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Das Fernsehblog

Das Grauen im Zeichen des goldenen Rehs: Die Bambi-Verleihung 2009

27. November 2009, 09:30 Uhr

Das Gute an dieser Bambi-Verleihung (und glauben Sie mir, es ist nicht einfach, einen Eintrag über diese Bambi-Verleihung mit den Worten "Das Gute an dieser Bambi-Verleihung" zu beginnen), jedenfalls: Das Gute an dieser Bambi-Verleihung war, dass man als Zuschauer vor dem Fernseher das Gefühl hatte, mit seinem Grausen nicht allein zu sein. Auch das Publikum im Saal schien von einer lähmenden Fassungslosigkeit ergriffen zu sein und reagierte auf das, was es sich da ansehen und anhören musste, indem es sich über weite Strecken totstellte. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, dass sich auch Regisseur und Aufnahmeleiter entweder erhängt oder ins Ausland abgesetzt hatten - vielleicht waren sie aber auch nur damit beschäftigt, hinter der Bühne Autoren und Verantwortliche zu würgen.

Nun soll man ja mit Superlativen vorsichtig sein, und die Reihe misslungener Preisverleihungen ist lang, aber dieser Abend war in seiner Furchtbarkeit etwas besonderes.

Anstelle von Moderatoren führten die DDR-Eiskunstläuferin Katarina Witt und der Sportkommentator Tom Bartels mit der Geschmeidigkeit sehr großer Eisberge durch den Abend. Die Pointen (oder besser: "Pointen"), die ihnen die Autoren geschrieben hatten, legten sie jeweils vor sich auf den Boden, um dann unter ohrenbetäubendem Schweigen des Publikums darüber zu stolpern. Für einen winzigen Moment immerhin hatte Witt meine Sympathien: Peter Maffay hatte gerade mit einer Schar traumatisiert wirkender "Kinder der Einheit", die aussahen, als hätte man sie mit der Androhung lebenslangen Eis- und Computerentzuges zu diesem Auftritt genötigt, "Über sieben Brücken musst Du gehen" gesäuselt, als Witt versehentlich treffend kommentierte: "Immer wieder zum Weinen schön." Dann fügte sie allerdings hinzu: "Die einfühlsame Interpretation unseres Karat-Songs", und das klang auf eine Art schnippisch, dass man sich man sich fast wünschte, es gäbe noch ein Drüben, wohin man sie zurückschicken könnte.

Zuvor hatte Helmut Kohl für die deutsche Einheit, die anscheinend ganz allein sein Werk ist, einen "Millenniums-Bambi" erhalten. Theo Waigel überreichte ihn dem geschwächten Altkanzler zuhause. Offenbar per Videobotschaft ins Wohnzimmer gratulierte dann José Manuel Barroso auf deutsch, was vielleicht für Kohl ein bewegender Moment war, für die Zuschauer in der Potsdamer Halle und zuhause aber doch eine eher abwegige Idee. Über Helmut Kohl hieß es in dem Film, der ihn preisen sollte: "Den Mächtigen der Welt begegnete Kohl auf Augenhöhe", was nur einer von vielen merkwürdigen Sätzen an diesem Abend war, die aber meist innerhalb von Sekunden durch eine weitere verunglückte Situation selig in Vergessenheit gerieten. In diesem Fall konkret durch die Worte, die Tom Bartels an den Kanzler in die Ferne richtete:

"Wir haben auch noch eine ganz besondere Überraschung für Sie. Denn ohne deutsche Einheit ständen diese beiden Kinder heute nicht hier. Sie haben einen entscheidenden Anteil zur deutschen Einheit beigetragen. Denn diese beiden Kinder haben Eltern aus Ost- und aus Westdeutschland."

Und dann standen da zwei eingeschüchterte Kinder, die zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer wie Naturwunder präsentiert wurden und aufzählen mussten, woher ihre Eltern stammen.

Maximilian Schell bekam noch einmal einen Lebenswerk-Bambi, Kate Winslet wurde als "Schauspielerin International" ausgezeichnet, Giorgia Armani für Kreativität und die Klitschko-Brüder für Sport, Wolfgang Joop wurde von seiner Tochter Jette mit einem Sonder-Bambi überrascht ("Der einzige wirkliche Superstar: Mein Papi!"), und Jürgen Schulz für sein Engement für Familien mit schwerst- und unheilbar kranken Kindern gewürdigt.

Die Zuschauer konnten live per Telefon das "TV-Ereignis des Jahres" bestimmen ("Krupp - eine deutsche Familie"), leider aber weder die Moderatoren, noch die Autoren aus der Sendung wählen, die fast jede Beschreibung der Preisträger und Nominierten aus der Grabbelkiste mit den Standardfloskeln gefischt hatten: Edgar Selge? "In jeder Sekunde verschmolzen mit seiner Filmfigur." Christian Ulmen? "Erobert die Herzen der Kinobesucher." Florian-David Fitz? "Verkörpert genial den modernen Mann zwischen Perfektion und Chaos." Simone Thomalla? "Eine Powerfrau, die sich jeder Herausforderung stellt."

Doch, bei Christoph Waltz war ihnen etwas Besonderes eingefallen: "Wer mit Brad Pitt in einer Liga spielt, macht sich einen Namen in der ganzen Welt." Ja. Naja.

