Home
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Sonntag, 12. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Das Fernsehblog

Pupse im Weltraum: Das Relevanz-Verständnis des Pro-Sieben-Sat.1-Chefs

11. März 2010, 17:24 Uhr

Thomas Ebeling, seit gut einem Jahr Vorstandschef bei Pro Sieben Sat.1, möchte zukünftig weniger Geld für klassische Nachrichten ausgeben. Auf dem Podium des DLM-Symposiums, einer Diskussionsveranstaltung der Landesmedienanstalten, wiederholte er am Mittwoch seine Auffassung, für das junge Publikum seien klassische Nachrichten nicht so wichtig. Informationsvermittlung, wie sie der Rundfunkstaatsvertrag auch von privaten Sendern verlangt, sei schließlich nicht nur durch Nachrichten erreichbar. "Die vertiefende Betrachtung können Magazine viel besser leisten", findet Ebeling – und hat auch ein schönes Beispiel parat:

"Formate wie 'Galileo' sind viel relevanter als die Nachrichten um 18 Uhr."

Na, dann schauen wir uns doch einfach mal an, ob der Mann nicht vielleicht Recht hat, und fassen zusammen, mit welcher Relevanz Ebelings Vorzeigemagazin "Galileo" in den vergangenen Tagen glänzte:

Montag, 8. März 2010

"Die neue Woche beginnt bei uns spektakulär", kündigt Moderator Aiman Abdallah den ersten Beitrag an. "Wir haben die Macher der erfolgreichsten Internetvideos besucht, um zu überprüfen, ob sie getrickst haben oder nicht." Die "Galileo"-Reporter sind nach Norwegen gereist, um einen Offroad-Fahrer zu besuchen, der einen 100 Meter hohen Sandberg senkrecht hinaufgefahren ist. In Irland hat "Galileo" den Schäfer getroffen, der seinen Tieren LED-Lampen angesteckt und im Dunkeln lustige Filme aus der Vogelperspektive gedreht hat. In New York stand ein gehbehinderter Skateboardfahrer zum Interview bereit. Und in Bad Ems ließen sich die verblüfften Reporter von zwei Studenten vorführen, wie man aus mehreren Metern Entfernung Weißbrotscheiben im Toaster versenken kann.

"Fancy fast Food" heißt der neueste Trend für Leute, denen es als Kind verboten war, mit dem Essen zu spielen. Konkret geht es um das "Umstylen" von Fastfood zu Gourmetgerichten. "Galieleo" hat Satéspieße aus Crispy Chicken, Geschnetzeltes aus Hamburger und Crème brûlée aus Donuts nachgebaut. Und die Testesser haben hinterher nichts von dem Schummel gemerkt!

Hätten Sie's gewusst? Das teuerste Fahrrad der Welt ist aus – Holz. Irre!

Und dann wieder Aiman Abdallah: "Aus der Tierwelt stammen spannende Mythen und wir haben bereits einige geklärt: Ja, Lamas können tatsächlich spucken. Und: Nein, Schafe sind keineswegs dumm." Nur Pro-Sieben-Redakteure, die kommen für ihre Moderationstexte definitiv in die Hölle. Aber eigentlich ging's ja um "Tiermythen". Also: Wölfe heulen nicht den Mond an und Schlangengift tötet nicht in Sekunden. Letzteres hat "Galileo" höchstpersönlich in Australien ausprobiert (an einer unschuldigen Maus) und dabei vom Reptilienexperten erfahren, was man im Falle eines Schlangenbisses auf keinen Fall tun sollte: Niemals selbst zum Krankenhaus fahren, man könnte im Auto ohnmächtig werden und sich verletzen. Ach so, und: Kängurus boxen nicht.

In der Rubrik "100 Sekunden" taucht aber doch noch eine interessante Frage auf: Haben die Erdbeben in der Türkei und Chile, über die gerade in diesen "Nachrichten" berichtet wird, wie es sie auf anderen Sendern gibt, irgendwas miteinander zu tun? Hm. Das kann "Galileo" leider auch nicht beantworten. Viel wichtiger an dieser Erdbeben-Geschichte schien der Redaktion auch die Frage:

Dienstag, 9. März 2010:

Da ist er wieder, der große "Fake-Check": "Kann man wirklich [kopfüber] auf einem Finger stehen? Galileo-Zuschauer probieren es aus." In einem Einkaufszentrum. Aber ohne Erfolg. Also hat die Redaktion die Deutsche Meisterin in Sportakrobatik, einen Balancekünstler und mehrere Shaolin-Mönche als fachkundige Experten hinzugezogen und herausgefunden: Ja, man kann. Aber der letzte, der es geschafft hat, ist 1989 gestorben.

So, meine Damen und Herren, und nun machen Sie sich bitte auf die Königsdisziplin gefasst: die "Galileo"-Reportage über den teuersten Füller der Welt. 200.000 Euro kostet der, es gibt nur wenige Exemplare davon, und: "Bei der Entstehung von Füller 81 darf 'Galileo' exklusiv dabei sein." Nach 15 Minuten sowie einer intensiven Beratung durch den Abteilungsleiter Sonderanfertigungen in Deutschlands ältester Füllermanufaktur steht für die Redaktion fest: Das ist "nicht nur ein Schmuckstück, sondern auch ein perfektes Schreibgerät". Und bevor wir gleich was über Astronautenfutter erfahren, hat Aiman Abdallah da noch mal eine Frage:

Jetzt aber zur Herstellung des Luxus-"Space Food", das Sternekoch Harald Wohlfahrt in ganz leichten Dosen verpacken muss, weil der Transport sonst so teuer kommt. Und was isst man so im All? Geschmortes Kalbsbäckchen mit Gemüse in Balsamicoessigsoße zum Beispiel. Bloß nichts mit Zwiebeln, weil die Luft sonst durch Pupse verunreinigt wird. Gut zu wissen, falls man mal in Verlegenheit kommt.

