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Samstag, 11. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Das Fernsehblog

Stell dir vor, es ist Grand-Prix, und ich seh nicht hin

07. Mai 2009, 13:00 Uhr

Hätten Sie's gedacht? In neun Tagen ist Eurovision Song Contest. In Moskau haben längst die Proben begonnen. Und mich lässt das alles schrecklich kalt.

Gut, werden Sie sagen, das geht den meisten Leuten immer schon so, aber für mich war der Grand-Prix ein prägendes Fernseherlebnis. Als Kind war es der einzige Abend (außer Silvester), an dem ich bis Mitternacht aufbleiben durfte - vorausgesetzt, ich hatte am Mittag brav "vorgeschlafen". Es war die perfekte Kombination der beiden großen, tragischen Lieben meiner Jugend: Schlager und Statistik.

Ich fieberte mit Katja Ebstein, Hoffmann & Hoffmann, Ingrid Peters und Mary Roos (die Gruppe Wind fand ich zum Glück damals schon furchtbar) und trug die Punkte in die dafür vorgesehene Tabelle der "Hörzu" ein. Während der neunziger Jahre mit den schrecklichsten deutschen Teilnehmern verlor sich mein Interesse ein bisschen, aber im Revolutionsjahr 1998 war ich in Bremen dabei, als Guildo Horn und seine Fans alles überrannten (und mir mit ihrer aggressiven Party- und Eroberungsstimmung Angst machten). Ich durfte Stefan Raab nach Stockholm begleiten (und mein einziges Seite-3-Stück in der "Süddeutschen Zeitung" schreiben), verfasste aus Kopenhagen meinen ersten Quasi-BILDblog-Eintrag, verbrachte dank des Wettbewerbs einen Urlaub im Baltikum und erlebte in Tallinn Ralph Siegel und Bernd Meinunger so hautnah, dass daraus zwei Texte entstanden, auf die ich heute noch ein bisschen stolz bin.

In den letzten Jahren ging ich dann wieder ein bisschen auf Abstand, konnte es dann aber doch nicht lassen, den Wettbewerb ausführlich zu begleiten - und insbesondere, ihn immer wieder gegen ungerechte Kritik in Schutz zu nehmen.

Und eh jetzt jemand ankommt und sagt, dass es abwegig sei, sich überhaupt so viel mit einer solchen Quatschveranstaltung zu beschäftigen: Der Grand-Prix ist exakt so wichtig, wie man ihn nimmt. Das hat er zum Beispiel mit der Fußball-Bundesliga gemein, nur dass deren Fans sich nicht so oft dafür rechtfertigen müssen.

Ich glaube auch nicht, dass sich der Grand-Prix nur ironisch gebrochen genießen lässt, mit der Konträrfaszination angesichts all der Demonstrationen schlechten Geschmacks, die da geboten werden. Natürlich ist es eine bizarre Veranstaltung, aber eigentlich reizvolle Bizarre daran ist schon die Idee, Nationen um die Wette singen zu lassen. Und die Inszenierung ist seit einigen Jahren state-of-the-art - man kann den Eurovision Song Contest inzwischen auch als eine Leistungsschau der Fernsehshow-Produktion sehen, insbesondere was die Bühnenbilder angeht.


Aufbau der Bühne in Moskau. Foto: eurovision.tv

Normalerweise hätte ich zu diesem Zeitpunkt schon damit angefangen, meine Umgebung mit ausgewählten Video-Höhe- und Tiefpunkten der Teilnehmer zu nerven. Aber in diesem Jahr - nichts.

Es kann natürlich sein, dass das an mir liegt. Aber der Wettbewerb macht es mir in diesem Jahr auch leicht, mich nicht für ihn zu begeistern. Vor allem mit seinen Entdemokratisierungs-Tendenzen. Weil die Zuschauer sich hartnäckig weigern, ihre Punkte so zu verteilen, wie es die Veranstalter wollen, schrauben die Veranstalter jetzt Jahr für Jahr am Reglement. Dabei sollte man beim Blick auf die Gewinner nicht glauben, dass es ein Problem gäbe: In den vergangenen fünf Jahren gewannen: die Ukraine, Griechenland, Finnland, Serbien und Russland - eine Mischung, wie sie bunter kaum sein könnte. Die Sieger waren: eine pompöse Feuer-Tanz-Performance, eine Gruppe Monsterrocker, eine Mainstream-Popnummer, die schlichte Ballade einer einzelnen Sängerin und eine mit einem Eisläufer aufgepeppte und mit Gimmicks überladene Show-Nummer. Das Votum des europäischen Publikums scheint so unvorhersehbar wie eh und je, aber weil sich der Schwerpunkt der Teilnehmerländer dramatisch nach Osten verlagert hat, haben es Titel leichter, die dem dortigen Geschmack entsprechen.

Und natürlich gibt es Sympathie-, Freundschafts- und Nachbarschaftspunkte, die es zum Beispiel den Ländern Ex-Jugoslawiens oder der früheren Sowjetunion leichter machen, weit nach vorne zu kommen. Das ist auch nicht schlimm: Griechenland und Zypern haben einander immer schon fast immer zwölf Punkte gegeben. Deshalb kann es Zypern - im Gegensatz zu Deutschland - kaum passieren, auf dem letzten Platz zu landen. Andererseits hat Zypern trotzdem - im Gegensatz zu Deutschland - noch nie gewonnen.

