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Parken verboten: Sat.1 verabschiedet sich leise aus Berlin

29. Juni 2009, 20:51 Uhr

Jetzt ist es also soweit: Auf der Straße steht ein schrabbeliges Verkehrsschild, das Autofahrern das Parken vom 29. Juni bis zum 1. Juli untersagt. Die Erdgeschoss-Büros in der Jägerstraße Ecke Oberwallstraße sind schon leergeräumt, der Empfang ist dicht gemacht, nur ein paar Kartons lagern noch auf dem Boden. Mitarbeiter verlassen das Gebäude mit kleinen Kartons, in denen sie ihren Krimskrams mit nachhause nehmen. Die meisten bleiben ja auch da.

Sat.1 zieht um. Seit heute. Und fast hätte es keiner gemerkt.


Foto: Das Fernsehblog

An die Fensterscheiben in der Jägerstraße haben ein paar unbelehrbar Enttäuschte noch einmal Protestplakate geklebt. Auf einem ist die Titanic abgebildet, dabei steht der Spruch: "Berlin, Berlin, wir kommen aus Berlin... Jeder bekommt eine Stelle". Auf dem anderen ist das Brandenburger Tor abgebildet, die Aufforderung "Hier geblieben! Sat.1 ist Berlin" muss schon etwas älter sein.


Fotos: Das Fernsehblog

(Die Spiegelung im Bild ließ sich leider nicht vermeiden, bei der Hand im Bild wäre das wohl schon möglich gewesen.)

Zehn Jahre hatte Deutschlands erster Privatsender seinen Hauptsitz in Berlin, im Online-Special zu 25 Jahren Sat.1 gibt es Bilder von der Eröffnungsparty des Medienzentrums aus dem Jahr 1999 zu sehen, mit Harald Schmidt als Gratulant und Marius Müller-Westernhagen als Showact (die leider so verflasht sind, dass sie sich nicht direkt verlinken lassen – also einfach im Zeitstrahl auf "99" klicken). Und bevor hier jetzt gleich wieder Schluss ist mit Sentimentalitäten: Unter dem letzten Foto der Galerie steht die Bildunterschrift "Tausende feiern bis spät in die Nacht."

Weiß jemand, wie gerade die Stimmung in der Unterföhringer Gutenbergstr. 3 ist?

Veröffentlicht 29. Juni 2009, 20:51 von Peer Schader
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Kommentare

dersiebtesinn

29. Juni 2009, 21:21

wenn ich klug scheißen darf, ich glaube, es handelt sich um ein Halteverbotsschild. Kein Parkverbotsschlid...

Peer Schader

29. Juni 2009, 21:43

@dersiebtesinn: Ok, bei Wikipedia steht: "Die offizielle Bezeichnung ist in Deutschland Haltverbot, wobei der Begriff Parkverbot umgangssprachlich gebräuchlicher ist." Lassen wir's beides gelten?

P.S.: "klugscheißen" wird zusammen geschrieben.

Muriel

29. Juni 2009, 21:44

http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/

@dersiebtesinn: Wie das so ist mit dem besserwissen: Das ist kein HaltEverbotsschild, das ist ein Haltverbotsschild. Abyssus abyssum invocat.

Muriel

29. Juni 2009, 21:48

http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/

@mich selbst: So gehts, wenn man besonders clever sein will. Es gibt einfach immer einen, der noch cleverer ist. Oder zumindest schneller.

Peer Schader

29. Juni 2009, 21:52

@Muriel: Kann sich nur um Sekunden gehandelt haben. Und war ja nochmal ein ganz neuer Aspekt.

Muriel

29. Juni 2009, 21:55

http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/

@Peer: Und verschrieben hab ich mich auch noch. Was richtig peinlich ist, wenn man clever sein will. Ihr wollt nicht zufällig gerade eine Möglichkeit einbauen, Kommentare nachträglich zu bearbeiten, oder?

Peer Schader

29. Juni 2009, 22:00

@Muriel: Pf! Was denn noch alles? Demnächst verlangt noch einer, dass wir die Freischaltung abschaffen, ha! Dann hab ich gar nicht mehr die lustigen Leute im System, die acht mal denselben Kommentar posten bis sie merken, dass da erst noch einer draufgucken muss bevor er erscheint (und dieser jemand manchmal nachts auch schläft).

dersiebtesinn

29. Juni 2009, 23:13

@alle: Tja und so läufts, wenn man einfach mal ins blaue rein den erst besten klugscheißer-gedanken äußert. immerhin gesprächsstoff.

