Dialoge einer Soap sind den Zeitaufwand nicht wert, darüber zu schreiben.

Es geht hier nur um in Unterhaltungssendungen (die lt. beweisbarer schriftlicher Aussage der ARD Groschenromanniveau haben sollen) eingeschobene Werbebotschaften.

Polemik ist auch, sich mit irgendwelchen (vielleicht intellegent wirkenden, aber inhaltlich nicht passenden) Zitaten an einer Diskussion zu beteiligen, um damit seiner vermeintlichen Bildung Nachdruck verleihen zu wollen.

Einen Schönen und möglichst schleichwerbungsfreien Abend wünsche ich allen

Bender

23. Februar 2009, 18:31

Also selbst falls hier wirklich kein Geld geflossen sein sollte -was mir docht recht unwahrscheinlich erscheint, nicht zuletzt angesichts der Erfahrungen der ARD mit Schleichwerbung- halte ich es für einen Skandal, eine (vermutlich) beliebete Figur in einer ÖR-Soap von den "Klauen der klassischen Medizin" sprechen und das dann unkommentiert im Raum stehen zu lassen. Den Hinweis der Ärztin, dass diese Misteltherapie nur als Ergänzung zu einer schulmedizinischen Behandlung zu sehen sei reicht meines Erachtens nicht aus, den vielleicht verzweifelten, krebskranken Zuschauer davor zu warnen, dass es sich hier nicht um eine wirkungsvolle Alternative handelt. Gerade bei einem solchen Thema handelt die ARD konträr zu ihrem Bildungsauftrag. Es ist doch bekannt, wie leicht Menschen, die vielleicht schlechte Erfahrungen mit der Schulmedizin gemacht haben oder einfach sehr krank sind und nach jedem Mistel- äh Strohhalm greifen würden, bereit sind, zugunsten unwirksamer Alternativen eine medizinische Behandlung abzulehnen.

Natürlich muss es möglich sein, auch im Rahmen einer solchen Sendung, alternative Heilverfahren zu diskutieren, aber die Präsentation der Misteltherapie in dieser Sendung ist einfach nur fahrlässig. Es ist keine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema, sondern wirklich schlicht und ergreifend Werbung für ein Verfahren was nach aktueller Studienlage vermutlich höchstens so wirksam ist wie z.B. Orangensaft trinken.

Eine Sendung, die geneigt ist, Leute in ihrem "Die klassische Medizin ist böse und dient nur dem Profit der Pharmaindustrie"-Weltbild zu bestärken gefährdet Menschenleben.

Das Argument, Leute sein ja nicht so blöd, sich von einer Soap Gesundheitstipps geben zu lassen finde ich dabei leider nicht sehr vertrauenserweckend. Wer sich z.B. mal mit Impfgegnern unterhalten hat weiß, welche dubiosen Quellen Menschen teilweise zur Grundlage von Entscheidungen nehmen, ihre Gesundheit oder die ihrer Kinder zu gefährden.

In diesem Bereich muss mehr Aufklärung betrieben werden. Deswegen finde ich diesen Fall von Schleichwerbung in sehr viel höherem Maße verwerflich als wenn es um die Erwähnung von Getränke-, Kleidungs- oder Sonstwasmarken ginge.

Marie

23. Februar 2009, 18:34

http://www.alkoholismus-hilfe.de

Liebe Hannelore,

wenn "niemanden die Handlung dieser Serie" interessiert, dann weiß ich nicht, warum ihr euch so aufregt.

So ist es doch: Hier interessiert nur die Sensation, die Unterstellung. Und da die meisten Journalisten das wissen und diesen Wunsch 'bedienen', da das also von Journalisten geradezu erwartet wird, habe ich diesen Beruf an den Nagel gehängt.

Torsten

23. Februar 2009, 18:35

c-offein: Volker Lilienthal hatte Geldbeträge, Auftraggeber und Empfänger. Hier haben wir ein paar aus dem Kontext gerissene Dialogpassagen, die einen Verdacht begründen können - mehr nicht. Wenn der Mistelfan in der Serie allerdings wie in den Kommentaren beschrieben zu Grunde geht, dann fällt das Ganze in meinen Augen zu Nichts zusammen: die Autoren haben dann schlicht den Hype um eine Therapie oder meinetwegen Nicht-Therapie in eine Story eingebaut.

Darian van Dark

23. Februar 2009, 19:11

http://www.Darian-van-Dark.de

Liebe Marie,

wenn Sie einerseits betonen, dass Sie es "wissen müssten", da sie ja schließlich Journalistin sind, aber andererseits den Beruf an den Nagel gehängt haben: Schließt sich das eine mit dem anderen nicht aus? Des weiteren empfinde ich Aussagen wie (vereinfacht dargestellt): "Skandale sehen wo keine sind" als entmündigung des Urteilsvermögen vom normalen "Fussvolk".

Jede Cola-Flasche muss weggedreht oder beklebt werden, ganze Werbeagenturen erfinden Kunstmarken um keinerlei Konflikte einzugehen (aber selbst diese Kunstmarken ähneln mitunter beabsichtigt am Markt etablierten Produkten). Selbst der Ausspruch: "Geht`s Dir nicht gut? Hier, ich habe noch eine Aspirin für Dich!" ist untersagt - ergo ist es doch interessant, wenn in einer Serie eine bestimmte Krankheit auftaucht bei deren potentiellen Bekämpfung es auch noch um aktuell diskutierte Heilmethoden geht. Zufall? Und ich bitte Sie: Wenn einer heute eine Flasche Cola im TV auf Ex "zieht" und am nächsten Tag den Serientod stirbt: Hat Cola dann weniger Umsatz? Zumal die von Ihnen genannte Abfolge sogar noch mehr Werbung bewirkt: Es macht die Situation menschlicher, realistischer. Und die Pharmaindustrie kann sagen: "Wir wären doch nicht so dumm etwas zu sponsern das mit dem Tod im Zusammenhang steht!"

Vielleicht sind Sie, liebe Marie, ja nach Aufgabe Ihrer Tätigkeit als Journalistin heute als Freiberuflerin unterwegs und bieten gegen Gebühr das Mitdiskutieren in Foren zum Zwecke des zahlenden Unternehmens an? Klingt nach Verschwörung, aber solche Wege gehen Unternehmen heute auch.

Darian, gebührenfrei seit 1975.

Hannelore

23. Februar 2009, 19:23

Liebe Marie

Ist wohl auch besser so.

Apropo Werbung:

wenn man selbst an Kranken verdient (oder mittels Werbung verdienen will), ist es nachvollziehbar, dass man andere, die dies tun, verteidigt.

Eine Selbsthilfeseite für Kranke (und dazu gehören Alkoholiker), die auf der ersten Seite schreibt: Hier könnte ihre Werbung stehen, ist natürlich auch etwas tolles.

Damit endet für mich jegliche weitere Diskussion mit Ihnen.

Ich hoffe, die Redaktion entfernt Ihren Link.

Jetzt aber wirlich einen schönen Abend für alle anderen.

Gruß

Hannelore

Paule

23. Februar 2009, 20:21

@Darian

"Vielleicht sind Sie, liebe Marie, ja nach Aufgabe Ihrer Tätigkeit als Journalistin heute als Freiberuflerin unterwegs und bieten gegen Gebühr das Mitdiskutieren in Foren zum Zwecke des zahlenden Unternehmens an? "

Ist es schon soweit? Wer nicht für uns ist, ist gegen uns? Da wagt es jemand, die gelaufene Diskussion zu hinterfragen und Widersprüche in derselben zu entdecken und schon wird er ausgegrenzt und als feindlicher Spion bezeichnet. Misstrauen um jeden Preis. Wo bleibt der Nazi-Vergleich? Die aufgeworfene Frage wird nicht beantwortet. Deswegen wiederhole ich sie einfach mal:

Warum ist der einzelne Dialog als kleines Element der Handlung in der Beweisführung zugelassen, das große Ganze aber nicht?

Ist ein kleines Loch im Alphalt der Beweis, dass die ganze Straße eine große Ruine ist?

Auch Stefan Niggemeier ist es uns bisher schuldig geblieben, die kurzen Ausschnitte in die Gesamthandlung und deren Wirkung einzuordnen. Immerhin hat er den Stein des Anstoßes überhaupt gesehen, was die allermeisten hier nicht von sich behaupten können.

nona

23. Februar 2009, 20:41

@Marie:

Ich bin verblüfft. Wie kann eine gelernte Journalistin denn nicht wissen, wie Marketing funktioniert?

Es ist *völlig* irrelevant, ob die betreffende Serienfigur ein Unsympath ist oder nicht, oder ob sie stirbt oder im Lotto gewinnt oder sonstwas. Product Placement kümmert sich nicht um grossen Kontext, sondern um die blosse Erscheinung oder Erwähnung, eventuell -wie in diesem Fall- ergänzt mit relativ plakativen Hinweisen zu Verkauf und (angeblicher) Wirkung und dergleichen. Sowas nennt man "unterschwelligen Transport einer Werbebotschaft". Die Botschaft, sogar nur das eine Wort, soll sich im Gehirn der Zuschauer (von denen die allermeisten vermutlich noch nie davon gehört hatten) irgendwie irgendwo einnisten. Sie sollen es schlichtweg lediglich unbewusst kennen. Wenn sie dann jemals in die Situation kommen, mit dem Kontext "Krebs" zu tun zu haben, dann soll die Erinnerung an "Misteltherapie" nicht weit sein. "Ja, schonmal gehört, da war doch was..." - Ziel erreicht, Mistelpräparatanbieter glücklich.

Sie scheinen ja mit dem Verlauf dieser Serie bestens vertraut zu sein - gut, ein jeder möge seine Geschmäcker und seine Loyalitäten haben. Ich persönlich halte Serien wie diese für latent verblödend, und finde es beschämden, dass eine Anstalt wie die ARD allen Ernstes so offensichtlichen Schrott produzieren lässt und ausstrahlt.

Darian van Dark

23. Februar 2009, 23:07

http://www.Darian-van-Dark.de

Lieber Paule,

ich werde mir in Zukunft mehr Mühe geben bei der Ausarbeitung von ironisch gemeinten Äusserungen und entschuldige mich, dass meine Ironie nicht zu Ihrem Verständnis passt.

Darian, unpassend seit 1975.

Hannelore

23. Februar 2009, 23:52

An Paule

Hier geht es nicht um die Serie und deren nicht besonders anspruchsvollen Dialoge (das ist halt seichte Unterhaltung), sondern um stilistisch "anders gestrickte" Dialoge, die zwar irgend wie in die Handlung passen, aber nicht auf dem gleichen Niveau sind. Es ist hierbei völlig unwichtig, ob diese diskutierten Behandlungsmöglichkeiten in den Ablauf der Handlung passen. Das rechtfertigt auch auf keinen Fall diese Dialoge, die sich mit konkreten Produkten/Behandlungsarten befassen. Das "Fred" dann auch noch eine Tüte mit dem Mittel auf den Tisch stellt, weil er sowieso zufällig in einer Apotheke war, weist jeden noch so dummen Zusachauer auf die Quelle hin, wo er sich die Mittel (gemeinschaftlich beworben als Misteltherpaie) völlig rezeptfrei besorgen kann.

