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Aufklärung unerwünscht? Frank Plasberg und das Wundermittel gegen Neurodermitis

22. Oktober 2009, 19:36 Uhr

"Besonders bedrückend ist es, wenn man sieht, wie sehr kleine Menschen unter Neurodermitis leiden", sagt Frank Plasberg. Dann zeigt er, wie sehr der kleine Mensch Bastian unter Neurodermitis leidet, was tatsächlich besonders bedrückend ist, aber nicht nur in dem Sinne, wie Plasberg es meint. Mit den erschütternden Bildern stellte "Hart aber fair" gestern den Jungen in den Dienst einer zweifelhaften Berichterstattung in der ARD, die wie eine gigantische Werbeaktion für eine Vitamin-Salbe gegen Neurodermitis wirkt, die demnächst auf den Markt kommt, nachdem sie die Pharma-Industrie angeblich jahrelang verhindert hat.

Der Immunologe Beda Stadler fand in der Sendung deutliche Worte:

"Ich bin schwer betroffen. Herr Plasberg, was Sie hier abziehen, ist wirklich eine Schande. Sie missbrauchen ein Kind. Das Kamerateam und der Regisseur hätten dem Kind die blöde Salbe anstreichen sollen, dann wäre es ja anscheinend jetzt wieder gesund. Wenn man hier so tut, als würde ein blödes Avocadoöl mit Vitaminen drin eine schwere Krankheit vom Erdboden verschwinden lassen, dann ist das Betrug."

Plasberg versuchte zurückzuruden und erklärte, man habe doch gerade "herauspräpariert, dass das Medikament nicht heilt, aber lindert". Das ist in der Tat ein wesentlicher Unterschied, und vielleicht hätte ihn auch jemand den ARD-Verantwortlichen erklären sollen, die die Dokumentation über die angebliche Verhinderung des angeblichen Wundermedikamentes durch die Pharma-Industrie, aus der auch die bedrückenden Bilder von Bastian stammen, ausgerechnet "Heilung unerwünscht" nannten.

Oder dem Autor dieser Dokumentation, dem WDR-Redakteur Klaus Martens, der sein demnächst erscheinendes Buch über dasselbe Thema nicht nur ebenfalls "Heilung unerwünscht" nannte, sondern es auch zuließ, dass auf dessen Umschlag ein Tigel mit der durchaus irreführenden Aufschrift "Inklusive Rezeptur gegen Neurodermitis" zu sehen ist.

Martens behauptet in seinem Film, der am Montag in der ARD lief, dass ein Tüftler vor zwanzig Jahren eine einfache Rezeptur gefunden habe, die sensationell gegen Neurodermitis und Schuppenflechte helfe und "keine Nebenwirkungen" habe. Die Pharmaindustrie weigere sich aber, das Mittel auf den Markt zu bringen, weil es nicht so gewinnbringend zu vermarkten sei oder den Verkauf ihrer anderen Produkte gefährde, die aber viel mehr Nebenwirkungen hätten. Seit einigen Tagen macht die Geschichte Furore und wird von vielen Medien undistanziert verbreitet, obwohl es durchaus Zweifel an der Darstellung und insbesondere der Überzeugungskraft der Studien gibt, die die Wirkung der Salbe belegen sollen.

Auch Frank Plasberg, der sich sonst mit seiner journalistischen Distanz brüstet, machte sich ganz zum Anwalt seines Kollegen Klaus Martens und der Creme. Von "besten klinischen Studien" sprach er gleich in der Einleitung zu dem Thema, und als seine Experten - Vertreter der Pharma-Industrie ebenso wie ihre Kritiker - genau daran zweifelten, wies er dreimal darauf hin, dass man diese Studien am heutigen Donnerstag online stellen werde, im "Faktencheck" auf hartaberfair.de. "Die gibt es", sagte er, "das haben wir recherchiert, sonst hätten wir [die Creme] nicht vorgestellt."

Der Schweizer Immunologe Stadler nannte den Filmautor Klaus Martens unumwunden einen "Scharlatan" und forderte, Leuten wie ihm "keinen Platz zu geben, um Verschwörungstheorien loszulassen" gegen die (von ihm sonst kritisierte) Industrie. Plasberg aber gab ihm nicht nur einen Platz, sondern bewahrte ihn vor berechtigten kritischen Nachfragen. "Nochmal", widersprach er auch dem renommierten "Spiegel"-Journalisten und Pharma-Industrie-Kritiker Markus Grill, der Martens Geschichte aus dem ARD-Film ebenfalls anzweifelte: "Wir werden auch Studien dazu morgen veröffentlichen."

Der "Faktencheck" ist inzwischen online, aber von den versprochenen eindeutigen Studien fehlt jede Spur. Der WDR wirbt zwar für die Creme, indem er ihre Rezeptur veröffentlicht, kann aber mit Links zu wissenschaftlichen Untersuchungen nicht aufwarten. Auf einer eigenen Seite dokumentiert WDR.de die Kontroverse und räumt ein, dass sich der Dermatologe Markus Stücker von der Ruhruniversität, der die Studien vor zehn Jahren geleitet habe, heute "verhalten" zeige und nur von einer "eher schwachen Wirkung" spreche. Die ARD hat auch einen "offenen Brief" von Klaus Martens an die Zuschauer veröffentlicht, in dem er allerdings ebenfalls keine Quellen für die "klinischen Studien" nennt, die "in allen Fällen" bestätigt hätten, dass durch die Creme "die Symptome verschwinden".

Immerhin räumt der WDR online ein, dass Martens auch ein Buch zu dem Thema veröffentlicht hat - eine Tatsache, die der "harte" Frank Plasberg noch als "Verschwörungstheorie" abzutun schien, als Siegfried Throm, der Geschäftsführer des Verbandes forschender Pharmaunternehmen, das aussprach, was viele Kritiker Martens und der ARD vorwerfen:

"Herzlichen Glückwunsch, das ist ein genialer Marketingcoup. Mithilfe eines Filmes ein Buch zu protegieren, das demnächst herauskommen soll, und dann passend auch noch die entsprechende Salbe. Da können sich selbst unsere Marketingabteilungen noch eine Scheibe abschneiden."

Ist das nicht bemerkenswert? Dass eine Sendung die angebliche Verhinderung eines Medikamentes dokumentiert, das ihr Autor als außerordentlich wirksam und frei von Nebenwirkungen beschreibt, und diese Salbe dann passend zur Ausstrahlung plötzlich doch auf den Markt kommt? Ein kleines Schweizer Unternehmen hat sich aufgeopfert, und vertreibt plötzlich die "Regividerm B12 Salbe" - angeblich als Reaktion auf die große Resonanz der Fernsehausstrahlung, was zeitlich allerdings höchst unwahrscheinlich ist.

Und Frank Plasberg? Erwähnte diese erstaunliche Koinzidenz nicht einmal.

Mehr über die Zweifel an dem ARD-Film und die Wirkung der Salbe im Pharma-kritischen Medizinblog "Stationäre Aufnahme". Der WDR wiederholt den Film "Heilung unerwünscht", der auch in der ARD-Mediathek ist, am 30. November um 22.00 Uhr; Phoenix zeigt am 23. Oktober um 22 Uhr eine Langfassung. Die "Hart aber fair"-Sendung ist ebenfalls im Internet zu sehen.

Nachtrag/Korrektur: Die Studien sind, offenbar seit spätem Nachmittag, auf der Rezeptseite verlinkt - halten aber einem kritischen Vergleich mit den vollmundigen Versprechen von Martens und Plasberg kaum stand. So wurde zum Beispiel die Wirkung der Salbe nur mit wenigen Probanden und über einen kurzen Zeitraum überprüft.

Veröffentlicht 22. Oktober 2009, 19:36 von Stefan Niggemeier
Kommentare

MannohneEigenschaften

22. Oktober 2009, 20:03

mittlerweile gibts die "Studien" zu sehen:

www.wdr.de/.../martens_rezept.php5

cohen

22. Oktober 2009, 20:04

http://blog.esowatch.com

Andi

22. Oktober 2009, 20:05

Am Montag war in dem zeitgleich zum ARD-Film laufenden WDR-Magazin "Markt" übrigens auch ein Beitrag zu dem Thema, der augenscheinlich aus dem Film zusammengeschnitten war. Das sorgte bei mir beim Zappen kurzzeitig für einen irritierenden Deja-vu-Effekt...

Haco

22. Oktober 2009, 20:14

"Der WDR wirbt zwar für die Creme, indem er ihre Rezeptur veröffentlicht, kann aber mit Links zu wissenschaftlichen Untersuchungen nicht aufwarten. "

inzwischen schon, unterhalb der Rezeptur.

Bender

22. Oktober 2009, 20:46

Alte Medizinerweisheit: Was keine Nebenwirkungen hat, hat auch keine Wirkung :-)

Ansonsten: Starkes Stück! Wird wohl gut geeignet sein, weit verbreitete Vorurteile gegen die böse Schulmedizin als Erfüllungsgehilfe der Pharmaindustrie zu bestätigen. ...und das ausgerechnet vom Journalismus-Musterknaben Plasberg...

Aufklärer

22. Oktober 2009, 20:53

http://www.wdr.de/tv/hartaberfair/extra/martens_rezept.php5

Die Studien sind seit heute Mittag auf der Hart aber Fair Webseite verlinkt:

www.wdr.de/.../martens_rezept.php5

P.S.: F5 drücken hilft ;)

gefunden

22. Oktober 2009, 21:03

Hier sind die Studien verlinkt: www.wdr.de/.../martens_rezept.php5

bitte-besser-recherchieren

22. Oktober 2009, 21:06

Ein weiterer Original Artikel findet sich hier im British Journal of Dermatology.

www3.interscience.wiley.com.proxy.ubn.ru.nl/.../abstract

Muriel

22. Oktober 2009, 21:13

http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/

Unser Kunstlehrer hat uns früher immer erzählt, ein Freund von ihm hätte einen Ölfilter entwickelt, mit dem Autos nie wieder einen Ölwechsel bräuchten, aber die Autoindustrie würde das nicht wollen, und er müsse nun um sein Leben fürchten.

Ich dachte damals schon, dass manche Geschichten einfach so manifest unsinnig sind, dass man es nicht weiter erklären muss.

Theo Krawczyk

22. Oktober 2009, 21:45

Lieber Herr Niggemeier, die Studien sind auf der von Ihnen verlinkten Seite www.wdr.de/.../martens_rezept.php5 unten zu finden.

Erich von Halacz

22. Oktober 2009, 21:52

Was den Titel "Heilung unerwünscht" betrifft: Ich will niemanden zu nahe treten, aber wer sich heute noch über Titel von Büchern beschwert, kennt die Buch-/Verlangsbranche nicht, zumindest nicht wie sie funktioniert. Es ist nicht selten der Fall, dass der Buchtitel mit dem Inhalt des Buches kaum etwas zu tun hat. Ein Verlag will so viel Exemplare wie möglich von einem Buch verkaufen. Da kann es einem Schriftsteller passieren, dass dem Verlag der Titel eines Buches nicht gefällt und ein anderer, reißerischer Titel für das Buch ausgewählt wird. Und das ist vor allem bei Sachbüchern der Fall. Je dramatischer der Titel, desto größer die (mediale) Aufmerksamkeit. (Wahlweise auch ein äußerst kontroverser, provokanter Titel und das Vertreten äußerst kontroverser Thesen. Am besten noch einen "Antisemitismusskandal" herbeischreiben oder irgendwelche unpassenden Vergleiche mit den Zuständen in Deutschland während des Nationalsozialismus.) Und wenn man mit dem Titel und dem Thema des Buches den Nerv der Zeit getroffen hat, kann man sich nicht nur über hohe Verkaufszahlen freuen, sondern darüber, dass man vom Verlag durch jede Sendung im Fernsehen geschleift wird (nur um noch mehr Werbung für das schon erfolgreiche Buch zu machen.) "Heilung unerwünscht" klingt eben griffiger, dramatischer und besser verkaufbar als "Linderung unerwünscht.

renate schmidtke

22. Oktober 2009, 22:10

es wäre interessant zu erfahren, welche beziehungen herr stadler so pflegt...

er ist mir desöfteren schon unangenehm bei "hart aber fair" aufgefallen. der erfinder herr carsten klingelhöller wollte, dass die salbe auf den markt kommt, um den menschen zu helfen, doch das haben 16 konzerne verhindert,nur um nicht-endenden profit zu machen mit ihren salben und den dazugehörigen nebenwirkungen. diese konzerne wollten für 10 mio. das patent kaufen, um es in der schublade verschwinden zu lassen-das ist die wahre verschwörungstheorie bei dieser angelegenheit! ich jedenfalls wünsche dem kleinen schweizer unternehmen viele, viele dankbare kunden und dem autor dieses buches ebenfalls. den erfolg haben sie jetzt schon verdient.  

