Das Fernsehblog
Artikel-Services

Lieber schlecht allein als gut mit Raab? ARD behält Grand-Prix für sich

20. Mai 2009, 19:30 Uhr

Die geplante Zusammenarbeit zwischen der ARD und Pro Sieben beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest ist nach Informationen dieses Blogs geplatzt*. In einer Schaltkonferenz der Intendanten heute Nachmittag fand sich keine Mehrheit für die Pläne des NDR. Zuvor hatten sich bereits die Programmdirektoren der ARD-Anstalten nicht einigen können und die Entscheidung an ihre Chefs delegiert.

Thomas Schreiber, der ARD-Unterhaltungschef und amtierende Grand-Prix-Beauftragte, wollte den Vorentscheid als "nationale Aufgabe" inszenieren, die nicht nur seinen Sender betreffe. Er hatte angekündigt, neue Partner zu suchen. Offenbar sollte Stefan Raab die Veranstaltung mitorganisieren. Raab hat Deutschland nicht nur als Komponist und Interpret dreimal relativ erfolgreich bei dem Musikwettbewerb vertreten. Er hat mit seiner Alternative "Bundesvision Song Contest" auch geschafft, was die ARD verzweifelt versucht: die Musikindustrie mit ins Boot zu holen und einen attraktiven, vielfältigen Querschnitt aktueller deutscher Popmusik auf die Bühne zu bringen (in diesem Jahr gewann Peter Fox). Zudem hat Raabs Haussender Pro Sieben das junge Publikum, das dem Ersten nicht nur für einen solchen Wettbewerb fehlt.

Ein längeres Auswahlverfahren, vielleicht mit Casting-Show-Elementen, das sowohl auf Pro Sieben als auch im Ersten stattfindet, hätte natürlich für ein gewisses Aufsehen gesorgt. Eine solche öffentlich-rechtlich-private Zusammenarbeit wäre aber, anders als die "Süddeutsche Zeitung" und die "Welt" in den vergangenen Tagen berichteten, keineswegs eine Premiere gewesen. Schon 2004 holte sich die ARD beim Versuch, den Wettbewerb zu modernisieren, die Unterstüzung des Kommerzfernsehens: Alle Teilnehmer wurden beim ehemaligen Musiksender Viva vorgestellt, mussten Videos produzieren und in die Single-Charts einsteigen. Der eigentliche Vorentscheid wurde von der damaligen Viva-Moderatorin Sarah Kuttner mitpräsentiert.

Für die ARD-Intendanten war es offenbar trotzdem ein gewaltiges Politikum. Ihr Nicht-Votum scheint wieder einmal die Wahrnehmung zu bestätigen, dass jede mutige Entscheidung des Senderverbundes von der Vielzahl von Entscheidungs- und Bedenkenträger zerredet wird.

Natürlich wäre es ein Offenbarungseid der ARD-Unterhaltung gewesen, größere Teile des Vorentscheids an Pro Sieben zu delegieren. Aber wie das mit Offenbarungseiden so ist: Sie sind ehrlich. Das Erste hat keine Unterhaltungskompetenz diesseits von Florian Silbereisen und den Retortenshows, die vom Fließband Jörg Pilawas kommen. Sich einen kompetenten Partner wie Stefan Raab zu holen, hätte aus dem Offenkundigen nur eine richtige Konsequenz gezogen. Raab hat es nicht nur eigenhändig geschafft, das Genre der großen Samstagabendshow wiederzubeleben. Er hat auch viele Male bewiesen, dass er eine Leidenschaft für das Thema Musik hat.

Was immer dabei am Ende für ein deutscher Vertreter herausgekommen wäre und wie immer er beim Finale in Norwegen abgeschnitten hätte: Die Zusammenarbeit wäre eine Chance gewesen, die Show zu professionalisieren. Und womöglich hätte sie auch noch einfach Spaß gemacht.

