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Das Fernsehblog

Die Grenzen der Satire beim ZDF: Sonneborns Chinesenwitze und Schächters Kotau

11. Dezember 2009, 20:21 Uhr

Ein vermutlich lustig gemeinter Beitrag der "heute show" hat die Beziehungen zwischen dem ZDF und dem chinesischen Volk belastet. Eine satirische Umfrage von Martin Sonneborn auf der Frankfurter Buchmesse, bei der Chinesen mit mangelnden Deutschkenntnissen vorgeführt wurden, ist nach chinesischen Protesten aus dem Online-Archiv des Senders entfernt worden. In einem Brief an den chinesischen Botschafter drückte ZDF-Intendant Markus Schächter sein Bedauern aus, dass der Beitrag "die Gefühle vieler Chinesen verletzt hat und als beleidigend empfunden wurde".

Der Satiriker Sonneborn hatte sich einen Spaß daraus gemacht, den Chinesen Aussagen über Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land in den Mund zu legen und ihnen für sie unverständliche Fragen über Folter und Massenerschießungen zu stellen. Er machte Witze über Produktpiraterie und "gegrillte Labradorsteaks".

In China fanden das nicht alle lustig. Als eine untertitelte Version des Beitrags auf dem chinesischen Videoportal todou.com veröffentlicht wurde, löste er Reaktionen aus, die der in Taiwan lebende Journalist Klaus Bardenhagen in seinem Blog als "übliche Flut von 'wir sind in unserem Nationalstolz verletzt und ganz furchtbar traurig, außerdem finden die bösen Ausländer uns sowieso alle böse'-Kommentaren" beschreibt. Auch das chinesische Staatsfernsehen CCTV berichtete über den vermeintlichen Skandal, verschwieg dabei aber offenbar, dass es sich nicht um eine Nachrichtensendung, sondern eine Satireshow handelte.

Die Propagandaseite des "China Internet Network Information Center" (die Sonneborn ebenfalls einen "Journalisten" nennt) meldete, dass sich das Außenministerium und die Botschaft in Deutschland beim ZDF beschwert hätten. Intendant Schächter habe sich daraufhin entschuldigt.

Ganz so war es nicht. Beim ZDF legt man Wert darauf, dass es sich bei dem Brief an den Botschafter nicht um eine Entschuldigung, sondern nur den Ausdruck des Bedauerns handele. "Satire ist eine Gattung mit langer Tradition", doziert der Intendant in dem Schreiben. "Solange es Satire gibt, war und ist sie 'Stein des Anstoßes'. Deswegen löst sie auch hierzulande immer wieder Kritik, Verärgerung und intensive Diskussionen aus."

Offenbar hat die Freiheit dieser Ausdrucksform aber hinter persönlichen oder nationalen Empfindlichkeiten zurückzustehen, denn Schächter fährt fort: "In Gesprächen mit der zuständigen Redaktion und den Autoren wurde deutlich gemacht, dass der Beitrag die Gefühle von Chinesen verletzt hat, damit es dazu keine Wiederholung gibt."

Das ist ein erstaunlicher Kotau - und ein untaugliches Kriterium. Wenn Satire verletzend sein darf, dann muss sie auch Chinesen verletzen dürfen. Dass ein deutscher Intendant sich dem Druck chinesischer Regierungskreise beugt und einen Film aus dem Online-Archiv entfernen lässt, ist ein schlechtes Zeichen.

Und das, obwohl der "heute show"-Beitrag eine erbärmliche Form von Humor ist: Sonneborn demonstriert Überlegenheit gegenüber den Chinesen dadurch, dass er ihre fehlenden Sprachkenntnisse ausnutzt. Er missbraucht zufällige Buchhändler, die das Pech haben, ihm vors Mikrofon zu laufen, für etwas, das man nur mit viel gutem Willen als eine Kritik am chinesischen Staat oder der umstrittenen Politik der Buchmesse deuten kann. Nicht auszuschließen, dass Sonneborn durch die Instrumentalisierung der chinesischen Gäste zeigen wollte, wie die chinesischen Gäste durch die Medien instrumentalisiert werden. Wahrscheinlicher ist, dass es eine gute Gelegenheit war, ein paar Chinesenwitze zu machen.

Das ist traurig und geschmacklos - aber auf meine Gefühle nimmt die "heute show" ja auch keine Rücksicht, wenn sie regelmäßig jemanden wie den Komiker Olaf Schubert beschäftigt. (Andererseits habe ich natürlich auch keine 100 Millionen Zuschauer für "Wetten dass?" zu bieten.)

Markus Schächters Brief an den chinesischen Botschafter endet mit der Bitte, sein Bedauern "auch nach China zu übermitteln". Und dem Satz: "Die Grundlage der langjährigen Beziehungen des ZDF zum chinesischen Volk und seinen chinesischen Partnern sollte, so hoffe ich, stabil und solide genug sein für ihre gedeihliche Weiterentwicklung in der Zukunft."

Veröffentlicht 11. Dezember 2009, 20:21 von Stefan Niggemeier
Kommentare

Sven

11. Dezember 2009, 21:10

http://inselblog.com

Ich bin nicht besser als Martin Sonneborn. Ich muss zugeben, das ich einen Chinesen dessen nahmen ich nicht aussprechen konnte, auf einer Party immer nur "Menschenrechtsverletzung" genannt habe und er es noch nicht einmal verstanden hat, weil er nur Englisch konnte. :-(

Sebastian

11. Dezember 2009, 21:58

http://socialissuesandstuff.com

Die Kritik an Sonneborn verstehe ich in diesem Zusammenhang ja noch.  Aber Schubert? Hast Du dich da vielleicht zu schnell von der in der Tat eher störenden Rolle des "naiven Ossis" abschrecken lassen? Der ist eine echte Perle in der derzeitigen Comedy-Landschaft.

"Die Grundlage der langjährigen Beziehungen des ZDF zum chinesischen Volk" ist allerdings grandios.

Wuschelbär

11. Dezember 2009, 23:32

Wenn Olaf Schubert eine Perle in der Comedy-Landschaft ist, dann müssen die anderen ja grottenschlecht sein.

Dirk

12. Dezember 2009, 00:27

http://www.studieren-ohne-grenzen.de

Ich finde es erschreckend, dass in der Randbemerkung und den beiden Kommentaren über Olaf Schubert klar wird, dass hier mangelnde Toleranz vorliegt. Es muss doch jedem ersichtlich sein, dass es weniges gibt, was mehr dem persönlichen Empfinden unterliegt, als der Humor. Ob jemand jetzt Pocher, Cindy oder Schubert mag, ist mir persönlich völlig egal und diese Intoleranz und Arroganz gegenüber den Künstlern finde ich unangebracht.

Ich finde Kritik an Komikern eventuell angebracht, wenn diese dumme Witze machen oder geistlose Sachen, aber das die Programme von Olaf Schubert geistlos wären, kann nun wahrlich keiner behaupten. Schade Herr Niggemeier, da hätte ich mir mehr Feingefühl von Ihnen versprochen :-(

Stefan Niggemeier

12. Dezember 2009, 00:35

Na super, da hat die Diskussion gleich die erste Ausfahrt genommen.

Johannes

12. Dezember 2009, 00:37

http://www.uerdinger.blogsport.de

Muss man sich nicht nur trauen, muss man auch dürfen. Und aus meiner Sicht darf Herr Sonneborn das. Aber ich bin auch nicht so empfindlich wie manch anderer und durchaus bereit zu Selbstironie und angebrachter Ernstlosigkeit. Was Lustigeres gibt es selten im deutschen Fernsehen. Bravo!

blob

12. Dezember 2009, 00:57

um darüber nich lachen zu könne muss man kein chinese sein.

was soll daran witzig sein, menschen worte in den wort zu legen, die einem quasi hilflos ausgeliefert sind?

schlechte witze auf kosten anderer zu machen, das kann auch stefan raab.

