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Das Fernsehblog

Peter Hahne ist gegen Kinderpornographie und lästige Details

20. September 2010, 00:09 Uhr

Peter Hahne ist nicht unbedingt der Mann, den man sich in der ersten Reihe eines Mobs vorstellt, wie er mit der Mistgabel droht. Ich sehe ihn eher so am Ende der Menge, wie er wütend die Faust schüttelt, die aufgebrachten Menschen mit seiner Forke anstachelt und dabei mit schriller Stimme Sätze ruft wie: "Denkt denn keiner an die Kinder?", "Wo kämen wir da hin!", "Das lassen wir uns nicht mehr bieten!" oder: "Warum tut denn keiner was?!"

Irgendjemand muss zum Beispiel jetzt endlich mal irgendwas gegen diese ganze Kinderpornographie im Internet tun. Peter Hahne findet, sowas müsste verboten sein. Gut, es ist verboten, aber das ist ja nicht der Punkt. Es soll weg sein. Sofort.

Peter Hahne ist für Netzsperren, wie sie die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen im vergangenen Jahr durchsetzen wollte, die aber aufgrund erheblicher Bedenken, was ihre Wirksamkeit und ihre Verfassungsmäßigkeit angeht, vorerst nicht verwirklicht wurden. Aber schon das Wort "Netzsperren" geht dem ZDF-Mann Peter Hahne nicht über die Lippen. Er sagt stattdessen:

Und der Staat muss auch handeln, kann auch handeln in Sachen Eingriff in das Internet. Also Verbot. Ursula von der Leyen hat das ja versucht, im letzten Jahr, 2009, hat gesagt, wir verbieten das einfach im Internet. Das hat sich irgendwie nicht so verwirklichen lassen. Und jetzt hat man so einen typisch faulen Kompromiss gemacht. Wir schauen uns das erstmal ein Jahr an, ob das auch freiwillig geht und dann müssen wir vielleicht eingreifen.

So spricht ein Mann, der bis vor kurzem in leitender Position beim ZDF war und jetzt eine eigene Talkshow hat.

Ich glaube nicht, dass es ein Versehen war, Ausdruck bloßer Unkonzentriertheit, die Hahne jede konkrete Formulierung vermeiden und sich in Sätze wie "Das hat sich irgendwie nicht so verwirklichen lassen" flüchten ließ. Die ganze Sendung zum Thema Kindesmissbrauch, die er am heutigen Sonntag ausstrahlte, war geprägt von dem Versuch, jede auf Argumente oder Tatsachen gestützte Auseinandersetzung zu vermeiden und allein an das Gefühl der Zuschauer zu appellieren, dass da Kinder missbraucht werden, und keiner tut was.

Von der ersten Sekunde an sprach er die Zuschauer allein auf dieser Ebene an. Mühsam unterdrückte er sein übliches Grinsen, während er in die Kamera fragte:

Geht es Ihnen auch so, dass Sie erschüttert sind, wenn Kinder tot aufgefunden und missbraucht worden sind?

Nein, rufen wir da natürlich alle im Chor, uns lässt das völlig kalt.

Der Satz ist scheinbar sinnlos und unnötig, in Wahrheit aber setzte Hahne mit ihm schon die Grundlage für die Logik der ganzen Sendung: Wer auch erschüttert ist, muss seine bildliche Mistgabel aus dem Schuppen holen und fäusteschüttelnd die Politik auffordern, irgendetwas, nein: alles Mögliche, nein: alles zu tun.

Peter Hahne hatte in seiner Sonntags-Talkshow "Peter Hahne" Stephanie zu Guttenberg zu Gast, die Präsidentin des Vereins "Innocence in Danger", der gegen Kinderpornographie kämpft, und Ehefrau des Verteidigungsministers, die gerade ein Buch zum Thema Kindesmissbrauch geschrieben hat. Kindesmissbrauch ist laut "Peter Hahne" ein Tabuthema:

- vermutlich in dem aus der Sarrazin-Diskussion bekannten Sinne, dass ununterbrochen darüber geredet wird. Die Zahlen, die Frau Guttenberg zum Thema Kinderpornographie im Internet nannte, waren jedenfalls dieselben, die die frühere Familienministerin von der Leyen schon genannt hatte, als sie das Thema publikumswirksam für sich entdeckte.

