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Das Fernsehblog

Das Mysterium der heimlichen Qualitätsserien-Nachtversendungen

10. Dezember 2009, 07:40 Uhr

Eines müsse ich ihm glauben, sagt Christian Körner, der Pressesprecher von RTL: "Wir wollen, dass unsere Programme auch von Zuschauern gesehen werden."

Klingt nach einer Selbstverständlichkeit. Ist es aber nicht. RTL hat sich zum Beispiel gerade richtig viel Mühe gegeben, die letzte Folge der Erstausstrahlung von "Der Lehrer" vor dem Publikum zu verstecken. Und schaffte es, dass sie nicht, wie die anderen, von gut zwei Millionen Leuten gesehen wird, sondern nur von ein paaar Hunderttausend.

Und das ging so:

Der Sender hat von der Schul-Comedyserie neun Folgen produzieren lassen. Die lagen dann erst ein paar Jahre rum, bis sich RTL im Sommer dazu durchrang, sie in Doppelfolgen schnell wegzusenden. Bei neun Teilen stellen Doppelfolgen die Programmplanung eines Senders allerdings vor gewisse Herausforderungen. Sicher, man hätte einfach zum Schluss drei Folgen senden können - aber dann hätten die Leute vom RTL-Mischmagazin "Extra" im Anschluss womöglich nicht genügend Zeit für ihre beliebten Verbrauchertests gehabt. Man hätte die letzte Folge im Doppelpack mit etwas anderem zeigen können, aber mit was? Und man hätte die neunte Folge als erste einer zweiten Staffel zeigen können, aber dazu müsste es eine zweite Staffel geben, und das kann man wohl ausschließen. Also zeigte RTL nur die Folgen 1 bis 5 und 7 bis 9 und hoffe, dass niemandem auffiel, dass da was fehlte.

Um dann, ohne jede Ankündigung, am 25. November doch noch die sechste Folge nachzureichen. Morgens um 4.20 Uhr. Und wer das verpasst hatte und unter Schlafstörungen litt, entdeckte vielleicht zufällig die Wiederholung: zwei Tage später, am Freitagmorgen um 4.30 Uhr.

Warum die Geheimniskrämerei? Christian Körner sagt, bei so kurzfristigen Programmänderungen sei es ja ohnehin zu spät, noch die Zeitungen und Zeitschriften rechtzeitig zu informieren. Warum aber auch auf den Programmtafeln im RTL-Teletext anstelle nicht "Der Lehrer", sondern "Staatsanwalt Posch ermittelt" angekündigt war, kann er nicht sagen. Und eine Antwort auf die Frage, warum RTL überhaupt ganz plötzlich einfällt, kurzfristig noch eine verwaiste Serienfolge ausstrahlen zu müssen, findet Körner auch nach längerer Recherche nicht. Man hört ihm aber eine gewisse Amüsiertheit an, dass man sich überhaupt für das Programm zu einer Zeit interessiert, wo eh keiner guckt.

Aber genau das ist es ja. RTL versendet gerade auch die komplette letzte Staffel der erfolgreichen und vielgelobten Serie "Mein Leben & ich" zu einer Zeit, wo eh keiner guckt. Auch diese Comedy hing zunächst ein paar Jahre im Keller ab, bis der Sender vor einigen Wochen plötzlich und unangekündigt damit begann, sie in der Nacht von Freitag auf Samstag und im Morgengrauen am Sonntag zu verstecken - gerne in Doppelfolgen, in der jeweils zuerst die zweite Folge läuft und dann die erste.

Eine halbwegs plausible Antwort, warum RTL so mit in jeder Hinsicht hochwertigen Programmen umgeht, ist vom Sender nicht zu bekommen. Auch die Freunde aktueller Primetime-Serien müssen sich von RTL einiges zumuten lassen: Die Handlung von "Dr. House" wird immer wieder durch lange Wiederholungsblöcke unterbrochen. Bei "C.S.I." hat es der Sender geschafft, die wöchentliche Ausstrahlung gerade dann einmal aussetzen zu lassen, als es eine dramatische Doppelfolge gab. Stattdessen lief auf dem Sendeplatz der Pilotfilm zur Neuauflage von "Knight Rider" - einer Serie, die aber erst eine Woche später begann. Es ist ein einziges Rätsel und Trauerspiel.