Tim

22. Oktober 2009, 22:25

Interessanter Artikel. Ich war auch zuerst von den Fakten des ARD-Films schockiert. Ich weiß nicht, ob hartaberfair.de die Site mittlerweile aktualisiert hat, aber zumindest finden sich im Faktencheck nun Links zu Studien. Ob die nun inhatlich etwas hergeben, kann ich nicht beurteilen.

Eva Mieslinger

22. Oktober 2009, 22:25

Danke für die Aufklärung

walter white

22. Oktober 2009, 22:50

Von "Hart aber fair" nicht anders zu erwarten. Wie Plasberg immer wieder in seiner mittlerweile unerträglich gewordenen arroganten Art falsche, verdrehte oder uminterpretierte "Fakten" präsentiert, ist als Zuschauer kaum auszuhalten. Der "Faktencheck" ist oft ein Witz, und ein Feigenblatt für die journalistische Transparenz der Sendung, werden dort doch nur die Aussagen der Gäste unter die Lupe genommen. Über eigene Fehlleistungen in den oft tendenziösen und manipulativen Einspielfilmen oder Moderationen wird Stillschweigen bewahrt. Und war die Sendung eine komplette Katastrophe und die Fakten zu eindeutig falsch, dann verschwindet gleich die ganze Sendung aus dem Archiv.  

Dazu immer die gleichen Pappnasen als Gäste, man brauch nur die Themenankündigung zu lesen und weiß schon wer mal wieder eingeladen ist.

Etwas Demut würde Herrn Plasberg ganz gut tun. So wie seiner Radaktion eine bessere Recherche.

Man sollte sich zu heiklen Themen einmal das Gästebuch der Sendung ansehen und man weiß wo Plasberg sein Publikum findet.

walter white

22. Oktober 2009, 22:58

Achso, die Pharmaindustrie sehe ich auch sehr kritisch und es sollte eigentlich nicht schwer sein dieser "krumme Geschäfte" nachzuweisen. Nur würde dies dann etwas trockener ausfallen ohne Wundersalbe.

Aber Themen, die sich nicht in ein Schwarz-Weiß Schema pressen lassen sind wohl für  Plasberg uninteressant, da er sich daran nicht profilieren kann.

Dr. Guido Correia Carreira

22. Oktober 2009, 23:09

Ich stimme, der Meinung des Autors zu. In der Tat ist es ganz schön peinlich für Hart aber Fair und vor allem für Herr Martens vollmundig von Veröffentlichungen (Plural!) in internationalen Zeitschriften zu sprechen, die vorgezeigt werden können. Dann aber nur mit einer einzigen aufwarten zu können, in der tatsächlich nur 13 Patienten (keine Kinder!) untersucht wurden (wie der Pharma-Fritze richtig gesagt hat).  Daneben wird dann noch eine Powerpointpräsenation gezeigt, in der Ergebnisse einer Untersuchung gezeigt werden, aber wo ist die Veröffentlichung dazu?

Fazit: Es bleibt ein Geschmäckle, dass Hart aber Fair das gemacht hat, was sie der Pharmaindustrie vorwerfen: Ihr Produkt rücksichtslos zu verkaufen und dafür auch leidende Kinder vor die Kamera zu zerren und dazu im Hintergrund herzzerreißende Molklänge auf dem Klavier zu spielen.

Klaus Nagels

22. Oktober 2009, 23:27

Wie der Vertreter des VFA schon sagte: ein dreister Marketing-Coup unterstützt von Journalisten, die scheinbar gar nichts mehr recherchieren (hart und unfair...die Deppen Zuschauer muß man nur in die richtige Richtung treiben, dann kaufen die schon...) . Zum Sachverhalt: es ist natürlich kein Wunder das die Industrie sich nicht dafür interessiert: das Paräparat kann in jeder Apotheker ohne Rezept bestellt und bezogen werden, wäre/oder ist die Mischung wirksam, kann sie von jedem Hautarzt verordnet werden, der Apotheker macht das und man hat sie nach 30 min. Industrie braucht man garnicht. Die hat kein Interesse, weil jeder das Präparat machen kann, da kein Patentschutz... Für mich eine weitere Fallstudie zum Zustand des Journalismus in Deutschland. Harte und faire Beurteilung: unseriös

Andreas Dmytrowicz

23. Oktober 2009, 00:01

Ich hatte bereits frühzeitig recherchiert, darauf aufmerksam gemacht. Wenn allerdings sogar der Focus entsprechenden Kommentar entfernt, darf man sich über - gar nichts - mehr wundern.

Auch meine Hinweise bei Weltbild sind verschwunden, allerdings wird das Buch dort nun - zunehmend - fragwürdig - belobigt.

Eine kleine Berichtigung: Auf dem Buchcover ist keine "durchaus irreführende Aufschrift" - inklusive Rezeptur - vielmehr wurde exessiv damit geworben, dies sei "EXKLUSIV"!!!

Bei den Massen Menschen, die an Neurodermitis erkrankt sind, mit derartigen Methoden, ist das Buch eine "Gelddruckmaschine."

Das ist - entschuldigung - pervers, abseits jedweder ethischer und moralischer Vorstellungen, - man könnte sogar strafrechtsrelevantes sehen.

Herr Martens täte gut daran, sich schnellstens vom WDR - abfindungslos - zu verabschieden, - und die Bucheinnahmen der Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e. V. zur Verfügung zu stellen.

tumulder

23. Oktober 2009, 00:23

http://www.zeitverschwender.blogspot.com

Ist nicht Herrn Plasbergs Ernst, oder? Die Industrie möchte eine Salbe verhindern, deren Rezept jeder Apotheker zusammen mixen kann? Was gibt es da noch zu verhindern? Ich verstehe die ganze Aufregung der Sendung nicht, wie so oft.

Stefan Niggemeier

23. Oktober 2009, 00:32

@Andreas Smytrowicz: Irreführend finde ich an der Aufschrift "Inklusive Rezeptur gegen Neurodermitis" vor allem, dass sie den Eindruck erweckt, die Salbe könne Neurodermitis heilen (und nicht nur ihre Symptome lindern). Dass das Rezept nicht (mehr) exklusiv im Buch steht, wie z.B. auf der Verlagsseite immer noch behauptet ("Rezeptur nur im Buch") kommt natürlich noch hinzu.

Großer Bruder

23. Oktober 2009, 00:52

bei Pubmed findet man auch eine Publikation mit den bei hartaberfair nur als powerpoint-Präsentation verlinkten Daten im "Journal of Alternative and Complimentary Medicine".

www.ncbi.nlm.nih.gov/.../19368512

Bei den "related articles" zu diesem Abstract sieht man gleich als erstes dann noch einen Verweis auf eine Studie von 2004 im British Journal of Dermatology, immerhin ein renommiertes Journal

Vielleicht findet sich hier im Forum doch ein Dermatologe, der etwas zur Aussagekraft der in dieser und den anderen verlinkten Studien verwendeten Untersuchungsparameter und zur Sinnhaftigkeit des Studiendesigns etwas sagen kann?

Ed

23. Oktober 2009, 02:02

@Erich von Halacz (u.ä.)

Also man darf sich heutzutage nicht mehr "beschweren", weil's ja schon alltäglich geworden ist? Nun sollten wir die Verlogenheit dieses Systems also auch noch klaglos erdulden?!

Andreas Dmytrowicz

23. Oktober 2009, 02:28

"Rezeptur nur im Buch" heißt nichts weiter, als: "wenn Du - Kranker - mein Buch nicht kaufst, hast Du eben keine Chance geheilt zu werden" . . wie im Film suggeriert  ". . also MUßT Du es wohl kaufen. Friß oder stirb . ."

So werden leidende nicht nur verhöhnt, sondern quasi auch genötigt!!!  

Entsprechend die - überall zu lesenden - erwartungsfrohen Reaktionen Betroffener, die endlich auf "ein Wunder" hoffen!

Holger Lüttich

23. Oktober 2009, 02:54

http://bayurveda.wordpress.com

Wie sich gewisse "Professoren" und "Mediziner" in dieser Diskussion benehmen, wirft in der Tat ein Licht auf deren wissenschaftliche Glaubwürdigkeit. Wenn ein Mittel vielen Menschen hilft - ohne die schädlichen Nebenwirkungen wie sie mit dem Einsatz von Cortison einhergehen -  muss ein wirklich wissenschaftlich gesonnener Geist erst einmal grundsätzlich aufgeschlossen sein (Studien sind nicht unwichtig  - aber sekundär, denn: Wer heilt, hat Recht!). An der unsachlichen Reaktion der pharmafreundlichen Herren und deren Schimpftiraden gegen den Moderator der Sendung wird deren mangelnde Objektivität deutlich. "Wenn etwas keine Nebenwirkungen hat, hat es auch keine Wirkung" - dieser Satz zeigt ein unglaubliches Maß an mangelnder Qualifikation und ideologischer Verblendung, die eines "Professors" unwürdig ist. Hier erwarte ich von der Berner Universitätsleitung eine genaue Überprüfung, ob eine solche Person wirklich geeignet ist, in der Öffentlichkeit angemessen Forschung und Lehre zu (re-) präsentieren.

Die Zunft der pharmafreundlichen Mediziner sollte sich an die eigene Nase fassen, bevor sie andere Menschen als Scharlatane und Quacksalber verunglimpft.

Oder haben wir nicht gerade wieder genügend Fälle von medizinischen Komplikationen (Nierenversagen etc.), weil "Ärzte" ihren Patienten über viel zu lange Zeit starke und riskante Schmerzmittel verordnet haben?

Holger Lüttich

Ringelblume

23. Oktober 2009, 08:08

Habe "Hart Aber Fair" nicht gesehen, den Film von Martens am Montag aber schon.

Dort wurde auch von einer Sudie der WPG PWC berichtet, die den (Patent-)wert der Salbe auf eine Milliarde einschaetzte (in den 1990ern). Weiterhin wurde berichtet, Vorstaende und Mitarbeiter von Sal Oppenheim haetten sich vor Jahren als das Unternehmen Regenratio AG noch an der Boerse notiert  und noch nicht in die Pleite getrieben worden war, mit Aktien der Regenratio AG eingedeckt, weil sie die Studie der PWC und andere Veroeffentlichungen dazu kannten.

Wurde bei "Hart Aber Fair" der Dermatologe aus den USA erwaehnt, der die Salbe lobte? Kamen die anderen Aerzte, Beteiligten vom Montag zu Wort. ZB der ehemalige Vorstand(?) der Merck AG, dessen Sohn die Salbe mit Erfolg anwendete?

Kadi

23. Oktober 2009, 08:11

Soll das "Aufdeckungsjournalismus" sein? Das war doch ne Werbesendung, warum stand da oben links oder rechts nicht "Dauerwerbesendung"?

Michael

23. Oktober 2009, 10:17

@Holger Lüttich,

Wer heilt hat Recht, klar - aber wie bitte soll man anders als mit einer Studie herausfinden ob man nun heilt?

Ninifee

23. Oktober 2009, 10:26

Es ist anscheinend nicht ungewöhnlich das Patenthalter ausgehungert werden. Diese "nicht umsetzbaren oder ineffizienten" Produkte kommen seltsamer Weise nach Ablauf der Patentzeit auf den Markt. Research & Development-Kosten entfallen. Ein kluger Schachzug. Aus betriebswirtschaftlicher  Perspektive gesehen, war die Hysterie der bis jetzt    """noch"""     B12Creme-loser Hersteller und ihrer Abhängigen sehr unterhaltsam.