Die Zulassung (als Ausnahmezulassung) dieser nachweislich nicht wirkenden Mittel hängt allein davon ab, ob deren Gebrauch bereits vor Änderung der Zulassungsverordnungen "gebräuchlich" war oder noch ist. Damit unterliegen diese Mittel nicht den normalen Vorschriften und Prüfungen von Medikamenten.

Sie dürfen aber nur über Apotheken vertrieben werden, um sicherzustellen, dass die Käufer "fachlich beraten werden".

Da die Apotheken mittlerweile mit Homöopatischen Mitteln wie Schüssler-Salzen, Bachblüten etc. immense Gewinne machen, haben die natürlich an einer "neutralen Beratung" gar kein Interesse.

Es ist somit für diese Firmen von existentieller Bedeutung, den Begriff "Misteltherapie" "am Leben zuerhalten".

Wenn das keine Schleichwerbung ist, was dann???

moritz

24. Februar 2009, 08:51

http://www.hellojed.de

Ich oute mich hiermit als sporadischer SturmderLiebe-Gucker, gerade in den Semesterferien. Ich habe mir bei der ständigen Erwähnung der Misteltherapie auch schon Gedanken darüber gemacht, ob da was gemauschelt sein könnte, bin aber zu einem anderen Ergebnis als sie gekommen. Der Seriencharakter Fred ist von Anfang an negativ besetzt, trotz seiner Krebserkrankung, er soll sogar kurz nach seiner Ankunft im Hotel Hausverbot kriegen. Zudem stirbt er ja demnächst (vielleicht ist er schon serientot, habe es seit letzter Woche nicht gesehen). Als Tendenz zur Misteltherapie lässt sich für mich persönlich klar herauslesen, dass diese von der als positiv und seriös besetzten Ärztin nicht vollends abgelehnt, aber immer nur im Zusammenhang mit der Schulmedizin zu verwenden gesehen wird. Das ist ja auch das Mindeste, was in einer Sendung dieser Zielgruppe zu verlangen ist.

Dennoch hat die Misteltherapie bei der weiblichen Hauptfigur ja eine negative Wirkung, sie wird ins Koma fallen etc - ich glaube kaum, dass es deutlicher geht. Die zitierten Dialoge wirken erstmal ziemlich eindeutig, wenn man sich die entsprechenden Folgen anguckt sollte man das meiner Meinung nach etwas differenzierter sehen.

Marc

24. Februar 2009, 09:21

http://verwickeltes.wordpress.com/

Ich glaube nicht an Homöopathie oder Misteltherapie, aber die Überschrift "Die ARD wirbt wieder für Pharma-Unternehmen" finde ich einfach nicht hinreichend belegt. Es gibt diesen Handlungsstrang, ok, aber da würde ich doch vorsichtig "klingt verdächtig nach Schleichwerbung" sagen.

Ich vermute mal, ein 08/15-Blogger hätte für "ARD wirbt wieder für Pharma-Unternehmen"ruckzuck eine Abmahnung am Bein. Und ich muss sagen, mein Mitleid hielte sich dann in Grenzen, denn das kann man weniger apodiktisch formulieren.

Marc

24. Februar 2009, 09:29

http://verwickeltes.wordpress.com/

Was mich halt ein wenig stört: Beim Bildblog sucht ihr teilweise in den Korinthen, Stefan, kritisiert die Bild-Recherche und Art und Weise der Berichterstattung. Und hier?

Kein Beweis, kein Vertrag, offenbar auch kein Informand - sonst würde von "vorliegenden Dokumenten" etc. gesprochen - aber mal eben einen Zusammenhang zu Scheichwerbung herstellen.

Verdachtsberichterstattung ist schön und richtig, aber dann doch etwas vorsichtiger formuliert. Wenn ich das hier abgreife und bei mir so bloggen würde, hätte ich Angst abgemahnt zu werden.

Martin Morgenstern

24. Februar 2009, 10:41

Lieber Herr Niggemeier,

na, da möchte ich Sie und die geschätzten Leser doch gleich noch auf einen leckeren Knaller aufmerksam machen, wie er Woche für Woche geschieht: Im "prisma"-Magazin, das in hoher Auflage produziert und diversen deutschen Tageszeitungen beigelegt wird, findet sich heute auf der gesamten S.6 unter dem Thema "Gesundheit/Ernährung" ein nicht als Anzeige gekennzeichnetes Interview mit Dr. Jörg Grünwald, der scheinbar über "sekundäre Pflanzenstoffe" referiert. Seine letzte "Antwort" auf eine "Frage":

"Hochkonzentriert und durch reines Lycopin ergänzt, gibt es den Extrakt von Heidelbeeren und Grüntee auch zur Nahrungsergänzung, etwa rezeptfrei als Vitasynchron Immun auf der Beratungsplattform www.vitalbedarf.de. Wer körperlich und geistig hohen Belastungen ausgesetzt ist, dem bietet sich diese Kombination zur regelmäßigen oder zumindest kurmäßigen Einnahme an."

Needless to say that Dr. Grünwald der Gründer und "Experte" der entsprechenden Webseite ist und dort auch die Vitasynchron-Produktfamilie vertreibt.

Paule

24. Februar 2009, 11:02

@nona

"Ich bin verblüfft. Wie kann eine gelernte Journalistin denn nicht wissen, wie Marketing funktioniert?"

Und gerade in diesem Zusammenhang sollte das schleichbeworbene Produkt nicht gerade als Todesfalle dargestellt werden, so wie im "Beweisstück". Dafür zahlt doch keiner.

Nein. Es war vermutlich schlicht Dummheit, die dazu führte.

Ronald McDonald

24. Februar 2009, 12:18

Lieber Herr Niggemeier,

dieser Mistel-Blog wirft bei mir eine Frage auf, die ich mir seit längerem stelle. Gleiche Baustelle (ARD), andere Sendung (Tatort): Ständig cruisen die Kommissare in „regionaltypischen“ Limousinen der Oberklasse durch die Krimis. Die Kamerafahrten und Schnitte erinnern oft sehr an teure Werbespots. Ist das nicht auch Schleichwerbung?

Ich gehe mal davon aus, dass die Autohersteller ihre Autos für die Dreharbeiten kostenlos zur Verfügung stellen, aber die Gegenleistung finde ich sehr hoch: Kommissar Eisner schlängelt sich im neuesten Golf ausführlich durch Alpenserpentinen, Ermittlerin Blum umkurvt den Bodensee derart aufdringlich im schicken Mercedes, dass man den Sinn zumindest dramaturgisch nicht erkennen kann.

Angesichts der Produktionskosten von etwa einer Million Euro je Tatortfolge sollte das Geld für ein Ermittlerfahrzeug drin sein, dass dann auch vom Modell den Kripowagen der realen Beamten näher kommt, oder?

Chris

24. Februar 2009, 12:51

Als Baden-Württemberger weiß man natürlich, dass Mercedes hier das Dienstfahrzeug der Wahl ist bzw. war. Insofern durchaus realistisch...

Imbissfreund

24. Februar 2009, 13:35

Bei SOKO Leipzig kommt das Dienstfahrzeug, der 5'er BMW, meines Wissens von einem sehr großen, deutschen Autovermieter. Also nicht direkt vom Hersteller.

Es sind doch ständig Produktnamen oder Firmen im Bild, jeder Schwenk in einer Stadt, jede Einstellung in einer Fußgängerzone hat Werbung im Hintergrund. Gerade bei den sehr beliebt gewordenen Umfragen ist das so. Sicherlich nicht Absicht, aber Gedankenlosigkeit der Teams. Eine Kleinigkeit vielleicht, aber das Gesamtbild aller Sender setzt sich eben aus diesen Kleinigkeiten zusammen. Das kann man auf alle Medien anwenden. Hier eine kleine Erwähnung, dort ein kleines Interview, da ein Foto: Vielleicht ist diese Mistelsache bei SdL nicht so groß, vielleicht auch anders gemeint, aber das Thema wird eben auch in anderen Medien behandelt. Und so ergibt sich in der Summe die Wirkung.

Ich habe letztens einen Beitrag von 1959/60 gesehen, es wurde gekocht (ja, damals schon!). Tatsächlich war jeder Hersteller und jeder Produktname auf den Tüten und Gläsern im Bild abgeklebt. Geht doch!

Darian van Dark

24. Februar 2009, 13:49

http://www.Darian-van-Dark.de

Nach einigem Querlesen mein Senf als Würstchen (nochmal) dazu:

Dieser Blog ist im Gegensatz von Bildblog.de meiner Empfindung nach weit satirischer und ironischer angehaucht, ohne den vollendeten Anspruch des perfekten Journalismus. Es scheint, als ginge es hier ab und an auch mal darum, eine Beobachtung als These in den Raum zu werfen, damit diskutiert wird. Wenn man nach oben schaut fällt auf: Es funktioniert.

Was Ronald McDonald sagt stimmt durchaus. Wenn man genau hinschaut und beobachtet erkennt man, dass die Autos mit den Ringen im Grill sehr häufig in Serien, Filmen und Berichten auftauchen. Was mitunter daran liegt, das Audi einer der so weit mir bekannt größten Sponsoren in diesem Bereich ist. Viele Schauspieler (oder andere Medienstars aus nah und fern) fahren auch nach Drehschluss (oder nach dem Konzert) im Audi ins Hotel, nach Hause oder zum Absacker beim Edelitaliener. Diese Form der intensiven, auf viele Kanäle verteilte Werbung funktioniert besser als teure Werbespots es alleine könnten. Audi macht daraus auch kein großes Geheimnis.

Ebenso hat Derrick aus seinem BMW niemals ein Geheimnis gemacht und das Matula seit Anfang an auf Alfa schwört weil er seit langem mit dieser Marke im Rennsport aktiv (und auch erfolgreich) ist: Auch nicht neu. Hier speziell dazu ein Link (so mir Herr Niggemeier die Veröffentlichung gestatet:

sonderschau.ami-leipzig.de/.../claus-theo-gartners-alfa-gtv

Keine Ahnung, ob Alfa dank der Treue Herrn Gärtner die Fahrzeuge fürs Rennen stellt oder ob der Gärtner einst sagte: "Wenn ich Euch den Matula machen soll, dann nur wenn ich Alfa fahren darf!" So gesehen eine seit Jahrzehnten erfolgreiche Dauerwerbesendung mit ein bisschen "Film drumherum" ;)

Darian, filmreif seit 1975.