Man darf sicher nicht zuviel in den begrenzt variablen Gesichtsausdruck von Peter Hahne interpretieren, aber es schien doch, als sitze Frau Guttenberg ein glühender Fan gegenüber, ein Verehrer. Er hatte aus seiner Sendung eine Werbesendung für ihr Buch, ihr Anliegen, sie selbst gemacht, nickte eifrig und, nun ja, grinste. Er hatte keine kritischen Nachfragen, als sie behauptete, dass das Geschäft mit Kinderpornographie ein "lukratives Geschäft" sei, obwohl viel dagegen spricht. Und er schaffte es, auf ganz eigene Art das Internet als Wurzel allen Übels auszumachen. Dass sich Pädophile zum Beispiel so leicht an Kinder ranmachen können, liegt daran, dass die "keine Briefe und Postkarten mehr schreiben; es geht alles über Chat". Postkarten! Und ein anscheinend gefährliches Vorbild wie Lady Gaga beschrieb Hahne als "eine Frau, die von vielen Kindern und Jugendlichen angeklickt wird im Internet". (Sie bei "Wetten dass" zu sehen, ist offenbar ungefährlich.)

Doch zurück zu den Netzsperren. Hahnes wirrer Dialog mit Guttenberg muss für Laien komplett unverständlich gewesen sein, und enthielt doch eine klare Botschaft. "Sie waren ja für die harte Lösung", rief er Guttenberg zu und ergänzte selbst: "Die wäre ja auch konsequenter." (Die "harte Lösung" ist, nur zur Erinnerung, das Aufstellen von Stopp-Schildern vor kinderpornographischen Seiten, die selbst aber erhalten und mit Tricks zugänglich bleiben. Stattdessen versucht man nun, sie zu löschen.)

Nun ist Hahne beim "Man muss aber doch was tun", was konkret bei ihm lautet "Aber ohnmächtig geschlagen geben möchte man sich ja nicht". Und weil ihn Argumente ohnehin nicht interessieren, begibt er sich in die Rolle des kleinen Peterchens, der zu der berühmten Tante sagt, dass sie doch supereinflussreich ist und diesen tollen Mann habe, der noch superereinflussreich ist, und da doch mehr machen kann als, sagen wir, Peter Hahne, dem nur das Fäusteschütteln bleibt:

Ihr Mann hat ja auch mal gesagt: Also meine Frau mischt sich da ganz schön auch mal ein. Sie haben ja viel mit Politikern zu tun, nicht nur zu hause mit ihrem Mann. Sagen Sie da auch mal, “Mensch, ihr müsst euch darum kümmern!”, auch was die Gesetze angeht? (...) Aber Frau Schröder, da müssen Sie doch jetzt - Sie haben doch schon 'n bisschen Einfluss - sagen: "Ich stehe hier gerade als Frau eines prominenten Politikers, die auch sehr engagiert ist in diesem Thema. Ich setze das jetzt auf die Schiene. Frau von der Leyen, machen Sie das. Frau Schröder jetzt."

Er hat, wie gesagt, das Wort Netzsperren nie erwähnt, und zu diesem Zeitpunkt ist längst nicht mehr klar, was Frau Guttenberg denn genau zu Frau Schröder sagen soll. Hahne würde es reichen, wenn irgendetwas geschähe, das den Eindruck erweckte, dass irgendetwas geschehe. Dass es vielleicht gar nicht an fehlendem Druck von Frau Guttenberg liegt oder an fehlendem Willen von Frau Schröder, sondern an etwas, das sich "Koalitionspartner" nennt und in diesem Fall FDP heißt und sich zum Beispiel in Gestalt einer Justizministerin mit guten Gründen gegen Sperren sperrt... das ist kein Bestandteil des Edelkitsches, den Hahne anstelle eines politischen Gesprächs produziert.

Ganz abgesehen davon, dass es keine gute Voraussetzung für ein Fernsehgespräch ist, wenn der Moderator in der Rolle eines Jubelpersers auftritt (lustigerweise nicht nur bei Guttenberg: Günter Schabowski kündigte er für die nächste Sendung zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung als "den Mann, der das alles möglich gemacht hat"): Hahne hat in der Sendung systematisch fast jede Gelegenheit gemieden, die Zuschauer aufzuklären, klüger zu machen. Er hat sie nur in ihren Gefühlen bestärkt. Dass ein Mann wie Peter Hahne mit seiner Ratiophobie vom ZDF als Journalist eingesetzt wird, ist ein fortdauerndes Ärgernis. 