Man darf gespannt sein und evtl. beobachten, wie aus Saulußen dieses "Pflegeproduktes" Paulußen werden.

Werner

23. Oktober 2009, 11:16

Ich glaube nicht an die Verhinderungstheorie. Es gibt genug Pharmafirmen ohne eigene Neurodermitispräparate; vermutlich wurden die Erfolgsaussichten für eine  Zulassung als Arzneimittel - die Voraussetzung für eine Verschreibungsfähigkeit und Kostenerstattung durch die Kassen - auf der Basis der vorliegenden Erkenntnisse als zu risikoreich eingestuft, vor allem in Verbindung mit einer völlig überzogenen Preisvorstellung für die Patentrechte.

Nachdem es jetzt "überraschend" erhältlich ist, bleibt den geplagten Neurodermitikern wenigstens die Möglichkeit,

das Präparat als "Kosmetikum" auf eigene Kosten auszuprobieren.

Dr. Motte

23. Oktober 2009, 11:55

Schlecht recherchierte Sendung, oder? Ich glaube, dass ist hier das Thema.

Schlecht recherchiert, Verdacht der Vermarktung hauseigener Autoren, dabei wissentliche Übersehung einfacher Fakten.

So eine Sendung sollte sich nicht zu sehr auf eine Seite schlagen, speziell wenn diese aus einem WDR Kollegen besteht.

egghat

23. Oktober 2009, 12:20

http://egghat.blogspot.com

Die ursprüngliche Story (im WDR Fernsehen) war sehr seltsam. Ich habe bis heute nicht verstanden, warum der Mensch das Zeug nicht selber auf den Markt gebracht hat? Auch habe ich nicht verstanden, warum er überhaupt ein Patent auf Avocadaöl + B12 bekommen sollte. Hat das überhaupt die nötige Erfindungstiefe?

Der Widerspruch zwischen dem Heilen und Lindern bei der Wirkung und dem Titel ist da gar nicht mehr so schlimm.

Woran ist das Medikament gescheitert? An der Zulassung?

Übrigens kommt im Fernsehen nochmal eine Langversion des Berichts. Eine Information, die im FAZ Artikel auch fehlt ...

"Wiederholung im WDR Fernsehen und bei PHOENIX

Der Film "Heilung unerwünscht" wird am 30. November 2009 um 22.00 Uhr im WDR Fernsehen in der Reihe "die story" wiederholt.

Falls Sie den Film im Ersten nicht oder nur in Teilen gesehen haben oder Interesse daran haben, ihn in einer anderen Fassung zu sehen: "Heilung unerwünscht" wird am Freitag, den 23. Oktober 2009 um 22 Uhr in einer 60minütigen Fassung auf dem Sender PHOENIX ausgestrahlt. In diesem Film werden noch weitere Details der B12-Geschichte erzählt."

Ansonsten bin ich überrascht, wieviele Leute *hier* schon ein fixes Urteil zu der Geschichte haben. IMHO ist die Faktenlage dafür viel zu diffus ... Ich habe definitiv mehr Fragen als Antworten ...

Daniel

23. Oktober 2009, 12:31

Was Sie nicht erwähnen, die eher "schwache Wirkung" der B12-Wirkstoffkombination entspräche ziemlich exakt den durchschnittlichen Behandlungserfolgen mit konventionellen, wesentlich teureren Präparaten zumeist auf Cortisonbasis. Die sind insbesondere in der Langzeitanwendung mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden und verlieren durch einen Gewöhnungseffekt mit der Zeit zudem an Wirkung. An dieser Stelle ergibt sich aus den bereits veröffentlichten Studien zu der B12-Salbe eine Linderungsperspektive, die natürlich durch weitere Tests untermauert werden sollte. Ich als Psoriatiker habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass dies bislang unterblieben ist.

Die öffentlich-rechtliche PR für die Salbe ist zweifellos brachial, scheint mir jedoch geeignet und wahrscheinlich auch nötig, um kritische Aspekte der Produktpolitik der Pharmaindustrie ins Bewusstsein zu bringen.    

Medimar

23. Oktober 2009, 13:04

@Holger Lüttich: Medizin, Wissenschaft und ein yogisches Eigentor

Ihre Aufforderung an die Berner Uni, zu überprüfen, ob ein solcher Prof. „wirklich geeignet ist, in der Öffentlichkeit angemessen Forschung und Lehre zu (re-) präsentieren“ zeigt leider nur, dass Sie selbst überhaupt keine Ahnung haben von „Schulmedizin“, geschweige denn von den universitären Anforderungen an medizinische Forschung und Lehre, denn:

„Wenn etwas keine Nebenwirkungen hat, hat es auch keine Wirkung" ist eine Binsenweisheit für jeden Medizinstudenten. Fragen sie den Repräsentanten ihres Vertrauens der universitären „Schul“-Medizin, ob er ein Medikament nennen kann, dass keine Nebenwirkung haben kann. Dem Erfinder  dürften (dürfTen) Sie zum Nobelpreis gratulieren.

Falls Sie sich für die Grundlagen der modernen, wissenschaftlichen Medizin interessieren, finden Sie unter dem Stichwort „Evidenzbasierte Medizin“ interessante Neuigkeiten, beispielsweise, dass heutzutage jede Therapie, die für sich in Anspruch nehmen möchte, wissenschaftlich untermauert zu sein, statistisch deutliche Verbesserungen gegenüber anderen oder keiner Therapie(n) zeigen muss. Deshalb werden sie auf einem seriösen Medizinkongress keine einzige Folie ohne Quellenangaben finden, obwohl diese Kongresse doch zu 90 % von der Pharma-Industrie finanziert werden. Wie diese Quellen zu interpretieren sind, und warum so manche Studie nie veröffentlicht wird, sind andere, interessantere Fragen.

Sie können die Haltung der „Professoren“ und „Mediziner“ natürlich von einem Standpunkt außerhalb der wissenschaftlich begründeten Medizin kritisieren, nach dem Motto „Wer heilt hat Recht“. Vielleicht sind Sie als Yogi sogar überzeugender als hier (Sie haben ja „freundlicherweise“  ;)  auf ihr Yoga-Institut verlinkt). Aber bedenken Sie: Auch der Dalai Lama geht bei Erkrankungen, die gemeinhin als ernsthaft gelten, ins Krankenhaus.

P.S.

1.Ich behaupte nicht, dass die Pharma-Industrie kein Profit orientiertes Monster sei.

2.Ich mache selbst Yoga.

3.Mein Guru sagt: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach atmen. Atmen und nicht quatschen.

Andreas Dmytrowicz

23. Oktober 2009, 13:32

ARD Skandal - Brisant:

Die Psoreasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e. V. hat in einem Kommentar an den WDR vermerkt: "Wir wurden schon eine Woche vor der Sendung von der PR - AGENTUR (!!)  Dr. Kaske auf diese Sendung aufmerksam gemacht und konnten dort DVD`s kostenlos bestellen."

Und: ". . an die Redaktionen von "Story" und "Hart aber fair" . .  Frage gestellt: Wie kommt es, dass der Beitrag zu "Regividerm" so zeitnah zur Vermarktung des Präparates gesendet wurde? . . keine der beiden Redaktionen geantwortet . ."

Die Buchwerbung läuft allerdings weiter auf vollen Touren!

Wolfgang Schmid

23. Oktober 2009, 14:12

Die Präsentation dieser Wundermedizin war ein Mißgriff. Die zitierten Studien sind viel zu klein und unkontrolliert, um wirklich aussagefähig zu sein. Zudem sollte das Fernsehen endlich die Unsitte einstellen, irgendwelche Leute (meistens Kollegen - die Zunft macht für sich gegenseitig ungeniert Reklame!), die gerade ein Buch publizieren, als Zeugen und Sachverständige zu anzuführen. In dem gegebenen Fall wäre es angemessen gewesen, einen der Bochumer Autoren der Dermatology-Studie in der Sendung um eine Stellungnahme zu bitten. Seriöser Journalismus sieht anders aus.

Wolfgang

23. Oktober 2009, 14:39

Eine Sache, die nicht zum Vorwurf des bösen "Marketingcoup" passt:

Das Rezept gibt es auch auf der Seite des WDR.

Wie passt denn das in das Bild der perfekten Vermarktung. Schließlich verdient in dem Fall nur der Apotheker, der das Rezept zusammenmischt. Und der Patient muss weniger bezahlen als die 28€ für die Fertigsalbe.

Oder sehe ich das falsch?

Jürgen Pfeifer

23. Oktober 2009, 15:06

http://www.neurodermitis.net

Es ist eine Schweinerei, wie sich ein öffentlich rechtlicher Fernsehsender in den Dienst von WDR-Redakteur Klaus Martens stellt. Wir hatten vor über einem Jahr, als Martens auf uns zukam mit dem Hinweis, alles vertraulich zu behandeln, eine Studie mit bis zu 100 Probanden um die neue Salbe, die uns näher nicht vorgestellt wurde, angeboten. Nach diesem Angebot hat Martens den Kontakt zu unserem Bundesverband abgebroche, ohne auf mein jetztes Schreiben vom 17. 9. 2008 zu reagieren.

Wer allerdings glaubt, bei schweren und ale "unheilbar" eingestuften Erkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte mit einem "Sälbchen" den Durchbruch der Behandlugn zu ereichen", der will vermutlich nur "Geschäftchen machen", denn das Buch von Martens (erscheint Mitte November des Jahres) kostet ca. 17 €, und wenn die Salbe in der Apotheke zu haben ist, wird diese für lächerliche 100 Gramm ca. 29 € kosten.

Bundesverband Neurodermitiskrnaker in deutschland e. v. mit Sitz in 56154 Boppard

Thomas Television

23. Oktober 2009, 15:22

http://tvundso.com

Also zunächst einmal möchte ich sagen, dass Stefan Niggemeier hier genau dasselbe tut, dass Spiegel und Sueddeutsche gegenteilig getan haben. Während die auf den "Böse Pharmaindustrie" Zug aufsprangen, springt Niggemeier auf den "Böser WDR/Plasberg" Zug. Als sich herausstellt, dass auf der "hart aber fair"-Seite dann doch die Studien verlinkt sind, kann Niggemeier in kürzester Zeit beurteilen, was von den Studien zu halten ist? Und das auch noch mit Zuhilfenahme der Apothekerzeitung? Eines nicht unabhängigen Experten?

Etwas Zurückhaltung oder bessere Recherche, bevor hier aus einem WDR-Autoren ein Scharlatan gemacht wird, wäre zumindest auf den Seiten der FAZ wünschenswert.

Ansonsten kopiere ich mal hier rein, was ich auf bei Thomas Knüwer geschrieben habe:

"Ich finde, die ganze Geschichte hat derzeit noch zu viele Ungereimtheiten, als dass man sich dazu abschließend ein Urteil bilden könnte.

Alle die Quellen etwa die seit gestern - Stationäre Aufnahme schon seit Montag - behaupten, es handele sich um eine PR-Aktion des Salbenherrstellers können auch nicht belegen, ob die Salbe wirksam ist oder nicht. In der Beurteilung der bisherigen Studien gibt es mehr oder weniger fachkundige Kommentatorenstimmen und einen Artikel in einer Apothekenzeitung (die natürlich Verkaufsbasar der Pharmaindustrie ist, also nicht unabhängiger Experte).

Alle anderen, etwa Stefan Niggemeier oder hier Thomas Knüwer schreiben von denen ab, die behaupten die Salbe taugt nichts, genauso wie vorher Sueddeutsche oder Spiegel das übernommen haben, was genau gegenteilig behauptet wurde.

Handelt es sich um eine den Hitlertagebüchern oder gefälschten Stern-Reportagen vergleichbaren Skandal? Oder wirkt die Salbe wirklich, wurde wirklich zurückgehalten und der Autor hat sich nur mit einer guten Sache (des im Zuge seiner Reportage lancierten Verkaufs einer wirkunsvollen Salbe) gemein gemacht?

