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Das Fernsehblog

"Der Verlierer steht für immer im Schatten": Das Weltbild von DSDS

19. April 2010, 11:38 Uhr

Elf Minuten sind im Fernsehen eine lange Zeit. Elf Minuten sind eine halbe Sitcom-Episode. Oder, geschätzt, alle politischen Beiträge aus einer ganzen Woche "RTL aktuell" zusammen genommen. Oder auch nur: ein einziger Monolog von Moderator Marco Schreyl in der Entscheidungsendung von "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS). 

Um 0.04 Uhr am Sonntagmorgen bekam Schreyl den Umschlag, in dem das Ergebnis der Abstimmung über die beiden diesjährigen Finalisten stand. Um 0.15 Uhr verriet er den Sieger. Die Zeit dazwischen füllte der Sender, während die beiden Kandidaten mit hängenden Köpfen auf der Bühne standen und von der Kamera umkreist wurden, mit sphärischer Musik und einer Rede, die offenbar den Sinn hatte, den Zweitplatzierten in den Selbstmord zu treiben. Als realistische Alternative würde sich eigentlich nur ein Amoklauf noch im Studio anbieten.

Die künstliche Vergrößerung der Fallhöhe gehört von Anfang an zum Konzept von DSDS und steckt schon im Namen: Einen "Superstar" hat "Deutschland" in sieben Jahren noch nicht gefunden; am nächsten dran ist vermutlich Mark Medlock, der gerade zum Nachfolger von Jürgen Drews aufgebaut wird. Aber in ihrem Versuch, der natürlichen Abstumpfung des Publikums und Abnutzung der Superlative entgegenzuwirken, und die Schraube immer noch weiter anzuziehen, stoßen die Autoren der Sendung inzwischen an Grenzen. Oder genauer: Sie überschreiten sie.

Der elfminütige Monolog, den Marco Schreyl am Samstag vorlas, ist ein Beleg dafür, wie sehr bei RTL längst die Sicherungen durchgebrannt sind. Was jemand da Marco Schreyl auf die Moderationskarten geschrieben hat, ist nicht nur erschütternd in seiner Zeitschinderei, es ist nicht nur bekannt, falsch, dumm oder albern (all das ist es auch). Es feiert seinen eigenen Sadismus, einen brutalen Ausleseprozess, einen menschenverachtenden Sozialdarwinismus, auf eine Art, die man kaum anders als faschistoid nennen kann. Und die besonders zynisch wirkt, wenn man berücksichtigt, wie sehr diese Sendung und ihre Philosophie von jungen Zuschauern und feuilletonistischen Verteidigern als lehr- und hilfreiches Anschauungsmaterial dafür gesehen wird, wie unsere Gesellschaft funktioniert und was man tun muss, um in ihr etwas zu werden.

Wir dokumentieren den Abschlussmonolog von "Deutschland sucht den Superstar" 2010 ungekürzt: 

Und das also ist es: Das Ergebnis von Ihnen. Das Ergebnis der Zuschauer.

Deutschland hat entschieden. Das Ergebnis im Finale von Deutschland sucht den Superstar 2010. Was für ein dramatischer, einzigartiger Abend. Mehrzad Marashi und Menowin Fröhlich. Gleich ist eure Schlacht geschlagen.

Und ihr habt sie mit absolutem Einsatz ausgefochten, und zwar beide. 

Und: Ihr habt uns ein traumhaftes Finale geschenkt. Ihr seid beide ziemlich harte Jungs und ihr kämpft hart. Und das ist gut so. Alles andere wäre eine Schande. 

Dieses Duell heute ist persönlich. Jeder von euch ist für den anderen der Gegner, den ihr am meisten fürchtet. Ihr steht auf dieser Bühne so nah beieinander und seid euch doch so fern. 

Kaum zu glauben, aber es ist noch gar nicht so lange her, da wart ihr Freunde. Beim Recall in der Karibik. Sogar noch in der ersten Motto-Show. Aber aus Freunden sind Feinde geworden. Mit dem absoluten Willen, den anderen zu besiegen.

Wer weiß, wenn ihr keine Kandidaten bei DSDS wärt, aus euch hätten richtig gute Kumpels werden können. Stattdessen wurdet ihr knallharte Rivalen. Und das musste so sein, wenn zwei große Talente wir ihr aufeinander treffen, zwei so starke Persönlichkeiten, und vor allem: Wenn es so unglaublich viel zu gewinnen gibt.

(Pause.)

Zwei grandiose Sänger, die mit jeder Faser ihres Körpers kämpfen, die diesen Titel dringender wollen als alles andere auf dieser Welt. Für Ausnahmetalente wie euch wurde DSDS erfunden. Ihr seid beide echte Performer, also genau das, was wir hier gesucht haben. Ihr singt und tanzt und geht aus euch heraus. An euch werden sich die künftigen Kandidaten messen müssen. Ihr zwei habt die Latte verdammt hoch gelegt. 

(Pause.)

Dieser Abend wird für einen von euch ein völliger Neuanfang im Leben sein. Für den Sieger dieses Wettkampfs tut sich eine neue Welt aus. Er wird das, wovon Millionen träumen. Er - wird ein Star. Bei DSDS gibt es nicht einfach einen netten Hauptgewinn. Hier gibt es ein komplett neues Leben. Ein Leben XXL. Ein Leben in der Kategorie fünf Sterne plus. 

(Pause.)

Für einen von euch wird dieses Märchen jetzt wahr. Ihr lebt beide bislang in eher bescheidenen Verhältnissen. Jetzt aber wird sich das ändern. Einer von euch wird jetzt der neue Superstar. Bekommt einen Plattenvertrag. Wird berühmt. Verdient locker Hunderttausende Euro. Kann seiner Familie ein sorgenfreies Leben bieten und als Vater seinen Kindern eine gute Zukunft ermöglichen. 

Wenn sich der Sieger dieses Kampfes nicht dumm anstellt, wird er für lange Zeit ausgesorgt haben. Der Sieger bei DSDS bekommt: all das! Der Verlierer: nichts! Der Sieger steht im Licht. Der Verlierer steht für immer in seinem Schatten. Und das ist ein Schicksal, mit dem sich der Verlierer wahrscheinlich niemals versöhnen wird.

Ihr habt beide heute Abend gezeigt, dass ihr verstanden habt, um was es hier geht. Und dass es euch ernst ist. Dass ihr bereit seid, bis zur völligen Erschöpfung zu kämpfen; dass euch die Musik - dass euch eure Kunst! - heilig ist. Und: Dass ihr euer Publikum aus tiefstem Herzen verehrt. 

(25 Sekunden Pause)

Das sind die Finalisten 2010. Das sind Mehrzad Marashi und Menowin Fröhlich. 

(Pause.)