Imbissfreund

24. Februar 2009, 14:13

@Darian van Dark

An der Ironie muss der Herr Niggemeier aber noch ein wenig feilen.

Interessant: Der Kommissar Ode fuhr in München immer Benz, eine Provokation?

Darian-van-Dark

24. Februar 2009, 16:18

http://www.Darian-van-Dark.de

Lieber Imbissfreund,

Ironie ist Abstrakt im Verständnis. Herr Niggemeier verlangt ja auch von seinen Leserinnen und Lesern nicht, an ihrem Verständnis über Ironie zu arbeiten. Es war von mir auch nur meine Sichtweise die auf keinen Fall den Anspruch erhebt, den realen Tatsachen und Intentionen des Autors entsprechen zu müssen. Und regionale Umstände müssen ja nicht unbedingt immer der gewählten Automarke entsprechen, siehe auch Tatort (Köln) oder andere, regional verwurzelte Serien. Dies war von mir nur ein Beispiel.

Darian, beispielhaft seit 1975.

Les

24. Februar 2009, 16:57

Ichhabe ganz wunderbar viel gelernt über Krebs und diese Art vpn Therapie

daran ist nichts schlimmes zu finden, meine ich!

Daniel

24. Februar 2009, 17:28

User moritz hat in seime Kommenar geschrieben "Dennoch hat die Misteltherapie bei der weiblichen Hauptfigur ja eine negative Wirkung, sie wird ins Koma fallen etc - ich glaube kaum, dass es deutlicher geht."

Wenn das so stimmt spricht schon stark gegen die Schleichwerbungstheorie. Das vorher genanntzwar nicht so wirklich ueberzeugend, aber natuerlich ist der kontext einer Produktnennung doch schon wichtig, auch fuer einen "Schleichwerber".

Vor allem gibt es mir aber zu denken dass anscheinend die einzigen beiden Kommentatoren die die Serie wirklich gucken den exakt gegenteiligen Eindruck gewonnen haben wie Herr Niggemeyer.

Hannelore

24. Februar 2009, 18:19

Liebe(r) Les,

ich frage mich, was man aus dem ganzen Blödsinn über Krebs lernen konnte:

1. Bei Leukämie ist es eher unwahrscheinlich, dass einem durch die "normale Chemotherapie" die Haare ausgehen.

2. Wenn die Haare ausgehen, dann wirkllcih nicht nach nur einer Chemo.

3. Die Chemotherpaie besteht meist mind. aus 4 - 5 Blöcken, nicht aus 1 oder 2, es können sogar bis zu 7 sein...

4. Misteltherapie ist der größte Blödsinn aller Zeiten.

5. Psyche etc., Kraft, Freunde haben nachweislich keinen Einfluss auf die Heilung.

6. Im Gegensatz zu der ständig jammernden und im Bett liegenden Viktoria habe ich Krebskranke i.d.R. als lebensfrohe Menschen mit Humor kennengelernt, die "die Krankheit behandeln lassen" und sich überlegen, woran sei Spass haben udn wie sie ihr Leben gestalten weiterhin gestalten möchten. Man lernt wichtiges und unwichtiges zu trennen und hat damit mehr Freude am Leben.

Gerade Behandlungsmethoden wie Misteltherapie gehen davon aus, dass Krebs eine seelische Erkrankung ist ... Sie sollten sich mal diesen anthrosopischen Blödsinn von Steiner zu Gemüte führen.

Und wenn Sie sagen, sie hätten durch eine Soap auf Groschenromanniveau etwas über Krebs gelernt, sollte dies in sich schon beweis sein, dass der, der diese Dialoge geschrieben hat, Erfolg mit der Schleichwerbung hatte.

Hannelore

24. Februar 2009, 19:05

Liebe Marie,

der kleine Prinz zum Säufer ...

Wenn man anscheinend die Dialoge der Sendung zu vertreten hat resp. daran mitgewirkt hat, sollte man zumindest dazu stehen.

Dann kann man auch Leuten, die unter ihrem eigenen Namen ihre Meinung äußern, angreifen.

Oder ist es Zufall, dass in der heutigen Sendung der Eingangs-Dialog von Ihrer Internetseite auftaucht????

Hannelore

24. Februar 2009, 19:41

Nachfolgend noch etwas interessantes:

nicht nur, dass Sturm der Liebe mittlerweile die erfoglreichste Soap der  ARD ist, sie wurde im Oktober auch noch verkauft:

Zitat:

Bavarias Telenovela-Erfolg „Sturm der Liebe” setzt auch auf dem internationalen Markt seine Erfolgsgeschichte fort. Auf der MIPCOM in Cannes Mitte Oktober hat der zuständige Vertrieb Bavaria Media Television weitere internationale Verkäufe für die Serie bekannt gegeben. In fünf Ländern sind nunmehr alle bisherigen 870 Episoden von „Sturm der Liebe“ verfügbar: Das slowakische STV, das lettische TV 3, das litauische LTV, das estnische TV 3 sowie Mediaset/Rete 4 in Italien sicherten sich jeweils die Rechte an den ausstehenden 200 Folgen des Gesamtpakets.

Michael

24. Februar 2009, 20:43

Liebe Hannelore,

ich lese mit Bedauern, wie Sie Ihre Ablehnung von Rudolf Steiner auf die Misteltherapie übertragen, von der Sie offensichtlich nicht allzuviel wissen.

Ich betreue seit 16 Jahren onkologisch tätige Ärzte und habe etliche Patienten mit und ohne Misteltherapie bis zum Tod begleitet. (auch Ärzte waren darunter).

Sie können mir glauben, ich habe viel Gutes durch die Misteltherapie erlebt, wenn sie auch nicht immer gewirkt hat - nicht die Überlebenszeit ist das große Thema der Mistel - sondern wie man diese Zeit erleben darf.

Es gibt mittlerweile weit über 100 klinische Studien zur Misteltherapie und eine davon ist die Piao-Studie, die an 3 chinesischen Universitätskliniken durchgeführt wurde und die zeigen konnte, dass ein Mistelextrakt bei Mamma-, Lungen- und Ovarialtumoren verabreicht, die Nebenwirkungen der Chemotherapien um über 50% reduzierte verglichen mit einer in China etablierten Begleittherapie. Diese Studie erreicht den Evidenz-Based-Level 1b von 5 möglichen Leveln. Studien dieser hohen Qualitätstufe sind auch bei etablierten zytostatischen Therapien eher selten.

Wie gesagt, man muss nicht daran glauben, aber die Therapie kann nichts dafür, dass sie von Steiner (wieder-)entdeckt wurde - den die Anregungen dazu kamen schon von Goethe.

mfg Michael

Hannelore

24. Februar 2009, 21:40

Es ist nachgewiesen, dass die Misteltherapie keinerlei Wirkung hat.

Man hat lediglich gehört, dass Frauen mit Malignem Brustkrebs sich besser gefühlt haben sollen.

Die zitierten Patienten sind  tot und können sich nicht mehr äußern, da viele der sog. Studien post morten auf Basis von irgendwelchen Unterlagen durchgeführt wurden.

Man sollte mal die Seite über Misteltherapie genauer durchlesen: Studien sind nicht nachvollziebar, Ergebnisse konnten aufgrund von ... nicht gewertet werden oder werden verworfen (weil den Verantworlichen der Seite das Ergebnis nicht passt)...

Jede Zuwendung, jedes Plazebo hat eine gewisse (gefühlte) Wirkung. Mittlerweile sind allerdings die technischen Möglichkeiten so ausgereift, dass man auch im Labor beweisen kann, die die Misteltherapie keine Wirkung zeigt. 1920 konnte man noch derartige Märchen auftischen, heute nicht mehr.  

Und bitte, was heißt "verglichen mit einer in China etablierten Begleittherapie???" Krötenfüße, Hühnerbeine...??

An 3 chinesischen Universitäten???? Praktisch, dass keiner chinesich kann.

Auf dem Beipackzettel des Mittels darf lt. Gesetz keine Erkrankung stehen. Somit wird auf dem Beipackzettel auch nicht explizit gesagt: Misteltherapie heilt Krebs bzw. schützt vor Nebenwirkungen der Chemo. Wenn dem so wäre, würde das Mittel mit Sicherheit keine derart zwielichtige Werbung benötigen.

Sollte es wirken (was auch Nebenwirkungen bedeutet), wäre das Mittel veschreibungspflichtig.

Für diese Aussagen braucht man zwielichtige Internetseiten, leichtgläubige Serienschreiber und auf der anderen Seite karake Menschen, die nach jedem Strohhalm greifen.

Marie oder Michael???

Etwas mehr und bessere Rcherche wäre hier angebracht, gerade wenn man anderen genau diese vorwirft.

Angriff bedeutet nicht zwansläufig, überhaupt Argumente zu haben.

Zum Abschluss: sollte dieses Mittel eine zellzerstörende (und dies haben Antikrebsmittel nun einmal) Wirkung haben, wäre es mit Sicherheit verschreibungspflichtig. Und das festzustellen, ist nach dem heutigen Stand der Wissenschaft kein Problem.

Hannelore

24. Februar 2009, 22:03

Anmerkung zur o.g. Studie:

nicht an Universitäten, sondern in 3 Krankenhäusern:

233 Patienten (davon 117 kein messbarer Tumor), es bleiben 116 Patientinnen in China, die  an 3 völlig unterschiedlichen Krebsarten in unterschiedlichen Stadien (nicht vergleichbar) erkrankt waren und in 3 unterschiedlichen Krankenhäusern behandelt wurden.

Beobachtungszeit ca. 6 Wochen, nicht verblindet, nicht nachkontrolliert ...

Verglichen wurde mit irgendeinem Kräuterextrakt aus China.

Abgesehen davon: es ist normal, dass nicht jeder Nebenwirkungen bei einer Chemo hat: einem schlägt es auf den Magen, dem Nächsten ist übel und dem Dritten fehlt (subjektiv) überhaupt nichts.

Dieses Sammelsurium von nicht vergleichbaren emotionalen "Wirkungen" überhaupt als Studie zu bezeichnen, ist an sich schon Betrug, genauso wie das Einflechten des Wortes "Universitäten"

Aber das sind halt die Methoden der Anthroposophen. Lügen, Verschleierung und wenn das nicht hilft Anfeindung. Ich verstehe nicht, warum die derartigen Einfluss auf Sendungen der ARD nehmen können.

LG Hannelore

Hannelore

24. Februar 2009, 23:22

Nachfolgend einer der Gründe, warum der Begriff Misteltherapie als Krebsmedizin für die Hersteller so wichtig ist (von Ihnen selbst aber direkt nicht genannt wird):

Auch für rezeptfreie Mittel müssen gesetzlich Versicherte in der Regel selbst aufkommen. Wo ein rezeptfreies Präparat aber als Standard in der Krebsmedizin gilt, sind jedoch Ausnahmen definiert, damit Patienten mit Tumorerkrankungen keine unzumutbaren Nachteile entstehen. Mehr dazu lesen Sie ebenfalls beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter www.g-ba.de, Stichwort "Häufig gestellte Fragen".