Und sofern die Raumfahrtbehörde sonst noch ein paar Tipps braucht: "Galileo" hat im "Chemieexperiment XXL" 24 cm dicken Stahl durchgeschmolzen. Vielleicht ist das ja auch für irgendwas gut.

Mittwoch, 10. März 2010

Und jetzt wieder – nein, der "Fake-Check" hat heute Urlaub. Diesmal gibt's zum Auftakt das "Diät-Quiz", in dem sich herausstellt, dass die Deutschen die dicksten Europäer sind, weil sie pro Jahr 62 Kilo Fleisch, 9 Kilo Schokolade und 110 Liter Bier vertilgen. Viel wichtiger ist jedoch die Frage: Leben Piloten wirklich nonstop im Luxus? "Ein Pilot hat für uns ausgepackt", verspricht "Galileo" und ist einen Tag mit einem Flugkapitän mitgereist, um sich abends beim Feiern unter Palmen zwischen lauter hübschen Frauen von ihm bestätigen zu lassen: "Es ist nicht leicht, treu zu bleiben."

Ganz ohne Kapitän durfte der "Galileo"-Reporter nachher "die ausgefallensten Luxusgerichte der Welt" kosten: Seeigel, cremigen Elchkäse, Kaviar von der Weinbergschnecke, Schwalbennester aus Vogelspeichel. Und für den Donnerstagabend hat Aiman Abdallah schon den nächsten Beitrag parat, einen "Nationenkampf", bei dem sich herausstellen soll: Wer macht den besten Gulasch? Deutsche oder Ungarn?


Fassen wir nochmal zusammen: Es ist für Pro Sieben Sat.1 kein Problem, Reporter um die halbe Welt (und notfalls sogar nach Bad Ems) reisen zu lassen, damit sie glibberige Delikatessen in den Mund nehmen, Mäuse ins Jenseits befördern oder die Protagonisten lustiger Internetvideos aufspüren können. Es ist auch kein Problem, 15-minütige Reportagen über glitzersteinbesetzte Füller zu zeigen oder sündhaft teure Holzfahrräder. Wenn sich irgendwas Großes kaputtmachen oder durchschmelzen lässt, scheut Pro Sieben keine Ausgaben, um das mit der Kamera festhalten zu können.

Nur für anständige Nachrichten ist in Ebelings Konzern beim besten Willen nicht genug Geld und Platz da.

Jetzt wissen wir immerhin warum: Das, was täglich so auf der Welt passiert, ist für Informationssendungen, wie Pro Sieben Sat.1 sie zeigt, viel zu aufregend.

Screenshots: Pro Sieben

Veröffentlicht 11. März 2010, 17:24 von Peer Schader
Kommentare

jemand

11. März 2010, 18:55

http://hp2010.wordpress.com

Also ich bin mir sehr sicher, dass ich die Sache mit dem behinderten Skateboardfahrer schonmal gesehen habe. Das mit dem Füller kommt mir auch sehr bekannt vor, ebenso der Nationenkampf im Gulaschessen. Und das war auf jeden Fall nicht in den letzten zwei Wochen. Aber vorher war das natürlich noch bei Kabel 1 usw. Ich will das alte Galileo von früher wieder. Das war wenigstens schön. Denke ich, hab es bei den ganzen Konserven leider schon wieder vergessen. :(

Torsten

11. März 2010, 19:53

Werden die Stücke aus dem Ausland für Pro7 produziert? Oder gibts da eine Agentur für Blödsinn, den man weltweit verramscht?

Jeeves

11. März 2010, 20:16

http://www.kdmueller.com

"Formate wie 'Galileo' sind viel relevanter als die Nachrichten um 18 Uhr."

Nee, da hat man Dich veräppelt, das kann doch nur irgend ein Depp gesagt haben, aber doch kein "Vorstandschef", aber nicht doch, nein nein, nie und nimmer. Das sind doch alles hochgebildete feine Leute mit 'nem Riesen-Gehalt.

Aleks

11. März 2010, 20:17

Wunderbar! Jetzt hab ich mal wieder einen kurzen Blick in die Knalileowelt werfen können... Danke, denn selbst tue ich mir das schon seit Jahren nicht mehr an!

Die sind schon gut mit Ihrem "Wissensmagazin"...

Aber so teuer ist die Produktion dieser wertvollen Beiträge auch wieder nicht, wenn man bedenkt wie oft der Ramsch bei Pro7, Sat1, Kabel1 und N24 versendet wird... Kronzuckers Kosmos ist ja so ein beliebter Friedhof für Geilileobeiträge

Jonwetzlar

11. März 2010, 20:20

Und: Fast alle dieser Beiträge sind schon oft gesendet worden. Das ist mit Nachrichten auch schwierig. Aber nicht unmöglich.

franker69

11. März 2010, 20:38

Vielen Dank ! Das hat gut getan.