Mehrzad Marashi. 29 Jahre alt. Dieser Abend ist deine definitiv letzte Chance, dass aus deinem Traum von der Musik noch was wird. Seit 16 Jahren kämpfst und ackerst du, um dich als Sänger zu etablieren. Nichts hat funktioniert. Pleite, und ohne Zukunft. Als du zum Casting gekommen bist, warst du ganz unten. Aber von diesem Tag an ging's für dich unaufhaltsam aufwärts. Mehrzad, du hast die Jury wieder und wieder begeistert. Du hast zuverlässig Top-Leistungen abgeliefert. Zuverlässig. Und. Top. Aus dem Mund eines Profis wie Dieter gibt es auf dieser Welt für einen Sänger kein größeres Kompliment. Du bist an die Spitze durchmarschiert und hast ganz nebenbei noch dein ganzes Leben umgekrempelt. Hast einen Sohn bekommen. Bist Vater geworden. Hast Deiner Denise einen Heiratsantrag gemacht. Und jetzt hast du noch einen zweiten großen Antrag gemacht. Du hast Deutschland um sein Ja-Wort gebeten. Das Ja-Wort zum Superstar. Und jetzt wartest du auf die Antwort: Liebeserklärung oder Laufpass.

Mehrzad, noch einmal tief durchatmen, in wenigen Augenblicken wirst du's wissen.

Menowin Fröhlich, DSDS 2010 war die große zweite Chance, die du dir vom Leben gewünscht hast. Dein Weg hier bei uns war alles andere als gerade. Dein erster Anlauf bei DSDS hat hinter Gittern geendet. Aber du hast nicht aufgegeben, bist nicht abgerutscht, du hast an deinen Traum festgehalten. Hast an dir gearbeitet. Und hast einen zweiten Anlauf gemacht. Dass du ein sehr großes Talent hast, das haben wir alle schon vor vier Jahren gesehen. Diesmal haben wir erkannt: Der ist sogar noch besser. Der hat etwas, das nur ganz wenige haben. Soul im Blut. Musik in jeder Pore. Mit dem hat es der liebe Gott mal richtig gut gemeint. Zumindest, was die Musik angeht.

Dein Leben war bisher eine extreme Achterbahnfahrt. Es gab schwere Konflikte mit dem Gesetz; du warst auf der Flucht, hast während all dem drei Kinder gezeugt. Zu deiner Mutter jahrelang keinen Kontakt, manch einer würde sagen: Der packt das nicht. Aber du hast es gepackt. Bis hierher ins Finale. Und du hast dich mit deiner Mutter ausgesöhnt. Kleines Wunder. Und jetzt das nächste Wunder: Wird aus dem ehemaligen Häftling der Superstar 2010? 

(Pause.) 

Deutschland hat entschieden! Das sind sie, die Finalisten von DSDS 2010. Mehrzad Marashi und Menowin Fröhlich. Und die große Frage in Deutschland, wer wird Superstar 2010? Wessen Name werden wir uns merken. Welchen Namen werden wir vergessen? Wer feiert heute den größten Triumph seines Lebens?

(Pause.)

Mit 56,4 Prozent aller Anrufer. 

(20 Sekunden Pause.)

Superstar 2010. 

(Pause.)

Ist Mehrzad Marashi!

Soweit also Marco Schreyl. Und das hier ist in dieser Sekunde Menowin Fröhlich:

Der Sieger steht im Licht. Der Verlierer steht für immer in seinem Schatten. Und das ist ein Schicksal, mit dem sich der Verlierer wahrscheinlich niemals versöhnen wird.

Screenshots: RTL

Veröffentlicht 19. April 2010, 11:38 von Stefan Niggemeier
Kommentare

Jana

19. April 2010, 11:56

Sehr treffender Text!!!

Ines

19. April 2010, 11:57

Ich finde es einfach menschenverachtend wie das abläuft. Vor allem die Bild Zeitung, so auf einem jungen Menschen ständig rumzuhacken ist einfach nur unterste Schublade. Menschenverachtend, das eine Deutsche Zeitung überhaupt sowas schreiben darf erschreckt mich. Jeder andere wäre schon längst durchgedreht und hätte das Handtuch geschmissen. Ich bin sprachlos über diese ganze Aktion. Ich hoffe und wünsche es Menowin Fröhlich das er schnell Fuß fasst und das ganze vergessen kann.

Denis Yener

19. April 2010, 12:07

http://denis.yener@web.de

Das es bei DSDS schon lange nicht mehr darum geht wer das beste Talent ist oder wer auf der Bühne die besten Auftritte hinlegt wie es sich für einen Musikwettbewerb gehört wurde am Samstag Abend deutlich.

MENOWIN FRÖHLICH ist mit der Abstand das größte Ausnahmetalent das bei DSDS jemals auf der Bühne gestanden hat. Seine Bühnenauftritte waren einfach sensationell und keiner der anderen Kanditaten auch nicht der Gewinner Mehrzad können ihm Musikaler das Wasser reichen.

Seine Art in verschiedenen Tonlagen zu Singen, der Sound in seiner Stimme und vorallem seine Tanzeinlagen waren einzigartig.

Allein die Tatsache das dieser Junge aufgrund seiner Vergangheit und auch einiger unglücklichen Aussagen in der Presse so durch den Dreck gezogen wurde.

Hat am Ende dafür gesorgt das er nur zweiter wurde und jemand gewann der ihm auf Musikalischer Ebene nichts entgegen zu sezten hat.

Ich bin davon überzeugt das man die Auftritte von Menowin in Staffel 7 auch in den nächsten Jahren bei DSDS nicht toppen kann.  

Und das Mehrzad spätestens in einem Jahr wenn überhaupt im Schatten von Menowin steht.

Denn jeder Musikproduzent wäre froh mit so einem Goldjuwel Geld zu machen.

Muriel

19. April 2010, 12:23

http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/

So viel Mitgefühl man mit den Kandidaten haben sollte, die machen das freiwillig. Ich finde, es sollte auch mal jemand an die Menschen denken, die das schreiben müssen. Gut, die machen das auch irgendwie freiwillig. Aber trotzdem. Die wussten wahrscheinlich genausowenig, worauf sie sich da einlassen...

baker

19. April 2010, 12:52

Wirklich, ein sehr treffender Text.

Ich bin mir nur nicht sicher, ob Schreyl das sagen muss, was er da sagte und ob er das wirklich glaubt. Und ob er nach so einer Sendung noch in den Spiegel schauen kann. Ich glaube aber schon, denn er scheint sich sehr zu mögen.

Menowin sollte sich über den zweiten Platz freuen, da er jetzt nicht diesen völlig belanglosen Song von Dieter Bohlen singen muss. Der war noch schlechter als der Monolog von Schreyl, wenigstens aber nicht ganz so lang.

Uli

19. April 2010, 12:53

Ich habe das Finale nicht gesehen und wenn ich das im nachhinein lese bin ich wirklich froh darum. Je mehr die Quoten nachlasen desto mehr scheint man die Sendung in's Extreme zu tunen. Noch demütigendere Castings, noch größere Superlative, noch mehr endlose Minuten bis die Entscheidung verkündet wird, noch mehr Drama, Freaks und Seifenoper.

Vielleicht gibt es beim nächsten Mal ja eine weitere Klausel im Vertrag der dem zweitplatzierten 1 Jahr lang verbietet eigene Musik zu produzieren? RTL fällt das bestimmt noch einiges ein. Schade das man ein Format nicht auch einfach mal beerdigen kann nachdem es seinen Zenit überschritten hat.

