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Peter Scholl-Latour erklärt im ZDF den "ruhenden Pol" Iran

16. Juni 2009, 10:40 Uhr

Wenn in den Nachrichten von den ganz großen Krisen die Rede ist, fragen die Journalisten am liebsten Peter Scholl-Latour nach seiner Einschätzung. Der Mann ist rumgekommen, kennt sich aus, ist "Nahost-Experte". In "Bild" hat er nach dem nordkoreanischen Atombombentest erklärt: "Es ist durchaus möglich, dass Kim Jong Il einfach ein Irrer, ein Psychopath ist."

Gut, dass das offensichtlich nicht für Mahmud Ahmadineschad gilt: Am Montag war Scholl-Latour im ZDF-"Morgenmagazin" zu Gast (Video), um dort über die Unruhen in Iran zu reden, zu denen es nach der umstrittenen Wiederwahl Ahmadineschads gekommen war. Und fand: Alles halb so wild.


Screenshot: ZDF

Die Wahl sei doch aber wahrscheinlich manipuliert worden, sagte Moderatorin Patricia Schäfer. Und Scholl-Latour entgegnete, dass sie vielleicht "etwas manipuliert" worden sei. "30 Prozent, 10 Millionen lassen sich nicht einfach fälschen. Abgesehen davon: Diese Frage wird ja in Ägypten, in Saudi-Arabien, wo es gar keine freien Wahlen gibt, gar nicht gestellt." Es sei in Iran "wahrscheinlich geschummelt" worden sei, aber am Ende hätte Ahmadineschad wohl auch so die Mehrheit bekommen.

Aber es gebe doch Iraner, die fragten: "Where ist my vote?" – weil die Kandidaten in den Umfragen mal Kopf an Kopf gelegen hätten, und das Ergebnis zu Gunsten Ahmadineschads nachher überraschend eindeutig gewesen sei. Und Scholl-Latour erklärte: "Das sind nicht gerade die Repräsentanten des Volkes."

Wieso werde dann die Presse massiv behindert – die Korrespondenten von ARD und ZDF seien wie viele andere in ihrer Berichterstattung stark eingeschränkt worden. "Ja, mein Gott. CNN hat diese Behinderungen nicht. Die Korrespondenten von CNN sind auf der Straße", hielt Scholl-Latour dagegen. Und: "Klar ist das eine Behinderung der Presse, die inakzeptabel ist. Aber das gibt's doch in anderen Ländern auch!" Die Wahlen in Afghanistan seien eine Farce gewesen! "Und da regt man sich über den Iran auf!" Natürlich komme diese Aufregung auch dadurch, dass da zehntausende Iraner auf die Straße gingen, sagte Schäfer, sichtlich irritiert davon, dass Scholl-Latour keinen ihrer Einwände gelten lassen wollte. Und der korrigierte: "Das sind nicht Zehntausende. Das sind hunderte. Mit der Kamera kann man sehr gut spielen", so Scholl-Latour weiter. "Man kann aus einer kleinen Gruppe eine Riesenmenge machen und umgekehrt auch. Selbst wenn es tausend wären."

Afghanistan, Pakistan, Irak – darüber könne man sich aufregen. Aber Iran? Das sei "im Grunde ein ruhender Pol". "Will man den auch noch hochputschen?"

Inzwischen gibt es Berichte, nach denen es in diesem "ruhenden Pol" während der Unruhen der vergangenen Tage, deren Bilder die Regierung zu unterdrücken versuchte, schätzungsweise sieben Menschen ums Leben gekommen sind. Und aus den gestrigen Protesten einiger weniger Iraner haben die Kameras wieder ganz geschickt hunderttausend gemacht.

Veröffentlicht 16. Juni 2009, 10:40 von Peer Schader
Kommentare

A.tay.

16. Juni 2009, 11:12

Bisher habe ich Herr. Scholl-Latour für seine Fachkenntnis und treffene EInschätzung sehr geschätzt  - aber HIER liegt er ganz offensichtlich falsch. Die Behauptung, es seien lediglich einige HUNDERT Menschen auf der Strasse, man könne mit der Kamera gut spielen ist doch nun wirklich lächerlich. Es gibt Bilder (s. Stern, Spiegel & CO), die eine schier unglaubliche Menschenmenge auf dem Asadi-Platz in Teheran zeigen. Videos und bilder in Youtube zeigen ebenfalls ein ganz anderes Bild, als von Herrn S.-L. hier dargestellt.

Fakt ist: Die Mehrheit der Menschen im Iran wollen Ahamdi-Nedjad NICHT als ihren Präsidenten haben. In den Umfragen vor der Wahl gab es nicht nur ein Kopf-an-Kopf Rennen, Mussavi war deutlich überlegen.

Und das Argument, die Menschen in der Stadt seien nicht repräsentativ für das Land, zeigt nur, dass man eigentlich keine Kenntnis vom Land hat. In zahlreichen Städten wurde protestiert, und wie die Bilder im Fernsehen (RTL, NTV, N24 & Co.) zeigen, sind es nicht nur junge Menschen, sogar alte Frauen und Männer und aus allen Schichten sind zusammen gekommen.

Dies runter zu spielen und den Willen des Volkes nicht ernst zu nehmen, stellt meines Erachtens eine enorme Demütigung der Menschend dar, die mit nichts versuchen, ihre Stimme zu erheben und sich gegen die UNterdrückung zu wehren. Etwas mehr Solidarität und Unterstützung ist angebracht.

Bernd Lufsky

16. Juni 2009, 11:33

Das man diesen so genannten Experten noch immer befragt, ist mir ein Rätsel.

Herr Scholl-Latour soll still zu Hause bleiben und uns nicht mit seinem Geschwätz belästigen

Der Stricker

16. Juni 2009, 11:36

Diese "Berichte" von den Opfern der Unruhe kommen vom irakischen Staatsrundfunk, der natürlich Interesse daran hat, die Bedrohung für die Demonstranten herauszustellen. In einem Interview vom Bayerischen Rundfunk sagte ein Korrenspondent vor Ort, diese Opferzahlen seien nach Auskunft Oppositioneller wohl frei erfunden.

a.tay.

16. Juni 2009, 11:36

A. Meinel

16. Juni 2009, 11:40

Peter S.-L. wird in seinen politischen Statements immer wunderlicher, eine Entwicklung, die schon lange zu beobachten ist. Warum fragt man nicht "Experten", die der Problematik näher sind ?

Wag The Dog

16. Juni 2009, 11:43

jeder sieht, dass hier Medien- und Sonswieagenture ihrem professionellen Handwerk der destabilisiserug nachgen, Nicht vergessen: Einflussreiche Kreise der republikaner und demokraten propagierten noch vor Monaten öffentlich eine Eskalationspolitik, an deren Ende "Luftschläge" gegen iranische Ziele standen, zusammen mit der israelischen IDF.

Albatros

16. Juni 2009, 11:44

warum fragt man eigentlich Herrn Scholl-Latour?

Marcel

16. Juni 2009, 11:44

http://www.epenis.de

ganz unrecht hat der mann nicht.

Michael

16. Juni 2009, 11:48

Danke fuer den Kommentar! Der Scholl Latour ist einfach lächerlich!

stockburger

16. Juni 2009, 11:49

http://www.johannesstockburger.com

S.-L  war mal einer meiner Helden bei der berichterstattung über Vietnam. Ich bin heute im Zweifel, ob es nicht ein grober Fehler war, ihm zu glauben.

Zum Glück ist heute die Welt anders, und wir haben Zugang zu Informationen aus vielen Quellen.

Hendrik

16. Juni 2009, 11:49

Sehr geehrter Herr Scholl-Latour, ich habe keine Ahnung wer Sie sind, ihr Name jedenfalls hört sich schon einmal ziemlich intellektuell an! Aber ich darf mich doch fragen, was für eine Kamera Sie besitzen, dass Bilder wie dieses (media.monstersandcritics.com/.../0176198255085.jpg) aus ein paar HUNDERT Menschen entstehen sollen ?!?!

Wenn zudem BBC Persia berichtet, es seien 9 Kilometer breite Straße voll mit Menschen bei den Protesten gewesen - haben Sie etwa schon mal 9 Kilometer Straße mit unter 100.000 Leuten gefüllt?

rklemme

16. Juni 2009, 11:53

In einem Punkt hat er Recht: selbst wenn die ganze Hauptstadt für Mussawi auf die Straße gingen, hätte das wenig Aussagekraft für ein erwartetes Wahlergebnis.  Denn auch Teherans Bevölkerung macht nur einen Bruchteil der Landesbevölkerung aus. Ich habe zwar auch meine Zweifel am Wahlergebnis, aber es gibt im Moment keine Beweise für eine Wahlfälschung im großen Stil - und ich habe auch bisher keine starken Indizien dafür gesehen.

Steffen

16. Juni 2009, 11:53

Auch wenn ich die Argumentation von Herrn Scholl-Latour ebenfalls etwas seltsam finde - beim Thema Iran wird immer ganz genau hingeschaut und mit zweierlei Maß gemessen, nur 2 kleine Beispiele:

- heute morgen in den Nachrichten: Wie sich die Bilder gleichen ... Georgische Polizisten prügeln auf Teilnehmer einer Demo gegen Präsident Sakaschwilli ein - nur wo ist der Aufschrei der Presse? Und hat das Außenministerium ebenfalls den georgischen Botschafter einbestellt?

- der Herr Steinmaier fordert, der Iran müsse seinen internationalen Verpflichtungen nachkommen. Israel ignoriert internationale Verpflichtungen, Normen, Verträge, UN-Resolutionen seit Jahren, eher noch Jahrzenten. Auch hat der Iran z.B. zeitweise IAEO-Inspektoren ins Land gelassen, Israel noch nie - aber das ist natürlich was gaaanz anderes ...

Mir würden noch zig weitere schöne Beispiele für die Doppelmoral unserer Medien einfallen, aber ich lasse es. Schönen Tag noch.

Elli

16. Juni 2009, 11:54

Bei Herrn Scholl-Latour muss man sich offenbar über nichts mehr wundern. Er ist ja auch mächtig stolz darauf, dass er während der Revolution 1979 in dem Flugzeug gesessen hat, das Chomeini zurück in den Iran gebracht hat, und dass er den Verfassungstext halten durfte - also den Entwurf der Verfassung, an der sämtliche Reformbemühungen des Parlaments während der Präsidentschaft von Khatami gescheitert sind.

tommi16

16. Juni 2009, 11:55

Wollt ihr denn nie den Stimmen der Vernunft eine Berechtigung geben, muss

es immer falsch sein was diese Leute sagen ?

Wo bleibt denn der aufschrei der freien Journalisten darüber, das Polizisten in Tiflis eine Demo niedergeknüppelt haben und Medienvertreter massiv an der Berichterstattung gehindert haben ?

Annette Wiechmann

16. Juni 2009, 11:56

Nunja, wer seit Jahrzehnten den Erklärbären der 700 Mio Moslems und Islamisten gibt, verliert leicht die Perspektive, selbst angesichts der Gräuel der durchgeknallten Mullahs.

PSL kommt halt in die Jahre...

Reza

16. Juni 2009, 11:57

Nein das stimmt ... es sind 7 Menschen ums Leben gekommen. Der Bericht stammt von einem iranischen Radiosender.

Rezi

16. Juni 2009, 11:58

Herr Scholl-Latour,

es ist langsam an der Zeit, dass Sie In Ruhestand gehen.

Sowas absortes habe ich bezueglich Iran und ihre Leute noch nie gehoert.

Unter Ahmadinejad ist alles moeglich auch Wahlfaelschung in diese Hoehe.

Die ganze Welt sieht und hort dass mindestens 70%  der Iraner gegen Ahmadinejad sind, das ist anscheinend bei Ihnen noch nicht angekommen.

Sie sind vielleich viel im Nahosten gewesen aber bitte lassen Sie ihre kommentare nur fuer Lebanon und Palestina, weil was Sie da bezueglich Iran behaupten, stimmt ganz und gar nicht.

Tobi

16. Juni 2009, 12:01

Der gute Herr Scholl-Latour fiel mir schon bei früheren Interviews seltsam auf. Herr Scholl-Latour scheint sich ja durchaus einmal eine hohe Sachkenntnis gerade in Bezug auf Fragen des Nahen Ostens erarbeitet zu haben - es scheint aber, als sei diese seit längerem nicht mehr aktualisiert worden! Die Welt da draussen ändert sich, ob Herr Scholl-Latour das mitbekommt oder nicht. Die Welt schaut mit angehaltenem Atem dieser Tage nach Teheran - da bezweifle ich doch sehr, dass wir alle auf manipulierte Bilder hereinfallen.