Dissident

12. Dezember 2009, 01:30

Gilt Markus Schächter nicht als besonders geschmeidig und biegsam, in diesem Sinne also eher als das Gegenteil von Nikolaus Brender? Man kann sagen, was man will, aber Hinternkriecherei macht sich im frommen Regierungsfernsehen offenbar bezahlt.

Robert

12. Dezember 2009, 10:51

Ich fand diesen Beitrag der heute-show zutiefst beleidigend und unverschämt. Wenn hier jemand davon spricht, dass man Selbstironie aushalten muss, dann kann ich dem zustimmen. Aber sie mussten ja keine Ironie oder Satire aushalten, hier wurden einfach alle Chinesen beleidigt, ja beleidigt und nicht auf satirische oder ironische Weise vorgeführt.

Den Chinesen einfach die deutschen Vorurteile vorzubringen und sie als Hundefleischesser und Menschenrechtsverletzer darzustellen zeigt viel über die deutschen Denkweisen/Vorurteile der Leute bei der heute-show.

Ich finde es schade, dass Herr Niggemeier, den ich sehr schätze, sich darüber aufregt, dass viele Chinesen beleidigt sind, wenn sie beleidigt werden ;-) Wenn es Satire wäre, hätte ich nichts dagegen, auch wenn ich die Meinung oder Darstellung nicht teile, aber so eine Verunglimpfung ist einfach eine Sauerei.

Ich wüsste gerne wie die meisten hier "über den Dingen"-Stehenden reagieren würden, wenn ein "Satiriker" sich im chinesischen Fernsehen auf erniedrigenste und perfideste Art und Weise über Deutsche lustig machen würde, sie als Idioten, Ignoranten und Nazis darstellen würde. Und wenn man sich nicht verteidigen kann, da man kein Chinesisch versteht. Wenn man selbst betroffen ist, hört die Selbstironie wohl auf was?

Wenn wegen der Mohammedkarikaturen (die auch welche sind) sich Regierungen und politische Instanzen entschuldigen und einen Kotau machen, dann ist das verständlich. Aber wenn Chinesen "witzigerweise" als begriffsstutzige, mordende Dummköpfe dargestellt werden, dann ist das doch der Aufregung etwas zuviel und sie sollen sich wieder beruhigen oder es einfach ertragen, den das sei ja Satire.

F. Haanel

12. Dezember 2009, 10:51

Es gab mal eine Sendung, in der eine gewisse Lady  Ray einem Oliver Pocher ein Gläschen mit ihrem Vaginalsekret schenkte und dieser dann sprachlos war und den Rest der Sendung zum Überlegen brauchte, wie er darauf reagieren sollte. Als er dann am Ende dieser Sendung dieses Gläschen mit einem schlechten Spruch einer norwegischen Sängerin, die kein Wort verstand, weiterschenkte, griff Harald Schmidt ein und maßregelte Pocher. Das hätte er auch nach der Sendung machen können, um Pocher nicht so dumm da stehen zu lassen, aber tat es unmittelbar nach Pochers Fehler vor der Kamera.

Was Sonneborn mit den Chinesen machte, unterscheidet sich im Grunde nicht von Pochers Aktion, nur dass es in der 'heute show' nicht mal hinter der Kamera ein Regulierungsmechanismus gibt. Da dürfen anscheinend alle tun und lassen, was sie wollen, Hauptsache, es ist politisch unkorrekt. Und genau das macht die 'heute show' zu einem Krampf, Oliver Welke sollte weiter Sportevents moderieren, aber Spitzen gegen Politik und Gesellschaft abschiessen mit dem Charisma einer Badeschlappe lässt ihn unecht wirken. Mir völlig unbegreiflich, warum diese Sendung so beliebt ist. Ein Herr Sonneborn zieht auch besser wieder die Fäden im Hintergrund, vor einer Kamera hat er nichts zu suchen, was er bei 'Zimmer frei' ja schon bewiesen hat - auch wenn seine Masche, die Moderatoren auflaufen zu lassen einen gewissen Reiz hatte - es war stinklangweilig.

Und schliesslich noch das Verhalten des ZDF - man hätte das Filmchen nicht entfernen lassen sollen, sondern ihn kommentieren - dass er einer Satiresendung entstammt, aber (vorsichtig gesagt) nicht besonders gelungen ist, dafür hätte man sich entschuldigen können. Aber das ist reines Wunschdenken.

gerrit

12. Dezember 2009, 11:19

Weiss nicht, was ihr habt, aber 1) mit etwas gutem Willen, sich auch mal unterhalb des eigenen Niveaus zu amüsieren, war das doch stellenweise nicht unwitzig.

2) unterstelle ich der Zett-Deh-Äff-Leitung einfach mal, das Internet ein bisschen verstanden zu haben. Den Schnipsel kann man aus der Mediathek nehmen, aber da guckt eh kein Aas. Hätte man hingegen den Schnipsel nochmal gebracht, (=im Fernsehen wiederholt) und einordnende Worte dazu verlesen, im Stil von "Dumme Deutsche gucken sowas gerne zum Feierabendbier, nicht ernst nehmen, bittschön"- das wär als eine Provokation missverstanden worden.

Jörg

12. Dezember 2009, 11:23

Der Sonneborn-Beitrag ist m.E. keine "erbärmliche Form von Humor", sondern lediglich erbärmlich, da ihm jeglicher Humor abgeht. Ein jämmerliches Beispiel dafür, was alles als Satire durchgeht. Natürlich muss sich Schächter dafür entschuldigen - allerdings nicht bei den Chinesen, sondern bei den Zuschauern des ZDF. Wer sich aber ebenfalls entschuldigen muss, ist Martin Sonneborn, und zwar bei den Menschen, die er in seinem Beitrag vorgeführt hat.

Jeeves

12. Dezember 2009, 11:59

Die Menschen und ihr Humor sind tatsächlich verschieden, F. Haanel: ich fand Sonneborn gegenüber der nicht nur bei ihm recht begriffsstutzigen Zimmer-Frei-Dame recht gut.

Generell: immer wenn Satire jemandem nicht passt, schreit dieser empörte Jemand: "Satire ja, aber nicht so!"

achim

12. Dezember 2009, 12:59

lustig, sich über sonneborn aufzuregen, aber nicht über die menschenrechtsverletzungen in china.

ich habe neulich irgendwo einen artikel einer exilchinesin gelesen. sie dankte sonnebprn für seine aktion. deutschland wurde von der westlichen welt unterstützt, seine beiden totalitären regimes zu überwinden. die chinesen werden von uns im stich gelassen.

wenns um geld geht...

Stephan

12. Dezember 2009, 13:19

Mir ist auch der Kitt aus der Brille gefallen, als ich diesen Einspieler im Fernsehen gesehen hab. Natürlich ist die Diksussion über guten oder schlechten Humor müßig, weil diese Bewertung nur aus rein subjektiven Geschmackserwägungen getroffen werden kann. Gute Satire hingegen hat immer eine Haltung oder Botschaft. Diese wollte ich hier nicht so recht erkennen. Der Vorwurf, dass in China Menschenrechte verletzt und West-Produkte kopiert werden ist so stumpf wie ermüdend. Allein die letzte Frage des Stücks, ob in China noch Hunde gegessen werden, ließ mich in ihrer Dämlichkeit hoffen, dass es sich bei diesem Beitrag doch um etwas ganz anderes handelte als das übliche Chinesen-Bashing: Ein Stück Mediensatire, das demonstrieren sollte, wie einseitig und dumm in westlichen Medien über China berichtet wird. Problematisch wäre in diesem günstigsten Fall jedoch weiterhin, dass diese Metaebene nicht deutlich genug kenntlich gemacht worden ist. Klar darf Satire beleidigend sein. Aber nicht zum Selbstzweck. Eine Entschuldigung halte ich deshalb für nicht unangebracht.

