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Das Fernsehblog

ARD – wo sich die Stars zuhause fühlen

07. April 2009, 07:34 Uhr

Günther Jauch nach seiner Absage an die ARD, die Nachfolge von Sabine Christiansen zu übernehmen (am 15. Januar 2007 im "Spiegel"):

"Ich hatte am Ende das Gefühl, dass man mich an möglichst kurzer Leine um die Anstalt rennen lassen wollte. Jeder drittklassige Bedenkenträger schlug ein anderes Pflöckchen in den Boden. Jeder hatte eine Meinung – im Zweifel eine unfreundliche. Mir war natürlich klar, dass die Rundfunkräte als Kontrollorgan ein scharfes Auge auf meinen Vertrag haben würden. Aber dass monatelang jede Woche Gremien voller Gremlins der Verführung nachgeben würden, mit meinem Namen auch mal den eigenen in der Zeitung zu lesen - das war schon anstrengend."

Stefan Raab über die Gründe, warum es ihn nie zur ARD ziehen würde (am 8. März 2009 in der F.A.S.):

"Das sind alles nette Leute. Aber es ist halt alles unglaublich bürokratisch da. Bei Pro Sieben kann ich anrufen und sagen: Ich hab 'ne Riesenidee – und die sagen: Mach mal! Beim WDR müsste erst mal ein Antrag an die Etage drüber geschrieben werden, und die müssten dann wieder einen an die Etage drüber schreiben, und keiner kann wirklich was entscheiden, bevor nicht der Ältestenrat zusammengetreten ist. Ich bin dankbar fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen und guck's auch gerne – aber die Art und Weise, wie wir glauben, erfolgreich arbeiten zu können, würde dort große Komplikationen mit sich bringen."

Oliver Pocher über die Verhandlungen mit der ARD über seinen Verbleib im Ersten (am 6. April 2009 im "Spiegel"):

"Bei den Verhandlungen mit der ARD war die Suche nach einem Sendeplatz ein Riesenaufwand. Und dann redet ja nicht nur einer allein, sondern 84 Gremien reden mit. Und mindestens ein Dutzend Chefs muss alles abnicken. Das ist einfach sehr anstrengend."

Wird fortgesetzt.

 

Veröffentlicht 07. April 2009, 07:34 von Peer Schader
Kommentare

Darian van Dark

07. April 2009, 08:46

"Ja mach mal" ist aber auch nicht das Gelbe vom Ei (oder das Mettbrötchen vom Raab), denn was dabei rauskommt: Kann man ja leider sehen - wenn man nicht abschaltet....

Arno Nym

07. April 2009, 09:54

Nun ja, bei aller Kritik, die ich an Stefan Raab habe: Aber er war doch in den letzten Jahren einer der einzigen kreativen Köpfe im deutschen TV, von denen mal neue Ideen kamen.

Erich von Halacz

07. April 2009, 09:58

@Darian van Dark: Das mag sein, aber etwas Neues zu probieren bedeutet immer ein Risiko. Es zeugt daher von großer Risikobereitschaft, wenn ein Sender sagt:"Ja mach mal". Dass dabei nicht immer so ein erfolgreiches Format wie "Schlag den Raab" dabei herauskommt, ist klar. Wenn es bei zehn Schnellschüssen wenigstens ein bis zwei ein Treffer gibt, dann ist das schon gut. Bei den Öffentlich Rechtlichen Sendern findet man diese Risikobereitschaft jedenfalls nicht, obwohl sie es sich eher leisten könnten als die Privatsender. Dieses "Ja mach mal" ist jedenfalls besser als das was die Öffentlich Rechtlichen machen, nämlich erfolgreiche Formate von den Kollegen bei den Privaten Sendern abzukupfern (und das auch zum Teil auf sehr miserable Weise) (ja, das machen die Privaten unter sich auch, aber dann stellt sich die Frage, warum nun dann ARD & Co. das auch machen müssen, also unbedingt bestimmte Genres/Formate zu bedienen/kopieren) und Moderatoren/Gesichter von den Privaten abzuwerben. Letzteres erinnert an eines dieser reichen Fussballclubs, die statt im Rahmen einer Jugendarbeit neue Talente zu finden und aufzubauen, einfach mal das Scheckheft zücken, um mittels teilweise horrender Gagenversprechungen von anderen Fussballclubs aufgebaute und erfolgreiche Fussballer abzuwerben.