Stefan

16. Juni 2009, 12:08

Ich bin wahrlich kein Kenner des Iran, aber ich bin trotzdem etwas irritiert über die Analysen, die wir nicht nur in der FAZ sondern auch in allen anderen massgeblichen Medien erhalten.

Was ich sehe, sind Massendemonstrationen in Teheren (!). Nun ist Teheran aber nicht gleichbedeutend mit 'dem Iran' (!). Inwiefern die vermutlich in Teheran angesiedelte besser gestellte Mittelschicht tatsächlich die Mehrheit in einer iranischen Bevölkerung wiederspiegelt, ist mir zumindest nicht klar. Ich wäre sehr daran interessiert, diese Frage mal im Rahmen der Analysen erläutert zu bekommen.

Daher bin ich mir nicht sicher, ob Hr.Scholl-Latour so daneben liegt, wie scheinbar jeder denkt. Ob der eher einfacher gestrickte Bauer, ohne despektierlich klingen zu wollen, genau so denkt, wie der gebildete Student oder die materiell besser gestellte Mittelschicht in Teheran, halte ich jedenfalls zumindest für zweifelhaft.

Ich möchte zu bedenken geben, dass die Mehrheit auf der Straße nicht mit der Mehrheit einer Bevölkerung gleich gesetzt werden darf.

Kajetanus

16. Juni 2009, 12:14

Ist schon toll ... niemand von uns war dort und hat eigene Eindrücke gesammelt, aber alle haben die Weisheit mit Löffeln gefressen und wollen nur das wahrnehmen, was in das eigene Weltbild passt. Oh, wir sind ja alle sooooo aufgeklärt!

HurraTuerkiye

16. Juni 2009, 12:15

Hier zeigt sich das Pseudowissen des "Nahost-Experten" Scholl-Latour, der sogar Islamismus in der Türkei kommen sah. Da hat selbst ein Donald Rumsfeld mehr Erfahrung als P. S-L. Die Perser sind keine Araber. Sie haben den Islam nicht erfunden sondern nur übernommen. Während Propaganda und Einschüchterung die älteren Generationen glattgebügelt hat, lassen sich die 60% unter 30-Jährigen nicht in den grünen Käfig des Islam stecken. Auch wenn Ahmedinedschad die Stellung noch halten kann, im Iran wird eine Bombe hochgehen und die Geistlichen mit ihrem Wächterrat werden womöglich am Galgen hängen. Die Wut der Jungperser ist groß, ein freies Persien nur eine Frage der Zeit!

Tobi

16. Juni 2009, 12:15

http://www.shining-city.de/

@ rklemme: Sie haben geschrieben: "In einem Punkt hat er Recht: selbst wenn die ganze Hauptstadt für Mussawi auf die Straße gingen, hätte das wenig Aussagekraft für ein erwartetes Wahlergebnis.  Denn auch Teherans Bevölkerung macht nur einen Bruchteil der Landesbevölkerung aus."

Das hört man ständig, obwohl im Iran als Folge der Bevölkerungsexplosion die Stadtbevölkerung 68% der Gesamtbevölkerung ausmacht. Und Theran allein hat fast 8 Millionen Einwohner - also wohnt fast jeder achte Einwohner in Theran.

Hasso B.Kemnitz

16. Juni 2009, 12:17

Scholl-Latour for Chancellor !! Seine ruhige Distanz und sein Wissen - sie sind immer wieder bemerkenswert. Der Letzte der alten Journalistenschule !

FBI

16. Juni 2009, 12:18

also, ich find den Blogeintrag vom Spiegelfecher zu dem Thema auch ganz interessant...

insbesondere den Teil:

.."Wenn internationale Medien von einer Wahlfarce und komplett manipulierten Wahlen schreiben, so machen sie sich – gewollt oder ungewollt – zu Handlangern der Opposition. Das Ergebnis spiegelt jedenfalls ziemlich genau die Umfrageergebnisse wider, die das unabhängige amerikanische „Center for Public Opinion“ Anfang Mai in Iran durchführte. Landesweit hatte Ahmadinedschad demnach einen Vorsprung von 33%."

www.spiegelfechter.com/.../there-will-be-blood

DaFlipp

16. Juni 2009, 12:18

Sehr guter kritischer Kommentar. Auch mir kam Herr Scholl-Latour leicht überheblich hinsichtlich seiner Aussagen vor. Ein Herr Scholl-Latour sollte sich eingestehen, dass er nicht mehr der Experte mehr ist, der er mal wahr. Er sollte seinen Ruhestand genießen!

h.mueller

16. Juni 2009, 12:19

Ich habe schon lange den Verdacht, daß Scholl-Latour nicht mehr von dieser Welt ist.

Müdebinich

16. Juni 2009, 12:19

"Spalten statt versöhnen" und "Skandal-Geschrei für genehmigten Ziele" scheint die derzeitige journalistische Aufgabe zu sein. Das iranische Volk hat schon einmal ihren "Spielführer" entlassen und kann es möglicherweise wiederholen.

Aber wem dient die Panik und Empörung hierzulande? Einen Buhmann daraus machen, um die Akzeptanz der Bevölkerung ("Ach ja, schon wieder die bösen Iraner") für neue Kriege zu haben?

"Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein" offenbar schon längst vergessen.

nundenn

16. Juni 2009, 12:20

hr, psl. auch sie  können sich einmal irren, vielleicht haben sie auch die größe dies zuzugeben und ihre meinung zu korr., wobei grundsätzlich die deutsche berichterstattung sehr kritisch zu bewerten ist..im fall iran ----> auf dem weg zur neuen revolution, wollen sie das beginnende ende des regimes wohl nicht wahrhaben ?

chipin

16. Juni 2009, 12:22

Mein Gott, der Mann ist 85 Jahre alt und zehrt heute noch von seinem einstmals legendäre Ruf, dort zu sein, wo es knallte.

Als er in den Jahren des Indochinakrieges vor Ort war, mag er eine Institution gewesen sein, als er in Afrika vor Ort war - gab es noch kein Internet, kein Twitter.

Dass er Chomeini schon im Pariser Exil kennen lernte, war damals sein Glück. Darauf baut er heute noch, 30 (in Worten dreißig) Jahre später seinen Ruhm und seine Kompetenz? Scholl-Latour geht vielleicht auch noch davon aus, dass Genscher dt. Außenminister ist.

Da fiel jemandem beim ZDF, der den Bildungsauftrag des ÖR Rundfunks ernst nehmen wollte, wohl auf die Schnelle niemand ein.

asdrubael

16. Juni 2009, 12:23

Mit welchen angeblichen "Wahlbetrugs" Zahlen hier immer jongliert wird ohne auch nur eine Quellenangabe ist echt faszinierend. Ich nenn mal eine konkrete Quelle für eine Wahlumfrage:

mobile.washingtonpost.com/detail.jsp

"Independent and uncensored nationwide surveys of Iran are rare. Typically, preelection polls there are either conducted or monitored by the government and are notoriously untrustworthy. By contrast, the poll undertaken by our nonprofit organizations from May 11 to May 20 was the third in a series over the past two years. Conducted by telephone from a neighboring country, field work was carried out in Farsi by a polling company whose work in the region for ABC News and the BBC has received an Emmy award. Our polling was funded by the Rockefeller Brothers Fund."

"The breadth of Ahmadinejad's support was apparent in our preelection survey. During the campaign, for instance, Mousavi emphasized his identity as an Azeri, the second-largest ethnic group in Iran after Persians, to woo Azeri voters. Our survey indicated, though, that Azeris favored Ahmadinejad by 2 to 1 over Mousavi."

Bezüglich der Wahlbetrug Theorien kann ich mich Herr Scholl-Latour nur anschließen, hier wird Ahmadinejad wieder zum Hexenmeister stilisiert der nicht nur Atombomben sondern auch Millionen Wählerstimmen aus dem Nichts herbeizaubern kann.

musammg

16. Juni 2009, 12:24

Ich finde die ganzen Iraner die hier alles schlecht reden, sind die jenigen die so oder so gegen das Regime in Iran sind.

Deshalb, wollen die das die ganze Welt denkt, dass alle Menschen in Iran unzufrieden sind.

Auch die ´meisten Medien wollen Iran schlecht reden, weil es den nicht passt dass einer wie Ahmadinejad mal was gegen die Westliche Kapitalismus was sagt.

Diken

16. Juni 2009, 12:28

Nun ja angeblich spiegeln die Wahlergebnisse genau die Umfrageergebnisse des amerikanischen "Center for Public Opinion" von Anfang Mai wieder. Nach ihnen hatte Ahmadinedschad einen Vorsprung von 33%, wobei es die größte Zustimmung in der Altersklasse von 18-24 gab. Mussawi wird v.a. von den Studenten, Akademikern und Reichen bevorzugt, die in Iran nunmal nicht die Mehrheit stellen. Mussawi war in den Achzigern alles andere als ein Reformer, der unter der Fuchtel von Ayatollah Hashemi Rafsandschani als glaubhafterer Kandidat als er selbst aufgestellt wurde. Damit verkörpert das Gespann Rafsandschani/Mussawi die alte Elite, die es geschafft hat die oberen gebildeten städtischen Schichten in ihr Bott zu ziehen.

Hofnarr Florian

16. Juni 2009, 12:33

http://www.hingesehen.net/

Ich glaube auch, dass Scholl-Latour im Bezug auf den Iran die Lage falsch einschätzt, allerdings hat er Recht, dass Medien Bilder und damit die Meinung im Ausland leicht beeinflussen können. Wir, die sich nicht selbst ein Bild von der Lage machen können, sollten immer einen klaren, objektiven Blick auf die Lage bewahren.

Ninel

16. Juni 2009, 12:33

Herr Scholl-Latour war vor 30 - 40 Jahren ein hervorragender Kenner Asiens und des Mittleren Ostens. Seine damaligen Analysen waren beeindruckend.

Aber er ist stehen gebliegen und die Welt hat sich weiter entwickelt.

Und so oft wie früher wird er nicht mehr gefragt. Deswegen hofft er vielleicht, mit kontroversen Aussagen mehr Aufmerksamkeit für seine Person zu bekommen. Und das ist ihm gelungen!

Zoey

16. Juni 2009, 12:34

Herr Scholl-Latour hatte vor einigen Monaten in der Talkshow 3 nach 9 einen nachhaltigen Eindruck unbelehrbarer geistiger Altersstarre hinterlassen. Trotz mehrmaliger entschiedener Aufforderungen von Giovanni dL. und Amelie Fried konnte er es nicht unterlassen, eine junge Frau (Israelin?), die als Gast eingeladen war, ständig in deren Wortbeiträgen zu unterbrechen.

Kern seiner Aussage: ich bin reingelegt worden (!); wenn ich gewußt hätte, dass so eine Person eingeladen wird, wäre ich nie in diese Sendung gekommen.

Wenn es diesen Ausschnitt irgendwo gibt, würde ich mich über einen Link freuen.

bencho

16. Juni 2009, 12:37

Ich bin ganz Ihrer Meinung Herr SL, obwohl wir Westler uns dass Ergebniss so nicht wünschten, können wir nicht gegen die Wahl der Iraner abstimmen. Ich selber war nicht da und kann nicht sage ob es hunderte oder tausende waren, die da protestiert haben, aber die Berichterstattung war doch schon sehr subjektiv pro Revolution. Dass das Ergebniss so eindeutig war, glaube ich allerdings auch nicht.

Der_springende_Punk_T

16. Juni 2009, 12:39

Ich frage mich, wer wohl von einem instabilen Iran mit seinem Reichtum an Bodenschtzen profitieren wird... Da kommt in der schweren Krise eine herbeidiskutierte Revolte in Iran gerade recht. Man sollte Scholl-latour gut zuhören, denn er hat immer wieder extremen Weitblick beweisen. Im Übrigen sehe ich keinen Unterschied, ob Mussavi oder Mahmud Ahmadineschad and der Macht sein wird, denn die Politik ist die Gleiche. Aber wenn ein Land instabil ist, kann man sehr viel leichter hineinintervenieren, es ausplündern und sich bereichern. Dann lesen wir hier im Forum wieder: "Warum?" - Genau darum - Weil:

Ich hab an Euch geglaubt,

bin Euch gefolgt, hab Euch geliebt.

Nichts von dem, was Ihr versprochen habt,

ist etwas, das es gibt.

Es ist nicht woher man kommt,

es ist wohin man geht.

