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Das Fernsehblog

Der sechzigste Geburtstag, oder: Der ARD geht's wohl zu gut

13. April 2010, 10:40 Uhr

Schauen Sie sich bitte vorab einmal dieses Video an. Die BBC hat es 1997 produziert, um für sich zu werben. So unterschiedliche Künstler wie David Bowie, Elton John, Heather Small, Suzanne Vega und der Baritonsänger Thomas Allen sangen mit verschiedenen Instrumentalisten, Chören und dem BBC-Sinfonieorchester "Perfect Day" von Lou Reed. Am Ende stand die Botschaft: Die BBC hat für jeden Musikgeschmack etwas zu bieten. Und sie kann sich das leisten, weil sie durch Rundfunkgebühren finanziert wird: BBC. You make it what it is. 

Natürlich ist es ungerecht, die ARD mit der BBC zu vergleichen - nicht nur wenn es um das Reservoir an Weltklasse-Künstlern geht, aus dem man für einen solchen Spot schöpfen kann. Die Bedeutung der BBC als identitätsstiftende Institution einer Nation ist ungleich größer. Aber genau deshalb muss sie sich - bei allen Anfeindungen, denen sie sich ausgesetzt sieht - auch weniger vor der Zukunft fürchten. So sehr die Briten auf die BBC schimpfen, so sehr wissen sie, was sie an ihr haben.

Wissen die Deutschen, was sie an der ARD haben? Wäre so ein runder Geburtstag, wie ihn die ARD in diesen Tagen feiert (sie feiert cirka jedes zweite Jahr ein rundes Jubiläum, weil sie sich mal auf den Gründungstag der ARD und mal auf den ersten Sendetag des gemeinsamen Fernsehprogramms bezieht), wäre ein solcher 60. Geburtstag nicht ein guter Termin, die Menschen daran zu erinnern?

Es muss ja nicht gleich eine Produktion werden, die sich die Menschen noch 13 Jahre später massenhaft auf YouTube ansehen. Aber wenn man schon einmal auf dem letzten verbliebenen Primetime-Sendeplatz im Ersten, der theoretisch zumindest gelegentlich noch für so etwas ähnliches wie Dokumentationen verwendet wird, 45 Minuten lang für sich werben kann - sollte man diese 45 Minuten nicht dafür nutzen, für sich zu werben?

Die ARD findet das nicht. Als würde da draußen nicht gerade eine durchaus existenzbedrohende Debatte toben, ob wir uns in Zukunft überhaupt noch einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk leisten müssen und wollen, verzichtete sie darauf, einen Film zu machen, der den Zuschauern und Gebührenzahlern das Einzigartige, das Unverzichtbare an der ARD in Erinnerung ruft (mal vorausgesetzt, dass jemandem im Senderverbund dafür noch Beispiele einfallen würden). Der eigene Film zum 60. Geburtstag hätte streitbar sein können, amüsiert, selbstbewusst, selbstkritisch, natürlich unterhaltsam, zur Not defensiv. Stattdessen begab sich der Gratulant Benjamin Cors ganz in die Perspektive eines staunenden kleinen Kindes: Wahnsinn, Fernsehen. Was da alles passiert! Und wir können zugucken! Ist das nicht unglaublich?

Das Fernsehen ist in weiten Teilen über die Phase der Boulevardisierung hinaus. Es geht längst um Infantilisierung. Die Sendung "Glückwunsch, ARD!" ist ein Dokument dieses Trends, und das beunruhigendste ist, wie sehr sie es genießt, sich mal ganz blöd zu stellen.

Fünf Schauplätze hat Cors sich ausgesucht, um jeweils eine Facette der ARD zu zeigen. Er beginnt bei Dreharbeiten zu einem Kölner "Tatort". Der Off-Sprecher erzählt mit der Stimme eines Gute-Nacht-Geschichten-Erzählers:

So viel Hektik, so viele Menschen hinter der ARD-Kommissaren. Es geht um Mord. 22 Drehtage für 90 Minuten Film. Die haben hier keine Zeit zu verschwenden. (...) Die Festnahme wurde mehrmals aus unterschiedlichen Perspektiven gedreht. Und wie auf Knopfdruck werden aus Schauspielern Kommissare!