Muriel

11. März 2010, 20:48

http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/

Ich hatte kürzlich auch wieder eines dieser Gespräche, die im Grauen enden. Eine Zeitlang macht man sich mit jemandem, den man nicht kennt, darüber lustig, was für Mist im Fernsehen kommt, und irgendwann sagt er dann: "Ich guck eigentlich auch nur noch Galileo, da lern ich jedesmal was dazu."

Ich glaube, ich habe ihn ein paar Sekunden lang mit offenem Mund angestarrt, um dann schreiend wegzulaufen.

Jerry

11. März 2010, 21:08

http://stripedstar.myblog.de/

Man hätte im Zusammenhang der Informationspflicht auch einfach auf die Produktinformationen der Sendergruppe verweisen können (die zweifellos im Vergleich zur öffentlich-rechtlichen Konkurrenz mehr Raum einnehmen). Wesentlich lächerlicher wäre dieses Argument auch nicht gewesen.

uk

11. März 2010, 21:25

Galileo und Relevanz? *hrhr* nicht einmal die sonst so objektive Wikipedia lässt mehr ein gutes Haar an diesem kruden Format:

de.wikipedia.org/.../Galileo_(Fernsehsendung)

Dort kann man auch gut den Niedergang nachlesen:

- Seit dem 10. Januar 2005 imitiert Galileo mit der Rubrik „Galileo Experiment“ das Format der britischen Sendung Brainiac, teilweise auch der amerikanischen Sendung MythBusters in Form und Art des Infotainments.

- Am 4. Oktober 2005 wurde die Sendezeit verdoppelt – seitdem beträgt sie eine Stunde.

Inzwischen kann man das so gut wie gar nicht mehr anschauen, allein die unsäglichen "Fake Checks" und wenn ich sehen will wie jemand etwas kaputt macht schau ich mir die Original Mythbusters an.

Pepito Spazzaguti

11. März 2010, 21:45

Dass Galileo keine Relevanz hat, die Nachrichtensendungen oder Politmagazinen vergleichbar wäre, ist unschwer festzustellen. Es kann natürlich auch nicht als Ersatz dafür herhalten, andererseits würde ich der Sendung nicht jeglichen Informationsgehalt absprechen; es ist eher mit den "Sachgeschichten" der Sendung mit der Maus vergleichbar, die ja bekanntlich seit Jahrzehnten nicht nur von Kindern bejubelt werden.

Interessant und diskutierenswert fand ich aber Ebelings Aussage bei der Veranstaltung, dass mit "Informationsauftrag" nicht notwendigerweise "Nachrichtensendungen" gemeint sein müssen. Ebenso war doch auch Tobias Schmids (RTL-Gruppe) Frage nicht ganz unberechtigt, warum denn VOX nun unbedingt auch zwischen 19 und 20:15 eine Nachrichtensendung ausstrahlen solle, wenn schon überall welche (und bessere) laufen.

Soweit man kritisiert, dass die Privaten zu wenig politisch und gesellschaftlich relevante und wichtige Themen angehen, ist das berechtigt. Und wenn man dies gewollt ist, sollte es auch in den Rundfunkstaatsvertrag so reingeschrieben werden. Die Verengung darauf, ob und wie viele Nachrichtensendungen die Privaten denn zu welchen Uhrzeiten senden finde ich aber wenig zielführend.

Frank Lorenz

11. März 2010, 22:40

Mir ist es auch völlig egal, ob PRO 7 Nachrichten zeigt oder nicht. Das, was in den Privaten als Nachrichten angeboten wird ist in meinen Augen sowieso unter aller Kannone. Als mahnendes Beispiel sind mir immer noch die "Action News" von RTL II in Erinnerung, die Top-Stories à la "Brustvergrößerung von Britney Spears" hatten.

Somit ist es eigenlich nur konsequent, darauf zu verzichten. Wer Information will, sollte halt zum Öffentlich-rechtlichen umschalten.

TV Opfer

11. März 2010, 22:45

"Zigaretten, Limonade und Pillen hat Thomas Ebeling in seinem bisherigen Berufsleben an den Mann gebracht. Bei Novartis  ist Ebeling letztendlich gescheitert."(FTD)

Solange solche Leute, die rituell ihren BWL-Quatsch auf jedes beliebige Produkt ihrer Karriere anwenden, von den Hedgefonds im Fernsehgeschäft eingesetzt werden, wird das Privatfernsehen sich zwangsweise weiter nach unten entwickeln (und die ÖR mitnehmen). Der Systemfehler liegt m.E. daran, daß diese Leute ihre Fernsehzuschauer für die doofe Ware halten, die sie an die Mediaagenturen verhökern müssen. Sie arbeiten ja nicht am Programm für die Zuschauer, sondern daran, kalkulierte Zuschauermengen vor den Schirm zu bringen.

Deshalb werden die immergleichen Formate jährlich immer noch einen Tick reißerischer und erfolgreiche Konkurrenzformate billig nachgebaut wie Duschkopfimitate aus China. Reicht doch. Und es reicht ja leider auch.

walter white

11. März 2010, 22:55

oh mann, da kann man man sich ja nur noch mit dem greifwerkzeug an den kopf fassen.

