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Das Fernsehblog

Kleine Boulevardreporterschule: Wie man einen "Explosiv"-Beitrag rettet

05. Januar 2010, 14:14 Uhr

In diesen unsicheren Zeiten sehnen sich viele junge Menschen nach einem Job, der sie ausfüllt und ihnen Sicherheit gibt: Sie wollen Boulevardreporter beim Fernsehen werden. Mit einem kleinen Ratgeber für angehende Promi- und Elendsjournalisten hilft Das Fernsehblog bei der Vorbereitung auf den beruflichen Alltag, selbstverständlich am aktuellen Beispiel.

Heute lernen wir, wie man einen "Explosiv"-Beitrag plant – und ihm später eine rettende Wendung gibt (Beispiel: Sendung vom 4. Januar 2010; Video bei rtlnow.de ab 13'01 ansehen).

Schritt 1: Ein geeignetes Thema finden

Inspirationen für relevante "Explosiv"-Themen sind häufig im eigenen Bekanntenkreis zu finden. War ein Freund vielleicht gerade im Puff oder im Stripclub? Da ist schließlich immer was los. Und falls nicht, denkt sich der Eigentümer auf Anfrage bestimmt gerne was aus. So wie der Besitzer eines Berliner Nacktcl... – Entschuldigung: Nachtclubs, der unter seinen Gästen einen Abend mit Pornodarstellerin Annina verloste, die im vergangenen Jahr bei "Big Brother" dabei war (eine ideale "Explosiv"-Themenkombination aus Oberweite und Prominenz). Also nix wie hin.


Screenshot: RTL

Schritt 2: Die Protagonisten ins Lächerliche ziehen

Vermeiden Sie es, fair mit ihren Protagonisten umzugehen. Distanzieren Sie sich ironisch von ihnen, damit niemand auf die Idee kommt, sie würden die Pappnasen ernst nehmen, die sich freiwillig vor Ihre Kamera stellen.

Verwirren Sie dem Nachtclubbesitzer mit einer völlig verdrehten Frage ("Es ist ja immer so: Ein Mann in so 'ner Domäne mit ganz vielen attraktiven Frauen. Kann man da selber noch einen klugen Kopf behalten bei so vielen Frauen? Wie ist denn das?") und schneiden Sie es auf keinen Fall raus, wenn der Mann irritiert sagt: "Ja, ich glaube schön, äh – ich hab die Frage nicht verstanden." Dadurch wirkt er so herrlich beschränkt. Das ist dann die Rache dafür, "dass der Barbesitzer etwas PR braucht".

Zur Pornodarstellerin lohnt es sich zu erklären, wie weit unten sie inzwischen angekommen ist, am besten wieder ironisch gebrochen: "Diese Frau hat es geschafft. Geschafft nach "Big Brother", nach einer Karriere als Erotikstarlet heute... – in der Lostrommel einer Tabledancebar zu landen." Erfinden Sie lustige Synonyme ("Frau Doppel-G") und machen Sie sich darüber lustig, wenn sie behauptet, "gebürtige Kölnerin" zu sein, obwohl sie in Bremerhaven geboren wurde.

Lassen Sie das Publikum zu keiner Sekunde an Ihrer Überlegenheit zweifeln!

Schritt 3: Neue Opfer suchen

Nichts ist schlimmer als am Ort des Geschehens festzustellen: Da passiert ja gar nix. In solchen Momenten ist Spontaneität gefragt! Wenn die Pornodarstellerin verlost ist, nichts Spannendes mehr sagt und sich den ganzen Abend kein einziger Vorfall zum Skandal aufblasen lässt, braucht es neue Opfer. Am besten: einfache Leute ohne Fernseherfahrung!


Screenshot: RTL (Verfremdungen von uns)

Fragen Sie den Industriemechaniker, der das Treffen mit dem Pornostar gewonnen hat, ob er seinen Sohn öfter in Tabledance-Bars mitnimmt, blenden sie deren vollständige Namen und deren Berufe ein, damit sie die Nachbarn wiedererkennen, während die beiden erzählen, dass die Ehefrau und Mutter zuhause kein Problem damit hat, wenn Vater und Sohn gemeinsam zum Tabledance gehen. Ganz besonders wichtig: deuten Sie an, dass sich das noch als Irrtum herausstellen könnte.

Am darauf folgenden Tag statten Sie dem Mann zuhause einen Besuch mit der Kamera ab, setzen ihn auf das Sofa neben seine Frau, lassen sie noch mal selbst erzählen, dass sie das mit den Nachtclubs nicht so schlimm findet, weil ihr Mann erzählt hat, dass sich die Frauen da nie ganz ausziehen...


Screenshots: RTL (Verfremdungen im Sofabild von uns)

...und zeigen ihr dann auf Video, wie sich ihr Mann am Abend davor mit einer vollständig nackten Stripperin vergnügte. Ein dazu passender Off-Text, der die Dramatik der Situation unterstützt, ist unerlässlich:

"Und dann zeigen wir die Bilder von Vati mit der Stripperin. Und das Lachen von Birgit H.* verzieht sich zu einer versteinerten Miene."
(*Name von uns gekürzt)

Nachher wird die Ehefrau (nicht vergessen: vollständiger Name und Beruf!) ihren Mann geschockt ansehen und sagen, wie es ihr jetzt geht, nachdem das "Explosiv"-Team ihren Gatten in dessen Anwesenheit nicht nur als Lügner entlarvt hat, sondern auch gleich den "Bildbeweis" dazu lieferte:

"Man fühlt sich als nichts mehr wert. Und irgendwo fängt man dann an zu suchen, woanders."

Dann braucht es nur noch einen knackigen Ausstieg und der Beitrag für die Sendung ist gerettet:

"Doch trennen will sich Birgit erst einmal nicht. Allerdings wird der Abend bei den beiden noch lange für Gesprächsstoff sorgen."

Zeigen, wie doof Nachtclubbesitzer sind, einem ehemaligen Pornostar reindrücken, wie armselig es ist, sich in Stripclubs verlosen zu lassen, die Ehe eines RTL-Zuschauers in dessen eigenem Wohnzimmer ruinieren und keinen Zweifel daran lassen, wie armselig man diese Leute alle findet: So schaffen auch Sie es, erfolgreich "Explosiv"-Reporter zu werden.

Veröffentlicht 05. Januar 2010, 14:14 von Peer Schader
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Kommentare

onlime

05. Januar 2010, 14:43

Solchen Leuten gehört Artikel 1 des Grundgesetzes von innen auf die Augenlider tätowiert.

Muriel

05. Januar 2010, 15:11

http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/

Ich fühle mir so schmutzig, dabei habe ich den Kram nicht mal selbst gesehen. Manchmal zweifelt man ja doch an der Marktwirtschaft.

Hm. Hatte ich das hier schon mal geschrieben? Egal.

Myself

05. Januar 2010, 15:12

...Sie meinen jetzt sicherlich den Anlagenmechaniker+Frau, die irgendwelche dahergelaufenen Kamerateams in ihre Wohnung lassen. Richtig?

Sven

05. Januar 2010, 15:23

http://inselblog.com

Beiträge von der Zielgruppe für die Zielgruppe, ist doch alles wunderbar!

Hobelbruder

05. Januar 2010, 15:32

schon im Teaser ein Wort doppelt. Das müssen wir abziehen. Liest du nicht mal kurz Korrektur vor dem Veröffentlichen Herr Schader? oO

Michael

05. Januar 2010, 15:35

Wieder einmal vielen Dank für die präzise Analyse.

Peer Schader

05. Januar 2010, 15:56

@Hobelbruder: Ich habe nachgebessert und entschuldige mich vielmals für diese Zumutung.

Michael

05. Januar 2010, 16:07

Irgendwie verstehe ich die Aufregung nicht. Explosiv hat doch Punkt für Punkt recht? Eher noch untertrieben.

Und so pseudo professionell kann man _jeden_ Fernsehbeitrag zerpflücken.

Wollte sich da wer nur profilieren? Der Verdacht liegt nah...

Hobelbruder

05. Januar 2010, 16:14

@Peer: Ja, vielen vielen Dank dafür! Tipp: Wenn Sie "Tabeldance" ausbessern und dem falschem Dativ finden gibt es Bonuspunkte! Brauchen Sie noch einen Korrekturleser? Ich helfe Ihnen gegen kleines Geld gern aus der Patsche.

robo

05. Januar 2010, 16:17

...hmm...; ist halt eine exzellent-exklusiv-explosive "ELITE" Produktion einer unserer "ELITE-Familien"...tja!

Auszug:

„RTL Group-Gute Unterhaltung auf allen Kanälen“

Gerhard Zeiler

Chief Executive Officer,

RTL Group

„RTL Group steht für exzellente Inhalte und starke Marken, die auf allen relevanten Plattformen angeboten werden. Die bereits seit Jahrzehnten andauernde Erfolgsgeschichte der Publikumssender wird kontinuierlich Land für Land fortgeschrieben. Dabei erfüllt RTL Group stets ihre Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft."

www.bertelsmann.de/.../index.php

www.bertelsmann.de/.../index.php

Die Bertelsmann AG ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft. Ihre Aktionäre, die Bertelsmann Stiftung und die Familie Mohn, vereinigen auf sich 77,4 Prozent und 22,6 Prozent der Kapitalanteile, die über Zwischengesellschaften gehalten werden.