Densemann

19. April 2010, 12:58

http://www.couchmonster.de

Mir gefallen vor allem diese 20 Sekunden in der Moderation:

"Mit 56,4 Prozent aller Anrufer.

(20 Sekunden Pause.)

Superstar 2010."

Herrlich, da kann man ja locker nächstes Mal noch eben auf den Lokus gehen bevor das grandiose Ergebnis verkündet wird.

Антон

19. April 2010, 13:24

@Deniy Yener: Ja, "bei DSDS [geht's] nicht […] darum[, ] wer […] Talent ist" – das kann man auch am Ende der Argumentation des Autoren schlussfolgern.

Aber er prangert einen völlig anderen Missstand dieses Sendekonzeptes an. Argumente um Fehlentscheidungen, wie die Ihrigen, (nehmen die Sendung jedenfalls viel zu ernst und) lenken nur von den viel gravierenderen Scheußlichkeiten, die sich die Sendung in immer extremeren Dimensionen zu vermeintlichem Nutze macht.

Ben

19. April 2010, 13:39

Alles halb so schlimm, der Artikel bauscht mehr auf als die eigentliche Rede beinhaltet. Die FAZ produziert so nicht mehr als heiße Luft. Will man etwa RTL Konkurrenz machen?

Minka

19. April 2010, 13:57

Dem Artikel kann ich nur VOLL zustimmen !!!! Auch ohne diese ständigen Schläge in die Magengrube, wäre die Staffel spannend gewesen- schade nur, das einem bei den  Sprüchen von Marco Schreyl der Spaß an DSDS so getrübt wird. Diese verachtenden Aussagen werden nochmal böse Folgen haben- besonders bei dem labilen Menowin hatte ich da arge Bedenken.

andrea10245

19. April 2010, 14:09

mich schockt am meisten, dass marco schreyl sich so dermaßen verkauft hat. als gestandenen radio und tv-moderator kann man sich nach dem vorlesen solcher texte doch kaum noch im spiegel anschauen, oder??

Verklagekasper

19. April 2010, 14:10

Hachja, DSDS ist sehr unnett und überhaupt nicht am Wohl der Kandidaten interessiert. Über was wird Herr Niggemeier sich als Nächstes empören? Dass Wasser nass ist? Die Berufsentrüsteten haben mit DSDS doch einiges gemein, unter anderem die zwanghafte Benutzung von Superlativen. So wie bei DSDS ein zweiter Platz als menschliche Katastrophe dargestellt wird, so geht auch bei Herrn Niggemeier nichts mehr unter einem "faschistoid".

Lomexx

19. April 2010, 14:16

Ich bin nun wirklich kein Freund dieser seltsamen Sendung - aber wer den Moderations-Textschreibern dort Eskalation in der Wortwahl vorwirft, der sollte sich selbst nicht mutwillig dem gleichen Vorwurf aussetzen: "Sadismus", "menschenverachtend", "faschistoid" - das sind schon ziemlich schwere Geschütze für einen Text, der am Ende ja nur versucht, einen letztlich egalen Wettbewerb durch Zuspitzung aufzupimpen. Soll heißen: Im Kern mag die Kritik ja zutreffen - aber in dieser Form kann ich sie nicht ernst nehmen. Da brüllt nur ein Schreihals gegen den anderen an...

Frank Gmein

19. April 2010, 14:32

http://Fragme@gmx.net

Treffender Text und höchsten Respekt vor demjenigen, der diesen Monolog in schriftliche Form gepackt hat!

Nichts destotrotz lebt imho das Format DSDS lediglich von Werbung und den kostenpflichtigen Anrufen der Zuschauer. Keiner der sogenannten Superstars der vergangenen Sendungen hat dauerhaften Eindruck in der Musikwelt hinterlassen.

Wie auch, da ja nur das Nachsingen vorhandener Titel geprobt wird und die neuen Songs nicht vom Künstler selbst stammen (wie es normal sein sollte), sondern von der PR-Agentur, die dahinter steht.

Daher sind die Gesangsqualitäten der Probanden auch meist als unterirdisch zu bezeichnen und stellen daher kaum eine "Gefahr" für einen Profisänger dar. Guter Gesang klingt jedenfalls weitaus besser als DSDS.

Leider wird der Jugend damit aber auch vorgegaukelt, daß man mit wenig Leistung, viel Zickereien und schlechtem Benehmen weiterkommt, was nicht wirklich dem realen Leben entspricht.

Zeitungen und Sender berichten aber leider lieber über Quertreiber, als über brave Langweiler.

Deshalb gilt nur eins für mich: Umschalten und dieser Sendung keine Chance geben! :-)

Kim

19. April 2010, 14:33

http://lpdr.wordpress.com

DSDS ist letztlich nichts anderes als die geskripteten Dokusoaps, die RTL und Pro7 nachmittags zeigen. Es geht nicht darum, jemanden zu finden, der ein guter Entertainer ist, denn singen und tanzen können viele Leute. Das, was diese Leute an Charakter zeigen, wird durch das Bohlen-Makeover im Anschluss an den Sieg zunichte gemacht, weil jeder in seine Schublade passen muss - ein perfektes Plastikprodukt eben. Der eigentlich Reiz liegt doch darin, die Intrigen, Streits und Feindschaften der Kandidaten auf dem Silbertablett dargereicht zu bekommen. Durch die persönliche Bindung, die so zum Zuschauer aufgebaut werden soll, verkaufen sich dann im Anschluss die Platten; egal, was für Musik drauf ist. Man kauft die CD eben aus Prinzip, weil "man schon immer für XY war".

mihau

19. April 2010, 14:54

http://habichnicht.de

Alles schön und gut (oder gerade eben nicht), aber: von wem genau sind die beiden kursiven Sätze zwischen den Screenshots? Von RTL oder Herrn N.?

zoey

19. April 2010, 15:17

herr niggemeier, diesmal haben sie sich ja um ein vielfaches mehr aufgeregt, als sonst bei dieser sendung.

bin also heilfroh, dass ich da nicht eingeschaltet habe. hätte mir wohl den ganzen sonntag noch verdorben.

bin insgesamt bei dieser staffel noch nicht mal auf zwei minuten reale einschaltzeit gekommen. diese konstellation bei der aktuellen staffel war doch von vornherein auf das motto "unterschicht wird aus der gosse gerettet" angelegt, wahlweise auch "titten, tränen, temperamente".

danke, nein danke.

hmmm

19. April 2010, 15:18

http://habichauchnicht.de

... diesen menschenverachtenden müll (noch einmal) zu veröffentlichen war nicht klug. so und so nicht...

Holger

19. April 2010, 15:26

Ein wirklich sehr treffender Text von Stefan Niggemeier, dem es eigentlich nicht viel hinzuzufügen gibt.

In Bezug auf den Kommentar von Denis Yener will ich allerdings noch etwas Bezug nehmen: Kunst, und zu dieser gehört nunmal die Musik, ist Geschmacksache. Wer Michael Jackson gut findet muss eben nicht Queen gut finden. Daher sind zwei Talente aufeinander getroffen, die eben auch ein unterschiedliches Publikum ansprechen - musikalisch! Wenn man böse sein will, sind am Samstag ein "Michael Jackson für Arme" gegen einen "Xavier-Verschnitt" angetreten.