Die ARD hat kein Problem damit, Sendeformen und Formate des Privatfernsehens zu kopieren und ihr Programm damit zuzupflastern. Aber über den eigenen Schatten springen und mit Raab eine populäre, relevante Musikshow auf die Bühne stellen, dazu kann sie sich nicht durchringen? Ein merkwürdiger Verein ist das.

*) Nachtrag, 21. Mai, 13:20 Uhr. Die Befürworter einer Zusammenarbeit mit Raab in der ARD geben sich noch nicht geschlagen. Obwohl ihr Plan von der Mehrheit der Intendanten abgelehnt wurde, sehen sie ihn noch nicht gescheitert - auch weil es nicht zu einer förmlichen Abstimmung kam. Nach der Schaltkonferenz versuchten sie, einen Weg zu finden, der die Tür zu einer Kooperation offenhält. In einer sorgfältig abgestimmten Stellungnahme verbreitet die ARD deshalb heute demonstrativ Optimismus und preist Raab:

"Stefan Raab hat in den vergangenen Jahren bereits drei Mal am Eurovision Song Contest als Sänger, Komponist und Produzent teilgenommen - und dies jeweils mit einer Platzierung unter den besten Acht. Seine Musikkompetenz und seine hohe Professionalität sind unbestritten. Insofern wäre eine Kooperation zwischen der ARD und Stefan Raab sowie Pro7 reizvoll. Allerdings sind noch einige Fragen zu diskutieren, so zum Beispiel die Einbindung der Pop- und Jugendprogramme der Landesrundfunkanstalten der ARD. Wir sind zuversichtlich, die offenen Fragen zeitnah klären zu können." 

Veröffentlicht 20. Mai 2009, 19:30 von Stefan Niggemeier
Kommentare

Hasenherz

20. Mai 2009, 19:41

Ist die ARD denn verpflichtet, am ESC teilzunehmen?

erSucher

20. Mai 2009, 20:28

Da fehlt ein "er" in:

"bewiesen, dass eine Leidenschaft für das Thema Musik hat."

Matthias

20. Mai 2009, 20:39

NDR bzw. ARD sind wirklich nur noch peinlich. Immer wenn man denkt, peinlicher wird's nicht mehr, kommt noch was Schlimmeres... 2007 kündigt man eine große PK an, und jeder denkt sich, wunder wer da kommt -- und dann war's nur Heinz Rudolf Kunze. Ende 2008 streicht man die Vorentscheidung und begründet das damit, dass man Topstars locken will, "die sich nicht einer VE stellen möchten" -- und dann kommt ein unbekannter Musicalsänger bei raus. Und jetzt noch diese peinliche Nummer....

Warum kooperiert man eigentlich nicht mit den ARD-eigenen Hörfunkprogrammen, vor allem jenen, die Musik für Jüngere spielen?

Beff

20. Mai 2009, 21:54

ARD ist so doof!

Wir bekommen niemals 12 Punkte mit den Songs was die da anschleppen! Die haben einfach keinen Musikgeschmack.

Gebt den Eurovision Song Contest mal an ProSieben ab, dann gewinnt auch Deutschland mal wieder!

So wird das nie was wie man sieht! Wir haben ja auch so viele Freunde in Europa.

Jens Matheuszik

20. Mai 2009, 22:09

http://www.pottblog.de/

@Hasenherz:

Meines Wissens nicht, aber die ARD nimm als Teil der EBU (European Broadcasting Union) für Deutschland daran teil.

Ich persönlich finde es auch schade, dass die ARD-Intendaten nicht über ihren Schatten gesprungen sind - und bin gespannt, wie man nächstes Jahr wieder auf Vorjahres-Kurs (von jetzt gerechnet...) gehen wird.

Mike

20. Mai 2009, 22:55

http://www.die-partei.de/

Ich stelle mir die ganze Zeit die Frage, ob überhaupt jemand mal den Metzger gefragt hatte? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Stefan Raab einfach so seine Kompetenz und seine Person in den Topf schmeißt, ohne beim Format selber ganz groß mitreden zu können.