Peer Schader

11. März 2010, 23:27

@Pepito Spazzaguti: Ich würde der Sendung auch gar nicht jeglichen Informationsgehalt absprechen wollen. Natürlich ist es informativ, wenn man bei "Galileo" lernt, was die effektivsten Hausmittel von früher sind und wie man sein iPod-Kabel so aufrollt, dass es nie verheddert. Ich fand nur lustig, dass Ebeling in der ganzen Debatte eine Sendung als Beispiel nennt, die er offensichtlich nie gesehen hat (zumindest nicht in den vergangenen Jahren).

kiki

12. März 2010, 00:12

"Relevanz" ist ein schöner und in diesem Zusammenhang sehr dehnbarer Begriff. Genau wie "Informationsgehalt". Beides sehr subjektiv.

Offenbar wird es immer Menschen geben, die mehr an dem Hackfleischanteil an den größten Hamburgern der Welt interessiert sind, als an der Weltpolitik.

Es ist allerdings sehr deprimierend, daß Privatsender wie Pro7 nicht einmal ansatzweise versuchen, Information und Bildung zu vermitteln. Erwarten sollte man es schon lange nicht mehr.

JMK

12. März 2010, 00:18

http://kuenstliche-welten.net

So unrecht hat Ebeling ja nicht. Galileo ist mit Sicherheit "relevanter" als die Nachrichten die auf Pro7/sat1 odser auch RTL laufen, bei denen jeder zweite Beitrag von den Moderatoren mit beliebigen Adjektiven kommentiert wird.

Hahn E. Büchner

12. März 2010, 00:21

Es gibt einen ganz einfachen Grund: Die für Galileo gedrehten Beiträge lassen sich zum Teil weiterverwerten/recyclen bei den anderen Sendern und Sendungen der Pro7Sat1 AG, sprich lassen sich noch mal versenden und somit Programminuten füllen. Das geht mit den Nachrichten nicht.

Was das Geld betrifft: N24 "beliefert" ja die alle Sender der Sendergruppe mit Nachrichten. Dafür bekommt N24 zwar 65 Millionen Euro jährlich überwiesen, aber darf man eben nicht vergessen, dass es sich hier um ein Konzernunternehmen handelt. Bei einem Konzern muss man die "Gewinne" bei solchen Geschäften zwischen Konzernunternehmen herausrechnen, weil es sich aus Konzernsicht dabei eben um  "Geschäfte mit sich selbst" handelt. So sind  Forderungen und Verbindlichkeiten, die N24 gegenüber anderen Unternehmen der Pro7Sat1 AG bestehen, zu eliminieren/herauszurechnen.

Wenn man nun bei N24 Gewinne, die durch die Belieferung der anderen Sender mit Nachrichten entstehen,herausrechnet, dann bleibt da - wenn die Zahlen stimmen - ein Verlust von 40 Millionen Euro. Betrachtet man N24 als einzelnes Unternehmen, so ist N24 vielleicht profitabel. N24 ist aber ein Konzernunternehmen. Es wäre etwas anderes, wenn N24 trotz Herausrechnen der Zwischengewinne, die durch das Beliefern von Sat1/Pro7/Kabel1 entstehen, ein Gewinn dastünde, weil z.B. N24 hohe Einnahmen durch Werbung vorhanden sind, aus Konzernsicht einen Gewinn ausweisen könnte, also profitabel wäre. Dem ist aber nicht so. Somit sind Nachrichten für die Pro7Sat1-Sendergruppe ein reines "Zuschussgeschäft".  Es ist daher einfach gesunder Menschenverstand wenn Herr Ebeling in seiner Funktion als Vorstandschef der Sendergruppe dieses Problem angeht. Die Sendergruppe ist ein privates Unternehmen, das wie jedes andere gewinnorientiert ist. Herr Ebeling macht nichts anderes als seine Arbeit. Wäre Pro7Sat1 ein Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie und N24 ein unprofitables Tochterunternehmen, dann würde Ebeling das ganze nicht anders sehen und kein Mensch würde sich dafür interessieren (von den N24 Mitarbeitern abgesehen natürlich, meine ich), jedenfalls gäbe es keinen solchen Aufschrei deswegen, der vorallem einfach nur scheinheilig ist. Es erinnert an den Aufschrei, als Sat1 "Informationenssendungen" aus dem Programm gestrichen wurden im Jahr 2007. Da wurde Zeter und Mordio geschrieen, obwohl sich dabei um zwei belanglose Sendungen handelte. Nicht anders ist es mit den Nachrichten bei der Sendergruppe Pro7Sat1: Auch wenn es ein paar Menschen geben mag, die sich die Nachrichten auf Pro7, Sat1, Kabel1 oder N24 anschauen, es sind verdammt wenig Menschen, die sich Nachrichten der der Sendergruppe anschauen.

Kurz, die Nachrichten der Sendergruppe haben keine wirkliche Relevanz. Über die mangelnde Seriösität braucht man auch nicht weiter streiten.

Es wäre also nichts verloren, wenn man die Produktion der Nachrichtensendungen stark eindampfen würde, aber dennoch auf jedem Sender Nachrichten zeigen würde. Man könnte hier vorgehen wie im Falle der Tagesschau, die auch auf den Dritten Programmen gesendet wird. Man hätte dann eine Nachrichtensendung, die sowohl auf Pro7, als auch bei Sat1 und, Kabel1 (und N24) gesendet würde. Dadurch könnte man sich schon mal einiges an Kosten sparen und es wäre nichts verloren (wenn man von den Stellenstreichungen bei N24 absieht.) Es würde sich insgesamt nichts ändern:

Alle Sender der Sendergruppe würden (die gleiche) Nachrichtensendung senden und es würde sich nichts an der Relevanz der Nachrichtensendung(en) ändern.