Wie steht es mit der Idee der Reportage zu zeigen, wie Produktpolitik in der Phramaindustrie gemacht wird? Stimmt die Aussage des Films, aber die Beweise sind gefälscht? Oder wurde nur mit einem Trendthema - Böse Pharmaindustrie - versucht ein Buch und eine Salbe zu verkaufen? Wäre das so, welche Motiviation sollte der Autor haben sich auf diese Weise die Reputation zu zerstören?

Und warum hat trotz der - so wie es Stationäre Aufnahme, Niggemeier und Knüwer schreiben - eindeutigen Beweise, die die Glaubwürdigkeit des Autors und seiner Quellen runterziehen - warum hat die Pharmaindustrie nicht schon vorab auf den Film entsprechend reagiert und entsprechend der zu erwartenden Entrüstung mit einer vernünftigen Krisen-PR Argumente dafür gebracht, dass die Salbe nicht wirkungsvoller ist als Cortison-Mittel, welche Motiviationen noch hinter der Reportage stecken könnten?

Das ist insgesamt wirklich eine sehr verworrene, vielschichtige Geschichte. Hat Martens sich wirklich bewusst zum Handlangern eines cleveren kleinen Pharmaunternehmens gemacht? Er hätte damit der Pharmaindustrie einen Bärendienst erwiesen. Journalistische Pharmakritiker sind erstmal untendurch."

Ich werde mir jedenfalls heute Abend erstmal den Film auf Phoenix anschauen und dann die Geschichte kritisch weiterverfolgen. Sollte Herr Martens tatsächlich, wie jetzt behauptet, da eine Märchengeschichte gemacht haben, müssen sich die Kontrollmaßnahmen in der ARD verbessern, sowas darf nicht wieder passieren.

Mama von einem Neurodermitiskind

23. Oktober 2009, 15:36

Mir ist schon klar, dass die Salbe wohl keine Heilung bewirken wird, aber selbst wenn es eine Linderung ist darf man nicht verhindern, dass so eine Salbe auf den Markt kommt! Ich komme gerade von der Apotheke und habe mir die Salbe bestellt. (also die nachgemachte laut Rezeptur) Sobald die Salbe auf den Markt kommt, werde ich sie mir bestimmt kaufen!!! Und wenn 100g 29 Euro kosten werden, dann ist das so. Ich habe eine Ansammlung von Salben und Cremen für Neurodermitiker zu Hause, die auch viel kosten. Im übrigen kann man sich die Creme ja laut Rezeptur von der Apotheke zusammenstellen lassen. Ich werde sie am Dienstag bekommen, die Apothekerin konnte mir noch keinen genauen Preis nennen, aber sie schätzt auf so etwa 10 Euro pro 100g. Trotzdem werde ich die Creme kaufen, sobald sie am Markt ist - der Fairness halber!

Wer schonmal erlebt hat, wie es einem Neurodermitiker - besonders einem Kind geht - wie es sich ständig blutig kratzt, weint, weil alles nur juckt... mit Fäustlingen schläft,... der wird verstehen, dass jeder Funken Hoffnung Gold wert ist!!!!

Stefan Niggemeier

23. Oktober 2009, 15:38

@Thomas Television: Es ist ein Missverständnis, dass ich behaupten würde, dass die Salbe nichts taugt. Ich kann das gar nicht beurteilen. Auch die Kritik an den Studien zielt nicht darauf ab, eine Wirkungslosigkeit des Mittels zu unterstellen, sondern zu zeigen, dass es bislang nur wenige und sehr unzureichende Studien gibt und die Behauptung eines spektakulären Medikamentes, das die Menschheit von einer Geißel erlöst (und mit dieser Suggestion arbeitet der Film), bislang nicht belegt ist.

Ja, die Geschichte ist komplex und verworren, und ich glaube nicht, dass Martens eine "Märchengeschichte" gemacht hat. Ich glaube aber - und das kann ich als Nicht-Mediziner, aber Medienbeobachter ein bisschen besser beurteilen - dass er die Geschichte mit bedenklichen journalistischen Mitteln noch dramatischer gemacht hat, als sie ist, und entscheidende Fragen und Antworten weglässt. Die Art, wie er von "Heilung" spricht statt von "Linderung" und den Eindruck eines Wundermittels erweckt, halte ich für sehr bedenklich - und die Beweislast liegt bei ihm, nicht bei den Kritikern.

Und dass Frank Plasberg sich zu einem Handlanger dieser zweifelhaften journalistischen Leistung gemacht hat, war eigentlich das Thema dieses Blog-Eitnrages.

Jochen Arms

23. Oktober 2009, 16:24

Wir brauchen ein Linux der Pharma Industrie, also freie Medikamente. Alles was  Heilung bringt, ist zu begrüßen, jeder der Rezepte veröffentlicht, gehört belohnt.

Warum gibt es in allen Ländern Gesetze, welche die Gewinne der Pharma Mafia begrenzen, nur in Deutschland nicht. Es ist nur zu hoffen, dass alle Neurodermitis Kranke diese Salbe selber mischen und das Feed-Back ins Internet stellen. Wenn das Zeug nix taugt, fällt es eh weg. Alle Systeme von Selbsthilfegruppen chronisch Kranker gehört staatlich massiv gefördert, die Pharma Industrie sollten in einer internationalen Aktion die Steuern massiv hochgeschraubt werden. In der heutigen Zeit des Internets und der schnellen Information gehören die klinischen Langzeitstudien außer in Ausnahmefällen massiv reduziert. Generell muss ein gesellschaftliches Umdenken gerade in der Gesundheitsbranche einsetzen. Warum etwa sind die IT Systeme der Krankenhäuser so grottig und hinkt der Fertigungsindustrie 10 Jahre nach? Wozu die alberne Aufteilung in niedergelassene und freie Ärzte, die ganzen absurden Monopolien in diesem doc hso zentralen Bereich der Gesellschaft. Viel Arbeit für Ursula!        

Thomas Television

23. Oktober 2009, 16:50

http://tvundso.com

"Es ist ein Missverständnis, dass ich behaupten würde, dass die Salbe nichts taugt. Ich kann das gar nicht beurteilen"

Auch wenn es hier um das willfährige Handlangertum von Martens-Kollege Plasberg geht, so erzeugt der Satz "So wurde zum Beispiel die Wirkung der Salbe nur mit wenigen Probanden und über einen kurzen Zeitraum überprüft." hier den gegenteiligen Eindruck. Ich zum Beispiel habe keine Ahnung, was in Studien zu Medikamenten eine übliche Anzahl von Patienten und ein üblicher Zeitraum ist und wie sowas vor sich geht. Wenn sie das wissen, sollten sie eine Bezugsgröße herrstellen.

"Und dass Frank Plasberg sich zu einem Handlanger dieser zweifelhaften journalistischen Leistung gemacht hat, war eigentlich das Thema dieses Blog-Eitnrages."

Diese Art der Kritik, nämlich der Beitrag sei eine zweifelhafte journalistische Leistung, nimmt ja zu diesem Zeitpunkt der Pharmaindustrie jede Krisen-PR ab. Da muss man sich gar nicht mehr inhaltlich mit der Reportage auseinandersetzen, es reicht die Glaubwürdigkeit des Autors zu diskreditieren. Ein Klassiker. Natürlich kann es keinesfalls so sein, dass, weil es der Pharmaindustrie in den Kram passt, auf möglicherweise nötige Kritik an Plasberg oder Martens verzichtet wird. Es ist aber ein unglücklicher Zufall.

Stefan Niggemeier

23. Oktober 2009, 16:59

@Thomas Television: Wenn der Autor in seiner Reportage und sogar ihrem Titel von "Heilung" spricht, untergräbt er seine Glaubwürdigkeit von ganz allein.

buchstaeblich

23. Oktober 2009, 18:14

http://buchstaeblich.wordpress.com

Wenn es überhaupt eine wirksame Avocadocreme gibt, dann ist es Guacamole - die wirkt nachweislich gegen Hunger. Nebenwirkung: Bei Überdosierung können Hüftreifen auftreten.

Holgi

23. Oktober 2009, 18:27

"Wer heilt, hat Recht!"

Das ist natürlich Unsinn, der nicht dadurch sinnvoller wird, dass er ständig von irgendwelchen Quacksalbern und deren Gläubigen wiederholt wird.

Die Scharlatane, die sich dieses Argumentes bedienen, wissen in der Regel nämlich gar nicht, wodurch die Heilung eingetreten ist. Sie sind also nicht in der Lage, eine verbindliche Aussage über die Eintrittswahrscheinlichkeit zukünfitiger Heilerfolge zu treffen, die grösser Zufall oder Placeboeffekt ist. Ergo können sie nicht Recht haben - aber das Geld der Einfältigen, das können sie haben.

Statist

23. Oktober 2009, 19:00

Es wird hier in den Kommentaren und anderswo betont, dass jede Hoffnung auf Heilung oder zumindest Linderung etwas wert sei. Das mag man so sehen; es handelt sich aber um folgende Abwägung: Welche Vorteile bringt es, eine Creme jetzt massenhaft zu verbreiten, von der man weder die Wirkung noch die Nebenwirkungen kennt, im Vergleich zu einer Verzögerung, die sorgfältige Prüfungen bringen würden, und angesichts der Risiken von unerwünschten Nebenwirkungen, die dadurch ja nicht in einer begrenzten Teilnehmerschaft einer Studie auftreten, sondern in einer breiten Masse von Anwendern, die ohne jede systematische Kontrolle die Creme ausprobieren (denn bei anderen Medikamenten werden Berichte über Nebenwirkungen mehr oder weniger systematisch gesammelt)? Dieselbe Abwägung ist ja bei jedem neuen Medikament vorzunehmen: Man möchte es natürlich möglichst schnell verbreiten, muss aber einigermaßen sichergehen, dass es wirkt (sonst handelte es sich bei der massenhaften Anwendung ja um Verschwendung, insbesondere da die Suche nach wirklich wirksamen Alternativen dadurch wohl weniger vorangetrieben würde und eventuell wirksamere Medikamente seltener verwendet werden) und dass es keine Schäden verursacht. Zu den bisher veröffentlichten Studien ist aber folgendes zu sagen: Die Zahl der Teilnehmer ist sehr beschränkt (bei der Bochumer Studie: 13) - zum Vergleich: es sind schon Medikamente vom Markt genommen worden, bei denen sich nach mehreren Millionen Anwendungen, teilweise nach Jahrzehnten, Nebenwirkungen gezeigt haben; gute Studien schließen regelmäßig mehrere tausend Personen ein (jeder mag das einmal selbst überlegen: Wie viele Personen würde man z.B. befragen, wenn man eine zuverlässige Wahlprognose haben will? In der Praxis sind das meist ca. 1000, und da geht es nicht um die Gesundheit). Ferner zeigten sich Wirkungen (geringfügig stärkere als ein etabliertes Medikament) in den Studien nur innerhalb recht kurzer Zeiträume und wurden nur für diese überhaupt untersucht - viele Patienten leiden aber seit Jahren oder Jahrzehnten unter den hier relevanten Krankheiten und niemand weiß, wie sich die längere Verwendung auswirken kann, zumal bei kleinen Kindern. Die Wirkung wurde überdies bei der Bochumer Studie mehrfach mit einigem Zeitabstand getestet und war nur für einige Zeitpunkte nachzuweisen, und insbesondere zum Ende des Untersuchungszeitraums näherten sich die Effekte an, so dass die Präparate sich nicht mehr unterschieden. Außerdem wurde ein (für medizinische Studien) schwaches Kriterium zugrunde gelegt: Ein Unterschied zwischen der "neuen" Creme und einem Vergleichsprädikat wurde als belastbar angesehen, wenn der Unterschied mit einer Wahrscheinlichkeit von 5% auch hätte durch Zufall zustandekommen können (d.h. wenn man eine größere Zahl solcher Studien durchführen würde, würde sehr schnell bei einem Teil davon eine Wirkung herauskommen, obwohl in Wirklichkeit keine vorliegt, sondern ein Unterschied rein zufällig aufgetreten ist). Schließlich zeigte sich die Wirkung nicht durchweg, sondern abhängig davon, wie man sie misst, ob technisch, als Einschätzung des Arztes oder als Selbsteinschätzung des Patienten. Nebenbei: Aus der Bochumer Studie geht hervor, dass die beiden Cremes für die Teilnehmer aufgrund der Farbe zu unterscheiden waren. Das sollte man auf jeden Fall vermeiden, denn jeder wahrnehmbare Unterschied zwischen verglichenen Präparaten kann die Ergebnisse verfälschen.