Die Stimmrechte werden zu 100 Prozent von der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG) kontrolliert.

robo; sehr beeindruckt

viewer

05. Januar 2010, 16:37

Sicher, dass das Ehepaar nicht gecastet war, so wie mittlerweile 80% der Protagonisten aller Dokus, Magazine und Beiträge auf den Privatsendern?

Jens

05. Januar 2010, 16:40

http://kochsiek.org/blog

@Hobelbruder & Peer

Hinter dem "Publik" fehlt noch ein "um" ... nur mal so am Rande :-)

Und Wohnzimmer sind halt immer schon was Eigenes gewesen ...

Julia

05. Januar 2010, 16:49

- Zeigen, wie doof (...) sind

- Einem reindrücken, wie armselig...

- Keinen Zweifel lassen, wie armselig man die Leute findet...

- ...zerstören...

Erstaunlich, da geben sich die Explosiv-Reporter ja die Methoden-Klinke mit einigen Medienjournalisten in die Hand.  

Dev

05. Januar 2010, 17:18

Was auch noch wichtig wäre, ist einen B- oder C-Prominenten so lange zu jagen, bis derjenige schließlich die Nerven verliert und dessen Ausbruch dann als Schleife eine Minute lang zu zeigen. Dabei fleißig betonen, dass derjenige sich ja nicht im Griff hat und die Cousine der ehemaligen Hundesitterin des Starlets auch behauptet, derjenige wäre aggressiv und würde dazu neigen, seine Frau resp. seinen Mann zu schlagen.

Ganz wichtig dabei ist es, die Hetzjagden natürlich nicht zu erwähnen und zu betonen, wie lächerlich es doch ist, harmlose, gutmeinende Paparazzi anzugreifen.

tacke

05. Januar 2010, 17:44

Ich verstehe hier stets die Empathie für die arg- und wehrlosen Opfer der Boulevardmedien. Allerdings wird dabei stets vergessen, dass diese stets die Wahl haben, sich verwursten zu lassen und aus Eitelkeit (das Argument, dass jemand das für die lausigen paar Piepen (wieviel kriegen die eigentlich) mit sich machen lassen muss, habe ich noch nichtr gehört) sich stes dafür entscheiden.

Die sind also selber schuld.

tumulder

05. Januar 2010, 18:37

http://www.zeitverschwender.blogspot.com

Ja natürlich, die sind alle selber schuld. Auch die, die gar nicht mit der Bösartigkeit des Boulevards rechnen, da sie sich nicht in ihren kühnsten Träumen vorstellen können, wie perfide der Boulevard arbeitet. Und selbstverständlich ist auch der Besuch in einem Nachtclub ein derart großer Sündenfall, der die Verbrennung auf dem RTL Scheiterhaufen rechtfertigt. Mir fröstelts ...

Kreuzfahrtinspektor

05. Januar 2010, 20:54

Ach, das ist doch alles bekannt, alt, gang und gäbe – und langweilig.

Kleinplanet311

05. Januar 2010, 22:54

Kleine Blogger-Schule: Wie man eine TV-Kolumne rettet.

In diesen unsicheren Zeiten sehnen sich viele junge Menschen nach einem Job, der sie ausfüllt und der ihnen Sicherheit gibt. Sie wollen Fernsehkritiker werden.

Schritt 1: Ein geeignetes Thema finden.

Inspirationen für relevante Blog-Themen finden sich häufig im eigenen Klischeebaukasten. Was den Einen ihr Pornostar, ist den Anderen ihr Boulevard-Journalist. Also nix wie los.

Schritt 2: Die Protagonisten ins Lächerliche ziehen.

Vermeiden Sie es, fair mit Ihren Protagonisten umzugehen. Distanzieren Sie sich ironisch von ihnen, damit niemand auf die Idee kommt, sie würden die Pappnasen ernst nehmen, über die sie schreiben.

Zu den Schweinebacken-Journalisten aus der Boulevard-Gosse lohnt es sich zu erklären, wie weit unten sie inzwischen angekommen sind. Erfinden Sie lustige Synonyme ("Promi- und Elendsjournalisten") und machen Sie sich darüber lustig ("So schaffen auch Sie es, erfolgreich "Explosiv-Reporter" zu werden").

Schritt 3: Neue Opfer suchen

Nix ist schlimmer mitten beim Schreiben festzustellen: Da gehts ja um gar nix. In solchen Momenten ist Spontaneität gefragt. Wenn der Boulevard-Idiot den ganzen Beitrag über nichts Schreckliches macht und sich kein einziger Vorfall zum Skandal aufblasen lässt: Werden Sie kreativ. Zitieren Sie falsch, zerren Sie aus dem Zusammenhang, liefern Sie spektakuläre Bild-Beweise. Ein dazu passender Text, der die Dramatik der Situation unterstützt, ist unerlässlich ("Verfremdungen im Sofabild von uns").  

Dazu braucht es nur noch einen knackigen Ausstieg und der Blog ist gerettet:

"Die Ehe eines RTL-Zuschauers in dessen eigenem Wohnzimmer ruinieren und keinen Zweifel daran lassen, wie armselig man diese Leute alle findet."

So schaffen auch Sie es, erfolgreich "Fernsehkritiker" zu werden.

Thomas Television

05. Januar 2010, 23:06

http://tvundso.com

"Beiträge von der Zielgruppe für die Zielgruppe, ist doch alles wunderbar!"

Ich glaube langsam, dass bei manchen Formaten, vor allem bei RTL, die Dargestellten, die Zuschauer und die die das ganze Produzieren alle aus demselben Millieu kommen, maximal mit kleineren Abstufungen. Das ist eine richtiges Subsystem unserer Gesellschaft gewurden, mit eigener Wirtschaft, eigenen Werten und Normen (ok, meist keinen) usw. .

Ich verstehe besonders nicht, warum es Leute gibt, die es befriedigend finden, sich an angeblich "heruntergekommenen" Stars abzuarbeiten? Wer nichts tut, was einem anderen irgendwie schadet, wer keine anderen Menschen ausbeutet, belügt, betrügt, sich gegenüber anderen arrogant oder herablassend verhält, sollte eigentlich auch keine solche kritische Bearbeitung über sich ergehen lassen müssen. Und ich wüsste nicht, was zum Beispiel die Anina jetzt schlimmes getan haben sollte. Das trifft auf fast alle Prominenten zu. Die richtige Herangehensweise wäre Prominente ausschließlich als Projektionsfläche für die Sorgen und Träume der Normalos zu verwenden, nicht aber als völlig ungerechtfertigtes Ziel für Hohn und Spott.

Naja, wie auch immer.

demian

05. Januar 2010, 23:39

Und den passenden Berufseinstieg findet man hier: www.praktikum-online.de/FirmenUebersicht.asp

Da wird alles ein bisschen netter umschrieben. Ob dieser Beitrag wohl von Praktikanten erstellt wurde? Anderseits schwer vorstellbar, dass es jemand in nur sechs Wochen drauf hat, so herablassend gegenüber den Protagonisten zu sein.

Peer Schader

06. Januar 2010, 00:30

@Kleinplanet311: Ich würde mich aber auch über konkrete Angaben freuen, wo falsch zitiert und aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Machen Sie sich die Arbeit noch, bitte?

Densemann

06. Januar 2010, 08:22

http://www.couchmonster.de/

@kleinplanet311: Den eigenen TV-Beitrag gegoogelt?

Ansonsten: Jetzt weiß ich, wofür "Scripted Reality" gut ist ... man muss keine echten Menschen mehr bloßstellen.

Richard

06. Januar 2010, 09:55

Ich weiß nicht was manche hier der Kommentar Schreiber haben, speziell Kleinplanet311, zuviel Zynismus Pillen gegessen? RTL ist nun mal der mit abstand dümmste TV Sender Deutschlands. Jeder der etwas auf sich hält sollte nicht nur diesen Sender boykotieren sondern auch seine Freunde darauf hinweisen wie all diese "Geschichten" entstehen.Natürlich gehört RTL nicht auf den Scheiterhaufen wie es auch einer geschrieben hat ABER jeden der etwas Grips in seinen Kopf hat sollte sich der Magen umdrehen wenn er diverse RTL Produktionen sieht:Explosiv,Exlusiv,das ganze Vormittags/Nachmittags Programm.Man kann nur hoffen das jemand junges sich diesen Artikel durchliest und sich darüber Gedanken macht wie "toll" RTL ist und es sich in Zukunft überlegt auf so einen Mist zu verzichten

Taskaf

06. Januar 2010, 10:12

Entlarvend. Danke, dass Sie sich das anschauen, damit ich es nicht muss. Ich warte schon in Schockstarre gebannt darauf, wie viele aus der RTL-Zielgruppe sich 50 Euro pro Jahr aus der Tasche ziehen lassen werden, um das alles in HD gucken zu dürfen.

Eine Sache noch: Ich könnte mich auch irren, aber IMHO muss es "schockiert" statt "geschockt" heißen ...

Alex

06. Januar 2010, 10:32

Bei allem Verständnis für die Argumente des Artikels, ich denke grundsätzlich haben Menschen in Deutschland auch etwas Selbstverantwortung: Ein Vater, der mit seinem Sohn in einen Stripclub geht, sich dabei von RTL filmen lässt und anschließend das Team noch zu sich nach Hause einlädt, sollte absehen können, wie das Ganze endet. Der Artikel beschreibt, wie würdelos RTL mit den Leuten umgeht (und das ist nicht zu bestreiten). Möglich ist dies jedoch nur, weil es Leute gibt, die diese Behandlung zulassen: Entweder weil sie nicht smart genug sind, um die Folgen abzusehen oder weil sie es doch irgendwie cool finden, dass eine Team von RTL sie bei ihrer Stripclubtour begleitet... Niemand ist geschützt vor der eigenen Dummheit.