Korrektur

20. Mai 2009, 23:03

Im drittletzten Absatz: "ein Offenbarungseid" und im letzten Satz fehlt ein "er".

Neugierig

20. Mai 2009, 23:16

Hallo Herr Niggemeier,

was mich mal interessieren würde: Hat eigentlich mal jemand Herrn Raab gefragt, ob er denn für eine Kooperation mit der ARD überhaupt zur Verfügung stünde?

herzliche Grüße,

Ihr neugieriger Leser

Ebent

20. Mai 2009, 23:37

Lasst doch mal das ZDF machen. Die sind doch auch in der EBU, gell? Und den Vor N tscheid mit Frau Nebel! Und dann schicken wir so ein paar Volkstümel-Hansels nach Oslo. Das wäre mal authenteutsch. So kämen "wir" 100pro in die Top5!

Julian

20. Mai 2009, 23:46

@Hasenherz

Ich glaub die (also über die GEZ wir) sind die Hauptzahler von der Veranstaltung, d.h. wenn die ARD nicht mehr dabei ist, geht die ganze Sache vor die Hunde.

Freddy

20. Mai 2009, 23:47

Vollkommen richtig, einfach enttäuschend diese Mutlosigkeit und erschreckend das Gremiengezerre des öffentlich-rechtlichen Fernsehens!

@ Hasenherz

Ob sie verpflichtet sind, weiß ich nicht. Aber da nur Mitglieder der European Broadcasting Union teilnehmen dürfen, kann kein anderer Sender in Deutschland außer ARD und ZDF am ESC teilnehmen.

Inmolia

20. Mai 2009, 23:47

http://www.inmolia.com

Mal ehrlich, was hatte denn unser diesjähriger Beitrag mit unserem Land (Sprache, Kultur etc...) zu tun? Als ich fühle mich von einer schlechten Platzierung überhaupt nicht angesprochen.

Ach ja: Ich lebe seit vielen Jahren in Spanien, und dort interessiert das keinen Menschen ob Spanien da ein par Punkte mehr oder weniger bekommt. Die lassen die Kirche im Dorf (jaja, 3 €) und sehen es, wie so vieles anderes auch, einfach ein wenig gelassener...

Hofnarr Florian

20. Mai 2009, 23:50

http://www.hingesehen.net/

Es ist wirklich schade, dass diese Kooperation geplatzt ist. Vielleicht wäre der Grand Prix dadurch, vor allem auch bei der Jugend, wieder ein wenig populärer geworden.

Ebent

21. Mai 2009, 00:32

@Inmolia Interessant. In den nordeuropäischen Ländern sieht das ganz anders aus. Die Schweden feiern ihren Vorentscheid monatelang in den verschiedensten Orten mit den verschiedensten Künstlern ab. Und fast ganz Schweden guckt das im öfftl.-rechtl. TV. Ähnlich in den Niederlanden. Die haben ihre Gruppe sogar in einer Art Reality-Soap auf dem "Weg nach Moskau" verfolgt. Und dementsprechend finden dort auch Diskusionnen statt von wegen "Niemals mehr zum Songfestival" wegen des als ungerecht empfundenen Ausscheidens im Halbfinale statt.

karnival

21. Mai 2009, 01:38

Und alle Jahre wieder...

wird der Vorentscheid modifiziert, und nun strebt die ARD etwas an, was sie eigentlich schon hatte.

Denn seit der Wiederauferstehung durch Horn/Raab im Jahre '98 war der Vorentscheid ja auf keinem schlechten Weg, die großen Shows aus Hannover, Bremen und Berlin waren dem Bundesvisionsongcontest nicht unähnlich und auch die Liste der Künstler der letzten Jahre bietet ne Menge Potenzial deutscher Popmusik auf, die genau so bei Raabs Wettbewerb aufgetreten sind oder dort auftreten könnten, als da wären:

Rosenstolz, Mia, Scooter( ich mag sie nicht, aber in ihrer Disziplin unsäglich erfolgreich), Laith Al-Deen, Sabrina Setlur, Allee der Kosmonauten, Stefan Gwildis, Westbam.....