Michael

23. Oktober 2009, 19:27

Mein Film geht so:

Zwei Freunde erfinden eine Creme, die bei Hautkrankheiten toll hilft. Rezeptur einfach, Nebenwirkungen (wie zum Beispiel bei Cortison) keine. Könnte als Kosmetika sofort in den Markt gebracht werden, aber nicht mit 'heilender' Wirkung beworben werden. Natürlich würde sich der Effekt der Creme rumsprechen. Erst bei Betroffenen in der Mund-zu-Mund-Propaganda, dann in der YellowPress etc. Ist mühsam und dauert.

Aber irgendwie hat der Patentwert von über 900 Mio. Dollar offensichtlich schlimmes im Kopf der Erfinder angerichtet. Motto: Wenn schon, dann drehen wir das ganz grosse Rad.

Also wählen sie lieber den Arznei-Weg. Mit kleinen Pharmafirmen reden sie gar nicht erst sondern klappern die Pharmariesen ab und holen sich eine Abfuhr.

Irgendwie kriegen sie eine Finanzierung von Studien und die Zulassung als einfaches Medizinprodukt durch das zuständige Bundesamt auch ohne Pharmafirma (zwecks Finanzierung) im Rücken hin. Sind dann aber dadurch bei der Hausbank hochverschuldet. Die übernimmt dann irgendwie den Laden und schmeisst die Erfinder raus. Das Patent kauft im Zuge der Insolvenz jemand auf.

20 Jahre sind um und ein Filmemacher kreuzt auf. Und bastelt sich wie Pipi Langstrumpf irgendeine Phantasiegeschichte zusammen, die die Fakten allenfalls ab und zu mal streift.

Was bleibt ist etwas ganz anderes als der Film wahrheitswidrig vortäuscht. Die Creme kam 20 Jahre nicht auf den Markt, weil die Erfinder nicht eine, nicht zehn, nicht 100 Millionen Euro verdienen wollten sondern im Rausch von Milliarden geträumt haben.

PS: Bin betroffener Patient, kein Pharma-Lobbyist oder ähnliches

Prof. Dr. G. Bruhn

23. Oktober 2009, 19:54

http://www.mathematik.tu-darmstadt.de/~bruhn/

Einen fachlich fundierten Bericht zu diesem skandalösen Vorgang finden Sie unter

esowatch.com/index.php

Gregor Keuschnig

23. Oktober 2009, 21:15

http://begleitschreiben.twoday.net

Die kritischen Kommentatoren monieren die Faktenlage des ARD-Beitrages, stören sich am Begriff "Heilung" (es gibt tatsächlich kein Medikament, dass kausal "Heilung" verspricht, demzufolge kann der Begriff "Heilung" in diesem Zusammenhang nicht als Befreiung von der Krankheit interpretiert werden, es sei denn, man unterstellt Konsumenten ein reichlich naives Denken), stellen die Wirkungsweise des Präparats in Zweifel (obwohl es dafür auch keinerlei Fakten bzw. Studien gibt) und mokieren sich schließlich sogar über die scheinbare Simplizität dieser Creme (als wäre dies ein Indiz für deren Wirkungslosigkeit).

Auf die Aussage von Martens, mehrere Pharmafirmen hätten das Präparat nicht aufgenommen, weil es – erklärtermaßen – nicht in ihr "Portfolio" passte, gehen die Kritiker nicht ein. Hier hätte ich tatsächlich mehr Recherche erwartet: Ist das Präparat aufgrund der mangelnden Fakten- bzw. Studienlage abgelehnt worden oder aufgrund der behaupteten Marktsituation?

Auch wird nirgendwo aufgeklärt, warum dieses Präparat trotz angeblichen Patentschutzes kommerziell (in Apotheken) nachgemacht werden darf und das Rezept jetzt sogar veröffentlicht wird.

Ich wäre weiterhin interessiert zu erfahren, mit wie vielen Studien (inklusive Probanten) die neuen Impfungspräparate zur sogenannten "Schweinegrippe" geprüft wurden. Und was die Pharmaindustrie daran verdient. Bestimmt mehr als Herr Martens mit seinem reisserisch aufgemachten und schlecht recherchierten Buch. DIESE mediale Gehirnwäsche in allen Details einmal nachzurecherchieren – das wäre sicherlich lohnend statt dieses vergleichsweise einfache Plasberg-Bashing.  

frag mich nicht

23. Oktober 2009, 22:36

@Holger Lüttich:

"Wer heilt hat recht".........ja genau das ist das Problem!

Woher weiß man, dass die von Herr Martens empfohlene Salbe heilt (und er dann vielleicht recht hat)?

Ist es vielleicht nur ein Placebo Effekt?

Hilft die Salbe allen Neurodermitikern?

Wieviele sind "vielen Menschen (hilft)"?

Hat die Salbe wirklich keine Neben- oder Langzeitwirkungen?

Das sind alles Fragen die Herr Mertens schuldig geblieben ist, weil er eben keine Studien hat. Wer starke Behauptungen aufstellt, muss auch starke Argumente liefern. Wie soll sonst der Scharlatan (oder Irrende) vom Ehrlichen unterschieden werden? Und wie sonst soll man sicher sein können, dass man zumindest ungefähr versteht, was passiert?

Torsten

23. Oktober 2009, 22:48

"es gibt tatsächlich kein Medikament, dass kausal "Heilung" verspricht, demzufolge kann der Begriff "Heilung" in diesem Zusammenhang nicht als Befreiung von der Krankheit interpretiert werden"

Dann sollen Martens und Plasberg auch einen anderen Begriff verwenden und nicht so manipulativ von "Heilung" sprechen, denn das impliziert nunmal, dass das Mittel genau das bewirkt, was man sich gemeinhin unter Heilung vorstellt.

"Auf die Aussage von Martens, mehrere Pharmafirmen hätten das Präparat nicht aufgenommen, weil es – erklärtermaßen – nicht in ihr "Portfolio" passte, gehen die Kritiker nicht ein"

Das mit dem Portofolio war nur eine unbelegte Unterstellung von Herrn Martens. Der Vertreter der Pharma-Unternehmen hat glaubwürdig gesagt, dass sie das Mittel nicht ins Programm aufnehmen konnten, weil dafür aufgrund des Mangels an Studien keine Zulassung vorliegt.

"das wäre sicherlich lohnend statt dieses vergleichsweise einfache Plasberg-Bashing."

Was hat es mit plattem Bashing zu tun, wenn zurecht kritisiert wird, dass Herr Plasberg und Hart aber Fair sich für so eine Kampagne einspannen lassen?

Und dann ausgerechnet Herr Plasberg, der immer so bemüht ist, das Ideal des investigativen, nachhakenden Journalisten zu verkörpern und dann mit solchen Aktionen seine Glaubwürdigkeit ruiniert. Sowas kann man gar nicht genug kritisieren.

Ringelblume

23. Oktober 2009, 22:51

Prof. Bruhn verlinkt einen Eintrag auf Wikipedia.

Auch dem uneigenommenstem Leser muss nach zwei Saetzen klar sein, wer da die Feder gefuehrt hat, der lange lobbyistenarm der forschenden Pharmaunternehmen. Ihr Lieblingswort ist 'pseudokrisch': eine pseudokritische Reportage, ein pseudokritischer Beitrag etc. Umstritten waere ein neutraleres Wort.  Dass der Eintrag auf Wikipedia  nicht spontan entstanden sein kann, sondern auf seit langem gesammelten Material basiert, zeigen meiner Meinung nach zB auch die Abbildungen des alten Internetauftritts der Regeneratio AG.

Gerne wuerde ich auch wissen, ob die Selbsthilfegruppen, die sich hier in einigen Beitraegen zu Wort gemeldet haben, mit solchen Diabetes Selbsthilfegruppen vergleichbar sind, die vor nicht allzulanger Zeit nachweislich von den Herstellern bestimmter Insulinpraeparate 'gekauft' worden waren, um Druck auf Krankenkassen und Zulassungsgremien auszuueben.

Und bevor ich es vergesse: Einen sehr detaillierten und erhellenden Eindruck ueber die Lobbyarbeit der forschenen Pharmafirmen gab vor ca. einem Jahr eine Reportage im ZDF/Frontal 21. Der Beitrag wurde vor ca. 1 Woche mit dem Hans Joachim Friedrichs Preis ausgezeichnet (ist der Name richtig geschrieben?).  

Dr. Jeckeln

23. Oktober 2009, 23:38

Der im TV-Film und bei Plasberg besonders angegriffene Pharmakonzern Merck hatte 2002, also zum Zeitpunkt als ihm das Patent für die Creme angeboten wurde, überhaupt keine dermatologischen Präparate im Portfolio. Der Vorwurf, Umsätze eines eigenen Medikamentes nicht gefährden zu wollen, läuft daher völlig ins Leere: Das angesprochene Präparat Raptiva gelangte erst 2006, also vier Jahre später durch die Übernahme von Serono in den Einflussbereich des Unternehmens. Ich denke, dies sagt alles über die journalistische Qualität von Martens und Plasberg. Skandalös!

Dr. Hansjürgens

24. Oktober 2009, 00:12

"Herzlichen Glückwunsch, das ist ein genialer Marketingcoup. Mithilfe eines Filmes ein Buch zu protegieren, das demnächst herauskommen soll, und dann passend auch noch die entsprechende Salbe. Da können sich selbst unsere Marketingabteilungen noch eine Scheibe abschneiden."

Warum reagiert die Pharmaindustrie so heftig? Ganz einfach, weil sie getroffen wurde.

Die jetzt folgende Diskussion ist doch mehr als schienheilig. Da wird ein Buchautor angegriffen, der vielleicht dadurch einige tausend Bücher verkaufen kann mit einer Geschichte, die in der Zwischenzeit bereits 20 Jahre alt ist. Auf der anderen Seite wird er verglichen mit den Marketingabteilungen der Pharmaindustrie und zwar mit denen der größten Firmen in der Welt. Diese Firmen machen gerade mit der so genannten Schweinegrippe über "Angstwerbung" - übrigens ganz kostenlos, da sie u. a. von den Regierungen und den Medien willig durchgeführt wird - ein Milliardengeschäft. Auch die FAZ ist offenbar auf die Lobby der Pharmaindustrie reingefallen, wenn sie diese Argumentation unterstützt.

Warum sagt die Pharmaindustrie nicht einfach. "Wir werden den Beweis antreten und Studien durchführen, natürlich groß angelegt und doppelblind und mit Plazebo. Das ist doch das beste Argument gegen die "Scharlatane" Oder? Wenn die Wirkung sich bestätigt hat man den Patiernten in der Welt auch noch geholfen: Die Pharmaindustrie wirbt doch an jeder Ecke mit diesem Vorgehen: Forschung ist die beste Medizin!

Das wird aber nicht gemacht obwohl es nur eine Kleinigkeit für diese Firmengiganten wäre. Haben sie Angst vor dem Ergebnis? Oder gibt es einen anderen Grund fürt diese "Verweigerung"?