Die Sendung in der ZDF-Mediathek.

(via netzpolitik.org; Screenshots: ZDF)

Veröffentlicht 20. September 2010, 00:09 von Stefan Niggemeier
Kommentare

Joshua

20. September 2010, 00:41

http://joshua-jung.com

War das jetzt nötig? Ich wollte grad friedlich und ohne Aussicht auf Albträume ins Bett gehen, und dann wird einem die Laune zu nachtschlafender Zeit von solchen Menschen noch so kaputt gemacht...

Da musste ich mir doch gleich das "Welt kompakt"-Super-Symbolfoto nochmal zu Gemüte führen. Nun geht's mir wieder besser. Gute Nacht!

Wolfgang

20. September 2010, 08:37

http://fastvoice.net

"Jubelperser"? Dann müsste ihn ja jemand als solchen bestellt haben. Wenn's dagegen aus eigenem Antrieb erfolgt, dürfte ein Begriff wie "verblendeter Fan" oder "Groupie" passender sein (zumal ich mir Hahne auch nicht prügelnd mit Holzlatte vorstellen kann).

Vielleicht waren da aber auch einfach zwei Bestsellerautoren unter sich, die sich gegenseitig die Ei... - äh, die enorme Bedeutung ihrer Person und Mission bestätigt haben.

Christian

20. September 2010, 08:41

"der zu der berühmten Tante sagt, dass sie doch supereinflussreich ist und diesen tollen Mann habe, der noch superereinflussreich ist,"

soll bestimmt "supereinflussreicher" heißen.

Ansonsten klasse Artikel - Peter Hahne ist einfach eine journalistische Katastrophe im Gruselkabinett des ZDF.

Tim

20. September 2010, 09:04

http://notizn.blogspot.com

Die Sendung ist derart ha(h)nebüchener Unsinn, daß ich sie noch nicht einmal widerlich finde.

SvenR

20. September 2010, 09:04

Gruselig. Und z. B. meine Mutter (70) sieht das dann und glaubt das auch noch.

Bernd

20. September 2010, 09:07

Hahne hat NICHT "Frau Schröder" zu ihr gesagt. Es ist in der Tat ein unverständlich hingerotztes "Frauzguttnberg".

Ansonsten ack. Ein Übles Durcheinander von Kinderpornografie und Missbrauch im nahen Umfeld und ekelhafteste Polemik gegen "dieses Internet". Peter Hahne, der personifizierte Missbrauch von GEZ-Gebühren!

Man erwartet fast, dass nach Drehschluss der Moderator in seinen Kragen greift und sich die Peter-Hahne-Gummimaske vom Kopf streift, und zum Vorschein kommt Wolfgang Bosbach.

Berliner

20. September 2010, 09:13

Wann endlich nimmt sich jemand dem Thema "Kinderpronographie" an, um tatsächlich wirksame Maßnahmen durchzusetzen. Und nicht, um damit Wahlkampf zu betreiben (von der Leyen) oder, um mit bigotten Argumenten ein Buch zu verkaufen (zu Guttenberg). Schön, wie sie sich einerseits über die "Sex-verseuchte" Popkultur erregt, andererseits aber ihr Buch zwischen viel nacktem Fleisch in der BILD vorabdrucken lässt und sich mit ihrem Mann ganz cool auf einem AC/DC-Konzert zeigt. Deren Texte sind wahrlich alles andere als Sex- und Alkoholfrei. Von Peter Hahne mal ganz zu schweigen. Mit seinem Gebühren-Gehalt könnte man besseres anstellen, als ihm Sendezeit zu geben.

Sigrid N.

20. September 2010, 09:34

Ein bisschen Korinthenkackerei, aber ging's um Kinderpornografie oder Kindesmissbrauch, wie im Screenshot eingeblendet? Für Kindesmissbrauch das Internetz verantwortlich zu machen, wäre dann nämlich schon recht kreativ.

Aber vielleicht passt das falsche Insert ja zur im Text angesprochenen Zielstrebigkeit der ganzen Sendung.

Nairolf

20. September 2010, 10:02

Peter Hahne ist leider nur die Spitze des Eisberges. Das ganze ZDF verfällt oft auf tumbe Emotionsbedienung. Man muss nur das Heute-Journal schauen. In so ziemlich jeder Anmoderation wird einem schon die richtige Meinung präsentiert.