Der Vorentscheid war also auf einem guten Weg und die vielen musikalischen Kollateralschäden, die die alternden Musikproduzenten alla Siegel oder die Plattenfirmen mit ihren DSDS-Sternchen oder Ballermännern verursacht haben, hätte man noch aussortieren müssen - deren Einfluss war es ja auch, die Raab zu seiner Gegenveranstaltung getrieben haben- und mit der Zeit hätten sich  mehr und mehr etablierte Künstler getraut, dort aufzutreten (wenn ein Peter Fox gegen einen Udo Lindenberg gewinnt oder verliert, ist das für beide öffentlich tragbar, aber wenn ein Jan Delay gegen eine Corinna May oder einen Kübelböck verliert, ist das hart)

Warum die ARD den Vorentscheid in den letzten Jahren immer weiter beschnitten hat und schlussendlich sogar gänzlich strich, ist mir völlig schleierhaft...selbst wenn das Produkt nicht optimal ist, verkauft es sich doch noch gut und hat eine große Stammkundschaft...

Doch was nun tun? Raab reaktivieren, weiter wursteln wie bisher oder wirklich mal neue Wege gehen, jungen Künstlern eine Plattform bieten und sich vom Einfluss der Plattenfirmen unabhängiger machen?

Ich plädiere für letzteres und könnte mir folgendes Model vorstellen:

Die ARD etabliert eine Online-Plattform auf eurovision.de, auf der Musiker ihren Song und ein Video einstellen können, diese müsste allen zugänglich sein, dem Profi aus Berlin oder Hamburg genauso wie dem Amateur aus Vorpommern oder dem Harz und über einen begrenzten Zeitraum kann man sich dort bewerben.

Eine Vorauswahl von sagen wir mal 50-100 Liedern werden dann online zur Wahl gestellt und nach Ablauf einer Frist werden die Top 10 dieser Online-Wahl zum Vorentscheid auf großer Bühne (DSDS-Maße) geladen. Die Amateure, sollten sie es unter die Auswahl geschafft haben, bekommen dabei die entsprechende Unterstützung für Auftritt und Werbung.

Wenn denn der Gewinner am Ende in Europa nicht überzeugt, so what, aber es wird zumindest ein würdiger Repräsentant sein und man hat vielleicht dem ein oder anderem Talent eine Bühne geboten. So ein Kunstprodukt wie dieses Jahr darf es nicht wieder geben, dass ist würdelos und spiegelt in seiner Einfallslosigkeit eben nicht das Land wieder- und das spüren die anderen zum Glück.

Inmolia

21. Mai 2009, 02:03

http://www.inmolia.com

@karnival:

"So ein Kunstprodukt wie dieses Jahr darf es nicht wieder geben, dass ist würdelos und spiegelt in seiner Einfallslosigkeit eben nicht das Land wieder- und das spüren die anderen zum Glück."

Dem kann ich nur 100% zustimmen!

Leider lässt sich auch durch den Auswahlprozess, den Du vorschlägst, nicht verhindern, dass so ein Titel gewählt und ins Rennen geschickt wird.

Ich denke, wenn es darum geht diesen Contest mal wieder zu gewinnen, dann kann man auch getrost den Bohlen machen lassen.

Oder aber: man schert sich nicht weiter um die Platzierung (Einen Song zu beurteilen ist nunmal auch subjektiv, und allein daher schon keine Leichtathletikdisziplin bei der man irgendeine Leistung messen kann) und schickt jedes Jahr einen unbekannten Amateur dahin, der z.B. von einer Musikhochschule kommen könnte und von einer dortigen Vollversammlung gewählt wird.