Robert

12. Dezember 2009, 13:53

http://www.RTiesler.de

Also, wenn man sich mal überlegt, wie die Chinesen auf der Buchmesse auftraten, jegliche Hinweise auf die Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land nicht mal ansatzweise ansprechen wollten, dann war Sonneborns Beitrag vollkommen in Ordnung.

Die Ignoranz der chinesen war viel schlimmer, Sonneborns "Umfrage" eine Reaktion darauf. Dass sich Schächter dafür entschuldigt, finde ich unmöglich.

JMK

12. Dezember 2009, 14:13

http://kuenstliche-welten.net

ZDF unterhält Beziehungen zum chinesischen Volk?

Wie stellt man sich das denn vor?

Nun gut, bei und gerade chinesischer Entrüstung, die ja in schöner Regelmäßigkeit auftaucht, frage ich mich immer ob Hr. Schächter auch vor einem wirtschaftlich weniger wichtigen "Partner" zu kreuze gekrochen wäre.

Uwe

12. Dezember 2009, 14:44

http://magerquark.de

Der witzigste Beitrag seit langem, Sonneborn rockt! Ich bin dafür, chinesische Minarette in Deutschland aufzustellen.

Torsten

12. Dezember 2009, 14:49

@achim: Der Zweck heiligt nicht jedes Mittel! Man kann sich sehr wohl über die Menschenrechtsverletzungen in China aufregen, und andererseits aber auch die Kritik daran nicht gut finden. Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe, das eine schließt das andere nicht aus.

Zum Thema: Also ich fand diesen unmotivierten Daily Show-Klon ja von Anfang an nur sehr bemüht witzig, und hier bekommt man die Quittung, wenn man auf Teufel komm raus Satire um der Satire Willen macht und dabei krampfhaft witzig, bissig, süffisant, wasauchimmer zu sein versucht.

Ein ähnlich grenzwertiges Beispiel war ein Beitrag zur Landtagswahl in Sachsen, wo Bilder vom NPD-Parteitag zu sehen waren. Als "Pointe" war dort ein Mann mit verdrehten Augen (den medizinischen Fachbegriff weiss ich nicht) zu sehen, dessen Einblendung noch mit Off-Lachern unterlegt wurde. Oliver Welke kommentierte das mit dem Spitzen-Kalauer "So viel zum Thema Herrenrasse". Nicht, dass ich mit einem NPD-Politiker Mitleid hätte, aber das war das Letzte.

Und das schlimmste ist, dass die Sendung bald auch noch wöchentlich kommt...

Johannes

12. Dezember 2009, 15:10

http://www.uerdinger.blogsport.de

Ich frage mich gerade, wessen Charakter schlimmer ist. Meiner, weil ich über sowas Menschenverachtendes lache, oder derjenige derer, die sich über sowas aufregen. Bin noch zu keinem Ergebnis gekommen.

Stefan

12. Dezember 2009, 17:52

http://www.fernsehkritik.tv

Ich fand den Sonneborn-Beitrag auch schlecht. Andererseits gibt es sehr viel Schlechteres in der Mediathek, und der Beitrag wurde ja nicht wegen der Schlechtigkeit rausgenommen, da ist das ZDF schmerzfrei, sondern wegen der politischen Korrektheit. Deshalb sind die ÖR Sender ein schlechtes Pflaster für Comedy, wenn sie über Witze, die nicht wehtun, und die man gern im dritten Programm sendet, hinausgehen, also satirisch sind. Muss man sich nur mal Carrells Khomeini-Sketch in Erinnerung rufen, da war die Aufregung noch größer. Aber die Mechanismen sind diegleichen geblieben.

Raphael

12. Dezember 2009, 18:42

Sonneborn m.E. wie immer auf sehr hohem Niveau

@Stephan: Was heißt,der Vorwurf ist ermüdend? Das ist wohl sehr ignorant. Wenn gegen die Menschenrechtsverletzungen etwas von Seiten der Politik unternommen werden würde, wäre das besser, da dann der Vorwurf aus der Welt geschafft würde.

Bernd

12. Dezember 2009, 19:28

Scheinbar ist Nachfragen unerwünscht? Sonneborn tuts trotzdem ... und das, ist gut so.

Überall auf der Welt werden Menschenrechtsverletzungen in China angeprangert und Sonneborn nutzt die Gunst der Stunde auf seine ihm eigene Art. Fragen zu Tibet haben sogar noch gefehlt. Die Chinesen haben verstanden, worum es ging. (Bsp.: 2:00 - 2:08 im Beitrag)

Jo Selim

12. Dezember 2009, 20:09

"obwohl der "heute show"-Beitrag eine erbärmliche Form von Humor ist: Sonneborn demonstriert Überlegenheit gegenüber den Chinesen dadurch, dass er ihre fehlenden Sprachkenntnisse ausnutzt. Er missbraucht zufällige Buchhändler..."

Ach ja, der Niggemeier (N). Humorkritiker, Menschenrechtler, alles in einem. Vor soviel Kompetenz kann man nur die Mütze ziehen.

Leider hats N nicht verstanden: Sonneborns Ziel ist es ja nicht, speziell die Chinesen auf der Messe herunterzuputzen, sondern z.B. die Harmlosigkeit speziell dt. Journallis zu karikieren.

"missbraucht...", du meine Güte.

Dann, eine Ahnung, was Sonneborn bezweckt, aber dann traut N seinem eigenen Urteil nicht (aus leidvoller Erfahrung?).

Oh je, die Deutschen & der Humor. Traurig.

Tacke

12. Dezember 2009, 20:44

Seit wann braucht ein Fernsehsender eigene Beziehungen zu einem Volk? Ich dachte der Sender soll maximal über das andere Volk berichten?

Th. Heck

12. Dezember 2009, 21:58

Ein weiteres Beispiel dafür, welch schlechte Figur der ZDF-Intendant derzeit abgibt. Erst knickt Schächter in der Auseinandersetzung um seinen Chefredakteur ein, jetzt macht er vor völlig überzogenen Forderungen aus Fernost einen Diener. Mit diesem Apparatschik ist der Sender verraten und verkauft. Wer will den Mann denn noch ernst nehmen?

Andi

12. Dezember 2009, 22:12

Ich wage mal die Vermutung, dass Schächter mit den "guten Beziehungen zum chinesischen Volk" meint:

"Bitte kaufen Sie trotz Herrn Sonneborn weiterhin für teuer Geld Showformate vom ZDF!"

(Das ZDF hat die Rechte von "Wetten, dass" 2004 nach China verkauft, da schauen regelmäßig 35 bis 50 Millionen zu, bei Sondersendungen 100 Millionen.

www.welt.de/.../Wetten_dass_ist_in_China_ein_Renner.html)  

Peter Szczekalla

12. Dezember 2009, 23:25

http://www.eur.jura.uos.de/Publik-PS.html

Jede Fernsehsendung führt Menschen insoweit vor, als dass sie nicht unmittelbar darauf reagieren können (wer das Mikro hat, hat im Regelfall die Macht [Sprachkompetenz hin oder her], und mit schnellen Schnitten geht das noch viel besser). Mittlerweile trifft das sogar auf Nachrichtensendungen der Öffentlich-Rechtlichen zu.