Zudem sind zwei total unterschiedliche Charaktere aufeinandergeprallt und ich bin froh, dass dieser vor Arroganz und Überheblichkeit strotzende 22-jährige - der mit diesem Bild eben so wunderbar in die oben beschriebene DSDS-Philosophie "EIN Superstar" passt - es nicht geworden ist. Er mag wirklich ein begnadetes Talent haben (wenn Dieter Bohlen das sagt, wird es schon stimmen) und wird vielleicht auch seine Erfolge in Zukunft noch feiern dürfen - Fans hat er ja scheinbar erstmal genug. Dennoch ist es für mich mehr als verwunderlich, mit welcher Arroganz eben so jemand auftritt, der bis zu diesem Zeitpunkt eben noch nicht so viel zu Stande gebracht hat.

Vielleicht haben sich die beiden musikalisch eben gar nicht viel genommen, lässt man die unterschiedliche Geschmäcker außen vor, und zugegeben hätte sich ein Menowin Fröhlich wohl für Dieter Bohlen besser vermarkten lassen. Letztlich haben vielleicht an diesem Abend bei einer so "faschistoiden" Sendung die "inneren Werte" (wie sie zumindest ans Publikum vermittelt wurden) eine Rolle gespielt. Und das würde mich wirklich froh machen!

Linus

19. April 2010, 15:39

Aber das Schöne an der ganzen Chose ist doch: Obwohl es die ganze Zeit so dermaßen offensichtlich war, das "man" (wer auch immer das konkret sein sollte, Bohlen, RTL, wer auch immer die Platte rausbringen darf) anscheinend der festen der Überzeugung war, Menowin würde wohl gewinnen - nicht zuletzt der "Siegertext" "Don't Believe, what they tell about me" (oder so?) ist so eindeutig auf Menowin gemünzt - hat der Zuschauer schlicht nicht mitgespielt. Sowas mag ich. Jetzt haben sie alle den Salat.

latze

19. April 2010, 15:43

http://latzes.blog.de

@mihau

Von Schreyl/RTL. Siehe Abschlussmonolog, zweiter Absatz nach der dritten Pause.

Stefan Niggemeier

19. April 2010, 15:56

Liebe Kommentatoren: Sie können sich weitere leidenschaftliche Liebes- oder Hass-Bekundungen für die Kandidaten an dieser Stelle sparen, weil sie nicht veröffentlicht werden. Bitte suchen Sie sich dafür geeignetere Orte.

Marc

19. April 2010, 16:02

http://ballhochstumper@hotmail.com

Dieter Bohlen ist ein Experte in Medien-Management und hätte es in der Tat verdient (wie des häufigeren schon in verschiedenen Medien vermutet) einen Lehrstuhl für Medien-Management einzunehmen. RTL bietet ihm für die Gestaltung seines Maximum-Output-Prinzips die Plattform.

Opfer, die sich für diesen - und nicht erst seit dieser Staffel - respektlosen, ja teils menschenverachtenden Castingwahnsinn als Teilnehmer melden, sind leider auch zu großen Teilen naiv und neigen zu einer verschobenen Wahrnehmung ihres Selbstbildes. Wenn alle Top-10-Teilnehmer diesen Einsatz im normalen Leben bringen würden, wären sie mit guten und soliden Jobs versorgt und in der Lage ihre Familien zu ernähren und Perspektiven im Leben zu haben.

Vielmehr würde mich die finanzielle Bilanz für RTL und Dieter Bohlen dieses Spektakels interessieren...  Offiziell hat es 7,58 Millionen Zuschauer am vergangenen Samstag gegeben. Wenn davon durchschnittlich nur 5 % je 5 Mal für ihren Kandidaten angerufen haben, sind das knapp 1,9 Millionen Euro Umsatz mit Telefonanrufen. In einer Sendung. Dabei nicht eingerechnet die Werbeeinnahmen von SonyErricson und den Werbepausen.

Selbst theoretische 1 Millionen verkaufte Songs als mp3-Download (zum Preis von 0,65 Euro bei musicload.de) kommen auf nur 650.000 Euro Umsatz...

Ich habe keine Fragen mehr, was eigentlich der wirkliche Sinn dieser Casting-Sendung ist...

Thomas Television

19. April 2010, 16:14

http://tvundso.com

"Es feiert seinen eigenen Sadismus, einen brutalen Ausleseprozess, einen menschenverachtenden Sozialdarwinismus, auf eine Art, die man kaum anders als faschistoid nennen kann."

Wenn wir von Casting-Show-Inszenierungen und Faschismus reden, dann finde ich eigentlich die optische Aufmachung interessanter als diesen Text. Jetzt nicht im aktuellen Beispiel (das DSDS-Finale habe ich ohnehin nicht geschaut), sondern allgemein. Die Inszenierung des Auftritts von Leona Lewis beim 2009er X Factor-Finale erinnerte mich doch sehr an eine Inszenierung in einem faschistischen oder kommunistischem Staat. War genial, hatte aber auch etwas beängstigendes. Das ist allerdings nicht neu, das Gefühl umschwebt die Inszenierung gigantischer Pop-Acts seit jeher. Sollte sich Simon Cowell mit seiner weltweit ausgestrahlten X Factor-Show aus Las Vegas durchsetzen, dürften wir davon noch mehr sehen. Der Stabilität des Kapitalismus sind solche eskapistischen Popkultur-Spektakel jedenfalls sehr förderlich. X Factor und Britain's Got Talent haben England durch die Wirtschaftskrise gebracht ;)

Darüber hinaus ist der DSDS-Text totaler Quatsch, aus zahlreichen Casting- und Reality Shows gibt es Beispiele dafür, dass Zweitplatzierte erfolgreicher sind als die Erstplatzierten: Adam Lambert, Susan Boyle, Clay Aiken.

HeinzH

19. April 2010, 16:20

Es werden ja jedest mal über 30.000 Kandidaten mit dem Messer oder mit vorgehaltener Pistole, dazu gezwungen an dieser Show teilzunehmen!!!!

Jeder der nur etwas Hirn hat, dem ist klar, was man in dieser Show von ihm erwartet oder aus ihm macht.

Jeder Kandidat hat nur den Wunsch beachtet zu werden, etwas besonderes zu sein. Und jeder soll die Möglichkeit haben, egal ob bei einer Show von RtL oder bei der Karraoke-Show seiner Dorfdisco. Egal ob er sich dabei plamiert oder Jubelstürme erntet. Mit beiden muss er klarkommen.

Aber in der heutigen Zeit hat man mit denjennigen Mitleid, die sich keiner Herausforderung stellen, hat man Mitleid mit Leuten, die vielleicht selbstverschuldet Hartz-IV-Empfänger sind, hat man Mitleid mit Leuten, die Prügelnd Ihre Mitmenschen terrorisieren, bloss weil der Vater die Mutter sitzen gelassen hat.