Jeeves

07. April 2009, 10:04

Das "Ja mach mal" ist ein verkürzendes & verständliches Auf-den-Punkt-bringen.

Mozalini

07. April 2009, 10:05

http://www.fohlenkommando.de

Der Vergleich (mit Privaten) hinkt m.E. ein wenig: ARD/ZDF sind eben gebührenfinanziert. Ich bin froh, dass es einen (vielleicht manchmal zu ausgeprägten) Schutz gegen Schnellschüsse gibt. Zu Raabs Argumentation: Was er (außerhalb seiner täglichen Show) macht, muss er neuerdings als Dauerwerbesendung kennzeichnen. Das müsste also, um in seinem Beispiel zu bleiben, jede Etage und auch der Ältestenrat schlicht ablehnen.

Und: Wollen wir überhaupt den "Star" nur um des Stars willen bei ARD/ZDF? Wir wollen gutes PRogramm. Das steht aber auf einem anderen Blatt...

onlime

07. April 2009, 10:14

...andererseits können sich die 84 Chefs in der ARD immer nur auf noch so eine Show mit Jörg Pilawa einigen.

Sven

07. April 2009, 10:36

http://inselblog.wordpress.com

Ich denke nicht nurr Herr Raab ruft bei Pro7 an und bekommt gesagt "Mach mal", nach den Sendungen zu urteilen rufen dort täglich 10 Leute an. Und alle "machen mal....".

Dass die Öffentlich-Rechtlichen von ihrer Bürokratie ausgebremst werden, dürfte doch jedem klar sein.

Paule

07. April 2009, 11:18

"Moderatoren/Gesichter von den Privaten abzuwerben. "

Wobei die Privaten das natürlich nie machen (auch nicht bei Schmidt, Jauch und Pocher).

Paule

07. April 2009, 11:24

@Peer

Es ist mal wieder leider so, dass hier nur Symptome genannt, aber die Ursachen nicht hinterfragt werden. Ich würde mir ein hintergründiges Stück wünschen, in dem mal international geschaut wird, wie Sender in anderen Ländern überwacht werden. Der BBC Trust umfasst 12 Mitglieder und schafft es, seine Arbeit besser auszuführen, als Hunderte Fernsehratsmitglieder in Deutschland. Klar. Ist auch anders organisiert. Aber mit welcher Begründung hält man hier an einer hinderlichen Struktur fest?

Silvia

07. April 2009, 12:09

http://techfieber.de

zu: "Stefan Raab würde nie zur ARD ziehen" ... da koenne wir doch froh sein!  bitte, bitte verschont uns mit dem raab im ö-r-TV ...

Nicht immer so Bierernst

07. April 2009, 12:18

@Mozalini: Und seine reguläre Sendung ist übrigens mit "Dauerfernsehsendung" insertiert. hehehe!

Andreas

07. April 2009, 12:31

http://andreas-lautsch.de/blog/

Man sollte das Ganze vielleicht auch mal andersherum betrachten:

Jauch und Raab sind bei RTL bzw. ProSieben die Gesichter schlechthin, d.h. bei ihren Haussendern können sie mehr oder weniger tun und lassen was sie wollen. Wenn in den ARD-Verträgen nun Einschränkungen (z.B. keine zusätzlichen Werbeverträge) beinhaltet sind erfolgt die nur zu menschliche Reaktion sich nicht in seiner Freiheit begrenzen zu lassen und abzusagen. Abgesehen davon finde ich die selektive Auswahl bei der Programmerstellung von ARD, ZDF und vor allen den Dritten sehr gut und frage mich, ob Günther Jauch überhaupt ein so guter Ersatz für Christiansen wäre (denn außer dem bisschen SternTV führt Jauch doch auch keine Diskussionsrunden) und was sollte Stefan Raab beim öffentlich-rechtlichen machen? Mir fällt da nix ein zumal er meiner Meinung nach auch noch ein sehr schlechter Moderator ist. Vielleicht ist es auch besser auf solche Leute zu verzichten, denn der Einstieg von Bruce Darnell bei der ARD war ein schlechter Schuß ins Blaue und hat sich auch nicht gelohnt. Der sollte lieber mit seinesgleich wie Dieter Bohlen, Sonja Krauss, Heidi Klum, Detlef Soost und wie sie nicht alle heißen weiterhin das Proletariat auf RTL, ProSieben und RTL2 unterhalten und zur Volksverdummung beitragen!