Länder wie die Türkei werden immer davon profitieren, dass in Westeuropa viele Türken leben. Aber verfälscht deren (vielleicht patriotisch motivierte, vielleicht auch nur geschmacklich geprägte) Stimmabgabe das Votum aus Deutschland? Oder ist das nur eine angemessene Repräsentation der sonst gern verdrängten Tatsache, dass in der Bundesrepublik viele Türken leben, die andere Musik hören, einen anderen Geschmack haben als "wir"?

Natürlich ist das ungerecht. Es ist alles ungerecht. Auch dass die 84.000 Andorraner zusammen genau so viel Einfluss auf den Sieger haben wie die 142.000.000 Russen, was jedem Einwohner des Pyrenäenstaates fast 1700-mal so viel Macht gibt. Auch dass die Briten einfach in ihrer Landessprache singen können und trotzdem von allen verstanden werden. Auch dass die Skandinavier einander mögen, aber keiner uns. Auch dass den Osteuropäern immer diese Show-Nummern so gefallen, obwohl wir Westeuropäer beschlossen haben, dass es gefälligst nur auf das Lied ankommen soll (jedenfalls wenn wir keine gute Show machen), und wir waren schließlich zuerst da.

Noch bekloppter als der Wettbewerb an sich ist der Glaube, dass in ihm auf eine irgendwie halbwegs objektive Weise das beste Lied gewählt würde. Oder werden sollte. Oder werden könnte.

Es gab Jahre, in denen sich zum Beispiel Großbritannien gefragt hat, ob das Land für seine Unterstützung des Irak-Krieges von den Grand-Prix-Zuschauern abgestraft wurde. Vermutlich hätte man in der Qualität des eigenen Beitrags überzeugendere Gründe finden können, aber ganz abwegig ist der Gedanke nicht. Der Song-Contest ist auch ein Sympathie-Wettbewerb der Nationen, und das trägt erheblich zu seinem Reiz bei.

Andererseits war es immer wieder faszinierend zu sehen, wie einzelne Titel in ganz Fernseheuropa einen Nerv trafen - auch solche, bei denen man das nicht unbedingt vorhersehen konnte, wie der estnisch-amerikanischen Funk-Nummer vor ein paar Jahren.

Aber nun haben die Leute so oft nicht so abgestimmt wie sie sollten, und anders als damals, als Irland in zehn Jahren fünfmal den Wettbewerb gewannt, ist das heute ein Problem. Deshalb zählt das Urteil des Publikums, dem offenkundig nicht zu trauen ist, in diesem Jahr nur noch zur Hälfte - die andere Hälfte jedes Landesvotums bestimmt eine Jury. In der für Deutschland sitzen H. P. Baxxter (Scooter), Jeanette Biedermann, Guildo Horn, Sylvia Kollek und Tobias Künzel (Die Prinzen), und damit hat man die lästigen Türken mit ihren komischen Vorlieben schon mal aus dem Rennen.

Es ist nicht ganz klar, inwiefern es diesen Wettbewerb aufwertet, wenn man das erratische Votum von vielen durch das erratische Votum von wenigen ersetzt - es sei denn, man geht davon aus, dass Frau Biedermann, "Bild"-Schlagerkönigin 1998 und und 1999 trotz der Unterstützung eben dieser Zeitung im Vorentscheid zum Grand-Prix nur vierte, eine Expertin sei, die besser als wir normalen Fernsehzuschauer weiß, was gute Musik und damit siegeswürdig ist.

Natürlich, früher gab es auch schon das Jury-Votum, und es hatte einen gewissen Unterhaltungswert, darüber zu spekulieren, warum die deutsche ungefähr nie für Österreich gestimmt hat, und zu registrieren, wie die griechische Jury die verfeindete Türkei mit Punktentzug strafte. Dem fehlt aber erheblich die Fallhöhe im Vergleich zur Grand-Prix-Begleitfolklore der vergangenen Jahre, die das Abstimmverhalten ganzer Länder zu analysieren versucht und sogar dazu taugt, sich als Nation auf die Couch zu legen, und hysterisch zu fragen, warum uns eigentlich keiner mag (und damit womöglich schon eine halbe Antwort gibt).

Es ist das demokratische Element, das den besonderen Reiz solcher Abstimmungen ausmacht. "Deutschland sucht den Superstar" demonstriert das gerade eindrucksvoll und zeigt auch das gute Gespür des Publikums, das sein Unterhaltungsbedürfnis dadurch befriedigte, dass es die Skandalnudel Annemarie viel länger im Rennen ließ, als es der Jury gefiel, sie am Ende im Finale aber doch lieber nicht dabei haben wolle. Das schlimmste an der Entmachtung des Publikums aber ist das Misstrauen seiner Urteilskraft, das daraus spricht, und die Bereitschaft, die Regeln so lange anzupassen, bis das gewünschte Ergebnis dabei herauskommt. Wenn sich in diesem Jahr herausstellt, dass sogar trotz Wiedereinführung der Jurys Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Spanien ganz hinten liegen sollte, hat der Grand-Prix ein echtes Problem. Aber vielleicht können Punkte für die großen Geldgeberländer ja doppelt zählen. Oder es werden Punkte für Nachbarländer verboten. Oder man legt gleich eine Reihenfolge fest, bei der am wenigsten wichtige Länder hinterher unglücklich sind.