Marie

25. Februar 2009, 00:17

Liebe Hannelore,

bitte bitte, es reicht. Bitte hören Sie auf, mich anzugreifen. Hier geht es um die Sache, nicht um die Person; oder habe ich Sie hier etwa schon einmal beleidigt?

Weder bin ich Michael, noch Drehbuchschreiber, Stichwortgeber, bezahlter ARD-Büttel zur Dauerüberwachung von Blogs oder sonst wissentlich in irgendwelche Verschwörungen verstrickt.

Ich habe nicht die Misteltherapie verteidigt, über die ich mir aus Mangel an Kenntnissen kein Urteil erlaube, sondern einige aus dem Zusammenhang gerissene Zitate einer Serie wieder in eben jenen Zusammenhang gestellt.

Ich verstehe nicht, was Sie hier so erregt. Unsere Meinungen gehen doch gar nicht so weit auseinander; wie gesagt, ich verteidige hier nicht die Misteltherapie.

Und schließlich ist Dauerfrust auch schlecht für's Immunsystem, also lassen Sie uns bitte jetzt eine Friedenspfeife rauchen (ups, Schleichwerbung für die Tabakindustrie... Sorry, ich kann's nicht lassen!). Hugh!

Hannelore

25. Februar 2009, 00:27

Es geht schlicht und einfach um Schleichwerbung in übelster Art und Weise, die nicht mit dem Handlungsablauf einer Soap begründet resp. sogar entschuldigt werden kann.

Link????

Marie

25. Februar 2009, 00:36

Gut, dann rauchen Sie eben kein Pfeifchen mit mir. Wie Sie wollen. Warum machen Sie nicht auch eine Website zum Thema Mistel, um Ihre Ansichten wirkungsvoller zu verbreiten?  

Und: Den kleinen Prinzen kennt jedes Kind, warum nicht auch ein ARD-Drehbuchautor. Purer Zufall.

Marie

25. Februar 2009, 01:29

Auf Pubmed finden sich doch einige Studien zum Thema, die nicht aus China stammen und eine gewisse Wirksamkeit belegen. Eine italienische Studie  (PMID 18956494)  besagt:

"A few patients (of over 100) were chosen who appear exemplary of the opportunities offered by mistletoe therapy. Their clinical history demonstrates an improvement in clinical condition and performance status, better quality of life, improved psychological status, reduction of infective events, better tolerance of concomitant chemoradiotherapy, and even a direct reduction of tumor size."

Und ein israelischer Vergleich von Studien (PMID 16450726):

"More than 15 prospective clinical trials using mistletoe extracts in patients with different malignancies have been reported. In most of these studies the authors reported that mistletoe extracts had therapeutic benefit in terms of response rate, overall survival, quality of life and reduction in side-effects of the oncological treatment."

Und im Klinikum Nürnberg kam man beim Vergleich von 21 Studien mit über 3000 Patienten zu dem Schluss, dass es geringfügige Vorteile gibt (PMID 18425885):

"Of the 16 trials investigating the efficacy of mistletoe extracts for either improving QOL (quality of life), psychological measures, performance index, symptom scales or the reduction of adverse effects of chemotherapy, 14 showed some evidence of a benefit, but only 2 of them including *** cancer patients during chemotherapy were of higher methodological quality. Data on side effects indicated that, depending on the dose, mistletoe extracts were usually well tolerated and had few side effects. The evidence from RCTs to support the view that the application of mistletoe extracts has impact on survival or leads to an improved ability to fight cancer or to withstand anticancer treatments is weak. Nevertheless, there is some evidence that mistletoe extracts may offer benefits on measures of QOL during chemotherapy for *** cancer, but these results need replication."

Es gibt noch wesentlich mehr Einträge zum Thema, doch es ist spät, und eine Google-Anfrage verbraucht m.E. den Strom, der für das Erhitzen einer Tasse Wasser erforderlich ist. Gute Nacht!

Anke

25. Februar 2009, 03:13

Wenn es sich tatsächlich so verhält, wie diejenigen, die die Serie ab und an sehen, es beschreiben, dann wird hier nicht für Mistel-Produkte geworben, sondern diese werden als bedenklich dargestellt. Zu behaupten, dass jede Erwähnung eines Produktes, ganz gleich in welch negativem Kontext sie erfolgt, immer Werbung darstellt, ist unsinnig. Oder wird ein Produkt auch beworben, wenn man davor warnt? Ich glaube kaum.

Zudem verstehe ich gar nicht, was das Problem bei Schleichwerbung sein soll? Nur dass die Werbung nicht als solche gekennzeichnet ist? Die Sender sollten einfach öffentlich bekannt geben, dass von nun an in ihren Filmen und Serien Produkte gegen Bezahlung in die Handlung oder zumindest das Set integriert werden und sich als Sender gut dafür bezahlen lassen. Dann weiß der Zuschauer wenigstens, woran er ist und es ist keine "Schleich"-Werbung mehr. Wenn das ganze dann zuviel wird und die Serien zu Werbesendungen mutieren, bleiben vielleicht auch die Zuschauer irgendwann aus und das Problem erledigt sich von alleine bzw. die Menge der Werbung pendelt sich auf ein erträgliches Maß ein.

Zudem ist mir bereits der Sinn des Verbotes von Schleichwerbng nicht einsichtig: Soll etwa der Zuschauer vor Beeinflussung seines Konsumverhaltens geschützt werden? Wer ein Produkt nur kauft, weil es in seiner Lieblingssendung verwendet wird, der soll es eben tun, es schadet ihm wahrscheinlich nicht.

Darian van Dark

25. Februar 2009, 11:40

http://www.Darian-van-Dark.de

Was ich inzwischen in Anbetracht der sich mehr in Wirkungen von Therapien verlierenden als über Schleichwerbung diskutierenden Diskussion geradezu spannend finde: Herr Niggemeiers Artikel findet sich immer häufiger bei der Eingabe bestimmter Suchworte in eine Suchmaschine, unter anderem auch aus dem Themenbereich "Krebs und Therapie". Will sagen: Durch die Diskussion darüber, ob Hersteller von Mistelgedöhns Schleichwerbung betreiben oder nicht, werden immer mehr darauf aufmerksam, dass es so was wie eine Misteltherapie überhaupt gibt - vermutlich auch jene, die mit irgendwelchen triefenden Soaps gar nichts am Hut haben. So führt sich die Diskussion eigentlich selbst adabsurdum ;)

Darian, absurd seit 1975.

Marie

25. Februar 2009, 12:16

Man muss Krebspatienten aber auch nicht für dumm halten. Jeder, der eine solch schwere Erkrankung hat, wird sich bemühen, nach Therapiemöglichkeiten zu recherchieren, und nach relativ kurzer Zeit auf die Misteltherapie stoßen, Schleichwerbung hin oder her.

Wer dann das Präparat kauft, NUR weil es in seiner Lieblingsserie (negativ) besprochen wird, und bezüglich seiner Wirkungen nicht weiter recherchiert, handelt trotzdem immer als erwachsener, mündiger Mensch, wenn auch unvernünftig, so wie wir alle, die wir beispielsweise Zigaretten rauchen, obwohl wir es besser wissen müssten.

Viele hier scheinen doch implizieren zu wollen, dass Serienzuschauer vollkommen unmündige, halb verblödete Leute sind, die man an die Hand nehmen muss. Wenn sie sie also mit Auflagen an die Hand nehmen wollen, bedienen sie sich ebenfalls des Prinzips der Schleichwerbung, das sie zu bekämpfen vorgeben: Der (mehr oder weniger) sublimen Indoktrination vorgeblich "leicht zu beeinflussender" Menschen. Nach dem Motto: Wir sagen "denen" jetzt mal, was sie wollen sollen (müssen). Schon gegenüber Fünfjährigen halte ich diese Einstellung aber für bedenklich.

Stefan Niggemeier

25. Februar 2009, 14:30

@Marie: Jeder Mensch, der Durst hat, wird es auch schaffen, Getränkeangebote zu recherchieren. Und jeder Mensch, der ein Auto braucht, wird es schaffen, KFZ-Angebote zu recherchieren. Und trotzdem gibt die Industrie viel Geld dafür aus, diese Menschen in bunten Anzeigen und Werbespots immer wieder auf die Existenz und Tollheit ihrer Produkte hinzuweisen.

Sie meinen, die machen das, obwohl Werbung nicht wirkt?

Marie

25. Februar 2009, 16:22

@Stefan Niggemeier: Werbung wirkt, natürlich - aber sie macht die Menschen nicht zu willenlosen Zombies, die kaufen, ohne nachzudenken. Außerdem werben so viele Anbieter mit ähnlichen Produkten, dass man schon an der Kasse durchaus eigene Werte und Präferenzen umsetzen kann: Kaufe ich fair gehandelten Kaffee oder eine Billig-Misch-Sorte, kaufe ich ihn bei Tante Emma oder im Supermarkt, etc...

Doch zurück zur Serie: In diesem Handlungsstrang ist sie einmal wirklich realistisch (und m.E. auch sonst nicht so schlecht, wie manche denken). Menschen haben unterschiedliche Konzepte von Heilung und vertreten sie mit Nachdruck. Eben diese Diskussion habe ich selbst im Bekanntenkreis schon oft genau so miterleben können - z.B. erst gestern. Die Serie stellt einfach einige dieser verschiedenen Ansätze nebeneinander - und liefert (wenn auch grob vereinfacht) Pro und Contra dazu.

Wie ich mit meinen Pubmed-Studien-Auszügen versucht habe zu belegen, sprechen einige Studien seriöser Institutionen tatsächlich für die Möglichkeit eine gewissen Wirksamkeit, wenn auch nur hinsichtlich der Verbesserung der Lebensqualität bei bestehender Chemo-Therapie. Mehr behauptet die Serie auch nicht, und schließlich kann man nicht erwarten, dass hier mit Fachbegriffen, Probandenzahlen etc. argumentiert wird.

Noch einmal: Vielleicht gibt es Leute, die Zigaretten kaufen, weil sie glauben, dann so cool wie der Mann auf dem Pferd durchs Leben reiten zu können. Sie hätten (und haben!) aber Zugriff auf Tausende von Informationen, die ihnen zeigen, dass sie sich tatsächlich auch der Gefahr aussetzen, ganz uncool im Bademantel und Schlapplatschen über den Flur einer Lungenkrebsstation zu schlurfen und aus der Schnabeltasse zu trinken. Die Informationen sind da, und jeder kann sich nach daran Belieben bedienen. Das ist einer der wesentlichen Vorteile der Demokratie gegenüber der Diktatur (DDR, China). Man sollte den Leuten schon zutrauen, dass Sie mit ihrem System inzwischen gelernt haben umzugehen - würde man sie für so leicht 'verblendbar' halten, dürfte man sie gar nicht wählen lassen... aber oha, man lässt auch Serienzuschauer wählen, und siehe da, die meisten wählen nicht extrem, sie trennen ihren Müll, sie spenden für dies und das, und sie lesen immer öfter auch die Packungsbeilage und das Nahrungsetikett...