Wenn RTL wenigens konsequent wäre und die Nachtstrecke konsequent für die verbliebenen sehenswerten Programme verwenden würde - man könnte sich drauf einlassen und auf Verdacht den Rekorder programmieren. Neben versprengten Serienresten und der schönen Abschlussstaffel von "Mein Leben & ich" hätte man so Ende November (natürlich ebenfalls unangekündigt) schön noch einmal "Doctor's Diary" sehen können, jeweils gegen 2 oder 3 Uhr. Und Vox ahmt es dem großen Bruder nach und hat in den vergangenen Tagen einfach mehrere bislang ausgelassene Folgen der amerikanischen Krimiserie "The Closer" ausgestrahlt, eine am Montag, zwei im Doppelpack am Mittwoch, eine am Dienstag, aber immer gegen drei Uhr morgens.

Offenbar hat es buchhalterische und lizenzrechtliche Gründe, Dinge kurz vor Jahresende noch wegzusenden. Aber welchen Sinn hat es, das so zu tun, dass möglichst niemand die Schätze entdeckt, unangekündigt, im Morgengrauen, wild durcheinander? Von RTL gibt es darauf keine Antwort. Irgendwelche Vorschläge?

Veröffentlicht 10. Dezember 2009, 07:40 von Stefan Niggemeier
Kommentare

ariadne

10. Dezember 2009, 08:42

Welchen Sinn das haben soll, kann ich auch nicht sagen (vermutlich keinen), welche Wirkung solche Späße bei der Programmplanung bei mir haben, aber schon. Das Absetzen der 3. Staffel von The Closer bei Vox bzw. von Bones (zugunsten einer grottigen RTL-Eigenproduktion) hat dazu geführt, dass ich kein Fernsehn mehr schaue. Ich bestelle die Serien im Original auf DVD und aus. Sollen die Sender doch machen, was sie wollen...

Sven

10. Dezember 2009, 08:43

http://inselblog.com

Meine Theorie: Bei RTL sind alle, ständig betrunken und besoffen ist nunmal DSDS, Super Talent und Bauer sucht Frau einfach lustiger...

Ansonsten kann ich mir das nicht erklären.

Flix

10. Dezember 2009, 09:24

Vorschlag:

Es hat den Sinn, zu offenbaren, worum es in diesem Geschäft inzwischen ausschließlich geht. Längst nicht mehr darum, gutes Programm zu machen, nicht einmal mehr darum, seinen Fans treu zu bleiben, und ganz sicher nicht um einen angemessenen Umgang mit denen, die sich als potenzielles Vermarktungsobjekt zur Verfügung stellen.

Sondern einzig und allein um – Kohle.

Peter Viehrig

10. Dezember 2009, 09:26

RTL ? Erstmal suchen gehen...

Chris (Idstein)

10. Dezember 2009, 09:28

Sehr treffend beschrieben!

Leider gibt es da noch viele andere Beispiele. Unter anderem eine meiner persönlichen Favoriten "Two and a half Men". Ursprünglich hieß es die neue Staffel wird immer in Doppelfolgen ausgestrahlt. Soweit so gut. Das ging die ersten 3 Wochen gut aber dann bestanden die Doppelfolgen aus einer neuen Folge und im Anschluss wurde einfach eine willkürlich ausgesuchte Folge aus den letzten Staffeln drangeklatscht. Als kleines Schmankerl wurde die Ausstrahlung in den letzten 2 Wochen nochfür 2 Stunden Mittermeier und gefühlte 10 Stunden (Raab spielt Poker) unterbrochen.

CSI:Las Vegas ist auch ein schönes Beispiel von Ihnen. Sieht man noch vor knapp einem Monat den alten Hauptdarsteller (sehr gut: William Petersen) aus der Serie im Dschungel von Costa Rica aussteigen und Laurence Fishburne seinen Platz einnehmen, liefen letzte Woche schon wieder ohne Ankündigung Uraltfolgen mit einem längst totem Teammitglied.

Bei den Serien House und Bones hab ich leider schon jeglichen Faden verloren was wirklich schade ist. Zwar werden die Sendungen nicht um 4:00 Uhr morgens gesendet aber das musste mal gesagt werden.