Ein seltener Lichtblick an diesem Abend, der sonst zwischen Roboterhaftigkeit und Peinlichkeit pendelte, war der Auftritt von Stephanie zu Guttenberg, der Frau des Verteidigungsministers, der wegen der aktuellen Diskussionen über den deutschen Angriff in Afghanistan kurzfristig abgesagt hatte. Sie sagte:

"Mein unmöglicher Mann hat mir vor anderthalb Stunden dieses Redemanuskript zugesteckt, auf die politische Gemengelage verwiesen und irgendwie so ein 'Ich liebe Dich' gemurmelt und betont, dass er die Rede im Zweifel frei gehalten hätte. Denken Sie sich einfach bei den nächsten Worten den Verteidigungsminister in dieses Abendkleid."

Sie verlas dann sehr sympathisch eine Laudatio auf Uli Hoeneß, die viel zu lang war (was aber ja nicht ihre Schuld war) und die sie mit den Worten beendete: "Sie haben ihn wirklich verdient, den Bambi, aber nicht verdient haben sie meine holprige Rede, die ich gerade zum ersten Mal gelesen habe."

Dass es trotzdem vergleichsweise angenehm war, ihr zuzuhören, lag auch daran, dass sie einfach vom Zettel ablas und nicht wie fast alle anderen vom Teleprompter. Beim Ablesen klangen die meisten der vermeintlichen Profis wie Kinder in der vierten Klasse, die sich so sehr auf das richtige Erfassen der Wörter konzentrieren, dass sie das, was sie da sagen, nicht gleichzeitig auch noch verstehen können. Besonder bizarr wirkte das bei den Scorpions, die zu dritt haarscharf an der Kamera vorbei auf die ihnen offenkundig fremden Buchstaben schauten und aussahen, als würden sie am liebsten ihre Finger über die Zeilen gleiten lassen, während sie schon damit überfordert waren, noch wie respektable Hardrocker auszusehen und dabei Shakira zu loben.

Christoph Wonneberger, der Pfarrer, der in der Leipziger Nikolaikirche die Friedensgebete koordiniert hatte, aus denen sich die die Montagsdemonstrationen entwickelten, wurde dafür mit einem "Stille Helden"-Bambi belohnt. Er nutzte die Bühne für einen holprigen, aber von Herzen kommenden Appell zur radikalen Abrüstung und zog aus seinem Anzug eine Fahne "Schwerter zu Pflugscharen". Er bekam dafür zu Recht deutlich mehr Applaus als Moderator Tom Bartels, der unmittelbar danach gönnerhaft herablassend hinzufügte: "Meine Damen und Herren, wir können heute abend alle frei unsere Meinung äußern, und darauf können wir sehr stolz sein." Zu diesem Zeitpunkt hatte er aber das Publikum ohnehin längst gegen sich.

Außer der Ersatzfrau für den Verteidigungsminister blieben noch Laudator Michael Mittermaier, der das Publikum im Saal aufweckte, und Roland Emmerich positiv in Erinnerung: Der Katastrophenfilm-Regisseur, weil er erzählte, dass er so ein Bambi immer schon gerne haben wollte und sich erinnerte, wie er als Teenager vor dem Fernseher saß und sah, wie ihn so Leute wie Uschi Obermaier bekamen -- nein: Uschi Glas!, naja, ist ja auch schon zwanzig Jahre her. Schnitt auf Uschi Glas im Publikum. Wenn sie klug ist, bleibt sie nächstes Jahr zuhause. Und die anderen auch.

Veröffentlicht 27. November 2009, 09:30 von Stefan Niggemeier
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Kommentare

zoey

27. November 2009, 09:53

kate winslet beim bambi.  

ich finde sie einfach grossartig und hoffe, dass sie ordentliches schmerzensgeld bekommen hat für den abend.

eine kleine entschädigung war sicher auch, dass bruno ganz die laudatio hielt.

Acajou

27. November 2009, 10:23

Eine Frage: wodurch wird die Bambi-Verleihung eigentlich finanziert? Hoffentlich nicht durch die Einnahmen der GEZ ?!

MarkusvonBentheim-Burg

27. November 2009, 10:30

http://www.zdf.de

Sehr geehrter Don,

mein volles Mitgefühl ist mit Ihnen. Wieso zwingt man Sie über die Präkariatsveranstaltungen zu schreiben?? Die vorigen Beiträge treffen Sie doch eher und machen auch mehr Laune. Blöde Preisverleihungen von Leuten an Leute, die man entweder nicht kennt, leider kennt oder unter Zwang kennenlernen musste, die sie sowieso nicht leiden können.

Solche Trophäen sollten postalisch mit einem einfachen "ohne Begleitschreiben" an die zu Ehrenden per DHLHermesUPSDPD übermittelt werden. Das erspart Peinlichkeiten.

ich wünsche Ihnen, werter Don, mehr Glück, dass man Ihnen bessere Themen zuweist oder Sie die Freiheit wiedererlangen, über mehr Unterhaltsameres zu schreiben.

Beste Grüße von der Elbe

MvB-B

ingo

27. November 2009, 10:36

...wunderbar, dass mir, ich hoffe noch vielen mehr, jemand aus der seele schreibt. was Katharina Witt betrifft. Ich hoffe nur, dass viele bemerkt haben, dass diese Frau aufs Eis gehört und am besten nach "Karl-Marx-Stadt".........

Westberliner

27. November 2009, 10:45

gut geschrieben und ganz wunderbare fotos. ...wenn ich mich nicht irre ist k. witt berühmt geworden weil sie passabel schlittschuh laufen konnte, warum also gibt man sportlern immer wieder ein mikrofon in die hand !?!? kein normaler mensch würde auf die idee kommen maybrit illner elfmeter schiessen zu lassen, oder frau christiansen in den boxring stellen, oder soll herr reich-ranicki mal bei der formel 1 mitfahren !?