Und nichts wird mehr geglaubt,

als das wovon man nichts versteht.

Es ist nicht Philosophie,

es ist bekiffte Unterhaltung. [FantaVier]

durchblick

16. Juni 2009, 12:41

Hier geraten Wunsch und Wirklichkeit wohl durcheinander. Warum bitte schön sollen die anderen Quellen verläßlicher sein als die Quellen von Scholl-Latour, der zudem noch viel Erfahrung mit einbringt.

Wer sich einmal Ergebnisse aus Deutschland anschaut stellt schnell fest, dass sich Studentenstädte massiv vom Durchschnitt des Landes unterscheiden. Dies wird in Iran auch so sein. Erste Stellungnahmen nach der Wahl sprachen von einer im Großen und Ganzen fairen Wahl. Und die Manipulation beginnt ja auch nicht mit der Wahl, sondern mit der Beeinflussung der öffentlichen Meinung viele Monate vorher. Darum treten führende Politiker von SPD und CDU lange vor der Wahl auf. Dies ist in Iran, auf dem Land, wohl so nicht möglich gewesen, und daher ist das Ergebnis durchaus glaubwürdig.

Auch Italien zeigt ja deutlich, welchen Einfluß Medien, die dem amtierenden Ministerpräsidenten gehören, nehmen können. Also mal nicht den Träumen anhängen sondern sich der Realität stellen.

Scholl-Latour könnte Recht haben.

Paule

16. Juni 2009, 12:43

Was ist nun eigentlich sein Vergehen? Er mahnt an, dass was wir heute im Iran als unglaublichen Skandal empfinden, ständig irgendwo stattfindet - nur ohne Skandal, weil sowas in Aufmerksamkeitswellen abläuft. Damit könnte sich ein Fernsehblog auch mal beschäftigen. ;)

CNN darf auf die Straße, unsere Sender nicht. Schuld von Scholl-Latur?

Und wenn er Montagmorgen über Menschenmengen vom Sonntag mutmaßt, wird man ihm ja wohl kaum Bilder vom Montagabend präsentieren können. Oder doch?

Und selbst wenn er mit seiner persönlichen Einschätzung danebengegriffen hat, ist er zumindest mir immer noch lieber, als pseudoaufgeregtes Skandalgerufe. Die Welt ist ständig böse, nicht nur diese Woche im Iran.

Antares

16. Juni 2009, 12:43

Um Himmels Willen. Es ist ja nicht so dass da gerade ein Umsturz stattfindet. Mussawi ist im Iran so etwas wie common sense geworden. Unterstützt  auch von Teilen der konservativen. Und wohl zum Teil der geistlichen Führung. Unter ihm als Präsident würde sich nicht allzuviel ändern. Abgesehen von den verbalen Provokationen gegen das Ausland des hardcore Hardliners. Käme es zu einer "friedlichen Revolution" so würde dies die Strategie der USA torpedieren. Das Atomprogramm würde fortgesetzt und die Macht der Mullahs eher gestärkt.

Rajabi

16. Juni 2009, 12:47

Herr Scholl-Latour hat nur bedigt Recht. ich bin selbst seit 3 Wochen im Iran und bekomme alles Hautnah mit.

ich finde es auch, dass der Westen die Kirche im Dorf lassen sollte.

Erstens, wenn der Westen sich gerne aufregen möchte und die Demokratie und Bürgerrechte durchsetzen will, dann gibt es dazu mehr Länder, die die Hilfe und Einwirkung des Westens nötig hätten als Iran.

Saudi-Arabien, Pakistan, Afghanistan, Egypten, Israel, aber auch USA und Deutschland...

Es gibt unterschiedliche Arten von Wahlmanipulation, und so gesehen, Frau Merkel ist genauso ein Wahlbetrüger wie Herr Ahmadinejad.

Nur beide benutzen andere Systeme und Methoden, das Ergebnis, ist aber gleich.

Ich finde es auch nicht schlimm, wenn im Iran demonstriert wird, denn das ist ein weitere Beweis der dynamischen Gesellschaft.

Also, Westen sollte sich lieber um sich selber zu sorgen, keine Kriege vom Zaun brechen, die Völkermord in Palästina nicht unterstützen und mit Kolonial-Krieg im Irak aufhören......

Im Iran sind 70 Millionen Menschen sehr gut ausgebildet, schön, inteligent und Lebensfroh.... Sie werden schon ihr Recht bekommen, und da lassen sie sich auch nicht von irgend jemand das Brot aus der Hand nehmen... von Niemand

van de cremer

16. Juni 2009, 12:50

Beherrscht Herr Scholl-Latour denn auch die Sprachen des Orients ? Und wo hat er denn Islamologie studiert ? Man kann  da auch zum Beispiel prof.  Afshin Ellian befragen, iranischer Niederländer, oder prof. H. Jansen, Islamologe. Aber auch in Deutschland gibt es doch sicher richtige Sachverständige  ? Schon 1980 wurde das Buch "Die Schiiten und die islamische Republik" geschrieben von Gerhard Konzelmann herausgegeben. Vom gleichen Author erschien "Die großen Kalifen". Und da sind  auch die Bücher von Dr. Hans-Peter Raddatz, promovierter Orientalist. Das man mit der Kamera "gut spielen " kann, wissen wir ja spätestens seit dem Al-Dura Video-clip ( siehe auch die Doku "Das Kind, der Tot und die Wahrheit", gezeigt vom ARD ), aber da gibt es auch Grenzen !  Haben denn alle Fernsehanstalten die Bilder gleichermassen gefälscht und sich vorher darüber geeinigt ? Warum nimmt Herrn Scholl-Latour denn nicht dem Shoraje Negabane Quanune Assasi ein Interview ab ?

Jonas

16. Juni 2009, 12:52

Ich kann Teile von Scholl-Latours Erklärungsversuchen durchaus nachvollziehen.

Im Moment ist es doch so, dass Ahmadinejad sich aus Kalkül als Feind des Westens inszeniert und diese Inszenierung doch wohlwollend von den westlichen Medien transportiert wird.

Wenn jetzt Scholl-Latour behauptet, dass der Iran ein "ruhender Pol" sei, dann setzt er meiner Meinung nach den Iran und die z.T. demokratische Wahl in einen größeren Staaten-Kontext.

Man sollte bei aller Freude über eine "Demokratiebewegung" im Iran durch Mussawis Anhänger nicht vergessen, dass diese vielleicht wirklich in der Minderheit sind und nur durch ihre Präsenz in den Medien und in Irans Haupstadt eine Plattform erlangen konnten, die suggeriert, dass im Iran die Mehrheit der Bevölkerung aufbegehrt.

Ich finde wir sind überhaupt in gar keiner Position, eindeutig Stellung zu beziehen in Hinblick auf ein Wahlverfahren, das nicht von neutralen Wahlbeobachtern überwacht wurde. Wenn jetzt darauf hingewiesen wird, dass laut der iranischen Opposition!! es zu Unregelmäßigkeiten und Wahlbetrug gekommen sein soll, sind doch diese Informationen genauso heikel zu behandeln wie die offiziellen Aussagen des iranischen Regimes, dass alles rechtmäßig vonstatten gegangen ist.

Sympathie für eine junge dynamische Demokratiebewegung ist ja gut und schön, aber man sollte dann bitte nicht alles durch den Schwarz-Weiß-Filter sehen.

Anmerkung am Rande, Iran war bis 1979 eine vom Westen gestütze Diktatur, die durch einen Umsturz durch das Volk beendet wurde. Dessen Führer und Nachkommen sind jetzt an der Macht. Wenn diese jetzt dem Westen feindlich gesinnt sind, kann ich das eher nachvollziehen als die westliche Doppelmoral hinsichtlich ihrer machtpolitischen Interessen im Nahen Osten.

Mangalore

16. Juni 2009, 12:54

@Tobi

Teheran ist sowenig Iran, wie Moskau Russland. Hauptstädte spiegeln ein verzerrtes Bild der Länder wider. Die übrige iranische Stadtbevölkerung kann genausogut aus  Landflüchtigen Bauern bestehen.

Selbst 8 Mio Teheraner stehen nunmal 60 Mio Iranern gegenüber. Man kann aus diesen Bildern schlicht keine Fakten ziehen ausser das eine nicht unerhebliche Menge Iraner stinksauer auf das Wahlergebnis ist. Wie korrekt sie in Bezug auf die Wahlfälschung sind, kann man aber schlecht per Ferndiagnose sagen.

M. Werner

16. Juni 2009, 12:58

Mit Sicherheit ist es so, dass die junge und intellektuelle Generation im Iran nach Öffnung und Freiheit strebt. Und mit Sicherheit ist Ahmadinejad nicht derjenige, der diese Wünsche erfüllen wird. Außerdem stehen hinter ihm immer auch die religiösen Führer des Irans, die letztendlich die Macht haben. Aber es sollte auch nicht vergessen werden, dass den Weltmächten eine innere Kriese nur in den Kram passen würde. Seit Jahren läuft eine gezielte Hetzkampagne auf medialer und politischer Ebene gegen den Iran. Man sucht gerade zu nach einem Grund endlich auf militärischer Ebene eingreifen zu können und lechzt nach dem Verständnis der Menschen. Nur dahinter steht nicht das Ziel ein Volk zu befreien. Wenn wir uns mal an den Irak erinnern. Ich tolleriere hierbei gerne eine andere Meinung von Iranern aber auch nicht von denen, die hier leben und der Manipulation unserer Medien ausgesetzt sind. Herr S-L weiß genau wovon er redet, leider will nur keiner mehr richtig zuhören. Er drängt sich mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen auch nicht in den Vordergrund aber er wird ständig dazu befragt. Man weiß doch inzwischen in den Redaktionen, wie seine Antworten ausfallen werden. Wie auch in diesem Artikel, in dem schon der kritische Tenor herauszulesen ist. Wozu tut man das? Vielleicht um genauso solche Diskussionen hervorzubringen.

tfischer

16. Juni 2009, 13:04

Den meisten Kritikern von Scholl-Latour scheint entgangen zu sein, dass das im Artikel erwähnte Interview von Montag Morgen datiert. Da war noch keinem klar, dass Hunderttausende in Teheran demonstrieren werden, auch ich habe zu diesem Zeitpunkt in keinen der Bilder mehr als Hunderte auf den Straßen gesehen. Vielleicht hat er die weitere Entwicklung etwas unterschätzt, kann aber jedem passieren.

Und wie genau die Menschen im Iran wirklich gestimmt haben, wird wohl niemand genau erfahren.

Martin

16. Juni 2009, 13:04

zwar gewaltig alterstarrsinnig und überheblich, aber cool ist er ja, und recht hat er meist, wenn man seine zuspitzungen wegdenkt.

Günter Blümel

16. Juni 2009, 13:04

Auch Experten können sich mal irren. Herr Scholl-Latour hat trotzdem noch mehr auf der Pfanne als 10 Durchschnittsjournalisten zusammen.

Ruhen_im_Pool

16. Juni 2009, 13:04

Für einen "normalen" Ablauf einer Wahl waren drei Dinge seltsam:

a) Keine Beobachter bei der Auszählung und wenn ich das richtig verstanden habe, auch keine IRANISCHEN Beobachter.

b) Das Ergebnis stand früh, viel früher als üblich, fest.

c) Die lokalen Ergebnisse sind vergleichsweise homogen,  obwohl uns doch ständig erzählt wird, dass die ländliche Bevölkerung ganz anders drauf ist, als die städtische.

Die Beweispflicht liegt in der Hand der Opposition, den Beweis wird sie aber nicht führen können, denn die Beweise liegen in den Händen derjenigen, die das Gegenteil behaupten. Das freilich ist einer inneriranische Angelegenheit und sie wird auch gerade inneriranisch ausgetragen. Was die grotesken Behauptungen Scholl-Latours betrifft, es hätten nur hunderte demonstriert: Darüber sollte man diskret schweigen und den Mann nie wieder, aber wirklich nie wieder irgendeine wichtige, die Gegenwart des Nahen Ostens betreffende Frage stellen.

Mark

16. Juni 2009, 13:06

Propaganda und Manipulation überall. Ob in Iran oder hier...

Woher wissen wir so viel über Beliebtheit und Chancen der Kandidaten? Wir sind keine Experten und wir leben auch nicht dort.

Unsere Meinungen werden durch Informationen gebildet. Wer sendet uns jedoch diese Informationen?

Ich hätte auch lieber Musawi als Präsident gesehen. Und wenn wir dabei sind: Vor fünf Jahren war Kerry mein Favorit. Und trotzdem haben sich die Amis für Bush entschieden. Ausserdem gehe ich hier nicht auf die Strassen, wenn die Mehrheit nicht gleicher Meinung wie ich ist...