Ich bestehe aber nach wie vor auf den Unterschied zwischen Halten und Parken, tut der Abschleppdienst schließlich auch.

Schmidt

30. Juni 2009, 00:56

http://kontextredaktionsbuero.twoday.net

@peer und dersiebtesinn...

Ihr habt beide Recht: Wenn ich nachdenklich auf der Keramik hocke, dann trifft  auch "klug scheißen" hin ;-)

Aber zum Thema: Der FunFreitag aus Berlin ist verkümmert. Mal sehen, wie es die Unterhaltungsoffensive mit Kerner, Pocher etc. schaffen ordered by Munich ein vernünftiges Vollprogramm zu liefern....

PabloD

30. Juni 2009, 00:57

Traurig: nicht einmal im Sat.1-Beitrag interessieren sich die Kommentatoren noch für Sat.1.

karnival

30. Juni 2009, 03:04

Über die Relevanz eines Medienstandortes...

Ein Unternehmen verlegt seinen Standort und das hat entsprechende Auswirkungen auf die Angestellten und Zulieferer- so what? Ist doch ein normaler Vorgang im "mobilen" Zeitalter, also warum bei Sat1 ein Fass aufmachen?

Weil ein Standort eines Medienhauses auch Ausdruck seiner Mentalität und Ausrichtung ist, weil es aus der Energie seines Umfeldes Kreativität, Inspiration und vielleicht sogar frisches und engagiertes Personal hinzu gewinnt?

Wenn dem so wäre, wüsste ich nicht, in welcher Stadt ich den Farb-Form-und Inhaltslosen Sender Sat1 verordnen sollte, würde ich doch noch dem kleinsten Kaff unrecht tun.

Denn das das Programm nun ausgerechnet aus einer der wichtigsten und dynamischsten Städte Europas kommt, dass der Sender seine räumliche Nähe zum politischen Epizentrum der Republik, zur lebendigen Kulturszene, zur greifbaren Geschichte in den letzten Jahren auch nur ansatzweise genutzt hätte, davon kann doch nicht die Rede sein.

Es ist ja richtig- bei RTL vermischt sich seit jeher luxemburgischer Geschäftssinn mit rheinischer Fröhlichkeit, dass es einem Angst und Bange wird- der NDR und inbesondere dessen Tagesschau haben sich bis heute ein hanseatisches Understatement bewart, welches die Qualität und den Nimbus des Formats ausmachen und die Verbindung von ZDF und Lerchenberg hat ja mittlerweile etwas Legendäres.

Sat1 hat im Gegensatz dazu keinerlei Corporate Identity entwickelt, bis auf den unvermeidlichen Westberliner Hugo-Egon Baalder keine Person, die für den Sender steht und wie schon gesagt, nichts aus seinem Standortvorteil gemacht.

Ich hätte die Sat1-Verantwortlichen nur zu gerne mal aus ihrem Prachtbau am gediegenen Hausvogteiplatz gezogen und wäre mit ihnen zum Rockefeller Center in NewYork gefahren....dort kann man bei NBC anschaulich erleben, wie sich ein großer, landesweiter Privatsender nicht nur der Stadt öffnet, sondern sogar zu einer Institution dieser wird.  

Aber für seelenlose Konfektionsware aus dem Ikea-Studio brauch man weder eine Haupstadt-Dependance, noch mutige Mitarbeiter, da reicht die ein oder andere Moderatoren-Sprechblase und eine Lagerhalle, ob die nun in Adlershof, Unterföhring oder Wladiwostok steht, spielt für den anspruchslosen Zuschauer-Zombie eh keine Rolle.

Muriel

30. Juni 2009, 08:38

http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/

@dersiebtesinn: Da hast du natürlich Recht. Und ich bin sogar bereit zuzugestehen, dass meines Erchtens kein Mensch wirklich Haltverbot sagt. Ich selbst auch nicht immer.