...und warum sind veranstaltungen in berlin (und umgebung) immer (!) so wahnsinnig stümperhaft, kleinstädtisch und spiessig !?!?!? man möchte ja fast nach westdeutschland emigrieren ...

gagabubu

27. November 2009, 10:45

Wer schaut sich eine solche Selbstbeweihräucherung im subventionierten Fernsehen an ? Ist doch totlangweilig. Ach ja, haha, siehe oben.

Manuel

27. November 2009, 10:49

Das tolle an diesen Horror-Shows ist, dass gute Autoren wie dieser dazu so herrlich unterhaltsame Verrisse schreiben können. Fotos und Formulierungen ("Geschmeidigkeit sehr großer Eisberge") - brilliant! Die beste Werbung für die FAZ seit langem. So bewirken die GEZ-Gebühren vielleicht noch etwas Gutes.

holly

27. November 2009, 10:52

Wer ist nicht derjenige, der er ist wegen der Ignoranz eines Idioten

FrauKulli

27. November 2009, 10:53

Immerhin hat die Bambi-Verleihung mir, der ich sie nicht gesehen habe, diesen köstlichen Artikel beschert. Vielen Dank für ein erfreuliches Lesevergnügen. Hier schmeckt jeder Satz nach mehr und einige davon habe ich tatsächlich zweimal gelesen.

Herr Niggemeier, wenn ich mir was wünschen dürfte wünschte ich mir, dass Sie über die "Bis(s)..."Filme schrieben und mir Ihre Texte zu lesen gäben...

Hans

27. November 2009, 10:54

Kati Witt gehört umgehend auf Eis, in der Tat, und das schon lange. Sie scheint aber ein gutes Management, oder was auch immer zu haben, so dass sie in verschiedensten Auswüchsen des Unterschichten-TV quer über alle Sender omnipräsent ist.

PS: Ja, diese Veranstaltung wurde von GEZ-Gebühren bezahlt. Leider ist Schmerzengeld für televisionäre Hirnverrenkung nicht einklagbar.

K. Hofmann

27. November 2009, 10:56

Sehr geehrter Herr Niggemeiner, Sie sprechen mir aus dem Herzen!!! Ich habe mich noch nie öffentlich darüber geäußert, wie schlimm es ist, abends vor dem Fernseher derart peinliche Dinge hören zu müssen. Aber die gestrige Bambi-Verleihung grenzte  - vor allem aufgrund der beiden Moderatoren - an Verdummung in höchster Potenz. Wie kann sich Katharina Witt, die ich als Sportlerin (aber nur als solche) sehr verehrte, nur so blamieren? Zwischendurch hatte ich Angst, Tom Bartels springt ihr an die Kehle, weil er mit versteinerter Mine ihre seltsamen Sprüchen ertragen musste. Das Publikum bei Preisverleihungen zu unterhalten und zu amüsieren, ist eine Herausforderung und nur diejenigen sollten soetwas annehmen, die dafür intelligent genug sind und wissen, worüber sie auf der Bühne sprechen werden. Peinlich, peinlich war das ganze für die ausländischen Gäste wie Kate Winslet. Da sollte sich Herr Burda dann doch mal entschuldigen...

Jeeves3

27. November 2009, 11:03

MvB-B: Das war nicht der Don sondern sein Intim(In-team?)-Feind S.N., der das obige gekonnt schrieb.

Oder war das "Don" ein kleiner Scherz?

ute

27. November 2009, 11:04

Wenn sich Fernsehleute im Fernsehen gegenseitig feiern fehlt wohl immer der Bezug zur Außenwelt. Vielleicht wirken sie ja deshalb so alienartig. Dass allerdings dieser Seniorennachmittag von Außerirdischen auf einer gebührenfinanzierten Plattform stattfindet, das ist schon ärgerlich

Borgward Isabella

27. November 2009, 11:05

Die Joops empfand ich als besonders peinlich und der Altkanzler Kohl tat mir leid ob seines Gesundheitszustandes.

Sven

27. November 2009, 11:09

http://inselblog.com

Irgendwie kommt es mir so vor, als ob jedes Jahr die selben Leute einen Bambi oder einen dieser anderen austauschbaren Preise (z.B. Echo, Fernsehpreis usw.) erhalten.

Das man sich solche Preisverleihungen überhaupt noch anschauen kann.

Michel

27. November 2009, 11:10

Ich komme selbst aus Chemnitz und habe mich für Katarina Witt sehr geschämt, sie begab sich regelrecht aufs Glatteis. Warum sie und nicht Frauen wie Schöneberger mit Witz?

Frankfurter

27. November 2009, 11:14

Wirklich schade finde ich es, dass der deutsche Film anscheinend nicht in der Lage ist, sich von den immer gleichen historischen Vorlagen zu lösen. Gefühlte 9 von 10 Filmen handeln ja vom Krieg, der Vertreibung nach dem Krieg, der RAF, dem Mauerbau, dem Mauerfall, der Zeit mit der Mauer, der Stasi, dem Wunder von Bern usw. Und wenn diese Stories nun doch zu ausgelutscht sind, verfilmt man eben eine Biografie nach der anderen: Romy Schneider, Roy Black, die Krupps usw usf. Bei den diesjährigen Bambi-Nominierungen und -Verleihungen wurde das wieder überdeutlich.

Zweifellos handelt es sich um gute bis sehr gute Filme. Aber für das vielbeschworene "Weltniveau" reicht es m.E. nicht, sich in ständiger Geschichtsbewältigung zu ergehen. Die alljährliche Selbstbeweihräucherung auf den diversen Preisverleihungen wird dazu leider nicht beitragen können.