Aber solche die Tag für Tag ihre Leistung bringen, dann früh an einem Herzinfarkt oder Gehirnschlag sterben, die sind doch völlig egal, obwohl genau diese dafür sorgen, das das Leben einigermasen so läuft, wie es sein sollte.

Fazit: ich finde den o. g. Bericht genauso fragwürdig, wie die RtL-Show, nur das man bei der Show von RtL einfach mal die Füsse hochlegen kann, und sich volldröhnen lassen kann.

Oliver

19. April 2010, 16:27

Vielen Dank für diesen Artikel!

Leider trifft er den Kern des Problems und doch wird es sicherlich auch in naher Zukunft in Formaten wie z. B. DSDS, Popstars oder X-FACTOR Juroren geben, die mit zynischen Kommentaren für die "dicken" Einschaltquoten kämpfen. Denn letztlich spielt hier nicht das zu entdeckende Talent eine Rolle - es wird immer die große TV-Maschinerie sein, welche als treibende Kraft hinter dem Format "die Hebel umlegt". Es werden wieder stundenlange Sendungen produziert und übertragen, wo man junge Menschen sieht, die ihren Traum von einer großen Karriere über das Medium Fernsehen leben. Doch leider werden diese "Stars" nur Momentaufnahmen in den wirren Zeiten der Fernsehunterhaltung sein. So braucht man z. B. nur an die letzten "Sieger" der Formate DSDS und Popstars zu denken. Wer erinnert sich denn noch an den "kometenhaften Aufstieg" von einem Herrn Schumacher oder des Popduos SOME & ANY?

Es ist schließlich kein Geheimnis, dass als einziger Sieger in den letzten Jahren RTL zu nennen ist (wenn ich beim Format DSDS bleibe). In jeder Staffel gelingt es den Machern, die Einschaltquoten durch künstlich herbeigerufene Skandale oder durch das gezielte Einsetzen der Printmedien auszubauen und zu verbessern.

So ist es letztlich auch kein Wunder wenn ein Dieter Bohlen, rein zufällig, als Hobby-Autor Bücher veröffentlicht oder über die aktuelle Staffel seiner Casting Show Artikel in einem Tagesinfoblatt mit hoher Auflage verfasst.

Die einzelnen Kandidaten - ohne Frage mit Talent ausgestattet - spielen hier lediglich die Rolle eines Mannschaftsspielers. Es geht um die Show, es geht um die Einschaltquoten und um Skandale.

Sicherlich werden in den nächsten Tagen und Wochen auch weiterhin Berichte veröffentlicht, wo ein Menowin Fröhlich durch seine "zweifelhafte" Vergangenheit nicht unbedingt zum "Liebling aller Schwiegermütter" erwächst. Doch mit hoher Wahrscheinlichkeit wird durch dieses Bad Boy Image ein weiterer Star auf Zeit produziert.

Für einige Monate bestimmte dieses Format das Abendprogramm vieler Jugendlicher. Es gab genügend Fürsprecher für Herrn Marashi und Herrn Fröhlich. Hier traf GUT auf BÖSE - laut Herrn Schreyl waren es sogar ERZFEINDE, welche am Abend des Finales aufeinandertrafen.

Auch wenn sich dieses Format nicht im geringsten von Sendungen wie Popstars oder demnächst auch X-FACTOR unterscheidet, polarisieren nicht nur die Kandiaten, sondern die eingesetzten Moderatoren und Juroren. Wie ist denn sonst z. B. ein Werbetrailer zur letzten Staffel zu erklären, wo zum Beginn ein Herr Bohlen wie ein Gott auf einer Wolke dahingleitet und junge Menschen zu sich zieht oder von einer Leiter schubst? Die gewählten Worte "Komm zu Papa" sind dann natürlich die Krönung des ganzen Theaters.

Viele Zuschauer sehen vorallem zum Beginn einer solchen Casting-Reihe die große One-Man-Show des "Pop-Titanen", welcher durch sein Fachwissen die Legitimation besitzt, mit überspitzter Schärfe jungen Menschen "die Augen zu öffnen", wenn ein Musiktalent nicht vorhanden zu sein scheint.

In dieser Staffel landeten nun zwei fast völlig unterschiedliche Kandidaten im Finale. Einer, der von der Masse als Musterschüler in Sachen Engagement und Können angesehen wurde und der andere, welcher durch seine Konflikte in und mit der Gesellschaft zum Bad Boy avancierte.

Dazu kam noch die einschlägige "Hetzkampagne" eines großen, deutschen Infoblattes, welches seine Leser aufforderte, am Tag des Finales für Herrn Marashi anzurufen. Schließlich könne so ein "Ex-Knacki" (O-Ton des Blattes), niemals ein Superstar sein.

Vorstrafen ohne Ende - 3 Kinder mit seiner Cousine - zuletzt eine Anzeige wegen möglichem Drogenkonsum und -handel!

Hier sollten Leser zu Richtern gemacht werden - - - und natürlich die Auflage bzw. im späteren Verlauf die Einschaltquote des Verlages bzw. Senders sichern.

Auch ich machte mir den "Spaß" und las am Sonntag einige Statements in unterschiedlichen Foren zum Thema DSDS-Finale. Wenn ich dann von einem 13-jährigen Jungen lese, der ganze 80 (!) Mal für Mehrzad Marashi anrief, um sein "Idol" zum Sieg zu führen, dann weiß ich wirklich nicht, ob es sich hierbei um übertriebene Fanliebe oder Wahnsinn handelt.

RTL wird es sicherlich gefreut haben. Neben den über 9 Mio. Zuschauern, die am Samstag Abend die Sendung verfolgten, haben sie natürlich auch an die möglichen Einnahmen durch die überteuerten Gebühren der Anrufe zur Stimmabgabe gedacht. 0,50 € pro Anruf! Kein schlechter Verdienst, den sich die Herren Bohlen & Co. einstreichen konnten.

Daher wird es sicherlich auch in Zukunft auch weiterhin solche Formate geben. Man wird in Zukunft mögliche Talente fördern oder verheizen; man wird sich über mehrere Wochen und Monate mit diesem Thema beschäftigen und letztlich das ganze Theater irgendwann wieder zu den Akten legen - bis zur nächsten Übertragung von "Deutschland sucht den Superstar" & Co.

Jens

19. April 2010, 16:36

http://kochsiek.org/blog

Obwohl ich mit Fug und Recht behaupten kann, noch nicht eine der Superstar-Staffeln bewußt verfolgt zu haben, bleibt es nicht aus, sich damit auseinanderzusetzen. Ein oder zwei der "Gewinner" könnte ich sogar noch beim Namen nennen.

Wir haben jetzt April 2010. Bin ich der Einzige, dem es so vorkommt, als ob die Suche nach dem letzten "Superstar" erst gefühlte 2 Monate her ist? Wann startet denn die nächste Staffel, im Mai?

Es wäre doch sicherlich einträglicher, wenn man parallel gleich mehrre dieser Castings und Recalls produziert, dann kann man wirklich jeden Monat einen neuen Star suchen und finden. Halt so, wie auch Zurück in die Zukunft, Herr der Ringe usw. produziert wurden. Kosteneffizient halt.