Guybrush

20. September 2010, 10:24

Was mich bei der Kinderpornographie-Diskussion besonders wundert: Es wird immer gefordert, dass man etwas unternehmen muss. Wenn dann herauskommt, dass das Löschen selbst von in den USA gehosteten Seiten nur selten zügig funktioniert, dann ist aber die Schlussfolgerung nicht, dass man sich mal wirklich drumkümmert und mit den entsprechenden Verantwortlichen in den USA redet oder eine Konferenz einberuft (die gibt es doch jetzt für jedes zweite Thema), sondern man ruft mal wieder nach den Sperren. Das geht nämlich ganz fix und funktioniert spitze. Wenn einem das Thema aber wirklich wichtig wäre, würde man vielleicht etwas mehr Aufwand betreiben.

Nico

20. September 2010, 10:44

Das ist ja wirklich die reinste Dauerwerbesendung für Familie zu Guttenberg. Die Informationen zum "Tabuthema" Kindesmissbrauch bewegen sich auf dem Niveau der Bildzeitung. Zusammenhangslose Parolen ohne Fakten, die unsere Politik schon seit Jahren rumblökt. Ich verlange meine Gebühren zurück!

ronin

20. September 2010, 10:57

Ehrlich gesagt hätte es mich gewundert, wenn das anders abgelaufen wäre. Ich habe Peter Hahne noch nie sachlich oder auch nur fair argumentieren erlebt.

Bisher dachte ich allerdings immer, ihm sei jedes argumentative Mittel recht, um den eigenen Standpunkt zu stützen und den der anderen als unmoralisch dastehen zu lassen. Seit dieser Sendung weiß ich aber, dass es ihm nur darum geht, durch gespielte Entrüstung Aufmerksamkeit zu erhalten.

Gregor Keuschnig

20. September 2010, 11:12

http://begleitschreiben.twoday.net

<i>Hahne hat in der Sendung systematisch fast jede Gelegenheit gemieden, die Zuschauer aufzuklären, klüger zu machen. Er hat sie nur in ihren Gefühlen bestärkt.</i>

Etwas anderes tun Sie mit diesem Artikel auch nicht. (s. a. die Kommentare)

<i>Dass ein Mann wie Peter Hahne mit seiner Ratiophobie vom ZDF als Journalist eingesetzt wird, ist ein fortdauerndes Ärgernis. </i>

Ähnliches können Sie von 80% der anderen sogenannten Journalisten auch behaupten. Sie können allerdings vom Musikantenstadl keinen Auftritt vonMick Jagger verlangen.

Metten1

20. September 2010, 11:17

Und in Amerika wäre er chancenreicher Präsidentschaftskandidat.

brrrruaaahhh.

Aber im Ernst, hoffentlich wird bald eine Partei "rechts" von der CDU gegründet, damit das schwarz übertünchte Pack mal Farbe bekennen muss.

Budwhite

20. September 2010, 11:23

Danke, lieber Blogger, dass Sie endlich gesagt haben, was zu sagen war: Alle schimpfen auf die BILD-Zeitung, doch das von unseren Gebühren bezahlte öffentlich-rechtliche Fernsehen ist allzu oft keinen Deut besser - nur teurer! Ich finde, Peter Hahne sollte sich künftig nur noch in der BamS austoben dürfen.

...

20. September 2010, 11:28

@Sigrid

Da gibt es sehr wohl einen Zusammenhang. Kinderpornographie basiert meist auf Kindesmissbrauch, sprich damit sich irgendwer da was ansehen kann, muss erst einmal etwas gedreht werden. Natuerlich ist nicht das Internet verantwortlich.

VolkerK

20. September 2010, 12:46

http://www.volkerkoenig.de

Ich mochte Peter Hahne noch nie, er missfiel mir schon zu Beginn seiner Karriere als Selbstdarsteller. Seine überzogene Art, Nachrichten vorzulesen als sei er ein Schauspiellehrer, der seinen Schülern ein altgriechiches Drama vorträgt und dabei alle Ausdrucksmittel demonstrativ übertreibt, hat er mittlerweile in eine aufgesetzt onkelhafte Vortragsart verwandelt, die so wirkt, als wolle er einen Schauspieler spielen, der Peter Hahne spielt.

Und nebenbei bemerkt kommt er auch journalistisch mit Mühe auf Schülerzeitungsniveau.

Was genau ist seine Berufsbezeichnung?