Das muss man sich einmal vorstellen: Wie auf Knopfdruck werden aus Schauspielern Kommissare! Doch in der ARD gibt es nicht nur Schauspieler, die, nun ja: schauspielern. Hier laufen zum Beispiel auch Nachrichten.

In diesem Raum werden die "Tagesthemen" geplant. Das klingt so spannend, da wollen wir dabei sein! Dürfen wir auch. Die ARD hat schließlich Geburtstag. Und Caren Miosga nimmt uns einfach mal mit durch ihren Tag. Erst mal redet sie über einen Bankenskandal. Das ist uns zu kompliziert. Wir reden lieber mit ihr - über ihr erstes Mal.

Die Welt ist voller Dinge, die man als ARD-Dokumentarfilmer nicht versteht. Bankenskandale sind nicht das einzige. 

Es gibt hier viele Uhren und viele Zeitungen. Da kann einem schon ein bisschen wirr werden. 

Uuuuh, Uhren! Buchstaben!

Das Jackett von Caren Miosga ist übrigens blau. Viele interessieren sich ja vor allem dafür.  

Während der Sprecher das erklärt, ist exakt Folgendes im Bild zu sehen (Beschriftung von uns):

Die ARD hält ihre Zuschauer nicht nur für blöd, sondern auch für blind. 

Manchmal fühlt man sich an die "Sendung mit der Maus" erinnert. Aber deren Macher würden vermutlich nicht so sprechen, weil sie wüssten, dass die Kinder das als zu kindisch ablehnen würden. Zu Besuch bei der SWR-Jugendwelle Das Ding heißt es:

Der Mann mit der Mütze macht, dass es nachher laut wird im Radio.

Und wieder im "Tagesthemen"-Studio:

Caren Miosga schaut auf den Tisch - beziehungsweise: in den Tisch. Da ist nämlich ein Bildschirm eingebaut. Jan Hofer ist der Mann an Miosgas Seite. Für den hat sie aber keinen Blick übrig. Denn der nächste Einsatz wartet.  

(An dieser Stelle war ich ein bisschen enttäuscht, dass nicht wenigstens erklärt wurde, was ein "Tisch" ist.) Und ewig dieses Staunen, diese alberne Glücksangeberei, dabei sein zu dürfen, als ARD-Kamerateam hinter den Kulissen einer ARD-Fernsehsendung...

Und dann stehen wir direkt neben Ihm, während Florian Silbereisen um Beistand bittet. Florian Silbereisen - mit dem dürfen nur wir hinter die Kulissen!  

...oder einer ARD-Radiosendung: 

Wir sind aufgeregt. Denn: Schließlich dürfen wir umsonst ins Stadion! Mit Sabine Töpperwien. Ganz oben unters Dach! Auf die besten Plätze! Wir wollen ja auch wirklich alles mitbekommen. 

Sprache und Haltung sind aber natürlich nur das eine. Das andere ist das völlige Fehlen eines Bewusstseins, dass die ARD, mehr denn je, eine Legitimation für die Milliardengebühren braucht, dass die Menschen sie für unverzichtbar halten müssen, dass es nicht reicht, irgendetwas Fluffiges zu senden, selbst wenn die Quoten stimmen. Wenn der Sprecher sagt: "Irgendwo hier müssen auch die ganzen jungen Leute sein, die Das Ding so spannend machen", dann feiert die ARD in ihrer Jubiläums-Dokumentation allen Ernstes ein Programm als Vorzeige- und Zukunfts-Projekt, das zumindest nach dem, was man in der Sendung davon sieht, eine schlichte Kopie der privaten Dudel- und Quatschfunksender darstellt. Dass nicht auszuschließen ist, dass Das Ding seine Hörer zur Not auch informieren will, lässt sich nur aus folgendem Off-Text schließen:

Es ist kein leichter Morgen für Frederik Peters. Das Thema des Tages ist nämlich - eher unsexy: Der Tarifstreit. Bei der Bahn. Aber auch damit müssen die beiden [Moderatoren] versuchen, junge Hörer zu erreichen!