Peer Schader

07. April 2009, 13:12

Kommentare mit den Vokabeln "Proletariat" und "Volksverdummung" werden künftig gelöscht. Wir sind hier nicht im Spiegel-Online-Forum.

Darian van Dark

07. April 2009, 13:25

Ja... ich erinnere mich... Jahre liegt es zurück... ich hatte fertige Formate in der Schublade liegen (natürlich mehr oder minder Laienhaft formuliert, also ohne technisches Gedöhnse) und bot diese Formate vollkommen naiv mal verschiedenen Sendern an - Ergebniss: "Nicht von Interesse" oder "Gabs das schon mal irgendwo, damit wir vergleichen können" oder "Wir haben unsere eigenen Formatentwickler". Und heute laufen 3 nahezu identische Formate erfolgreich auf verschiedenen Sendern. Tja... "Mach mal" kann sich nur erlauben, wer oben steht - die Stimme aus des Volkes Pöbel bleibt da ungehört.

Darian, unerhört seit 1975.

Andreas

07. April 2009, 13:29

http://andreas-lautsch.de/blog/

@Peer Schader:

Okay, dann möchte ich meine letzten Satz wie folgt formulieren:

"...weiterhin das anspruchsarme Publikum von RTL, ProSieben und RTL2 unterhalten und zur Niedrighaltung des Durschnitts-IQs beitragen!"

Gebührenzahler

07. April 2009, 15:22

Ihr Beitrag besteht nur aus Zitaten. Wo bleibt da die Eigenleistung?

Darian van Dark

07. April 2009, 15:50

Gebührenzahler: Genau... wir sind ja schließlich nicht im Spiegel-Online-Forum...

Dent

07. April 2009, 16:58

@Andreas

Das sie als anscheinend aussenstehder sich eine Aussage zu Intelligenz zutrauen, Respekt Mann, echt mutig. Ihr Beitrag zum IQ-niedrig-halten ist, mit solchen postings, ja auch nicht zu verachtenen. Aber so ist es nunmal  das Weltbild des selbsternannten Bildungsbürgers, der Intellektuelle schaut ÖR, das Dummvolk privat. Vor lauter Schläue, die ihm ja schon aus dem Hirn tropft, übersieht er dabei die Tatsache, daß das ÖR einen genauso schwer verdaulichen Einheitsbrei sendet wie die privaten, nur das sie dazwischen ein paar Informationssendungen einstreuen, aber Information ist nicht gleichzusetzen mit Qualität, schon gar nicht bei ARD und ZDF.

Anosnten kann ich nur sagen, daß die privaten senden, was Geld bringt, wer will ihnen das verübeln.

Manchmal sogar wenn es wenig bis kein Geld bringt aber ein Super-Progarmm ist, z.B. "Lost" auf Pro7, lausige Quoten aber wahrscheinlich eine der brilliantesten Serien die je gedreht wurden, aber sowas sieht man nicht im ÖR, genauso wenig wie "Die Sopranos", "The Wire", "Entourage", "The West Wing" oder eine der vielen anderen genialen TV-Produktionen aus Übersee  die von den privaten gemieden werden.

Die ÖR senden lieber ihren eigenen oder schlecht kopierten Müll, weil sie anscheinend keine Ahnung haben wie man gutes Fernsehen macht oder einkauft oder jede originelle Idee den langsamen Gremienerstickungstod stirbt. Man muß sich doch nur mal angucken welche Moderationsattrapen dort "moderieren". Pilawa, Beckman, Kerner, Elstner und als Höhepunkt Gottschalk - da kann doch nur weichgespültes Konsensfernsehen bei rauskommen, selbst die Polittalker sind so harmlos das es wehtut, ein selbstverliebter Fragenvorleser und MAZ-Ansager wie Plasberg gilt dort schon als Höhepunkt der Talkkunst. Der einzige der jetzt noch halbwegs Schneid hat im ÖR-Fernsehen ist Harald Schmidt - und selbst der ist ziemlich Stumpf geworden, leider, vielleicht ist es nur Altersmilde, vielleicht findet er auch nochmal zu alter Form zurück.