Alex

16. Juni 2009, 13:06

mano man der Herr SL wird dem Alter auch immer Realitätsferner. Bisher habe ich Ihn immer geschätzt aber in letzter Zeit kommen immer und immer wieder Statements von ihm, da steht man nur mit offenem Mund davor

arthurkma

16. Juni 2009, 13:10

Oh, diese Verteidiger der freien Wahlen. Herr Scholl-Latour hat natürlich recht wenn er sagt, dass der Iran zurzeit noch ein ruhender Pol ist und das mit der Wahlfälschung nun doch nicht so sein kann wie dargestellt. Wo ist denn die Aufregung bei solchen Ländern wie Afghanistan, Georgien oder Ägypten? Da ist es natürlich nicht so weit her mit der Empörung, vielleicht weil sie für den Westen nützlicher sind.

Ariamehr

16. Juni 2009, 13:11

Man fragt sich warum öffentlich-rechtliche Sendezeit mit diesem Vasallen Khomeinis verschwendet wird:

www.dw-world.de/.../0,,3988244,00.html

VC-Midletton

16. Juni 2009, 13:16

Zu PSL Aussagen:

Ich habe 2 gute Freunde aus dem Iran die bis letztes jahr noch in Theran studiert haben.  Laut ihren Freunden und Bekannten sind es eher 100.000 Demonstranten als 100. Sie haben Amateuraufnahmen von den Demonstrationen auf facebook hochgeladen, die den Eindruck vermitteln, dass Hr. SL im Morgenmagazin die Situation schlicht falsch bewertet hat!

Zum Thema war es Wahlbetrug, ja oder nein:

Viele Vorredner verweisen immer auf Umfragen - löblicherweise geben sogar einige die Quelle an - aber aufgrund einer Umfrage abzuleiten, dass kein Wahlbetrug stattgefunden hat, halte ich für ziemlich wage, insbesondere wenn man  den sehr emotionalen Wahlkampf berücksichtigt. Umfragen sind halt nur Umfragen! Selbst in Deutschland, wo die statistischen Erhebugsverfahren sehr fortgeschritten sind, es viele unabhängige Institute gibt und man die Stichprobe vollkommen representativ ausgewählt ist, gibt es teilweise 5%ige Abweichungen zwischen den Instituten (siehe z.B. www.wahlrecht.de/.../index.htm). Also sollte man lieber die euauszählung der Stimmen abwarten, bevor man ein finales Urteil bzgl. des mögliche Wahlbetrugs fällt.

Ganz unabhängig davon, zeigen die demonstrationen zumindest deutlich, dass  ein nicht unerheblicher Teil der jüngeren Bevölkerung ziemlich unzufrieden mit den politischen Verhältnissen im Land ist. Ich wäre es auch, wenn ich den selben Restriktionen ausgesetzt wäre!

harohama

16. Juni 2009, 13:19

Tja ...  da hat unser durchaus verdienter PSL ,  der lange Jahre fast immer einen sehr guten Trend-Instinkt gehabt hat  bei Analyse- und Faktenschwächen im Detail,   einen tiefen Griff ins Klo getan.  So verschätzt hat er sich selten oder vielleicht sogar nie, denn die Informationen über die Wahlmanipulationen und die Demonstrationsbeteiligung (auch in anderen Städten)  waren über sich als recht zuverlässig erwiesene Twitter-Quellen bereits ab Sonntag verfügbar.

.

Wenn irgendeine knappe Überschrift  zutreffend ist, dann STAATSSTREICH VON OBEN. Vielleicht sollte seine Umgebung ihm zu größerer Zurückhaltung raten, wenn er schon nicht mehr sauber recherchieren kann.

DerIch

16. Juni 2009, 13:19

Allen, die Herrn Scholl Latour hier so sehr kritisieren möchte ich raten das Interview noch einmal in Ruhe anzusehen.

tov

16. Juni 2009, 13:22

Der selbe Scholl-Latour, der vor dem Irakkrieg den Amerikanern einen monatelangen Häuserkampf mit den unschlagbaren, unzähligen, treuen republikanischen Garden von Saddam Hussein (die Älteren werden sich erinnern) um Bagdad angekündigt hat? Ach so...

Roya

16. Juni 2009, 13:22

Ja, Wir sind nicht direkt vor Ort, können nicht mit eigenen Augen sehen was sich auf den Straßen nicht nur in Tehran, sondern auch in Shiraz oder Esphahan abspielt. Aber wir sehen in den Nachrichten und den Aufnahmen auf Youtube wie viele Bürger auf die Straßen gehen und das man hier nicht von Hunderten von Demonstranten redet kann.

Herr Scholl-Latour, wie können Sie sagen, dass alles halb so wild sei. Nach Jahren trauen sich die Menschen auf die Straßen um für ihr Recht zu kämpfen, dass erste mal nach der Revolution '79.  20% Arbeitslosenquote und eine Inflation von 25%, warum sollte die Mehrheit der Iraner Ahmadinejad wählen. Wenn Sie, Herr Scholl- Latour tatsächlich ein Experte sind, dann würden Sie nicht solche verhamlosende Aussagen machen, diese sind eine Demütigung für das Volk im Iran.

aya

16. Juni 2009, 13:24

Herr Scholl-Latour hat manchmal eine außergewöhnliche Meinung und ob es wirklich Tausende sind oder Hunderte ist eigentlich egal. Wenn man ein Regime stürzen will dass schafft man dass. Wenn die Mehrheit der Menschen gegen Ahmadineschad wäre und somit gegen die Geistlichen, dann hätte Iran ein großes Problem und das Regime wäre schon längst weg. Dann würde es auch nicht "nur" 7 Tode geben sonder hunderte. Die Intellektuellen und die offen denkenden Menschen sind im Iran leider in der Unterzahl. Es ist doch einfach so das den westlichen Ländern das Regime im Iran ein Dorn im Auge ist und das auch wenn die Wahlen gerecht verlaufen sind die westlichen Länder es nicht war haben wollen. Die wollen nicht so ein Regime. Und wenn da dann jemand aus der Opposition Wahlbetrug aufschreit dann werden die westlichen Länder hellhörig.

Diese Arroganz besser zu wissen was andere Länder wollen ist momentan eine Tugend der westlichen Länder.  Man wollte auch dem Irak die Demokratie bringen. Das Land ist doch noch gar nicht bereit dazu. Und das gleich gilt auch für den Iran. Wie Herr Scholl-Latour schon sagt, das Land ist ein ruhender Pol. Wieso die Leute jetzt aufhetzen. Sollen für die Ideologie des Westens noch mehr Menschen sterben. Ich will das nicht. Ich bin ein sehr offen denkender Mensch aber manche Länder müssen das für sich selbst ausmachen. Manche Länder sind noch nicht bereit.

Ich bin total gegen das Regime aber die Menschen im Iran wollen nichts anderes. Deswegen versucht nicht mit der Ideologie des Westens den Iran zu verurteilen. Denkt nicht, dass die Medien immer das Richtige tun. Eher im Gegenteil.

Das gleiche gilt auch für die Türkei und die EU. Wenn einer jetzt nach Europa will weil es im im Osten schlecht geht dann sagt er einfach dass er ein politisch verfolgter wäre und zu der Minderheit gehören würde die unterdrückt wird. Die EU springt auf die Medien auch und schon heisst es das die Menschen im Osten unterdrückt werden. Derjenige der das behauptet hat kriegt hier Asyl und Geld vom Staat. Er wird ein vorzeige politisch Verfolger der Türkei usw.

Die Kurden in der Türkei haben eine türkische Pass. Viele der erfolgreichsten Sänger in der Türkei sind Kurden.

Turgut Özal ist kurdischer Abstammung und war Präsident der Türkei.

Ich will mal den Türken in Deutschland sehen der Präsident wird in Deutschland. (Mit deutschem Pass meine ich)

Nicht immer blind sich eine Meinung aufzwengen lassen. Immer Hinterfragen.

MichaelMueller

16. Juni 2009, 13:24

Es ist schon erstaunlich wie hier auf primitivstem Niveau persönliche Verunglimpfung propagiert wird. Diese Art scheint - bedauerlicherweise - von "Gutmenschen" als normale Diskussionsweise akzeptiert zu sein. Tatsächlich ist sie nur dumm und unsachlich.

Wer am Montag morgen das Gespräch im Morgenmagazin gesehen hat wird sich differenziertere Gedanken machen.

1.) Bilder (wie sie jetzt von einigen Schlaumeiern aus dem Internet gefischt werden) von Massendemonstrationen lagen am Montag morgen noch gar nicht vor. Die hier geposteten stammen wohl von Montag nachmittag. Somit konnte PS-L auch nur diese kommentieren.

2.) Wieso werden aus Umfrageergebnissen, die ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorhersagten nun auf einmal ein erwarteter Sieg für Mussawi? Demoskopie ist ein schwieriges Geschäft, in einem Schwellenland sicher noch mehr. Bei uns wurde bei der letzten Bundestagswahl eine schwarz-gelbe Mehrheit vorhergesagt, bekommen haben wir die große Koaltion.

3.) PS-L hat doch recht, wenn er auf die Demokratiedefizite in anderen nahöstlichen Ländern hinweist. Wo wird denn da - unter welchen Umständen - noch gewählt? Etwar in Saudi-Arabien, Oman, VAE, Katar, Bahrain? Was ist denn mit den (von PS-L im Morgenmagazin) erwähnten Nachbarn Irak, Pakistan und Afghanistan?

4.) Und für unseren HurraTürken: Wo zeigt da PS-L "Pseudowissen"? Die Islamisierung in der Türkei findet doch statt. Sie ist dort nur gemäßigter und die kemalistischen Generäle halten diese im Zaum. Es ist richtig, daß Perser keine Araber sind. Und? Türken sind das auch nicht. Genauso wie die Perser haben die Türken den Islam nicht erfunden, sondern "nur" übernommen. Und?

Fazit: Man muß PS-L nicht mögen, auch den Iran oder Ahmadineschad nicht. Aber wer sich um Sachlichkeit und Objektivität bemüht wird zu keinem Schwarz-Weiß-Bild kommen oder gar Schlägen unter die Gürtellinie.

A.Tay.

16. Juni 2009, 13:26

@Mangalore:

Der Iran besteht NICHT aus überwiegend aus Landflüchtigen Bauern!! Wenn man keine Ahnung hat, sollte man auch nicht solche Äußerungen tätigen :)

Fakt ist, wenn man den Großbereich um Teheran herum mit einbezieht, dass Teheran keien 8, sondern rd. 12-14 Mio. Einwohner hat. Da es dort kein Meldeamt o.ä. wie hier gibt, gibt es auch keine genauen Angaben darüber.

Die anderen Großstädte wie Isfahan, Shiraz, Mashad & Co. haben auch rd. 4-5 Mio. Einwohner.

Und die These, dass die Menschen auf dem Land alle A. wählen, ist auch nicht ganz richtig. Ich habe selbst Verwandtschaft auf dem Land, die große Felder bewirtschaften. Sie berichten davon, dass sie in der Zeit von A. fast bankrott gegangen wären. Aus heiterem Himmel erlaubt man ihnen nicht mehr, Wasser zu schöpfen, sie mussten hunderttausende von Euro ausgeben, um doch eine Gehemigung zu bekommen, musten auf eigene Kosten Brunnen etc. bohren, und für den Schutz etc. wird auch nicht gesorgt. Die Subevntionen laufen in falsche Richtungen und es wird ihnen vorgegeben, was sie anpflanzen sollen, mit der FOlge, dass es viel zu viel Angebot an den Produkten gab, die Preise ins bodenlose rutschten und sie viel Geld verloren haben.

Das ist KEIN einzelfall, den meisten Landwirten geht es so.

Es ist zwar schon richtig, dass die Landbevölkerung tendenziell traditioneller und auch religiöser ist (glt im Übrigen nicht nur für Iran), aber A. repräsentiert für die meisten Menschen ja auch nicht Religion! Die meisten Menschen erleben es selbst in ihren Familien, wie viel schlechter es ihnen in den vergangenen 4 Jahren ergangen ist. Viele distanzieren sich schon sehr stark von Religion. Selbst in kleinen Städten und Dörfern (wie gesagt, ich habe dort außer in Teheran Verwandte und Freunde, die mir das hautnah berichten).