Es scheint echt ein Fluch zu sein, öffentlich-rechtliche Mindeststandards zu erfüllen. Und dann sehen wir Peters, wie er das macht, mit dem Thema, das eher unsexy ist, junge Hörer zu erreichen. Er sagt als eine Art Überleitung: "Nach dem Motto, eben war ich noch blau, und jetzt fährt keine Bahn."

Ganz klein hat sich die ARD mit dieser Geburtstagsdokumentation gemacht. So klein, dass sie sich selbst riesig finden musste, schon wegen der vielen Leute! Und der ganzen Mikrofone! Und der blinkenden Lichter! Womöglich glaubt sie, das reicht schon, wenn das Publikum denkt: Mensch, von unseren Gebühren kaufen die aber tolle Tische mit Löchern drin. Und lassen den Silbereisen über heiße Kohlen geben. Und machen Dokumentationen, die man zusammen mit der sechsjährigen Nichte und der dementen 117-jährigen Großmutter gucken kann, und keiner fühlt sich überfordert.

Nachtrag, 14. April. Die Sendung ist jetzt auch in der ARD-Mediathek anzusehen.

Veröffentlicht 13. April 2010, 10:40 von Stefan Niggemeier
Abgelegt unter:
Kommentare

DickvanDyke

13. April 2010, 10:59

grandios. danke.

Jack Red

13. April 2010, 11:07

http://www.JackRed.de

Verzeihung Herr Niggemeier, aber: Muss es wirklich "Reservoir" heissen? Ich dachte bisher, dass man so den kleinen Nippel oben am Kondom nennt. Oder heisst das Repertoire?

Stefan Niggemeier

13. April 2010, 11:15

@Jack Red: Ein "Reservoir" ist ein Sammelbehälter und man kann bildlich aus ihm wie aus einem Vorrat oder Bestand schöpfen.

Densemann

13. April 2010, 11:16

http://www.couchmonster.de

Herzlichen Dank, Herr Niggemeier!!! Wissen macht Ah.

Jack Red

13. April 2010, 11:37

http://www.JackRed.de

Herr Niggemeier, ich bedanke mich für die schnelle, mich korrigierende und mein Wissensbestand erweiternde Reaktion. Dennoch klingt`s komisch, irgendwie...

Sven

13. April 2010, 11:45

http://inselblog.com

BBC und ARD in einem Text erwähnen? Ich fall um... Man muss sich nur alleine das Spektrum anschauen, dass die BBC anbietet, von der Qualität müssen wir gar nicht erst anfangen!

Mal wieder eine schwache Leistung der ARD.

comicfreak

13. April 2010, 12:00

..Mann, da hätten sie den Film aber besser von Ralph Caspers machen lassen..

Marc-Oliver

13. April 2010, 12:06

http://comiksdebris.blogspot.com/

"Unser Programm wird 60. Unsere Zuschauer sind es schon."

Arno

13. April 2010, 12:22

Zeit für den Vorruhestand.

Klaus

13. April 2010, 12:36

Und dann andauernd das momentane Mode-Adjektiv: "spannend".

Fein beobachtet, danke.

(Beim BBC-clip hatte ich tatsächlich Gänsehaut; und ich bin kein Pop-Konsument, ja ich kannte die meisten Sänger gar nicht).

Jeeves

13. April 2010, 12:40

http://jeeves.blogger.de

Schon seltsam, dass hier (FAZ) manche Leser die bedeutung des Wortes "Reservoir" nicht kennen. Bei den SZ-Kommentaren würde deshalb hier jetzt folgen: "Armes Deutschland!"

DJ Doena

13. April 2010, 12:49

http://doena-journal.net/

"Unser Programm wird 60. Unsere Zuschauer sind es schon."

Da fehlt ein "lange" ganz am Ende.

(ich woll sowas ähnliches schreiben...)

Wiber

13. April 2010, 13:11

Vielen Dank für diesen Text! (Im letzten Abschnitt fehlt bei Sibereisen ein "s")

bastian

13. April 2010, 13:12

Im letzten Block fehlt den "Silbereien" ein S.

Hank

13. April 2010, 13:22

Leider sehe ich das genauso. Ich gucke keine Volksmusiksendungen, aber es gibt eine breite Masse dafür, die das gerne (nehme ich mal an) tut. Der Ton in der Sendung schien mir aber so ein bißchen peinlich berührt: "Und das ist Onkel Fritz, der ist ein wenig komisch, aber ist ja Familie..."