Man kann  hier auf den Persönlichkeiten eines Stefan Raab oder Dieter Bohlen rumhacken wie man will, aber eins ist sicher, deren shows sind zigmal besser, teurer und aufwendiger produziert als alles was die ÖR zu bieten haben....was aber auch nicht schwer ist. Hat jemand "Verstehen sie Spaß" gesehen am Samstag, ich habs versucht aber es ist absolut unerträglich, von der billigen kulisse, bis zu den unterirdischen Musikdarbietungen über die vor-30-Jahren-wars-noch-lustig-versteckte-Kamera bis zum scheintoten Moderator Frank"Ich-glaube-selber-nicht-das-ich-immer-noch-ins-Fernsehen-darf"Elstner, ne da ziehe ich mir lieber "Superstars" rein oder nen altes VHS-Band mit Paola und Kurt Felix, das hatte wenigstens noch Charme.

Fazit: Die Annahme das die ÖR ein höheres  Niveu haben ist Blödsinn, das haben sie längst auf ihre Spartenkanäle ausgelagert, die sie sich dank GEZ leisten können. Das Hauptprogramm ist genauso armseelig, unkreativ und lahm wie das der privaten, wenn man die voraussetzungen bedenkt noch viel armseeliger, aber immerhin liefert das ÖR solch Fatzken wie Andreas die möglichkeit sich anderen überlegen zu fühlen, weil er deren Programm guckt, obwohl er bestimmt auch öfter nach der "heute"-Sendung auf RTL2 rüberzappt

Peer Schader

07. April 2009, 17:05

Auch auf die Gefahr hin, hier heute schon wieder altmodisch und nörglerisch zu wirken: Wäre es möglich, beim Diskutieren darauf zu verzichten, sich für Kommentatoren, deren Meinung man nicht teilt, unangemessene Bezeichnungen auszudenken? Danke.

Dent

07. April 2009, 17:16

Schätze das hängt von der Definition von "unangemessen" ab.

Paule

07. April 2009, 17:41

@Dent

"Die Annahme das die ÖR ein höheres  Niveu haben ist Blödsinn,"

Ich nehme mal an, du beziehst dich nur auf das Erste und Zweite, weil du die Spartenkanäle (wie arte?) extra erwähnst. Aber auch das Erste und das Zweite haben ein höheres Niveau als z.B .RTL. Die Nachrichtensendungen sind niveauvoller. ttt ist auch niveauvoll, genau wie Terra-X-Dokus bei den relevanten Privaten nicht anzutreffen sind. Ähnliches gilt für Punkt 12 und das Mittagsmagazin. Und Verstehen sie Spaß hat ein höheres Niveau als eine beliebige Show mit Dieter Bohlen, wo es nur auf persönliche Beleidigungen ankommt. Es ist für viele nur nicht so unterhaltsam wie Bohlen. Du sollstest bei deiner Einschätzung trennen: Niveau hat mit Unterhaltsamkeit erstmal nichts zu tun.

Deswegen sollte sich dein Fazit nicht auf Niveau beziehen, sondern auf Innovation, Umsetzung, Unterhaltsamkeit, Zuschauernähe.

Das schöne an den Spartenkanälen ist übrigens: Man kann sie benutzen. Probier es aus: Lege arte und 3sat auf Programmplätze 1 und 2. Entweder du landest dann auf der Insel der Glückseeligkeit, weil du im Niveau ertrinkst, oder es ging dir nicht um Niveau, sondern um Schauwert und breitenpoulären Spaß. Da hast du aber Recht: Da sind die ÖR keine Glanzlichter.

Andreas

07. April 2009, 18:18

http://andreas-lautsch.de/blog/

@Dent:

Was soll ich dazu sagen? - Du nimmst dir meinen letzten Satz, verstehst ihn offensichtlich nicht und fängst dann an mich zu beleidigen. Okay, dann anders: Ich gucke auch die Privaten, aber meist nur Speilfilme oder Serien, bevorzugt US-Formate. Bei den ÖR beschränkt sich mein Konsum auf Sport, Dokus,  Magazine (wie Zapp, Monitor, Auslandsjournal usw.) und ebenfalls Spielfilme. Worauf sich nun aber mein letzter Satz bezog waren Sendungen, welche durch die genannten Personen moderiert werden. Als da wären:

Dieter Bohlen in dessen Show DSDS die Teilnehmer öffentlich der Lächerlichkeit preisgegeben werden und der musikalische Gedanken weit hinter den Einschaltquoten liegt.

Sonja Krauss die meiner Meinung nach ebenfalls eine richtig schlechte Moderatorin ist und sich in talk, talk, talk über Leute in Talkshows amüsiert, wobei doch wirklich jedem klar sein sollte, dass auch diese Talkshows zum größten Teil initiiert sind und das Niveau nicht hoher ist als so manche Kniescheibe. Hier wird also aus Mist noch mehr Mist gemacht!