Sonneborn ist jedenfalls mit der Witzigste und Hintergründigste (auch) im Fernsehen - genial seine Interviews zum Tag der deutschen Einheit. Aber das ist wohl Geschmackssache. Auf Dauer ermüdend sind leider andere Produkte aus dem Sender, bei denen einzelne nur ihr Dauerthema reiten (Neues aus der Anstalt, dabei aber auch immer noch sehr unterhaltsam).

Julia Scheuffele

13. Dezember 2009, 10:08

http://www.shanghai-megabreit.de

ich lebe seit langer Zeit mit meinem chinesischen Mann in China. Wir sind beide ueber soviel Geschmacklosigkeit und nazihafte Arroganz im ZDF schockiert und vorallem: wir muessen auch noch die Folgen ertragen! Es wird in Zukunft wahrscheinlich immer schwieriger werden, deutsche Produkte in China zu verkaufen und so hat Herr Sonneborn die Chinesen beleidigt und gleichzeitig auch den Deutschen in China sehr geschadet. Mehr dazu auch auf meiner Homepage.

Thom

13. Dezember 2009, 11:10

Ich find's witzig. Was karikiert wird ist, daß die Leute etwas sagen, wovon jeder weiß, daß sie es aufgrund staatlicher Repressionen nie sagen würden; Repressionen, die von Deutschland munter dadurch unterstützt werden, daß man hervorragende wirtschaftliche Beziehungen zu China unterhält, sie zur Buchmesse als Gastland einlädt und auf den geringsten Druck von China hin sofort nachgibt.

In der heute Show, in der sonst nie etwas witzig ist, fällt das durchaus positiv auf. Und wenn ich dann solche dummen Nationalisten wie meinen Vorredner lese, die von "deutschen Produkten", "Deutschland geschadet" usw. lese, dann ärgere ich mich nur, daß nicht noch viel drastischer beleidigt wurde: eure deutschen Produkte sollen euch im Hals stecken bleiben. "Kauft deutsche Bananen, Deutsche." Konservativ, liberal war schon immer nur ein Deckmäntelchen für nationalistisch und rassistisch.

Julia Scheuffele

13. Dezember 2009, 11:18

http://www.shanghai-megabreit.de

naja, ich wollte noch sagen, dass ich nicht der Meinung bin, dass geschaeftliche Interessen die Meinungsmache mitbeeinflussen sollten (-so kam das ja wahrscheinlich gerade in meinem vorherigen Beitrag herueber...), aber es ist leider so, dass es eh schon genug gegenseitige Missverstaendnisse gibt und nicht aus wirtschaftlichen, sondern vorallem  aus menschlichen Gruenden ein bischen mehr Weitsicht auch einer ZDF Satire nicht schaden wuerde. Schliesslich ist eine verzerrte und einseitige Berichterstattung ueber China in den deutschen Medien sowieso eher der Normalfall. Woher sollen denn die Chinesen wissen, dass es sich diesmal aber nur um eine Satire gehandelt hat?

Jo Selim

13. Dezember 2009, 13:21

Endlich, das Wort hat noch gefehlt: "...nazihaft...". Ich war schon besorgt, denn es hatte nach "menschenverachtend" doch recht lange gedauert, um das Dummdeutsche zu vollenden.

Aber auf the germans ist Verlaß: kein noch so nebensächliches Ereignis kann sie davon abhalten, gedankenlos vor sich hin zu plappern.

Sebastian

13. Dezember 2009, 13:35

http://socialissuesandstuff.com

"Woher sollen denn die Chinesen wissen, dass es sich diesmal aber nur um eine Satire gehandelt hat?"

Nun, die chinesischen Medien, die das in die Öffentlichkeit tragen, könnten es dazuschreiben. Offenbar gibt es, was Qualitätsjournalismus betrifft, durchaus Parallen zwischen Deutschland und China.

Chinese

13. Dezember 2009, 13:45

Was für ein Theater. In China hätte man Sonneborn einfach verschwinden lassen.

Julia Scheuffele

13. Dezember 2009, 14:00

http://www.shanghai-megabreit.de

@Thom: ich bin keine Nationalistin, aber ich lebe in China, weil mein Mann einen Arbeitsplatz bei einer deutschen Firma in China hat. Ich werde hier staendig gefragt, woher ich komme und welcher Nation ich angehoere. Und es tut mir einfach  leid, wenn die Deutschen mal wieder mit peinlichen und dummen Trampeleien von sich reden machen. Soll ich mich etwa fuer einen Herrn Sonneborn entschuldigen? .

Diese Sendung ist vorallem auch deswegen so dumm, weil ja tatsaechlich viele Deutsche glauben, dass die Chinesen  regelmaessig Massenerschiessungen veranstalten und Hunde essen. Und das  wiederum ist so richtig, wie die Meinung einiger Auslaender, dass die Deutschen nur Sauerkraut mit Wuerstchen essen und ausserdem normalerweise ihre auslaendischen Mitbuerger auf offener Strasse zusammenschlagen oder sogar toeten.

Wollen wir denn immer so weiter machen? Warum muessen wir denn immer solche billigen und plakativen Halbwahrheiten benutzen? Und auch noch im staatlichen Fernsehen? Wo Aufklaerung  dringend noetig waere....

Erasmus

13. Dezember 2009, 16:04

Weshalb regt man sich denn in China und in gewissen deutschen Kreisen so furchtbar auf, wenn Herr Sonneborn hier nur erstunkene Vorurteile zum Besten gibt? Wie sagt man doch gleich so schön. Wo kein Rauch da auch kein Feuer.

Klaus

13. Dezember 2009, 17:50

http://taipeh.wordpress.com

> Warum muessen wir denn immer solche billigen und plakativen Halbwahrheiten benutzen? Und auch noch im staatlichen Fernsehen?

Das ZDF ist kein "staatliches Fernsehen". Auch, wenn die Politik sich permanent bemühen mag, das Gegenteil zu erreichen: In Deutschland gibt es kein "Staatsfernsehen" (von DW-TV vielleicht abgesehen, und die senden fürs Ausland).

Da sie (laut eigenem Blog) erst durch diesen Eintrag den ZDF-Beitrag als Satire erkannt haben und das ZDF mit CCTV auf eine Stufe stellen, scheinen Sie sich ja ganz gut integriert zu haben.

祝妳在中國好玩。Viel Spaß noch in China.

Julian

13. Dezember 2009, 18:02

"Wenn Olaf Schubert eine Perle in der Comedy-Landschaft ist, dann müssen die anderen ja grottenschlecht sein."

Haha, merkst du was?!

Sebastian

13. Dezember 2009, 22:19

http://socialissuesandstuff.com

Das ist ja das tolle, Schubert ist ganz unabhängig davon, dass die meisten anderen schlecht sind, gut.

(Ich habe das Ausfahrtsschild nicht aufgestellt!)

Stefan

13. Dezember 2009, 22:57

Soll man sich mal Serdar Somuncu ansehen, wenn einem Sonneborn zu hart ist. Gerade auf Comedy Central. Also, wird gewesen sein, wenn dieser Kommentar freigeschaltet worden sein wird. ;-)

Lars

14. Dezember 2009, 00:11

Schön, wenn Satire so einen Tumult im Hühnerstall verursacht.

Wie auch für andere Kunstformen ist auch für Satire Gleichgültigkeit Genickbruch.

Und über Kunst darf, ja, sollte man sich streiten.