In Deutschland hat man das Publikum aus der Auswahl des Kandidaten, der "für Deutschland" singen soll, wie es so schön heißt, in diesem Jahr sicherheitshalber ganz herausgehalten. Die Begründung, man wolle so etablierte Künstler rekrutieren, die sich nicht dem Risiko einer Niederlage in der Vorentscheidung aussetzen wollen, wurde spätestens durch die Kür des Siegers ad absurdum geführt: Es gewann der peinliche Erfolgsproduzent Alex Christensen, mit einem Projekt, dem man schon am Namen anmerkt, dass es nicht von Dauer sein soll: "Alex swings, Oscar sings". Es wirkt wie ein Rückfall in Zeiten, als Ralph Siegel für diesen Zweck Retortengruppen zusammencastete und zum Beispiel "MeKaDo" nannte.


Alex (links) swings, Oscar (rechts) sings. Foto: NDR

Nun wäre nichts dagegen zu sagen, den Autor so schlimmer Werke wie "Du hast den schönsten Arsch der Welt", "Du bist so Porno" oder "Liebe zu Dritt" nach Moskau zu schicken, wenn das der Wille des Publikums gewesen wäre - so wie es zum Beispiel sein Wille war, mit Stefan Raab und Guildo Horn der Welt gewaltsam zu demonstrieren, dass man Humor hat. Die Auswahl durch das Publikum hat auch den Vorteil, dass bei einem Debakel wie mit den No Angels im vergangenen Jahr, scheinbar "wir alle" verloren haben - und dass man lange Nächte diskutieren kann (aber nicht muss), ob Carolin Fortenbacher mit ihrem modernen Schlager erfolgreicher gewesen wäre.

Jürgen Meier-Beer, der für den NDR die Wiederbelebung des Song Contest ab 1998 maßgeblich betrieben hat, griff gerne in die Kiste mit den ganz großen Wörtern, um die Bedeutung des demokratischen Vorentscheids zu beschreiben: "Das deutsche Volk entscheidet, was Ausdruck unseres Nationalstolzes ist", sagte er 2001 und formulierte: "Die nationale Vorentscheidung ist auf die Verbindung zwischen Popmusik und nationaler Ehre auszurichten. Diese Verbindung ist einmalig: im Fernsehen, in der Popmusik und im Nationalbewusstsein".

Man darf es ruhig eine Nummer kleiner hängen, aber dass ein Vorentscheid eine wichtige Voraussetzung ist, um eine Identifikation mit dem deutschen Vertreter zu produzieren, steht außer Frage. Nach Ansicht von Meier-Beer schafft der "identitätsstiftende Vorlauf" überhaupt erst das Interesse am Finale, das "per se nicht interessant genug ist". Mein Tipp ist, dass die Quote in diesem Jahr entsprechend mies sein wird.

Vielleicht täuscht meine Wahrnehmung, aber kann es sein, dass es noch überhaupt keinen Hype um den deutschen Beitrag gibt? "Miss Kiss Kiss Bang", diese peinlich betitelte, schrecklich eingängige, irgendwie professionelle, aber furchtbar seelenlose Nummer, ist immerhin bis auf Platz 27 in die deutschen Singlecharts gekommen, aber präsent ist sie in keiner Weise. Beim Echo sind A.S.O.S. (um es jetzt mal abzukürzen) aufgetreten, im ARD-Oma-Programm "Buffet" waren sie vorgestern, im Sat.1-Frühstücksfernsehen und im RBB-Programmfüllsel "Zibb" gestern. Ja. In der "Bild"-Zeitung hat die öffentlich-rechtliche ARD einen Medienpartner, der sich nach Kräften und Fähigkeiten abrödelt, den Act interessant zu machen, inklusive Homestory über den Sänger und seine Homosexualität, die vielleicht für ein bisschen mehr Aufsehen gesorgt hätte, wenn man nicht gerade erst zum ersten Mal von ihm gehört hätte und nicht sicher wäre, ihn spätestens am Tag nach dem Grand-Prix schon wieder vergessen zu haben.

Man sieht, wie da mühsam jemand schraubt, um Aufmerksamkeit zu produzieren: Die Edelstripperin Dita von Teese wird auf der Bühne in Moskau tanzen, und angeblich ist die amerikanische Talkmasterin Oprah so begeistert von dem Stück, dass sie es unbedingt in ihrer Show haben wollte. Toll! Dass die deutschen Fernsehzuschauer es unbedingt in ihrer eigenen Show haben wollen, dass sie wollen, dass es gewinnt in Moskau oder ihm den letzten Platz wünschen, ist nicht zu erkennen. Warum auch? Sie haben mit diesem Beitrag ja nichts zu tun.

Natürlich werde ich mir die Show nächste Woche trotzdem angucken, schon aus alter Verbundenheit, und weil der nette hr3-Moderator Tim Frühling als Vertretung oder Nachfolger von Peter Urban moderieren darf und diese Erfüllung seines Jugendtraums schon deshalb verdient hat, weil er der einzige ist, den ich kenne, der auf längeren Autofahrten Mitreisende dazu zwingt, Best-Of-Grand-Prix-CDs zu hören. (Außer mir natürlich.)

Veröffentlicht 07. Mai 2009, 13:00 von Stefan Niggemeier
Kommentare

lokalreporter

07. Mai 2009, 14:06

http://lokalreport.com

eine nummer kleiner hängen, und kürzer texten - eine gute idee!

Stefan Niggemeier

07. Mai 2009, 14:11

Sie haben das doch nicht etwa alles gelesen jetzt, oder?

Kurienkardinal

07. Mai 2009, 14:20

Viel zu viele Worte für ein belangloses Ereignis.

Latze

07. Mai 2009, 14:20

http://latzes.blog.de

"Der Grand-Prix ist exakt so wichtig, wie man ihn nimmt. Das hat er zum Beispiel mit der Fußball-Bundesliga gemein, nur dass deren Fans sich nicht so oft dafür rechtfertigen müssen."