Und wenn jetzt jemand schreit, dass hierdurch die "Vielfalt" verloren geht.... dann kann man nur entgegnen: Welche Vielfalt ? Alle Nachrichtensendungen der Sendergruppe sind sich ziemlich ähnlich, unterscheiden sich praktisch nur durch die jeweiligen Moderatoren und werden alle von N24 produziert.

Zu Galileo: Das Galileo-Spezial "Karawane der Hoffnung" zum Thema Genitalverstümmlung  wurde in der Kategorie Information & Kultur mit dem Grmme Preis ausgezeichnet. Das hat mit der werktäglichen Galileo-Ausgabe nichts zu tun, aber sei dennoch erwähnt.

Mal 'ne Frage: Was sind bitte "anständige Nachrichten" ? Wer legt das fest ?

Sind die jetzigen Nachrichtensendungen von Pro7Sat1  denn "anständig" ?

Vor allem, wenn es "anständige" Nachrichten gibt, was ist dann unter "unanständigen Nachrichten" zu verstehen ?  Gibt es die überhaupt ?

Kat

12. März 2010, 02:11

http://blog.dienstagskind.com

Irgendwann...ganz am Anfang...bei dem ersten Moderator....da war die Sendung noch informativ, sogar recht gut gemacht,  wenn ich mich recht erinnere. Aber jetzt ist sie genauso belanglos und Austauschbar wie der ganze Rest von Pro7 Sat1.

Daniel G.

12. März 2010, 04:58

Früher war Galileio die "Sendung mit der Maus" für über 12 jährige, doch so langsam passt man sich der "ey Alda" Generation an. Hätte es produktiver gefunden wenn sich die Generation Galileio angepasst hätte... Was würde wohl der Namenspate dazu sagen. Gabs damals schon den "Fakecheck"? Der Apfel fiel zu Boden...Fake oder the only Truness...

T.M.

12. März 2010, 07:59

http://muellerto.blogspot.com

Ja, alles richtig und ich hab auch selbst gelacht. Nur ...

... es steht zu befürchten, das ist durchaus ernstgemeint vom dem Herrn Ebeling. Der hat natürlich andere Präferrenzen, wenn er "relevant" sagt. Ich könnte mir gut vorstellen, die Zielgruppe, die sich auf diesen Sendern herumtreibt und auf Sendungen mit irgendwelchen blonden Hühnern, heulenden Nicht-singen-könnern oder sonstigen Freaks wartet, die einen banalen, langen Tag hinter sich und den nächsten schon vor sich hat, ist - die Pizza und die Dose Tankstellenbier auf dem Tisch - durchaus an einer seichten Einlullung des Abends interessiert. Das ist für sie tatsächlich relevant, und zwar jeden Tag wieder, das Hirn säuberlich im Nirgendwo geparkt. Man will sich da nicht noch gross mit Dingen beschäftigen, die man sowieso nicht versteht. Das Fernsehen ist einer der grössten (und unterschätztesten) Weltfluchtmechanismen, die wir haben. Praktisch jeder ist ihm ausgeliefert.

Alles, was existiert, füllt eine Lücke. Auch die durch und durch amerikanisierten Sender der Pro7-Sat1-Gruppe, so strunzdumm wie die auch sind. Sie sind nur ein Spiegel. Der Ebeling ist insofern nur ein Rädchen in diesem Getriebe.

Ben

12. März 2010, 08:20

Jeden Tag neue Nachrichten-Beiträge zu Produzieren, kostet halt Geld. Galileo-Beiträge kann man Jahrelang im Zwei-Wochen-Rhythmus auf den eigenen Sendern immer und immer wieder zeigen, sind im Vergleich zu den Nachrichten also ein wahnsinniges Schnäppchen.

ooohja

12. März 2010, 09:02

@Muriel :

"Ich guck eigentlich auch nur noch Galileo, da lern ich jedesmal was dazu."

den satz hab ich leider auch schon einige male gehört -.-

Peter Petersen

12. März 2010, 09:04

s gibt einen ganz einfachen Grund: Die für Galileo gedrehten Beiträge lassen sich zum Teil weiterverwerten/recyclen bei den anderen Sendern und Sendungen der Pro7Sat1 AG, sprich lassen sich noch mal versenden und somit Programminuten füllen. Das geht mit den Nachrichten nicht.

Was das Geld betrifft: N24 "beliefert" ja die alle Sender der Sendergruppe mit Nachrichten. Dafür bekommt N24 zwar 65 Millionen Euro jährlich überwiesen, aber darf man eben nicht vergessen, dass es sich hier um ein Konzernunternehmen handelt. Bei einem Konzern muss man die "Gewinne" bei solchen Geschäften zwischen Konzernunternehmen herausrechnen, weil es sich aus Konzernsicht dabei eben um  "Geschäfte mit sich selbst" handelt. So sind  Forderungen und Verbindlichkeiten, die N24 gegenüber anderen Unternehmen der Pro7Sat1 AG bestehen, zu eliminieren/herauszurechnen.