Alberto Green

27. November 2009, 11:28

Und der diesjährige "Der einsame Held, der den Mist bis zum Schluss gucken musste, damit wir etwas zum Grinsen haben, ohne uns Zehnägel reschreddernde Fremdscham anzutun"-Bambi geht dieses Mal an … … … Und der Sieger ist … Michael Reuftsteck von www.fernsehlexikon.de, meine Damen und Herren!

(waaaaaas? ich hätte auf den niggemeier getippt. mensch, der arme. so ein toller kommentar zur bambi-verleihung 2009 und dann das.)

Glume

27. November 2009, 11:29

vielleicht sollte man doch mal ein paar Anregungen in den USA einholen, im Inszenieren derartiger Veranstaltungen sind sie Weltklasse. Die Oscars sind meisst glänzend moderiert, von Schauspielern, die ihren Beruf in jahrelangem Studium gelernt haben und wissen wie man ein Live-Publikum fesselt und die das Talent besitzen mit diesem zu interagieren. Dabei wird nicht alles bierernst genommen, dass meisste wird mit einem Augenzwinkern vorgetragen.

Kati Witt ist eine Fehlbesetzung, schade für viele talentierte Entertainer im Land, dass man ihnen diese Chance verwehrt. Allein ihr immer noch deutlicher Akzent ist eine Zumutung.

Michael

27. November 2009, 11:33

Stimmt, die eine Peinlichkeit an diesem Abend (ver)jagte gleich die nächste. Kann Ihnen nur zustimmen, nur in einem nicht: Karats "Über sieben Brücken" ist einfach besser als Maffays Version. Wir haben uns schon damals an der Penne geärgert, dass Radio Luxemburg nicht ausnahmsweise mal den Ostsong spielte, sondern Maffay ranmusste. Und das scheint sich ja trotz Mauerfall immer noch nicht geändert zu haben.

MUC

27. November 2009, 11:39

Super Artikel, spricht mir aus der Seele ! - Eine an Peinlichkeiten und Platitüden nicht zu übertreffende "Show" - ! Moderation katastrophal, charmefrei, dafür hölzern und mit garantiert espritfreien "Pointen".

Auswahl der Preisträger fragwürdig (Heesters, Schell, Kohl ??), bis auf wenige Highlights (Kate Winslet, Silbermond, Waltz), das Teleprompter-Ablesen der Laudatoren mitleiderregend.

Wieder mal viel gezappt, diesmal allerdings nicht auf Grund von Werbeunterbrechungen....liebe Burda Media, das könnt Ihr besser !!

Anja

27. November 2009, 11:45

Treffender hätte man diesen Artikel nicht verfassen können ... Eine Peinlichkeit vom Herrn ...

renate

27. November 2009, 11:46

Lieber Herr Niggemeier, ich habe Ihren Artikel zwei mal gelesen und mich weggebrüllt vor Lachen. Danke. Eine echte Entschädigung für die oberpeinliche Bambi-Verleihung 09.

Ines

27. November 2009, 11:47

Ich hoffe, dass alle Verantwortlichen der öffentl. rechtl. und auch der privaten Sender sich einig sind, einer K. Witt nie wieder die Möglichkeit zu geben irgendeine Fernsehshow zu moderieren, das kann nur in einer Katastrohe enden...bitte liebe Kati geh auf`s Eis und halt den Mund, ist besser so.

The Turk

27. November 2009, 11:49

Bravo! Auf den Punkt gebracht. Kann man solche Sendungen nicht einfach stoppen?

Dr. Burda, lasssen Sie sich doch mal was neuen einfallen.

HUEBER1

27. November 2009, 11:54

http://hueber1

danke für die kritik, besch....., zum glück gibt es noch persönlichkeiten wie Uli Hoeness und seine aushilfsmoderatorin

Max

27. November 2009, 11:57

Ich habe mich noch nie hier mit einem Kommentar zu Wort gemeldet, heute kann ich nicht anders: Großartiger Artikel. Ich hatte gestern abend beim Zusehen schon auf eine Kritik dieser Art gehofft. Verschiedene hier beschriebene Momente habe ich "leider" verpasst, da ich vor Fremdscham umschalten musste. Dennoch war das wenige, was ich gesehen habe, die Bestätigung dessen, was man in der Vorberichterstattung über die Veranstaltung, genauer: über die "Moderatoren", schon hatte ahnen können: ein Super Gau. Es grenzte bei mir schon an Mitleid, als ich Katharina Witt sah, wie sie hoffnungslos dilettantisch und dabei abgrundtief schlecht nach der Bambiverleihung an Uli Hoeness noch locker ihre Bemerkung über die Potsdamer Fussballerinnen los werden wollte, das ganze aber so holperig, so uninspiriert, so amateurhaft stockend und beschämend selbstdemontierend geschah, das mir schlecht wurde. (und wie es schien: dem Publikum auch).

Eine Gutes hat es ja: K. Witt werden wir von nun an wohl nur noch bei der Goldenen Henne und im MDR sehen können, also an Orten, die man bestenfalls nur vom Hörensagen kennt.

PS: Hat Jopi Heesters eigentlich sein obligatorisches Reh bekommen? Hatte ihm P. Riekel doch vollmundig versprochen...

J. S.

27. November 2009, 11:58

War der Auftritt von Shakira etwa nicht gut? Darüber wird nämlich kein Wort verloren.