Und seien wir mal ehrlich: Wenn man kein Besserwisser ist, welchen Grund hat man dann, überhaupt einen Blogeintrag zu kommentieren?

viewer

30. Juni 2009, 08:43

Um mal was zum Thema zu sagen: Im Moment ist die Stimmung in Unterföhring wohl noch nicht die Beste, was aber vor allem damit zusammen hängt, dass der Hauptsitz eine gigantische Baustelle ist und viele Redaktionen ausgegliedert wurden in einen häßlichen 8-eckigen Betonbau in der Feringastrasse und wenn ich richtig informiert bin, dann freut sich auch keiner auf die neuen Büros, weil man da selbst bis in die Chefetagen mit mehreren Kollegen zusammen in großen Räumen untergebracht sein soll.

Martin

30. Juni 2009, 10:17

@dersiebtesinn: Es heißt nicht "klug scheißen", sondern "klugscheißen". Das ist kein feiner, sondern ein recht grober Unterschied.

Knut

30. Juni 2009, 11:10

@ Karnival: "Wenn dem so wäre, wüsste ich nicht, in welcher Stadt ich den Farb-Form-und Inhaltslosen Sender Sat1 verordnen sollte [...]"

Giessen....?

lokalreporter

30. Juni 2009, 12:02

http://nahportrait.blogspot.com

dabei haben die investoren/bauherrnmodelle am werderschen park die vielen hübschen lofts sicher nicht nur der aussicht auf das auswärtige amt wegen hingestellt..

naja, klugschiss, handreflektiertes ego pro toto oder halteverbot ~/~ all das sind doch ziemlich amüsante wölbungen - warum sat1 überhaupt nach münchen zieht? keine ahnung. macht das einen unterschied?

JMK

30. Juni 2009, 19:08

http://dieweissewand.blogspot.com

dass Sat1-Kommentare immer ins fäkale abgleiten:-)

Karel74

01. Juli 2009, 14:14

http://Karel74.beeplog.de

was ist SAT.1?

Hofnarr Florian

03. Juli 2009, 00:25

http://www.hingesehen.net/

Wnn guckt man auch schon noch Sat1 - doch nur wenn Championsleague oder Uefa-Cup kommt.

Wolf-Dieter Herrmann

06. Juli 2009, 21:07

http://www.wolfdieterherrmann.de

Nebenbei und in aller Bescheidenheit; die beste Zeit hatte SAT.1, als Sie mit Information (SAT.1 - Blick - Aktuell - UND (!) das SAT.1-Frühstücksfernsehen)  aus dem Mexikoring in Hamburg kamen.

Wagt jemand Widerspruch ???!!!

Stefan_P_W

10. Juli 2009, 01:35

Wenn man den semantischen Unterschied zw. Parken und Halten nicht kennt, dann kann man auch das Schild nicht korrekt bezeichnen. Dem entspricht denn auch das Parkverhalten.

Das Parkverbot hat nur einen Schrägstrich, und dann darf man immer noch Halten, zum Ein- oder Aussteigenlassen bzw. zum Be- und Entladen. Aber immernoch nicht parken.

Hier ist aber Halteverbot, und d.h. man darf auch nicht mal kurz stehenbleiben, um jmd. rein- oder rauszulassen, geschweige Brötchen holen, usw.

mark793

20. Juli 2009, 23:09

http://mark793.blogger.de

@Wolf-Dieter Herrmann: Ob das die beste Zeit von Sat 1 war, weiß ich nicht, dafür habe ich den Sender zu selten geguckt in jenen Jahren. Aber ich erinnere mich, dass ich Armin Halle als Achorman ziemlich gut fand.

Standort-Chaos hatte aber seit jeher Tradition bei Sat 1. Erst der Umzug von Ludwigshafen nach Mainz mit den APF- und Sportzulieferungen aus Hamburg, später der Versuch, das alles im Berlin zu bündeln, wo doch der oder die Mehrheitseigner immer in München saßen.

Hach ja, überhaupt ist Sat 1 eine nahezu tragische Geschichte von verpassten Chancen. Was hätte aus dem Sender werden können, hätte er nicht von vornherein den Geburtsfehler mitgeschleppt, vor allem als Abspielstation für Kirchs Konserven dienen zu müssen. Was da in den ersten fünf Jahren verbockt wurde (auch in der strategischen Markenführung), darunter leidet der Sender bis heute.

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