Wenn man nun bei N24 Gewinne, die durch die Belieferung der anderen Sender mit Nachrichten entstehen,herausrechnet, dann bleibt da - wenn die Zahlen stimmen - ein Verlust von 40 Millionen Euro. Betrachtet man N24 als einzelnes Unternehmen, so ist N24 vielleicht profitabel. N24 ist aber ein Konzernunternehmen. Es wäre etwas anderes, wenn N24 trotz Herausrechnen der Zwischengewinne, die durch das Beliefern von Sat1/Pro7/Kabel1 entstehen, ein Gewinn dastünde, weil z.B. N24 hohe Einnahmen durch Werbung vorhanden sind, aus Konzernsicht einen Gewinn ausweisen könnte, also profitabel wäre. Dem ist aber nicht so. Somit sind Nachrichten für die Pro7Sat1-Sendergruppe ein reines "Zuschussgeschäft".  Es ist daher einfach gesunder Menschenverstand wenn Herr Ebeling in seiner Funktion als Vorstandschef der Sendergruppe dieses Problem angeht. Die Sendergruppe ist ein privates Unternehmen, das wie jedes andere gewinnorientiert ist. Herr Ebeling macht nichts anderes als seine Arbeit. Wäre Pro7Sat1 ein Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie und N24 ein unprofitables Tochterunternehmen, dann würde Ebeling das ganze nicht anders sehen und kein Mensch würde sich dafür interessieren (von den N24 Mitarbeitern abgesehen natürlich, meine ich), jedenfalls gäbe es keinen solchen Aufschrei deswegen, der vorallem einfach nur scheinheilig ist. Es erinnert an den Aufschrei, als Sat1 "Informationenssendungen" aus dem Programm gestrichen wurden im Jahr 2007. Da wurde Zeter und Mordio geschrieen, obwohl sich dabei um zwei belanglose Sendungen handelte. Nicht anders ist es mit den Nachrichten bei der Sendergruppe Pro7Sat1: Auch wenn es ein paar Menschen geben mag, die sich die Nachrichten auf Pro7, Sat1, Kabel1 oder N24 anschauen, es sind verdammt wenig Menschen, die sich Nachrichten der der Sendergruppe anschauen.

Kurz, die Nachrichten der Sendergruppe haben keine wirkliche Relevanz. Über die mangelnde Seriösität braucht man auch nicht weiter streiten.

Es wäre also nichts verloren, wenn man die Produktion der Nachrichtensendungen stark eindampfen würde, aber dennoch auf jedem Sender Nachrichten zeigen würde. Man könnte hier vorgehen wie im Falle der Tagesschau, die auch auf den Dritten Programmen gesendet wird. Man hätte dann eine Nachrichtensendung, die sowohl auf Pro7, als auch bei Sat1 und, Kabel1 (und N24) gesendet würde. Dadurch könnte man sich schon mal einiges an Kosten sparen und es wäre nichts verloren (wenn man von den Stellenstreichungen bei N24 absieht.) Es würde sich insgesamt nichts ändern:

Alle Sender der Sendergruppe würden (die gleiche) Nachrichtensendung senden und es würde sich nichts an der Relevanz der Nachrichtensendung(en) ändern.

Und wenn jetzt jemand schreit, dass hierdurch die "Vielfalt" verloren geht.... dann kann man nur entgegnen: Welche Vielfalt ? Alle Nachrichtensendungen der Sendergruppe sind sich ziemlich ähnlich, unterscheiden sich praktisch nur durch die jeweiligen Moderatoren und werden alle von N24 produziert.

Zu Galileo: Das Galileo-Spezial "Karawane der Hoffnung" zum Thema Genitalverstümmlung  wurde in der Kategorie Information & Kultur mit dem Grmme Preis ausgezeichnet. Das hat mit der werktäglichen Galileo-Ausgabe nichts zu tun, aber sei dennoch erwähnt.

Mal 'ne Frage: Was sind bitte "anständige Nachrichten" ? Wer legt das fest ?

Sind die jetzigen Nachrichtensendungen von Pro7Sat1  denn "anständig" ?

Vor allem, wenn es "anständige" Nachrichten gibt, was ist dann unter "unanständigen Nachrichten" zu verstehen ?  Gibt es die überhaupt ?

Olaf

12. März 2010, 09:23

@ Pepito Spazzaguti

 > es ist eher mit den "Sachgeschichten" der Sendung mit der Maus

 > vergleichbar,

Das finde ich aber sehr gewagt. Bei der Maus lernt man immer, wirklich immer,  was und wird auch nur minimalst manipuliert. Und das Niveau des vermittelten wissen wollen wir mal lieber auch nicht vergleichen.

Inwiefern ist das auch nur ansatzweise mit dem Pro7-Infotainment-Schrott vergleichbar? IMO machte der eher dümmer als klüger. Insgesamt gesehen.

Densemann

12. März 2010, 09:31

http://www.couchmonster.de

Uhrzeitkrebse, eckige Eier, Solarzeppeline - Alte "Yps"-Hefte sind lehrreicher als "Galileo". Und man kann sie wenigstens wegschmeißen. Letzteres würde ich mir auch für die bösartige Knoff-hoff-Mutation aus dem Hause Pro7 wünschen. Wird auch langsam Zeit, dass der Sender endlich eine zweistündige Sendung ins Programm hievt, in der nur Youtube-Videos und MySpace-Seiten vorgestellt werden. Könnte man dan StudiVZ-TV nennen. Und als Nachrichten werden Facebook-Statusmeldungen vorgelesen ... aber ich schweife ab.

Ebeling macht halt Quantitäts- und nicht Qualitätsfernsehen.