- Bravo!

"...dass Frau Biedermann, "Bild"-Schlagerkönigin 1998 und und 1999 trotz der Unterstützung eben dieser Zeitung im Vorentscheid zum Grand-Prix nur vierte, sei Expertin, die besser weiß als wir normalen Fernsehzuschauer, was gute Musik und damit siegeswürdig ist."

- an diesem Satz ist irgendwas faul.

Stefan Niggemeier

07. Mai 2009, 14:28

@Latze: danke, ist korrigiert.

SvenR

07. Mai 2009, 14:34

Was. in neun Tagen schon, dann kann ich ja schon mal wieder Metigel bestellen...

lokalreporter

07. Mai 2009, 14:39

http://lokalreport.com

@Stefan Niggemeier - querbeet rübergelesen, na klar ~/~ vor allem die bilder!

Meireles

07. Mai 2009, 14:49

Ein außerordentlich guter Bericht. Und ich habe ihn komplett gelesen. :)

Ich persönlich war von der NDR-Auswahl (ASOS) erst streckenweise begeistert, eben, weil es so eingängig ist und auf den ESC zugestrickt und ich endlich mal wieder über eine gute deutsche Platzierung jubeln will.

Mittlerweile ist bei mir Ernüchterung eingekehrt. Ich glaube immer noch daran, dass wir uns gut platzieren werden - aber zu welchem Preis? Der ESC wird immer uninteressanter... auch wegen solcher, wie Sie zu Recht schreiben, Herr Niggemeier, seelenloser Nummern.

Sie hätten vielleicht noch erwähnen können, dass Patricia Kaas für Frankreich antritt. Hat ja auch kaum jemand hierzulande mitbekommen.

Andererseits könnte man dann auch wieder anmerken, dass Patricia Kaas ohne TV-Vorentscheid zur Kandidatin gekürt wurde. Ein großer Name, ein Star - und damit hat Frankreich das geschafft, was Deutschland mit einem ähnlichen Auswahlverfahren auch schaffen wollte.

Im Übrigen gewinnt Island. :)

Stefan Niggemeier

07. Mai 2009, 14:52

Katharina1002

07. Mai 2009, 14:53

Wunderbarer Beitrag Herr Niggemeier und meiner Meinung nach in einer guten Länge!

Ich schaue den Grand-Prix (sorry, ich nenne ihn immer noch so) seit Jahren mit einer Mischung aus Begeisterung und Entgeisterung. Ich bin mir noch nicht sicher ob ich dieses Jahr einschalten werde...Schon der Anblick "unseres" Duos löst bei mir kalte Schauer aus und ich befürchte, dass der "Fremdschämfaktor" einfach zu hoch sein wird!

blue eddy

07. Mai 2009, 14:55

Da hab ich auch noch einen: » ... Diese Verbindung ist einmalig: im Fernsehen, in der Popmusik und im Nationalberwusstsein". Man darf es ruhig eine Nummer kleiner hängen, ... « ich nehme mal an, es wurde Nationalbewußtsein adressiert?

By the way - welches? Um es mal mit Volker Pispers zu sagen: "Nationalbewußtsein? Ich habe mit meinem bisschen Mensch sein schon vollauf zu tun!"

Ich sehe da auch eher bessere Chancen ne gute Figur musikalisch zu hinterlassen, wenn ahnungsloser dt. Tourist bspw. am St. Patricks Day eine irische Kneipe betritt, dort hemmungslos falsch mitsingt, bis der Wunsch nach einem »now a german song, please!« dir nun geforderten Repräsentanten deutschen Liedgutes nicht die Schweißperlen auf die Stirne treibt, sondern von »Wir lagen vor Madagaskar« bis »Leise rieselt der Schnee« (subj. Auswahl) den Iren die Auge feucht werden, weil Deutsche auch schön singen können (und zwar alle Strophen) und bei diesen Mega-Design-Events nicht immer nur verlieren, weil Sie langweilige Standards bedienen, die keinen Pop-Fan interessieren. Aber wem sag ich das?

cheerio!

Alberto Green

07. Mai 2009, 15:00

Metigel gibts nicht. Hab mir schon alle Lieder angehört (Ohgottogottogott), den Modus verstanden (HP BAXXTER?! Tobi "Nimm die Socke aus dem Mund" Künzel?! Die Biedermann?!) und gelesen, dass Peter Urban dieses Jahr nicht moderiert und überhaupt … Nee, dieses Jahr fällt der Grand Prix für mich aus. :(

egghat

07. Mai 2009, 15:09

http://egghat.blogspot.com

Mist. Artikel gelesen. Jetzt kann ich nicht mehr behaupten, dass ich gar nicht mitbekommen habe, dass Grand Prix ist. Naja, am Wochenende ist Sonne angesagt. Die lasse ich mal etwas brutzeln und dann ist das Hirn wieder frei :-)

Alex

07. Mai 2009, 15:15

http://realvirtuality.wordpress.com

Von der ehrlichen Herzausschüttung geschickt in die treffende Analyse eines kulturellen Kuriosums umgeschwenkt. Sehr lesenswert!

Thomas Schreiber

07. Mai 2009, 15:16

Lieber Herr Niggemeier -

Respekt - das ist eine sehr intelligente und umfassende Analyse, in weiten Teilen aus meiner Sicht sehr präzise und richtig - und zugleich eine interessante Selbstbeschreibung. Ihren Geschmacksurteilen, das werden Sie verstehen, kann ich nicht an jeder Stelle folgen.

