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Das Fernsehblog

Herr Bellut, wie ähnlich ist das öffentlich-rechtliche Fernsehen den Privaten wirklich?

07. Juli 2009, 07:56 Uhr

Man muss nicht unbedingt Kommunikationswissenschaft studiert haben, um was mit der Konvergenzthese anfangen zu können. Manchmal reicht es schon, den Fernseher einzuschalten – und dann gar nicht so genau zu wissen, auf welchem Sender man eigentlich gelandet ist, wenn gerade die Ordnungshüter im Einsatz sind oder junge Frauen in Telenovelas die Liebe ihres Lebens anschmachten. Konvergenz ist, wenn die Programme von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern sich annähern, weil sich alle am selben Publikumsgeschmack orientieren.

Konvergenz ist Quatsch, sagt ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut und ist der Meinung, dass sich private (bzw. wie er stets betont: "kommerzielle") mit öffentlich-rechtlichen Programmen nur schwer vergleichen lassen.

Weil das hier im Fernsehblog jetzt schon öfter Thema war, haben wir einfach mal bei Bellut nachgefragt, wie er das meint. Rechtzeitig bevor das ZDF am Donnerstag neue Folgen der alten Sat.1-Serie "Kommissar Rex" zeigt. (Aber das reicht jetzt auch mit den Sticheleien.)

 
Das Fernsehblog: Herr Bellut, beim Medienforum NRW haben Sie gesagt, dass die Annäherung zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Programmen eher nachlassen wird. Das heißt: Es hat sie Ihrer Auffassung zufolge aber schon gegeben?

Thomas Bellut: Natürlich, vor allem in den 90er Jahren ist es zu einer gewissen Konvergenz gekommen. Ich selbst habe ja auch gelegentlich versucht, Erfolge der Kommerziellen zu adaptieren, aber das ist Geschichte. Casting-Sendungen wie "Musical Showstar" und "Die deutsche Stimme" haben bei uns nicht in ausreichendem Maße funktioniert. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat andere Stärken: Die Dokumentationen am Sonntagabend um 19.30 Uhr gibt es beispielsweise in dieser Form bei den großen Privatsendern gar nicht. Auch im Fiction-Angebot unterscheiden wir uns maßgeblich.

In Köln saßen Sie mit Vox-Geschäftsführer Frank Hoffmann auf der Bühne, der angekündigt hat, ab Herbst am Samstagabend mehr Dokus programmieren zu wollen.

Das stimmt. Ich meine aber, dass sich das in diesem Aufwand und mit dieser Ernsthaftigkeit kein kommerzieller Sender leisten kann. Das ZDF ist international einer der wichtigsten Anbieter eigenproduzierter Dokus. Auch bei den Nachrichten gibt es klare Unterschiede. Unsere sind – wie bei der ARD – deutlich politischer, ich denke, das ist unbestritten. Und was die Unterhaltung angeht, ist es gerade so, dass etwa die deutsche Serie nur funktioniert, wenn sie auch ältere Zuschauer anspricht. Das werden die Privaten genauso wenig machen können, deshalb gibt es dort eine stärkere Hinwendung zu Doku-Entertainment.

    "Die 'heute show' würde niemals bei RTL laufen, weil sie viel zu politisch für den Sender ist'

Die Gerichtsvollzieher sind doch genauso oft im ZDF unterwegs, und der Autobahnpolizei statten Sie auch regelmäßig Besuche ab.

Es gibt das in gewissen Ausprägungen, ja. Und ich muss auch sagen, dass Formate wie "Rach der Restauranttester" oder "Raus aus den Schulden" von RTL sehr gut gemacht sind, die könnten sicher auch bei uns laufen. Aber Dokutainment wöchentlich zu machen, kann ich mir im Augenblick nicht vorstellen, weil unser Publikum da nicht im selben Maße einsteigt. Die Konzentration auf eine bestimmte Klientel wird für alle Sender immer zwingender werden, es geht darum, das Stammpublikum zu bedienen. Das schließt beim ZDF etwa bestimmte Humorformate aus, die die Kommerziellen machen. Andersherum würde die "heute show" niemals bei RTL laufen, weil sie viel zu politisch ist. Bei uns passt das genau, und damit haben wir auch die Chance, jüngere Zuschauer zu gewinnen. Mit "Hausmeister Krause" ginge das nicht. Ich habe durchaus akzeptiert, dass ich im ZDF nicht jedes Genre machen kann.

Und deshalb beleben Sie den "Bergdoktor" und "Kommissar Rex", die in den 90ern bei Sat.1 sehr erfolgreich waren, wieder?