Schlomi Arbeitmann

06. Januar 2010, 11:12

@ Peer Schader

Die Menschen müssen sich nicht im Wohnzimmer filmen lassen, das geschieht alles auf freiwilliger Basis. Die Echtheit dieses Vorfalls zwischen Ehefrau und -Mann darf ebenfalls bezweifelt werden: Wie soll man innerhalb einer Nacht jemanden finden, der sich freiwillig an den Pranger stellen lässt?

Modest mouth

06. Januar 2010, 11:19

Weiß jemand,  wie das bei solchen Drehs mit "Menschen von der Straße" abläuft ?

Kriegen die den entgültigen Bericht  nicht zu sehen und können dann,  wenn sie sich falsch dargestelllt sehen, ein veto einlegen ?

Oder kriegen die einfach 500 EUR uin  die Hand gedrückt,  und der Sender kann danach mit dem Material machen, was er will ?

larinia

06. Januar 2010, 11:22

lach mich kaputt, naja....da die gesellschaft ohnehin verblödet, kann man sich so wenigstens noch drüber lustig machen...

yogi

06. Januar 2010, 11:35

@Peer Schader: Dativ: Schritt 2, zweiter Absatz, direkt im ersten Satz ;-)

Also ich hab schon lange an so einem Geheimrezept für solche Beiträge gesucht, jetzt steht meiner Karriere ja nix mehr im Wege...

Rob

06. Januar 2010, 11:38

onlime:

,,Solchen Leuten gehört Artikel 1 des Grundgesetzes von innen auf die Augenlider tätowiert."

loooooooooool beste.

Hast du den Artikel 1 auch wirklich verstanden? ;)

Klaus

06. Januar 2010, 11:55

Kleine Blogkommentatorenschule:

1. Einen geeigneten Beitrag finden, in dem es möglichst um Menschenwürde und journalistische Qualität geht.

2. Seine eigene geistige Unabhängigkeit damit beweisen, dass man anmerkt, dass die Leute, die sich da zeigen lassen, eh selber schuld sind, einem selber würde sowas ja nie passieren, außerdem sind ja alle viel blöder als man selbst, insbesondere der Autor des Blogbeitrags.

3. Wenn das noch nicht spannend genug ist, suche man ein paar ganz skandalöse Rechtschreibfehler.

Zum Abschluss frage man sich, was Rekursion ist.

Natürlich sind die Leute, die RTL in ihr Wohnzimmer lassen, unbedarft und blöd. Aber Menschenwürde gilt irgendwie doch noch für dumme Menschen. Und die Kritik an einem solchen Machwerk von professionellen Journalisten, die sowas jeden Tag fabrizieren, mit dem zu vergleichen, wie RTL die Leute da zum Hanswurst macht, ist freundlich ausgedrückt eigenwillig.

Robin Schoss

06. Januar 2010, 13:02

http://meltedcapacitor.blogspot.com

Über RTL herziehen ist natürlich eine der einfacheren Übungen, und trotzdem immer wieder lesenswert.

anna_s

06. Januar 2010, 15:52

wo kein publikum, da kein rtl.....

ein großer teil der protagonisten ist gecastet, d.h. die zuschauer sollen denken, alles sei echt und "live" so gewesen, wie dargestellt. allerdings ist es so, dass den protagonisten vorher - freundlich ausgedrückt - nicht direkt gesagt wird, was auf sie zukommt, bzw. wie das am ende aussehen wird.

Max Mustermann

06. Januar 2010, 17:03

Hat man bei der FAZ keine anderen Sorgen, als sich auf der Hühnerleiter ganz oben hinzustellen und süffisant auf das private Fernsehen herab zu lächeln? Erbärmlicher Beitrag.

Kleinplanet311

06. Januar 2010, 18:05

Leute. Ich habe mit meiner kleinen Variation des Ausgangstextes mitnichten dessen grundsätzliche Aussagen (INHALT) kritisiert, sondern die FORM.

Ich stimme dem Autor bei dem, was er prinzipiell wohl zu sagen versucht, zu.

Nur finde ich, dass er es sich bei Weitem zu einfach macht und sich darüberhinaus derselben Mittel bedient, die er vorführen möchte.

Und Schwächere verkloppen ist doch erstens uncool. Und zweitens billig.

Peer Schader

06. Januar 2010, 19:56

@Kleinplanet311: "Explosiv"-Reporter sind Schwächere?

Und: Kommen die Stellen, an denen ich falsch zitiert und aus dem Zusammenhang gerissen habe, noch?

Andi

06. Januar 2010, 20:10

Danke, Herr Schrader. Ab und zu ist es gut, wenn mal jemand analysiert und glossiert, was für ein Schund da täglich/stündlich läuft.

Und wenn diverse Kommentatoren aufheulen, fühlen sie sich getroffen.

Geestkaemper

06. Januar 2010, 20:51

Hi, Richard,

schon mal was von SAT 1 gehört, dagegen ist RTL ´ne Lachnummer.

mihau

06. Januar 2010, 20:54

ja, erstens das, und zweitens;möge uns Kleinplanet311 auch

bitte mal erklären was bitte ist an der form auszusetzen ist...?

Fabel

06. Januar 2010, 21:10

@Max Mustermann:

Spricht da der große Anwalt der Privaten?

Das Privatfernsehen ist einfach erbärmlich,vorm allem RTL.

Daran gibts nichts zu rütteln und leider versteht es keiner und alle gucken es trotzdem.

Dieser Beitrag zeigt mal wieder alles wie arm diesesr Sender ist,zeigt sich gerade auch wieder mal besonders bei DSDS.

Einfach nur lächerlich,find ich gut dass es endlich mal einer ausspricht.

Über manche Kommentare wundere ich mich sehr,wie sie den Weg hierher gefunden haben.

Zu einer seriösen Zeitung bzw. dessen Blog.

Aber in Deutschland wills anscheinend keiner verstehen.

Fabel

06. Januar 2010, 21:16

@Andi:

Genau meine Meinung.

@Geestkaemper:

Ne Lachnummer sind beide Sender.

Also,ich finde diesen Artikel mal wieder gelungen und er hat vollkommen recht.

Als Explosiv Reporter muss man nicht so viel Können.

Henning

06. Januar 2010, 22:13

Kurze Humorschule für @Kleinplanet: Hier wird ein Stil imitiert und damit ins Lächerliche gezogen, was landläufig auch als Parodie bekannt ist. Du machst exakt dasselbe in deinem ersten Post. Und genau wie bei dir ist es auch beim Autor dieses Artikel VOLLSTE ABSICHT und, im Vergleich zu deinem Versuch, durchaus gelungen.

Da weiß man echt nicht ob man lachen oder weinen soll...

Thomas Television

06. Januar 2010, 22:52

http://tvundso.com

Weil es auch inhaltlich gut zur derzeitigen Kritik an RTL ansich passt, möchte ich mal auf meine aktuelle DSDS-Kritik hinweisen:

tvundso.com/.../dsds-2010-nur-noch-beschissen

pffff

06. Januar 2010, 22:56

Die darsteller in solchen "beiträgen" sind eh alles hobby-schauspieler...

noir.desir.

06. Januar 2010, 23:17

RTL führt jemanden vor, der sich freien Willens in eine Situation begeben hat, die er hinterher nicht mehr beherrscht und in der er ein extrem schlechtes Bild abgibt.

Mitblogger Niggemeier führt anderswo jemanden vor, der sich freien Willens in eine Situation begeben hat, die er hinterher nicht mehr beherrscht und in der er ein extrem schlechtes Bild abgibt.

Irgendwelche Parallelen?

Knuddelpeter

07. Januar 2010, 00:24

Meine Fresse, was für ein blödsinniger Beitrag (der von RTL). Egal was man von der Vorgehensweise solcher Boulevard-Reporter halten mag oder für wie dämlich man die Leute hält, die sich vor der Kamera zum letzten Affen machen: Wer zur Hölle _interessiert_ sich für diesen Schwachsinn und beschert RTL damit gute Quoten? Sowas kann sich doch wirklich kein Mensch ernsthaft angucken, ohne dabei selber irgendwann völlig bescheuert zu werden.

uwe wallner

07. Januar 2010, 01:36

http://glaubstdudas.blogspot.com

Es gibt eine immer breiter werdende Schicht in D,

deren Einzelne nichts dafür können, in welche Verhältnisse

sie geboren werden, aufwachsen und beschult werden.

Sie wachsen mit 3F auf und kümmern auch niemanden.

Ja, tatsächlich können immer mehr immer weniger für

ihre Beschränktheit.

Wenn nun ein paar Euro winken und ein wenig Ruhm

versprochen wird, und während der ganzen Realisation

entweder geschmeichelt oder mit Vertragsstrafen gedroht

wird...