Da Sie den NDR nach der Belgrader Pleite beraten haben, kennen Sie ja auch die Überlegungen der Macher. Es wäre übrigens möglich gewesen, beim NDR anzurufen und sich vielleicht den einen oder anderen Hintergrund darstellen zu lassen.

Heute kann ich nur sagen: warten Sie Moskau ab, schreiben Sie bitte möglichst viel, damit wir viele Zuschauer haben - und dann bin ich gespannt, was Sie sagen werden, wenn wir nach dem ESC-Finale in Moskau bekanntgeben werden, wie die nationale Aufgabe, einen Kandidaten für den ESC 2010 zu suchen, angegangen werden wird. Auf jeden Fall - so hoffe ich - wird es eine Überraschung, die die Fans und Zuschauer begeistert.

Schade, dass Sie nicht in Moskau dabei sind. Sie würden ihren Spass haben.

Herzliche Grüße

Thomas Schreiber

ARD Koordinator Unterhaltung

escfan05

07. Mai 2009, 15:23

Ich stimme ihnen vollkommen zu. Warum soll man sich mit einem Beitrag identifizieren den man 1. nicht ausgesucht hat und 2. der noch nicht einmal von einem deutschen gesungen wird. 3. dazu ist das Lied noch schlecht auf eine Deutsche Übersetzung des Titel verzichte ich lieber, denn dann wirds wirklich peinlich für den Pornosänger und seinen Kalifornier.  Heißer Tip: Norwegen gewinnt. Und wir? Deutschland wird bestimmt wieder letzter. Hoffentlich, denn dann kriegt hoffentlich ein anderer Sender den ESC.

Alberto Green

07. Mai 2009, 15:30

"… wie die nationale Aufgabe, einen Kandidaten für den ESC 2010 zu suchen …" Heute ist Donnerstag und donnerstags – das weiß der Herr Niggemeier – bin besonders albern; also verzeihen Sie bitte, Herr Schreiber, dass ich bei dieser Formulierung ein wenig kichern musste.

Ben

07. Mai 2009, 15:53

@ Thomas Schreiber

Lassen sie mich raten. ARD und BILD suchen über Youtube oder MyVideo einen

tollen Kandidaten der dann in einer Entscheidungsshow gegen die üblichen

Teilnehmer antreten darf. Garniert wird das ganze mit einem Frauenaffinen

Titel und einer Millionenschweren Werbekampagne. Wird bestimmt spannend.

Caterwaul

07. Mai 2009, 16:30

http://Tomahawk

Der Grand Prix Eurovision de la Chanson (jetzt European Song Contest genannt) ist so mausetot wie die Zehen, die Roald Amundsen, der Polarforscher, sich mit der Kombizange amputiert hat.

Spitzohr

07. Mai 2009, 16:36

Es gibt sogar Leute, die Mitreisende auf längeren Autofahrten zum Anhören der Punktevergabe vergangener Jahre in voller Länge zwingen.

Daniela

07. Mai 2009, 16:39

http://danielasgedanken.blogspot.com

Hm.

Bei vielen Teilen des Textes habe ich heftig genickt - aber bei ebensovielen Teilen genauso heftig den Kopf geschüttelt.

Die Jury wieder einzuführen (die in den 70er/80ern selbstverständlich war) ist in meinen Augen nicht der Untergang des Abendlandes, genauso habe ich bei den letzten ach so demokratischen Vorentscheiden mit gerade mal 3 Kandidaten "das kleinste Übel" ausgewählt. Dann eben mal ohne Vorentscheid, der von Thomas Herrmans mit Mettigel & Joy Fleming-Auftritt unnötig in die Länge gezogen wurde.

Ich sehe Jury & fehlenden Vorentscheid als ärgerlich an, als einen Versuch - der hoffentlich im nächsten Jahr wieder eingemottet wird, um hoffentlich im kommenden Jahr nach Hollands Vorbild durch eine große Veranstaltung ersetzt wird.

*daumendrück*

Doch trotz aller Ärgernisse - und das ist wohl der größte Unterschied zwischen uns - freue ich mich am Samstag kommender Woche auf einen witzigen Abend mit Freunden, die genau wie "wir" am Grand Prix-Abend (und Silvester) lange aufbleiben durften und die sich diesen kindlichen Spaß bewahrt haben auf Punkte zu wetten und sich kleinkariert über Punkteschiebereien zwischen ehemaligen Kriegsgegnern und "keiner mag uns" aufzuregen ;-). Mit dem Augenzwinkern, dass unser Beitrag einfach nicht jedem gefällt und gut. Hoffen wir, dass Tim Frühling Herrn Urban gut vertritt, denn das ist mir wichtiger als das Abschneiden des "deutschen" Beitrages.

Felix

07. Mai 2009, 16:59

I'M IN LOOOVE WITH A FAIRYTALE

Torsten (N.)

07. Mai 2009, 21:27

http://www.littlebird.de

Ich hab alles gelesen und bin nur noch beruhigt, dass ich nicht - wie damals befürchtet - der Einzige war, der "vorschlafen" musste. Zugegeben. öfter für den Fußball in der Woche, aber einmal im Jahr auch für den Grand Prix.

"Wind" fand ich übrigens garnicht so furchtbar. Richtig verknallt war ich aber dann eine ganze Weile in Maxi Garden -> www.youtube.com/watch :o)

Zeiten waren das ... ich find den gesamten Text sehr gelungen :)

Kerst!n

07. Mai 2009, 21:38

Guten Abend zusammen!