Das Ganze hätte 3 charmante Vorteile:

- wir schicken keinen totalen Schrott dahin

- ein junges Talent (!!!) bekommt eine Bühne

- es kostet praktisch kein Geld

superblub

21. Mai 2009, 09:49

vielleicht hat der heimliche vorsitzende der ARD sein veto eingelegt: jörg pilawa. schließlich hätte ja eine andere firma (nämlich brainpool) als seine eigene mal eine ard-show produziert. und womöglich hätte auch jemand anderes moderiert! das wäre ja auch zu schön gewesen.

derherold

21. Mai 2009, 10:01

http://dermakler.blogger.de

Das wirkliche Desaster ist doch nicht, daß "wir" schon wieder "so weit hinten" landen, sondern daß dieser "Loser-Titel" das Ergebnis einer gelenkten Musikauswahl ist. D.h., der NDR ist unter ferner liefen gelandet.

@karnival ... "hätte man noch aussortieren müssen". Das mit dem "aussortieren" versucht man seit geraumer Zeit ... mit beeindruckenden Ergebnissen. ;-)

Ob ein Peter Fox noch angetreten wäre, wenn er im Vorjahr bei einem sog. Vorentscheid auf Platz 10 von 12 Teilnehmern gelandet wäre oder jemand einen Udo Lindenberg hören will oder warum keinen Land ihre derzeit erfolgreichsten, sondern in der Masse unbekannte Künstler schickt (nett, daß sich Kaas jeannedarcmäßig geopfert hat), müssen wir nicht diskutieren.

Der *Grand Prix* ist eher "camp" als "cool" und offenbar abverkaufstechnisch zu unbedeutend. Wer nicht "nach Moskau fährt" und im Vorentscheid nur auf den Rängen landet, kann Ruhm und CD-Verkäufe nicht wesentlich mehren und DAS scheint der Grund zu sein,  warum Musikfirmen/Künstler kein Interesse daran haben, anzutreten.

Für Rosenstolz war es vor Jahren eine Möglichkeit, sich außerhalb Berlins und ihrer bisherigen Fanbasis zu zeigen und das sollte auch das Angebot sein, daß die ARD macht: (Junge) Künstler der ZWEITEN Reihe, die zumindest einen TV-Auftrit bekommen ... sollte dann eine "Mittelalter-Combo" oder eine Zither-Ballade aus dem Allgäu oder Corinna May gewinnen, so war es Volkes Wille. :-)

... außerdem geht mir Delays nölende Stimme unheimlich auf den Senkel.

verständnissloser

21. Mai 2009, 10:41

Die ARD entfernt sich immer weiter von den jungen Zuschauern und ihnen scheint das überhaupt nicht bewusst zu sein. Warum ist so ein Senderverbund nicht in der Lage Spaß und Relevanz zusammen zu bringen?

Paule

21. Mai 2009, 11:26

Die Hütte brennt offensichtlich noch nicht stark genug, wenn man sich weigert, die Feuerwehr zu rufen.

Manchmal frage ich mich, was die Chefetagen als ihre vorrangige Aufgabe sehen: Fernsehen machen oder sich selbst zu Tode verwalten.

Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Wenn es darum geht, ohne jede Notwendigkeit eine fünfte tägliche Serie in Programm zu bringen, gibt es Einigkeit. Wenn es darum geht, ein Problem mal alternativ zu lösen, sind die nicht in der Lage, mal sinnvoll zu handeln.

Vermutlich wäre allen geholfen, wenn man die Herren in ein Spielzimmer sperrt, wo sie sich den ganzen Tag gegenseitig behindern können, aber das Fernsehen jemandem überlässt, der Interesse am Programm hat.

Kopfschuettel

21. Mai 2009, 11:34

Ist schon toll wie hier alle danach schreien das sich was ändern muss. Das, was der Raab macht ist so toll nun auch wieder nicht. Ausserdem, die "No Angels" wurden vom Zuschauer-Volk gecastet, hatte einige Tophits in Europa und kamen/kommen bei der Jugend an! Jetzt wird so geredet als ob es sich um eine Frauengruppe handelt die sich aus 60-jährigen zusammensetzt und noch nie in den Hitparaden war.