"Kommissar Rex" ist eine Koproduktion mit ORF und Rai, und für den Programmplatz deshalb deutlich günstiger als eine deutsche Serie. Sicher ist das eine alte Marke der Kommerziellen – aber es lag doch nahe, diesen Namen, den so viele Zuschauer noch kennen, neu zu beleben. Das dürfen Sie aber nicht als Prinzip nehmen. Es werden Ausnahmen bleiben.

Haben die deutschen Autoren zu wenig neue Ideen?

Es ist zumindest nicht so, dass ich vorher dutzende von originellen Ideen abgelehnt hätte.

    "Vergleichen Sie mal den Nachmittag von Sat.1 mit unserem: Da liegen Welten dazwischen"

Müssten Sie als Programmdirektor des ZDF nicht in der komfortablen Lage sein, zu sagen: Was die Privaten nicht schaffen, machen wir! Etwas, das dem Programm noch mal eine ganz andere Farbe gibt. Auch auf die Gefahr hin, dass es mal nicht klappt.

Ich glaube, wir machen da schon eine Menge – wie "Doktor Martin" oder "Der letzte Zeuge". Demnächst zeigen wir eine sechsteilige Serie von Doris Dörrie, die heiter und sehr direkt die Probleme von Damen im mittleren Alter erzählt. Solche Versuche wird es immer wieder geben. Es gibt aber auch Genres, die lassen sich nicht so einfach einem der beiden System zuordnen. Tägliche Serien zum Beispiel sind ja nicht per se öffentlich-rechtlich oder privat. Mit den Kochshows ist es nicht anders. Obwohl – zum Beispiel – beim Boulevard die Interpretation bei den Kommerziellen schon deutlich drastischer ist. Aber vergleichen Sie doch mal das Nachmittagsprogramm von Sat.1 mit unserem: Da liegen immer noch Welten dazwischen. Natürlich lassen wir uns alle international inspirieren. Es würde nur keiner mehr auf die Idee kommen, ein Format eins zu eins von den Privaten zu uns herüber zu heben.

Moderatoren, die den Sender wechseln, scheinen diese Unterschiede keine Probleme zu bereiten: Sie haben gerade Herrn Kerner an Sat.1 verloren, sich aber schon vor einiger Zeit Markus Lanz geholt, der bei RTL "Explosiv" gemacht hat.

Markus Lanz wollte explizit etwas Neues machen – das war sein Wunsch. Sonst hätte es diesen Wechsel nicht gegeben. Die Moderatoren passen sich ja den neuen Strukturen an.

Wie kann sich das öffentlich-rechtliche Fernsehen in der Unterhaltung am ehesten vom privaten abheben?

Es gibt bei den Kommerziellen durchaus die Bereitschaft und die Freiheit, hemmungsloser zu agieren. Das schließt sich für uns aus. "Mission Hollywood" würde es im ZDF niemals geben. Ich will in der Unterhaltung anständig agieren – auch wenn die Bereitschaft, sich drastischer zu unterhalten, beim jüngeren Publikum klar erkennbar ist, vor allem durch das Internet. Diesen Weg kann ich nicht mitgehen. Also finden wir Alternativen: "Die logo!-Show" am vorvergangenen Samstag hat zum Beispiel auch bei den Jüngeren gut funktioniert. Und wir werden den Bereich der Musiksendungen wieder stärker pflegen.

Wollen Sie im neu ausgerichteten Digitalsender ZDF.orange, der im November als Kanal fürs jüngere Publikum starten soll, mehr wagen als im Hauptprogramm?

Erst einmal wird der Sender nicht "Orange" heißen. Wir haben zwei neue Namen zur Auswahl. Noch ist aber keine Entscheidung getroffen. Wenn es soweit ist, können wir zumindest eine Programmierung ausprobieren, die den Jüngeren entgegenkommt. Um 20.15 Uhr läuft "Terra X". Die Primetime für die großen fiktionalen Programme liegt um 21 Uhr. Am Vorabend werden wir Infotainment ausprobieren. Und es wird eine kostengünstige Late-Night-Strecke mit einem Schwerpunkt auf Humor-Talk geben. Das wird die neue Versuchstrecke fürs ZDF, um Formate auszuprobieren. Die, die funktionieren, bekommen dann womöglich auch eine Chance im Hauptprogramm.

Foto: Medienforum NRW

Kommentare

onlime

07. Juli 2009, 10:21

Was versteht der Herr Belluth denn unter "Fiction", in der das ZDF angeblich so herausragend anders sein soll?

Muriel

07. Juli 2009, 10:51

http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/

@onlime: Sagt er doch später: "Doktor Martin" und "Der letzte Zeuge". Ist dir das etwa nicht herausragend genug?