Stefan

20. September 2010, 13:14

http://fernsehkritik.tv

Ich behaupte einfach mal ins Blaue hinein, dass mehr Kinder Opfer von Missbrauch werden, wenn sie Ministrant in der Kirche sind, als wenn sie Lady Gaga "anklicken". Aber das darf man ja bei Hahne kaum sagen.

Florian

20. September 2010, 13:27

http://www.hingesehen.net

Wieso äußern sich Menschen, die keine Ahnung haben, trotzdem zu diesen Themen. Man muss erst alle Fakten kennen, bevor man sich eine Meinung bilden kann. Das Fegühl habe ich bei Herrn Hahne nicht.

unknown Stuntman

20. September 2010, 16:58

@...:nein, weil irgendwann schon etwas gedreht wurde, kann man sich das ansehen und eben nicht andersherum.... und es wäre wichtiger diejenigen zu erwischen, bestrafen und/oder abzuschrecken, die physisch an der Tat beteiligt sind... ohne Tat auch keine Zuschauer...

und da helfen keine Stoppschilder, sondern eher traditionelle Fahndung nach Phantombild (oder Serververträgen) und Anlaufstellen für die Opfer.... (aber das würde ja Geld kosten und Nebeninteressen kann man damit auch nicht so schön durchsetzen...)

Aber zurück zur konkreten Sendung:

Ziel Der Frechheit: ohne Zweifel zieht man Messer....

(die im Artikel erwähnte Forke reimt sich so schlecht...)

alternativer Slogan: Ohne Zweifel regiert's sich besser...

(wie gesagt, bezieht sich vorwiegend auf die konkrete Sendung...)

Tharben

20. September 2010, 17:49

Peter Hahne ist Journalist? Nehmen Sie mich bitte nicht auf den Arm. Konnte diese Behauptung denn von mehreren voneinander unabhängigen Quellen bestätigt werden?

.

Ich wäre jede Wette eingegangen, dass Peter Hahne ein bemitleidenswerter Pastor in der Rolle eines Fernsehentertainers für die Generation 70+ ist, der viel lieber Heizdecken in zwielichtigen Gaststätten verkaufen würde.

Henry Kadner

20. September 2010, 17:50

http://henrykadner.wordpress.com/

die Christenfundis evangelisieren in unserer Television, da weiß man gleich wie es um den Laizismus bestellt ist, sofern man die Religionen gewähren lässt. Emotionen statt Rationalität und Argumenten findet man im öff.-rechten Fernsehen zu viel.

Ralf

20. September 2010, 17:51

"Wenn ich es mir erlauben würde, meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung erscheinen zu lassen, wäre ich meine Beschäftigung vor Ablauf des Tages los.

Die Arbeit der Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, gerade heraus zu lügen, zu verdrehen, zu verunglimpfen, vor den Füssen des Mammons zu kuschen und sein Land und seine Rasse um sein täglich Brot zu verkaufen.

Sie wissen es und ich weiß es.

Was für eine Narrheit ist dieses Trinken auf eine unabhängige freie Presse.

Wir sind die Werkzeuge und Vasallen reicher Männer hinter der Szene.

Wir sind die Hampelmänner. Sie ziehen die Fäden und wir tanzen.

Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unser Leben, sind das Eigentum anderer Männer.

Wir sind intellektuelle Prostituierte.“                                          

John Swinton, ehemaliger Herausgeber der New York Times

Typen wie Hahne setzen noch einen drauf. Sie prostituieren sich mit Überzeugung...

Sebastian

20. September 2010, 18:37

http://www.peitsch.de

@Gregor Keuschnig

Sie können die zahlreichen Links im Text schon noch verfolgen, wenn Ihnen die Aufklärung in diesem Editorial nicht ausreicht zum Thema. Ganz davon ab, dass Sie sicherlich genau wissen, worum es geht, Danke für die Polemik.

Sukida

20. September 2010, 19:13

@...

Das ist falsch. Die meiste "Kinderpornografie" dürfte aus nichts als anderem als ausserhalb des Kopfes gespeicherten Gedanken bestehen. Es gibt tausende Texte und Comics über Vergewaltigungsphantasien im Web die in den USA vollkommen legal sind, da es dort das Konzept der Redefreiheit gibt. Darum kann ich mir auch vorstellen das an der Behauptung man könne der Sache mit löschen nicht beikommen etwas dran ist.