Alex

13. April 2010, 13:57

Ich fand die Sendung nicht schlecht. Klar, sie war bewusst naiv aufgebaut, hat dadurch aber angenehm subversive Kommentare vor allem zu Silbereisen und seiner Show abgeben können. Ich hatte eigentlich eine spröde Lobhudelei erwartet und fühlte mich mit der Sendung bestens unterhalten.

Außerdem: Es ist ja nicht die EINZIGE Sendung zum 60. Geburtstag. Ich stimme vollkommen zu: Einen Bericht über die Vielfalt und Qualität der ARD würde ich mir wünschen. Etwas über die Politik- und Kulturradiowellen der verschiedenen Sender, über PHOENIX und 3Sat und arte und die digitalen Fernsehprogramme. Vielleicht kommt das ja noch...

Klausi

13. April 2010, 14:05

Ich arbeite auch für die ARD. Und auch ich war von der "Dokumentation" sehr peinlich berührt. Schade, dass man jetzt draußen nicht weiß, wie es wirklich ist...

PW

13. April 2010, 14:13

Herrlich geschrieben, vielen Dank Herr Niggemeier. Schon schade, dass die ARD inzwischen anscheinend selbst nicht mehr weiß, warum sie eigentlich existiert. Mit 60 schon senil?

Aber um das Maß der knickrigen Kritik voll zu machen: Was sind denn Silberesien, und wieso sollte man die über heiße Kohlen geben?

tut nichts zur Sache

13. April 2010, 14:44

Ich denke, dass Herr Silbereisen im letzten Absatz über die Kohlen gehen sollte. So ergibt der Satz nämlich reichlich wenig Sinn.

P.S. Woooooooow, heiße Kohlen !!!!1!einself

Sven

13. April 2010, 15:11

http://inselblog.com

Ich muss mich mal kurz für die 60-Jährigen einsetzen. Meine Eltern sind beide knapp über 60, aber selbst ihnen ist das Programm von ARD, ZDF usw... einfach zu langweilig und anspruchslos.  

Stefan

13. April 2010, 15:16

Ich hätte gern noch die unzähligen Kamerateams beobachtet, die die Gorillas bei der Notdurft filmen.

Tim

13. April 2010, 15:57

http://www.wurstblog.de

Ich hab diese dösige Doku gestern auch mit einem Auge verfolgt. Und schon nach den ersten 5 Minuten hätte ich mein anderes darauf verwettet, dass am Ende "eine Produktion des SWR" eingeblendet wird. Hätte ich natürlich gewonnen, die Wette. Denn das muss man eben auch mal konstatieren: Innerhalb der ARD herrscht ein ziemliches Qualitätsgefälle, in dem der fröhliche Weinberg die Talsohle bildet.

BloodyFox

13. April 2010, 16:12

http://www.metalimpetus.de

"Wahnsinn! Blinkende Lichter!"

J.S.

13. April 2010, 16:26

Aber immerhin kommen vier ARD-Nächte mit interessanten Rückblicken. Das ist doch was?

Johannes

13. April 2010, 16:47

(Irgendwie ein erhebendes Gefühl, das sich einstellt, wenn man den Autor eines Artikels schon am ersten Satz erkennt. Nur so am Rande.)

Das Programm der BBC habe ich unlängst bei einem mehrwöchigen Aufenthalt in England zum ersten Mal bewundert. Am nachdrücklichsten ist mir ein Bericht in eigener Sache in Erinnerung geblieben. Soweit ich verstanden habe, war dem Sender in einer Art Rechnungshofbericht in mehreren konkreten Fällen Verschwendung vorgeworfen worden; es ging überwiegend um aus dem Ruder laufende Kosten bei Bauprojekten.

Der Sender nutzte seinen ausführlichen Nachrichtenbeitrag darüber nicht etwa, um die Vorwürfe zu zerpflücken oder herunterzuspielen, sondern stellte sie betont sachlich und objektiv dar und verzichtete fast vollständig auf Gegenrede, gestattete sich lediglich einen zurückhaltenden relativierenden Schlusssatz.