Und der Höhepunkt an Innovation und Wagnis ist seiner Meinung nach offenbar eine heitere Serie über die Probleme von Damen im mittleren Alter. Hat das noch jemand so verstanden?

Chica

07. Juli 2009, 10:51

Also, dann sehen wir uns doch mal Herrn Belluts Aussagen an...

"Und ich muss auch sagen, dass Formate wie "Rach der Restauranttester" oder "Raus aus den Schulden" von RTL sehr gut gemacht sind, die könnten sicher auch bei uns laufen"

-- Peter Zwegat im ZDF? Hm, na gut, er passt ja ins Zuschauerprofil (schon älter). Aber ansonsten muss ich mich doch sehr wundern... SO hochqualitativ ist die Sendung nun auch wieder nicht...

"Andersherum würde die "heute show" niemals bei RTL laufen, weil sie viel zu politisch ist."

-- Ist das vielleicht nur ein Vorurteil? Um mal wieder auf das Vorbild der "heute show" zu verweisen: "The Daily Show" (und auch "The Colbert Report") läuft in den USA auf Comedy Central, die jetzt nicht unbedingt dafür bekannt sind, ein hoch politischer Sender zu sein. Gut, wir sind hier in Deutschland, aber ich finde, das ist trotzdem kein stichhaltiges Argument (Apropos: nach nur zwei regulären Sendungen ist die Show jetzt schon im Sommerurlaub - das nenn ich mal Programmplanung...)

"Demnächst zeigen wir eine sechsteilige Serie von Doris Dörrie, die heiter und sehr direkt die Probleme von Damen im mittleren Alter erzählt."

-- Ja... So stell ich mir das ZDF-Programm vor. Werd ich sicher nicht anschauen (ins Blaue hinein geraten: die Serie heißt "Girl friends - die nächste Generation" ;-) )

"Obwohl – zum Beispiel – beim Boulevard die Interpretation bei den Kommerziellen schon deutlich drastischer ist."

-- Ja klar. Haben Sie schon mal "Brisant" angeschaut, Herr Bellut? In drastischen Bildern wird dort u.a. von brutalen Überfällen, Promis in der Krise und armen Arbeitslosen berichtet. und zwar mindestens genauso drastisch wie bei den Privaten.

"auch wenn die Bereitschaft, sich drastischer zu unterhalten, beim jüngeren Publikum klar erkennbar ist"

-- Sehr kryptisch, was genau ist denn drastische Unterhaltung? Dschungelcamp, Big Brother oder doch irgendeine Casting-Show? Find ich ja auch gut, dass das ZDF sowas nicht mehr macht, aber man sollte solchen Formaten trotzdem Qualität entgegensetzen...

"Und wir werden den Bereich der Musiksendungen wieder stärker pflegen."

-- Ich hoffe sehr, dass sie hier von einer Neuauflage des "Beat Club" reden (jaja, falscher Sender) und nicht von einer Ausweitung der Volksmusiksparte (trotz des demographischen Wandels)

Marc B.

07. Juli 2009, 11:06

Auch "Terra X" ist unter Fiktion gut aufgehoben, auch wenn das ZDF standhaft behauptet, dass es sich um ein Dokuformat handeln würde ...

onlime

07. Juli 2009, 11:11

Aha. "Doktor Martin" und "Der letzte Zeuge" sind also Fiction...

Da habe ich anscheinend eine andere Definition dieses Begriffes im Hinterkopf ;-)

Andi

07. Juli 2009, 11:37

http://medienmogul.blog.de/

Chica:

Ich glaube nicht, dass Herr Bellut Volksmusik meint. Schließlich hat das ZDF ja dieses Genre drastisch reduziert und einige Formate eingestampft.

Und mal bitte nix gegen "Girl Friends". Die fand und find ich richtig klasse! :)

Ben

07. Juli 2009, 11:43

"Mission Hollywood" würde es im ZDF niemals geben."

Ach Gottchen, in den letzten Jahren gab es beim ÖR-TV so viele Aussagen wie "Sendung XY würde es bei uns NIEMALS geben", und irgendwann hat

man doch genau das gleiche im Programm.

Walter

07. Juli 2009, 12:33

Schade, ein typisches Interview, bei dem ich mir die Antworten schon vorher denken konnte und die Fragen ungefähr so investigativ und "gefährlich" waren wie Wackelpudding...

Ray

07. Juli 2009, 12:46

Leider wird es wieder versäumt, die Systemfrage zu stellen. ÖRR ist kein Selbstzweck, sondern soll sich im besten Fall überflüssig machen. Die Verteidigungsrede geht aber dahin, die Größe der Anstalten und das Konzept "Vollprogramm" zu bewahren - und zwar jede Anstalt für sich und alles doppelt.