In diesem Sinne: Danke Herr Schrader. Schöner Beitrag.

jeff

12. März 2010, 10:03

Ich habe Galileo vor 10 Jahren das letzte Mal gesehen (dann begann das Studium und ich hatte keinen Fernseher mehr.. und hab ihn auch nicht wirklich vermisst seitdem...) -- damals hatte ich zumindest das Gefuehl, dass Galileo noch Formaten wie der Knoff-Hoff-Show (man moege mich fuer diesen Vergleich nicht lynchen ;) nacheilen wuerde und auch mit einer gehoerigen Portion Anspruch an die Sache ginge.. scheinen sich mit der Zeit aber gegeben zu haben, diese Unerreichbaren und teuren Ziele.

Torsten ohne H

12. März 2010, 10:20

Galileo relevanter als Nachrichtenmagazine?! Ja, nee, is klar, warum sollte man sich auch ansehen, wie im Rest der Welt Bomben hochgehen, wenn man sie dank Galileo einfach selbst bauen kann:

notes.computernotizen.de/.../bitte-nicht-nachmachen

Stefan Niggemeier hat auch schon vor längerem mal einen sehr treffenden Artikel über diese Sendung geschrieben:

www.stefan-niggemeier.de/.../galileo

John Rest

12. März 2010, 10:35

http://johnrest.wordpress.com/

Na ja, aber bitte... während Pro7 mir "Galileo" noch kostenlos auf den Flachbildschirm sendet, muss ich z.B. für die ARD Gebühren bezahlen - was bekomme ich dafür? 15 Minuten Tagesschau pro Tag, ansonsten gefühlte 12 Stunden Christine Neubauer in sozial-kritischen Volksdramen. Und das ZDF? Gibt mir ein wenig "heute" um mich zu informieren, ansonsten gefühlte 20 Stunden Lanz und Gottschalk die mit ihren Gästen auf meine Kosten Werbung für Filme, Bücher, DVDs, Tourneen und anderen Nonsens machen.

Also so gesehen: Pupse im Weltall!

Matthias Schumacher

12. März 2010, 10:53

http://dieerklaerung.wordpress.com

"Galileo" ist die Wissenschaftssendung des kleinen Mannes!

onlime

12. März 2010, 10:54

@Peer Schader: Wo kann man denn noch mal sehen, wie man sein iPod-Kabel unverheddernd aufrollt? Das interessiert mich jetzt wirklich!

takeru

12. März 2010, 11:07

Jaja, die guten alten Yps-Hefte... Jetzt lachen wir noch darüber, bald schon werden @Densemanns Visionen geduldet über den Bildschirm flimmern.

Peer Schader

12. März 2010, 11:11

@John Rest: Tagsüber gibt's fast jede Stunde "Tagesschau", dazu "Tagesthemen" und Eins Extra - also irgendwie stimmt die Rechnung nicht.

Peer Schader

12. März 2010, 11:16

Marc B

12. März 2010, 11:36

Galileo war ja ganz zu Anfang eine seichte Version von Archimedes von ARTE. Das wurde eingestellt, aber es gibt ja mittlerweile X:Enius.

Und wer mir erzählt, Galileo sei so wie Sendung mit der Maus für Erwachsene, der stellt meine eigene Kindheit bloß und soll mir mal im Dunkeln begegnen.

Ich erinner mich noch gut an den Beitrag über Fertigsushi aus dem Kühlregal was in der selben Woche bei Aldi eingeführt wurde, als der Beitrag auch gesendet wurde. Armin wollte mir niemals was verkaufen und schon gar nicht mich für blöd!

Alexander

12. März 2010, 11:55

Lieber Peer,

ich finde das sehr ungerecht von dir, dass du hier einfach unterschlägst, dass all diese Beiträge live gesendet werden und das nicht so abgedroschenes Konservenzeugs ist wie in der Tagesschau! Das steht so schließlich oben rechts bei jedem Galileo-Beitrag dabei!!

Auf die 12

12. März 2010, 12:47

AHHHH das gibts ja wirklich mit dem ipod kabel. HIILFEEEE

Galileo mit Nachrichten zu vergleichen geht einfach nicht, sie aber die kategorie informationssendung trifft leider zu.  warum die sendung (ich weiß, es war ein spezial) einen grimme preis bekommen hat kann ich auch nicht so recht verstehen. ich muss da irgendwie an unseren aussenminister und seine familie auf reisen denken, dass wäre zumindestens eine logische erklärung für die vergabe des preises.

@Marc B

die sendung mit der maus für jugendliche ist schon ein guter vergleich - mMn. nur wurden bei der maus keine nakten tatsachen gezeigt und unterwäsche tests wurden nicht gemacht. leider kann man seit dieser zeit (glaube seit 4 jahren) die sendung seinen kindern nicht mehr vorführen.

x:enius hat ne neue moderatorin mit der ich mich leider auch nicht anfreunden kann und die berichte sind mir leider zu langatmig...

Peer Schader

12. März 2010, 13:03

@Auf die 12: Die Grimme-Auszeichnung gibt's für eine Spezialsendung, die nichts mit der täglichen Ausgabe zu tun hat.