Julia Scheuffele

14. Dezember 2009, 05:53

http://www.shanghai-megabreit.de

Tja, ich habe diese Geschichte natuerlicherweise zuerst aus unserer chinesischen Tageszeitung erfahren und dann auch wegen der Bemerkungen meines Mannes mich gekuemmert. Nun habe ich hier auf dieser Seite den Link zu Tudou gefunden und mir die Ursache aller Aufregung gleich zweimal angeschaut. Wenn alle Betroffenen  gut Deutsch sprechen koennten, waere es ja wirklich nur ein mehr oder weniger idiotischer - weil sehr oberflaechlicher - Witz. Aber so verschaerft es den negativen Eindruck, den viele Deutsche eh schon in anderen Laendern hinterlassen haben. Und da tut es mir wirklich leid, dass ich zu solchen Leuten mit dazu gehoeren muss, denn ich fuehle mit derartigen Deutschen keine Gemeinsamkeit und finde das nur peinlich und bloed.

Thomas Kah

14. Dezember 2009, 10:26

Och herrje, ist mal wieder die "Armee der besseren Welt und des korrekten Geschmacks" unterwegs. Ich weiß, im Internet da lebt die Avantgarde. Nur HUmor auf höchstem Niveau wird hier geschätzt. Sofern politisch korrekt.

Ich fand Sonneborns Beitrag genial. Grade weil es einfach nur primitiv war und Sonneborn damit einerseits - meiner Meinung nach - die mittlerweile herrschende Niveaulosigkeit und Gedankenlosigkeit des Journalismus (Kollegen wie der Herr Niggemeier mögen da eine positive Ausnahme sein) sowie den Trend zum Populismus entlarvt. Und grade letzteres scheint Sonneborns Steckenpferd zu sein, wie man wohl seit "Die PARTEI" sehen kann.

Das war übrigens eine Satire - Partei und nicht ernst gemeint. Nur mal so für einige zum Mitschreiben.

labradorsteak

14. Dezember 2009, 11:26

@Julia Scheuffele

Sie schämen sich also, Deutsche zu sein, weil es in Deutschland möglich ist, gute und auch schlechte Satire zu machen, die Menschenrechtsverletzungen in China anspricht? Kann es sein, dass China ansteckend ist, dass nach einiger Zeit in der ach so dynamischen zukünftigen Wirtschaftsmacht die Maßstäbe "etwas" durcheinandergeraten?

Diesen Unrechtsstaat zum Gastland der Buchmesse zu machen, ohne das Unrecht auch nur am Range zu erwähnen, das widert mich an. Genauso widern mich die Chinesen an, die nur "fachliche Fragen zu Büchern" gerne beantworten. Ehrlich: Ich würde mich zehnmal mehr schämen, in China Geschäfte zu machen, als Deutscher zu sein.

MK

14. Dezember 2009, 11:46

http://-

@Fr. Scheuffele:

Sie spielen sich hier als geschädigte Exil-Deutsche auf, vertreten aber offensichtlich nicht die Meinung, dass eines der höchsten Errungenschaften der westlichen Demokratien - die Meinungs- und Redefreiheit - auch bei, sagen wir mal, geschmacklich heiklem Material, - auch in China verteidigt werden sollte. Das ist finde ich als Deutscher dann noch viel bedenklicher als den Beitrag von Herrn Sonneborn. Ach, wenn sich doch all so aufregen würden, wenn die Deutschen mal wieder als Nazis karikiert werden, was in allen anderen Ländern außerhalb dieser Grenzen täglich passieren dürfte ... merkwürdig nur, dass ich darüber trotzdem lachen kann. Einer der besten:

www.youtube.com/watch

Und nun? Irische Produkte boykottieren! Kauft kein Kerrygold!

Stoertebeker

14. Dezember 2009, 12:17

Thomas Kah hat's ja schon angesprochen: Dass Sonneborn Medienkritik betreibt, indem er gängige Vorurteile aufgreift und  ins Lächerliche zieht, indem er's vollkommen übertreibt ... ist dieser Gedanke so abwegig, dass ein eigentlich kluger Medienjournalist da nicht drauf kommt?

Stefan Niggemeier

14. Dezember 2009, 12:28

@Stoertebeker: Lesen hilft.

"Nicht auszuschließen, dass Sonneborn durch die Instrumentalisierung der chinesischen Gäste zeigen wollte, wie die chinesischen Gäste durch die Medien instrumentalisiert werden."

Kleefrau

14. Dezember 2009, 13:15

"Nicht auszuschließen, dass Sonneborn durch die Instrumentalisierung der chinesischen Gäste zeigen wollte, wie die chinesischen Gäste durch die Medien instrumentalisiert werden"

Wir werden alle intrumentalisiert, manipuliert - durch Medien, Politker...

gast

14. Dezember 2009, 14:40

@ MK: China vernebelt in er Tat einiges. Wenn Sie mal länger in einem Land mit vielen Chancen gewesen sind, treten die europäischen Bewertungsmaßstäbe in den Hintergrund. Und wenn Sie ein paar Mal aus stinknormalen Bahnhöfen in normal großen Städten herausgekommen und sich fragen, was denn diese 10.000 Menschen hier um einen herum machen, entwickelt sich vielleicht ein Gefühl dafür, warum Dinge in China restriktiver gehandhabt werden. Über Freiheit wird weiterhin am stärksten in Ländern debattiert, die ihre Grenzen dicht machen und die "Individuell-Freien" nicht für längere Zeit ins Land lassen wollen.

@ Frau Scheuffele: Sie müssen sich nicht für andere (Deutsche) rechtfertigen. Das Bild vom Hundeesser ist tatsächlich überstrapaziert, aber mit ein wenig Suchen bekommen sie Hund halt in vielen Restaurants. Im Vorteil ist, wer die chinesischen Zeichen lesen kann. Auch mir ist eine Diskrepanz zwischen deutschen Medienberichten und dem aufgefallen, worüber junge Menschen erzählen und was sie bewegt - anders als in Laos und Myanmar. Ansonsten bin ich als Deutscher recht wohlwollend angenommen worden, nur, wenn mein Beruf "Journalist" war, dann wurde China noch ein wenig besser.

ßadaßing

14. Dezember 2009, 15:06

http://goodmouse3000@yahoo.de

Also ich fand Sonneborn da ziemlich witzig. Man muss im zu Gute halten, dass er diese Art von Kritik auf keine andere Weise hätte loswerden können. Wenn er gesagt hätte: "Ich würde mit Ihnen gerne ein interview zum Thema Menschenrechte machen", hätte sich niemand bereitgestellt.

Kommunikationsprobleme durch Sprachbarrieren sind ein altes, aber noch gängiges Stilmittel, um Humor zu erzeugen.

FelixK

14. Dezember 2009, 15:24

Ich finde Herrn Sonneborn gehört die Satirelizenz entzogen.

david

14. Dezember 2009, 15:53

"Ich wüsste gerne wie die meisten hier "über den Dingen"-Stehenden reagieren würden, wenn ein "Satiriker" sich im chinesischen Fernsehen auf erniedrigenste und perfideste Art und Weise über Deutsche lustig machen würde, sie als Idioten, Ignoranten und Nazis darstellen würde."

ich würde sagen: er hat recht.

gruß

Gordon

14. Dezember 2009, 15:55

Das eigentliche Problem ist, dass das ganze TITANIC (SPAM) Umfeld völlig frei von Humor ist. Das Blatt und die assoziierten Schreiberlinge, Karrikaturisten und Filmchendreher sind einfach nicht komisch. Sonneborns Beitrag ist ein gutes Beispiel: Anstatt sich für die vorgeführten Personen zu schämen - was durchaus Komik a la Brüno erzeugen kann - schämt man sich eher für den Vorführenden. Das ist dann allerdings eher peinlich als lustig. Und deswegen ist das Satire-darf-alles Argument vielleicht nicht ideal. Wobei die ganze Posse "Buchmesse verbeugt sich vor China" nach komischer Aufarbeitung eigentlich schreit.