Warum finanzieren wir nicht das, was wir wirklich sonst nicht haben würden ? Einen vielstimmigen Nachrichten- und Dokumentationskanal, einen für experimentelle Unterhaltung und Kultur, und ein Regionalfenster, z,B. Keine langen Sportübertragungen, keine teuren Spielfilme, die in der Nacht versendet werden, kein x-tes billig produziertes, aber zu teuer eingekauftes Quiz.

Das würde echte Legitimation bringen und viel Spielraum für andere, private wie nichtkommerzielle Anbieter bringen.

BloodyFox

07. Juli 2009, 12:47

http://www.metalimpetus.de

Also ganz ehrlich, Peer? Die Fragen waren ziemlich larifari und ich bin ein bisschen von dir enttäuscht. Vor allem auf die Antwort mit dem Stammpublikum hätte von dir kommen müssen, dass es dem ZDF nicht gelegen sein darf, ein Stammpublikum bedienen zu wollen, weil sich deren Bildungsauftrag nicht auf ein Stammpublikum beschränkt. Zweitens, wenn schon von so einem Stammpublikum geredet wird, warum kommen dann nachmittags für diese nicht Stammzuschauer so ne  wie diese ganzen Telenovelas? Das will doch kein Arsch sehen.

Zweitens hätte von dir auch die Frage kommen müssen, ob dem ZDF denn nicht Quoten egal sein müssten und man unabhängig davon Programmformate entwickeln sollte. Was will ich mit Kommissar Rex, auch, wenn er beliebt war? Rechtfertigt das seine Wiederauferstehung? Ich glaube nicht.

Und naja. Dieser Schritt mit dem Digitalsender für jüngere Menschen - was soll das? Wofür bezahl ich denn meine Runfunkgebühr an die Verbrecher von der GEZ? Ich bekomm im Normalen Kabelanschluss nur den letzten Dreck, wo abends 20.15 irgendwelches Volksmusikgedudele läuft und dann soll ich extra noch Zusatzgebühren für nen Digitalanschluss bezahlen?? Hackt's bei denen?

Also wie gesagt, Peer. Enttäuschend.

lokalreporter

07. Juli 2009, 13:23

http://nahportrait.blogspot.com

es wäre so einfach, das ZDF richtet eine emailadresse ein, lobt eine sendekonzepte-aktion aus - bei der nicht nur eine, "die beste idee" gewinnt - holt sich neue & innovative konzepte & macht daraus einen tägliche präsentationsshow.

okay, ist nichts neues und nicht besonders originell, aber nu, egal, mitmach-TV ist angesagt -- siehe die kellner aus gerührt & geschüttelt - die wissen, was einen guten kellner ausmacht -> www.youtube.com/watch

Peer Schader

07. Juli 2009, 14:26

@Walter: Ich freue mich über einen Nachtrag der Fragen, die Sie stellen würden. Vielleicht kann ich die bei Gelegenheit weiterreichen.

@BloodyFox: Es ging mir konkret um Belluts Sicht, dass er keine Konvergenz zwischen den Systemen feststellen kann, nicht um die Generaldebatte, was ein öffentlich-rechtlicher Sender leisten können muss und für welches Publikum.

BloodyFox

07. Juli 2009, 15:57

http://www.metalimpetus.de

Schade. Das andere wäre interessanter gewesen. Es macht keinen Unterschied, ob er eine Konvergenz sieht oder nicht, wenn man nicht gleich die Frage nach der Qualitätsdebatten nachschiebt. Das, was die ÖR Sender zugrunde richtet, ist doch, dass sie das Quotendenken der privaten übernommen haben und das darf nicht sein. Die Konvergenz ist lediglich das Symptom dieses Problems und es ist einfach sinnlos das Symptom zu besprechen, wenn man nicht auch über die Ursache redet.

Michael

07. Juli 2009, 16:15

http://www.blueray-x.de

Informative Fragen und eine Menge Inhalt. Jedoch sind es größtenteils Fragen, dessen Antworten man eigentlich schon vorher weiß und die den Hr. Bellut in keinster Weise auch nur annähernd in Bedrängnis bringen.