Heidi Klum führt auch nur eine Selbstvermarktungsshow auf den Rücken junger Damen, an die sich im nachhinein doch kaum jemand erinnert oder fallen dir spontan die 3 Siegerinnen von GNTM ein? Außerdem verbreitet gerade diese Show große Gefahren, wenn z.B. schlanke Damen als zu dick tituliert oder künstliche Busen als non plus ultra verkauft werden. Das sind definitiv die falschen Signale an junge Damen!

Bei Detlef Soost und seinen Popstars verhält es sich ähnlich wie bei DSDS und GNTM.

Stell dir doch mal folgende Frage: "Was denkst du ist besser? Sich mit einem Kind eine Doku im Fernsehen anzugucken oder auf RTL die Super-Nanny mit Problemkind Kevin zu verfolgen, der seine Mutter ständig  nennt?" hierzu ist übrigens dieser Artikel noch ganz interessant: www3.ndr.de/.../familieprivatfernsehen100.html

Ich hoffe du hast jetzt verstanden was ich mit dem letzten Satz sagen wollte.

Ach fragen wa doch mal an alle: Welche Sendung von den Privaten Fernsehsendern hat euch intellektuell weitergebracht?

Da fallen mir spontan nur die Discovery-Sendungen auf Kabel1 ein, denn Galileo schafft das nicht!

artois

08. April 2009, 10:25

In vielen Dingen, bin ich persönlich ja durchaus bei ihnen, aber ich möchte ihrer letzten Frage in ihrem letzten Posting zwei entgegensetzen: Schauen sie ausschliesslich fern, damit sie sich intellektuell fortbilden? Und denken sie, dass sich alle Konsumenten von DSDS, GNTM u.ä. intellektuell zurückentwickeln? Und wieviel intellektueller Mehrwert liegt ihrer Meinung nach in Spielfilmen und Serien (bevorzugt aus den USA)?

Ursel

08. April 2009, 11:41

Vorschlag zur Güte:

Ich gucke beides, ÖR- und Privates fersehn ungern. Das Niveau ist bei beiden unterirdisch und wird von Jahr zu Jahr nicht besser. Sicher gibt es Ausnahmen, aber diese sind wirklich rar gesaet. Das liegt wahrscheinlich auch daran das überall Menschen arbeiten denen der monatliche gehaltscheck als Bestätigung für gute Arbeit reicht.

Und zum Thema Spartenkanäle. Falls damit die Auswüchse wie "einsfestival" und "zdfdoku" gemeint sind. Da schalte ich ab und an mal rein und sehe trotzdem immer die gleichen Sendungen auf Rotation. Ist es Qualität wenn man zum 10x sieht wie sich störche paaren und den text dazu schon rezitieren kann?

Meiner Meinung nach nicht

Ich denke es leigt halt auch daran das die meisten menschen keine arbeit brauchen sonder schlichtweg Geld. Wie und womit sie es bekommen ist mehr oder weniger egal. ausnahmen bestätigen hier auch wieder die regel :P

MfG

Ursel

Ursel

08. April 2009, 11:56

Nachtrag z. T.

Schmidtbashing

Imho auch nur ein (Kraftausdruck Ihrer Wahl) der mal bessere mal schlechtere Schreiber hatte. Wer seine Fans seit nunmehr über 3 jahren zu tode langweilen versucht sollte in rente gehen. Es ist schon sehr schwer zu ertragen. Einen wirkich sypatischen "Feuerstein" über jahre hinweg lustvoll zu demütigen aber bei einem kleinen Pausenklaun wie dem Pocher, der meiner meinung nach nun wirklich Schelte verdient hätte, nur 1x in der ganzen zeit wirklich zurechtzuweisen in _einem satz_ dann auch noch ist mehr als armseelig. Das erjetzt noch nachtritt passt da ganz ins Bild. Rückrat sieht jedenfalls anders aus.

Aber da Herr Schader ja darum gebeten hat hier nicht allzu ausfallend zu werden höre ich jetzt auf, wobei ich doch schon ganz gern in dem zusammenhang noch ein paar kraftausdrücke gebraucht hätte.