Deswegen bin ich mittlerweile auf die Möglichkeit des legalem Streamen umgesprungen. Keine Werbung, die Folgen sind Durchnummeriert und ich bestimme die Sendezeit.

Maestro

10. Dezember 2009, 09:35

Na, die Antwort steht doch schon im text:

Buchhalterische  und lizenzrechtliche Gründe.

Die Aufregung über  diese an sich sehr obsolete Praxis mag verständlich sein, andererseits waren alle hier genannten Serien keine  Quotenrenner (außer C.S.I. vielleicht) , daher wird  es dem Publikum wohl kaum aufgefallen sein, der  Aufschrei selbigen wird sich demnach in Grenzen halten.

Andererseits hate selbst der  größte Quotenflop seine Handvoll Fans, und diese fühlen sich zu Recht  für dumm verkauft.

Kann man den wenigstens die genannten Serien im  Internet angucken  ?

Das wäre ja  wenigstens ein kleines Trostpflaster für  die  Zuschauer....

uk

10. Dezember 2009, 09:38

In einem Dilbert Comic war der Chef der Vertriebsabteilung ein betrunkener Holländer der seit über 100 Jahren in einem Faß lebt und dessen schwer zu verstehender Akzent zu Entscheidungen umgemünzt wird. Ähnlich stelle ich mir die Entscheidungsfindung bei RTL auch vor.

SvenR

10. Dezember 2009, 09:48

Weil sie es können.

Carsten

10. Dezember 2009, 09:52

http://www.toomuchinformation.de

Ich hätte zumindest den Vorschlag, die letzte Äußerung von Charlotte Engelhardt bei Popstars als sinnbildlich für die Nichtrechtfertigbarkeit der eigenen Programmqualität zu nehmen: "Wir gehen jetzt lieber ganz schnell in Deckung." Besser is das.

www.youtube.com/watch

Robert

10. Dezember 2009, 09:59

Es ist perfider, als es scheint. RTL setzt darauf, dass sich dieser positive Sendungsterrorismus ("es kann jederzeit passieren, ohne Vorwarnung, und dann läuft etwas Sehenswertes im Fernsehen") möglichst rasch herumspricht. Die Zuschauer, geplagt und gelangweilt von monatelangem schlechten Programm mit Bauernfrausuchen und Scripted-Reality-Shows, sehnen sich so sehr nach gutem Programm, dass sie fortan <i>ständig</i> RTL sehen, in dem Wissen, es könne jede Sekunde doch etwas Gutes laufen.

Hannes

10. Dezember 2009, 10:06

http://-

Ich denke RTL hat dafür keinen plausiblen Grund, da ist Platz also wird das mit irgendetwas deutschem gefüllt. Das gute deutsche Produktionen nachts sinnlos verheizt werden hat doch schon eine lange Tradition. Ich erinnere mich, dass das ZDF mal vor ein paar Jahren nachts um 1.50 "Die Blechtrommel" zeigte. Es war keine Wiederholung vom Vorabend, das muss man dazu sagen. Ironie der Geschichte. In einer Programmzeitschrift war sie der Spielfilmtipp des Tages...

zoey

10. Dezember 2009, 10:24

neue folgen von closer im nacht-nacht programm bei vox? es ist zum haare raufen. man sollte wohl froh sein, dass freitags überhaupt neue folgen erscheinen und nicht heimlich alte folgen untergemischt werden. oder unangekündigt drei folgen criminal intent hintereinander laufen.

Seriengucker

10. Dezember 2009, 10:37

Gibt es tatsächlich noch Leute, die sich Serien im TV angucken? Ich für meinen Teil warte lieber, bis sie auf DVD erschienen sind (was ja heutzutage recht schnell geschieht) und schaue mir die Episoden in Ruhe und der Reihe nach an - wann und wo und wie ich will. Schön!

Omar

10. Dezember 2009, 10:46

Serien, guck ich im Netz - ausschließlich! Englischsprachige  Serien in deutscher Synchronisation sind meistens eine Zumutung, vor allem die Comedyformate. Die meisten relevanten deutschen Serien lassen sich sowieso bequem offiziell im Netz ansehen, z.b. Pastewka und Stromberg. Bei den englischsprachigen Serien muss man ein kleines bisschen kreativer werden, aber problematisch ist das auch nicht.