Felix Herzbach

14. Dezember 2009, 15:56

http://www.aufsteigen.net

Erinnert alles ein bisschen an den albern bis tragischen Streit um die Mohammed-Karikaturen. Weiter so.

Andi

14. Dezember 2009, 16:20

@Gordon: Wenn du Titanic und Co. nicht lustig findest, ist das deine Sache. Dies allerdings als allgemeingültig darzustellen, ist Quatsch.  Vielleicht verstehst du einige Dinge einfach nicht oder hast einen anderen Humor. Geschmackssache halt (Allerdings möchte ich anmerken, dass ich den besten Geschmack auf der Welt habe - in allem).

Stoertebeker

14. Dezember 2009, 19:11

"@Stoertebeker: Lesen hilft.

"Nicht auszuschließen, dass Sonneborn durch die Instrumentalisierung der chinesischen Gäste zeigen wollte, wie die chinesischen Gäste durch die Medien instrumentalisiert werden.""

Verzeih. Man denke sich in voriger Aussage "empörter Kommentierer" statt "eigentlich kluger Medienjournalist".

Bleibt die Frage: Was taugt Sonneborns Satire? Sie hat immerhin zu kontroversen Diskussionen angeregt. Das ist ja schon mal nicht schlecht, würde ich meinen. Die Haudrauf-Komik, die er dabei verwendet, sagt mir auch nicht immer zu. Generell finde ich die ironische Verwendung von Klischees aber absolut in Ordnung.

Falsch hingegen finde ich es, Sonneborn als jemanden darzustellen, der seine Überlegenheit gegenüber den verständnislosen Chinesen ausspielt: Das tut er nämlich nicht, oder zumindest ist das nicht seine Absicht. Er macht sich über Medien lustig, in denen man sich wundert, dass auf einer Buchmesse, die in Abstimmung mit einem autokratischen Regime entwickelt wurde, nichts von Menschenrechtsverletzungen zu hören ist. Am Ende entblößt er mit seiner Labrador-Unterstellung  noch die Vorurteile in die andere Richtung.

So würde ich das jedenfalls interpretieren. Für mich ist das gelungene Satire. Sonneborn ist für mich ohnehin ein guter Satiriker, weil er seine eigene Haltung (die man ihm sicherlich unterstellen darf) so gut hinter seiner Ironie versteckt, dass man gezwungen ist, sich tatsächlich mal eigene Gedanken zu einem Thema zu machen. Dass diese bei manchen nicht über das Offensichtliche hinauswollen, ist eine andere Sache. Und ob dementsprechend ein verschnarchtes ZDF-Publikum der richtige Adressat für sowas ist, darüber kann man auch diskutieren. An der Qualität seiner Satire ändert das aber erstmal nichts.

Julia Scheuffele

15. Dezember 2009, 02:45

http://www.shanghai-megabreit.de

also, es ist ja nicht so, dass ich jetzt keinerlei Kritik an China aeussere. Aber ich finde es immer besser, die Kritik dort zu aeussern, wo sie hingehoert: also Kritik ueber China diskutiere ich mit den Chinesen und Kritik ueber Deutschland und die Deutschen diskutiere ich mit den Deutschen. Es wuerde ja auch ueberhaupt nichts bringen, wenn ich im chinesischen Fernsehen ueber Deutschland laestern wuerde. Sowas waere einfach nur geschmacklos und doof, obwohl die Kritik wahrscheinlich durchaus berechtigt waere. Aber der Adressat muss ja auch etwas mit der Kritik anfangen koennen. Oder?

Helmut Waldherr

15. Dezember 2009, 06:43

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es für jeden die Möglichkeit gegen solcherlei Negativ-Präsentation vorzugehen: z.B. gem. allgemeinem Persönlichkeitsrecht (Art 2, Abs. 1 GG) - welches im Falle einer sog. "Schmähkritik" - den Paragraphen zur Meinungsfreiheit (Art. 5. Abs. 1 GG) und Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG) übergeordnet ausgelegt wird.

Hierzu nahm auch das Bundesverfassungsgericht Stellung: BVerfGE NJW 1991, 95–97 = BVerfGE 82, 272–285.

Bedauerlicherweise fehlt es (und das gilt unabhängig von Herkunft und aktuellem Wohnort) den meisten Menschen auf diesem Planeten am nötigen Gespür in Sachen "wie sag ich's dem Nachbarn".

Daher kann ich nur jedem "daheim gebliebenen" an's Herz legen: tauschen Sie wenigstens 1x im Leben den Ballermann gegen einen 4-wöchigen Urlaub in einem asiatischen Fernreiseziel. Denn nur so gewinnt man (oberflächliche) „vor Ort“ Ansichten - von Einsichten, gar Erkenntnissen - ist man dann aber immer noch weit entfernt. Denn diese gibt's nur (wenn überhaupt) bei mehrjährigem Aufenthalt in eben diesem (Fernreise-)Land.

Nur dann, werden Sie den Unterschied zwischen Kritik am System und Schmähkritik am zur Schau gestellten Volk verstehen. Da dies im ZDF Beitrag nicht zweifelsfrei dargestellt wurde, kam es in Folge wohl zur beschriebenen Erklärung des Intendanten.

In diesem Sinne – guten Morgen - nach Deutschland

Julia Scheuffele

16. Dezember 2009, 03:09

http://www.shanghai-megabreit.de

Tja Leute, trotz Internetprobleme gefaellt es mir hier gut. Zumindest der Ballett Unterricht ist hervorragend. Und die Menschen sind zum groessten Teil sehr gutmuetig und freundlich. Das ist noch wichtiger als zum Beispiel Wahlrecht und andere politische Fragen, von denen ich sowieso nicht viel merke. Oder glaubt Ihr allen Ernstes, dass Ihr in Deutschland mit dieser angeblichen Demokratie Vorteile habt? Nein, das kann ich nicht bestaetigen. Ich war immerhin mehr als 30 Jahre lang in Deutschland. Nun bin ich zehn Jahre in Shanghai. Zumindest fuer mein privates, persoenliches Leben gab es in Deuschland keine ersichtlichen Vorteile.

Das Wahlrecht hat mir kaum was genutzt, denn egal wen ich waehlte, meine Probleme blieben immer dieselben und die musste ich selber loesen, genau wie jetzt auch. Um es mal krass auszudruecken: Selbstverwirklichung ist eine wichtige Komponente von Lebensqualitaet. Und es ist im Moment fuer mich schwer zu beurteilen, wo und in welchem Land ich da die besseren Moeglichkeiten habe. Allzu gross sind die Unterschiede nicht, es gibt da auch noch die Frage der menschlichen Beziehungen und des gluecklichen Zufalls. Diese beiden Aspekte sind naemlich sehr wichtig. So ist und bleibt Politik doch fuer das Lebensglueck eher sekundaer. Ich muesste schon extrem unzufrieden sein, um mein kurzes Leben ausschliesslich mit derartigen Fragen auszufuellen.