John Rest

12. März 2010, 13:18

Herr Schader: Faktisch haben Sie mit Sicherheit Recht, aber gefühlt betrachtet fühle ich mich berechtigter... man könnte ja auch 24 Stunden am Stück den Pro7-Text aufrufen - da gibt es Nachrichten rund um die Uhr... ;)

Frank B

12. März 2010, 14:28

Galileo krankt natürlich u.a. daran, dass es sich zum nicht geringen Teil um eine Dauerwerbesendung handelt, wenn auch teilweise in eigener Sache (die Fake-Check-Videos sind natürlich alle von myvideo.de).  Außerdem bekommt alles den Galileo-Stempel, was sich ansonsten nirgendwo unterbringen lässt und erklärt den kunterbunten Haufen aus Dosen-Beiträgen. Letztlich haben selbst Beiträge von Nachbars Gartenzwerg mit Wissen zu tun, es passt also alles. Und Galileo hat nicht den Stempel "Wissensformat für nützliche Informationen".

Die Behauptung "Formate wie 'Galileo' sind viel relevanter als die [eigenen] Nachrichten um 18 Uhr" stimmt aber natürlich. Genauso wie: "Leitungswasser ist bekömmlicher als Methanol".

Peer Schader

12. März 2010, 14:33

@John Rest: Gefühlt betrachtet fühlt sich sicher auch Herr Ebeling berechtigter.

John Rest

12. März 2010, 14:51

Herr Schader: Da wird sich Ihr Gefühl vermutlich nicht getäuscht haben - so aus rein gefühlstechnischer Sicht. Aber wie sagte schon einst irgendein Fussballer: "Vom Feeling her habe ich ein gutes Gefühl!"

Seba

12. März 2010, 16:17

http://www.serien-load.de/blog/

Die Moral von der Geschicht.

Magic Star

12. März 2010, 17:11

Galileo ist sicherlich kein  "Nachrichtenmagazin", aber genauo sicher  ist es auch, dass dir  typischen  Pro7-Zuschauer  kein bedarf an einer täglichen, journalitisch kompetenten  Nachrichtensendung haben.

Insofern hat der Pro7-Chef völlig Recht, keine  aufwendige News-sendung zu produzieren. Die würde eh niemand gucken.

Entweder man guckt dafür  die ÖR`s oder  vielleicht noch RTL-aktuell mit Peter Klöppel.

Aber ganz sicher würde niemand  Pro7 einschalten, um  eine ernstzunehmende  Nachrichtensendung zu  verfolgen.

Chris Z.

12. März 2010, 18:36

So sehr man das Medium und das Magazin, wie ich ebendso finde, kritisieren kann und muss, so hat Ebeling mit den Aussage: "Formate wie 'Galileo' sind viel relevanter als die Nachrichten um 18 Uhr." RECHT.

Allerdings nur aus seiner Perspektive, nämlich der ZIELGRUPPENRELEVANZ für seine Werbekunden.

Also ist es auch hier wie immer, das Format ist schlecht, aber wird immernoch von genug - oder mehr - Leuten geschaut, als eine einstündige Tagesschau auf Pro7.

Der Zuschauer muss sich ändern, dann ändert sich vielleicht auch das Fernsehen eines Tages.

Mickey

13. März 2010, 00:16

>Was würde wohl der Namenspate dazu sagen. Gabs damals schon den

>"Fakecheck"? Der Apfel fiel zu Boden...

Das war Newton, nicht Galileo.

evm

13. März 2010, 01:09

Ich muss Ebeling vollkommen zustimmen. Es kommt doch sowieso kein normaler Mensch auf die Idee bei Pro Sieben Nachrichten anzusehen!

yoopee

13. März 2010, 02:59

http://www.jib-food.com

Unser Bundespräsident hat in seiner Neujahrsrede im letzten, oder vorletzten Jahr gesagt:

"...der Konsument entscheidet..."

Eine der wichtigsten Aussagen überhaupt, wenn man es denn mal versteht.

Viele haben das wahrscheinlich verpasst, weil sie gerade Galileo geschaut haben,

oder es schnell wieder verdrängt, da es so schmerzlich zeigt wie armselig das Reflexionsvermögen unserer Gesellschaft ist.

Der Markt ist absolut in Ordnung, denn er bedient einfach nur die Nachfrage.

Der Globalisierungsgegner auf dem Berliner Alexanderplatz, hat in der linken Hand die Coke und in der rechten Hand ne Pall Mall und 300m weiter steht der gebeutelte

Schichtarbeiter in der Schlange am MediaMarkt, weil er unbedingt einen 70 Zoll Flachbildschirm-Fernseher für 499,00€ braucht und fragt sich warum sein Arbeitgeber LOEWE keine 7,50€ netto zahlen will...

upsss...

Das eigentlich traurige ist, dass viele Eltern ihren Kindern keinen vernünftigen Status quo vermitteln.

Kevin muss mit 8 Jahren Galileo gucken und das als normalen Zustand erfahren, damit Mutti Zeit hat ihr unglaublich wichtiges Leben im Facebook zu posten...

Ich entschuldige mich für meine populistische Entgleisung und möchte nur sagen:

mit etwas Ehrlichkeit halten wir es in unseren Händen.

Der Konsument entscheidet...

Leo

13. März 2010, 07:59

http://www.leopoldnet.de

Galileo? "Weltberühmt" für ihren fairen Umgang mit fremden Inhalten:

www.youtube.com/watch (ab 2:30)

Grüße

Leo

Bernadette G.

29. März 2010, 00:59

http://7leia7.blogspot.com/

kein wunder, dass bei solchen konzernchefs existenzängste bei journalisten akut werden...

7leia7.blogspot.com/.../angst-essen-seele-auf.html

Ihr Kommentar

 
Hinzufügen
Blogsuche
in
Blog abonnieren
per Email an folgende Adresse
Themenfinder
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z