Aber all das mal bei Seite gestellt - selbst, wenn A. wirklich die Wahl gewonnen haben sollte - bei den Ausschreitungen DIESEN Ausmaßes ist seine Macht doch nun wirklich nicht groß. Ein Großteil der Menschen lehnt ihn derart ab, dass sie ihr Leben riskieren. Wenn die Wahl nicht manipuliert wurde (und glaubt mir, die Mullahs wissen, wie man eben mal 10 Mio. stimmen manipuliert! Für den Westen viell. undenkbar, aber dort durchaus usus), sollen die doch einfach neu wählen lassen. Wovor fürchten die sich?

Die Wahl sollte von einem unabhängigen Dritten durchgeführt werden, z.B. UN/NATO was auch immer, allein dazu, um den wahren Willen des Volkes zu ermitteln. Sollte A. dann imemrnoch mehr Stimmen bekommen - dann wäre es wohl so. Aber man hätte dann die Wahrheit!

G.Schröder

16. Juni 2009, 13:27

PSL hat Recht, die Erde wird sich weiter drehen und in zwei Wochen kräht kein Hahn mehr danach.

Oder wer regt sich heute noch darüber auf, dass J.W.Bush auch nur mit Hilfe von Wahlbetrug ins Ant kam?

An alle, die hier persönliche Angriffe mit Argumenten verwechseln: Bellen sie nur, die Karavane zieht weiter!

Nanuk

16. Juni 2009, 13:33

Der Mann hat Recht...

Wenn sich die Lage da wieder beruhigt redet keiner mehr davon das einzige was hängen bleibt ist der Iran ist böse und genau so wollen wir es doch oder immer schön wissen wo der Feind sitzt...

olke

16. Juni 2009, 13:38

Ich danke allen, die hier noch mit Verstand und Weitsicht an die Sache rangehen. Das das Interview vom frühen Montag Morgen stammt, sollte doch eigentlich keinem denkenden Menschen entgangen sein. Die Fakten, die Herr S-L anführt, sind doch nicht unbedingt als Alterstarrsinn zu bewerten, wenn klar ist, das unsere Medien sich tatsächlich nicht um Länder wie Ägypten, Saudi-Arabien oder auch Georgien, China oder Russland kümmern. Von einem unklaren Wahlausgang im Jahr 2000 (Präsidentenwahl - Bush siegt nach einem Verbot des Supreme Court einer weiteren Auszählung der Stimmen in Florida) in den USA möchte ich gar nicht reden. Die Frage muss doch erlaubt sein, wem diese "gewaltigen" Bilder, die uns erreichen, nützen. Des Weiteren ist doch den Kritikern in ihrer Weisheit hoffentlich nicht entgangangen, von wem Herr Mussawi zur Wahl zugelassen wurde, nämlich vom obersten Revolutionsführer. Wenn man sich mit der Geschichte Herrn Mussawis beschäftigt, wird einem wohl auch klar, dass es sich bei dieser Person nicht um einen der grössten "Reformer" handelt. Ich stelle klar, dass ich die derzeitige Regierung im Iran verabscheue, für Ihre Repressalien, für Ihr unislamisches Verhalten, für Ihre schlechte Wirtschafts- und Innenpolitik und selbstverständlich für die grössenwahnsinnige Aussenpolitik. Glauben wir denn ernsthaft, dass sich mit einem Regierungswechsel so viel verändern wird. Vielleicht wird es für den Westen einfacher, an die Bodenschätze zu kommen, an einer wirklichen Stabilisierung der Region (und hier gebe ich Herrn S-L recht) ist man wohl aber nicht ernsthaft interessiert.

Ich prangere in diesem Zusammenhang die Doppelmoral unserer Presse an, über bestimmte Länder und ihre "Probleme" zu berichten, über andere allerdings nicht.

Jeeves

16. Juni 2009, 13:45

Tobi: "Und Theran allein hat fast 8 Millionen Einwohner - also wohnt fast jeder achte Einwohner in Theran."

Genauer: Der Iran hat 73 Mio Einwohner, davon leben 13 Mio in Teheran, also 17%.

Ansonsten glaub' ich nix. Weder der einen noch der anderen Seite.

Peer Schader

16. Juni 2009, 13:48

@A.Tay: Interessanter Kommentar. Danke dafür.

Linus

16. Juni 2009, 14:22

Besonders die Einleitung zum Artikel finde ich eher problematisch: "Gut, dass das [die Möglichkeit ein Psychopat, ein Irrer zu sein] offensichtlich nicht für Mahmud Ahmadineschad gilt".

Wie bereits einige Male im Bildblog konstatiert, ist der Mann (halbwegs) demokratisch legitimiert an die Macht gekommen, ob uns das nun gefällt oder nicht. Das gilt nun wirklich nicht für Kim Jong Il .

Und ansonsten gilt: Ja, Peter Scholl Latour ist alt und senil, auf sich selbst fixiert und nervt. Nur: das bewahrt ihn ja zum Einen trotzdem nicht davor ab und zu einfach recht zu haben. Der Verweis auf Ägypten, Pakistan, Afghanistan, Saudi Arabien (und nicht zu vergessen: Algerien) ist in diesem Zusammenhang schon völlig legitim...Und die Skepsis angesichts mancher Bilder in den Medien ebenso.

Und außerdem: Wäre es nicht sinniger, sich die Senderverantwortlichen vorzunehmen? Schliesslich hat sie niemand gezwungen, dem guten Mann ein Forum zu geben.

t0ndor

16. Juni 2009, 14:24

Es mag durchaus sein, dass PSL mit diversen Elementen seiner "Analyse" recht hat. In einigen Punkten jedoch sicher nicht:

Neben der totalen Fehleinschätzung der Mengen ist PSL aber noch ein viel schlimmerer Lapsus unteraufen: Wenn in Nahost-Ländern basalste Freiheiten massivst beschnitten wird, ist das noch lange kein hinreichendes Argument für ein Levelling Down in anderen Ländern. Mit einer Äußerung, das sei doch nicht so schlimm, sondern in der Region gang und gäbe lässt sich keine Sittlichkeit herstellen; sie ist überdies meilenweit entfernt von dem, was als demokratisch-freiheitlich gilt. "Mister Know-All" PSL gehört alleine daher aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen verbannt und vom Verfassungsschutz beobachtet.

A.Tay.

16. Juni 2009, 14:33

Wir sollten hier bitte nicht verwechseln, dass es bei der ganzen Sache primär un den Willen der Menschen im Iran geht. Die haben einen Menschen offenbar gewählt, der nun aber um sein Amt gebracht zu sein scheint.

Bei der Diskussion geht es überhaupt nicht um den Westen, um Atombombem oder den VORTEIL für uns in deutschland!

Es geht nur darum, dass die Menschen dort und ihr WIlle offensichtlich unterdrückt werden.

Vielleicht sollten wir einfach auch mal an die Menschen denken, die unter diesen Umständen dort leben müssen - und nicht, welchen Vorteil das ganze für den Westen hat.

Das ganze wird vielleicht hier in 2 Wochen niemanden interessieren (oder interessiert jetzt schon niemanden) - aber für den iran ist das nicht selbstverständlich und wird in die Geschichte eingehen.

Drück die Daumen

16. Juni 2009, 14:57

Schön, dass es keine innenpolitischen Probleme im Iran gibt.

Eine Inflationsrate von 15 % und eine enorme Arbeitslosigkeit tun hier natürlich nichts zur Sache.

Der "nichtkapitalistische" A. besticht auf dem Land die Leute mit Tomaten und Kartoffeln, wahrscheinlich waren es aber die bösen Amis.

Über 60% der Iraner sind unter 30 und auch viele Eltern und Großeltern haben bemerkt, dass nach der "Revolution" 79 nicht allzuviel besser geworden ist.

Schön auch die Optik der Frauen (trotz Sittenpolizei), während hierzulande um jeden Zentimeter Schleier gekämpft wird, verkommt dieses "Symbol" im Iran zunehmend zum erweiterten Haargummi.

Aber der große, starke Führer A. hat schon was! Zumindest für manche, die mit ihrer grenzenlosen Freiheit hierzulande nicht zurechtkommen.

Don Geraldo

16. Juni 2009, 16:48

Als Scholl-Latour vor Jahren gewisse Voraussagen bezüglich Irak, Afganistan und Pakistan machte wurde er ebenfalls schwer kritisiert. Dummerweise behielt er in allem recht.

Es fällt doch auf, daß man am Iran das kritisiert, was bei US-Verbündeten wie Pakistan (Musterdemokratie mit Atombombenbesitz), Saudi-Arabien (gabs da schon mal Wahlen ?) und Israel (Besatzungsmacht mit Atombomben) problemlos akzeptiert wird.

Zum Thema Wahlfälschung: Statt mit dem Iran sollte sich die FAZ mal mit den seltsamen Auszählungen bei der sächsischen Kommunalwahl am 7. Juni befaßen.

007

16. Juni 2009, 16:55

„Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.” Marie von Ebner-Eschenbach

Wie der Westen seine eigene Wahrheit schafft, das dokumentiert hier die Mehrzahl der Kommentarschreiber. Sie bestätigen allesamt, dass sie auf unsere sogenannte Medienfreiheit hereingefallen sind. Nach Peter Scholl-Latour ist das eine Freiheit, das zu sehen und zu glauben, was einem die 200 reichsten Menschen der Erde erzaehlen.

Zu den Fakten: Das Wahl-Ergebnis spiegelt ziemlich genau die Umfrageergebnisse wider, die das unabhängige amerikanische „Center for Public Opinion“ Anfang Mai 2009 im Iran durchführte. Landesweit hatte Ahmadinedschad demnach einen Vorsprung von 33%. Die stärkste Zustimmung hat er demnach bei der Gruppe der 18 bis 24jährigen – wenn in den internationalen Medien die Geschichte erzählt wird, dass die jungen Iraner Mussawi haben wollen, so ist dies schlichtweg falsch. Die einzigen Gruppen, die in den Umfragen mehrheitlich Mussawi bevorzugen, sind Studenten, Akademiker und die Reichen des Landes – aber diese Gruppen sind in Iran, wie auch überall sonst auf der Welt, nicht die Bevölkerungsmehrheit. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Ahmadinedschad allen Unregelmäßigkeiten und Indizien auf Wahlfälschungen zum Trotz, die Wahlen auch tatsächlich gewonnen hat.

Der Iran ist eines der wenigen Laender, welches sich noch nicht dem weltweiten Zentralbanken-Kraken und Dollar-System unterworfen hat. Alle jene Staten,welche noch keine Zentralbank haben, werden von den USA als "Axis of Evil" bezeichnet. Nach der orangenen Revolution in der Ukraine, der Rosen-Revolution in Georgien nun die grüne Revolution im Iran - Mensch Leute, wacht auf!!!

nona

16. Juni 2009, 18:55

@Zoey:

Dass Peter Scholl-Latour einen zunehmend gebrechlichen Eindruck macht und sein Experten-Image viel von vergangenen Grosstaten herrührt, ist sicher richtig, bei seinem Alter auch nachvollziehbar. Ob man das Altersstarrsinnig nennen kann sei dahingestellt, aber ein gut informierter Pragmatiker wie er, der das Rechthaben gewohnt ist, kann sich auch schonmal zu gelassen auf seine Erfahrung verlassen, um nicht zu sagen sich darauf ausruhen. Geistig fit und auf der Höhe der Zeit ist er offensichtlich durchaus noch.

Dass er in der besagten Talkshow allerdings zunehmend ungehalten wurde und dabei unglücklich und störrisch aussah, war für mich verständlich, denn seine Gesprächskontrahentin, eine sehr junge Israelin (aufstrebende Musikerin, wenn ich nicht irre), war offensichtlich an einer Diskussion nicht interessiert, sondern nutzte mit viel Vehemenz und noch mehr jugendlicher Arroganz das Forum, um das da gerade aktuelle militärische Vorgehen der israelischen Armee gegen die Palästinenser bar jeder Objektivität zu verteidigen, inklusive aller Konsequenzen wie z.B. ziviler Opfer unter den Palästinensern. Ihre Position gegenüber Scholl-Latour liess sich kurz zusammenfassen als (1) "wir verteidigen uns doch bloss gegen Aggressoren und Terroristen", (2) "zivile palästinensische Opfer tun mir leid, aber das ist ja nicht unsere Schuld denn die bringen unsere Zivilisten ja schliesslich auch um" und (3) "Sie alter Knacker haben ja sowieso keine Ahnung von meiner Heimat", und dass jemand wie Peter Scholl-Latour, der sein ganzes Leben lang um pragmatischen Journalismus und ausgewogene Berichterstattung bemüht war, und etliche Kriege kommen und gehen sah und sie von allen Seiten in praktisch allen Teilen der Welt gründlich betrachtet hat, und der nach wie vor ein absoluter Experte in Sachen Geschichte, Politik und Kultur gerade des mittleren Ostens ist, sich dann echauffiert und fragt warum er sich das als *Gast* in einer Sendung antun und so aggressiv von einem jungen, unerfahrenen und politisch einseitig motiviertem Menschen behandeln lassen soll, wenn er richtigerweise darauf verweist, wie wichtig es ist, in einem Konflikt beide Seiten der Medaille zu sehen, das fand ich nachvollziehbar, auch wenn er es sicherlich gelassener hätte bringen können.