Muriel

07. Juli 2009, 17:55

http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com

@onlime: wie jetzt? Die sind doch beide fiktional. Oder hab ich da irgendwo den Schuss nicht gehört?

kaffeekuchen

07. Juli 2009, 18:48

auffälllig  ist   das  die  Öffentlichrechtlichen  seit  Anfang  der  90iger  Jahre

nur  noch  seichte  überflüssige  Formate  senden  die  reingarnichts  vom

Zuschauer  verlangen  noch  nicht  einmal  Intresse  die  somit  zur  allgegen-

wärtigen  Verrohung  des  Menschen  untereinander  wesentlich  beiträgt  da

den  Menschen  nichts  vermittelt  wird,  Konflikte  im  Zusammenleben  gibt

es  nicht,  wenn  überhaupt  nur  unnötiges  Leid  gezeigt  wird  wie  in  Krimis

Amoktäter, aus  der  Geschichte  die  Judenverfolgung  etc, etc  wogegen  ja eigentlich  fast  jeder  ist,  hatte  es  in  den  AchtziegerNeunzieger  Jahre  nur

diese   Formate  die  tagtäglich  gesendet  werden  gegeben  ?  ich  glaube  nicht,  Grundverversorgung  ist  auch  die  Vermittlung  von  allgemeinen Werten  die   etwas  verurteilen  und  somit  auch  jemanden  wehtun, all  diese  amerikanischen  Formate  die  das  nichtzeigenswerte  Überflüssiege  zeigen

wurden  übernommen  um  die  Menschen  in  ihren  Gleichgewicht  mit  sich  

selbst  zu  lassen  und  eine  konsumorientierte  Durchlässigkeit  zu  fördern

um  das  zu  verinnerlichen  brauchte  man  das  Massenmedium  Fernsehen

JMK

07. Juli 2009, 20:11

http://dieweissewand.blogspot.com

ich glaube Belluts Standardantworten liegen weniger in den Fragen begründet, vielmehr sondern Bellut oder sein ARD Kollege diesselben Phrasen ab, sobald sie irgendwas gefragt werden und sei es wie das Wetter morgen wird.

Er scheint doch eh in einem anderen Universum zu leben, wenn er schon behauptet, dass sich das Mittagsprogramm von den Privaten unterscheidet. Das tut es zwar, nur sehe ich da keinen qualitativen Vorsprung.

MB

07. Juli 2009, 20:33

Ich frage mich warum Michael Jacksons Trauerfeier auf ARD und ZDF gleichzeitig übertragen werden muss und statt der 20:00 Tagesschau Brisant Extra gesendet wird? Aber seitdem auch Küblböcks Gurkenlasterunfall in der Tagesschau gemeldet wurde ist sowieso alles klar ...

viewer

07. Juli 2009, 20:42

@onlime

"Fiction" ist ein feststehender Begriff in der deutschen TV-Branche und bezeichnet fiktional erzählte Formate (also ausgedachte, erfundene Geschichten so wie TV-Filme oder -Serien) im Gegesatz zur "Non-Fiction", das ist alles andere. :-)

Dierk

07. Juli 2009, 21:06

Nun ja, Herr Bellut ist ja intelligent genug zu qualifizieren - nicht 'Privatsender', sondern 'große Privatsender'.  Das bewahrt ihn allerdings nicht vor meinem Hinweis darauf, dass Vox unheimliche viele Dokus zeigt, die von der BBC, National Geographic und Discovery Channel zugekauft werden. Sicher, das ZDF kauft nicht nur fremd ein, obwohl da überhaupt nichts gegen spricht, schon gar, wenn man mal die Tiefe und Qualität der BBC Dokus vergleicht mit dem vergleicht, was das ZDF so produziert.

Selbst die zugekauften Produktionen werden beim Zweiten dabei noch verschandelt, indem ein Off-Sprecher gewählt wird, der die ohnehin "zugespitzten" Voice-overs noch weiter überdramatisiert. Ist mir so bei Vox noch nicht aufgefallen.

Ich frage mich auch, wo der lange Atem bleibt, den gerade die BBC immer wieder beweist. So gibt es dort eine auf 20 Jahre angelegte Reihe über die individuelle Entwicklung des Menschen, von der Geburt bis zum Erwachsenen, des bekannten Wissenschaftlers und Popularisierers Robert Winston. Ein ähnliches Projekt wurde in den 1960ern von einem englischen Kommerzsender angefangen und bis heute fortgeführt [Michael Apteds Up]. Gleichzeitig begann das DDR-Fernsehen damit die 'Kinder von Golzow' in gleicher Weise zu begleiten.

Die Kinder haben es immerhin auch schon mal in das Programm des MDR geschafft. Kein Wunder. Aber beide großen ÖRs benötigen für die Kernaufgabe ihrer Anstalten komplette eigene Kanäle: Phönix, 3sat, arte, Kika etc. Im Hauptprogramm finden Doku, Kultur, Reportage, Hintergrund, anspruchsvoller Film, Theateraufführung etc. ein Schattendasein, werden versteckt im Spätprogramm unter der Woche.