Klaus

10. Dezember 2009, 11:23

Das ist wohl weniger Strategie als Desinteresse. Diejenigen, die das Programm letztlich zusammenstellen, schauen sich doch diese belanglosen Serien - um die es hier geht - nicht alle vorher an (wie Herr Niggemeier, der diese Dinger offensichtlich sehr liebt) um sie dann gekonnt in der richtigen Reihenfolge auszustrahlen.

DönerDinner

10. Dezember 2009, 11:42

Bei Vox werden auch seit Monaten relativ regelmäßig die nächtlichen Wiederholungen von "mieten kaufen wohnen" durch andere Programme ersetzt, ohne dass dies im Teletext oder sonstwo vermerkt wäre. In den letzten Wochen sah man auf diesem Platz vor allem die Eigenproduktionen "Wie lebst du denn?" und "Alle Mann an Bord!".

uk

10. Dezember 2009, 11:46

"Gibt es tatsächlich noch Leute, die sich Serien im TV angucken?"

Natürlich, für jede TV Staffel auf DVD bis zu 30 Euronen hinzublättern kann sich bei weitem nicht jeder leisten. Eine gute Alternative zwischen DVDs und Internet sind mir Festplattenrekorder. Da programmiert man einfach alle Folgen von beispielsweise Stromberg und diese werden aufgezeichnet, egal wann Pro7 gedenkt sie auszustrahlen. Kann man dann auch kucken wann man möchte und ist bei weitem nicht so kostspielig als sich die Wohnung mit DVD Boxen voll zu stellen.

onlime

10. Dezember 2009, 12:24

@Maestro: "Mein Leben und ich" kein Quotenrenner? Na gut, wenn man die Serie  parallel zur Fußball-WM versendet, darf man sich nicht wundern. Aber die Staffeln davor liefen doch äußerst erfolgreich.

Mirko

10. Dezember 2009, 12:29

Bekommen die Sender eigentlich was von den DVD-Boxen der lizensierten Serien ab? Bringen die Werbebanner, die nicht von AdBlock u.ä. unterdrückt werden, und Zwangs-Streamingspots mehr Geld ein als die klassische TV-Werbung?

Anders kann ich mir eigentlich auch nicht mehr erklären, warum die TV-Sender (die anderen können das auch gut) ihre potentiellen Kunden so vergraulen.

Fernsehopfer

10. Dezember 2009, 13:36

Wahrscheinlich geht es einfach darum, daß die Lizenzabteilung bei RTL keinen Bock hat, sich zu Jahresbeginn 2010 von Frau Schäferkordt eine Liste unter die Nase halten zu lassen, auf der fett und rot markiert ist, was man 2009 noch kostenlos hätte senden können und leider verpennt hat. Das verärgert nämlich die Lizenzgeber und die Controller. Da weder die Lizenzabteilung noch die Geschäftsführung ihre Serien verfolgen, nachdem sie das OK für den Einkauf gegeben haben, dilettiert die RTL-Programmplanung einfach herum. Alles außerhalb der seriellen Call-In-Show wie DSDS, Supertalent, BSF etc. gilt als Füllmasse, bestenfalls als (lästiger) Imageträger.

Jeanne S.

10. Dezember 2009, 13:53

Witzig, ich habe in der Nacht von Freitag auf Samstag auf einmal "Mein Leben und ich" auf RTL gefunden, und habe mich schon gefagt was das denn soll...

Ich muss Herrn Niggemeier Recht geben, diese Serie ist eine der ganz wenigen guten deutschen Serien. Schade, dass sie im Nachtprogramm verpulvert wird.

J. S.

10. Dezember 2009, 14:31

@Chris (Idstein)

zu Two and a Half Men. Es wurde eine Episode der 6. und eine Episode der 5. Staffel gezeigt (nicht irgendeine der letzten Staffeln). Und das in chronologischer Reihenfolge.