MfG

Andreas

08. April 2009, 11:56

http://andreas-lautsch.de/blog/

@artois:

Also ich schaue nicht ausdrücklich fern um mich fortzubilden, aber wenn man z.B. mal 4 Folgen Auslandsjournal à 30 Min. guckt erfährt man meiner Meinung nach mehr über ein potentielles Auswanderungsland, als es einem in den Shows auf VOX oder Kabel1 vorgeführt wird.

Bei anderen Sendungen die ich verfolge geht es mir auch eher um Aufklärung bzw. Hintergrundberichte um eine Sache als ganzes verstehen zu können. Ob das einen nun intelektuell voranbringt oder nicht lässt sich wahrscheinlich nicht messen, aber das die Allgemeinbildung größer wird lässt sich doch nicht bestreiten.

Ich bin auch nicht der Meinung das "sich alle Konsumenten von DSDS, GNTM u.ä. intellektuell zurückentwickeln" - sondern eher, dass sie sich definitiv nicht weiterentwickeln, da der informative Mehrwert dieser Shows bei NULL liegt.

kurz zu "meinen US-Serien" die ich gucke und da wären: Dr. House, Monk und CSI NY. Einen objektiv messbaren intelektuellen Mehrwert haben sie wohl alle nicht, aber allein der Versuch sich mit deren Probleme zu beschäftigen und zu versuchen Lösungswege zu kobinieren und aufzuzeigen fördert das Hirn zumindest ein bisschen und die Allgemeinbildung erfährt auch etwas über bestimmte Krankheiten und Analyseverfahren der Polizei.

Zum Thema Spielfilme: sie vermitteln manchmal auch einige Informationen wie z.B. hier: www3.ndr.de/.../tatort220.html

dienen in erster Linie aber der Unterhaltung, sprich zum Genießen und "Hirn abschalten." Jetzt werden sie sicherlich sagen, dass das bei DSDS, GNTM u.a. genauso sei und ich gebe ihnen Recht.

ABER: Bei Spielfilmen weis es jeder Zuschauer von vorneherein, bei diesen Shows aber wird einem sugestiert, dass es sich um einen ernsthaften Wettkampf handelt umso die Zuschauer zu binden, d.h. sie gucken sich das mit einer ganz anderen Einstellung/Erwartungshaltung an. Ein (Groß)Teil der Zuschauer ist meist jung (und naiv) und träumt vielleicht insgeheim auch davon einmal Superstar oder Topmodel zu werden. Sie erkennen dann die Fiktion nicht und können es nicht richtig einschätzen, was da eigentlich genau passiert. Das Thema ansich ist einfach viel zu groß um es hier in ein paar Sätzen zu beschreiben, aber ich hoffe, dass ich zumindest meine Grundbedenken an diesen Show klar machen konnte.

Ursel

08. April 2009, 12:03

@altrois

Es geht ja auch nicht darum das jede sendung unbedingt bilden muss. Alerdings, sollten sie auf gar keinen fall dümmer machen (um verdummung zu vermeiden) oder gesellschaftliche Klüfte und Differenzen schaffen. was bei vielen "shows" halt der normalfall ist! ...und natürlich auch von deren machern ganz klar gewollt oder zumindest geduldet. Warum? Vll kann dies ein Zitat beleuchten.

"Zeige ihnen einen roten Kometenschweif, jage ihnen eine dumpfe Angst ein, und sie werden aus ihren Häusern laufen und sich die Beine brechen. Aber sage ihnen einen vernünftigen Satz und beweise ihn mit sieben Gründen, und sie werden dich einfach auslachen"

Dent

08. April 2009, 14:40

Eine Fernsehsendung kann nicht dümmer machen, selbst 12 Stunden glotzen am Tag kann nicht dümmer machen, allerdings auch nicht schlauer, wenn man natürlich bedenkt das man in der Zeit auch was  schlaues lesen kann.

@Andreas: Ich hab dich genau verstanden. "Sie erkennen dann die Fiktion nicht und können es nicht richtig einschätzen, was da eigentlich genau passiert", genauso arrogant wie im vorherigen posting, vielleicht sollten diese Leute mehr ÖR gucken um ihre intellektuelle Kapazität zu steigern.

Wenn die ÖR ein Format wie DSDS oder GNTM haben könnten, würden sie sich alle Finger danach lecken. Was die vermeindliche Aubeutung angeht, die Teilnehmer kennen die Show aus früheren Staffeln und sind alt genug. Ist ja nicht so das die ÖR nicht versuchen diese shows zu kopieren, nur it das einfach um Dimensionen schlechter, ist ja auch kein Wunder bei deren Entscheidungsfindungsprozessen.