Auch das kein Wunder, hatte man sich doch schon vor Einführung des Kommerz-TVs darauf eingelassen, die eigenen Erfolge an der angeblichen Zuschauerquote zu messen. Fatal, gerade für Sender, die as eigentlich gar nicht nötig haben sollten. Schon per Definition.

Ja, das ZDF bringt am Sonntagabend um 19:30 Uhr Dokus, die selbst mit der sensationalisierenden Machart noch ein Quäntchen seriöser sind als Galileo oder Galileo Mystery.

Ist das wirklich Ihr Anspruch, Herr Bellut?

Johann Lauer

07. Juli 2009, 21:13

http://www.lauer.biz

Die von den privaten Sendern versauten Zuschauern mit Sendungen wie "Probleme von Damen im mittleren Alter" zu ködern, ist eine geniale Idee.

Es fragt sich nur, warum muss man so einen Schmarrn mit Zwangsgeldern finanzieren, wenn dies auch über private Sender funktioniert.

Der überwiegende Teil des "Hauptprogramms" des ZDFs hat nichts mit dessen Gemeinwohl-Auftrag zu tun bzw. sollte den privaten überlassen werden.

ZDFdoku und andere Satellitenkanäle des ZDFs reichen völlig aus. Die Sendungen, die hier nicht aus dem Hauptprogramm wiederholt werden, können getrost gestrichen werden. Analog gilt dies auch für die ARD.

Kerner, Gottschalk und andere Matadoren müssen nicht mit Zwangsgeldern subventioniert werden! Dasselbe gilt für Fußball, 0815-Serien und sonstigen geistigen Müll.

Dent

07. Juli 2009, 22:29

Naja, das dürfte merwarten, 1A aus dem öffentlich-rechtlichen Rechfertigungssprachbaukasten. Is gar nicht notwendig da knallhart journalistisch nachzuhaken, die Antworten sind entlarvend genug.

"Und der Höhepunkt an Innovation und Wagnis ist seiner Meinung nach offenbar eine heitere Serie über die Probleme von Damen im mittleren Alter. Hat das noch jemand so verstanden!!!"

Jo, is doch eideutig, ich denke mit nem anständigen Budget, guten Schauspielern und nem ordentlichen Drehbuch kann das was werden, das heist dann Deserate Housewives oder Sexan the City oder von mir aus Golden Girls....originell isjedenfall anders.

Der Versuch eine jüngere Zielgruppe anzusprechen ist ebenso putzig wie aussichtslos, ÖR TV findet in er gewünschten Zielgruppe nur unter ferner liefen statt, das haben die nur noch nich gerafft.

"Die Verteidigungsrede geht aber dahin, die Größe der Anstalten und das Konzept "Vollprogramm" zu bewahren - und zwar jede Anstalt für sich und alles doppelt.

Warum finanzieren wir nicht das, was wir wirklich sonst nicht haben würden ? Einen vielstimmigen Nachrichten- und Dokumentationskanal, einen für experimentelle Unterhaltung und Kultur, und ein Regionalfenster, z,B. Keine langen Sportübertragungen, keine teuren Spielfilme, die in der Nacht versendet werden, kein x-tes billig produziertes, aber zu teuer eingekauftes Quiz.

Ich denk ein Vollprogramm muß möglich sein, aber dazu gehört das man Verschiedenste Formate für verschiedensten Zielgruppen anbietet. ÖR ist Pay TV also sollte es auch wie Pay TV strukturiert sein. Jeweils ein Kanal für Nachrichten, Dokus/Infotaiment, Sport, Unterhaltung, Jugend. Kultur hat ja schon 2-3 eigene Kanäle. Dazu Zwei Hauptprogramme die allen Bereichen genügend Patz einräumen und eine gemeinsames Internertportal, die dem Gebührenzahler das Komplette Programm das er bezahlt haben als Stream oder Download zur Verfügung stellen + Premim Zugang für GEZ-Zahler

Sie könnten sogar soweit gehen den Onlie-Zugang nur denen zur Verfügung zu stellen

die so tapfer Ihre Gebühren zahlen (oder ofz. freigestellt sind)....allerdings ist eine Abschaffung dieser Behörde vorzuziehen.

ÖR Fernsehen könnte irgendwann wieder richtig Sinn, ja sogar spaß machen, vielleicht wenn es gelingen würde Fachmänner anstatt Politiker und Beamte in die entscheiden Posten zu verbringen. Bis dahin gilt nachwievor: Bei ARD und ZDF reihern sie in die ersten Sitze.