Bernhard

10. Dezember 2009, 14:45

Vermutlich versuchen die Programmplaner ein Programm zu machen von dem sie glauben, dass es gut ist und kurz vor Jahresende kommt dann die  Lizenzrechtabteilung und sagt, dass man noch schnell das ein oder andere unterbringen muss, weil sonst die Rechte weg sind. Natürlich könnten die Lizenzrechtler schon vorher Bescheid sagen, aber die kümmern sich ja sonst nur um den Rechteein- und verkauf und erst am Ende des Jahres setzt sich ein Praktikant an die Bücher und stellt fest, dass man noch schnell etwas zeigen muss. Weil aber die Programmplaner ihr Programm wie ein Kunstwerk betrachten und sich nicht in ihre Kunst hineinreden lassen wollen, reagieren sie nicht auf die Warnungen der Lizenzrechtler (erst recht nicht, wenn die vom Praktikanten kommen). Erst wenn der Chef vom Sender kurz vor Ende des Jahres mal auf den Tisch haut, machen die Programmplaner wider willig noch Sendungen ins Programm. Aber selbstverständlich werden dann nicht die Filet-Sendeplätze ersetzt, sondern nur Nachtwiederholungen.

Dent42

10. Dezember 2009, 14:58

Das Einstreuen von Wiederholungen ist ja an sich nicht sonderlich verwerflich, eine Staffel hat i.d.R nur 22 Folgen,und es ist nachvollziehbar wenn die Sender die Serie etwas strecken möchten, allerdings sollten sie es so machen wie die amerikanischen Stationen, die frühere Folgen aus den aktuellen Staffeln erneut ausstrahlen, gerne auch wenn starke Konkurrenzprogramme laufen.

Wer das Glück hat ausreichend englisch zu verstehen greift dann doch lieber auf www.amazon.co.uk zurück oder bemüht andere Quellen im Netz

Christian

10. Dezember 2009, 15:03

http://www.appenzeller-online.de

Roger Schawinski (der ehemalige Chef von Sat.1) hat dieses Phänomen als

"On-Air-Abschreibung" bezeichnet.

Die Sendung wird also ausgestrahlt, damit sie aus dem Programmvermögen in der Bilanz verschwindet. Würde man dies nicht tun, müßte der Wert der Sendung irgendwann außerordentlich abgeschrieben werden und man hätte die Sendung völlig "verschenkt".

Leider ist das Tagesprogramm gerade bei RTL aus Quotensicht mittlerweile komplett durchoptimiert. "Mein Leben und ich" lief da ja mal um 17.00 Uhr mit (wenn ich mich recht erinnere) nicht so durchschlagendem Erfolg. Da ist es für den Sender erfolgreicher, die mittlerweile zahlreichen Scripted-Reality-Formate am Nachmittag zu senden, statt vorhandenen Serien.

Und da das Wochenende mittlerweile tagsüber über weite Strecken als Wiederholungsprogramm für Seifenopern, Shows, etc. aus der vergangenen Woche genutzt wird, bleibt halt für diese "On-Air-Abschreibung" leider nur das Nachtprogramm.

Vielleicht wäre es ja eine Alternative, wenn RTL z.B. "Mein Leben und ich"

an das neue Programm "ZDF neo" lizenzieren würde. Dann hätte ZDF neo eine weitere gute Serie im Programm (die auch halbwegs zur Zielgruppe paßt) und RTL könnte sogar noch ein paar EUR damit verdienen. So, wie die Privaten gegen ZDFneo wettern, wird das aber wohl eher nicht passieren...

Paule

10. Dezember 2009, 17:37

@Stefan: Hatte das nicht Roger Schawinski in seiner TV-Falle erklärt? Es ging wirklich um Controller und buchhalterische Gründe. Da kann ich jetzt aber auch falsch liegen.

Aber das macht RTL jedes Jahr so. Ende des Jahres ist nachts Primetime. Letztes Jahr liefen AFAIR Erstausstrahlungen von Cobra 11 oder einer anderen deutschen Serie, die dann zu Beginn des neuen Jahres am Abend liefen.

sebseb

10. Dezember 2009, 17:44

Hatte Das Erste das nicht auch mal ab und zu mit dem Tatort gemacht? Da wurden neue Tatorte einfach so in den dritten Programmen ohne Ankündigung versendet.

Und auch RTL praktiziert das häufiger gegen Jahresende, dass alte und neue Produktionen einfach nachts ohne Ankündigung versendet werden.