Frank

27. November 2009, 11:58

Als die drei "stillen Helden" geehrt wurden gab es zwar Applaus. Ich fand es enttäuschend dass niemand aus dem Publikum die Grösse hatte, dabei aufzustehen, so wie das oft bei Preisträgern gemacht wird, die für ihr Lebenswerk geehrt werden.

Gucky18

27. November 2009, 12:10

Danke für diesen Artikel. Er nimmt etwas von diesem Grauen den die Moderatorin in die Fensehwelt setzen durfte. Mich würde interessieren wer für eine derartige Fehlbesetzung die Verantwortung trägt.

Elisabeth

27. November 2009, 12:17

Frau Joop mit ihrem Statement "Der einzige wirkliche Superstar - mein Papi" war nicht nur lächerlich, in Anbetracht der Anwesenheit von Weltstars wie Kate Winslet oder Shakira, sondern auch extrem arrogant. Das war wohl selbst dem "Papi" peinlich. Den Rest der Sendung wollte ich mir dann nicht mehr antun. Bambi Verleihung - abwechselnd  peinlich und langweilig!

Axel

27. November 2009, 12:18

völlig zutreffend!

doch leider fehlt zum gegacker von papa und tochter joop ein kommentar der peinlichkeit, das war fast nicht zu überbieten.

respekt für frau zu gutenberg: so kurz zuvor ohne einschlägige erfahrung diese rede zu halten, respekt und dafür war es richtig gut!

Chris

27. November 2009, 12:27

bisher dachte ich eigentlich, dass Volksmusiksendungen den höchsten Fremdschämfaktor innehaben; das ist nun widerlegt! Und wie die meisten mit dem Bambi bedachten darf auch ich Herrn Dr. Burda für diese Einsicht danken.

Frankfurterin

27. November 2009, 12:35

Ich möchte dem Frankfurter und dem Westberliner (auch noch im gerstern verhaftet?) einfach nur Recht geben.

Wielange nerven uns noch für den Job nicht geschaffene Leute wie Katarina Witt (als Eiskunstläuferin unstrittig, aber für einen Sprecherberuf untragbar) oder bei Fußballübertragungen der unsägliche Günther Netzer?

Den Moderator von gestern kannte ich überhaupt nicht, was ich mir aber zugute rechne.

Dank an Frau zu Guttenberg und an Michael Mittermeier, die einzigen, die mir im Gedächtnis haften geblieben sind.

Für die Selbstbeweihräucherer im Saal habe ich allerdings kein Mitleid. Jedes Jahr die selben Gesichter für immer wiedergekäute Filmstoffe! UNERTRÄGLICH!

Danke an Herrn Niggemeier für den pointierten Artikel, noch das beste an der ganzen Blamage!

Uwe Leopold

27. November 2009, 12:35

Man sollte Frau Witt wirklich kein Mikro in die Hand drücken, wenn dabei auch noch eine Kamera läuft. Dies war und ist immer peinlich. Frau Witt hatte ihre besten Auftritte aus Eiskunstläuferin und auch mal im Playboy - bei beiden Auftritten mußte sie aber zum Glück nichts sagen

Manuela

27. November 2009, 12:36

Eine wunderbare Kritik, sehr gut geschrieben und den Abend rundum auf den Punkt gemacht. Danke dafür.

P.S.: Der Auftritt von Shakira war nicht gut, sondern erinnerte stellenweise an einen Soft-Porno.

elbsegler

27. November 2009, 13:15

Der, die oder das Bambi? Egal, das Verschenken vergoldeter Junghirsche wird auch nicht leichter. Vielleicht sollte man die Tierart wechseln und zukünftig vergoldete Murmeltiere verteilen. Es ist eben immer wieder das gleiche - nur jedes mal noch etwas langweiliger. Solange ich das müde Treiben selbst noch wach verfolgen konnte, hatte ich den Eindruck, dass niemand in diesem großen Saal freiwillig da war, so lustlos und angestrengt blickte man in die Gegend. Bloß gut, dass es bei solchen "Events" keine Theatepausen gibt. Sonst wäre wohl auch nach dem dritten Klingeln keiner wieder in den Saal zurückgekehrt.

Karo Einfach

27. November 2009, 13:16

Der besondere Re(h)-Abend

So lange gewartet, gezittert, gebangt, das Gute daran - es hat nicht gelangt!

Selbst die Verfassung half da wenig, Joker machen nicht jeden zum König.

Wir schließen mit Hoffnung die Bühne von Welt, vielleicht ist nächst' Jahr rarer das Geld, mit der Hymne an die Nacht,

Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

Herzlichst, Ihre Karo Einfach

Esa

27. November 2009, 13:17

Im letzten Absatz:

Anstelle der Formulierung "Ersatzfrau für den Verteidigungsminister" wäre ich näher bei den Tatsachen geblieben: "Frau des Verteidigungsministers".

Sonst insgesamt auch für den wenig involvierten österr. Besucher höchst erfrischend beschrieben.

Robert

27. November 2009, 13:20

Trotz der weitgehend zutreffenden Einschätzung der Veranstaltung sollte man sachliche Kritik trennen von unsachlichen, ost-west-trennenden Äußerungen!

Nach 20 Jahren sollte man ein Hier und Drüben nicht mehr benutzen, zumindest nicht in dem dadurch implizierten Kontext!

Fritz

27. November 2009, 13:22

nur einen kleinen Hinweis erlaube ich mir: niemand muß das ansehen, man kann an die Luft gehen oder Radio hören oder Zeitung lesen - und ausschalten.