Der diesjährige Beitrag aus Deutschland war, zumindest musikalisch, nach meinem geschmack besser als 2/3 der anderen Beiträge. Wenn der Geschmack aller Europäer so gut vorhersehbar ist, müssten ja alle die gleichen Stilrichtung präsentieren.

Niemand weis im Vorfeld was ankommt oder nicht. Gab es irgendjemanden, der Lordi vorher auch nur den Hauch einer Chance eingegräumt?

Also hört auf zu jammern.

"Wadde hadde du .... " fand ich nicht nur peinlich, sondern zum ko....! Sowas gehört zum Ballermann, aber nicht auf die Bühne.

kreetrapper

21. Mai 2009, 12:34

http://thought.blutiges-gemetzel.de

Scheint so als wäre das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen.

www.derwesten.de/210509_7

Torsten

21. Mai 2009, 13:56

@kopfschuettel: Fakt ist auf jeden Fall, dass Raab mit Guildo Horn, sich selbst und Max Mutzke die drei besten Platzierungen für Deutschland in den verganenen zwölf Jahren geholt hat, während die übrigen Beiträge durch die Bank Flops waren. Über die Musik mag man streiten, das ist Geschmackssache, aber wenn hierzulande jemand weiss, was in Europa gut ankommt, dann Raab.

Die No Angels kommen bei der Jugend an? Das desaströse Abschneiden im verganenen Jahr spricht eine andere Sprache...

Und zu "Niemand weis im Vorfeld was ankommt": Als Favorit in diesem Jahr wurde im Vorfeld Norwegen gehandelt, und auch damals bei Lordi war vorhersehbar, dass Rocker aus ganz Europa für sie anrufen würden. So unvorhersehbar ist das alles also auch nicht.

Richard

21. Mai 2009, 14:54

@Torsten: "Fakt ist auf jeden Fall, dass Raab mit Guildo Horn, sich selbst und Max Mutzke die drei besten Platzierungen für Deutschland in den verganenen zwölf Jahren geholt hat, während die übrigen Beiträge durch die Bank Flops waren."

Leider nicht. 1999 landete Siegels Türkisch-Hebräische Gruppe "Sürpriz" auf Platz 3, also deutlich besser als die drei Raab-Titel (auch wenn ichs unerträglich fand)

B-Man

21. Mai 2009, 14:56

Deutschland - ein Frühlingsmärchen - Deutschland gewinnt den Grand Prix. Man könnte da echt ne riesen Show jetzt draus machen. Aber dazu bedarf es Leute, die in die Zukunft denken können und das Undenkbare andenken. Deutschland rennt immer nur Trends hinterher. Mich gruselts, wenn sich jetzt die Gruppe Wind wieder meldet. Auch Nicole würde heutzutage breitgepflügt. Raab ist sicher nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Ich jedenfalls hab keinen Bock auf diese Gaga-Sachen. Fakt ist doch, es haben die ersten zwei Plätze dieses Jahr total authentische Leute gemacht mit wunderschönen, eingängigen Liedern. Wieso schicken wir nicht im nächsten Jahr das "Mädchen ohne Zukunft" aus DSDS? Die is total authentisch und vermutlich jetzt noch ohne Job.