Habe soeben im Fernsehen den Beitrag bei "Phoenix" gesehen. Der ist sehr überzeugend in seinen sachlichen Argumenten für die B12-Salbe. Die Pharmainustrie hat dem wohl nichts entgegen zu setzen. Sonst hätte sie es schon längst gemacht. Wo sind denn ihre Doppelblind- Plazebo-Studien ihrer Präparate mit Kortison im Vergleich mit der B12-Salbe? Die werden nicht veröffentlicht. Aber andere Scharlatane nennen. Diese Vorgehensweise der der Pharmaindustrie oder wie in diesem Falle von Prof. Stadler, der angeblich nicht von der Pharmaindustrie gesponsert wird, ist schon lange bekannt und ebenso arrogant und überheblich wie unerheblich. Haben Sie keine fachlichen Argumente oder sollte man sich hier enrsthaft überlegen wer der Scharlatan ist?

Streng nach dem Motto "ad hominem und nicht ad rem".

Traurig ist nur, dass die FAZ sich hier einspannen läßt. Ich habe seit vielen Jahren Ihre Zeitung abonniert und war immer sehr angetan - gerade von den sachlich gehaltenen Beiträgen - aber das wird sich sicherlich jetzt ändern.

Bernd S.

24. Oktober 2009, 05:20

@Ringelblume

ich verfolge dieses Trauerspiel schon seit dem 21.10. und habe den von Prof. Blum verlinkten Beitrag stetig wachsen sehen.

Die alte Seite der Regeneratio AG hab ich am 21.10. auch schon im Web gefunden.

web.archive.org/.../bestell.html

Hier ist auf jeden Fall ein krummes Ding gelaufen, der WDR scheint mir da auch etwas zu vertuschen wollen da die Kommentare zu diesem Thema auf deren Seite verschwunden sind???

Nachdenklich

24. Oktober 2009, 08:28

Ganz viele Kommentatoren sollten hier doch noch mal gründlich nachdenken bevor sie vorschnell ihre Meinung in Stein meißeln.

Rigividerm wird niemandem aufgezwungen werden, und jeder der die B12 Creme für Scharlatanerie hält, sollte erst einmal abwarten was nach größeren Versuchsstudien bzw. Verbrauchertest an Ergebnissen heraus kommen wird. Jeder der in der Forschung arbeitet, weiß wie teuer und aufwendig doppelblinde, randomisierte Kontrollstudien mit aussagekräftiger Teilnehmerstärke sind. Das ist aus der privaten Tasche Einzelner nicht zu finanzieren. Von daher ist es durchaus nachvollziehbar dass die Datenlage zu dieser Creme bisher eher ungenügend ist. Allerdings ist es auch eher typisch erst einmal mit kleineren Testungsstudien zu beginnen, und diese bei einem vermeintlichen Erfolg des Medikaments auf größere Testungspopulationen auszudehnen.

Aber worum es hier eigentlich geht ist etwas ganz anderes, was man wohl erst versteht wenn man selbst an einer inkurablen chronischer Erkrankung leidet. Ein nebenwirkungsfreies, symptomlinderndes Medikament gibt Menschen, die durch ihre Krankheit verzweifelt sind, eine neue Hoffnung auf Linderung und dadurch auch die Aussicht auf einer Steigerung ihrer Lebensqualität. Das es bei dieser B12 Creme nicht um Heilung gehen kann, ist den Betroffenen (für die diese Creme ausschließlich hergestellt wird) nach einer Odyssee von Therapieversuchen mehrheitlich klar. Wer die Bedeutung von Linderung nicht schätzen kann, der sollte sich mit Kommentaren dringend zurückhalten weil diese Kommentare für Betroffene wie reiner Hohn klingen.

Ich finde es grausam wie hier Hunderte von NICHT-Betroffenen versuchen ihre Meinung kund zu tun. Wer an skandalösen Machenschaften der Pharmaindustrie zweifelt, der hat einfach in den letzten Jahren in der Medienberichterstattung ungenügend aufgepasst, oder noch nie mit einem befreundeten Arzt über die Werbeprämien und Machenschaften der Pharmaindustrie gesprochen.

Erst einmal sollten wir abwarten, bis die B12 Creme an einer ausreichenden Probandenzahl getestet ist (nach den wissenschaftlichen Kriterien einer doppelblinden, randomisierten Kontrollstudie) bevor wir hier voreilig Schlüsse ziehen.

Michael

24. Oktober 2009, 08:49

1. Ich werde Herrn Plasberg auffordern,  zum Thema der nächsten Sendung den Skandal um Film- und Buchautor Martens zu machen.

2. Ich werde die Machern sämtlicher Talkshows, in denen das Buch in die Kamera gehalten werden kann, die zahlreichen Kritiken aus dem Internet zukommen lassen. Es ist zu befürchten, daß Herr Martens diese zur Buchpromotion nutzt, sich aber nicht den Kritiken an seinem Machwerk stellt.

3. Ich werde sämtliche Gremien und Verantwortlichen der ARD und des WDR ausführlich die von mir hier am 23.10. um 19.27 Uhr geschilderte Sicht darlegen.

4. Ich habe Phoenix gestern abend eine Mail geschrieben und sie gefragt, warum sie nach der Ausstrahlung des Films keine anschließende Diskussion ins Programm genommen haben. Gleiches habe ich dem WDR geschickt, der den Film ja im November erneut zeigen will.

Ich bitte alle diese Forderungen ebenfalls gegenüber ARD und WDR schriftlich zu erheben.

Hinweis: Es geht hier nicht darum, zur Salbe Stellung zu nehmen sondern zu dem Trick des Filmemachers Martens, der die Zuschauer hinters Licht geführt hat.

Ben

24. Oktober 2009, 08:53

@Ringelblume:

Bevor Du eine neue Wikipedia-Missbrauchs-Diskussion anfachst, schau lieber zweimal hin. Esowatch hat mit Wikipedia nichts zu tun, außer dass Sie die gleiche Wiki-Software (Mediawiki) benutzen.

Matti

24. Oktober 2009, 10:20

Ich kenne mich etwas mit Arzneimittelzulassung aus. Ich verstehe nicht genau, warum diese Creme als Medizinprodukt zugelassen ist, denn m.E. würde ein Claim hinsichtlich Wirkung oder Linderung immer eine Zulassung als Arzneimittel mit sich ziehen. Ansonsten darf ich einfach nicht behaupten, dass solche schwerwiegenden Erkrankungen wie PSO oder ND "gelindert" werden. Eine Harnstoffsalbe oder Ringelblumen Creme würden es dann möglicherweise auch oder sogar besser tun und ob sie so teuer sind ist noch die Frage.

Eine Zulassung also um diesen Anspruch auf Wirksamkeit und Unbedenklichkeit zu belegen. Klinische Studien, um herauszufinden, welche Dosierung überhaupt die richtige ist, um Wirkung und Nebenwirkung aufzuwägen. Wirkung sollte normalerweise gg eine andere wirksame Substanz, nicht gg Placebo getestet werden. Falls also eine Wirkung mit weniger NW als Kortison dabei herauskäme wäre dies der Ausgang, der hier einfach so impliziert wurde. 13 Patienten reichen einfach nicht. Mögliche NW oder einen falsch negatives oder positives Ergebnis sind aus statistischen Gründen vorprogrammiert. Im weiteren muss auf einen objektiven Ausgangspunkt hin geprüft werden, der nicht subjektiv verfälscht werden kann.  Eine Bewertung ob diese Kriterien angewandt wurden, wäre Aufgabe der Behörden.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte hier nicht die Pharmaindustrie in Schutz nehmen (wobei man mir Lobbyismus vorwerfen könnte, denn durch den Weg den ich nun mal eingeschlagen habe, ist diese tatsächlich mein Wirkungskreis). Mich würde auch interessieren, ob tatsächlich den Patienten etwas vorenthalten wurde. Als Apotheker ist mir aber auch wohlbekannt, dass diese Creme als Rezeptur ohne weiteres schon seit langer Zeit hätte verschrieben oder angerührt hätte werden können, Patent hin oder her (dies bezieht sich soweit ich weit v.a. auf industrielle Herstellung). Es sieht also schon ein wenig danach aus, als hätten die "Erfinder" möglicherweise auch den Patienten etwas vorenthalten.

ICh habe die Plasberg Sendung gesehen und war auch geschockt ob der scheinbar reißerischen Aufmachung. Es bleiben viele Fragen offen und die Antworten der Pharmaindustrie, warum sie möglicherweise angeboten haben, ein Patent zu kaufen und dann verschwinden zu lassen würden mich auch interessieren. Unter ethischen Gesichtspunkten wäre dies untragbar, aber irgendwie auch unglaublich....

Matti

24. Oktober 2009, 10:32

@Dr. Hansjürgens

sorry es ist aber nicht die Aufgabe der Pharmaindustrie die studien durchzuführen, sondern die von Mavena, denn diese behaupten die außergewöhnliche Wirkung und verdienen nicht schlecht daran. Dass Firmen kein Interesse an einem Patent haben, welches eigentlich gar keines ist, weil von Gott und der Welt jederzeit nachzumachen, ist doch eigentlich auch nicht so weit hergeholt.

Weiterhin hätten die Erfinder die Creme wirklich ohne weiteres selbst vertreiben können, halt ohne großen Wunderwirkungsclaim. Es hätte sich bei Neurodermitikern schon herumgesprochen, dass dies möglicherweise eine geniale Alternative ist. Oder wie schon gesagt in der Apotheke anrühren lassen. M.E. ist das Pharmabashing nicht gerechtfertigt. Falls jemand nicht übereinstimmt, dann bitte Argumente anführen, nicht einfach meinen Beitrag nur als "Lobbyist" runtermachen. Dies ist meine persönliche Meinung und ich werde dafür nicht bezahlt.

J. S.

24. Oktober 2009, 12:53

@Nachdenklich

Keiner wird gezwungen Regividerm zu nehmen. Ja richtig.

Aber diese Salbe wird als Wundermittel verkauft. Und wenn du Neurodermitis hast, dann wirst du aufgrund der positiven Aspekte der Salbe unweigerlich zur Salbe greifen, denn sie hat keine Nebenwirkungen und sie kann die Krankheit drastisch lindern.

Tja, im Endeffekt wird ein Erkrankter doch gezwungen diese Salbe zu kaufen.

Als Nicht-Betroffener kann man natürlich ganz anders darüber reden, aber als Erkrankter sieht man die Dinge nicht so.

Dirk Weber

24. Oktober 2009, 13:47

Ahnlich wie einem der anderen Kommentatoren hier ist es auch mir beim FOCUS ergangen, der meinen kritischen Kommentar zur dort abgedruckten erschütternd inkompetenten Anpreisung dieser ominösen Salbe zurückgewiesen hat.

Ebenso verfuhr man bei der ARD im Blog zur Sendung.

Allerdings erstaunt es doch nur wenig, dass in einem Sender, der jahrelang solchen Gestalten wie dem Pseudo-Professor und Möchtegern-Mediziner Hademar Bankhofer oder dem Okkultpriester Jürgen Fliege ein Forum zur Zuschauerverdummung, eitlen Selbstdarstellung und nicht zuletzt Promotion der von ihnen vertriebenen Quacksalberprodukte geboten hat, auf derart dummdreiste Weise Schleichwerbung betrieben werden kann.

Merke:

Anstatt bei ARD und ZDF in der ersten sollte man lieber bei Kaffefahrten in der letzten Reihe sitzen.

Mit etwas Sturheit und Sitzfleisch kann man dort zumindest kostenlos etwas Warmes in den Magen bekommen und läuft deutlich weniger Gefahr als bei unseren öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten, übers Ohr gehauen zu werden.    

K.P.