Das heisst aber nicht, dass ich nicht bereit bin, mich politisch zu engagieren. So arbeite ich hier in unserem Wohnviertel Komitee und habe auch schon mit einer Unterschriften Sammlung usw. einiges getan. Erfreulicherweise kann man naemlich auch hier seine Meinung sagen und Kritik aeussern. Und ich habe die positive Erfahrung gemacht, dass ich mit meinen Aeusserungen sehr ernst genommen werde und sogar etwas bewirken kann. China veraendert sich und zwar wie es scheint immer mehr zum Positiven. Die Chinesen sind ausserdem sehr selbstkritisch und brauchen gar nicht soviel Hilfe und Belehrung von Aussen.

Sven Fischer

16. Dezember 2009, 10:29

@ Julia: Es freut mich, dass Du Dich in China selbst verwirklichen kannst – das unterscheidet Dich nämlich von so manchen Chinesen, die das auch gerne täten, aber nicht dürfen ...

Was würde beispielsweise der Regierungskritiker Huang Qi von Deinem Beitrag halten, der gerade wieder wegen seiner Berichterstattung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde? Wenn ich Dich richtig verstehe, fehlt es Menschen wie ihm ja nur an menschlichen Beziehungen. Da fehlen mir ehrlich gesagt die Worte.

Andrew

16. Dezember 2009, 13:15

http://www.diffbar.de/

Ich fand die Masche zwar auch recht derbe aber muss zugeben, gelacht zu haben. Aber wo ist das Problem? Witze über Deutsche, Ostfriesen, Blondinen oder Franzosen zu machen finde ich auch in Ordnung, warum sollte man gerade auf China Rücksicht nehmen? Zumal die Kritik an der extrem chinesischen Buchmesse durchaus berechtig ist.

Felix Herzbach

16. Dezember 2009, 14:01

http://www.aufsteigen.net

@Sven: So kann man das glaube ich nicht verstehen. Ich kann jetzt nicht für Julia sprechen, aber ich finde sie hat in vielerlei Hinsicht Recht. Der Riese China bewegt sich. Zwar aus unserer sicht zu langsam, aber er tut es unweigerlich und in einem objektiv ungewöhlich hohen Tempo. Der Widerspruch ist doch hier nicht das Haben oder Nichthaben menschlicher Beziehung als Schutzschild vor willkürlicher Herrschaft. Sondern es geht um den personal und global scale. Und dass der personal scale einfach mal wichtiger ist. In Deutschland haben wir damit noch ein wenig Probleme, weil ja jeder ein Hobby-Weltverbesserer ist. Aber man bewirkt nunmal nichts mit solchen Meta-Debatten. Warst du schonmal in China? Wenn Du dort mal gearbeitet hast, wirst Du die vielen Feinheiten eher bemerken und verstehen, dass es sehr wohl einen unterschied zwischen einer Diktatur eines Einzelnen und der Diktatur durch eine einzige, aber dennoch demokratisch organisierte Partei gibt. Wir müssen natürlich China immer wieder darauf aufmerksam machen, dass sie gegen ihr eigenes und internationales Recht verstoßen. Wir müssen den Finger in die Wunde legen. Aber wir müssen auch Verständnis und Liebe aufbringen und jedenfalls nicht einfach einen Benchmark anlegen und vernichtende Urteile sprechen. Da wünsche ich mir manchmal einen etwas intelligenteren, abgestufteren Umgang mit der Thematik.

Klaus

16. Dezember 2009, 17:28

http://taipeh.wordpress.com

> Daher kann ich nur jedem "daheim gebliebenen" an's Herz legen: tauschen Sie wenigstens 1x im Leben den Ballermann gegen einen 4-wöchigen Urlaub in einem asiatischen Fernreiseziel.

Genau. Am besten nach Taiwan. Da kann man sich angucken, wie Menschen Chinesisch sprechen und trotzdem in einer Demokratie leben.

(Vielleicht trifft man dort auch Falun-Gong-Anhänger oder Wu-Er Kaixi, den Studentenführer vom Tiananmen - so ging es jedenfalls Dennis von NDR:

www.youtube.com/watch

@Julia Scheuffele:

> Um es mal krass auszudruecken: Selbstverwirklichung ist eine wichtige Komponente von Lebensqualitaet.

Ja, das ist schon krass ausgedrückt.

Helmut Waldherr

16. Dezember 2009, 23:50

Gefährliche Gewässer:

Tokyo / Shanghai / Taipei - ein wahres Bermuda-Dreieck - so scheint es mir, für die „daheim gebliebenen“. Jedenfalls für diejenigen mit dem TV-Couch-Kühlschrank-und zurück-Horizont. Ich weiß, eine glatte Ohrfeige! Und natürlich haben Sie Recht: in Deutschland nennt man das Satire ;-)

Trotzdem,

der NDR-Beitrag von Dennis (danke an Klaus für das Posting) hat mich auf etwas aufmerksam gemacht: Um all den Sonneborns und Hobby-Meinungsfreiheits- wie Menschenrechts-Vertretern etwas mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, wäre es da nicht zielführender, das sie ihre Ansichten zum Leben in China auf ein Plakat publizieren und es vor die aussteigenden Passagiere der Air China halten?

Vielleicht werden Sie dann ja feststellen, dass es selbst in Deutschland (trotz Niederlegung im Grundgesetz) für die so hoch gehaltene öffentliche Meinungsfreiheit Grenzen gibt. Selbstverständlich erleben sie in Folge wohl keine Hinrichtung, aber möglicherweise erweitern Sie so Ihr geliebtes Bermuda-Dreieck „TV-Couch-Kühlschrank“.

@Klaus:

Dennis & „For Children Only“ – danke für die Erinnerung und das Lächeln das ich dabei auf den Lippen hatte, da ich selbst schon auf solchen Teilen stand. Ach ja: schon Gelegenheit gehabt die Leckereien aus der Snake Alley zu probieren? :-)

steckschuss

18. Dezember 2009, 01:47

http://steckschuss.twoday.net

Ich wundere mich, dass bei den zahlreichen Beiträgen die eigentliche Frage noch gar nicht gestellt, geschweige denn beantwortet wurde: Was sagt es über das ZDF aus, wenn ein Kleingeist wie Martin Sonneborn, ein ganz Großer in der Disziplin Niveau-Limbo, für die Mainzer vor der Kamera agieren darf? Und um es vorweg zu nehmen: Danke, ich weiß, dass Humor eine extrem subjektive Angelegenheit ist.

Stefan W.

18. Dezember 2009, 17:06

http://home.arcor.de/hirnstrom

Anfangs fand ich den Sonnebornbeitrag nicht spaßig, mit zunehmender Spielzeit dann doch, und jetzt in der Wiederholung besonders.

Nicht so spaßig finde ich, daß jetzt das ZDF China kopiert.

Die Chinesischen Messerepresentanten sind zwar ein wenig ausgenutzt worden; sie dienten nur als Statisten, die irgendwie in der Falle hocken. Aber man kann auch nicht sagen sie seien groß beschädigt worden.

Es ist auch nicht dem Chinesen an sich unterstellt worden Hund zu essen, und die Kopierfreude ist gerade als Vorurteil blosgestellt worden - es ist gerade nicht rassistische Hetze gegen Minderheiten, was Sonneborn produziert.

Ich glaube auch, daß das jeder Zuseher so gesehen hat, nur beim reflektieren stellt man sich dümmer als man war.

Immerhin verdanke ich indirekt dem Beitrag, dass ich jetzt weiß, dass Wetten-dass eine Marketingsendung von VW für China ist - das erklärt manches.

Als wir noch den kalten Krieg hatten wurde entweder von links gegen rechte Diktaturen agitiert, oder von rechts gegen linke Diktaturen - seit der Globalisierung sind wir zu allen nett. Bevor die Amis das Geschäft machen ...