...dann kann aus solch armen Würstchen ein "freiwilliger"

für die Freakshow werden. Absolut Würddlos. Dass auf der

Gafferseite die gleichen armen Asis sitzen machts keinen

Deut besser

Abrissbirne

07. Januar 2010, 05:59

Auch hier bestimmt die Nachfrage das Angebot. Sicher, anständiger Journalismus sieht anders aus, das weiß aber jeder, dessen IQ über dem von Speiseeis liegt und sieht - wenn überhaupt - solche Beiträge mit entsprechender Skepsis. Dennoch wird mit reißerischen Beiträgen, sog. Doku-Soaps und Reality-Shows gleich zwei Gruppen Genüge getan: denen, die schon längst das Selbstdenken eingestellt haben und denen, die sich gerne gegen ein kleines Taschengeld entblößen. Früher zerrte man Menschen mit besonderen Körperformen in Zirkusarenen und auf Jahrmärkte und der Pöbel zahlte Geld, um sie zu begaffen, heute passiert das auf dem heimischen Sofa und die Begafften lassen sich freiwillig vorführen.

Martin

07. Januar 2010, 09:20

@pfff - das glaube ich nicht. ich denke, hier gibt es bestimmt einen der das aus 1. hand weiß.

Matthias Schumacher

07. Januar 2010, 11:47

http://dieerklaerung.wordpress.com

"Exklosiv" ist super, da lernt man endlich mal seine Nachbarn kennen.

Rechnen wir einmal alle Gäste der einstigen Nachmittagstalkshows zusammen, alle Laiendarsteller von Salesch & Co., alle Frauentausch-Mütter, alle DSDS-Kandidaten - und erkennen wir, dass wir uns nicht im Land der Dichter und Denker, sondern mitten in Dummsdorf befinden.

Tim Kickbusch

07. Januar 2010, 14:42

http://www.Rufmord.tv

Das Schöne ist ja, niemand ist gezwungen Explosiv zu sehen. Genau, wie niemand gezwungen ist, sich die intellektuelle Arroganz von Medienjournalisten anzutun, die jahrein, jahraus dem billigen Reflex erliegen, auf die Kollegen vom Boulevard einzudreschen. Manchmal glaube ich, manche werden Medienjournalist, weil ihnen keine richtigen Themen einfallen... Naja, wie gesagt, es steht ja zum Glück jedem frei, seine Zeit mit arte oder 3Sat zu verbringen. Nur will das die Mehrheit ja offensichtlich nicht...

Peer Schader

07. Januar 2010, 15:02

@Tim Kickbusch: Lieber Herr Kickbusch, erst einmal: schön, wenn auch Kollegen aus der "Explosiv"-Redaktion hier mitdiskutieren. Aber: Warum finden Sie es einen "billigen Reflex", sich kritisch mit Boulevardjournalismus zu beschäftigen? Die Kritik zielt ja nicht auf den Boulevardjournalismus im Allgemeinen, sondern auf dieses ganz konkrete Beispiel, das zeigt, wie Leute bloßgestellt werden und ausgenutzt wird, dass sie die Mechanismen des Fernsehens nicht durchschauen. Gehört nicht auch zur Arbeit des Boulevardjournalisten eine gewisse moralische Kompetenz? Wird in Ihrer Redaktion nicht diskutiert: Was dürfen wir - und was lassen wir lieber bleiben?

Katrin Hilger

07. Januar 2010, 16:10

http://katrinhilger.wordpress.com/

Wie in meinem Blog geschrieben: katrinhilger.wordpress.com RTL kennt sowieso keine schamgrenzen mehr...

max

07. Januar 2010, 20:14

wirklich toller artikel! hab den beitrag auch geshen und mir nichts dabei dedacht ,doch wenn man einige aussagen der reporter nochmal analysiert, fällt einem auf wie armseelig die eigentlich sind

Tim Kickbusch

07. Januar 2010, 21:02

http://www.rufmord.tv

Sehr geehrter Herr Schrader, natürlich diskutieren wir in unserer Redaktion über Beiträge, moralische und ethische Grenzen. Sehr ausführlich sogar. Ich kritisere auch nicht die kritische Auseinandersetzung mit dem Boulevard, sondern das stereotype darin, denn das Bild des verantwortungslosen, nur auf den eigenen Vorteil bedachten Boulevardreporters vom Typ Baby Schimmerlos ist ein Klischee, bzw. eine unzulässige Verallgemeinerung. Und sie haben sich ja nicht ohne Grund, diesen Beitrag aus unserer Sendung ausgesucht, weil sich daran vermeintlich recht simpel alle gängigen Klischees belegen lassen, schon allein, weil das Sujet stimmt. Abereben nur scheinbar: Anina, die Sie sich als Beispiel nehmen, ist eine Dame, die ihren Lebensunterhalt zu einem nicht unbeträchtlichen Teil durch ihre Medienpräsenz bestreitet. Das heißt, sie weiß, worauf sie sich einlässt. Gleiches gilt für den Nachtclubbetreiber, der seinen Laden gern im Fernsehen sehen möchte. Das auch dem Zuschauer so zu sagen ist doch nicht unredlich, im Gegenteil, die hinter menschlichen Handlungen liegenden Motive aufzuzeigen ist doch eine der hauptsächlichen Aufgaben von Journalismus. Und was das Paar angeht, die wir nach dem Nachtclubbesuch gedreht haben: das ist nun in der Tat Boulevard in seiner ursprünglichen Form. Personalisiert, emotionsgeladen und konfrontativ. Das müssen Sie nicht mögen, aber deswegen ist es ja noch nicht unredlich. Sie stellen es nur so hin, weil Sie unterstellen, der Protagonist wäre unwissentlich in diese Situation gebracht worden. Aber das ist, wie gesagt, eine bloße Unterstellung. Denn es ist ja auch für Außenstehende nachvollziehbar, dass der Herr seine Einwilligung in die Fernsehaufnahmen gegeben hat. Sowohl im Nachtclub, wie auch bei sich zu Hause. Auch nach den Aufnahmen hat er diese Einwilligung nicht zurückgezogen. Ihn, wie in Ihrem Beitrag nachträglich zu entmündigen und zum Opfer zu machen, das ist unredlich. Ganz bewusst haben Sie ja auch darauf verzichtet, unseren Protagonisten persönlich zu befragen. Sondern Sie mutmaßen. Machen sich die Welt am Redaktionstisch so, wie Sie glauben, dass sie wäre. Nur das ist das Einfallstor für Klischees und Vorurteile. Darauf bezog sich meine Kritik. Und damit scheren Sie auch unsere Sendung über einen Kamm, der nicht angemessen ist. Denn neben allen unterhaltsamen, skurrilen oder schicksalslastigen Geschichten macht Explosiv eben auch Geschichten über die Kinder von der Müllkippe in Manila, über skrupellose Jeansfabrikanten in der Türkei oder deckt die Selbstbedienungsmentalität von einigen Europaabgeordneten auf. All das verschweigen Sie in Ihrem Artikel, der den Eindruck erwecken soll, die Explosivredaktion sei ein Haufen verantwortungsloser Desperados. Nur das wollte ich sagen.

Genelon

08. Januar 2010, 01:18

Lieber Herr Kickbusch,

leider haben Sie den Kern des Vorwurfs formvollendet verschleiert und übergangen, und dieser Beitrag hängt sich auch nicht daran auf, daß die Protagonisten der Sendung unfreiwillig in irgendwas reingezogen wurden, dessen Ausmaße ihnen vorab nicht klar war.

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"Anina" bestreitet ihren Lebensunterhalt also zu beträchtlichen Anteilen durch ihre Medienpräsenz? Schön, sie ist also darauf angewiesen, im Fernsehen zu erscheinen. Herr Kickbusch: nur, weil sie darauf angewiesen ist und deshalb ihre ausdrückliche Einwilligung erteilt hat, öffentlich gesendet zu werden - ändert das irgendwas daran, daß sie unvorteilhaft dargestellt wird? Armes Ding, war bei Big Brother, ist leider komplett talentfrei und kriegt deshalb jetzt wenig Publicity, muss sich also aufspritzen, in Nachtclubs arbeiten, wo Ihre Dienste unter irgendwelchen dahergelaufenen Gonzos verlost werden, puh, schon ganz schön bitter, und das mit den Lippen hat auch nicht so ganz hingehauen - glauben Sie, es ist für die Dame weniger entwürdigend, weil sie Geld für diese Darstellung erhielt? Die Wahrheit lautet: sie ist auf ihre Medienpräsenz angewiesen, in der Tat, und WEIL ihre Darstellung im Explosiv-Beitrag sehr unvorteilhaft und demütigend sein würde, hat sie Geld erhalten. Und die Sendung suggeriert, wie viele vor ihr, den Eindruck, den auch Herr Schader in seinem Eintrag beanstandet hat: wer so dämlich, talentfrei und runtergekommen ist, darf im Fernsehen auch mit Häme überschüttet werden.

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Mister Nachtclubbesitzer, der keine Frage mit mehr als einem Komma versteht, ist, davon bin ich überzeugt, eher desinteressiert an dem, was andere von ihm halten und insgesamt eine ziemlich schmerzfreie Natur, und natürlich freut er sich über die Erwähnung seiner Einrichtung im Fernsehen. Selbst, wenn man ihn für einen kompletten - wasauchimmer hält: ändert die Tatsache, daß er Geld erhielt und ausdrücklich zustimmte, etwas daran, daß er als minderintelligent dargestellt wird? Er ist zweifellos einer der weniger dramatischen Fälle in dieser Sendung, nichtsdestotrotz: auch er willigt ein, sich für Geld und Publicity zum Narren machen zu lassen. Auch er, man mag ihn mögen oder nicht, wird in seiner Würde verletzt - ich glaube nicht, daß es ihm egal war, als er sich im Fernsehen zugeben sah, daß er eine simple Frage nicht versteht.