Im Übrigen sind weder Amelie Fried noch Giovanni di Lorenzo sonderlich souverän oder gar ausgewogen mit der Situation und der Gesprächsthematik umgegangen. Als Gastgeber haben sie die Prämisse "der Gast ist König" jedenfalls völlig ad absurdum geführt.

Old Scholl

16. Juni 2009, 19:49

Unabhängig davon, dass Herr Scholl Latour in der Vergangenheit den ein oder anderen Glückstreffer bei seinen Prognosen gehabt hat (ist auch kein Wunder bei dem Volumen an Vorhersagen, die er ständig zum Besten geben darf) - die Argumentation seiner Analysen geht mir mittlerweile ganz gewaltig gegen den Strich. Scholl Latour zieht seine Schlüsse stets aus Parallelen zur und Ereignissen der Vergangenheit. Da wird im Irak und im Balken der Ursprung der Konflikte vor hunderten von Jahren gesucht, Afghanen waren schon immer schwierig zu regieren und werden es für immer sein und der Araber und Perser an sich braucht laut Herrn Scholl Latour keine Demokratie, weil die brauchte er ja noch nie. Perser und Araber die sich für Menschenrechte, Gleichberechtigung der Frau und Demokratie einsetzen? Für Herrn Scholl Latour passen diese Menschen wohl wenig ins Weltbild, als Trost bleibt ihm, dass sie natürlich nicht die Mehrheit stellen. Ein Wort des Bedauerns über geschundene Frauen in Afghanistan oder wegen Bagatellen hingerichteter Menschen im Iran, habe ich jedenfalls noch nie von ihm vernommen. Auch bei Statements über den Irak ist sein Augenmerk nie auf das Leid der Opfer gerichtet, vielmehr dominiert der Triumph, mit der Schwarzmalerei richtig gelegen zu haben. Wir werden sehen...

Ich hoffe mal für die Welt Herr Scholl Latour leidet einfach unter Altersstarrsinn. Seine pessimistische Weltsicht einer ewigen Ordnung und stetigen Wiederholung der Geschichte in weiten Teilen der Welt und bei vielen Völkern werde ich jedenfalls auch in Zukunft nicht teilen.

Wir brauchen die richtigen Visionen für die Zukunft, seine vergangenheitsversessene Besserwisserei kann Herr Scholl Latour meiner Ansicht nach langsam für sich behalten. Wo wären wir heute, wenn Deutsche, Franzosen und Polen nicht die Schatten der Vergangenheit hinter sich gelassen hätten? Ein Versteifen auf die Historie hätte einer Versöhnung zwischen den Erbfeinden genauso wenig Chancen eingeräumt wie Frieden im nahen Osten oder Demokratie im Iran.

HansMeier555

16. Juni 2009, 20:06

Im August letzten Jahres wollten uns sämtliche deutschsprachigen Qualitätsmedien (auf Anweisung von Frau Condolezza Rice) einhellig weismachen,  daß Rußland der Angreifer und Georgien das Opfer sei. Die Manipulationsstrategie war dabei aber so dreist und plump, daß sich nach einigen Wochen alles in Peinlichkeit auflöste. Heute tut die politische Klasse Europas schon wieder so, als hätte es den Kaukasuskonflikt niemals gegeben.

Darin spiegelt sich das ganze Elend unserer schreibenden und berichtenden Zunft. In allen Redaktionen geben Bosse den Ton an, die journalistische Ideale längst verraten haben. Sie fühlen sich nicht mehr ihren Lesern, sondern der politischen Klasse verpflichtet, zu der sie ja selber unbedingt dazugehören wollen. In der Regierungsmaschine mitfliegen zu dürfen ist für sie das Größte.

Zwangsläufig muß sich diese korrupte Einstellung negativ auf die journalistische Qualität auswirken. Die Bosse werden vom Größenwahn erfaßt und dulden in ihren Sendungen /Zeitungen /Nachrichtenmagazinen keine abweichenden Meinungen mehr. Aber was im Iran wirklich los ist, erfährt man in der Regierungsmaschine eben nicht.

Wenn früher oder später alle wieder Herrn Scholl-Latour fragen, dann nicht wegen dessen übergroßer Weisheit, sondern einfach, weil es außer ihm keine Gesprächspartner gibt, die über eine vergleichbare Mischung aus Kenntnissen und Unabhängigkeit verfügen.

Constantinescu

16. Juni 2009, 20:28

Peter Scholl-Latour ist ein Kenner des Orients. Das Alter spielt dabei ueberhaupt keine Rolle. Ausserdem beherrscht  Herr Scholl-Latour die arabische Sprache (Studium in Damaskus) in Wort und Schrift.

Herr Scholl-Latour hat Recht, mit der Kamera kann man eine Nahaufnahme bzw. eine Totale zeigen (drehen), dass man glauben koennte nur Irans Hauptstadt sei bewohnt sonst nichts.

Rssland und die USA haben bestimmt kein Interesse daran, dass im Iran ein Chaos wie im Bush-Iraks ausbricht.

Jonas Seel

16. Juni 2009, 21:26

PERSIA

16. Juni 2009, 22:32

NUR ZUR INFO:

Der Anteil der Bevölkerung der Großstädten Irans in denen demonstriert wird, entspricht 70% der Gesamtbevölerung des Irans. Also sind Stimmen kleiner Bauern in Dörfern mehr als uninteressant!

John

16. Juni 2009, 23:41

Herr Scholl-Latour hat mit diesen Aussagen gezeigt, daß er gar keine Experte mehr ist.

Nur weil er Khomeini im Flugzeug vor 30 Jahren interviewt hat macht ihm nicht zum Irankenner auf Ewigkeit.

Er bringt die selben Argumente immer und immer wieder.

Ein Tipp: Fragen Sie in der Zukunft wirkliche Experten, die mit der aktuellen Lage vertraut sind.

Frank Murinus

16. Juni 2009, 23:45

P. S.-L. ist schon ein Phänomen...über 80, und noch immer bringt er die Dinge klar auf den Punkt. Wenn nicht sogar noch klarer als früher.  Auch wenn er damit natürlich dem politisch korrekten Mainstream widersprechen muß. Daß das nicht jedem gefällt, ist klar.

Das "Problem" der meisten westlichen Beobachter ist, daß sie meist nur ein paar Exiliraner kennen (stammen meist von geflüchteten Schah-Anhängern ab), oder bestenfalls ein paar Mitglieder der prowestlichen Eliten in Teherans Nobelvierteln oder auf den Unis. Die haben natürlich den meisten Kontakt zu "Westlern", drum ist das auch verständlich, daß unsere "Beobachter" nur die kennen. Zu den Millionen Menschen der Landbevölkerung, oder zu den Bewohnern der "Armenviertel" haben sie kaum Kontakt. Genau dort aber hat Ahmadinejad seine Anhänger, weil er diesen Leuten während seiner Regierungszeit ein größeres Stück vom Kuchen verschafft hat. In dieser Hinsicht ist er ähnlich wie Chavez, zu dem er ja auch enge geopolitische Beziehungen pflegt. Klügere westliche Beobachter sprechen von "Stimmenkauf", geben also zu, daß er die Situation dieser Leute verbessert hat.

Scholl-Latour hat natürlich recht, was die Fernsehbilder anbelangt: Erstens sieht man immer wieder die selben Bilder, kann sich also kein Gesamtbild machen; zweitens wären selbst 100 000 Demonstranten nur ein Bruchteil der Einwohnerschaft Teherans, und Teheran wiederum hat nur einen Bruchteil der Einwohner des Iran. 100 000 sind für 70 Millionen wohl schwerlich als repräsentativ zu werten.

Fazit: Scholl-Latour scheint wieder mal gegen den Mainstream recht zu haben.

harohama

17. Juni 2009, 00:24

@ A.Tay

Ihre Informationen waren inhaltsreicher + authentischer als der Blog selbst  und alle anderen Kommentare dazu  incl. des meinigen. ;)

:)

MNN

17. Juni 2009, 00:39

Zeichensetzer

17. Juni 2009, 03:16

Herr Scholl-Latour hat meiner Meinung nach Recht!

Die Anzahl von Demonstrationsteinehmern hat nur wenig Aussagekraft. Ich errinerre nur an die gewaltigen Demonstrationen vor 2 Jahren in der Türkei, wo über mehrere Wochen nicht Tausende, sondern sogar jeweils über eine Millionenen Menschen gegen die Regierungspartei AKP und den von ihr vorgeschlagenen Staatspräsidenten Abdullah Gül demonstriert haben. Und was geschah kurz darauf bei den Wahlen? Die angeblich so verhasste Regierungspartei gewann mit 47% haushoch die Wahlen,und die von den Demosnstranten unterstützte Kemalisten-Partei erhielt nur 21%. So viel also zur Aussagekraft von Demonstranten bezüglich des Volkswillen!!!

Patrick

17. Juni 2009, 08:38

Erstaunlich, dass in dem Eintrag Patricia Schäfer als kritische, taffe Journalistin und Scholl-Latour als Schwätzer dargestellt wird.

Interviews im MoMa haben RTL-Niveau; künstliche Entrüstung, überforderte Moderatoren und G'schwätz.

Die Vorverurteilung der Wahl, Realitätsverzerrung (Moussawi wird als eigentlicher Wahlgewinner und schlimmer noch: als persischer Obama dargestellt…).

Das ist unsäglich naiv und oberflächlich.

Von daher ist eine kräftige Gegenrede wie die von Scholl-Latour hier gelegentlich angebracht, auch wenn er hier dem Anschein nach in einigen Punkten falsch liegt.

Peer Schader

17. Juni 2009, 10:36

@Patrick: Das mag ja sonst zutreffen, in diesem Gespräch war Schäfer aber eben bemüht, immer wieder nachzufragen und Gegenargumente anzuführen. Genau das steht auch im Eintrag, nichts anderes.

Patrick

17. Juni 2009, 11:01

Hallo Herr Schader,

ich hatte bei dem Interview einen anderen Eindruck.

Es war (aus der Erinnerung heraus) eine typische Situation, wo die "Wahrheit", die Antworten und alles Weitere schon feststehen sollten (wichtig: das "Die Welt ist so böse"-Gesicht auflegen und betroffen klingen).

Alles ganz schlimm, die Wahl ist völlig gefaked, die iranische Bevölkerung will Säkularisierung und Frieden und Moussawi stehe genau dafür, warum darf er denn jetzt nicht regieren…

Es wird nicht so detailliert ausformuliert (wie ja eigentlich nur selten etwas über mögliche Zusammenhänge ausformuliert wird, sondern Bilder gezeigt werden und der Sprecher dem Zuschauer erklärt, was man da gerade sieht…).

Aber man spürt, dass dies offenbar die Grundhaltung ist, mit der naiv-überforderte Journalisten an das Thema herangehen und deshalb schon mal im Galopp historische Zusammenhänge vorab erklären.

Da hat Scholl-Latour nicht mitgemacht - und seinerseits den Bogen überspannt.

Mir ist seine völlige Dementi-Haltung auch negativ aufgefallen. Im Zusammenhang mit den jetzigen Medienberichten halte ich seine "Haltet doch mal die Klappe und schaut genauer hin"-Rede allerdings für einen wichtigen Contrapunkt.

Sanddorn

17. Juni 2009, 11:19

Also wenn ich die Wahl hab zwischen 200 Forentrollen die sich für Experten halten, noch nie im Iran waren und Peter Scholl-Latour - dann weiß ich wem ich mehr Vertrauen schenke.