Nur gegen Achmadinejad dürfen demnächst staatlich zertifizierte Spaßmacher noch Wattbällchen werfen.  

Chica

19. Dezember 2009, 13:45

Ich hätts gut gefunden, wenn die "heute show" das Thema in einer ihrer Sendungen nochmal auf den Tisch gebracht hatte. Ihr heimliches Vorbild Jon Stewart tut das andauernd.

Und bitte verweist doch nicht immer darauf, dass auch die Deutschen tief beleidigt wären, wenn ein Chinese das mit ihnen abgezogen hätte. Denn: Bei Daily Show und Colbert Report gab's das schon öfter. Hat sich nie einer beschwert (okay, war meist auch viel witziger als dieser Beitrag).

Anmerkung zum Schluß: Seit wann hat das ZDF Beziehungen zu China? Sind da einige Kameraleute nach Olympia gleich dageblieben?

Helmut Waldherr

19. Dezember 2009, 21:12

das Grundgerüst der Informationsströme..

@Chica:

>"Sind da einige Kameraleute nach Olympia gleich dageblieben?"

Nein,

das ZDF betreibt (so wie alle großen Sender dieser Welt) mehr oder weniger ständig besetzte Repräsentanzen an wichtigen Brennpunkten dieser Welt, so auch in China:

German Televison ZDF

Ta Yuan Gong Yu 6-2-12

100600 Peking P.R.C.

V.R. China

Tel: +86 10 6532 3575

Fax: +86 10 6532 1151

eMail: ASPeking@zdf.de

Aktuell hat Johannes Hano dort die Leitung über einen gar nicht so kleinen Mitarbeiterstab (deren Arbeit sich nach Sonneborns Beitrag schlagartig erleichterte).

Da Ihnen

die Aufgaben einer Botschaft im Sinne von Repräsentanz eines Staates bekannt sein dürften, können Sie davon die Bedeutung eines Auslandsstudios für einen großen Sender ableiten. Mit anderen Worten: manchmal ist es wichtig, eine Information durch eigene Recherche zu erweitern und/oder unabhängig zu prüfen, bzw. im klassischen Nachrichtengeschäft oder dem in Deutschland so beliebten Unterhaltungs-/Sensationsjournalismus schneller zu sein als der Mitbewerber! Dies alles geht nur wenn man vor Ort mit eigenem Personal ständig präsent ist.

>"Seit wann hat das ZDF Beziehungen zu China?"

Seit Jahren in zweierlei Form:

Wirtschaftliche und Symbolische. Die Wirtschaftlichen konzentrieren sich u.a. auf den Handel mit Vermarktungsrechten aber auch vielem anderen. Die Symbolischen beziehen sich einerseits auf persönliche Verbindungen zw. den Mitarbeitern des ZDF und Personen vor Ort (ohne diese wäre die Arbeit faktisch unmöglich) und andererseits (etwas prosaisch über diese vor Ort Personen erweitert) auf den Kulturkreis wie z.B. das bereits angesprochene „chinesische Volk“.

Ich weiß,

letzteres klingt für Europäische Ohren arg schwulstig. Trotzdem gehört es hier zur Kultur! Dinge werden i.d.R. nie direkt angesprochen (also das Gegenteil von dem was „westlich erzogene“ Menschen tun würden). Kritik und Reklamation wird z.B. grundsätzlich durch einen Dritten übermittelt – alles andere gilt als extrem unhöflich.

Randnotiz:

Jeder hat schon vom Klischee des zweiten Gesichtes in Bezug auf Asiaten gehört (für die „daheim gebliebenen“: Nach vorne freundlich Lächeln, dahinter aber eine unbekannte Haltung). Auf einen kurzen Nenner gebracht: Kommunikation geschieht in Asien grundsätzlich indirekt, die direkte Kommunikation sofern überhaupt eine stattfindet, führt stets zum Ziel alle Beteiligten gut aussehen zu lassen.

Ein großer Entertainer

fand dafür passende Worte: If you can make it there you’ll make it anywhere.

Angesichts der Tatsache, dass in Asien weit mehr Menschen leben als in der gesamten westlichen Welt, lächle ich jetzt mal zuversichtlich drein.

In diesem Sinne - eine geruhsame Nacht zusammen.

INeedMoney

25. Dezember 2009, 18:50

Mir gefällt der Ausschnitt von Sonneborn.

Kritik hin oder her, im Gegensatz zu andern (zB. Raab s.o.) macht Herr Sonneborn keinen Hehl daraus ,dass seine Opfer ihm hilflos ausgeliefert sind und, wie im Beitrag geschrieben, ihnen Seine Worte in den Mund legt.

Und das verleiht der Sache erst ihre Komik in meinen Augen.

Anders

04. Januar 2010, 10:34

Wenn Herr Sonneborn Chinesen Worte über Menschenrechtsverletzungen in den Mund legt, dann ist deren Reaktion bei weitem nicht so verschieden von der offiziellen Reaktion, wenn mal wieder ein ach so bemühter Politiker aus dem Westen in der selben Sache offiziell vorstellig wird.

Aber natürlich ist das nur peinlicher Humor, denn wie wir alle wissen, gibt es in China weder Menschenrechtsverletzungen, noch werden dort Hunde gegessen.

Anders

mork

04. Januar 2010, 15:04

Interessante Diskussion!

Ich bin hin- und hergerissen zwischen den Seiten die Sonneborn gut bzw. schlecht finden. Wenn ich ihn sehe (ob Chinesen bei der Buchmesse, Geburtstag des Grundgesetzes in Ostdeutschland, Zu Gast bei Zimmer frei) dann denke ich einerseits "<HandVorsGesicht> Ist das platt!" und andererseits "Interessant, welche Reaktionen sich dadurch ergeben" (z.B. beim Grundgesetzgeburtstag oder der ZDF-Kotau). Als Gesprächspartner (bzw. -opfer) möchte ich Herrn Sonneborn nicht unbedingt begegnen, aber die Erkenntnisse sind ab und zu interessant - u.a. dass Menschen die Lebensqualität anhand der Selbstverwirklichung messen....

Gibt es eine Steigerungsform von staubtrockenem Humor? Dabei denke ich an Sand oder etwas anderes kratzendes. Also im ersten Moment schlicht unangenehm/peinlich, danach evtl das Aha-Erlebnis. Vielleicht knirschende Satire?

@ chica: me, too! Wenn die heute-show wirklich die daily-show als Maßstab nimmt (und der Anschein spricht dafür), dann müssen Sie sich imho mit diesem Thema beschäftigen.

Grüße vom Ork

Franz

05. Januar 2010, 20:30

Ich bin einen Mitarbeiter der Videosite Tudou befreundet, der sich bei mir über den Beitrag erkundigt hat. Nachdem ich ihm erklärt hatte, dass der Beitrag satirisch sein sollte, dass sich deutscher und chinesischer Humor wohl massiv unterscheiden und dass man hier für solche Geschmacklosigkeiten nicht belangt wird (und ich halte Sonneborns Beitrag für eine eine solche), war das Thema für ihn erledigt.

Natürlich war es eine Steilvorlage für die Chinesen, von denen wir ja wissen, wie sie mit solchen Angriffen umgehen und wie alles immer schön instrumentalisiert wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Verhalten von nur einem einzigen der Akteure als unkalkuliert zu bezeichnen wäre. Es hat also irgendwie jeder bekommen was er wollte.

Der erste deutsche Politiker wird es bei seinem nächsten Besuch aufs Butterbrot geschmiert bekommen, mit einer der der immer öfter vorkommenden chinesischen Abfuhren.

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