Ich meine mal gelesen zu haben, dass das in der Tat buchhalterische bzw. steuerliche Gründe hat, da dann angeben werden kann, dass die Sendung noch in 2009 gesendet wurde.

basti

10. Dezember 2009, 18:41

Das ist bei RTL leider nix neues. In den vergangenen Jahren liefen zumeist im Sommer-Nachtprogramm statt der Olli Geissen-Wdh. alte eigenproduzierte Serien wie "Die Cleveren" "Cobra 11" "Sinan Toprak" "Medicopter 117" "Die Wache" "Wilde Engel", u.a. Auch ohne Ankündigung in Zeitschriften. I-Net oder Teletext.

tvimnetz

10. Dezember 2009, 18:53

Gibt es eine aktuelle Webseite, wo solche kurzfristigen Highlight-Umprogrammierungen im Nachhinein gesammelt werden?  

Mit der GetAllWishlist des OnlineTVRecorders kommt man dann auch noch einige Tage nach der Sendung an die wenigen Perlen des Programms heran.

Danke schonmal für Eure Tipps!

V

10. Dezember 2009, 19:09

Fernsehopfer hat es wohl trefflich beschrieben. Controller-Fernsehen halt.

Es gibt aber auch ein Positivbeispiel für den Umgang mit einer Serie und ihren Fans: Die 4. Staffel von "Prison Break". Sie wurde trotz schwacher Quoten ohne Unterbrechung wochenweise und in richtiger Reihenfolge bis zum Ende gesendet, sogar erweitert um die in den USA nur auf DVD erschienenen Finalfolgen. Und auf dem letzten Abspann sprach die Stimme von RTL, Gregor König: "Die Flucht ist nun zu Ende. Damit verabschiedet sich 'Prison Break' von seinen Zuschauern. Wir sagen: Danke."

Thomas

10. Dezember 2009, 19:17

Wie bereits erwähnt wurde hat Roger Schawinski dies in seinem Buch "Die TV-Falle" schon erläutert, der Unterschied zwischen RTL und Sat.1 ist allerdings, dass RTL diese Abschreibungsgeschichten tatsächlich mehr oder weniger heimlich um 2:40 Uhr und 4:20 Uhr wegsendet, Sat.1 sie allerdings, zumindest bis jetzt, immer noch wenigstens vorher angekündigt hat.

Da diese Praxis allerdings schon seit Jahren stets zum Halbjahr und zum Jahresende praktiziert wird dürfte sie den wenigen geneigten Interessierten durchaus bekannt sein. Das RTL auch den Videotext verfälscht um die Zuschauer zu täuschen ist allerdings auch nicht neu - dagegen tauschen diese eigenproduzierten Serien allerdings bei der GfK-Auswertung am folgenden Tag auf, wer also wirklich daran interessiert ist sollte und könnte, da die Slots und die ungefähren Daten der Ausstrahlung bekannt sind, darauf einstellen, aufstehen und die Serien angucken. Allerdings ist die Zahl derer, die sowohl über diese RTL-Praxis Bescheid wissen und am nächsten Tag nicht früh rausmüssen sicher sehr überschaubar.

Das man sich bei RTL aber derart dummstellt ist schon überraschend - zumal in Internetforen diese Thematiken schon seit Jahren diskutiert werden.

Es sollte allerdings an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass die oben erwähnten Serien von Sony Pictures - bereits alle seit geraumer Zeit auf DVD verfügbar sind, andere Serien, z. B. Abschnitt 40, Balko o. a. m. sind auch viele Jahre nach der Absetzung zum großen Teil immer noch nicht für die verbliebenen Interessierten in irgendeiner Form erhältlich, da sich die Veröffentlichung auf DVD für den Sender nicht lohnt. Dies ist die eigentliche Tragik, nicht Mein Leben und ich, Die Familienanwältin und Der Lehrer.

kopfschüttlerunderbrecher

10. Dezember 2009, 19:34

OT: www.dwdl.de/.../nach_protesten_prosieben_verschiebt_teeniesexsoap  toll....vor "kirche" und "politik" knickt pro 7 ein....aber der zusacher ist dem sender *** egal.

ich bin mir sicher,dass die sendung eh bescheuert ist und leider trotzdem gute quoten geholt hätte. aber wenn mal zuschauer wie z.b. hier im blog die grossen sender kritisiern(wegen z.b. den anderen bescheuerten "doku-soaps" ),denen das links rein und rechts rausgeht,da kann ich echt nur den kof schütteln.voralemda sagt die "politik" und die "kirche"  nix gegen *koppschüttel

erbrecher

10. Dezember 2009, 21:47

achja:mein comment ist doch nur halb OT,weil:chuck(die neue staffel) wurde angekündigt und es wurde behuaptet (über twitter) dass es die erste in die zweite staffel nahtlos übrgehen wird.....am tag des "showdowns" kam "scrubs"die 10000000000000 wiederholung :/ doppelfolge natürlich...

nix gegen scrubs..nur die wiederholungen von scrubs und malcolm in the midle nerven langsam massiv!!!