Ich auch

17. Juni 2009, 11:24

Tatsächlich habe ich auch den Eindruck, dass "unsere" Journalisten selbst einseitig ideologischen Aufblasblödsinn verbreiten, der einfach miserablen Kenntnissen über das Land, über das berichtet wird, geschuldet ist. Also Vorsicht, Schol-L. redet vielleicht weniger Unfug als das Journalistenvolk sich zurecht quakt (und einer schreibt vom anderen ab, der sich auch nicht gut auskennt). Mir fällt das seit einem Jahr auf über nahezu sämtliche Berichte aus Korea (egal ob Nord oder Süd...hab da bessere, weil muttersprachliche "Quellen"): da wird einfach das Propagandagedöns der (mittlerweile ja auch völlig korrupten) Südkoreanischen Regierung (welche die Presse völlig kontrolliert) als Faktum verkauft...Journalisten sind nicht unabhängig von schnellen und festen Vorurteilen...und die werden lieber ausgeschlachtet...als hinterfragt...

Chica

17. Juni 2009, 11:50

Danke, Herr Scholl-Latour, Sie könnten zwar mein Großvater sein, aber sie haben etwas mit ihm gemeinsam: in der Ruhe liegt die Kraft.

Klar, uns im Westen gefällt es absolut nicht, dass Achmadinejad wiedergewählt wurde. Und natürlich würden wir gerne eine Revolution sehen und dass der Iran seine Atomwaffen vernichtet. Aber, machen wir uns nichts vor: so weit wird es erstmal nicht kommen. Da stand zum Beispiel bei Spiegel Online ein Statement einer jungen Iranerin. Sie wählt Mussawi, aber sie ist auch dafür, dass der Iran Atomwaffen hat, denn ihr stolzes Volk (so hat sie es mWn ausgedrückt) hat ein Recht auf den Besitz dieser Waffen. Aus diesem Statement habe ich für mich abgeleitet, dass Mussawi kein Obama ist. Und dass man das Problem der Atomwafen wohl losgelöst von der Frage betrachten muss, wer denn nun Präsident ist.

Im übrigen muss man natürlich auch noch mal darauf hinweisen, dass die eigentliche politische MAcht im Iran nicht in den Händen des Präsidenten, sondern in denen des Ajatollah und des Wächterrates liegt. Gefällt uns im Westen auch nicht, aber egal wer zum Präsidenten gewählt wurde, ändern wird sich daran vermutlich erst mal nichts (ich erinnere daran, dass diese Verfassung damals auch vom iranischen Volk so gewollt wurde)

M. Werner

17. Juni 2009, 15:52

Chica: der Iran hat doch gar keine Atomwaffen! Er reichert Uran an. Dass er das für den Bau von Atomwaffen macht ist nur Spekulation.

Aber sonst: guter Beitrag!

Zoey

17. Juni 2009, 15:56

@nona

Ich habe jetzt zum ersten Mal den Auftritt von PSL bei 3 nach 9 komplett bei youtube anschauen können.

( @MNN: Danke für den Link )  

Frau Melody Sucharewicz ist tatsächlich eine kaum zu ertragende Schwätzerin und PSL hatte Recht, deren unfundierte Äußerungen von sich zu weisen. Giovanni dL und Amelie Fried versuchten im Nachlauf, die Gesprächsbeiträge separat für sich stehen zu lassen, ohne einen der beiden eingeladenen Gäste ernsthaft zu beschädigen.

Grundsätzlich fällt bei PSL auf, dass seine Attitüde zwar stets vermittelt, dass er sich mit dem Thema auskennt, aber immer auch ein bestimmtes Element einer veralterten Grundlage mitschwingt. Er hat sich vor vielen Jahren eine Haltung zum Nahen Osten etc. zugelegt und auf dieser Haltung basiert sein Argumentationsgerüst meines Eindrucks nach noch immer.  

Wer ihn einlädt, müßte eigentlich größtenteils wissen, was er bekommen wird.

kama

18. Juni 2009, 13:14

Seit PSL zur Einsetzung Papst Benedikts sagte, dies bedeute, die Welt habe den Deutschen den 2. WK verziehen, halte ich von seinen Analysen gar nichts mehr.

theoldjenkins

19. Juni 2009, 13:16

latours beste zeiten sind vorbei.

die neuen medien haben insbesondere im iran in den letzten jahren eine revolution in politischer bildung ausgelöst .

der scholl-latour in seinen besten zeiten hätte jetzt einen brillianten blog , twitter wär sein notizblock .

nichts bedroht die mächtigen mehr als das internet .

ob es einem passt  oder nicht , der umbruch in den medien hat stattgefunden .

deshalb der oft beissende zynismus gegenüber der " internetgeneration " von frustrierten " experten ", die die zeit lieber zurückdrehen wollen .

Lucas466

19. Juni 2009, 20:40

Ich erlaube mir eine psychologische Betrachtung, die ich für am relevantesten halte: Um das Verhalten von Peter Scholl-Latour zu verstehen genügt es zwei Dinge zu beachten:

1. Er ist alt, das heiss einerseits äusserst erfahren. Was für uns schrecklich ist, ist für ihn unangenehm. Was für uns ungerecht ist, ist für ihn bedauerlich. Andererseits heisst es auch, (sorry aber es ist so), dass Reaktionen, Gefühle, Denken, etc. vielleicht doch nicht mehr ganz so sachlich und durchdacht geäussert werden.

2. Er ist (wie sehr viele öffentliche Personen) sicherlich etwas narzistisch veranlagt. Wird ihm eine Frage gestellt, gibt er gerne eine unerwartete, paradoxe Antwort. Das stärkt sein Selbst im Moment des Interviews und sein Immage als Experte. Das er zur Frage des Iran auch deutlich weniger paradox Antworten kann, zeigen diverse Interviews von ihm zum gleichen Tehma.

Wir sind wir

19. Juni 2009, 21:00

Ich habe schon immer ziemlich viel von PSL gehalten, aber der Kommentar heute hat mir gezeigt, dass man sich immer wieder aufs Neue ordnen muss. Iran ist ein großes Land hat aber nicht mehr als 25% Landbevölkerung. Die Teheraner denken auch, dass die Leute aus der Provinz ungebildet und dementsprechend zu Achmadinejadsanhängern gehören. Eine andere Tatsache ist aber, dass bei etwa 50% der Bevölkerung unter 30 Jahre alt und dermaßen Nachrrichten -sperre im Land in den Köpfen der Menschen sich extreme Gedanakenansichten bilden.  Es mag einem Europäer eindeutig klingeln, dass Iraner selbst eines Tages gegen die westliche Welt rebelliert haben und sind heute Achmadinejadsextreme, aber eben vor 30 Jahren... Also jeder zweite Iraner hat kein blasses Schema von iranischer Revoltution und islamischer Weltansicht außer ein kleiner Hirnmanipulierte Bassiji. Der rest sind, der dieser Staat zum Gottesstaat gemacht hat und das seit 30 Jahren am Leben hält, sind Stasi Methoden, die manchen Ostbürgern noch frisch in Erinnerung ist, die übrigens aus Russland nach der Revolution hierher geschafft ist.

Es sind letzten Ende nur Iraner, die es wissen müssen, wie sie um ihre Wahl betrogen sind und ein Regim, das dazu fähig ist so eine Betrugiszinierung zu veranstalten, ist auch zu einigen anderes fähig und Herr PSL ziehen Sie sich warm an, denn das Volk, das vor so einem Regim mit Rücken zur Wand steht, hat keine andere Wahl, als so einen wie Sie, eines besseren zu belehren. Nur ein bisschen mehr Solidarität von Europäern wäre mehr angebracht und zeigt mehr Größe und weniger Arroganz...    

Shahede Eini

19. Juni 2009, 21:11

Ich bin ein Augenzeugin und lebe seit 28 Jahren in Iran. Natürlich, wenn ich selber das Ganze nicht erlebt hätte, würde ich wie PSL glauben, dass es nur Inszenierungen sind. Aber zum Glück  ist es diesmal echt. Es gibt eine fantastische Welle von Menschen auf Schweigen-Demonstration zu sehen . Ich bin Iranerin und kämpfe um mein Recht. Wir haben Jahre lang auf so eine Gelegenheit gewartet und ich hoffe sehr, dass meine Landsleute, die sich erst jetzt vertrauen können, gegen diese Diktaturen weiter protestieren.

Löwenzahn

20. Juni 2009, 13:51

Eins vorweg...das Regime im Iran ist indiskutabel!

Jedoch sollten wir bedenken, dass Iran seit Jahrzehnten auf der Abschussliste der Amis und uns Europäern steht.

Und wir das Land genug destabiliisert haben.

a.) es gab schon eine demokratische Regierung unter Mossadeq die Amis haben ihn gestürzt und den Schah wieder eingesetzt, weil er die Ölindustrie verstaatlicht hat :-) (vorher ging alles nach GB & USA)

b.) Der Schah wurde später gestürzt - warum weil er das Öl behielt

wie wurde er gestüezt? Mit gespnsorten Propagandamaterial der USA -> die kopierten Millionen von Kassetten (!das waren noch Zeiten!) und verteilten sie!

c.) Und nun Iran behält sein Öl und Gas immer noch, nimmt nicht an den betrügerischen Bankengeschäften teil

d.) Hat Iran schon ein Land angegriffen?

Nein -> Irak griff Iran an Dank USA

e.) Und heute? Mussawi/Rafsanjani -> Rafsanjani ist der REICHSTE Mann IRANS (ein Revolutionsgewinnler)

f.) Wahl USA -> Bush hat die Wahl manipuliert und wer hat sich beschwert KEINER!

g.) In Saudi Arabien dürfen die Frauen kein autofahren - wen interessierts?

h.) In den anderen Ländern gibt es gar keine Wahlen! In welchem Land im Orient wird gewählt? (OK Türkei - aber wer ist da an der Macht die Gemässigten? Oder die Konservativen? :-)

i.) Leute normalerweise sollten wir aufschreinen? Und FÜR objektive Berichterstattung sein! Es kann doch nicht sein, dass wir alles Glauben?!

j.) Und nicht Studenten und Megareiche supporten!

k.) ICH SAGE KEIN KRIEG FÜR ÖL!!!!!!!!!!!!!!!!!

Hossein

21. Juni 2009, 07:54

Herr Scholl Latour,

Unsere iranischen Landsleute werden auf Befehl der Revolutionswaechter zusammengeschlagen und viele von Ihnen wurden bereits getoetet. Das Iranische Volk oder das Kleinvolk, wie Sie es nennen, will nur eins, naemlich Freiheit und demokratische Grundprinzipien. Hunderttausende Iraner gehen trotz Demonstrationsverbot auf die Strasssen, um fuer Ihr Grundrecht, die Freiheit, zu kaempfen. Herr Scholl Latour, auf welcher Grundlage nennen Sie sich Nahostexperte? Sie werden doch von dem Mullah Regime bezahlt, um diese abwegigen Aeusserungen im deutschen Fernsehen zu machen. Anders kann man sich nicht erklaeren, wie Sie sonst soviele Menschen mit Ihren Aeusserungen demuetigen koennen. Wie koennen Sie es wagen, das Iranische Volk und das deutsche Publikum fuer dumm zu verkaufen und diese abscheulichen Gewalttaten zu verniedlichen? Weil es, wie Sie es sagen, in einigen Laendern im mitteleren Osten keine Pressefreiheit gibt, ist es noch lange nicht legitim, dem iranischen Volk das Recht auf freie Meinungsaeusserung zu verweigern und friedliche Demonstrationen mit brutaler Gewalt niederzuschlagen.