Elisabeth

25. Februar 2009, 16:47

Nicht Krebspatienten sind die Dummen, sondern das Umfeld, dass sich aus lauter Hilflosigkeit nach Therapien umsieht, die keine sind, und den Krebspatienten tolle Ratschläge geben uind genau dieses soll wohl erreicht werden.

Mistelextrakt hat eine Sonderzulassung als Präparat, das auf den Bluddruck wirken soll, als Präparart gegen Rheumatische Beschwerden und als Präparat zur Behandlung des Immunsystems, für die beiden ersten Gebiete besteht anscheinend keien Nachfrage, weil keine Wirkung.

Die einzige Chance, überhaupt "von den Milliarden,  die gerade für Medikamente ausgegeben werden, etwas abzubekommen, ist nicht die Wirksamkeit des Medikamentes, sondern die "anthrosopische Irrglaubensverschreibung" speziell für unheilbar an einem Tumor Erkrankte, weil es speziell für diese (tödlich Erkrankten) eine Sonderregelung gibt.

Man will überhaupt keine Wirkung beweisen, sonst müsste man ja haften, so wie kürzlich der Arzt mit den sog. russichen Krebsmitteln verklagt wurde: auch hier hatten unheilbar kranke Patienten die Kostenerstattung bei Krankenkassen durchzusetzen versucht. Auf den Zuschauerbänken saßen entrüstete Angehörige der inzwischen Verstorbenen.

Sie verstehen anscheinend nicht, dass hier ganz massiv für die "Üblichkeit" (also Nachfrage) einer Behandlungsmethode geworben wird, natürlich mit Hinweis auf die "nicht beweisbare Wirkung". Dabei geht es um die Gruppe der tödlich Erkrankten, die so oder so sterben. Da sitzt hinterher keiner auf der Anklagebank. Und die Krankenkassen übernehmen die Kosten, weil sie sich scheuen, mit eben diesen Todkranken Menschen einen Prozeß über die Kostenerstattung zu führen.

Ist dieses Mittel (wie anscheinend für die anderen Krankheiten) nicht mehr von diesen Menschen nachgefragt, ist es "weg vom Markt".

Und dieser (nachprüfbare) Hintergrund macht die ganze Angelegenheit besonders schäbig.

Darian van Dark

25. Februar 2009, 16:52

http://www.Darian-van-Dark.de

Liebste Marie,

die plakative, lautmalerische Holzhammerwerbung funktioniert nicht mehr so wie früher, daher müssen andere, weit diffizilere Wege gegangen werden. Nicht umsonst loggen sich Werbeagenturen als vermeintliche "Normalverbraucher" in alle möglichen Foren und berichten (unter Nutzung eines der Forenart angepassten Slangs) über dieses oder jenes Produkt, dass "absolut cool" sei oder "mit dem man gute Erfahrungen" gemacht hat. Man spricht in der Werbung auch von einer so genannten "Aufmerksamkeitsschwelle". Will sagen: Die normale Werbung im TV wirkt nicht mehr so intensiv, da man davon meist nur genervt ist.

Aber wenn man nach einem Thema im Internet sucht, in einem vermeintlich privaten Forum landet und da jemand was tolles zu Produkt a oder Produkt b schreibt: Ist die Aufmerksamkeit recht sicher. Und genau so wird häufig in TV-Serien agiert. Themen als sozialkritisch oder "in die Zeit passend" so ganz nebenbei einstreuen um die Aufmerksamkeit der Zuschauer immer wieder in ganz kleinen Häppchen auf sich zu lenken, man kann es auch mit einem Teilbereich der "unterschwelligen Werbung" umschreiben.

Vor allem, wenn man vor wichtigen Entscheidungen steht oder in einer persönlich intensiv erlebten Phase, steigt die Aufmerksamkeit um so mehr. Dennoch bleibt man gegenüber der "offensichtlichen Werbung" kritisch, logisch, weil: Die wollen ja nur verkaufen! Wenn aber der nette TV-Schönling in der Lieblingsserie (die ja mitten aus dem Leben ist) dieses oder jenes nimmt, dann wäre das zumindest ein Grund sich damit doch mal intensiver auseinander zu setzen. Und liebe Marie: Mindestens 20 - 30% Ihrer Kaufentscheidungen werden Sie nicht treffen weil SIE das so wollen sondern weil man genau das von Ihnen verlangt.

Nehmen wir doch mal die Gasthofkette "Zum goldenen M". Wenn Sie da reinkommen, fühlen Sie sich erstmal nicht wirklich unwohl (Ausnahmen bestätigen die Regel). Nette, warme Farben, gemütliche Sitzgruppen... schöne Beleuchtung. Aber: Wenn Sie Ihren Burger gemampft haben, wollen Sie auch recht schnell wieder raus - und das soll so sein - das haben Sie nicht entschieden, dazu hat man Sie "entscheiden lassen". Sie werden im "Goldenen M" keinerlei Sitze finden, deren Rückenlehne nicht exakt 90 Grad zur Sitzfläche steht. Warum? Weil das nach intensiven Tests mit Propanten dazu führt, dass man zwar sitzen kann, auch kein Unwohlsein bewusst wahrnimmt, aber auch nicht stundenlang da sitzen muss. Selbst die Beleuchtung ist für Sie durchgerechnet und psychologisiert bins ins letzte Flimmern. Sie sollen gerne hingehen aber nicht lange bleiben, dafür aber dann und wann auch wiederkommen.

Und wenn Sie dann mal nachschlagen möchten, was Unternehmen pro Jahr an Unsummen ausgeben um die Psyche des Menschen auszutricksen, genau dann denken Sie noch mal über die Beobachtung von Herrn Niggemeier nach. Selbst Düfte werden eingesetzt um uns gnädiger beim Kauf zu stimmen. Und da wir leicht steuerbare Wesen sind, fallen wir öfter rein als uns lieb ist und als wir es überhaupt bewusst bemerken. In diesem Sinne:

Darian, merkbefreit seit 1975.

Marie

25. Februar 2009, 17:13

Werbung wirkt - natürlich, aber sie macht die Menschen nicht zu willenlosen Zombies, die ohne nachzudenken alles kaufen, was man ihnen schmackhaft macht. Außerdem gibt es inzwischen so viele Werber, dass jeder Konsument dann doch noch einen ganz guten Überblick über seine Optionen bekommt - und dann mit der Brieftasche seine Werte und Präferenzen umsetzen kann: Kauft er fair gehandelten oder Billgi-Kaffee, bei Tante Emma oder im Discounter... er hat die Wahl und nutzt sie auch.

Das ist doch der Vorteil einer Demokratie gegenüber einer Diktatur: Die Informationen stehen zur Verfügung, und man kann sie nutzen. Wer nun daran glaubt, dass er, wenn er eine bestimmte Zigarettenmarke kauft, so cool durch sein Leben reiten kann wie der Mann auf dem Pferd, der hat dank FAZ und Co trotzdem auch alle Informationen in Griffweite, die ihm sagen, dass er eventuell voll uncool schnabeltassentrinkend und im Bademantel und Schlapplatschen schlurfend auf einer Lungenkrebsstation landet oder gar endet.

Zurück zur Serie: Dieser Handlungsstrang ist einmal wirklich recht realitätsnah (und auch sonst ist die Serie gar nicht so schlecht, wie manche glauben, und das wunderbare Stück des Headautors "Ich bin meine eigene Frau" über Charlotte von Mahlsdorf kann ich nur empfehlen). Also: Hier werden verschiedenen Auffassungen von Heilung nebeneinander gestellt, die Figuren vertreten ihre Positionen mit Nachdruck, so wie es jeder von uns in seinem Bekanntenkreis täglich erleben kann (ich erst wieder gestern). Dazu werden Pros und Contras geliefert, wenn auch nur sehr grob (man kann auch nicht erwarten, dass hier mit Probandenzahlen und Fachbegriffen argumentiert wird). Wie meine Pubmed-Studien-Ausschnitte belegen, haben einige seriöse Institutionen tasächlich Hinweise auf eine Wirksamkeit in begrenztem Rahmen nachweisen können, wenn auch 'nur' bezüglich einer Verbesserung einer Lebensqualität begleitend zu einer Chemotherapie. Mehr behauptet die Serie niemals.

Der Zusachauer kann also selbst wählen. Würde man ihn für so leicht verblendbar halten, würde man ihn auch nicht in der Wahlkabine wählen lassen, weil man Anarchie befürchten müsste. Aber nein, er wählt in der Regel nicht extrem, trennt den Müll, spendet, liest die Packungsbeilage und das Lebensmitteletikett...

Zusammenfassend: Die Serie stellt verschiedene Postionen dar (wenn auch mit einer Tendez gegen die Mistel) und vertraut dem Zuschauer, dass er sich selbst ein Bild macht. Würde sie das nicht tun, wäre sie wirklich so schlecht, wie viele hier meinen.  

PS: Und nein, ich bin nicht für die Dialoge verantwortlich.

Elisabeth

25. Februar 2009, 17:35

Krebskranke sind keine "Masse von Gleichgestrickten", sondern Individuen mit völlig unterschiedlichen Erkrankungen. Krebs ist lediglich der Oberbegriff, alle Behandlungen sind unterschiedlich, die Heilungsaussichten sind unterschiedlich.

Krebskranke sind genauso klug, dumm, unvernünftig, vernünftig wie alle anderen Menschen auch.

Da Krebs nicht weh tut bzw. erst sehr spät, ist die Diagnose meist völlig überraschend. Der Schock, die Notwendigkeit, relativ schnell zu handeln, die eigenen Ohnmacht, das Umfeld sorgen dafür, dass der Krebskranke nicht recherchiert bzw. nicht recherchieren kann. Es sind dann meist Angehörige, die gute Ratschläge erteilen und ihre eigene Angst au fden Kranken übertragen.

Ich habe einer jungen an einem sehr aggressiven Krebs Erkrankten geraten, den Ärzten zu vertrauen, weil Vertrauen Sicherheit gibt und die Nebenwirkungen besser ertragen lässt. Trotz harter Chemo und damit verbundener Nebenwirkungen wie Haarverlust, Übelkeit ... hatte sie die Kraft und den Mut, 7 Zyklen mit einer gehörigen Portion Humor durchzustehen und die Menschen, denen man dort begegnet, verhalten sich meist ähnlich.  