Mir scheint, dass Deutschland Jahr für Jahr einfach wieder sich zum Verlierer wählen lassen muss. Anders geht es ja auch gar nicht!

Es ist nicht wichtig immer vorne mit dabei zu sein, nein, die letzten Plätze sind immer die Besten! Da hat man schön den Überblick und muss sich keine Gedanken machen über eine Finanzierung im nächsten Jahr im eigenen Land!

Ja und die dazu fälligen Sicherheitsbestimmungen, denn schließlich reist ja Hinz und Kunz aus der halben Welt ein. Ganz schrecklich! Am Ende wollen die vielleicht noch bleiben! Also wirklich, dass geht ja nun gar nicht!

Also lieber die letzten Plätze, auf den hinteren Bänken lässt es sich gut weiterschlafen und der Prinz der das Dornröschen wachküsst gibt es eh nur im Märchen!

Gute Nacht Deutschland und bloß keinen Wecker stellen!

Hendrik

07. Mai 2009, 21:46

http://ohrensessel.wordpress.com

Beim letzten Absatz entfuhr mir ein beruhigtes "gottseidank" .-)

Christian H.

07. Mai 2009, 22:39

Also ich hab nach wie vor meinen Spass am ESC weil ich es einfach Klasse finde, dass er sich allen Unkenrufen zum Trotz über so lange halten konnte und mittlerweile sogar die grösste TV- Musikveranstaltung der Welt ist. Es ist jedes Jahr aufs Neue wieder spannend, weil nicht wirklich vorhersehen kann wer am Ende den Sieg davon trägt - für einen Fan beginnt die "Saison" ja schon mit den ganzen internationalen Vorentscheidungen im Dezember des Vorjahres und der ESC selbst bildet dann das grosse orgiastische Finale, also den krönenden Abschluss - so gesehen ist der Vergleich mit dem Fussball, speziell der Bundesliga, recht treffend - man fiebert mit und von mal zu mal steigt der Puls.

Was unseren deutschen Beitrag anbelangt find ich es nach wie vor extrem schade, dass insbesondere der NDR das Potential dieses Beitrages nicht zu nutzen gewusst hat - gerade weil es keine VE gab, wäre viel mehr Promotion und Unterstützung von Nöten gewesen, dann hätte sich der wachsende Zuspruch von ganz alleine eingestellt - das hätte nicht zuletzt auch dem allgemeinen Interesse am Ereignis ESC gut getan. Wenn nichts dafür tut, kann daraus auch so gut wie nichts werden.

Gut dass Alex C. diesen besonderen Ehrgeiz an den Tag legt und sein ganzes Herzblut in einen Erfolg beim ESC hineinlegt - ich bin mir sicher dass das auch belohnt werden wird. Mich ärgert an alledem nur eines - NDR und ARD werden sich dann mit Lorbeeren schmücken, die sie nicht verdient haben. Ich bin aber patriotisch genug, unserem Beitrag trotzdem ganz viel Erfolg zu wünschen, weil man Alex und Oscar gar  nicht genug dafür danken kann, dass sie, trotz aller massloser Kritik,  die deutsche Fahne beim ESC hochhalten.

mez

07. Mai 2009, 22:53

Was lustig ist, ist dass der "Grand Prix Eurovision de la Chanson" zum letzten mal 1966 offiziell so hieß. Seitdem hieß er fast immer "Eurovision Song Contest." Mit wenigen Unterbrechungen, z.B. als "Eurovisie Songfestival" als er 1976 mal in den Niederlanden stattfand..

Nur in Deutschland hat das vierzig Jahre lang wohl keiner gemerkt.

JMK

07. Mai 2009, 23:10

http://dieweissewand.blogspot.com

@mez

vielleicht weil unter dem Begriff "Grand Prix" jeder weiss was gemeint ist.

Es geht ja auch kein Mensch zur "HSH Nordbank Arena".

Dave

07. Mai 2009, 23:20

Für mich war der ESC bisher ein Stück Paradebeisspiel für Demokratie, an dem auch Länder teilnehmen, die es mit der politischen Demokratie bisher nicht sehr ernst nehmen.

Danke NDR, dass du Europa zeigst, dass Demokratie nicht der richtige Weg ist.

Jea.nne

07. Mai 2009, 23:33

Was, in neun Tagen ist Grand Prix? Davon weiß ich wirklich nichts.

Bei mir hat das Interesse an diesem Ereignis sich in den letzten Jahren auch sukzessive verringert. Vor etwa zehn Jahren fand ich den noch richtig toll, den Grand Prix. Sogar vorletztes Jahr habe ich noch reingeschaut. Aber nachdem die deutschen Beiträge immer peinlicher werden, muss ich mir das nicht mehr antun. Sehr schade. Die Idee des Grand Prix ist eine gute!

Schnurps

08. Mai 2009, 04:10

Den G. P. schau ich mir seit Jahren schon nicht mehr an und zwar, seitdem der deutsche Beitrag auf englisch gesungen wird. Die "looser" haben offenbar noch nicht mitgekriegt, daß z. B. Tokyo Hotel mit deutschen Texten international sehr erfolgreich ist.

Riccho

08. Mai 2009, 06:10

Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Ein hervorragender Artikel und im Gegensatz zum Startkommentator auch nicht zu lange. Ich finde mich hier deutlich wieder, auch wenn bei mir das Desinteresse bereits bei Guildo Horn eingesetzt hatte....