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Lassen wir diesen unsäglichen Industriemechaniker mit dem Reptilienblick beiseite, der einwilligt, sich für Geld zum Obergonzo der ganzen Sendung deklarieren zu lassen (ich glaube nicht, daß er auch nur eine Sekunde gezögert hat, ich halte ihn in Fragen der Würde für apriorisch depraviert): das größte Opfer ist und bleibt seine Frau, sie wird in aller Öffentlichkeit sichtlich schmerzhaft desillusionert, und das Ganze wird von RTL auch noch verkauft als Detektivarbeit im Dienste des Anstands - Ihr habt ja nur der armen Frau die Wahrheit gesagt, und der Typ ist ja so ein *, endlich sagt ihr einer die Wahrheit! DAS ist moralische Doppelzüngigkeit, und es ist offensichtlich, lieber Herr Kickbusch, daß diese Frau im Leben nicht allzuoft die große Auswahl hatte, wenn Sie sich den Trostpreis weiter halten möchte, der dümmlichst grinsend neben ihr auf dem Sofa sitzt, während sie sich mit knackigen Nachtclubpüppchen verglichen sieht und ihr guter Glaube an ihn wie eine Seifenblase zerplatzt. Auch das ist eine Form von privatem Elend, eingekauft, öffentlich gemacht und weiterverkauft von RTL. Und daß man ihr die Illusionen über diesen - Kerl - nimmt, den sie vielleicht gerade noch so kriegt, ist doppelt dreckig und wider jeden Anstand. Selbst, wenn diese Frau tiefes Leid seit Jahren gewohnt und insgesamt ziemlich schmerzfrei wäre - Sie glauben, durch eine Einwilligung in das Sendekonzept sei all das quasi vom Tisch gewischt und in Luft aufgelöst? Sie irren. Die Frau wurde nicht für einen Fernsehauftritt bezahlt, sie wurde für eine geplante, öffentliche Demütigung vorab entschädigt - Sie nennen so etwas "Boulevard", "Personalisiert, emotionsgeladen und konfrontativ", ein unfassbar dreister Euphemismus quotenorientierter Instrumentalisierung privaten Elends, eingekauft bei Menschen, die auf das Geld nicht verzichten wollen oder können. Auch Dummheit mag bei solchen Entscheidungen eine große Rolle spielen; aber all das nimmt den Journalisten nicht aus der moralischen Verantwortung.

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Worauf Sie sich in Ihrer Gegenrede beziehen, Herr Kickbusch, ist nichts weiter als der Aspekt der Legalität. Und zweifellos hat die Explosiv-Redaktion kein geltendes Recht gebrochen: allen Protagonisten war klar, daß und wie sie im Fernsehen thematisiert werden würden. Aber Schmerz, Leid und Elend beginnen und enden nicht mit der Einwilligung und Abfindung der Beteiligten, Schmerz beginnt dort, wo es weh tut. Und manche Menschen nehmen Geld oder andere Leistungen an, um sich zu Entscheidungen durchzuringen, die sehr schmerzhafte Konsequenzen haben, täglich und überall auf der Welt. Manche Menschen leben sehr unglücklich mit ihren langweiligen, apathischen, untreuen oder gewalttätigen Ehepartnern, weil sie ein scheinbar noch größeres Elend fürchten: Vereinsamung, finanzielle Not. Nur, weil es ihnen finanziell besser geht und sie sich weniger einsam fühlen, solange sie mit ihren langweiligen, apathischen, untreuen oder gewalttätigen Ehepartnern zusammenbleiben, sind sie deshalb nicht glücklicher. Und irgendein junges Pärchen Anfang 20, das in Neuköln mit dem Neugeborenen von Hartz IV lebt, fühlt sich nicht weniger gedemütigt und niedergemacht, wenn es sich in einer miesen, abgeschmackten Assi-Reportage im Fernsehen sieht, weil es vorher ein paar tausend Euro erhalten und dem Spektakel zugestimmt hat. Verstehen Sie?

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Manche Leute, um ein krasses Beispiel zu wählen, gehen nach Bangkok und lachen sich eine Zwölfjährige an, die sich für entsprechendes Geld mit einer Rasierklinge schneidet, und ohne weiteres wird sie bei einer Erhöhung des Preises noch übleren Praktiken zustimmen, im vollen Wissen dessen, was sie erwartet: weil ihre Lebenslage sie dazu zwingt. Keine Sorge, ich vergleiche die Explosiv-Redaktion nicht mit solchen Personen, ich möchte ein Prinzip deutlich machen, welches lautet: weder Legalität noch eine Kompensation durch Geld oder materielle Güter kann Leid lindern, und Leid wird nicht "legaler", weil der Leidende ihm zustimmt, vor allem dann nicht, wenn die "Erlaubtheit" des Leids gekauft wurde. Selbstverständlich sind die Betroffenen im Explosiv-Beitrag nicht in einer vergleichbaren Lage wie ein Zwölfjährige, die sich prostituieren muss, aber wie sie selbst ausführten: Anina ist auf Publicity angewiesen. Der Clubbesitzer will PR, und Kohle braucht eigentlich jeder, immer.

Taskaf

08. Januar 2010, 10:25

Sehr geehrter Herr Kickbusch,

ich glaube, Sie verstehen wirklich nicht, worum es hier geht: SIE kennen das Medium Fernsehen, SIE wissen um die Wirkung Ihrer Beiträge. Nur Ihre Protagonisten, die - vielleicht sogar gegen eine kleine Aufwandsentschädigung? - ihr Gesicht und ihren Namen hergeben und darauf vertrauen, dass der Reporter seinen Job schon richtig machen wird, können die Konsequenzen nicht abschätzen. Und so unterschreiben sie die Einwilligungserklärung bereitwillig und freuen sich, dass sie bald bei RTL zu sehen sind. Wenn dann das Stück gelaufen ist, sich Häme und Spott von Nachbarn und Freunden über sie ergießt, ist es ganz einfach zu spät die Einwilligung zur Ausstrahlung zurückzuziehen, finden Sie nicht? Oder sind Sie so anständig, Ihren Protagonisten die Beiträge vor Ausstrahlung zu zeigen? Ich unterstelle mal ganz frech, dass das eben nicht üblich ist.

Ich mache Ihnen keinen Vorwurf: Wenn Sie diese Beiträge nicht produzieren, macht es gerne jemand anders. Der Ansatz muss ein anderer sein, nämlich gründliche Medienerziehung in der Schule. Siebte Klasse, egal welche Schulform, eine Stunde pro Woche. Da muss der Nachwuchs lernen, welche Rechte man am eigenen Bild hat, welche Manipulationsmöglichkeiten es in der Postproduction gibt und welche persönlichen Konsequenzen das alles haben kann. Jede Wette, dass Sie dann bald schon nicht mal mehr so leicht Straßenumfragen machen können, und auch die Castingshows würden ganz schnell eine Menge Kamerafutter verlieren ...

Peer Schader

08. Januar 2010, 11:12

@Tim Kickbusch: Um noch einmal zu verknappen, was Genelon oben aufgeschrieben hat: Es geht hier tatsächlich um eine unterschiedliche Bewertung. Sie sagen: Der Mann hat seine Einverständniserklärung gegeben, damit ist die Sache für Sie in Ordnung. Und ich würde (so wie einige der Kommentatoren) eben sagen: Das ist noch lange kein Grund, ihn oder sein Umfeld öffentlich so bloßzustellen. Um "Entmündigung" geht es da nicht, sondern um Verantwortungsbewusstsein, auch wenn das altmodisch klingt.

Und sicher bringt "Explosiv" auch andere Beiträge, das bezweifele ich gar nicht, aber mein Beitrag war ja auch kein genereller Text über die Sendung, er hat sich lediglich einen Aspekt herausgegriffen, wie Sie es in Ihren Beiträgen genauso tun (z.B. aktuell in der Reihe über Holger Göpfert).

Dr. Bartosz

08. Januar 2010, 17:02

Ich  glaube, Herr Kickbusch hat sich keinen  Gefallen  getan,  sich hier  auf eine öffentliche Diskussion einzulassen.

So ehrenswert und löblich sein Mut ist,  sich der Kritik hier zu stellen.

Diesen Kampf kann er nicht gewinnen.

Der für mich  entscheidende Satz steht in seinem ersten Posting:

"Naja, wie gesagt, es steht ja zum Glück jedem frei, seine Zeit mit arte oder 3Sat zu verbringen. Nur will das die Mehrheit ja offensichtlich nicht..."

Mit anderen Worten: Das Recht, andere Menschen zu demütigen, leitet sich aus den Fernsehgewohnheiten  der Zuschauer ab. Die Leute wollen es, also gibt RTL es ihnen.

Die Quoten geben Tim Kickbusch und seinen Kollegen sicherlich recht, aber eine billigere und entwaffnendere  Rechtfertigung kann es wohl nicht geben, jedweden Anspruch in Fernsehbeiträgen wie solchen ad acta zu legen. Ein absolutes Armutszeignis !

Aber solange die Quote stimmt, wird der Senderchef den Teufel tun, mahnend den Zeigefinger zu heben. So läuft das nunmal im Fernsehen.

Christian

09. Januar 2010, 04:24

Ich frage mich nur gerade ganz ehrlich, ob die Leute, die hier RTL als den Tiefpunkt des Niveaus im deutschen Fernsehen darstellen, in den letzten Jahren eigentlich mal Sat1 geschaut haben.