Vielleicht kann man auch gleich einen Schritt weiter gehen und die DSDS Sendungen gar nicht mehr auf RTL ausstrahlen sondern gleich wöchentlich auf DVD rausbringen. Im Fernsehen könnte dann einbringliche Klingeltonwerbung zwischen der Supernanny und Herrn Zwegat vor Gericht laufen. Aber ich schweife ab ...

Rudi

19. April 2010, 16:48

Ich kann Herrn Niggemeier nur beipflichten. Als ich zusammen mit meiner Frau und mit müden Augen mich dann doch dazu aufraffen konnte mir die finale Entscheidung von DSDS anzusehen, traute ich meinen Ohren nicht.

"Ihr habt alles gegeben, gezeigt das ihr Vollblutsänger zeigt, und auch wenn heute nur einer von euch gewinnen kann, so sind wir uns alle hier sicher, dass es auch der andere weit in der Musikszene bringen kann, wenn er dran bleibt..." , so oder so ähnlich, das wäre eine Botschaft gewesen. Aber wir leben nun einmal in einer Welt, in der die Leistung des Zweiten bereits als schändlich oder verächtlich zu betrachten ist. Übrigens sei hier auch auf sportliche Wettkämpfe mit Zeitnahme etc. verwiesen. Auch hier gibt es Moderatoren, die durchaus in der Lage sind vernichtende Urteile über Sportler abzugeben, die ein paar hundertstel Sekunden später ins Ziel kommen als der Sieger und somit schon als "unfähig" stigmatisiert werden. Wahrlich eine schöne neue Welt in der wir Leben und deshalb auf zu neuen Rekorden und Hetzkampagnen, denn Show must go on und dank RTL und anderen Sendern sind wir sicherlich noch steigerungsfähig.

Mani

19. April 2010, 17:40

I am fan of Mehrzad and not interested in Menowin at all. However, I found the way the moderator and jury treated both of them very unfair. First, they judged Mehrzad very badly and biased during the show and clearly preffered Menowin. They told after the first song that meno would be the superstar, and made him think so! When the results came out, none of them congratulated Mehrzad. Menowin was broken and dissapointed, so that he couldn't even respond the reporter! Neither the jury nor the moderator cared about him! In my opinion, the final show was humiliating, disrespectful to human dignity, demeaning and manipulating. They hurt two singers, who could have become pop-star in Germany, and destroyed them in front of millions of people.

zoko

19. April 2010, 18:01

Mein Gott - das ist einfach nur ein Text, um die Entscheidung spannender zu machen. Der Blick von Menowin Fröhlich auf dem Foto gehört zu seinem normalen Repertoire, den hat er schon in anderen Situationen gezeigt. Und nach der Sendung, aber auch schon vorher gab es Äusserungen und Gesten der schönen Menschlichkeit. Z.B. auch von Moderator Schreyl. Da muss man sich jetzt nicht zum Moralapostel hochspielen wegen so einem Moderationstext.

Dinje

19. April 2010, 18:05

Habe am Samstag zum ersten Mal eine Finalshow von DSDS gesehen (nur unter Zwang, da ich auf Besuch war), aber bei der Endrede konnte ich meien Ohren kaum trauen, was Herr Schreyl da von seinen Karten gelesen hat. Mein Respekt für beide Kanditaten, dass keiner von ihnen dem - sichelrich vorhandenem - Bedürfnis gefolgt ist und Schreyl einfach eine runter gehauen hat. Mein Verständnis hätten sie gehabt.

Christoph

19. April 2010, 18:05

http://www.lust-und-frust.blog.de

Meine DVD war zu Ende, ich dachte "Hey, lass doch mal schauen wer nun Superstar geworden ist", schaltete um - und musste mir nur noch 30 Sekunden Schreyl antun. Dass Herr Niggemeier sich die Entscheidung minutenlang (oder gar die komplette Sendung stundenlang) angetan hat, tut mir leid für ihn. Dass er es schafft zu dieser belanglosen Sendung einen genauso belanglosen Artikel zu schreiben, ist dennoch bemerkenswert.

Da nennt man solche Sendungen "Unterschichtenfernsehen" - und nun schaut auch ein Herr Niggemeier zu. Nanu. Ich denk´ mal darüber nach, was mir das jetzt sagt.

onlime

19. April 2010, 18:24

Ich würde gerne mal eine dieser "Moderations"kärtchen vom Schreyl sehen. Da stehen doch sicherlich Regieanweisungen drauf, wann er wie lange still bis 20 zu zählen hat, bevor er weiterlesen darf.

Dani

19. April 2010, 20:21

Genau so habe ich es auch empfunden. War nicht überrascht, habe mich aber dennoch aufgeregt. Obwohl ich nicht viel von der ganzen - soll ich's "Serie" nennen? - verfolgt habe und das alles für mich nur eine "Vernichtungsmaschine" ist, hatte ich in den beschriebenen endlosen Minuten wirklich Mitleid mit den beiden armen Jungs. Ich wünsche beiden nur das Beste und bin mir immer noch sicher, wenn sie 'ne gemeinsame Single aufnähmen, würde die sich gut verkaufen. Ich sag nur "push it, push it some more"  ;)

Andi

19. April 2010, 20:24

Der schlechte Text, den Schreyl da schlecht vorgelesen hat, war so offensichtlich falsch und verlogen, dass es gar nicht der Mühe wert ist, sich damit zu beschäftigen.

Ich hab nur gelacht.

Danke für so schlechtes Entertainment, RTL.

Lieber Stefan, widme deine Kunst lieber Dingen und Menschen, die sich nicht selber schon tief in den Kakao getunkt haben.

DSDS zu kritisieren ist so wie schlechtes Wetter zu kritisieren.

Kerstin

19. April 2010, 20:38

Ich habe mir das unerträgliche Finale dieser ebenso unerträglichen Sendung nicht angetan und bin entsetzt über Schreyls Ansprache an die Nation und an die Kandidaten. Das ist wirklich Sozialdarwinismus pur und faschistoid zu nennen. Menschen werden ins Rampenlicht gezerrt, die dem von Bohlens Plastikpop-Produktion und von einer aufgeputschten Fangemeinde erzeugten Druck in keinster Weise gewachsen sind und die während ihrer zumeist kurzen Verweildauer in den Charts zu Marionetten degradiert werden. Die Menschenwürde wird mit Füssen getreten; es zählt nur Quote und Profit. Und es ist erschreckend, wie verführbar die Leute sind, indem sie blindlings einem künstlich erzeugten Hype folgen und Diffamierungen übernehmen. Aber so lange der "Pop-Titan" deren Träume von sozialem Aufstieg und Erfolg zu bedienen scheint, wird er einen grossen Teil der TV-Landschaft bestimmen. Leider wird es durch die fortschreitende Bohlenisierung für kreative unabhängige Künstler sicher schwieriger sich zu behaupten.

FazUp

19. April 2010, 22:52

finde den Text hier ziemlich daneben. Kritisiert das, was man selbst betreibt. Lückenfüllerei....