Werner Messerer

08. Mai 2009, 08:36

Da hat sich einer nicht die nötige Zeit genommen, sich kurz zu fassen.

hitparadenmoderator

08. Mai 2009, 08:53

http://www.tonvinyl.de

Hmmm, der Song von "Swinging Alex" haut mich auch nicht so richtig vom Hocker. Das Thema finde ich irgendwie durchgekaut, aber wenn man den Song nur einmal hört und ihn dann bewerten muß, hat er durchaus bessere Chancen als unser letztjähriger Beitrag.

Ich glaube der Alex hat einen kleinen Fehler begangen. Hätte er einen seiner Erfolghits "neu" aufgelegt und mit dem Titel "Du hast das schönste (bzw. intelligenteste) Hirn der Welt" textlich ausgestattet, wäre ihm wohl zumindest ein Menge an intellektueller Zustimmung ("Der hat ja nicht nur S** im Kopf") beigetragen worden.

Ich drücke ihm die Daumen und hoffe auf das nächste Jahr, wenn endlich Joy Fleming eine weitere Chance erhält :-)

TheMusicers

08. Mai 2009, 09:03

http://www.themusicers.net

@Schnurps:

Tut mir leid, aber das muss sein: richtige loser schreiben das Wort mit zwei o. ;)

Tommyfmain

08. Mai 2009, 09:07

http://www.eurovision.tv

Seit aus dem GPdlC (Grand Prix Eurovision de la Chanson) der ESC (Eurovision Song Contest) wurde, hat es nicht nur 54 Jahre gebraucht, sondern auch einen Fall des "Eisernen Vorhangs" und eine Demokratisierung des Entscheids. Und wenn wir in Deutschland nicht verstehen, wie man Erfolge produziert, dann sollte man nach Norwegen gucken. Mit Alexander Rybak geht hier ein 23-Jähriger gebürtiger Weißrusse an den Start, der als haushoher Favorit gilt. Seit dem 4. Lebensjahr in Norwegen lebend, konnte er sich im nationalen Vorentscheid weit vor der Konkurrenz platzieren und schafft es auch in Pressekonferenzen und Auftritten rund um den ESC mit sympathisch natürlicher Ausstrahlung und eine durch und durch norwegische Tanztruppe das emotionale Zentrum der Menschen zu treffen. Freuen wir uns auf einen ESC 2010 in Oslo und die Norweger werden genau so tolle Gastgeber sein, wie Finnland, das den ESC mit "Lordi" ins Land holte. Heute ist Moskau ist in den Farben des großen Sieges über Deutschland geschmückt:  der rote Platz für die morgige Militärparade großräumig abgesperrt und da stört auch der ESC kaum im Bild. Der Gesangswettbewerb ist und bleibt aber ein Spaß für die ganze Familie, es kommt nur auf die persönliche Einstellung an und darauf aus welchen Land man kommt. Mit herzlichen Grüßen aus dem warmen Moskau. Thomas Becker

Stefan

08. Mai 2009, 09:10

@schnurps

Wer außer  Tokyo Hotel ist den im Ausland noch mit deutschen Texten erfolgreich? v.a. erfolgreicher als die auf englisch singenden Musiker.

Und wenn ich mich recht erinnere waren sowohl Raabs als auch Guildo Horns Beiträge auf Deutsch

Schmutz

08. Mai 2009, 09:57

Ganz ehrlich, warum nicht den Sieger von Stefan Raab nehmen? Peter Fox läuft im Radio mit seinen drei Hits hoch und runter und repräsentiert recht gut den aktuellen Musikgeschmack in Deutschland.

Hofnarr Florian

08. Mai 2009, 11:03

http://www.hingesehen.net/

Auch wenn mich das Thema mittlerweile sehr wenig interessiert, habe ich den Artikel sehr gerne gelesen. Ich kann dem Autor da nur recht geben,

Mit der Demokratie beim Grandp Prix ist der letzte Reiz dieses Formates verschwunden. Interpreten, wie der aktuelle, lassen jegliche Begeisterung verschwinden. Teilnehmer wie Guildo Horn oder Stefan Raab waren musikalisch schlecht, boten aber wenigstens Unterhaltung. Alex Christensen mit seinem Sunny-Boy bietet gar nichts.

Mirko

08. Mai 2009, 12:17

@Stefan: In Südamerika verkaufen sich z.B. Lacrimosa wie blöd, in den USA sind Rammstein recht erfolgreich, ...

My lovely horse

08. Mai 2009, 13:02

"Wer außer  Tokyo Hotel ist den im Ausland noch mit deutschen Texten erfolgreich?"

Erstens: Tokio, nicht Tokyo. Nicht mal der Bandname ist anglisiert. ;)

Zweitens: Wenn wir den ganzen immer noch gehenden NDW-Kram, das Palastorchester und Nina Hagen wegen fehlender Aktualität weglassen: Rammstein. Wirklich erfolgreich. Wahrscheinlich mehr als in Deutschland selbst. Die machen zwar auch gerne mal englische Versionen ihrer Musik, aber die deutschen Versionen sind anscheinend beliebter. Was das jetzt genau über die Wahrnehmung von Deutschland aussagt sei mal dahingestellt.

Raab und Horn hat niemand, wirklich niemand, ernstgenommen. Deutscher Text hin oder her. Das lag aber hauptsächlich an der Selbstdarstellung à la "hahaha wir nehmen das alles gar nicht so ernst. Späßchen!". Blöderweise ist das Späßchen für alle, die kein Deutsch verstehen, eher unlustig - weil es sich immer hauptsächlich an ein deutsches Publikum richtet.