Felix

21. Mai 2009, 15:39

@kopfschuettel

Doch, das was Raab macht ist so toll. Wenn wir uns mal nur vom Erfolg seiner eigenen Teilnahmen leiten lassen, dann waren es, wie schon öfters erwähnt, die erfolgreichsten deutschen Teilnahmen der letzten Jahre. Raab als Veranstalter des Bundesvision Song Contests bekommt es Jahr für Jahr hin, das abzubilden, was tatsächlich junge Menschen hören, in einer guten Mischung aus bekannten wie unbekannteren Teilnehmern. Nun kann man mit Sicherheit auch dafür argumentieren, dass der Eurovision Song Contest eine geschmacklich vom üblichen Massengeschmack, zumindest hierzulande, etwas losgelöste Veranstaltung bleibt, aber die Tendenz scheint mir doch dahin zu gehen, dass es auch dort immer mehr Beiträge gibt, die einen gewissen Bezug zum sonstigen Musikgeschehen haben. Damit einhergehend tatsächlich eine qualitative Verbesserung. Es wäre also sicherlich keine ganz schlechte Idee, mit Raab zusammen zu arbeiten, wenn man es schafft etwa dessen Veranstaltung in ähnlicher Form beizubehalten und als Vorentscheid zu nehmen. Sicherlich kann man es auch ohne das hinbekommen, anständige Kandidaten hinzuschicken, man müsste es aber wollen.

Andi

21. Mai 2009, 16:14

"Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch"

Sieht so aus, als würde doch noch was gehen:

www.spiegel.de/.../0,1518,626162,00.html

Haco

21. Mai 2009, 17:32

Warum überlegen die jetzt schon, wie die Pop- und Jugendprogramme eingebunden werden sollen. Klingt ganz so, als ob schon ein Konzept steht - und dass es wieder von der ARD stammt...

Warum muss jetzt alles so schnell gehen?

Warum nicht erstmal jemanden wie Stefan Raab in Ruhe ein Konzept erarbeiten lassen. Und dann kann man sehen, ob es überzeugt oder nicht, wer es produziert und wie es in das ARD Programm hineinpasst.

(Den Bundesvisionsongcontest dafür hinzubiegen - so wie es ein bisschen anklingt - scheint mir eh nicht die beste Lösung.)

Kai Sender

21. Mai 2009, 21:45

http://www.neuer-reisepass.de

Was für ein öffentlich-rechtlicher Krampf: das Feindbild schlechthin ist doch der Stefan Raab für die ARD-Verantwortlichen...da muss es extrem weh tun, wenn so "ein Schnösel" auch noch erfolgreich ist...

Es wäre eine gute Lösung, den Raab ins Boot zu holen. Der Typ ist derart ehrgeizig, dass es nur besser werden kann mit der Teilnahme.

Und sowas peinliches wie den Titta-von-Teese :-) Auftritt kriegt der allemal hin...

JMK

21. Mai 2009, 22:33

http://dieweissewand.blogspot.com

Was Dan Brown für die katholische Kirche,  ist Raab für die ARD.

OkashiQueen

22. Mai 2009, 10:26

http://www.okashiqueen.de

Wieso schickt die ARD nicht den Sieger des Bundesvision Song Contests zum ESC? Das wäre doch das Logischste, oder sehen so die Pläne der Programmchefs aus... Ich hab nämlich noch nicht ganz verstanden, wie eine solche "Kooperation" aussehen soll. Soll Raab sich ein Konzept ausdenken?

Andi

22. Mai 2009, 11:50

Weiß jetzt nicht, ob das hier schon bekannt ist, aber Stefan Raab steht von seiner Seite aus nicht mehr zur Verfügung. Wurde grad auf spiegel online vermeldet. Viele Grüße!

MiniMoppel

22. Mai 2009, 19:14

Die Zusammenarbeit hat sich ja mittlerweile sowieso erledigt, weil Raab genervt abgesagt hat.

DWDL fasst das ganze sehr gut mit dem Satz "Einmal mehr steht sich die ARD selbst im Weg." zusammen.

Dent

22. Mai 2009, 19:17

Für mich ist die Sache eindeutig, es gibt nur eine deutsche Band die 100%ig ein gutes abschneiden garantieren kann: RAMMSTEIN! und das mein ich ernst.

B-Man

23. Mai 2009, 06:51

Jetzt hat sich Dieter Bohlen gemeldet, ein Mann, der nachweislich Trends hinterherläuft oder kopiert. Zudem hat er's schonmal vergeigt. Deutschland ist doch das reiche Land, wo alle hinwollen. Deutschland hat Kohle. Deutschland ist am besten, wenn es einen Sänger,zB den diesjährigen Gewinner, bezahlt und für sich auftreten lässt...?  