Mit Wehmut

27. November 2009, 13:39

'Dann fügte sie [Witt] allerdings hinzu: "Die einfühlsame Interpretation unseres Karat-Songs", und das klang auf eine Art schnippisch, dass man sich man sich fast wünschte, es gäbe noch ein Drüben, wohin man sie zurückschicken könnte'.

.

Ich fürchte ja, DRÜBEN das ist mittlerweile HIER. Das ist nicht nur tragisch, sondern würde auch so einiges erklären. Bestimmt ist es erlaubt so eine polemische Meinung kundzutun, denn Bartels sagt ja selbst: "Meine Damen und Herren, wir können heute abend alle frei unsere Meinung äußern, und darauf können wir sehr stolz sein."

Roboter

27. November 2009, 13:45

Sehr geehrter Herr Niggemeier

"Ein seltener Lichtblick an diesem Abend, der sonst zwischen Roboterhaftigkeit und Peinlichkeit pendelte, war der Auftritt von Stephanie zu Guttenberg, der Frau des Verteidigungsministers, der wegen der aktuellen Diskussionen über den deutschen Angriff in Afghanistan kurzfristig abgesagt hatte. "

Wir bitten Sie ,Herr Niggemeier, Uns nicht mit dem oben genannten Personen in Verbindung zu bringen.

Der Beweis das Roboter auch menscheln können:

Roboesie No. 1:

Endlich haben Wir Sie gesehen.

Faltenfrei und wunderschön.

Die Energie die Sie zu Uns bringt.

Solang das Geld im Kasten klingt.

Die Energie ist normal.

Unser Herzschlag - digital.

MfG

People are people

and robots are better

wilfried

27. November 2009, 13:53

Wunderbarer Artikel.

Hoffentlich bekommen Sie dafür keinen Bambi!

Tofana

27. November 2009, 14:27

Sehr geehrter Herr Niggemeier,

vielen Dank für Ihre treffenden Worte. Man verzweifelt regelmäßig bei dem wiederholten Verdummungen, die uns aufgetischt werden. Zum Glück gibt es an jedem Fernsehgerät einen Netzstecker, den man ziehen kann!

Leider nehmen nicht nur Laien wie Frau Witt das Recht für solch unangemessenen TV-Auftritte für sich in Anspruch. Wenngleich vermeintliche Profis, so schicken sich die Moderatorinnen Illner und Will ebenfalls zunehmend an, vornehmlich Ihr Äußeres sowie ungeschickte Gesprächsvorbereitung in aller Öffentlichkeit darzubieten. Merkt denn bei den öffentl. rechtl. Sendern niemand der Verantwortlichen, wie peinlich diese Entwicklung ist?

Münchner

27. November 2009, 15:50

Ein wunderbarer Kommentar. Das trifft den Nagel so auf den Kopf und hat gleichzeitig den Witz und die Originalität, die man sich von einer Preisverleihung erhofft. Mit Bambi ist es wie mit dem FC Bayern....

Benedikt K.

27. November 2009, 15:56

Das ist Fersehblock-Berichterstattung wie man sie kennt und liebt. Klasse, weiter so!

Alexandra Holenstein

27. November 2009, 16:02

Bin froh, dass ich mit meiner Fassungslosigkeit nicht alleine war, was ich gestern abend noch befürchtete. Die Witt hat den Charme einer Strassenwalze.

Wolfgang Schneider

27. November 2009, 16:27

http://atis2006

Schwach Mittleid erheischender Zusammenbruch einer vordergründigen Film-und Fernsehwelt, die nur noch durch hohe Zahlungen von Anwesenheitsboni (Uschi Glas, Heesters etc.) die Übertragungsstudios füllen. Armer Prof. Burda, wenn das seine Eltern erlebt hätten, wäre er am nächsten Tag die Verlagsleitung los. Eine Neustruktur der Verleihungssparten wären für eine Bambirettung, wenn überhaupt, angebracht. Die Scorpions und Joops sollten in den Archiven zugunsten wirklich attraktiver

und sinnvermittelnder Darsteller(innen) verbleiben. Auch ausdrucksschwache Regisseure, ähnlich den bereits bespöttelnden Sportlern, sollten hinter der Aufnahmelinie verbleiben.          

Katin Günther

27. November 2009, 16:54

http://Mustermann

Katharina Witt war einfach nur peinlich. Hölzern, spießig, langweilig  und ohne Charm.

Schuster bleib bei Deinen Leisten. Wer kam denn nur auf die Idee, Frau Witt

als Moderatorin auf die Bühne zu stellen.

Auch Frau Schöneberger möchte man nicht immer sehen. Das ständige Auftreten

in Werbungen und sonstigen Sendungen ist kaum noch zu ertragen. Man ist einfach ihrer überdrüssig!!

Jeanne S.

27. November 2009, 17:16

Ein Knüller, Herr Niggemeier!

Jetzt weiß ich, dass ich definitiv nichts verpasst habe und kann mich noch zusätzlich über diesen Artikel freuen!

Beste Grüße

meiki

27. November 2009, 17:41

Man kann auch immer alles nur zerreden... Natürlich war es eine typische Presiverleihung die wir zuhauf im dt. fernsehn zu sehen bekommen, aber manchmal geht einem dieses Runtermachen der "Anti-autoren" echt auf den S...

DrLustig

27. November 2009, 18:11

Herr von Bentheim-Burg,

wenn ihnen humorvolle Kritik an dieser gespenstischen Veranstaltung so sauer aufstößt, empfehle ich etwas mehr Gelassenheit oder Bullrich-Salz.