Marie

25. Februar 2009, 18:03

Entschuldigung, meinen letzten Beitrag habe ich doppelt gepostet, weil ich dachte, mein Computer sei abgestürzt.

Natürlich versucht die Werbung zu manipulieren, und es gelingt ihr auch immer wieder! Das weiß man doch aber auch, wenn man schon eine Weile hier lebt, und stellt sich darauf ein!

Die Serie nennt alle in groben Zügen wichtigen Aspekte rund um das Thema Krebs, Chemo und Mistel. Und natürlich bleibt die Mistel hängen, aber eben nicht positiv konnotiert. Man kann das Thema Krebs gar nicht ohne Erwähnung alternativer "Heil"-Methoden besprechen, wenn man aktuell sein will, weil es nun einmal im Bewusstsein der Leute vorhanden ist - das lässt sich nicht unterschlagen. Man kann doch auch den Wunsch nach käuflichem Sex nicht besiegen, indem man die Existenz von Prostitution vertuscht.

Die Serie greift eine aktuelle Debatte auf und hat sogar die Kraft, sie neu zu entflammen. Gut! Und dass sie für die Mistel wirbt, ist genauso wenig beweisbar wie eine Werbung für Alfons' Weißbier (siehe oben) oder bayrische Hotels.

Marie

25. Februar 2009, 18:11

Und noch etwas: Ich habe mich mit Angehörigen von Menschen unterhalten, die eine Krebserkrankung im Endstadium hatten, die mit der Chemo nicht mehr zu heilen war. Wenn sie trotzdem Chemo bis zum Schluss genommen haben, haben sie zwar etwas länger gelebt, sind aber auf ganz grausame Weise gestorben.

Wenn die Chemo zur Heilung nichts mehr taugt, sollte man selbst bestimmen können, wie man stirbt - und Dutzende Pubmed-Studien bescheinigen der Mistel nun einmal, dass sie die Lebensqualität etwas verbessern kann (z.B. gegen die Müdigkeit hilft). Man mag die Studien für unseriös halten, auch wenn sie von seriösen Institutionen kommen - aber die Belege häufen sich!

Wenn die Serie also sagen würde, es gäbe keine solchen "positiven" Studien, würde sie lügen. Warum will man den Kranken durch Unterschlagung von Informationen diese Option verwehren? Warum soll nicht jeder machen, was er denkt, auch wenn er etwas denkt, was wir für falsch halten - sei es nun im Sinne eines Pharmaherstellers oder nicht?

Darian

25. Februar 2009, 18:37

http://Darian-van-Dark

Elisabeth, auch wenn Ihr Beitrag nicht viel mit dem eigentlichen Thema zu tun hat, aber: Sicher ist jeder Mensch individuell, zumindest klingt das ausgesprochen immer sehr moralisch wertvoll. Aber wie pflegte meine Oma schon immer zu sagen (und man möge mir den harten Ausdruck aus Omis Munde verzeihen): "Wir kacken alle aus dem gleichen Loch!"

Will sagen: Auch ein Krebskranker ist ebenso anfällig für Unterschwelliges wie ein vermeintlich gesunder Mensch. Mit dem Unterschied, dass jemand mit einer "Situation X" auch automatisch mehr auf Empfang steht, wenn es um sein "Thema X" geht. Und Krebs ist in den Medien ein Dauerbrenner - wenn Sie mir diesen plakativ gewählten Ausdruck erlauben. Würde ich solche Soas konsumieren und morgen käme in Handlungsstrang in dem es um das Thema ADS geht, wären meine Ohren auch deutlich aufgesperrter als sonst, weil es mich betrifft bzw. betroffen hat. In diesem Sinne:

Darian, treffer seit 1975.

Peer Schader

25. Februar 2009, 20:18

Liebe Kommentatoren, ich würde auch sehr darum bitten, hier beim Thema zu bleiben, für alles andere gibt es sicherlich bessere Orte im Netz, um weiter zu diskutieren.

Und gerne weise ich auch noch einmal darauf hin: Unbegründete Pöbeleien werden an dieser Stelle nicht veröffentlicht, auch nicht, wenn Sie mit viel Mühe verfasst wurden.

Andreas

25. Februar 2009, 21:05

Sorry, aber der Schleichwerbeverdacht ist an den Haaren herbeigezogen.

Fred vertritt die Misteltherapie, ist aber diskreditiert als Figur.

Viktoria hofft, dass es hilft, verständlich aus ihrer Situation heraus.

Felix und die Ärztin, die man ernst nehmen kann, sind dagegen.

Also, wo ist das Problem?

Für mein Empfinden: Viel Lärm um nichts.

Elisabeth

25. Februar 2009, 21:11

Zur Wirksamkeit:

Auszug aus der OTC-Liste

16.4.27 Mistel-Präparate, parenteral, auf Mistellektin normiert, nur in der palliativen Therapie von

malignen Tumoren zur Verbesserung der Lebensqualität

Sprich Anwendung nur bei Sterbenskranken als so eine Art Plazebo.

Wenn es andere Ergebnisse hins. Krebsbekämpfung gäbe, wären die seriösen Onkologen und seriösen Kliniken die ersten, die das publik machen würden: günstiger könnte Krebsbehandlung wohl nicht sein. Und wenn die Mistelpräparate wirklich eine positive Auswirkung hätten, würde man sie nicht nur palliativ geben bzw. bezahlen. Die Mistel selbst ist nicht "geschützt", somit könnte jedes Unternehmen relativ schnell mit relativ geringem Aufwand in das "Geschäft" einsteigen, warum machen die großen Pharma-Unternehmen das nicht???

Den Herstellern dieser Präparate scheint das auch völlig zu genügen - Tote können nicht mehr klagen, Studien post mortem kann man nicht mehr nachprüfen.

Man sieht nirgends Werbung direkt von den Herstellern, sondern immer nur über Interessensverbände, deren Fäden widerum bei den Anthroposophischen ... enden.  Diese sog. Werbung ist allerdings umso aggressiver und subtiler, also genau das, was in dieser Serien seit mehreren Folgen abläuft.

Für eigene Werbeaussagen müsste man nämlich haften, für die Aussagen irgend welcher Vereine und Internetseiten, mit denen man nicht direkt in Verbindung gebracht werden kann, nicht.

Nach meinem Verständnis handelt es sich in der Serie um genau die Werbung, die die Hersteller von Mistelprodukten betreiben: hintenrum über emotionale Diskussionen, die sich dem Anschein nach mit der Anschauung zu sog. alternativer Medizin befassen, letztlich aber auf die Präparate hinauslaufen, für die die Antrosophischen Ärzte auf ihren Seiten Reklame machen.

UH

25. Februar 2009, 22:14

Klar, Herr Schader,

kritische Kommentare sind nicht genehm und werden dann gleich als unbegründete Pöbeleien denunziert.

Ich nenne Ihnen aber gerne drei Argumente, um meine bisher nicht veröffentlichte "Pöbelei", auf die Sie vermutlich anspielen, zu begründen. Mal sehen, ob Sie's dann hier ertragen können.

1) Herrn Niggemeiers Text "Mit Mistelpräparaten gegen Krebs: Die ARD wirbt wieder für Pharma-Unternehmen" bleibt leider selbst jede – auch juristisch haltbare – Begründung für seinen massiven Vorwurf schuldig, die Bavaria betreibe hier Schleichwerbung für die Pharma-Industrie.

Ich nenne das Verleumdung bzw. Rufschädigung.

2) Die Zitate aus "Sturm der Liebe" sind aus dem Zusammenhang gerissen, vielleicht sollte sich Herr Niggemeier einfach mal etwas gründlicher mit den Handlungssträngen dieser Serie beschäftigen, bevor er "lospöbelt". Dann würde er nämlich verstehen, dass es sich hier durchaus um eine für eine Soap ziemlich differenzierte Darstellung einer Krebstherapie handelt.

Ich nenne das schlampig recherchiert.

3) In einer Zuschrift wird es schon angesprochen: Redet ein Schauspieler laut Drehbuch davon, dass er nach Feierabend mal gern ein Weißbier trinken würde, ist das vermutlich in Ihren Augen auch Schleichwerbung für die Bier-Industrie. Fährt ein Auto durchs Bild, ist das sicher ebenfalls Schleichwerbung (für welche Marke auch immer) usw.

Dann sagen Sie doch am besten gleich, Sie akzeptieren nur Filme, in denen im leeren Studio gedreht wird, draußen geht ja nicht, das könnte Schleichwerbung für irgendeinen Ort oder eine Landschaft sein. Die Schauspieler sollten dann am besten auch noch nackt auftreten, damit ja nicht der Anschein einer Schleichwerbung für irgendeinen Betrieb der Textilwirtschaft entsteht. Auch bei den Frisuren müsste man aufpassen usw.

Ich denke, die ganze Absurdität Ihres Vorwurfs ist klar geworden – Sie müssten in Spielfilmen jegliche Realität ausblenden.

Fazit: Wenn das investigativer Journalismus sein soll, ist die Bild-Zeitung sicher das Zentralorgan der deutschen Aufklärung.

Und für die F.A.Z. ("Dahinter steckt immer ein kluger Kopf!") ist das Ganze nur peinlich, peinlich.

Peer Schader

25. Februar 2009, 23:27

@UH: Ich habe meine Bitte allgemein formuliert, Sie sehen doch an den auch kritischen Kommentaren, die hier stehen, dass es uns nicht darum geht, irgendwen zu "denunzieren".

Die von Ihnen erwähnte "für eine Soap ziemlich differenzierte Darstellung" erstaunt zumindest mich doch sehr. Wenn Sie sich, wie Sie ja suggerieren, im Fach auskennen, wissen Sie auch, dass Soaps und Telenovelas sonst nicht zwangsläufig der Platz für differenzierte Darstellungen sind - wobei ich nicht sagen will, dass das nicht geht. Das Erstaunliche ist eben nur, dass dies in diesem Fall mit so einem spezifischen Thema gelungen sein soll.

Darian van Dark

25. Februar 2009, 23:55

http://www.Darian-van-Dark.de

Sehr geehrte Mitdiskutierende,

ich habe passend zum Thema eine Frage: Gerade flimmert wieder mal mein Lieblingslangweiler Johannes "IchstellhiernurdieFragen" B. Kerner über die Mattscheibe. Thema: "Wie lange halten Lebensmittel wirklich?" (Und weil es ein so spannendes Thema ist und das auch bei Günther Jauch (Stern TV) so gut lief, hat man es gleich auf zwei Sendungen verteilt.

Nun steht da der Gabentisch reich gedeckt: Konserven, Säfte, Mehle, Backpulver, Fleisch in Plastik - das halbe Schlaraffenland der Nahrungsmittelindustrie (ausser komischer Weise Gutfried). Und das: Absolut frei erkennbar, nix abgeklebt, nichts aus dem Bild gedreht. dazu nun die Frage: Ist das gar eine groß angelegte Schleichwerbung (und das meine ich nicht ironisch) oder dürfen solche Themen aufgrund journalistischer Hintergründe "frei" behandelt werden, wo doch sonst nicht einmal eine Cola Flasche im Bild stehen darf wenn sie aussieht wie eine Cokacolaflasche.

