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Das Fernsehblog

"Gier" und Genügsamkeit: Schoener ist, wenn man die Musik schon kennt

15. Januar 2010, 12:48 Uhr

Es wird, wenn Sie sich heute den neuen Wedel ansehen wollen, ein sehr langer Abend. Aber vielleicht vertreiben Sie sich die Zeit damit, auf die Musik zu achten. Harold Faltermeier ("Axel F.") hat sie komponiert, und Eberhard Schoener steuerte mehrere Lieder bei, die "besondere Highlights in der Dramaturgie des Films setzen", wie es im Pressetext zum Soundtrack heißt. Tatsächlich hat besonders das von Anouschka Renzi nach gefühlt elf Stunden vorgetragene "Hello Joe" das Potential, an längst vergessen gelaubte große, alte Fernsehzeiten zu erinnen.

Wenn Sie bitte mal hören möchten:

Ist das nicht beneidenswert? Eberhard Schoener schafft es seit fast dreißig Jahren, dem Fernsehen immer wieder dieselbe Melodie zu verkaufen. Aber im Gegensatz zu Wedel klaut er wenigstens bei sich selbst.

"Gier", heute 20.15 und 21.45 Uhr auf arte. Das Erste zeigt die beiden Teile am 20. und 21. Januar um 20.15 Uhr.

Veröffentlicht 15. Januar 2010, 12:48 von Stefan Niggemeier
Kommentare

Muriel

15. Januar 2010, 13:33

http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/

Ich zweifle immer, ob es an den Schauspielern, der deutschen Sprache, oder schlicht an mir liegt, dass mir die Dialoge in solchen Sendungen immer so schrecklich hölzern vorkommen. (Ich weiß, dass es eigentlich um die Musik geht. Entschuldigung.)

Stefan Niggemeier

15. Januar 2010, 13:50

In diesem Fall würde ich sagen: an Dieter Wedel.

MEEDIA

15. Januar 2010, 15:21

http://Jan-Philipp Picard

Buäh (sic!)

Nordisch by nature

15. Januar 2010, 16:13

Dieter Bohlen hat doch auch immer die gleiche Melodie verwendet und hatte Erfolg damit...

Johannes

15. Januar 2010, 18:06

Nun, an der Sprache kann es keineswegs liegen, ist sie doch weit facettenreicher, vielseitiger und wortschatzreicher als die englische. Meist liegt es schlicht an der Umsetzung durch Medienschaffende, so Drehbuchautoren, Regisseure, Schauspieler. Denn zwischenmenschliche Beziehungen lassen sich sprachlich kaum emotionaler und glaubwürdiger ausdrücken, als mit dem reichen Wortschatz des Deutschen.

Simon

15. Januar 2010, 18:31

Wie fällt einem denn so etwas auf? :)

Ein Musikverleger

15. Januar 2010, 18:52

Viele Musiker (seit 1000 Jahren und bis heute) haben immer die gleiche Melodie benutzt, weil: die Leute mögen das.

rog

15. Januar 2010, 19:03

Ich vermute, er hat die Akkorde auf seinem Computer in Midi-Dateien abgespeichert und baut sie immer wieder mit leicht verändertem Tempo und neuer Instrumentierung um. So was dauert ungefähr 10 Minuten, dann ist das vermeintlich neue Stück fertig. Interessant, dass man dafür heute noch ordentlich Geld kassieren kann.

Marc-Oliver

15. Januar 2010, 20:35

http://comiksdebris.blogspot.com/

Nach vielen teils frustrierenden Feldversuchen mit akribisch zusammengestellten Mix-Tapes über mehrere Jahrzehnte kann ich bestätigen: den meisten Leuten gefällt im Zweifelsfall genau die Musik am besten, die sie schon kennen.

onlime

15. Januar 2010, 21:29

Der Kollege Hans Zimmer macht es in Hollywood auch nicht anders.

andreas hahn

16. Januar 2010, 00:02

...habe mir das auf Arte angschaut

Herr Niggemeier,

der Wedel zieht aber seinen Stiefel durch

Geld spielt keine Rolle..............

und da bleibt auch noch was für *alte* Musiker-Freunde übrig

P.S. laut Abspann gibt es 7 Redakteure!!

Respekt

Densemann

16. Januar 2010, 11:07

http://www.couchmonster.de/

Geht doch gut ins Ohr. Und wenn ich die Wahl habe, Frau Renzi zu sehen oder zu hören ...  dann doch lieber nur ihre Stimme.

Fabel

17. Januar 2010, 13:46

Herrliche Musik.....

hanes

18. Januar 2010, 08:18

seit 1987 sind aber nur ungefähr 20 jahre vergangen, keine 30, oder?

Stefan Niggemeier

18. Januar 2010, 09:55

Und seit 1983?

Fabel

18. Januar 2010, 15:42

27^^

Auch keine 30!

In 3 Jahren kann so einiges passieren...

Anna Balla

18. Januar 2010, 21:48

http://Annaballa67@web.de

find ich auch!

Nordisch by nature

19. Januar 2010, 11:59

Der anspruchslose Konsument will seine Melodie hören. Die tagelange Wiederholung des schon nach einmaligem Hören Schmerzen verursachenden "Living on my own" von Queen durch einen Mitbewohner hat mich zum sofortigen Auszug bewogen.

Ein anderes Mal ware es: "Four non blondes - What's going on". Immer wieder und wieder; Dauerschleife.

Lässt sich mit Dummheit nicht erklären

Haco

19. Januar 2010, 14:11

@Nordisch by nature

ist doch clever, "Living on my own" solange zu spielen, bis der im Songtitel beschriebene Zustand eingetreten ist.

Luggi

19. Januar 2010, 20:56

Wer noch ein wenig Ich-klau-bei-mir-selber-Musik hören möchte: James Horner verwurstet ebenfalls immer wieder die gleichen vier, fünf Versatzstücke.

Gregor Keuschnig

20. Januar 2010, 21:52

http://begleitschreiben.twoday.net

Wedels Film ist ein Comic mit Schauspielern. Anfangs noch als mediokre Kopie von Motiven aus "Wall Street" entwickelt sich der Film zum klischeebeladenen Possenspiel. Da ist die geklaute Musik fast noch das Beste. Schade für Herrn Tukur.

John Rest

21. Januar 2010, 08:39

http://johnrest.wordpress.com/

Angesichts mancher Kommentare ist`s wohl intelligenter dumm zu sein, dann steht man sich nicht selbst so oft im Weg beim ständigen Versuch die Welt zu kategorisieren und überall nur Dummes zu sehen und wie in diesem Fall: Zu hören...

Bert Klein

28. Januar 2010, 22:20

Kleine Ergänzung: Es gibt mindestens eine noch frühere Version: 'Call the Circus' auf dem E. Schoener-Album 'Complicated Ladies' von 1982. Gesungen von der wunderbaren Esther Ofarim.

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