Artikel-Services
Frank Plasberg verliert Kanzlerduell-Kandidatenduell
08. Juli 2009, 15:45
Uhr
Anne Will hat also das erste Kanzlerduell dieses Jahres gegen Frank Plasberg gewonnen. Er muss als Verlierer einem im Fernsehen übertragenen Schaukampf zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Stellvertreter Frank-Walter Steinmeier durch seine Anwesenheit die Illusion journalistischer Relevanz verleihen. Sie darf dafür (nach bislang unbestätigten Informationen dieses Blogs) die ungleich brisantere Live-Sendung kommentieren, bei der rote und schwarze Wandfarbe um die Wette trocknen.
Man kann ja viel gegen Sabine Christiansen sagen. Aber als journalistische Dekoration im Kanzler-Duell war sie perfekt. Sie ist ungeschlagen in der Disziplin des interessiert wirkenden öffentlichen Dasitzens. Plasberg dagegen ist langjähriger Meister im Den-kritischen-Journalisten-Raushängenlassen. Er will unterbrechen, das Wort entziehen, Filme abfahren, herumlaufen, nochmal das Wort entziehen, auf dem Entziehen des Wortes bestehen - und für den tollsten, nein: den einen tollen politischen Moderator gehalten werden.
Es spricht nichts dafür, dass die Regeln, auf die die Kanzlerkandidatin und der andere Mann bestehen werden, wenn es zu einem solchen "Duell" zwischen Union und SPD kommt (was längst einer schwer zu erklärenden Bevorzugung einer 20-Prozent-Partei gegenüber den anderen Kleinparteien entspräche), ihm irgendeinen Spielraum dafür lassen. Das wird mit Sicherheit eher wieder eine Übung im Stichwortgeben und Zeitnehmen. Die eine journalistische Großtat, die Plasberg in diesem Zusammenhang hätte leisten können, wäre gewesen, das Angebot zur "Moderation" empört abzulehnen und die ARD aufzufordern, auf die Übertragung eines solchen regierungsinternen Quatschspektakels zu verzichten.