Wenn das journalistisch so begründet werden kann (ich kenne mich in diesem Bereich nicht aus), könnte man dann wiederum nicht unterstellen, dass solche Themen ganz bewusst gewählt werden, um sozusagen "erlaubt" Schleichwerbung zu betreiben, um drei Ecken gedacht. Denn viele Produkte auf dem Gabentisch beim Kerner stammen von einem Mutterkonzern.

Freue mich da über entsprechende Aufklärung.

Darian, unaufgeklärt seit 1975.

Hannelore

26. Februar 2009, 00:13

Zitat aus einem Brief der ARD zu dem Thema:

"Natürlich ist uns bewusst, dass gerade so schwierige Themen wie eine Krebserkrankung sehr viel Raum für Kritik bieten, dennoch sind sie Bestandteil des Alltags, die wir auch in unserer Serie zeigen möchten. Bei der Umsetzung achten wir sehr darauf, diese Geschichten gründlich zu recherchieren. Allerdings verlangt auch hier das Format der Telenovela eine starke Vereinfachung. Wir haben große Achtung vor Menschen, die an Krebs erkrankt sind, und versuchen gerade diesen Menschen, durch Serienfiguren, die als starke Persönlichkeiten im Kampf gegen ihre Krankheit gezeigt werden, Mut zu machen...."

Man hat so gründlich recherchiert, dass man explizit einen Begriff nennt, der eindeutig nur für eine spezielle Therapieform benutzt wird. Mit diesem Begriff geht man in eine Apotheke und bekommt 2 oder 3 Produkte. Unter diesem Namen wird von der Anthroposophischen Gesellschaft eine Internetseite betrieben, die für Deutschland 4 Medikamente nennt.

Und hinter dieser Gesellschaft steht als einer der Hauptsponsoren rein zufällig einer der größten Hersteller der sog. anthroposophischen Mittel, allerdings auch ein großer Hersteller anderer pflanzlicher Mittel, der seine eigene Zeitung herstellt ... Diese Firma (Mutter in der Schweiz) ist mit Sicherheit für jeden Sender ein wahrer Leckerbissen. Und wenn die ARD dann so gründlich recherchiert hat, wie sie behauptet, sollte ihr klar sein, für wen sie da geworben hat, wenn nicht, sollte zumindest soviel Dummheit bestraft werden.

Hannelore

26. Februar 2009, 00:29

noch ergänzend:

hier wird nicht nur Schleichwerbung betrieben, es handelt sich vermutlich außerdem noch um einen Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz, das nicht nur für Fachkreise, sondern für jedermann gilt.

Auszug :

Eine weitere Beschränkung enthält das Verbot der Werbung unter Bezugnahme auf bestimmte Krankheiten und Leiden nach § 12 HWG. Demnach darf in Veröffentlichungen eines Krankenhauses außerhalb der Fachkreise für Verfahren oder Behandlungen, die sich auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung bestimmter, in einer Anlage zu § 12 HWG aufgeführter Krankheiten beziehen, nicht geworben werden. Somit darf die Information über bestimmte Behandlungs- oder Operationsverfahren zwar nicht dem Laien vermittelt werden, wohl aber dem Fachpublikum, wie z.B. der Ärzteschaft. Eine derartige Einschränkung lässt sich im Internet durch geschlossene Benutzergruppen lösen, z.B. durch Registration potentieller Interessenten vor Abruf einer Fachinformation

Wie gesagt, das gilt nicht nur für Ärzte und Krankenhäuser, sondern für alle.

Zu den in der Anlage aufgeführten Erkrankungen gehört u.a. auch Krebs.

Zumindest hier scheint der Gesetzgeber doch eine gewissen Sensibilität bewiesen zu haben.

Marie

26. Februar 2009, 05:09

Hallo Herr Niggemeier!

Sagen Sie doch bitte auch noch etwas dazu. Das würde unsere Diskussion sehr bereichern. Danke!

Hayzon

26. Februar 2009, 10:04

Sagen Sie mal, Ihre Geschichte wird hier zwar ausführlichst wahrgenommen, allein es passiert nix in den traditionellen Medien? Das ist doch ein Oberhammer. Wenns im Spiegel stehen würde, gäb's einen Aufschrei...  Ist das noch Web1.0 oder wie?

Peer Schader

26. Februar 2009, 10:52

@Marie: Sie müssten leider vorerst mit mir Vorlieb nehmen.

N.W.

26. Februar 2009, 11:08

Lieber Herr Niggemeier,

Ich habe wirklich Respekt davor, wie Sie sich Tag für Tag dieses [adäquaten Ausdruck bitte hier einfügen] Zeugs reinziehen und dann auch noch wiedergeben + rezensieren können. Chapeaux.

Cheers,

N.W.

Marie

26. Februar 2009, 12:04

Herr Schader,

ja gerne doch! Na dann: Was halten Sie nach Hunderten von Kommentaren hier in diesem Forum vom Schleichwerbungs-Vorwurf? Wie stehen Sie zum Argument, die Dialoge seien aus dem Kontext gerissen? Halten Sie es für relevant als Beleg gegen die These des Artikels?

mfG

Peer Schader

26. Februar 2009, 13:47

@Marie: Ich kann einige der Gegenargumente durchaus nachvollziehen, glaube aber tatsächlich, dass der Schleichwerbeverdacht dadurch nicht so leicht zu entkräften ist. Und was bedeutet "aus dem Kontext gerissen"? Beim Themenplacement geht es doch in erster Linie darum, eine punktuelle Aufmerksamkeit zu schaffen. Was ist denn mit Leuten, die einschalten ohne Stammzuseher von "Sturm der Liebe" zu sein, die also den Kontext der Figuren gar nicht kennen. Darf es für die dann Themenplacement sein - und für die anderen nicht?

Mehr dazu folgt sobald wie möglich in einem seperaten Beitrag samt Stellungnahme der ARD, mit der wir gerade in Abstimmung sind.

Darian van Dark

26. Februar 2009, 14:52

http://www.Darian-van-Dark.de

Hallo Marie,

bis zum Eintrag von Herrn Schader vom 26. Februar 2009, 13:47 Uhr zähle ich nur etwas um die 130 Beiträge. Wie sich das mit "nach Hunderten von Kommentarten" (von denen etliche auch nur Links zu anderen Blogs darstellen) in Einklang bringen lässt: Keine Ahnung. Ob Sie da nicht ein wenig übertrieben haben obgleich sie Übertreibung zur Überschrift Ihrer Beiträge gemacht haben?

Darian, Beitrager seit 1975.

Hannelore

26. Februar 2009, 15:17

ich glaube, es wird allmählich Zeit, dass sich die ARD hierzu äußert. Sie hätte seit über eine Woche Zeit gehabt.

Mittlerweile habe ich neben der Verbraucherzentrale Berlin, dem Gesundheitsministerium auch die Staatsanwaltschaft in Köln angeschrieben, weil hier m.M.n. eindeutig ein Verstoß gegen das Heilmittelwerbegesetz vorliegt.

Es ist ja nicht das erste Mal, dass sich die ARD vor den Karren diffuser "Kräuterexperten" spannen lässt. Von einer öffentlichrechtlichen Sendeanstalt erwarte ich etwas mehr, als eine lapidare Antwort.

Ich bin gespannt auf die Äußerungen der ARD.

Marie

26. Februar 2009, 18:16

Liebe Hannelore,

ich weiß nicht, langsam wird mir mulmig. Verbraucherzentrale, Gesundheitsministerium und Staatsanwaltschaft... ist das wirklich angemessen?

Täglich fördern deutsche Discounter Kinderarbeit und Ausbeutung in der Dritten Welt, testen Pharmakonzerne Medikamente in Indien und Afrika, werden ganze Praktikantengenerationen ausgesaugt und in die Arbeitslosigkeit entlassen, machen Agrarsubventionen wichtige Wirtschaftszweige in armen Ländern kaputt...

Sollte man nicht zuerst einmal dagegen vorgehen? Was nicht heißen soll, das hier behandelte Thema sei nicht wichtig.

Lasst uns doch bitte den Ball flachhalten! Was ist denn schon passiert? Doch nicht wirklich viel, oder???

Marie

26. Februar 2009, 18:36

@ Peer Schader

Ihren neuen Artikel habe ich gelesen. Meines Erachtens beurteilen Sie hier aber Vorkommnisse in einer und um eine Serie, die Sie nicht gesehen zu haben scheinen, da Sie auf ihre Inhalte (und die erwähnten Kontexte) ansonsten gar nicht eingehen. "Sturm der Liebe" mag eine Telenovela sein, ist aber meiner Ansicht nach keineswegs vollkommen inhaltsleer und lebensfremd, was ich Ihnen auch gern begründe, wenn es Sie wirklich interessiert.

Ich möchte Sie noch einmal bitten, sich die letzten 15 Folgen der Serie zuschicken zu lassen und anzuschauen, bevor Sie sich weiter zum Thema äußern, auch wenn Ihnen vor dem Gedanken graust. (Kein vernünftiger Mensch rezensiert ja auch ein Buch, das er nicht gelesen hat.) Sie werden dann sicher zum selben Schluss kommen wie andere Zuschauer der Serie, die sich hier bereits ausführlich geäußert haben.

Vielen Dank, Marie

Peer Schader

26. Februar 2009, 19:03

@Marie:  Ich habe Ihre Meinung zur Kenntnis genommen und muss sagen: Ich habe weiterhin eine andere. Und es ist wenig hilfreich, wenn Sie dem Kollegen Niggemeier oben "haltlose Unterstellungen" vorwerfen und dann glauben, meinen TV-Konsum beurteilen zu können. Ich kann mich jedenfalls nicht entsinnen, dass wir uns darüber schon einmal unterhalten haben.

Mein Text ist auch keine Rezension zu "Sturm der Liebe", sondern befasst sich mit der Reaktion der ARD auf den Verdachtsfall. Es tut mir leid, wenn ich Ihre Erwartungen da enttäuscht haben sollte. Aber für alles Weitere zur Qualität der Inhalte gibt es ja das "Sturm der Liebe"-Nutzerforum bei DasErste.de.

Marie

26. Februar 2009, 20:32

@ Peer Schader,

es tut mir Leid, ich wollte Sie und Herrn Niggemeier nicht beleidigen. Sicher haben Sie beide die Sendungen gesehen und erwähnen ihre mistelwerbungsfremden Inhalte mit Bedacht nicht. Ich kann mir nur beim besten Willen nicht vorstellen, wie jemand den Verdacht der Schleichwerbung noch weiterhin aufrecht erhalten kann, nachdem er die Serienfigur Fred für das Präparat hat "werben" sehen und die Reaktion der anderen Figuren darauf erlebt hat. Aber es scheint möglich zu sein.