Chancen gibt's m.E. dann, wenn jemand nicht nur gute (!!!) Musik macht, sondern auch den Eindruck erwecken kann, nicht nur als postmodernes Eventkunstwerk beim ESC aufzutauchen. Beides einzeln scheint ja schon schwer genug zu sein, auf eine Kombination aus Beidem kann man wahrscheinlich lange warten.

Schnurps

08. Mai 2009, 13:10

An TheMusicers.

Wenn das Wort in Gänsefüßchen (".....") eingebettet ist, dann darf man das! Eigentlich hätten noch mehr "o" besser gepaßt ("loooooser"). Das hätte den Nietencharakter der Currywurststrategen unterstrichen, die es vergebens auf beefburgerisch versuchen. Mit Englisch in die Pleite!

TheMusicers

08. Mai 2009, 16:19

http://www.themusicers.net

@Schnurps:

Gut, wenn das gewollt war, dann will ich nichts gesagt haben. Mir geht die Verwässerung der Sprache eh auf die Nerven. Heutzutage kann man nur noch voten, freecallen, promoten, consulten, in Think Tanks Ideen erarbeiten - und es wird geloaded und geshared was das Zeug hält.

Die deutsche Sprache ist so schön und vielseitig, nur leider weiß das keiner mehr zu schätzen. Bald sind ja wieder elections, da können wir für Parteien voten...

Alberto Green

08. Mai 2009, 17:14

@DieMusikanten: LOL!

Darian van Dark

08. Mai 2009, 18:54

Langeweile treibt manchmal seltene Artikelblüten...

tov

08. Mai 2009, 18:59

Schade, ich werde deine ausführliche Beitragsvorstellung mit treffenden Kommentaren in deinem Blog vermissen. Habe sie mir letztes Jahr ausgedruckt und während des Grand Prixs nochmal gelesen und musste mehrmals heftig lachen. Auch das Liveblogging nebenan im Fernsehlexikon war immer lustig und informativ. Ohne eine ausführliche Dokumentation von dir macht der Grand Prix nicht so viel Spaß.

Stefan Niggemeier

08. Mai 2009, 19:07

@tov: Ooooch, danke schön! Für die ausführliche Beitragsvorstellung fehlt mir in diesem Jahr wirklich die Lust. Aber vielleicht werde ich den Grand-Prix trotzdem irgendwie im Blog begleiten.

Bender

08. Mai 2009, 20:44

Auch ich fand Ihre Grand Prix-Begleitung immer sehr lesenswert.

Auf mich übt diese Veranstaltung ja eher so eine Verkehrsunfall-Faszination aus. Da ich gerade zum ersten mal "unseren" diesjährigen Beitrag gehört habe, stelle ich fest: Same procedure as every year. Da werden sich die anderen Nationen aber anstrengen müssen, uns den letzten Platz streitig zu machen.

Klar, zu nem Shuffle lässt sich immer schön mit dem Popo wackeln, aber die Melodie ist uninspiriert und ausgelutscht, das Arrangement klingt nach Bigband aus Plastik und der vermutlich zwölfjährige Texter hätte den homosexuellen Sänger ja wenigstens einen "Mister Kiss Kiss Bang" besingen lassen, damit der sich einen Rest Würde bewahrt.

Ich versteh's einfach nicht: Wir haben doch hierzulande auch vorzeigbare, massenkompatible Popmusik: Peter Fox / Seeed, Beatsteaks, Wir sind Helden, Jan Delay, 2Raumwohnung... kann das den Grand Prix-Verantwortlichen nicht mal jemand sagen?

Kat

09. Mai 2009, 07:49

Man unterschätze nicht die völkerverbindende, ähm, Musik eines Alex C! Mein Mann, der Amerikaner ist aber sonst ganz nett (hihi), bekam von einem Kollegen hier drüben eine selbstgebrannte CD mit dem Kram in die Hand gedrückt. Nach einmaligem Durchhören wurde auch vor dem Durchforsten von YouTube nicht zurückgeschreckt, um noch weitere Juwelen zu erstöbern. Alex C hat zumindest einen eisenharten Fan hier...

Ob das nun daran liegt, dass mein Mann kaum ein Wort Deutsch spricht, darf vermutet werden, als ich ihm einen der Texte übersetzte, die er da laut phonetisch mitsang (Liebe zu dritt), lief er doch etwas rot an und nun habe ich Übersetzungsverbot. Das wär vielleicht auch eine Strategie beim Eurovision...

Clooney

10. Mai 2009, 01:35

http://www.kontextredaktionsbuero.twoday.net

Diesem Beitrag, Herr Niggemeier, ist nichts hinzuzufügen und nichts zu streichen. Wunderbar.

Und schön auch die zahlreichen Kommentare.

Christoph

11. Mai 2009, 23:28

Laut Wikipedia ist Herr Christensen nicht homosexuell, sondern mit einer Dame verheiratet und gar Vater eines Kindes...

Sebastian

12. Mai 2009, 08:28

http://socialissuesandstuff.com

Herr Christensen ist ja auch nicht der Sänger.

Der Türke

12. Mai 2009, 08:40

Man man man  ihr stelt euch vieleicht an wie sol man ein Grand Prix gewinnen

wen man mit wade hade dudil da oder guildo hat euch lieb gewinnen macht doch einfach gute muzik für alle menchen und nicht nur für deutsche so wird ihr nieeeeeeee gewinnen rechtschreibung nicht so gut ich türke weist du nicht gleich schreiben keine rechtschreibung danke..........

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07. Mai 2009, 16:37

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