Ich glaube kaum, daß der Verfasser etwas gegen populäre Unterhaltung hat - wenn sie denn gut gemacht ist, und das war hier nicht der Fall. Die Peinlichkeit und das Beliebige, Zusammengeschusterte sind auch für den TV-Normalverbraucher deutlich sicht- und fühlbar, wer also dilletantische Unterhaltung verteidigt, indem er dem Kritiker Snobismus vorwirft, betreibt nur billige Abwehrrhetorik.

Das primitive Nachahmen amerikanischer Emotionsklischees und die handwerklich wackeligen Auftritte von Leuten, die nur "in Deutschland Weltstars sind", dazu schlechtgeschriebene Conferencen von Sprechpuppen, die mal Sporthelden waren - ist das wirklich der Höhepunkt des ö/r Fernsehens?

Sebastian

27. November 2009, 18:34

http://socialissuesandstuff.com

Haben Sie dabei Süßes oder Salziges geknabbert? Ich frage für die SWR-Zuschauer.

Methapher

27. November 2009, 19:51

Bambi hin oder her, über die Veranstaltung ansich kann man sich vielleicht ja streiten. Aber über die beiden inkompetenten Präsentatoren? Da werden mir viele sicherlich zustimmen: das war nur noch oberpeinlich. Frau Witt, ihres Zeichens DDR-Aushängeschild und schärfste Kritikerin des Westens und der Vereinigung tritt in einer Sendung mit Menschen auf, die an selbiger maßgeblich mitgewirkt haben. Welch´ Hohn!

Die Frau ist in Sachen Fettnäpfchen nicht zu toppen. Und der Mann, den man ihr an die Seite gestellt hatte: hölzern, kalt, emotionslos. Duo infernale und das Publikum quittierte es mit langen Gesichtern.

Gelungener Abend!

Elisabeth

27. November 2009, 22:58

Schön, nicht allein gewesen zu sein mit dem Fremdschämen. Peinlich waren allerdings nicht nur die "Moderatoren", auch die Friseure mancher Damen befanden sich wohl schon Stunden vor dem Event im Champagnerrausch, als sie eigentlich ihre Arbeit hätten tun sollen. Oder wie kam er Wischmopp auf den Kopf von Jessica Schwarz? Eine andere Frage stellt sich, wieso diese Merkwürdigkeit schon seit Jahren im öffentlich rechtlichen Fernsehen übertragen wird, das doch so sehr darauf achtet, dass es keine Schleichwerbung gibt. Die Veranstaltung ist ein einziger Werbespot für den Burda-Verlag. Gemacht leider von Amateuren.Ohne Sinn, Verstand, Leidenschaft, Witz. Kein Wunder lagen wir alle im Koma.

Biomasse

28. November 2009, 00:51

Ich frage mich, warum jemand, der offensichtlich ein gewisses Talent besitzt, dieses mit dem Kommentieren von sinnlosen Fernsehsendungen verschwendet...

Wegseher

28. November 2009, 04:19

Eigene Schuld wer sich solch eine Sendung anschaut oder gar sich live antut. Spätestens seit Schirmacher (pardon FAZ) bin ich geheilt.

Andy R.

28. November 2009, 07:48

Schön, dass es noch Leute gibt, die gezwungen werden, sich Sendungen im Fernshen bis zum Schluss anzuschauen, wenn es ihnen nicht gefällt! Da weiß ich, das meine GEZahlten Gebühren nicht für die Katz gewesen sind. Ich fühle mit ihnen Herr Niggemeier! Ich fordere Freiheit für die Fernbedienung bei der FAZ ......

jackienk

28. November 2009, 09:00

nicht zu vergessender quell immenser heiterkeit (welche wohl als übersprungshandlung aus tiefstem entsetzen entstand) waren außerdem garderobe und styling der meisten damen auf der bühne, laudatorinnen wie preisträgerinnen gleichermaßen. steckte da ein abgrundtiefer frauenhasser dahinter, war es zufall - oder ist es gar ein neuer trend? kleider, röcke, hosen und frisuren, die nichts anderes im sinn hatten, als aus ansonsten anständig ausschauenden damen verwachsene figuren mit monströsem körperbau und absurden köpfen zu machen. könnten vielleicht auch doubles gewesen sein... schaut da denn keiner vorher drauf?

berliner

28. November 2009, 10:42

Katharina Witt kann mit diesem Auftritt sogar so eine Art Jubiläum feiern. Vor ca. 20 Jahren stand sie bei einem FDJ-Rockfestival auf der Bühne in Berlin-Weißensee. Auf persönlichen Wunsch von Bryan Adams, der nur wegen ihr nach Ostberlin gekommen war. Im chicen Stonewashed-Jäckchen präsentierte sie das ganze. Und dann kams: Bockwürste, Trinkbecher, Bananenschalen (wer welche hatte) flogen unserer Goldkathi entgegen. Der ganze Hass aufs System wurde in ihrer Person manifestiert. Sie hielt zwar tapfer durch aber zog daraus anscheinend keine Lehren: Sie ist fürs Eis geboren aber nicht für die Bühne.

Dent42

28. November 2009, 16:23

@Frankfurter: Mit Komödien können sie hierzulande keinen Blumentopf gewinnen, diese Genre bewegt sich Grundsätzlich am Rande der belanglosigkeit bzw des Unterschichtenprogramms und ist natürlich für den deutschen Intellektuellen viel zu Primitiv und wenn sie ein Drama machen dann muß es natürlich authentisch sein, da eignet sich das historiendrama natürlich vortrefflich, warum soll man sich als deutscher Autor die mühe machen sich was auszudenken, wen man in der historie genug Stoff ifndet, aber wehe sie werden dabei zu Unterhaltsam, oder zu Actionreich oder  wagen sogar eine eigene Interpretation der Geschichte, dann werden sie ganz schnell der historischen Bedeutung nicht gerecht und schon gar nicht den Opfern oder deren Angehöroigen. Wenn sie aber ein seriös inszeniertes, politisch korrektes Historiendrama drehen, mit den üblichen Schauspielern, das nicht zu sehr vom Mainstream abweicht, niemandem wehtut und unterhaltsam genug ist um ein sanftes Einnicken zu verhindern, da können sie schonmal Platz im Regal freimachen.