Und ich saß mit offenem Mund staunend davor und konnte nur daran denken, wie undenkbar ein solcher Umgang mit Kritik im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen wäre.

Iche

13. April 2010, 16:48

Naja - da vergleicht doch hier jemand Äpfel mit Birnen - einen Werbespot mit einer Kurzdoku... Hauptsache meckern und anderen schlechten Journalismus vorwerfen oder gleich Versagen. Sicher ist nicht alles gut bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, sicherlich gehören die allermeisten Sendungen die leider erst fast gegen Mitternacht laufen auf den besten Sendeplatz, trotzdem bin ich froh das es sie gibt - woanders fände ich sie nämlich schlicht gar nicht...

Also Ball flach halten, die super Quoten von geistigem Dünnschiss sichern halt manchmal auch die finanzielle Existenz von Recherchen die 1 Jahr beanspruchen...

Stefan Niggemeier

13. April 2010, 16:51

@Iche: Die "Kurz"-Doku war 45 Minuten lang - und Sie meinen, von der dürfte ich *weniger* erwarten als von einem Werbespot?

Iche

13. April 2010, 20:00

Sagte ich nicht, ich sagte es wäre nicht vergleichbar...

Huge

13. April 2010, 21:28

http://www.scribito.de

Ich hab mir die Sendung extra aufgenommen und wollte sie mir demnächst mal anschauen, weil mich der Blick hinter die Kulissen interessiert. Das hat mir jetzt die Vorfreude ganz schön verdorben ;)

Marcel

13. April 2010, 22:54

DasDing ist aber wirklich gut. Wirklich.

John

14. April 2010, 02:01

@Sven: Ihren Eltern, "beide knapp über 60", ist "das Programm von ARD, ZDF usw... einfach zu langweilig und anspruchslos." S1P7 und RTL ist da anspruchsvoller oder wie sehen da die Alternativen aus? scnr.

John

14. April 2010, 02:05

achja, völlig vergessen: bei faz.net kann man ja nicht frei diskutieren... Noch ein Grund die FAZ endlich mal vom Abo ins Abseits zu schicken.

anderl

14. April 2010, 09:52

Was man in den 45 Minuten auch einmal hätte erfahren können: Weshalb für die "Grundversorgung" der Bevölkerung benötigt werden:

ARD-Gemeinschaftsprogramm

ARTE

Phoenix

3sat

KI.KA

ARD digital

Bayerischer Rundfunk

Hessischer Rundfunk

Mitteldeutscher Rundfunk

Bayerischer Rundfunk (BR), München

Hessischer Rundfunk

Mitteldeutscher Rundfunk

Norddeutscher Rundfunk

Radio Bremen

Rundfunk Berlin-Brandenburg

Saarländischer Rundfunk

Südwestrundfunk

Westdeutscher Rundfunk

Dazu Rundfunk wie folgt:

Bremen Eins , Bremen Vier , Nordwestradio , Funkhaus Europa

HR1, HR2, HR3, HR4, HR-Info, You FM

SWR 1, 2, 3 und 4, SWR con-tra, DAs Ding

Radio Berlin 88,8 , Antenne Brandenburg, Radio Eins, Fritz , Kulturradio , Inforadio , Sorbischer Rundfunk

Funkhaus Europa

1Live, WDR2, WDR 3, WDR4, WDR 5, WDR Info, WDR Event

NDR 90,3 , NDR 1 Niedersachsen, NDR 1 Welle Nord, NDR 1 Radio MV, NDR 2, NDR Kultur, NDR Info, N-Joy, NDR Musik Plus, NDR Traffic

Bayern 1, Bayern 2, Bayern 3, BR-KLASSIK, B5 aktuell, on3radio, BR Verkehr, Bayern 2+, B5 plus, Bayern plus

MDR 1 Radio Sachsen, MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt, MDR 1 Radio Thüringen,

Jump,  MDR Figaro, MDR Info, MDR Sputnik, MDR Klassik

SR 1 Europawelle, SR 3 Saarlandwelle, Unser Ding,Antenne Saar

Angesichts dessen könnte anschließend das ZDF in weiteren 45 Minuten seine Existenzberechtigung darlegen.