24. Oktober 2009, 14:07

http://bildungstadtschloss.wordpress.com

Ich finde es bedenklich was hier gerade paßiert. Da macht sich ein Medienkritiker auf, hier einen Skandal der ARD aufzudecken. Der eigentliche Skandal ist der, dass auf einmal kollektiv die Pharmaindustrie in Schutz genommen wird, wo es nicht angebracht ist. Es ist schlichtweg nachweisebar, dass es positivie Wirkungen gab. Das ein Autor dies etwas übertreibt, gut kann man kritisieren, auch zurecht. Aber die Pharmaindustrie in Schutz zu nehmen lohnt nicht. Es ist ja witzig, dass die Pharmavertreter in der Doku die Salbe toll fanden, aber keiner sie wollte. Hinter diesen Askpekt schaut keiner mehr. Wer die beiden Personen sind, die sich da so aufgeregt haben über das Mittelchen - also die beiden in der Sendung - sollte jeder mal nachschauen, dann erklärt sich nämlich auch die Ablehnung. Es gibt unendlich viele Beispiele wo es angebracht ist die Pharmaindustrie zu kritisieren, so auch hier! Im Übrigen wird auf einen weiteren Skandal nicht hingewiesen, nämlich das bei einer weitren Neurodermitissalbe auf dem deutschen Beipackzettel nur steht, man möge nicht so viel in die Sonne gehen, währen in den USA und auf den Apothekerinformationen sthet, dass teilweise Hauptkrebserkrankungen aufgetreten sind. Dies sagt einem kein Arzt hier! Auch dies ist ein Skandal. Aber Herr Niggemeier ergeht sich in einer Schelte, die er weder fachlich beurteilen kann, noch scheinbar nachgeprüft hat. Die Studien waren alle auch mit kurzer Recherche ohne das WDR einsehbar - mehr muss man nicht sagen. Dafür das dieser Artikel hier von einem der führenden Blogger und Medienkritiker in Deutschland kommt bin ich sehr enttäuscht ob der tendenziösen Wortwahl. Schade Herr Niggemeier!

Andrea

24. Oktober 2009, 14:27

Wir als Eltern eines Neurodermitiskranken Kleinkindes(16 Monate) wissen sehr wohl, dass es keine Heilung gibt. Die auch in dem Film nicht versprochen wurde.

Ist es denn so viel besser den kleinen Kindern eine Creme mit dem Namen Elidel (Arzneimittel) ins Gesicht zu schmieren die bei Tierversuchen ganz klar Krebserzeugend gewesen ist ?? Im übrigen finde ich es sehr schade, dass so auf einem wirklich renommierten ( er hat bereits mehrere Preise für seine Filme erhalten) Journalisten so "rumgehakt" wird.

Michael

24. Oktober 2009, 15:45

Plasberg und Martens geben Fehler zu:

www.spiegel.de/.../0,1518,657171,00.html

Lothar

25. Oktober 2009, 09:13

http://lothar.riedle@yahoo.de

Es ist schon erstaunlich, wer so alles aus dem Loch herauskriecht, wenn es um Pharmaprofite und deren Erhaltung geht.

Wer von denen hat Pso oder Neuroderm? Haben die schon alles über sich ergehen lassen, was diese Menschen schon erdulden mussten. Wie viele unhaltbare Heilsversprechen haben wir schon über uns ergehen lassen?

Ich habe jedenfalls festgestellt, dass einfaches Babyöl oder auch das Aloe Vera Öl von Nivea (gibt es nicht mehr) gute Linderung verschaffen. Eine Heilung im klassischen Sinne ist ohnehin nicht möglich, ohne den Gen zu reparieren. Das werden wir zu unseren Lebzeiten nicht mehr erleben.

Mein Dank gilt Herrn Plasberg, dass er das Thema angepackt hat und die Öffentlichkeit wenigstens sensibilisiert hat. Dies ist eine schreckliche Krankheit, vor allem für Kinder!!!

Bei der Beobachtung der Diskussionen im Netz stellt sich mir daher die Frage:

Hilfst Du bei der Lösung des Problems oder bist DU Teil des Problems??

Und vor allem: In wessen Taschen hast Du denn Deine Hände, wenn DU den Mund aufmachst?

Ich werde es jedenfalls ausprobieren, bei der Rezeptur habe ich jedenfalls weniger Sorgen, als bei so manchem anderen "Medikament" .

Bravo Plasberg .. job done!

Ralf1969

25. Oktober 2009, 09:37

Ach, ich fasse mal einige Dinge zusammen. Die 'harmlose und ungeheuer wirksame Creme' besteht weitgehend aus Vitamin B12. Bei Vitamin B12 handelt es sich um eine Cobaltverbindung die unter Lichteinfluß zerfällt, beim Zerfall wird natürlich das Cobaltion frei (irgendwo muß es ja hin). Ein nicht zu geringer Prozentsatz der Bevölkerung (weiß der Geier warum, häufig junge Frauen, vermutlich liegt's am Modeschmuck) leidet unter einer Allergie gegen Nickel und Kobalt. Jetzt wissen wir schon mal was über die 'Nebenwirkungsfreiheit'. Ich gehe davon aus, daß weder der WDR noch der Buchautor sich die Mühe gab auf diesen doch nicht sehr unwesentlichen Sachverhalt einzugehen, von rechts wegen müßte zumindest auf dem Klappentext des Buches ein entsprchender Warnhinweis aufgedruckt sein.

Die 'Pharmaindustrie' verhinderte im übrigen die Creme nicht (wie in der Reportage wohl behauptet wird). Die 'Pharmaindustrie' zeigte gar Interesse das Patent zu kaufen, niemand hingegen wollte eine Garantie übernehmen das ganze zu produzieren und zu vermarkten. Ein Pharmaunternehmen was diese Garantie abgegeben hätte wäre auch schön blöd gewesen, ich schätze daß ein Unternehmen daß dieses 'Patent' gekauft hätte anschließend in wirklich umfangreichen Untersuchungen die Wirksamkeit und die Risiken untersucht hätte um anschließend zu beurteilen ob man es auf seine Kappe nimmt das Zeug auf den Markt zu bringen (man hätte zwar in dem Fall daß das Zeug nicht soviel taugt die Patentgebür und Kosten für die Studie in den Sand gesetzt aber wundersamerweise zumindest keine Schadenersatzforderungen am Arsch).

Ich würde mich sehr freuen wenn der WDR oder gar Mertens auf solche doch recht simplen Sachverhalte eingingen, ich befürchte nur, daß sie dies nicht tun werden, deren fähigkeit zur selbstkritik ist nämlich weit weniger ausgeprägt als die der bösen Pharmaindustrie.

Michael

25. Oktober 2009, 11:51

Eine weitere unwahre Aussage im Skandalfilm ist enttarnt. Ab etwas Minute 25 des Films wird behauptet, daß im Beipackzettel des Medikaments Elidel kein Hinweis auf ein Krebsrisiko stünde. Das stünde nur in der Apothekerinformation, die dem Kunden nicht einsichtig sei. Die Aussage ist unwahr. Richtig ist, daß im Beipackzettel mit Stand des Jahres 2007 das Risiko deutlich sichtbar erwähnt wird: "Selten wurde während der Anwendung von Elidel bei Patienten über Fälle von bösartigen Tumoren wie Lymphomen und Hautkrebs berichtet. Allerdings konnte anhand der bisher verfügbaren Daten ein Zusammenhang mit der Anwendung von Elidel weder bestätigt noch widerlegt werden. Stand: 2007".

ecnus

25. Oktober 2009, 12:01

www.spiegel.de/.../0,1518,597705,00.html

Letzter Abschnitt.

(...) Über Holger Lüttich, der hier immer schreibt....

UNEM-Titelträger allerorten

UNEM-Titel führen außerdem der Vorsitzende des "Zentralrats Deutschland" "Prof. h.c. (unemcr)" Heino Janssen sowie "Prof. h. c. (unem) Holger Lüttich M.D. (A.M.) Ph.D. (A.M.)", nach eigenen Angaben "Hypnotherapeut" und "Ayurveda Counselor". Er sagt, die Behörden Costa Ricas hätten ihm "auf Anfrage offiziell bestätigt, dass die UNEM staatlich anerkannt und voll legitimiert" sei; Geldzahlungen an die UNEM habe er nicht geleistet.

Michael

25. Oktober 2009, 12:29

Sollte der Buchverkauf nicht rechtzeitig gestoppt werden, fordere ich Herrn Martens auf, daß Honorar aus dem Buchverkauf ohne Abzug zu spenden!

--

Ich bitte alle Kritiker des Skandalfilms und seines geplanten Buchverkaufs, diese Forderung schriftlich gegenüber Herrn Martens sowie dem Verleger zu erheben.

--

Ich fordere den WDR und die anderen TV-Anstalten auf, eine weitere Zusammenarbeit mit Herrn Martens kritisch zu prüfen.

--

Schreiben Sie Briefe, die wirken imm er noch mehr als eMails.

Marc

26. Oktober 2009, 00:17

http://verwickeltes.wordpress.com

@Lothar: Das Problem ist für mich nicht die Profiterhaltung der Pharmaindustrie, sondern die Art und Weise der WDR-Berichterstattung.

Es geht nicht darum, dass Regividerm nicht wirke, sondern es geht um die Art und Weise der Markteinführung und wie die ARD für ein Produkt (wie es viele andere gibt) Werbung gemacht hat. Ein Produkt das der WDR als eines mit "glänzend absolvierten klinischen Studien" beschreibt. Das angeblich Neurodermitis und Psoriasis heilt - jedenfalls impliziert das der Titel der Dokumentation "Heilung unerwünscht ...". Und bei Plasberg, der einen Werbstunt für seinen WDR-Kollegen zuließ, klang das auch anders, nur wurde da noch in der Sendung zurückgezuckt, als die eigentlich zerstrittene Diskussionsrunde sich bei der Salbe ziemlich einig war.

Nach und nach wird nun zurückgerudert, es kommt raus, dass es drei Studien mit knapp unter 100 Patienten gab, dass das methodische Design eben nicht für die Studien (und den Anspruch, den der WDR/Autor erhebt!) spricht. Einer der Studienautoren räumt ein: "Bei mittelschweren Formen von Neurodermitis kann die Salbe Linderung bringen." [...] "Um ein Wundermittel", sagt Stücker bei Spiegel online, "handelt es sich allerdings nicht."

Und es kommt raus, dass sich im Laufe der Dreharbeiten doch eine Vertriebsmöglichkeit ergab. Welcher Hersteller würde da nicht zuschlagen, wenn ihm angekündigt wird, dass zu dem Produkt in der ARD eine Doku laufen wird? Wer würde wohl alles in die Babyöl-Produktion einsteigen oder auch das Aloe Vera Öl von Nivea wieder auflegen, wenn darüber 45 Minuten in der ARD berichtet wird? Und was alles an Schlangenöl würde produziert, wenn darüber so berichtet würde.

Problem ist doch, dass gerade weil der Leidendruck der Patienten so hoch ist, Geschäftemacher eine Chance sehen auch ein möglicherweise nur durchschnittlich wirkendes Produkt millionenfach an den Mann und die Frau zu bringen.

Und dann garniert die ARD-Doku die Geschichte noch mit einer Verschwörung, dass "die Pharmaindustrie" kein Interesse an solchen Medikamenten habe. Es gibt ein paar mehr Hersteller als die "Großen" wie Merck, Sanofi-Aventis, Beiersdorff &Co. Und da ist keiner bereit ein so simples Rezept mal eben nachzukochen und anzubieten?

Dass "Big Pharma" Geld machen will ist klar, es sollte aber auch klar sein, dass "Little Pharma" sich nicht dagegen wehren würde auch Geld zu machen und "Big Pharma" zu werden.

Ich hätte ja schon eine Idee,warum das keiner anbieten wollte - wenn schon einer der Studienautoren nur von Linderung bei mittelschweren Neurodermitis-Formen spricht, warum sollte man dann ein eigenes eingeführtes Produkt, dass ebenfalls Linderung bei mittelschweren Neurodermitis-Formen verschafft aufgeben? Oder in einen Markt einsteigen, bei dem es von Mittelchen nur so wimmelt? Eben, nur dann , wenn man eine Chance hat sein Ding ganz groß rauszubringen. Und da hat die ARD fleißig mitgeholfen.

Ich frage mich auch, warum der WDR nicht besser recherchiert hat, denn mit der Veröffentlichung hatte die Story ja Zeit, es gab kein weltweites Ereignis, von dem jeder wusste, es gab keinen Termin, kein Konkurrenzsender, der schneller mit der Geschichte hätte sein können.