RTL ist die Bildzeitung des deutschen Fernsehens, hier werden Leute bloßgestellt und niedergemacht. Das ist nicht zu verteidigen. Aber Sat1 ist nicht einmal das. RTL muss man bei aller Niedertracht zumindest eines lassen: Man hat schon das Gefühl, dass professionell gearbeitet wird.

Sat1 ist genauso niveaulos, aber man hat dabei stets das Gefühl, man wäre in eine Aufführung der Laienschauspieltruppe Untereschbach-Niedertupfingen gelandet. Sat 1 ist eine traurige Karikatur von RTL. Deshalb sollte man nicht RTL niedermachen, sondern das gesamte deutsche Privatfernsehen.

Oder möchte hier irgendjemand behaupten, dass z.B. "Gnadenlos gerecht - Sozialfahnder ermitteln" in irgendeiner Weise besser ist als 98% der RTL-Sendungen?

Tim Kickbusch

09. Januar 2010, 11:53

Liebe Mitdiskutierer, es scheint, als möchten Sie mich absichtlich falsch verstehen. Ich verwahre mich gegen dieses selbstgefällige Kommentieren vom Schreibtisch bei dem ihre persönlichen ästhetischen und moralischen Vorstellungen durch wundersame Wandlung plötzlich zu allgemeinen Regeln erhoben werden. Das Ganze wohlgemerkt ohne Detailkenntnis, sondern lediglich legitimiert durch die eigene moralische Erhabenheit. Ich nenne das immer Pipi-Langstrumpf-Journalismus - wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt. Da kommen immer schöne Texte bei heraus, logisch, weil man sich mit den Mühen der Realitätsebene ja auch nicht herumschlagen muss. Denn so schön die flammenden Plädoyers für die Protagonisten des Beitrags klingen, gehen sie trotzdem am Kern der Sache vorbei. Bleiben wir kurz bei Annina Ucatis. Ich glaube jeder Mensch setzt den Rahmen dessen, was er öffentlich von sich preisgibt, selbst. Annina Ucatis hat diesen Rahmen sehr weit gezogen, eben, weil sie davon lebt. Das zu kommentieren, auch zu zeigen, wie weit Menschen bereit sind zu gehen um auf abenteuerlichen Wegen Geld zu verdienen, ist Aufgabe von Journalisten. Und bitte vergessen Sie nicht, nicht wir haben die Dame verlost, das hat sie zusammen mit dem Barbesitzer entschieden. Der Kern des Demütigenden ist also völlig ohne Zutun von Redakteuren zustande gekommen. Aber zu zeigen, was ist, das einzuordnen und ggf. zu kommentieren, ist Aufgabe von Journalisten.

Der Punkt, über den ich etwas länger nachdenken musste, war die detailreiche Darlegung des vermeintlichen Elends der Familie. Allerdings frage ich mich auch hier, woher nimmt der anonyme Autor diese Detailkenntnis und den davon abgeleiteten moralischen Rigorismus? Aber gesetzt den Fall, die Zustände in dieser Familie wären genau so, wie beschrieben. Auch dann landet die Erregung beim falschen Adressaten. Denn übersetzt bedeutet ihr - in der Tat recht blumig umschriebenes Argument ka nichts anderes, als: wenn die dargestellten Zustände nur schlimm genug sind, dann sollte man lieber nicht darüber berichten. Es ist mit einer geschickten argumentativen Unschärfe gelungen, es so aussehen zu lassen, als sei RTL am Unglück dieser Ehe schuld. Das ist nicht der Fall. Und das ist auch kein legalistisches Argument, sondern die Beantwortung der Frage, worauf sich der hier zur Schau getragene moralische Rigorismus beziehen darf und worauf nicht.  

Peer Schader

09. Januar 2010, 15:29

@Christian: Hat aber auch keiner behauptet. Ich verstehe das mal als Themenanregung.

Peer Schader

09. Januar 2010, 15:49

@Tim Kickbusch: Ja natürlich geht es hier um "persönliche moralische Vorstellungen"! Sie werden ja auch sicher keine Allgemeingültigkeit für Ihre moralischen Vorstellungen beanspruchen. Deswegen gibt es diese Diskussion, an der Sie sich dankenswerterweise beteiligen.

Und RTL mag an dem "Unglück" der beschriebenen Ehe bzw. der Ausgangslage nicht Schuld sein, Ihre Redaktion schlachtet es allerdings aus. Und bei allem Respekt: Mit Journalismus hat das nun wirklich nichts zu tun. Darauf bezieht sich die Kritik.

Im Übrigen haben wir jetzt verstanden, dass Sie alle, die nicht bei "Explosiv" arbeiten, für nicht qualifiziert halten, über das Ergebnis der Arbeit Ihrer Redaktion zu diskutieren. Sie wünschen sich Zuschauer, die einschalten und das Gesehene nicht kritisch begleiten. Für wen machen Sie "Explosiv"? Nur für Leute, die zugucken und nicken?  Das finde ich, wenn Sie erlauben, wiederum recht selbstgefällig.

Irish Star

09. Januar 2010, 15:51

@Genelon: Was für eine Gegenrede! Bis in die Wortwahl perfekt. Ich verneige mich. Aber ob Herr Kickbusch das wirklich verstehen will, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt. Und das heißt "Selbstschutz", auch wenn dieser versagt hat, als Herr Kickbusch beschloss, sich öffentlich zu rechtfertigen und zum Ei zu machen. Andererseits wiederum, da geht es ihm ja wie den bereits angesprochenen Opfern, hat er es freiwillig gemacht. Und das - ach was, lassen wir das ...

Fabel

09. Januar 2010, 18:52

@Peer Schader:

Ich kann ihnen(oder dir)nur zustimmen,für welche Leute macht RTL denn Fernsehen?

Diese Leute verstehen die ganzen Betrügereien und Menschenverarsche RTL´s nicht.

Die denken wahrscheinlich auch dass beim Nachmittagsprogramm dass alles echt ist.

Und vdie Leute die bei einem Beitrag wie dem in ihrer Sendung verarscht werden verstehen das einfach nicht.

Dieses nichtverstehen zeigt sich ja auch gerade bei DSDS.

Die meisten Kandidaten verstehen einfach nicht dass sie schlecht singen können und dass ihre Person der Lächerlichkeit preisgegeben wird.

Dieses nutzt RTL schamlos aus und nachher kommt der Sender und dessen Fans mit dem Totschlagargument:

Die Leute wissen doch woraufsie sich einlassen!!!

Und gut ist,...

na leider nicht.

Ihr Sender verstößt gegen mehrere Menschenwürden dieses gilt auch bei der Vorgehensweise eines Reporters wie dem in dem hier kommentierten Explosiv Beitrag.

Der Reporter ist nur getrimmt die Leute lächerlich zu machen,mehr muss man beim Einstellungstest nicht können.

Genelon

11. Januar 2010, 12:47

Ach Herr Kickbusch,

Sie verwahren Sich! Gegen dieses selbstgefällige Kommentieren vom Schreibtisch aus, gegen Pippi Langstrumpf-Journalismus! Was bringt Sie eigentlich auf die Idee, man müsse detaillierte Kenntnisse über das Innenleben dieser Ehe besitzen, um zu einer treffenden Einschätzung zu gelangen? Anders: wie viel mehr wissen Sie als ich? Daß beide der Sendung zugestimmt haben? Na hurra! Schlucken Sie es runter: wenn ich einen fremdgehenden Kerl sehe, der seine Frau bei seinen Ausgängen immer schön zuhause lässt, seinen Sohn in hautfreundliche Nachtclubs einführt und beim "Bildbeweis" keine andere Reaktion hervorzubringen vermag, als dümmlichst zu grinsen, während seine Frau sich gerade eher gegenteilig fühlt, dann, Herr Kickbusch, brauche ich keine weiteren Informationen, um festzustellen, daß er auf die emotionalen Anliegen seiner Frau wenig Wert legt bis schei..t und ihre öffentliche Demütigung für ein paar Euros in Kauf genommen hat. Wenn ich sehe, wie die Frau darauf reagiert - unnatürlich gelassen, nicht im Leisesten aufbegehrend, mit versteifter Miene - kann ich mir ausrechnen, daß sie das wegen der Anwesenheit des Fernsehens tut, denn für gewöhnlich reagieren Menschen anders auf die Entdeckung von Untreue - wenn nicht mit Aggression und Geschrei, dann durch Trauer, Abwendung oder Rückzug. Weiter: welcher fremdgehende Ehemann läßt sich eigentlich aus Jux überführen, bei laufender Kamera? Im Allgemeinen versuchen Ehemänner, ihre Eskapaden zu verheimlichen. Sollten wir annehmen, daß unser Mechaniker aus einer kuriosen Freude daran, entdeckt zu werden und seine Ehe zu ruinieren, in der Sendung mitwirkte? Auch sein Patschehändchen wurde soweit gefüllt, daß die Freude daran gegenüber den nachteiligen Konsequenzen der „Überführung“ überwog. Ich glaube, diesen Handel dürfen wir ebenfalls als klares Zeichen dafür deuten, daß ihm ein paar Euros wichtiger sind als die Beziehung zu seiner Frau. Irre ich mich?