RAMMSTEIN wird sicher nicht auf einem Schwulenfestival auftreten.

Mir kommt es immer so vor, als ob kurz vor einem Grand Prix ein Lied aus dem Boden gestampft wird, von dem man glaubt, es würde zum allgemeinen Geschmack passen. Meist sind das doch Schnellschüsse. Wenn die Künstler mal ein Jahr ihre besten Lieder aufbewahren würden und dann zu einem bestimmten Zeitpunkt vorstellen, wäre das mM nach sinnvoll. Wir haben eigentlich immer nur eine be... Auswahl.

Torsten

23. Mai 2009, 10:40

"RAMMSTEIN wird sicher nicht auf einem Schwulenfestival auftreten"

Och, wieso? Lordi gingen doch in eine ähnliche Richtung, und hatten bekanntermaßen beachtlichen Erfolg.

Ich denke schon, dass es auf jeden Fall richtig ist, dass wir keine Chance auf Erfolg haben werden, solage wir nur unbekannte Deppen zum ESC schicken, die selbst hierzulande kaum einer kennt. Würden wir eine Band, die auch vorher schon international bekannt ist und eine europaweite Fangeneinde hat, wie Rammstein, Scooter oder - am besten - Tokio Hotel, teilnehem lassen, würden wir sicherlich richtig abräumen. Aber das kapiert die ARD garantiert nicht.

Darian van Dark

23. Mai 2009, 20:59

Meine Güte, es muss doch mal gut sein, wirklich. Wie viele Länder nehmen gar nicht erst Teil an diesem Wettbewerb? Es scheint als müsse Deutschland immer mit verkrampftem Druck jedem  gewinnen den es zu gewinnen gibt. Als würde die ganze Stimmung im Land davon abhängen. Und niemand, wirklich niemand hört auf ein BAUCHGEFÜHL, nein, da wird eine Gruppe "gestylt", eine Plastikbrust dazu und ab geht die Lucie... das sieht alles so sehr nach "WIR MÜSSEN GEWINNEN, EGAL WIE" aus, dass man schon aus TROTZ keine Lust hat irgendeinen Punkt zu vergeben. So etwas wie Nicole würde auch heute noch funktionieren, dummer Weise traut sich das keiner. Kein Tam Tam, einfach nur ein Lied. Keine Tänzer, keine Titten, keine Lichteffekte. Das wird alles nicht besser sondern immer schlimmer und lächerlicher...

B-Man

25. Mai 2009, 14:36

Darian hat recht. Wir sind total unauthentisch geworden bei unserem selbstgesteckten Ziel, zu gewinnen. Es fehlt jedwede Leichtigkeit. Wir versuchen alles, wir täuschen Latinos vor, Erotik, Swing, Country, english, alles Mögliche, von dem wir denken, es könnte punkten. Würde Dieter Bohlen entscheiden, würde er den Mundharmonika-Mann schicken, weil er denken würde, das wär so ähnlich wie Alex Rybak mit seiner Violine...vergesst es: alles nur kopiert, den Trend um Jahre verpennt.

Ich denke, wir sollten uns erst auf einen authentischen Künstler einigen und dann aus einer größeren Auswahl seiner Lieder entscheiden. Rybak hätte auch nicht mit jedem Lied gewonnen. Andere als Rybak hätten nicht unbedingt mit Fairytale gewonnen. Es muss beides passen, der Künstler und der Song. Es muss aufhören mit diesen Schnellschüssen. Und wir müssen wieder deutsch singen und dabei und GERADE DABEI sympathisch rüberkommen. Das ist die Aufgabe. Die Leute müssen die Deutschen wieder lieben :-)

Ich votiere für Helene Fischer. Sie ist ein Engel.  Sie kann alles singen. Den Song könnte man ausschreiben unter diversen Produzenten und dann wählen.

Trackbacks

Ihr Kommentar

 
Hinzufügen