Und generell: Bevor man von Verschwörung spricht, sollte man erstmal davon ausgehen, dass die vermeintlichen Verschwörer in 99,9% der Fälle dumm, ignorant und inkompetent sind. Eventuell ja auch "Big Pharma" - zu dumm das Potenzial des Wundermittels zu erkennen. :-D

Johannes Rieforth

26. Oktober 2009, 11:03

Fakten-Fakten-Fakten:

Regividerm -wenn es sie denn ab Mitte November gibt- kostet 100g 28,85 €

Die Rezeptur in Einzel(!)-Anfertigung und Handarbeit 15,01 €.

Heilung wird indirekt als Buchtitel proklamiert.

Linderung (für wie lange) nach entsprechendem Zurückrudern zugesagt.

Neurodermitis ist eine Erkrankung, die durch Anschwellen und Abklingen der Symptome bekannt ist. So gibt es häufig behandlungsfreie Intervalle, die irrtümlicherweise als Folge einer Geheimrezeptur oder Diätmaßnahme eingestuft wird. Deshalb gibt es kaum eine Hauterkrankung, die mit so vielen (unsinnigen) Geheimtipps verknüpft ist.

Und wenn ein Geheimtipp mal länger als ein paar Monate hält, stellt sich heraus, dass irgendein Scharlatan wieder einmal gesetzeswidrig hochdosiertes Kortison untergemischt hat.

Noch Fragen ?

Michael Martell

26. Oktober 2009, 11:20

Sachlichkeit unerwünscht!

Die WDR-Story „Heilung unerwünscht“ wie jetzt auch der unvermittelte Nachklapp in der Sendung "hartaberfair" sind einmal mehr ein Beleg für engagierten Meinungsjournalismus, der es vorzieht, standardisierte Vorurteilsstrukturen gegenüber der pharmazeutischen Industrie in Deutschland zu bedienen und die Zuschauer lieber emotional abzuholen, als sie sachlich zu informieren.

Dies ist umso bedauerlicher – mancher würde sagen verwerflicher –, als es sich bei Neurodermitis und Schuppenflechte um wirklich ernste Erkrankungen handelt, für deren Behandlung die Hersteller den Dermatologen heute vielfältige bewährte und auch innovative Arzneimittel an die Hand geben. Dass es einzelne Unternehmen gibt, bei denen die Vitamin-B-12-Creme nicht ins Portfolio passt, kann nicht ernsthaft kritisiert werden.

Zu kritisieren ist allerdings der Titel des Beitrags, denn mit "Heilung unerwünscht" spielen die Un-Verantwortlichen mit den Hoffnungen der betroffenen Patienten und suggerieren unterschwellig, dass die Creme Heilung verspricht. Das ist unseriös, lieber WDR (Wieder Dürftig Recherchiert).

Wenn eines der von dem Autor des Beitrags – und leider auch von der Sendung hartaberfair – als rein profitorientiert dargestellten  pharmazeutischen Unternehmen - bei dieser Studien- und Datenlage - mit einer derartigen Product-Launch-Kampagne an den Markt und in die Medien gegangen wäre, dann wäre es nicht nur von diesen beiden Redaktionen mit Sicherheit – und übrigens völlig zu Recht – als typisch an den medialen Pranger gestellt worden.

Schade eigentlich, denn die Öffentlichkeit und insbesondere die betroffenen Patienten verdienen etwas Besseres - nämlich eine sachliche und sachgerechte Information. Das ist dann vielleicht keine solche Story mehr, aber vielleicht wollten das die Verantwortlichen ja gerade.

Michael Martell, Frankfurt am Main

elbsegler

26. Oktober 2009, 11:41

Der inszenierte Medienrummel um diese Wundersalbe ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Selten wurde mit der Verzweifelung von Kranken und ihrer Angehöriger so schamlos versucht, ein Geschäft zu machen. Mit dieser Aktion hat die ARD locker das Niveau von so genannten Fernsehsendern wie 9live unterboten. Wenn Frau Kiewel mit einem Jahr Fernsehverbot wegen Schleichwerbung für Weightwatchers belegt wurde, wie lange verschwinden Herr Plasberg und Herr Martens jetzt vom Schirm?

Thorsten

26. Oktober 2009, 19:38

http://www.star-command.de

Bei der Diskussion fällt mir ein Zitat aus meiner Lieblingsserie "CSI" ein:

-"Wir verkaufen Hoffnung! Geht es in der Medizin denn nicht um Hoffnung?"

-"Nein. Um Hoffnung geht es beim Beten. Und das sollte kostenlos sein."

badrobot

26. Oktober 2009, 19:45

Studien für die Wirksamkeit mit 13 Patienten über 12 Wochen sind...ähmm -

peinlich. Der PASI Score zur Beurteilung kaum geeignet.

Und das bei einer Erkrankung die schubweise verläuft

Das ist so aussagekräftig wie: ich habe vom Schwager meines Freundes gehört das beim erwärmen von Bier im Magen mehr Energie verbraucht wird als im Getränk drin sind.

Peinlich für Herrn Plasberg.

Ärgerlich für die Patienten.

Lukrativ für Autor und Hersteller.

Rainer Hoffmann

27. Oktober 2009, 16:19

http://www.solarkritik.de

Nun ist mit Frank Plasberg auch die letzte Bastion der Glaubwürdigkeit beim WDR gefallen, nachdem Rangar Yogeschwar auch eine umfangreiche Schwindelsendung zur Solartechnik am 08.09.2009 nachgewiesen werden konnte...mehr dazu hier:

www.solarresearch.org/.../index.htm

Die TV-Medien machen sich (nicht zum ersten Mal) zum Handlager der Solarwirtschaft mit einem 15 Jahre alten Trick...der nicht nur als subtil sondern auch als kriminell bezeichnet werden muss.

Und 3SAT hat diesen Schwindel auch noch am 19.10.2009 1:1 übernommen, ohne kritisch zu hinterfragen...

Michael

27. Oktober 2009, 17:14

Und die nächste Lüge im Film enttarnt: Der angebliche Hautarzt im Film ist gar keiner sondern Allgemein-Mediziner: www.privataerzte-kleve.de/17.html

Bleischnecke

27. Oktober 2009, 22:25

@Rainer Hoffmann:

Ja Herr Hoffmann, Sie sind hier genau richtig, es geht hier um verdeckte PR und Sie Nutzen die Gelegenheit passenderweise, um für Ihre Homepage Werbung zu machen. Ich finde das kaum besser, als das, was der Klingelhöller gemacht hat, nämlich Werbung für seine Creme zu machen und dafür den ziemlich blauäugigen Martens einzuspannen, der sich wohl schon in einer Reihe mit den großen investigen Journalisten des Medienjahrhunderts gesehen hat...womit wir wenigstens wieder beim Thema wären.

Anna A.

28. Oktober 2009, 21:57

Ich leide Tag für Tag an meiner Schuppenflechte!!!Fängt seelisch an und endet täglich körperlich!

Ich finde es super das dieser Mann das Rezept veröffentlicht(Nicht nur im Buch,auch auf Hart aber Fair webside).

Natürlich braucht er eine Strategie durch diese P.Mafia sich durchzusetzen!

Ich werde mir die Creme auf alle Fälle bestellen. Weil bei einem Betroffenen der täglich leidet an den Nebenwirkungen der ist über jedes Rezept das nicht von der Pindustrie kommt sehr dankbar!

Und deswegen nicht so viel reden sondern ausprobieren!!!Das nämlich geht über studiern!

H

29. Oktober 2009, 04:51

@Lothar

>Es ist schon erstaunlich, wer so alles aus dem Loch herauskriecht, wenn es um

>Pharmaprofite und deren Erhaltung geht.

Es geht doch nichts über eine gepflegte Verschwörungstheorie...

>Wer von denen hat Pso oder Neuroderm? Haben die schon alles über sich ergehen

>lassen, was diese Menschen schon erdulden mussten. Wie viele unhaltbare

>Heilsversprechen haben wir schon über uns ergehen lassen?

Ich habe es. Und mein Fazit ist: Kortikoide oder Cyclosporine helfen. Alles andere nicht.

Unhaltbare Heilsversprechen habe ich seitens der ach so gescholtenen Schulmedizin und der Pharmaindustrie noch nie gehört - jedoch immer wieder von all den vielen ach so tollen Alternativen, und allesamt waren sie (natürlich) haltlos.

Nüchtern betrachtet riecht die zeitliche Abfolge dieser Marketingstrategie, aber auch der Grundtenor des WDR-Films. Wie kann die Pharmaindustrie ein Mittel verhindern, das jeder Apotheker anrühren kann und auch anrühren darf (das Patent verhindert das nämlich nicht, weil ja keiner der Inhaltesstoffe neu ist)?

>Ich habe jedenfalls festgestellt, dass einfaches Babyöl oder auch das Aloe Vera Öl von

>Nivea (gibt es nicht mehr) gute Linderung verschaffen.

Eine gute Basispflege ist in jedem Fall notwendig, und zwar zusätzlich zu den Medikamenten. Und jeder hat da eine andere die ihm gut tut - und meine Erfahrung sagt mir, dass man sie alle paar Jahre wechseln muss. Die Basispflege braucht man immer, jeden Tag, auch ohne Schub. Medikamente braucht man jedoch nur während des Schubs.

>Und vor allem: In wessen Taschen hast Du denn Deine Hände, wenn DU den Mund

>aufmachst?

In gar keinen. Das ist nämlich unhöflich.

>Ich werde es jedenfalls ausprobieren,

Dagegen spricht nichts. Werde ich auch machen. Aber mehr als "wieder eine neue brauchbare Basissalbe" erwarte ich mir nicht vorzufinden, und beim nächsten Schub werde ich wieder zu Protopic greifen bzw. mein Arzt.

H

29. Oktober 2009, 04:57

@Andrea:

>Ist es denn so viel besser den kleinen Kindern eine Creme mit dem Namen Elidel

>(Arzneimittel) ins Gesicht zu schmieren die bei Tierversuchen ganz klar Krebserzeugend

>gewesen ist ??

Ein gewisses Krebsrisiko hat jedes (!) wirksame Medikament das ins Immunsystem eingreift - denn das Immunsystem ist es ja schließlich was im Körper den Krebs bekämpft. Sonderlich groß ist dieses Risiko aber nicht.

Die Dosis macht das Risiko, Sonnenlicht ist schließlich ebenfalls krebsfördernd... (Der Vergleich hinkt gar nicht so sehr, denn Sonnenlicht greift auch ins Immunsystem ein via Interleukin).

OGAMI Itto

02. November 2009, 13:55

Es sollte noch angemerkt werden, dass das Rezept kaum ein Tag später nach Veröffentlichung auf der "Hart aber fair" Seite von dort auch wieder verschwunden ist. Im Faktencheck ist auch nur ein Link zur Information zu den Studien angegeben, allerdings ist nichts von dem was Herr Martens in der Sendung gesagt hat dem Faktencheck unterzogen worden. Ich konnte von den sechs Studien auch nur Informationen zu zwei Mini-Studien sehen.

em

04. November 2009, 11:26

wer nennt hier plasberg einen musterknaben? plasberg hat bisher weder in der sendung "hart aber fair" noch in "plasberg persönlich" etwas anderes betrieben als feinsten pöbel-journalismus in dem stammtisch-thesen aufgewühlt und aufreger provoziert wurden. es erinnert mich an die anfänge der privatsender, in denen der arena-talk mit streit und geschrei inszeniert wurde. einziger unterschied: in den öffentlich-rechtlichen will man sich einfach besser benehmen.

selbst beim kanzler-duell fiel ihm nicht mehr ein, als selbstgefällige fragen zu stellen, die absurd am thema und interesse vorbeiliefen.

lieber frank, bitte geh zu sat1.

H. Lüttich

05. November 2009, 00:08

4 Prozent der angezeigten Nebenwirkungen tritt im Zusammenhang mit naturheilkundlichen Behandlungen auf, der Löwenanteil jedoch im Zusammenhang mit konventioneller Behandlung (Statistik der Bundesregierung). Die Polemik von gewissen Seiten hat nur den Zweck, Fakten zu vernebeln.  

H. Lüttich

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24. Oktober 2009, 23:08

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