-

Was wollen Sie mir jetzt vorhalten, psychologischen Agnostizismus? Ich könnte das nicht wissen, daß sei alles Spekulation, und in Wahrheit verhalte es sich ganz anders? Sie wissen es genau so gut wie ich. Aber nochmals, um Ihrem Einwand zu begegnen: was, glauben Sie, müsste ich zusätzlich wissen, welche Kenntnisse fehlen mir, um in der Einschätzung dieser Lebensgemeinschaft zu einem treffenden Urteil zu gelangen? Sie verklären hier alltägliche, jedermann aus persönlicher Erfahrung nur allzu gut bekannte Verhältnisse zu einem Mystikum, den "Mühen der Realitätsebene", denen man sich erst nähern könne, wenn man mit den Betreffenden Kaffee getrunken hat (oder einen Vertrag unterschrieben?). Ist Ihnen klar, daß Sie mit diesem Mangel an Information meinerseits auch den Informationsgehalt Ihrer Sendung schmälern? Scheinbar gibt Ihr Beitrag nicht genug her, um sich ein eigenes Bild zu machen! Und genauso ist es, Herr Kickbusch: die Sendung konzentriert sich auf solche Informationen, die nötig sind, um alle Beteiligten entweder richtig kac... oder übelst runtergekommen zu finden (und sich durch den Vergleich besser zu fühlen), und auf nichts anderes zielt er ab: schau mal, wie dreckig es anderen geht, dann fühlst du dich gleich besser. Vergleichende Selbstliebe, ein uralter sozialer Reflex, der hier gefördert und ausgebeutet wird.

-

Ach ja, die Erhabenheit und Rigorosität der Moralisten! Ist doch niemand gestorben, was wollen die Hanseles eigentlich alle? Wissen Sie: selbstverständlich ist jede moralische Betrachtung subjektiv gefärbt. Und neben diesen subjektiven Färbungen gibt es einen breiten Konsens, ein paar nicht verhandelbare moralische Maximen, die für die meisten Menschen intuitiv richtig sind. Was sagen Sie denen? Ist doch alles subjektiv, macht Euch mal locker? Selbstverständlich hat Frau Ucatis sich aus freien Teilen in die Lage begeben, die in der Sendung dargestellt wird, nehmen Sie doch bitte zur Kenntnis: das bestreitet niemand, also hören Sie auf, sich deswegen verfolgt zu fühlen! Und die Konsequenz meiner Ausführungen lautete nicht, "wenn die dargestellten Zustände nur schlimm genug sind, dann sollte man lieber nicht darüber berichten" (wie kommen Sie eigentlich darauf? Auf diesen großangelegten Angriff auf die Pressefreiheit?), die Frage, die hier diskutiert wird, lautet: ob man Elend/Leid, in diesem Falle: eine für einen Menschen entwürdigende Situation landesweit übertragen und mit hämischen Kommentaren unterlegen soll. Bleiben Sie doch bitte bei diesem Thema! Im Falle der Explosiv-Sendung war besonders dreist, daß eine Redaktion in eine Ehe/Lebensgemeinschaft aktiv eingegriffen und Veränderungen darin bewirkt hat, über die anschließend - scheinbar im Dienste des Anstands - berichtet wurde. Das Szenario war manipuliert - ein Ehemann, der sich für eine materielle Kompensation überführen lässt, eine Ehefrau, die ihre Demütigung für eine materielle Kompensation landesweit übertragen ließ: eine hochgradig artifizielle Situation, in welcher keiner der Betroffenen natürlich reagieren konnte, da er seine öffentliche Ausstrahlung im Fernsehen antizipieren musste, made by RTL. Die Frau wurde nicht nur bloßgestellt, sie wurde durch die Anwesenheit der Kameras auch dazu genötigt, verhalten zu reagieren. Na ja, genötigt: niemand hat ihr eine Waffe an den Kopf gehalten. Aber ich glaube, Sie verstehen, was ich meine.  Ich nenne das Ausbeutung und finde es unanständig und doppelzüngig, und Sie dürfen das unter "subjektive Auslegung" ad acta legen, so oft und so viel Sie wollen.

-

"Geschickte argumentative Unschärfe", tststs, Ihre argumentative "Unschärfe" besteht in einer schlichten Leugnung - Sie bestreiten eben den Aspekt an Ihrer Sendung, der sie für ein breites Publikum attraktiv macht: das Überziehen mit Häme, das Niedermachen, die gefühlte soziale Abgrenzung von Menschen, die man durch entsprechende Darstellung entweder völlig bescheuert oder maximal runtergekommen aussehen lässt. Mir ist unklar, ob und wie Sie in Ihrer Redaktion über den moralischen Aspekt Ihrer Sendungen diskutieren, wenn dabei solche Beiträge rauskommen.

Peer Schader

11. Januar 2010, 13:05

Ok ok ok, es wird Zeit, dass wir uns wieder etwas beruhigen.

Flower power

11. Januar 2010, 19:10

@Peer

Zeit zum Beruhigen ?

Ist doch toll, dass hier fleißig und kontrovers  dikutiert wird. Klar, schlagen die Wellen hoch, aber bisher sind doch alle sachlich geblieben.

Davon lebt doch ein Blog - das die User ihre Meinungen austauschen.

Gerade der Umstand, dass sich mit Tim Kickbusch hier jemand von der "anderen Seite" hier eingeschaltet hat, macht die Diskussion doch erst richtig interessant.

Alf1980

11. Januar 2010, 20:00

Ich mag den Artikel aber die Reaktionen finde ich etwas zu verbissen. Schön wäre eine Kritik zum geführenfinanzierten Format "Brisant".

Peer Schader

12. Januar 2010, 10:17

@Flower  power: Ich will auch nicht die Diskussion abwürgen (obwohl die Positionen glaube ich  ausgetauscht sind und ein gegenseitiges Verständnis schwierig zu sein scheint), plädiere nur für eine gewisse Lesbarkeit.

Ulli Klossner

12. Januar 2010, 12:06

Ich verstehe nicht, wie manche Leute sich wegen so eines Beitrags derart echauffieren können. Finde es toll, dass Peer den Billig-Journalismus, der es nicht anders verdient, ins lächerliche zieht. Man nehme das Beispiel Kalkofe - toll der gleiches mit gleichem bestraft! Einen pädagogisch wertvollen Bericht über einen stumpfsinnigen Beitrag in einer noch stumpfsinnigeren Sendung zu schreiben wird ja wohl auch mit genügend geistigem Horizont und Intellekt etwas schwierig...

Peer zeigt uns auf humorvolle Art und Weise, wie die Probleme geistig verarmter zum Unterhaltungstoff für geistig verarmte aufbereitet werden. Sendungen wie explosiv wiederspielegeln die Intelligenz einer grossen Publikums-Zielgruppe wie RTL sie zu sich zählen darf...

Tim Kickbusch

14. Januar 2010, 01:57

Die Diskussion ob Boulevard nun Journalismus ist möchte ich an dieser Stelle nicht führen. Aber andere hier vorgebrachte Argumente möchte ich dennoch nicht unbeantwortet lassen. Es wird versucht den Eindruck zu erwecken, es wäre nicht erwünscht, dass sie sich mit unserer Arbeit kritisch auseinandersetzen. Aber das ist Unfug, natürlich können und sollen Sie das. Und es steht natürlich jedermann frei zu befinden, Explosiv sei nicht nach seinem oder ihrem Geschmack. Ja, Sie dürfen unseren Humor zu flach finden, unsere Themen zu wenig anspruchsvoll, unsere Protagonisten doof und - so Sie einem von uns begegnen - dürfen Sie auch unsere Reporter unsympathisch finden. All das steht Ihnen frei, denn es ist Ihr Geschmack, der in dieser Frage entscheidet. Ich verstehe nur nicht, woher das Bedürfnis kommt, eben nicht zu sagen, das ist nicht nach meinem Geschmack, sondern das vermeintlich zu objektivieren und zu erklären, diese Sendung verstoße gegen eine vermeintlich allgemeingültige Moral. Aber welche Moral ist das, deren Verletzung sie hier lautstark und wortreich beklagen? Ihre. Die sie vom bequemen Plätzchen vor dem Rechner anderen vorschreiben möchten. Uns, die wir diese Sendung machen, aber in ebensovielen Kommentaren unseren Zuschauern, die an dieser Stelle gleich al vollkommen verblödet beschimoft werden. Zuletzt im vorstehenden Kommentar von Herrn Klossner. Ja, manchen Mitdiskutierenden gelingt das Kunststück, einerseits unsere Protagonisten vor uns beschützen zu wollen, und sie im gleichen Atemzug zu beschimpfen. Nur verwechseln Sie, ihre persönlichen Moralvorstellungen mit allgemeingültigen. Es ist in unserer Gesellschaft aber so, dass wir uns auf einen bestimmten Wertekanon geeinigt haben, der Eingang in unsere Gesetze und Regeln des Zusammenlebens gefunden hat. Darüber hinaus gibt es andere, die eben gerade nicht Allgemeingültigkeit erlangen sollen. Es steht jedem frei trotzdem danach zu leben, aber diese persönlichen Vorstellungen anderen vorzuschreiben, geht nicht. Das hat etwas Autoritäres. Gespeist aus (vermeintlicher) intellektueller und moralischer Überlegenheit. Aber egal wie moralisch und intellektuell Sie mir und unseren Zuschauern überlegen sein mögen, das macht Sie noch lange nicht zu Moral-Gesetzgeber. Und da sind wir beim Kern der ganzen Diskussion: Hier wird der eigene Geschmack zum allgemeingültigen Gesetz erklärt - und nur dagegen wende ich mich. Ich verstehe sogar ganz gut, dass einige hier Abneigungen gegen das Millieu haben, aus dem wir berichten, dass einigen vielleicht auch die Verhältnisse zuwider sind, die wir zeigen. Diese politisch nicht ganz korrekte Abneigung arbeiten Sie um in eine reflexhafte Boulevardschelte. Als sei der Überbringer der Nachrichten das eigentliche Übel. Aber nochmal: diese Verhältnisse existieren unabhängig davon, wer darüber berichtet. Ich bin auch ganz froh, dass die Mehrheit in diesem Forum - zumindest soweit sie hier autoritäre Auffassungen vorträgt - nicht mitzureden hat, wenn es um die Ausgestaltung von Pressefreiheit geht. Denn die Freiheit zu berichten ist nicht dazu da, meinen Berufsstand zu schützen, sondern das Informationsbedürfnis der Zuschauer. Und das hier vorgetragene Argument, die seien alle nur zu dumm, das richtige Bedürfnis zu haben, zeigt nur, wie wichtig dieser Schutz ist. Denn wo kämen wir da hin, wenn ein paar wenige, die sich nur für schlau genug halten, allen anderen vorschreiben dürften, was ihnen gefallen darf und was nicht. Geschmackliche Differenzen müssen Sie allerdings aushalten - und um nichts anderes geht es hier in meinen Augen. Geschmackliche Unterschiede, die einige hier mit großen Worten und sehr kleinen Argumenten zu einem Moralproblem stilisieren wollen.