Marc

10. Dezember 2009, 21:48

http://verwickeltes.wordpress.com

Nachtversendung hat auch das ZDF hinbekommen. Wenn ich mich da an "Veronica Mars" erinnere, ärgere ich mich jetzt noch. Die Serie lief Samstags mittags, aber irre unregelmäßig weil entweder der Papst, der US-Präsident, die Tour de France oder Kutschen mit adeligen Brautpaaren durch die Weltgeschichte in die Programme marschierten.

Also guckte keiner, weil man ja nie wusste wann. Dann schob das ZDF die Sendung ins Mitwochnachtprogramm - weil am Samstagmittag die Sendung ja keinen Anklang gefunden hatte. Und die letzte Staffel lief dann in der Nacht auf Samstag. WO auch immer gerne Sondersendungen liefen, weil irgend ein Künster ein Special bekam oder "Kerner kocht" ausreichend Sendezeit bekam, um zu zeigen, wie man auch Suppe anbrennen lassen kann.

Nichtgucker

11. Dezember 2009, 07:36

"...dass möglichst niemand die Schätze entdeckt,..."

Müsste Schätze im Zusammenhang des RTL-Programms nicht in Anführungszeichen gesetzt werden?  

tvkenner

11. Dezember 2009, 12:26

Ich kann nur sagen dass vor Jahren Controller und Juristen das Ruder beim Privatfernsehen übernommen haben. Die richtigen Fernsehleute gibt es nicht mehr oder haben sich den neuen Herren untergeordnet. Denn neuen Bossen geht es nur um Gewinnmaximierung und nicht um den Zuschauer.

k

18. Dezember 2009, 08:20

Trotz der Veröffentlichung auf DVD hat sich RTL entschieden, die "neuen" Folgen von "Mein Leben und Ich" auch auf rtl.now.de zu zeigen, teilweise kostenlos. Und wunderbarerweise gibt es bei fernsehserien.de www.fernsehserien.de/index.php) die Sendedaten der nächsten drei Wochen (demzufolge soll das Serienfinale diesen Sonntag ganz früh laufen). Nützt leider nichts, wenn man keinen Rekorder hat (Sonntag früh um sechs Uhr - das ist keine Zeit), aber immerhin.

modelverhunzer

18. Dezember 2009, 10:48

Mich hat Pro7 damals in der ersten LOST Staffel durch wirre Programmplanung und eine "Sommerpause" vom Fan zum Frustrierten gemacht. Mit dem Ergebnis, dass ich mir den Rest der Staffel aus den USA besorgt habe. Nachdem dieser Kanal erstmal geöffnet war, habe ich dann auch alle übrigen Staffeln daher bekommen.

Und nachdem ich festgestellt habe, dass Serien auf englisch, nach meinem Rhythmus und in richtiger Reihenfolge (!!) viel mehr Spaß machen, schaue ich bis auf Stromberg eigentlich keine Serien mehr im Fernsehen. Und auch bei dem macht Pro7 es einem ja nicht einfach.

mikegain

29. Dezember 2009, 12:55

meine vermutung: die werbeblöcke sind nachts billiger, und unatraktiver für den markt. die werbeblöcke am tage sind monatelang, wenn nicht sogar länger von diversen konzernen abonniert, wonach sich dann zielgruppen-gesteuert das programm richtet?! sprich...das programm gestalltet der kunde, also der markt ansich...demnach findet man bei sport-sendungen meisst männliches werbegut; bier, autos, etc...

worauf ich hinaus will-> ich glaube die (privaten)sender sind an der programm-gestalltung nur sekundär beteiligt.

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10. Dezember 2009, 18:02

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