P.S.: Falls hier mal ein wichtiger ARD-Mensch interviewt werden sollte, mich würde wirklich interessieren, wieso die ARD es nicht schafft von 21 Prime-Time-Stunden in der Woche, ganze zwei für ihre - im vergleich zum Rest des Unterhaltungsprogramms - ausserordentlich ansehnliche Spielfilmsammlung, zu reservieren

harry

08. Juli 2009, 02:31

Das ZDF steckt in der Demografiefalle. Anstatt sein älteres Publikum mit frischen Produktionen zu bedienen, werden Formate, mit denen die Zuschauer der Privaten nunmehr auch alt geworden sind, wieder zurückgeholt. Damit wird das ZDF zum Seniorensender. Die Privaten locken die jungen Zuschauer.  

Oova

08. Juli 2009, 05:47

http://www.linkedin.com/in/uwekleinschmidt

Herr Bellut scheint alte Schule zu sein, sitzt fest im Sessel und gibt uns die Ehre seinen Worten lauschen zu duerfen.

Kein Plaedoyer fuer das ZDF.

Wir koennen froh sein, dass er uns ein paar Minuten seiner Zeit gegoennt hat.

Schade.

Robert

08. Juli 2009, 09:44

Gestern Abend hatten wir ein aktuelles Beispiel. Die ARD verschiebt die Tagesschau für die Trauerfeier von Michel Jacksen. Da muß man sich doch die Frage stellen, für was wir eine GEZ Gebühr bezahlen. Da ist jeder Kommentar überflüssig. Die öffentlich-rechtlichen sägen kräftig an dem Ast auf dem Sie so komfortal und gutbezahlt sitzen.

Rune

08. Juli 2009, 09:49

Es reicht. Gebühren abschaffen, dann solln se machen was sie wollen...

Ephemeride

08. Juli 2009, 09:55

Die Höhe der ÖRR-Tiefe war gestern, als sich die ARD/ZDF/Phoenix nicht entblödeten, schwurbelnde Live-Übertragungen einer Begräbnisfeier zu senden und dazu die Hauptnachrichten zu verschieben. Was solches Brimborium bei Phoenix, dem angeblichen Nachrichten-Kanal, zu suchen hat, ist schleierhaft. Man könnte ab jetzt dort auch live von der nächsten Volksmusikmesse berichten oder schlimm-investigative Reportagen aus den Pommerschen Kuhställen senden. Passiert ja sonst nichts in der Welt: Der Wahlbetrug im Iran? Vergessen. Der beginnende Bürgerkrieg in China? Unwichtig. Die größte Bankenkrise der Weltgeschichte? Egal. Die Bundeswehr im Kriegszustand? Ach Gottchen.

.

ARD, ZDF, Phoenix und Co versagen auf ganzer Linie, wenn es um ihren Auftrag der politischen Bildung geht. Wurde dort einmal den Ansinnen eines Herrn Ackermann hinterher geforscht? Wurde gefragt, was Dr. Schäuble eigentlich bezwecken will mit dem Einsatz von Militär im Inneren und v.d.Leyens Zensurbemühungen? Klärt man den Bürger darüber auf, was es eigentlich bedeutet, dass uns eine arm-machende Inflation droht? Nein! Überall, auch auf diesen zwangsfinanzierten Sendern nur Informationswüste. Die letzten Reste eines ernst zu nehmenden ÖRR-Journalismus finden sich nur noch im Radio, manchmal tatsächlich grell ausgeleuchtete Hintergründe im Deutschlandfunk, manchmal politische Features, die alle Seiten zu Wort kommen lassen auf BR2. Aber das ist auch eher selten...

De la Krisel

08. Juli 2009, 09:59

Das leidige Thema der ÖR. von den einen als Seniorensender verschrien von den anderen als abklatsch der Privaten abgestempelt! Dabei könnte man bei ARD und ZDF so vieles anderes und besser machen und macht doch vieles schlampig und falsch. Wer kam nur auf die selten dämlich Idee Casting-Shows würden bei den ÖR funktionieren? Das ist genauso wie Fußball auf Pro7, irgendwie deplatziert. Auch dieser ganze Telenovela-Müll hat zu genüge Sendeplatz auf den Privaten. Was fehlt sind qualitativ gute Dokus und da muss ARD/ZDF gar nicht weit ausholen, die Kollegen von der BBC bringen seid Jahrzehnten sehr informative und gut gemachte Dokumentationen raus, nur laufen die auf VOX, warum auch immer. Schafft es dann mal eine gute Doku Reihe auf die ÖR, wie beispielsweise "Unsere blauer Planet", besitzt man die Frechheit und beschneidet dies um ca. 5 Minuten wegen Überlänge! Was die ÖR für gute Dokureihen produzieren? Terra X und dann noch Hitler, Hitler und wieder Hitler! Natürlich ist eine Aufarbeitung unserer Geschichte wichtig und sinnvoll, wenn man das aber so inflationär wie ARD/ZDF betreibt, stellt sich irgendwann eine Ermüdung des geneigten Zuschauers ein, manchmal ist doch weniger mehr.