Robert Kindermann

14. April 2010, 10:16

http://www.wir-muessen-twittern.de

"Die Bedeutung der BBC als identitätsstiftende Institution einer Nation ist ungleich größer. Aber genau deshalb muss sie sich - bei allen Anfeindungen, denen sie sich ausgesetzt sieht - auch weniger vor der Zukunft fürchten."

Diesen Satz kann man auch heute nicht mehr in Großbritannien stehen lassen. Im Gegenteil. Kurz vor der Wahl scheint die BBC selbst um ihre Zukunft sogar sehr große Angst zu haben.

Die aktuellen Einkürzungen bei den Digitalangeboten (Online und Radio) sind auch in UK stark politisch getrieben und nehmen nur vorweg was bei einer Abwahl der Browns bevorsteht. Die Konservativen sind deutlich auf Seiten der Verleger und es stehen eher noch größere Kürzungen ins Haus.

Jonathan Ross (TV- und Radiomoderator) kann kaum noch erwarten die BBC im Sommer zu verlassen: "The whole place has changed quite dramatically," he said. "The people running it are always trying to second-guess what the newspapers will say." (news.bbc.co.uk/.../8614088.stm)

Wäre auf jeden Fall auch mal ein Thema für das Fernsehblog.

Peter Sonntag

14. April 2010, 11:18

Was ich mir zum 60sten Geburtstag (der ARD) wünsche:

Bringt endlich den Schauspielern und off-Sprechern wieder bei, wie man richtig und verständlich spricht. Denn

"Der Mensch spricht, um verstanden zu werden".

Warum muss in den Spielfilmen dauernd geflüstert werden ? Das tut man doch im wahren Leben auch nicht.

Warum muss bei Features oder Kulturfilmen der Kommentar gemurmelt werden ? Gehen den Herren Sprechern die Kräfte aus ?

Andi

14. April 2010, 14:26

Dass Schauspieler in Filmen flüstern, ist doch nicht das Problem der ARD. Ergo ist es nicht Aufgabe der ARD, den Schauspielern ihren Beruf beizubringen.

Mag sein, dass die Doku schlecht war - es liest sich jedenfalls so. Und natürlich hätte die ARD mehr Mühe darauf verwenden können, für sich zu werben. Andererseits sind noch nicht alle Feierlichkeiten vorüber, ein paar Programmpunkte kommen noch - wenn das auch alles Mist war, darf man meckern.

Ansonsten find ich die ARD, soweit ich sie sehe, gar nicht schlecht. Ich such mir halt das raus, was mich interessiert und es interessiert mich dann wirklich gar nicht, ob es ARD, ZDF oder RTL ist. Insofern versteh ich das Meckern über das Angebot der Sender (RTL zu trashig, RTL II ist für Doofe, ARD und ZDF nur für Alte) sinnlos.

Matthias Schumacher

14. April 2010, 15:56

http://dieerklaerung.wordpress.com

Spätestens mit 67 sollte man wirklich mit der Arbeit aufhören!

mihau

14. April 2010, 20:11

Was bitteschön sollte diese abfällige Bemerkung über meine sechsjährige Nichte und demente einhundertsiebzehnjährige Großmutter am Ende? Schämen Sie sich, Herr N.

Thomas Heck

15. April 2010, 00:52

@Tim:

So 'ne Frechheit. Der SWR ist nicht die Talsohle. Die ist ja wohl der HR. Ich kann's nicht mehr sehen, wenn der Hessische Rundfunk in der gefühlten 50. Wiederholung "Hessens schönste Burgen", "Hessens schönste Wirtshäuser", "Hessens schönste Seen" oder "Hessens schönste Fußpilze" sendet.

Ein wirkliches gutes, anspruchsvolles journalistisches Angebot bieten meines Erachtens nur noch wenige ARD-Sender, in erster Linie NDR und WDR. Ansonsten überwiegen Flachsinn und Volkstümelei. Schade um das viele Geld, mit dem man so viel mehr erreichen könnte.