Ich persönlich gucke auch gerne US-Serien, aber lieber im Original, leider ist das OR da für mich gestorben, des sind ne menge hochklassiger Serien zu haben die man im Zweikanalton übetragen könnte, da würde ich glatt zum ÖR-gucker.

@Paule

Niveau hat mit Unterhaltung oft nix zu tun. Toll die ÖR haben auch Niveau im Programm und Bildung, das macht bestimmt 20-25% des Programms, na da applaudier ich doch, haben die nicht irgendeinen Auftrag, die ÖR, mir war doch so. Ich guck auch öfter Arte, die wiederholen z.Zt. "The Avengers". 3 Sat ist eigentlich nur für Schweizerdeutschsprechende Opernfans interessant.

Ich sags nochmal, Private wollen Geld verdienen und solange sich mit Kultur und Dokus nix verdienen lässt, brauchen sie es von mir aus auch nicht zu senden, die ÖR haben

"Innovation, Umsetzung, Unterhaltsamkeit, Zuschauernähe." gibts quasi nicht bei den ÖR, das ist doch sie Schande. Milliarden an Gebühren und nix anständiges kommt dabei raus (ausser der Sportschau vielleicht).

Die Zielgruppe der ÖR sind doch auch, ob freiwillig oder nicht, die Ü50, die 14- 29jährigen hat man längst verloren und das ist traurig.

Paule

08. April 2009, 15:33

@Dent

"Milliarden an Gebühren und nix anständiges kommt dabei raus (ausser der Sportschau vielleicht). "

Solange du unter 'anständig' ausschließlich oberflächliche, massenkompatible Unterhaltung verstehst, muss man sich nicht wundern, wie du zu deinem Urteil kommst. Dies ist eigentlich das Einzige was fehlt, alles andere ist da. Die Sender sind dir nicht privat genug, was dazu führt, dass du alle vorhandenen Unterschiede ignorierst. Bravo.

Andreas

08. April 2009, 18:34

http://andreas-lautsch.de/blog/

@Dent:

Also das ist jetzt mein letzter Kommentar zu diesem Thema weil ich einfach das Gefühl habe das sie mich nicht verstehen (wollen). Sie haben wieder einen (!) Satz aus dem Zusammenhang gerissen und stellen mich dann als arrogant hin. So macht eine Diskussion keinen Sinn, keinen Spaß und bringt keinen voran.

Ich versuche jetzt die Ihnen zitierte stelle mal zu erklären:

Junge Damen (oder Herren) die kaum 16 Jahre alt sind, sich diese Shows angucken und sich daraufhin bei denen bewerben haben meiner Meinung nach zum Großteil keine Ahnung, worauf sie sich einlassen. Wohl nur sehr wenige können die Tragweite eines potentiellen Auftritts im dt. Frensehen einschätzen was ich z.B. mit einem öffentlichen Profil in einer Internet-Community (Stichwort studiVZ) vergleichen würde. Die sich daraus möglicherweise ableitenden Folgen sind sehr weitreichend und im Zeitalter des Internets kaum zurückzudrehen. Wie oft sehen wir bei DSDS oder GNTM junge Menschen, die absolut davon ÜBERZEUGT sind, dass ein zukünftiger Star sind, der bisher nur noch nicht entdeckt wurde? Diese (fast noch) Kinder gehen mit riesigen Erwartungen zu solchen Castings, wundern sich dann über die zum Teil unter die Gürtelinie gehende Kritik und verstehen nach ihrem Scheitern die Welt nicht mehr. Ich kann mir schon vorstellen, dass nicht wenige dieser Kandidaten danach einen kleinen psychischen Knacks haben und wenn dann das ganze noch im Fernsehen veröffentlicht wird, wo es Schulkameraden sehen und danach noch lästern, macht die Sache sicherlich nicht besser. Ich bin auch der Meinung, dass ein Großteil der Bewerber eben nicht weis, worauf sie sich da einlassen (siehe Max Buskohl) und was das für Folgen (siehe Stephan Darnstedt ) haben kann. Wenn dann auch noch junge Mädchen bei GNTM sehen, dass man mit einem künstlichen Busen sehr weit kommen kann (eventuell sogar gewinnt) dann ist das auch ein falsches Signal an die Jugend. Zum Wort Fiktion vll. noch: Diese Shows sprechen von Superstars und Topmodels, dass ist Übertreibung allererster Güte. Die Gewinner sind mal kurzzeitig im (deutschen) Rampenlicht der Öffentlichkeit, werden nebenbei von den veranstaltenden Fernsehsendern ausgenutzt um Quoten zu erzielen und nach einer gewissen Zeit erinnert sich kein Mensch mehr an sie.