Peer Schader

14. Januar 2010, 18:49

@Tim Kickbusch: Ja, das ist natürlich bitter, wenn die Kommentatoren eines kleinen Blogs versuchen, der Welt ihre Moralvorstellungen zu oktroyieren, während Ihnen und Ihren Kollegen dafür nur ein Boulevardmagazin zur Verfügung steht, das von wenigen Millionen Menschen gesehen wird. Puh.

tim kickbusch

14. Januar 2010, 20:33

Unfug ist ja nicht deshalb weniger Unfug, weil er nur von wenigen vertreten wird... ;-)

Thomas Television

15. Januar 2010, 00:06

http://tvundso.com

@Tim Kickbusch:

"Denn wo kämen wir da hin, wenn ein paar wenige, die sich nur für schlau genug halten, allen anderen vorschreiben dürften, was ihnen gefallen darf und was nicht."

Betrachtet man bestimmte Formen der institutionalisierten Auseinandersetzung auch mit geschmacklichen Fragen (oder Verhaltensanweisungen), etwa die Buchkritik, die Filmkritik, die Rezension, Film- und Literaturpreise, den Knigge, Tischsitten, Schule, Kunsthistorik oder Museen, dann kann ich ihre rhetorische Frage nicht mit einer negativen Vorstellung von einer solchen Realität verbinden. Übrigens geht es ja nicht nur um geschmackliche Fragen, sondern um Inhalte und deren Wirkung und um Verantwortung.

Ich gebe Ihnen in sofern Recht, als dass die Diskussion um den Boulevard, um bestimmte Darstellungsformen im Fernsehen oder anderen Medien unzulässig auf geschmackliche Fragen reduziert wird. Sie haben jedes Recht sich dagegen zu wehren und sind damit auch im Recht.

Wenn also jemand sagt: Explosiv, Big Brother, Casting Shows - das ist alles niveaulos, das sollte niemand schauen - dann ist das natürlich im Sinne ihrer Argumentation unzulässig. Sie haben es gerade hier im Internet leicht sich gegen solche persönlichen Betrachtungsweisen zu wehren.

Aber das ist nicht die ganze Geschichte.

Denn gleichwohl kann man natürlich auch unabhängig von geschmacklichen Fragen objektivierbare Argumente dafür finden, ob etwa ein Boulevardmagazin gut oder schlecht ist.

Sie irren, wenn sie glauben, sie könnten bestimmte Themen und deren Bearbeitung darauf reduzieren, dass diese Verhältnisse unabhängig davon existieren, wer darüber berichtet, wie Sie schreiben. Denn die real existierenden Verhältnisse stellen zahlreiche Sendungen auf dem Sender RTL nicht mehr da. Auch von den Konsumenten, die sie in den Mittelpunkt ihrer Argumentation rücken, ist bekannt, dass der Konsum von Boulevardmedien bei ihnen zu einer unrealistisch düsteren Einschätzung der Welt führt. Nicht zu unterschätzen sind gerade auch bei RTL ökonomische Motive die bei der Bearbeitung von Themen gegenüber den journalistischen überwiegen mögen.

"Darüber hinaus gibt es andere, die eben gerade nicht Allgemeingültigkeit erlangen sollen. Es steht jedem frei trotzdem danach zu leben, aber diese persönlichen Vorstellungen anderen vorzuschreiben, geht nicht."

Das Gleiche machen sie ja auch. Das was sie schreiben ist ebenfalls eine moralische Aussage: Mann soll anderen keine moralischen Vorstellungen vorschreiben. Ist das nicht wiederum auch eine Moralvorstellung?

zuschauer

15. Januar 2010, 13:15

Ulli Klossner12. Januar 2010, 12:06 Ich verstehe nicht, wie manche Leute sich wegen so eines Beitrags derart echauffieren können.

ich kann mich darüber echauffieren, weil: dieser kleine ausschnitt der fernsehwelt zeigt doch beispielhaft wie wir doch nur benutz, gebraucht und verbraucht werden. ohne rücksicht auf verluste.

mich kotz es an wenn ***-kai, raab, bohlen  und konsorten meinung machen und damit auch ein stück weit über unser / mein leben  bestimmen.

ok, ihr könnt euch alle besser ausdrücken als ich- und mehr gehaltvolleren text produzieren.

aber, ich sage euch - dieser mist hat schon zuviel schaden an unserer gesellschaft angerichtet. das muß aufhören

wo soll das hinführen??

Tim Kickbusch

16. Januar 2010, 01:52

@ Thomas Television:

was wären objektivierbare Kriterien, um festzustellen, ob ein Boulevardmagazin gut oder schlecht ist? Ehrlich gesagt, ist das eine Frage, die mich bei jedem einzelnen Beitrag, den ich mache, beschäftigt. Meine Kriterien sind bisher: Wahrheit, Authentizität, Legalität und natürlich meine persönlichen moralischen Werte. Welche schlagen Sie vor, die fehlen?

Thomas Television

19. Januar 2010, 19:08

http://tvundso.com

@Tim Kickbusch:

Die Kriterien, die sie vorschlagen bzw. angeben als Grundlage ihrer Arbeit zu verwenden sind ganz ok. Die Frage ist, ob sie der Realität ihres Programms auch entsprechen. Das kann ich aber nicht beurteilen, da ich selten Explosiv schaue.

Ohnehin müsste man das mit einer Inhaltsanalyse überprüfen, wie an der Uni also, um eine Aussage darüber treffen zu können, ob ihre Maßstäbe in der Realität eingehalten werden.

Als ich es zuletzt sah, hatte ich folgendes bei Twitter vermerkt:

twitter.com/.../7565754537

(Explosiv Weekend hat den unesbestreitbaren Sozialrealismus aus DSDS extrahiert. Das finde ich zur Abwechslung mal legitim.)

Da ging es darum, dass eine DSDS-Bewerberin - obwohl sie aus Deutschland war - einen fremdländisch klingenden Akzent hatte, und Explosiv hatte weitere Leute gefunden, bei denen das so war.

Das Problem ist eher, dass in Magazinen wie Explosiv eben gefühlt nur solche Jugendlichen vorkommen, nicht jedoch die ganz normalen. Auch bezogen auf das Gesamtprogramm von RTL scheint das so zu sein.

Das Hauptproblem sehe ich also darin, dass Menschen die ausschließlich oder überwiegend Inhalte von RTL konsumieren und das über Jahre, einen falschen Eindruck von der Realität bekommen. Dass das tatsächlich so ist, ist bereits erforscht. Insofern scheint sich ihr Kriterium "Authentizität" nicht so durchzusetzen.

Insgesamt kommt es mir aber allgemein komisch vor, mit ihnen über solche Fragen zu diskutieren, da ich alles andere als überzeugt davon bin, dass sie nicht in Wirklichkeit ausschließlich nach ökonomischen Motiven ihr Programm produzieren, was sie als Teil einer privaten Rundfunkanstalt auch sollen. Die eigentliche Frage, die sich RTL zu stellen hat, wäre meiner Meinung nach wie man unter ökonomischen Gesichtspunkten ein Mindestmaß an ethischen Standards beibehalten kann, die selbst wenn ihre Mißachtung den Profit verzigfachen würde, niemals zur Debatte stehen. Bei DSDS könnte man direkt damit anfangen, die Menschenwürde in den Katalog aufzunehmen ;)

nny

21. April 2010, 15:04

einfach nur unter alle sau. und dieses typische "sich rauswinden" eines herrn kickbuschs ist symbolisch für das ganze unterschichtenfernsehen. zum kotzen!

XellDincht

27. August 2011, 01:17

Tut mir Leid Herr Kickbusch,

aber Ihre moralischen Werte kaufen wir Ihnen nicht ab. Da müssen Sie uns vom Gegenteil beweisen

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Straussflieger - Elend Fernsehen

06. Januar 2010, 10:58

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