Gregor Keuschnig

15. April 2010, 10:38

http://begleitschreiben.twoday.net

Jetzt erst gelesen und finde den Text großartig. Gerade weil man spürt, dass er von jemandem kommt, der öffentlich-rechtliche Medien nicht im üblichen FAZ-Stil den Garaus machen will, sondern für wichtig hält. Da schmerzt ein solcher Blödsinn als Jubel-Doku natürlich noch mehr.  

Fehler

15. April 2010, 13:57

Super Artikel, allerdings ein kleiner Fehler am Anfang: "Perfect Day" in der Version war keine Werbeaktion für die BBC, sondern eine Benefiz-single für die BBC nahe Organisation "Children in Need".

Stefan Niggemeier

15. April 2010, 14:40

Ali

15. April 2010, 23:38

http://afrika.himpenmacher.de

Eigentlich wollte ich nur mal eben in das Lied reinhören. Aber das Video war dann doch so gut, das ich es mir ganz angeschaut habe. Dreimal. :)

oberschwabe

16. April 2010, 14:25

OK... nettes Video für die BBC. Aber mal ehrlich - wer sollte bei einer vergleichbaren Aktion denn für die ARD trällern? All die scheintoten Lippenbeweger vom Musikantenstadel? Oder etwa irgenwelche hippen Schauspielerdarsteller vom Marienhof und Co. die für Geld eh alles machen müssen? Und dann vielleicht noch auf angelsächsich das 85% der Stammzuschauer nix verstehen?

Dann doch lieber so wie gesendet ohne irgendwelche Experimente damit auch sämtliche Entscheidungsgremien nix zu meckern haben und der Niggemeier Futter für seine Tastatur bekommt.

Lukas Ormer

16. April 2010, 21:17

http://fernseh-kritik.blog.de/

Erstklassiger Artikel! Genauso habe ich mich beim Ansehen des als Geburtstagsendung angedachten Fehlschlags gefühlt.

Chris

17. April 2010, 11:42

http://www.appenzeller-online.de

Ich hoffe, daß sich das Fernsehblog dann auch noch mit den beiden ARD-Geburtstagsshows (am Donnerstag lief die erste, heute abend

kommt die zweite) beschäftigt... ;-)

Klaus

18. April 2010, 11:36

http://taipeh.wordpress.com

Wenn ich mal darauf hinweisen dürfte, dass der NDR 2003 ganz gut kapiert hat, wie man die BBC-Idee nach Norddeutschland transportiert:

www.youtube.com/watch

La Paloma - Das Lies des Nordens.

Ich

18. April 2010, 22:09

bin gerade sehr deprimiert nach dem Ansehen von "perfect day". So kann man also eine Anstalt betreiben. Für uns Deutsche kaum vorstellbar.

Die Vorstellung, was die ARD mit 20.000 Mitarbeitern und über 7 Miliarden Euro im Jahr zustande bringt, treibt mir Tränen (der Wut und der Verzweiflung) in die Augen. Soviel nutzloses Geld, soviel totverwaltetes Potential, soviel politische Bigotterie. Und es wird wohl noch infantiler, noch teurer und noch bürokratischer werden. Braucht man wirklich 20.000 Mitarbeiter um RTL zu kopieren ? So gut sind die gar nicht.

Ali

19. April 2010, 22:59

http://afrika.himpenmacher.de

@Klaus: Den Eindruck hab ich beim Lied des Nordens aber nicht gewonnen...

Jenna

03. Mai 2010, 10:10

, ich fühlte mich eben beim Lesen schon peinlich berührt. Ich will die Sendung gar nicht sehen...ich habe schon dank des guten Artikels eine allzu konkrete Vorstellung davon.  

@Klaus: Vielen Dank für den Tipp "Das Lied des Nordens". Das ist doch ein sehr eindringlich-atmosphärisches Video, das durchaus mit dem BBC-Video mithalten kann, wie ich finde. Es geht nicht um die größten Stars, sondern um Leute, die die Menschen im Programm begleiten und um die Machart und Ästhetik einer Sendung...

PS: Die Orthographie-Verbesserungswut in den Kommentaren ist schon a bissl penetrant - ist es nötig, die vermeintlich gehobene Bildung, die sich einige anscheinend zu schreiben, raushängen zu lassen? Wuah...das zeugt genau vom Gegenteil.

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