Vielleicht klingt das für sie jetzt wieder arrogant oder von oben herab, aber ich bleibe bei meiner Meinung, dass viele junge Teilnehmer an diesen Casting-Shows nicht die Folgen des Vertrags absehen können den sie da vorher unterschreiben und junge Zuschauer, die diese Verträge nicht einmal kennen (bzw. von deren Existenz wissen) ebenfalls leicht in diese "Falle" tappen.

Christopher

09. April 2009, 13:23

http://www.hingesehen.net

Ich muss hier mal eine Lanze für Raab brechen. Allein damit, dass er mit "Schlag den Raab" ein vernünftiges (!) Spieleformat zurück ins deutsche Fernsehen gebracht hat, hat er einen großen Beitrag zur aktuellen TV-Landschaft geleistet. Diese Shows - und ich rede nicht von Unsinn wie den Piratenshows und Co. auf RTL - waren früher im "Herrschaftsbereich" der ARD und ZDF. Diese Sendungen können, wenn sie gut gemacht sind, sogar einen gesellschaftlichen Wert haben, der dem (anspruchsvollen) Fernsehen in letzter Zeit immer mehr abhanden kommt. In meinem Blog-Magazin habe ich darüber auch schonmal im Zuge der Jauch-Pocher-Show geschrieben.

Derzeit scheint es wirklich so, dass die Bürokratie gerade bei der ARD einem guten Programm eher im Wege steht.

artois

09. April 2009, 23:52

@Andreas und Ursel

Wie bereits geschrieben, bin ich in der Grundstimmung ganz ihrer Meinung, respektive, ich habe auch meine Verzweiflungsmomente und ich werde sie, so befürchte ich auch künftig immer wieder haben.

Ich bin allerdings irgendwann dazu übergegangen, mir einzureden, dass mein Eindruck, den ich von so vielen Inhalten und den Schlüssen, die ich daraus ziehe einfach nur subjektiv sein kann. Heisst: Ich unterstelle der Gesellschaft einfach mal grundsätzlich, dass sie nicht in der Mehrzahl dumpf, naiv o.ä. ist, sondern das die große Masse schlicht sich nicht die Mühe macht, sich über alles, was so daherkommt aufzuregen. Da ist wohl auch immer wieder ein Schuss Agonie, Resignation oder Bequemlichkeit dabei.

Bleibe ich mal beim Beispiel DSDS. Ich hasse es im Grunde, aber ich schaue es dennoch. Mittlerweile sogar mit einer gewissen Spannung. Wenn ich ihnen sage, dass ich ansonsten fast rund um die Uhr ausschliesslich Phoenix, arte o.ä. schaue, dann kann DSDS im Prinzip nicht in mein Schema passen. Aber ich bin dazu übergegangen, zu akzeptieren, dass ich mich auch durch totalen Blödsinn einmal die Woche einfach berieseln lassen kann ohne, dass ich mich selbst dafür schelten muss. Sicherlich gibt es immer wieder Facetten an diesen Formaten, die mich maßlos aufregen. Ich kann dann meine Tischkante in Späne beissen und den Untergang des Abendlandes herbeiflennen oder ich kann mir auch vorstellen, dass da vor den TV-Apparaten eine ganze Menge Menschen sitzen, denen Bildung und "Wissen aufsaugen" ebenso wichtig ist, wie mir und die genau wissen, dass DSDS da jetzt mal gerade nichts in der Hinsicht beisteuern wird. Muss es auch nicht...

Andreas, ihr letzter Absatz sagt im Prinzip alles: Das Thema ist zu komlex und ich bin auch der Meinung, dass es in diesem Rahmen nichts zu lösen gibt. Mein Denkanstoss ging in die Richtung, dass es vielleicht ganz beruhigend sein kann, wenn wir alle uns ein wenig darauf verlassen, dass die Masse der Konsumenten ein recht vernünftiges Völkchen ist. Alles andere würde mich persönlich in unnötige Sinnkrisen stürzen und mich dazu animieren eine TV-RAF zu gründen oder ihr beizutreten, wenn es sie gäbe. Nee dann doch lieber nicht. Hab ja schliesslich Familie ;)

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