Ali

19. April 2010, 23:10

http://afrika.himpenmacher.de

Sendungen wie DSDS waren mir schon immer ein Graus. Insbesondere das ständige Hinauszögern ist einfach nur eine Beleidigung für die Zuschauer. Ich nehme mal an, dass das hier jetzt sicher der Rekord ist. Ich wundere mich, warum die Zuschauer nicht gebuht haben. Haben sie?

Trancer Spacy

20. April 2010, 07:35

http://casudo.de

Der Artikel polemisiert sehr schön den großen Abend für die, die es nicht gesehen haben. Elf Minuten Sendezeit mit Schreyls Grundschulenmonolog in der Finalentscheidung zu verheizen ist nur die Spitze des Eisbergs. Vielleicht macht sich die Statistik einmal die Mühe, die "Heartbeat Zeit" aller Entscheidungsshows zu addieren. Das die nicht in Form von Splitscreen-Werbung abläuft, dürfte der Überforderung des Sony Ericssons Werbebudget anzurechnen sein. Leider, muss man schon sagen. Denn Werbung ist in diesem Falle ausnahmsweise unterhaltsamer.

Für die Manipulation des Votings gibt es seit 2007 mehr als nur vage Vermutungen. Graf Benadotte (Bohlens Turbolader) hatte sich unmissverständlich dazu ausgelassen. Seine Zitate sind im Netz nicht schwer zu finden. Ein pfiffiger DSDS-Finalkandidat sollte also die Würfel im Hinterzimmer schon rollen hören. Wie langweilig muss so erst das Erwarten des Telefonvotings wirken. Wird diese Erkenntnis hinzugezogen ist der Begriff "faschistoid" durchweg zutreffend. Nicht nur für die Finalentscheidung!

Pseudomonas

20. April 2010, 08:44

Einerseits kann irgendwie ja schon nachvollziehen, warum der Eintrag den Monolog als faschistoid und sozialdarwinistisch bezeichnet. Andererseits kann man dann auch die alte ABBA-Schnulze "The winner takes it all" als faschistoid und sozialdarwinistisch bezeichnen...

Anonyma

20. April 2010, 09:16

Ich habe mich auch tierisch über die Predigt von Schreyl geärgert und den Ton abgestellt! Das war eine Frechheit sondergleichen, und: Ist es jemandem aufgefallen, dass er nach der "Verkündigung" Menowin gratuliert hat? "Herzlichen Glückwunsch! Zum 2. Platz!" Eine Frechheit, wie gesagt...

Manoman Traurig

20. April 2010, 10:17

Solche Sendungen zu ignorieren wäre eine empfehlenswerte Alternative für Fernsehkritiker und Fernsehzuschauer.

duni

20. April 2010, 10:43

ist doch von anfang an schon alles abgesprochen gewesen........und das schlimme daran,....tja.......wir schalten trotzdem die flimmerkiste an und ergötzen uns an den anblick der menschen deren würfel schon längst gefallen sind.und mal ganz im ernst.......wer sollte sich da mal lieber zuerst an die eigene nase fassen wenn es um skandale geht.die kleinen leute wie du und ich (oder menowin)oder die saubermänner mit dem prall gefülltem geldbeutel???

ColognesDiva

20. April 2010, 11:03

Ich würde es ja zu sehr begrüßen, wenn die deutsche Nation es schaffen würde, eine Staffel DSDS auszusetzen und sich diesen Mist nicht anzugucken... nur leider wird das nicht machbar sein.

Andererseits wundert es mich auch, wieso niemand bei dem Entscheidungsmonolog gebuht hat? Wenn ich im Publikum gewesen wäre, hätte ich schon längst angefangen zu Buhen oder sonst was zu machen :)

Ich war zwar von Anfang an für Mehrzad, aber so mit den Gefühlen von Menowin zu spielen, finde ich auch nicht in Ordnung!

Mark5025

20. April 2010, 11:37

Diese Moderiererei, dieses quälend lange Gequatsche über das immergleiche Nichtige ist einfach nur Bullshit. Unfassbar, dass Millionen Leute sich diesen Quatsch stundenlang angucken.

Ali

20. April 2010, 12:08

http://afrika.himpenmacher.de

Was ich mich bei der Betrachtung des Bildes frage: Müssen die Kandidaten eigtl. so dastehen? Das hat ja ein bisschen was von ungezogenen Kindern.

MichaelM

20. April 2010, 12:59

http://www.habkeine.de

Ein tiefer Riss geht durch meine Beziehung. Ich, der Fernsehkritische, sehe, wie sie, die InTouch- und Gala-Leserin sich an der Sendung DSDS begeistert und jubelt wie beim Fußball-WM-Siegtreffer, als sie erfährt, dass Mehrzad gewonnen hat. Ich habe Ihr dann den Artikel von Herrn Niggemeier zugelinkt. Jetzt herrscht Schweigen zwischen uns. Bei 50.6% Einschaltquote und 10 Millionen Zuschauern in der Spitze ist DSDS gesellschaftsrelevant geworden und zeigt uns ein Spiegelbild unser selbst. Ja, so sind wir - und hier liegt die Betonung auf wir. Alle Beteiligten, Kandidaten, Produzenten, Kritiker, Zuschauer usw. nehmen in diesem  gruppendynamischen Prozess eine Position ein. Jeder trägt an seiner Stelle Verantwortung und RTL sollte überlegen, wie sie mit dem Genre Casting-Show Geld verdient. Stefan Raab hat gezeigt, dass es auch anders geht.

nada

20. April 2010, 14:09

The winner takes it all... ABBA, als Beziheungsfaschisten? Assessment Center gleich Sozialdarwinismus? Ja, aber weit verbreitet. Natürlich ist die Schreyl-Inszenierung bullshit, aber das hat selbst mein 11 jähriger Sohn begriffen und die Zeit genauso wie die Fernsehkritiker zum Spass mitgestoppt. Ich finde diese verbale Aufrüstung nicht okay und die Kritik völlig überzogen. Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft an DSDS zugrunde gehen wird. Vielmehr ist es doch fast rührend, wie die Fernsehzuschauer die alten Tugenden wie Fleiß, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit in Person Mehrzads belohnen. Es ist wie bei den  Schmuddeltalkshows, die am Ende eher moralinsauer, denn zersetzend wirken. Gewinnen darf nur der AUfrechte, der andere darf uns unterhalten und aufregen, muss dann aber gehen.

chris

20. April 2010, 14:52

http://www.pape.de

Natürlich ist das alles Müll, aber solange Leute dort anrufen, vor allem die Kiddies und die Gebühren der Eltern vertelefonieren, so lange wird es DSDS geben. It's all about a good marketing, und das beherrschen sie perfekt. Noch viel skandalöser fand ich die Jury, denn die hat ganz bewusst und auf peinliche Art versucht hat zu manipulieren und ich finde es geil, dass ihnen das nicht gelungen ist. So eine parteiische Stellungnahme aller drei "Juroren" ist der eigentliche Skandal!