Und ich denke, wenn auch Werbung mit Antihelden funktionieren würde, und ausreichend ist, dass man eine (wie auch immer geartete) Aufmerksamkeit erregt, würde man sie öfter einsetzen.  

Der Verdacht gründet sich auf Kommunikationsfetzen, und Kommunikation funktioniert m.E. nun einmal nur im Zusammenhang.  

Hannelore

26. Februar 2009, 22:33

Man kann immer etwas vorschieben, was wichtiger ist, als schwer kranke Menschen mit Respekt und Würde zu behandeln und nicht durch völlig unwirksame Mittelchen auch noch bis zum Ende abzuzocken.

Der Gesetzgeber hat schon gewusst, warum er ein generelles Werbeverbot (bin ich leider auch erst gestern drüber informiert worden) - egal, ob direkt oder indirekt - für Krebstherapien und Krebsheilmittel gesetzlich festgelegt hat.

Da die ARD völlig uneinsichtig scheint,  sollen sich die zuständigen Instanzen damit befassen.

Es findet sich für fast jeden eine Lobby in Deutschland bis hin zur Aktion" rettet die Kröten, die auf der Bundesstraße xxx einmal im Jahr über die Straße wandern". Für Todkranke und Pflegebedürfte setzen sich nur wenige einzelne ein (ein Mann ist aktiv in der Altenpflege). Besser, man guckt weg und unterstützt auch noch die, die sich nicht scheuen, bis zum letzten Atemzug abzuzocken.

Ich werde jedenfalls weiterhin "so viel Lärm machen" wie ich nur kann, bis die ARD Stellung bezieht und die Verantwortlichen die Konsequenzen tragen müssen. Die dürfen machen, was sie wollen, während eine kleine Kassierin für 1,30 Euro gefeuert  und zusätzlich noch von den Medien dafür verrissen wird???

Armes Deutschland.

Hannelore

27. Februar 2009, 08:39

Da die ARD und die BAVARIA ja anscheinend uneinsichtig sind, wird es wohl Zeit, weitere Maßnahmen zu ergreifen.

Ich werde heute versuchen, eine Liste mit allen Herstellern von Krebspräparaten (für die nicth öffentlich geworben werden darf) zusammenzustellen, um diese dann anzuschreiben. Außerdem werde ich - nach der bereits informierten Deutschen Krebsgesellschat - Interessensverbändeanschreiben.

Vielleicht wäre ja jemand bereit, mich zu unterstützen.

Meine EMail-Anschrift liegt der Redaktion vor, so daß über diese eine Kontaktaufnahme möglich wäre.

Andrea

27. Februar 2009, 18:18

Nur, falls es noch niemand gesagt hat:

Es wird keinesfalls für die Misteltherapie geworben. Der, der diese Therapie vorschlägt ist ein negativer Charakter. Als Zuschauer hat man keinerlei Sympathien für "Fred".

Die Ärztin hat außerdem in einer der Folgen klargestellt, dass das Präparat höchstens als Begleitung zur schulmedizinischen Behandlung dienen kann - wenn überhaupt.

Die Figuren, die der Zuschauer positiv wahrnimmt (Freunde und Verwandte der Erkrankten, selbst die Ärztin) sind durchweg für eine ärztliche Behandlung.

Es wird also in höchstem Grade Werbung für die Schulmedizin gemacht. Die oben erwähnten Ausschnitte aus der Sendung sind irreführend und zusammenhangslos ausgewählt - insgesamt wird die Misteltheapie nicht als Allheilmittel dargestellt, sondern eher als Methode, die sicher zum Tod führt (worüber man auch streiten kann...).

...

Und jetzt versinke ich im Erdboden, dass ich die Sendung wirklich gucke und dazu was beitragen kann...

Hannelore

27. Februar 2009, 19:38

Auch wenn ich mich wiederhole:

1. Es ist generell verboten, für Krebstherapien/Medikamente/Begleittherapien etc. zu werben.

2. Es kommt den Herstellern der Präparate gar nicht darauf an, als "wirksames Krebsmittel" dargestellt zu werden.

3. Zweck der Angelegenheit ist wahrscheinlich, mit der Misteltherapie im Gespräch zu bleiben, damit das Prdoukt weiterhin nachgefragt resp. als gebräuchlich dargestellt werden kann, damit man die "Sonderzulassung" behält, obwohl die Mittel nicht wirksam sind. (Plazebo)

Sollte das Mittel nicht mehr genannt und nachgefragt werden, läuft die Zulassung ab und die Firmen bekommen keine neue. Die Fa. Heloxor z.B. verdient ihr Geld zur Zeit anscheinend mit diesem Mittel basierend auf der "Krebsbehandlung", nachzulesen in der Handelsbilanz 2007 im Bundesanzeiger.

Unter dem Begriff Misteltherapie wird eine spezifische Behandlung nach anthroposophischen Grundsätzen mit ganz speziellen Mitteln vertrieben. Weshalb gibt es wohl keinen Aufschrei der Firmen, die das Produkt herstellen????

Die Therapie basiert auf einer philosophischen Theorie von Herrn Steiner, die davon ausgeht, das die Mistel als Schmarotzer genauso "schmarotzend" gegen Krebs wirkt, von dem man zu der Zeit (1920) annahm, dass er durch "kleine Geisseltierchen" verursacht wird. Die modernen technischen Möglichkeiten haben natürlich längst bewiesen, dass das ganze völliger Blödsinn ist.

Allein derartige Aktionen der Anthroposophischen Interessensgruppen  (die u.a. von einer der Herstellerfirmen Weleda gesponsert werden) führen zu einer "Nachfrage", durch die wiederum die Sonderzulassung weiterhin gilt (3 Jahre keine Nachfrage??)

Selbst die Ärztin betont ja immer wieder, dass es Studien gibt, allerdings im Falle von Viktoria .... blablabla

Ich habe jedenfalls erreicht, dass sich seriöse Pharmaunternehmen, die nicht für ihre "wirksamen" Krebsmittel werben und aufwendige fachliche Forschung betreiben, damit auseinandersetzen.

Hannelore

27. Februar 2009, 19:49

Korrektur: die Firma heißt Helixor .

Hannelore

27. Februar 2009, 20:15

ich habe mir gerade Auszüge aus der heutigen Folge angesehen.

Die Diskussion und die Darstellung der an Krebs erkrankten Serienfigur wird mit jeder Folge schlimmer. Das ständige Pöbeln gegen die Schulmedizin läßt für mich wirklich nur den Schluss zu, dass hier anthroposophische "Sekten"mitglieder Einfluss genommen haben. Wenn die ARD damit beabsichtigt, Betroffenen Mut zu machen, ist das mehr als gründlich daneben gegangen.

Dank Forschung und Früherkennung können heute viele Krebskranke völlig geheilt werden, bei vielen wird das Leben um Jahre verlängert und dank wirksamer Medikamente können auch an Krebs Erkrankte lange "am normalen Leben" teilnehmen. Die ARD betreibt hier eine angstmachende negative Propaganda, die durch nichts mehr zu entschuldigen ist.

Auch ein Diabetiker ist sein Leben lang krank und hat mit schwerwiegenden Folgen der Erkrankung bis hin zu Amputationen usw. zu rechnen. Ein diabetischer Fuß ist mit Sicherheit ekliger, als ein Turmor, den man nicht sieht. Warum wird das nicht gezeigt und diskutiert?

Hier wurde meiner Meinung nach eine Handlung um ein Prdouktplacement herum konstruiert, um eine Diskussion in Gang zu halten und um Angst zu schüren.

Tripolino

28. Februar 2009, 22:21

http://twitter.com/tripolino

In den besagten "Sturm der Liebe"-Folgen wird die Misteltherapie überzeugender in ihrer Heilwirkung abgewertet als angepriesen. Und das stärkste Argument ist dann der Tod des hirntumorkranken Anpreisers. Wenn das Schleichwerbung sein soll, dann finde ich Schleichwerbung unbedenklich. Verständlicher fände ich, wenn sich Anthroposophen darüber beklagten, wie schlecht die Misteltherapie bei den Helden des "Fürstenhofs" weggekommen sei. Denn das sind gewiss nicht wenige, bei denen jetzt diese Alternative zur Chemo in schlechter Erinnerung bleiben dürfte.

Andreas

01. März 2009, 14:15

Kann mich @tripolino nur anschließen.

Die Haltung der Figuren und der Handlungsverlauf sind alles andere als eine Werbung für diese obskure Therapie.

Bei aller Sympathie, liebe Fernsehblogger, aber in diesem Falle habt ihr euch etwas verrannt, scheint es. Großmütig zugeben, dass ihr hier etwas daneben gelegen habt ist sicher die bessere Entscheidung als jetzt um jeden Preis weitere Scheinargumente an den Haaren herbeizuziehen... ;-)

Kornelia

22. Oktober 2009, 00:05

Seit wann sind denn Pharmaindustrien seriös???? Ist ja echt ein Lacher. Die sind doch nur auf ihren Profit aus. Die würden doch nix mehr verdienen, wenn es ein Heilmittel gegen Krebs gäbe. Und eines ist sicher: es sterben immer noch mehr Menschen an der Chemo und der damit verbundenen Nebenwirkungen.

omela

09. Februar 2010, 12:27

o, Tanenbaum, Tripolino....

es gibt mindestens 39 Mistelpräparate; das geht schon aus dem MDT Test hervor, das unter 39 Mistelpräparaten unterscheidet.

Darüberhinaus haben Misteltropfen überhaupt nichts mit Krebs zu tun.

Ein Krebskranker stirbt sicher, wenn er Misteltropfen trinkt, weil er damit nicht den Krebs behandelt, sondern von den Tropfen sinkt nur der Blutdruck.

Als Krebsmittel sind nur die parenterale Mistelpräparate zugelassen. Wer aber alles über einen Kam scherrt, ist selber schuld.

Wenn ich Hopfen zum Himmel hoch lobe, so ist das noch längst keine Werbung für ein Produkt oder eine Firma, auch wenn es sich um Bier oder um getrocknetes Hopfen handeln würde.

Eine Pharma oder Name eines Krebsmittels  wurde ja nicht genannt, also ist das keine Werbung.

Wäre dagegen ein Pharmaunternehmen genannt, dann wäre es ehe umgekehrt, dann würde die Pharma nicht der ARD für die Werbung zahlen müssen, sondern dürfte diese Pharma ARD zur Kasse bitten und zwar wegen Geschätsschädigung.  

Wer in einer Serie, wo ein Lift unter der Treppe gebaut wird, nach Behandlungsvorschlägen sucht, der ist wirklich ein "armer Hund".

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