Ebenso stellt sich mir die Frage wieso man nicht auf das Repertoire der Arthouse-Filme zurück greift, die sind doch geradezu prädestiniert auf den ÖR zu laufen. Genauso könnte man auch, ähnlich wie bei ARTE, einen Themenabend machen.

Als erster Schritt müssten aber die ganzen Lobbyisten und Politiker, wie Roland Koch (ZDF), aus den Aufsichtsräten verbannt werden, damit das ÖR wieder das sind was sie sein sollte, unpolitisch!

Als Kind fragte ich mich immer, wieso nach der "Sendung mit der Maus" immer der todlangweilige "Presseclub" läuft. Die Frage ist heute noch mehr als berechtigt, ein schlechteren Programm Übergang muss erst noch erfunden werden!

matze

08. Juli 2009, 10:47

was mich immer wieder wundert :

Warum stellt eigentlich heutzutage niemand mehr den Wert von Fernsehen allgemein in Frage ?

Zur Informationsübermittlung sind Texte und Bilder wesentlich besser geeignet als Flimmerformate, und Unterhaltung, so sie denn wirklich das Wohlbefinden steigern soll, sucht man besser auch nicht im x-ten Extrasender, den die ÖRRs auflegen um höhere Kosten ("Finanzbedarf") zu generieren.

Da macht es mehr Sinn sich aktiv mit Material zu versorgen, statt abends auf der couch zu sitzen und zu konsumieren, was Vater Staat oder die Privaten gerade für sehenswert halten.

Wer sich eigenverantwortlich mit Suchtmitteln versorgen will, soll dies ja weiterhin tun können, aber muß man so was auch noch mit Zwangsabgaben auf Arbeitsgeräte finanzieren ?

Vielleicht sollte man konsequenterweise öffentlich-rechtliche Zigaretten herstellen und an Kinder verteilen, damit man später sagen kann "die Raucher wollen das so, also produzieren wir weiter. Und unsere Zigaretten sind weniger ungesund als private". Genau dies ist doch das Geschäftsmodell der Sender. Derselben Sender, welche gern computerspiele und Internet für die allgemeine Verblödung verantwortlich machen.

kaffeekuchen

08. Juli 2009, 14:29

früher  hatte  das  ZDF  Vielfalt  im  Program  und  selbst  Formate  wie  das  kleine  Fernsehspiel  die  nicht  jeden  ansprechen  sollten,  heute  verhält  es

sich  grundlegend  anders  alles  was  gesendet  wird  muß  leicht  zugänglich

sein  man  weiß  schon  voher  wie  die   Sendungen  aussehen,  die  einzigsten

Unwägbarkeiten  passieren  nur  noch  im  Sport, da  schaue  ich  mir  doch  lieber  ein  Fußballspiel  an  wo  der  Spielverlauf  nicht  schon  voher  festgelegt  ist , als glattproduzierte  Produktionen  die  keine  Freiräume  haben

Dent

08. Juli 2009, 17:43

Das man für MJs beerdigung die Tagesschau verschiebt erscheint mir auch übertrieben, das es auf Phoenix live gesendet wird un später noch die Zusammenfassung in der ARD gezeigt wird ist für mich voll OK, warum? weil es eine Nachricht ist, weil Millionen jackson Fans in Deutschland die möglichkeit haben sollten dies zu sehen, auch im ÖRR.und da kommen wir auch schon auf den Punkt. Ist ja schön wenn einer Dokus mag, aber darum gehts nicht, den einen interessieren Dokus nicht, der andere hat Digitales Kabel (lohnenswerte anschaffung übrigesn) und genug Dokusender, mir persönlich gehen Arthouse -Filme i.d.R. komplett am Arsch vorbei. Ich persönlich würde gerne mehr gute Lizenware sehen. Es geht hier aber nicht um den persönlichen Geschmack, sondern darum das möglichst alle Geschmäcker bedient werden. Kritik an den ÖR ist in jedem Fall berechtigt aber man muß auch aufpassen das sie nicht zu pauschal und kleinkariert ausfällt und da sman nicht alles generell schlecht macht nur weil es im ÖR läuft.....oder im privaten. Kritik zum reinen Selbstzweck hat noch nie gut funktioniert

Tom

10. Juli 2009, 23:56

die Fiktions-Sendeplätze werden prall gefüllt von UK Ware. Dort wurde dick eingekauft, u.a. bei ITV.

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