Andi

21. April 2010, 01:08

Also ich muss sagen ich schaue eigentlich sehr gern DSDS. Aber diese Reden die Marco Schreyl bei jeder Entscheidung in den Mottoshows runterlabert, ganz besonders nun im Finale, sind einfach entsetzend und nervend.... Ich meine nicht das ich es nicht erwarten kann das die Entscheidung bekannt gegeben wird, aber das kann man sich einfach nicht anhören, ist ja auch sinnlos, es bringt nix. OK das es bissel spannend gemacht werden soll is ja klar... Aber das ist einfach nur Müll, tut mir leid, aber da sollte RTL sich mal was einfallen lassen!

oohpss

21. April 2010, 08:56

Glaubt denn Herr Niggemeier tatsächlich, dass irgendein RTL-Zuschauer um 0 Uhr und x Minuten von diesem Monolog irgendetwas ernst nimmt? Dieser Text dokumentiert nach meinem Dafürhalten lediglich, dass sich die werbefinanzierten Sender jeder Möglichkeit  bedienen, die die Dauer einer Sendung verlängern. Insbesondere einer mit solchen Einschaltquoten. Das dabei das wiederholt wird, was in den Selektionssendungen zuvor bereits 100 mal vorgetragen wurde, ist völlig unerheblich. Dass dabei auch künstlich eine Auseinandersetzung heraufbeschworen wird, die es so in der Wirklichkeit nie gab ist auch egal. Es geht um Sendezeit. Und es geht um die Vorbereitung der nächsten Staffel.

Und glaubt Herr Niggemeier tatsächlich die "Mitspieler", sorry Künstler, wüssten nicht, wozu dies alles getrieben wird? Meint Herr Niggemeier tatsächlich hier würden Opfer auf die Schlachtbank geführt?

Nein Herr Niggemeier, Sie sind nicht der einzig sehende unter lauter Blinden. Sie und Kommentatoren wie Sie geben der Sendung jene Bedeutung, die sie ohne solche Kommentare nie hätte. Diese Show mit Wettbewerbscharakter ist eine Unterhaltungssendung mit Wettbewerbscharakter bei der mit den entsprechenden Möglichkeiten möglichst viele Zuschauer zu einem Anruf bewogen werden sollen.

Der eine oder andere politische Wahlkampf in unserm Land ist nicht weit weg von dem was hier gezeigt wird.

Wenn dies ein Beweis dafür wäre, wie bei RTL die Sicherungen durchgebrannt sind, dann haben Sie, Herr Niggemeyer wohol nicht Deutschland als Lebensmittelpunkt oder eine selektive Wahrnehmung.

Was hier gezeigt wurde war so normal, dass es denn meisten Zuschauern als langweilig erscheint. Sich anlässlich dieser Sendung zu echauffieren erscheint mir jedenfalls befremdlich.

Hartmut

21. April 2010, 09:34

Ja, wenn die Einschaltquoten stimmen, bleiben moralische Aspekte völlig auf der Strecke. Mal abgesehen davon, ist DSDS von der Idee her vielleicht nicht schlecht, von der Umsetzung her derart grottig, wo ich mich frage, welche Leute sitzen eigentlich in den Redaktionsstuben und tragen für derartigen Schwachsinn die Verantwortung.

Da sich aber für all das offensichtlich ein Millionenpublikum findet, kann man natürlich so weiter machen, ohne zu merken, dass man mit jeder "Show" schlechter wird. Von der dreiköpfigen "Jury" (schon das Wort ist blanker Hohn) bis hin zum "Moderator" (schlimmer geht nimmer trifft nicht zu, weil es offensichtlich immer noch schlimmer geht) ist alles erneuerungbedürftig. Eigentlich hilft nur ein radikaler Austausch der Leute und sicher auch ein rundum erneuertes Konzept.

Erstaunlich für mich, wieviele Menschen (gemeint sind jetzt die Kandidaten) das alles über sich ergehen lassen, nur um vielleicht ein bisschen "Ruhm" zu ernten und dabei gar nicht merken, mit welcher Geringschätzung man mit ihnen umgeht. Aber es sind (fast ) alle erwachsen und jeder muss selbst für sich wissen welche geballte Ladung an Demütigungen, Schmach, Hohn, Spott, etc. er vertragen kann.

H3R

21. April 2010, 16:30

DSDS hatte in der letzten Staffel durchschnittlich etwa 6.5 Mio Zuschauer pro Sendung. 11 Minuten sinnfreies Gelaber bedeutet die Vernichtung von 136 Lebensjahren.

Alles sehr konservativ gerechnet: Das Finale haben sicher mehr Zuschauer gesehen, und der Herr Schreyl macht das ja in jeder Sendung.

Man stelle sich vor: Das ist nicht strafbar!

cerasella

22. April 2010, 10:01

Mit Veröffentlichung eines Artikels über DSDS ist die FAZ ins Triviale abgerutscht!

paul

22. April 2010, 15:07

Hass lässt sich erschreiben, was für ein großartiges Gefühl muss diese Erkenntnis bei RTL ausgelöst haben.

@cerasella: Danke fürs Mitmachen.

Xx

23. April 2010, 13:27

Ja, ich war entsetzt, als ich diesen Monolog hörte - mir, gepflegter Mittelschicht im Abendzappen, drehte sich der Magen um bei diesem Wühlen und Nachbohren in unvermeidlichem Leiden an der Situation.

Es war das quotengierigste und offen menschenschänderischste Reden, das ich bis jetzt im TV jemals gehört habe.

Unfassbar zynisches Vorgehen.

Dass dieser junge Mann, mit seiner aktuell mehr als schwierigen Position + Lebenslage, da  n i c h t ausgerastet ist, beweist  weit mehr resozialisiert "gewaschene Händchen" als ihm auch die wohlwollende "Zeit" zuerkennen konnte...

Schreyl wird womöglich selber 2 Fassungen elaboriert haben: für jeden Kandidaten das passende Grauen; auf das die Contenance vollends schwindet. Entsetzlich.

Ein Amoklauf im Studio wäre die einzige natürliche Reaktion gewesen.

XXL

23. April 2010, 13:41

… Manche Kommentare hier lesend finde ich es zu einfach, zu sagen, DSDS zu kritisieren ist wie schlechtes Wetter zu bemäkeln..

Es ist halt so…

Im Gegenteil.

Selbst oder gerade ein so unerträglich durchschaubares, manipulatives Format wie DSDS, das ja nuneinmal Realmenschen als Material nutzt, muss sich prüfen lassen.

Eine Frage des Mitgefühls, ob man nur mediencool Recht haben will, oder doch Anteil nehmen am Umgang mit denen, die weder spextauglich sind, noch sich zu moderateren Raabs Casting trauen (mit gutem Recht; was soll Knastbruder Menowin neben der reizenden Professorentochter, da haben Spiegel & Zeit schon recht…).

Als Held der DSDS-Aufstiegs-Novela war Menowin doch (noch) ein bisschen z u echt…

Früher hieß es, man müsse schauen, wie mit dem schwächsten Glied in der Kette umgegangen würde - heute ist das wohl die barbarischste Show…

Ich bin wirklich froh über diesen Artikel.

Simon

11. Dezember 2011, 12:47

Schön, dass sich inzwischenzeit was geändert hat ;-)

Trackbacks

Die Inoffizielle BILD-Kampagne

21. April 2010, 16:26

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