Ansonsten muß man aber nicht so tun als gäbe es immernoch nur ein TV-Programm in Deutschland, ich habe allein per dvbt schon 32. Wenn ich also sehe das der Bambi verliehen wird, Hape Kerkeling nach menschlichem ermessen nicht dabei ist und Kati Witt - deren Akzent und Stimmlage allein bei manchen Menschen schweres  Ohrenbluten und temporäre Impotenz verursachen kann, ganz zu schweigen von den armen Haustieren - dann weiss ich doch vorher das das scheiße wird und schalte gar nicht erst ein. Ein Vegetarier geht doch auch nicht zu McD und beschwert sich danach über das Angebot. Deutsche Preisverleihungen sind doch auch mit nicht völlig talentfreien Moderatoren eine Qual und zwar unabhängig vom Veranstaltungsort. Langweilig, pathetisch, spiessig, miefig, provinziell, ironiefrei, amateurhaft und meisstens nicht mal live.

Man könnte ja versuchen von den amerikanern zu lernen, das wirkt zwar oft künstlich und inszeniert, aber wenigstens ist es von vorne bis hinten professionell und meisstens mit hervorragenden und unterhaltsamen Moderatoren, aber während es dort Leute gibt wie Conan O'Brien, Hugh Jackman, Jon Stewart, Neil Patrick Harris, Ellen DeGeneres, haben wir, wenn überhaupt,  nur wenige die auch nur annähernd diese Format erreichen. Die Oscars 2010 werden von Steve Martin und Alec Baldwin moderiert, wir dagegen freuen uns auf die Bambis im nächsten Jahr, präsentiert von Franziska Schenk und Gerhard Delling

Stefan W.

28. November 2009, 18:16

Ich muß mir solche Sendungen glücklicherweise nicht ansehen. Dank Ihrer schönen Schilderung habe ich in wenigen Minuten doch den plastischen Eindruck gewonnen es gesehen zu haben, ohne 90 Minuten zu verlieren. :)

Die Geschmeidigkeit der Eisberge, das ohrenbetäubende Schweigen, Frau Witt - eine präzise Beobachtung kombiniert mit einer fröhlich-bösartigen Sprachkunst und wohldosierten Übertreibungen, denen man ihre Gewolltheit nicht übelnehmen kann. Sehr schön!

Lukas Ormer

28. November 2009, 21:46

http://fernseh-kritik.blog.de/

Da kann ich nur sagen: Volltreffer. Reichlich verunfallte Show und die Preisträger kamen mir völlig austauschbar vor. Oh Mann, Wer denkt sich bloß solch ein Konzept aus?

Mario D.

28. November 2009, 22:01

Ranicki als Preisträger hätte gesagt: "Ich nehme diesen Bambi nicht an!" Die Veranstaltung ist meiner nicht würdig.

Die Kritik der FAZ-Comunity ist vollkommen berechtigt und trifft ins Schwarze.

Ich habs mir nur angeschaut, weil ne Freundin von mir als Begleiterin eines Schauspielers dabei war. Hoffentlich ist sie nächstes Jahr nicht nochmal dort.....

hkowa

29. November 2009, 00:43

Die unheilige Allianz Burda - ARD war mir schon immer unbegreiflich. Sie macht den ÖRR hochgradig angreifbar und sollte über die Besetzung der Rolle einer Tatort-Kommissarin nicht hinausgehen.

Guter Text, Herr Niggemeier; aber im Grunde unnötig. Dieser fortgesetzte Mist lohnt nicht einmal schlecht beschrieben zu werden. Der BAMBI im sogenannten Ersten gehört ignoriert. Ich will es gar nicht glauben, daß die ARD die Kosten trägt und nicht Herr Burda, aber ja, das geht ja nicht (wegen des Werbeverbots nach 20 Uhr)...

Sardor

29. November 2009, 14:17

Mal 'ne Frage: Wer hatte die Preisverleihung überhaupt produziert, Burda oder die ARD?

paul

30. November 2009, 01:03

Nett, nett - aber der Zusatz "DDR-" bei Eiskunstläuferin Witt ist unangebracht. Mal drüber grübeln!

LittleNemo

05. Dezember 2009, 15:32

Sehr schön übrigens auch die Screenshots! In Til Schweigers Gesicht so eine Art Verdrossenheit aufgrund intellektueller Unterforderung zu sehen, das ist sehr aussagekräftig bezüglich des Gebotenen. Übrigens ist ihm mit dieser Mimik schon jetzt die Hauptrolle sicher, falls mal eine Realfilmversion von "Bernd, das Brot" ansteht ...

Werner Ehret

11. November 2010, 21:00

http://ehretw@web.de

Das Grauen geht in 2010 weiter !

Mit Sarah Jessica Parker Superstar ??`und Michael Mittermaier Comedy Altstar.

Erlöse uns Herr von diesem Übel.

Nächstes Jahr moderiert Mario Barth und als Gaststar aus Hollywood

Dacid Hasselhoff.

Na denn Prost !

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