Sabine694

21. Juni 2009, 13:40

Wir streiten darum, ob Herr Scholl-Latour, dem man immer zustimmte, wenn es einem in den Kram passte, nun ein guter oder schlechter Journalist und Kenner des Iran sei. Es geht aber darum, ob man eine Wahl, in der Ahmadinedschad angeblich so viele Stimmen gewann, so stark manipulieren kann, wie der Westen es sich wünschen würde, um mehr Argumente gegen den heutigen Iran zu haben. Es ist überraschend, wie selbstgewiss nun wiederum ZDF, der Bayerische Rundfunk und andere Anstalten berichten. Dabei müssen wir einfach zuerst wissen, ob die Wahl überhaupt gefälscht wurde. Erstaunlich, wie selbst die noch politisch interessierten Menschen zu Hysterie neigen. Von vornherein gehen viele davon aus, zu wissen, was Leute in einem ganz andern Land denken (ganz zurecht wurde hier darauf hingewiesen, daß die Bevölkerung des Iran nicht nur aus der Mittelschicht Teherans besteht...). Wichtig für uns alle wäre, zu erfahren, wie genau die Wähler im Iran informiert wurden, und was sie beeinflußte. Stellen Sie sich bitte vor, Sie wären nicht im Westen, und jemand würde ihnen sagen, nach der Weltwirtschaftskrise 2008 würden plötzlich viel, viel mehr Leute FDP wählen - die Partei, deren "Deregulierungs"-Programm genau das möchte, was die Krise für uns gebracht hat. Wie leicht könnte andernorts das Vorurteil entstehen, diese deutschen Wähler wären aber völlig absurd... Oder auch: das könne ja nicht sein, wer könne so dumm sein, grade diese Gruppe zu wählen. Dann läse man das Wahlergebnis im September, und sofort würde "Betrug!" geschrien. Wenn dann bei uns Tausende auf die Straße gingen und demonstrieren würden, könnte ein Sender außerhalb Europas das groß zeigen, und behaupten, unsere Wahlen seien gefälscht, nie würden die Opfer von gescheiterter Marktwirtschaft die CDU oder FDP oder die Grünen oder Schröders SPD-Linie wählen^^. Verstehen sie? Also zählen zuerst Fakten, und man hört erstaunlich wenig darüber...

egon schulthe

21. Juni 2009, 18:25

Peter Scholl-Latour wird wohl wieder recht behalten.Der Westen wünscht wohl ein Reform-Schub.Aber tun das die Iraner auch.Teheran hat 15 Millionen Bewohner-wieviel sind auf die Strasse gegangen.Für einen Umsturz lächerlich wenige.Peter Scholl auf Tour hatt also recht.

Aron Sperber

21. Juni 2009, 23:15

http://aron2201sperber.wordpress.com/

Peter Scholl Latour ist ein Freund des Islam, ABER nur in der islamischen Welt.  Hier bei uns braucht er ihn nicht. Er vertritt dabei Ansichten, die weit rechts der Mitte sind.

Wäre er nicht schlau genug,  diese Ansichten bei TV Diskussionen normalerweise für sich zu behalten, wäre er seine Stellung als der große Experte wohl schnell los.

aron2201sperber.wordpress.com/.../peter-scholl-latour

Bollmann

22. Juni 2009, 08:29

Ein guter Mann,

die Berichte aus dem Iran in den Medien zeigen wieder einmal die Doppelmoral des Westens. Achmadinejad ist im Westen unbeliebt,also muß er weg. Und wenn jemand "Wahlfälschung" schreit, springen die Medien gleich auf.

Bei befreundeten Staaten ist das natürlich völlig anders.

Weiter so, Herr Scholl-Latour!

Hamid

22. Juni 2009, 12:14

Herr. Scholl-Latour für seine Fachkenntnis und treffene EInschätzung sehr geschätzt:

Herr. Scholl-Latour was werden Sie uns heute 22.Juni 2009 gegenüber Ihr Einschätzung am 16.065.2009 erzählen ?

pepe

24. Juni 2009, 02:00

Schoen selbstgefaellig her Schader, ebenso wie einige der Kommentare hier im Blog. Ob PSL recht hat oder nicht, die Ueberheblichkeit mit der hier ueber ein aeusserst kontroverses Thema berichtet wird ist bedenklich.

Man hat bereits Bildmanipulation zu dem Thema bei der BBC nachgewiesen und die BBC hat sich entschuldigt. Andere veroeffentlichen gern mal Archivbilder oder Collagen um die Faktenlage der Botschaft anzupassen. Man muss sich als Rezipient all dieser Desinformation, die meist ohne Widerspruch von den Deutschen Medien uebernommen wird, ueber das Ausmass der gezielten Manipulation klar sein:

www.youtube.com/watch

blog.fefe.de

Manipulation durch Web20 Platformen ist auch nichts neues. Vielfach hat man schon gesehen dass Firmen, Parteien und Regierungen gerne mal ein paar scheinbar neutrale Beitraege vortaeuschen um die oeffentliche Meinung zu beeinflussen. Das passiert in Wikipedia und Web-Foren ebenso wie auf Twitter. Man muss auch bedenken welche Praesenz zB 50 aktive Leute auf Twitter haetten. Fuer unbeteiligte wirkt das allein schon wie ein Volksaufstand.

Ein ausgewogener und scheinbar glaubwuerdiger Report findet sich hier:

www.stratfor.com/.../20090622_iranian_election_and_revolution_test

Auch andere Stellen stuetzen die generelle Linie von PSL, auch wenn die Zahl 200 aus der Luft gegriffen sein mag. Wenn bei uns 2000 Leute gegen HarzIV oder Internetzensur demonstrieren interessiert das die Regierung ja auch nicht. Die letzten Jahre wurde bei uns ein Gesetz nach dem anderen wird bei uns vom Verfassungsgericht kassiert. Die Herren Politiker gehoeren aus meiner Sicht fast allesamt wegen Veruntreuung von Steuergeldern entlassen, moeglichst auch hinter Gitter damit sie sich nicht in irgendwelche Aufsichtsrats-Positionen retten.

Julius

24. Juni 2009, 02:37

Ich weiß nicht, ob hunderte, tausende oder hunderttausende im Iran protestieren, aber ich weiß, daß die gleichgeschalteten Medien lügen, daß sich die Balken biegen - überall in der sogenannten freien Welt. Ich bezweifle stark, daß man ausgerechnet dem zum leibhaftigen Bösen zurechtfrisierten Achmadinedschad und seinem Regime Gerechtigkeit widerfahren läßt. A. ist der böse Bube und die Medien fallen wie ein Mann über ihn her, wie gehabt (Milosevic, Saddam, bin Laden, neuerdings sogar Putin).

Ich schätze Peter Scholl-Latour sehr, er hat  den Durchblick um zu sehen was wirklich vor sich geht und er beteiligt er sich nicht an der Lügerei. Damit steht er als allseits geschätzter Systemjournalist, der überall Gehör findet, eine rühmliche Ausnahme dar. Leider bringt er nicht den Mut auf, seine Diagnosen wirklich deutlich auszusprechen,  dann wäre es schnell vorbei mit Fernsehauftritten und Kolumnen in der Bildzeitung. Manns genug wäre er vielleicht, aber wahrscheinlich ist er zu sehr Zyniker für so ein selbstloses Unterfangen.

Maria

24. Juni 2009, 13:10

Hier ist wohl mal ne Klarstellung nötig, Quelle: CNN.com, Auszug aus Q & A: Was the Iranian election rigged?

"So the problem for opposition candidates in this election, said Taheri, the author of "The Persian Night," is that there are no concrete examples of fraud because there was no monitoring. "You could say all of Iran's 10 presidential elections have been fraudulent or that all were fair -- we just don't know. All have been held in the same way. The whole electoral process from the vetting of candidates to voting and ballot counting is conducted by the state."

Q) So is it possible that Mahmoud Ahmadinejad did win the election?

A) The president does indeed have great public support in Iran, Taheri said, adding that "I'm sure he did win the election but it's impossible he won 63 percent of the vote. The results probably exaggerated the scale of his support."

According to official results, Ahmadinejad won in all regions and among all classes and ages -- again, something that Taheri said was unlikely, "but I can't prove it."

Had he not exaggerated the scale of his victory, Taheri said, unlike in previous presidential elections, it is possible there wouldn't be the outcry there is now. "Many Iranians feel insulted by the results because they feel their vote didn't count. Everybody knows, for instance that Ahmadinejad is unpopular in cities but he still won the vote there. That is why people are so angry."

Obwohl es rechnerische Unregelmäßigkeiten gab (108% abgegebene Stimmen uns solche Scherze) und in ländlichen Wahlkreisen lokale Konkurrenten A.s  "verloren" haben, ist es trotzdem so: "In westlichen Staatskanzleien sind viele überzeugt, dass Ahmadinejad die Wahl gewonnen hat – wenngleich nicht mit dem ausgewiesenen Vorsprung." (Quelle: diePresse.com)

1. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass A. die Wahl gewonnen hat,

2. P S-L hat eine sehr gute Einschätzung der Situation geliefert

3. Meine Sympathien gehen zu den Reformkräften des Iran

4. Was in der FAZ und hier im Forum abläuft ist eine Frechheit gegenüber einem der profiliertesten und intuitiv begabtesten politischen Analysten in Deutschland. Weiter so, Leute, bald habt ihr auch ihn erfolgreich vergrault, wie es in Deutschland so oft mit Freidenkern geschieht

saraB

29. Juni 2009, 21:42

Es streitet keiner ab, dass es auch in anderen Ländern Wahlmanipulation und Unterdrückung gibt. Nein, das ist unbestritten. Aber ist das Ihrer Meinung nach Grund genug, die Ungerechtigkeit und die brutale Staatsgewalt im Iran zu akzeptieren? Warum aufregen, gibts doch auch woanders? Ich bitte Sie, wo soll uns diese Haltung hinführen? Und wenn wir einfach mal annehmen, es wären nur einige hundert studenten, und nicht etwa tausende oder millionen (wie es der fall ist), die da demonstrieren - darf man dann auf offener straße mit einer axt auf sie einschlagen? Misshandeln? Morden? Legitim, da nicht representativ? Legitim, da nur ein teil der Bevölkerung?

Gerade Sie als Journalist müssten sich für Presse- und Meinungsfreiheit einsetzen. Ohne diese Grundrechte wäre Ihr Beruf doch ein Witz (so wie die staatlichen Nachrichtenprogramme im Iran). Und wenn doch so viele Ihrer Kollegen von massiver, selbst erlebter Behinderung der Berichterstattung erzählen (u.a. Halim Hosny für das Heute-Journal), beruht dieses dann nur auf Übertreibung oder mangelnder journalistischer Fähigkeiten?

Die Botschaft, die Sie hier vermittelt haben, ist für alle freiheitsliebenden Menschen und vor allem für alle Opfer des iranischen Regimes ein Schlag ins Gesicht! Wenn Sie die Situation nicht mehr überblicken, sollten Sie Ihre Tätigkeit als "Nahost-Experte" doch vielleicht einstellen.

Joachim Frenz

30. Juni 2009, 17:50

Auch ich habe Herrn PSL bislang für kompetent gehalten. Seine Aussagen waren in diesem Gespräch doch sehr seltsam. Richtig albern um nicht zu sagen senil fand ich seine Einlassungen zur Anzahl der Demonstranten und dem, was man mit der Kamera alles machen kann. Herr SL haben Sie immer noch nicht mitbekommen, dass dort Menschen gequält und gezielt ermordet werden. Die junge Iranerin Neda Agha Soltan steht mit ihrem Schicksal für tausende andere, die nichts mit dem verlogenen Mullah-System zu tun haben wollen. Mund halten aus taktischen Gründen ist hier der falsche Weg.    

achim

30. Juli 2009, 13:15

Ich gehe davon aus, dass Herr Scholl Latour, berechtigte Fakten hatte, um diese Behauptung so aufzustellen. Die ARD und ZDF einschliesslich der Printmedien, sind nicht in der Lage, Scholl Latours Worte in Zweifel zu ziehen, denn das würde voraussetzen, dass die Anstalten bessere Journalisten haben müssten, als Scholl Latour. Ich bezweifle das. Es mag sein, dass es auch noch wenige gut informierten Journalisten gibt, aber es traut sich fast keiner mehr, gegen die Interessen Amerikas oder der EU ins Wort zu schreiben, bzw. zu moderieren. Also ich hatte das Gefühl, daß der Iran die letzten Jahre sehr ruhig war, ausser die Wortschwalle von Ahamdi-Nedjad, die zwar langweilten, aber nicht wirklich jemanden verletzt haben. Und zwecks manipulierten Wahlen, wer ein reines Gewissen hat, werfe den ersten Stein. Was ich die Jahre so mitbekommen habe, vor allem in der USA/Florida und und können die zumindest den Stein nicht werfen. achim

Sebastian

30. Juli 2009, 21:05

http://socialissuesandstuff.com

Sind nicht ARD und ZDF einschließlich der Printmedien schon deswegen in der Lage, Scholl-Latours Worte in Zweifel zu ziehen, weil sie eigene Leute vor Ort haben und es nicht ausschließlich von weit weg betrachten? Ist nicht die Tatsache, dass da Journalisten hinfahren und von der Lage berichten nicht schonmal eine ganz gute Voraussetzung dafür, besser informiert zu sein als eben besagter Mann? Und ist es nicht sowieso ein Widerspruch, den öffenltich-rechtlichen die Desinformation vorzuwerfen und als Gegenpart und einzigen Widersprecher Scholl-Latour zu nennen, der genau dieses Widersprechen wo tut: bei den öffentlich-rechtlichen? Anders gefragt: häh?

Was manipulierte Wahlen angeht, habe ich übrigens tatsächlich ein reines Gewissen und mir wenig vorzuwerfen.

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