Für die meisten Menschen - sogar diejenigen die gerne daran denken - ist das Vergewaltigen von Kinder etwas das sie erstens nicht tun möchten, und zweitens nicht so einfach tun könnten. Schreiben ist dagegen sehr beliebt und sehr einfach, schon darum dürfte es mehr falsche als echte Kinderpornografie geben.

Es ist ein bisschen seltsam das Dokumentation von Kindesmissbrauch und Geschichtenschreiben unter dem selben Begriff läuft. Das ist respektlos gegenüber den Missbrauchsopfern und gleichzeitig die Bevölkerung täuschend.

Arno Nym

20. September 2010, 19:34

Da wird ja schon nicht mal mehr der Anschein erweckt, dass die ganze Websperren-Kampagne in Wirklichkeit losgetreten wurde, um den freien Informationsfluss im Netz zu zensieren, und dass es nie um Kinderschutz ging. Da dieser Plan im letzten Jahr nämlich nicht aufging, müssen sie nun notgedrungen so tun, als wäre ihnen der Kinderschutz von Anfang an wichtig gewesen, und die Websperren, weswegen nun Aktionsismus in diese Richtung betrieben wird, sind nur noch ein "kleines Nebengeplänkel", etwas was man eben "auch noch tun muss", neben den vielen anderen Kinderschutzmaßnahmen. Ich hätte mir eine Talkshow gewünscht, in der ein/e Politiker/in gefragt wird: Wenn wir diese Websperren gegen Kinderpornographie nun schon hätten, würden Sie die dann auch einsetzen, wenn Wikileaks die geheimen TollCollect-Verträge veröffentlicht, um das zu verhindern?

Aber sowas kann man in den Massenmedien wohl einfach nicht erwarten...

Dr. Gerecht

20. September 2010, 19:44

Peter Hahne - ein reaktionärer, plumper Zeitgenosse, mit einem Argumentationsniveau wie der letzte Hafenarbeiter, allerdings ließe sich dieser möglicherweise noch von besseren Argumenten überzeugen. Aber Herr Hahne - peinlich, peinlich. Der hat an exponierter Stelle im ZDF gearbeitet? Armes Deutschland.

Wolfram

20. September 2010, 19:53

Hahne und seine Talk-Sendung sind mir schon negativ zum Thema Rauchverbot in Bayern aufgefallen. Da hat Hahne seinen aufs möglichste sympathisch (als Serienliebling und Fussballfreund) ausgewählten/vorgestellten Pro-Raucher-Gast tatkräftig unterstützt, um den anderen Gast (überengagierten Jungpolitiker), den neuen Nichtraucherschutz in Bayern, und Volksabstimmungen im allgemeinen zu diskreditieren. Argumente gab es nur vom Vertreter des Nichtraucherschutzes, die hatten es aber schwer gegen die Ablenkungsmanöver von Hahne und seinem Spezi, allein die ersten 5 der 25 Minuten ging es nur um Fussball. Stammtischniveau mit Agenda.

Lukas Ormer

20. September 2010, 20:15

http://fernseh-kritik.blog.de/

Ich hatte die Sendung auch gesehen und mich maßlos geärgert. Ich frage mich schon seit vielen Jahren, was den Hahne für das Fernsehen qualifiziert. Gut, er stottert nicht und fällt auch nicht besoffen vom Stuhl, aber das kann doch nicht alles gewesen sein.

Dazu arbeitet er beim ZDF und hat eine von geschätzt 5000 Talkshows im deutschen Fernsehen mit Gästen die man auch sonst überall sieht. Da kann man einfach keine Höhepunkte an Journalismus erwarten.

Die Guttenbergs als quasi Heilsbringer aus Bayern stehen eh außerhalb jeglicher Kritik und da versteht sich ein unterwürfiges Nicken und Lobhudeln praktisch wie von selbst. Bitte bloß keine Inhalte, die konkrete Antworten beinhalten oder den Zuschauer zum Denken verführen.

Oliver

20. September 2010, 21:19

http://sperke@online.de

Was ich interessant finde ist, dass diesmal "exklusiv" Frau Guttenberg da war. Sonst sind ja immer zwei Leute da, die diskutieren. Anscheinend waren diesmal aber die Argumente zu dünn oder die Gefahr zu groß ist, dass sich die Gute gnadenlos blamiert.

Wobei auch zwei Diskussionspartner bei Herrn Hahne mal im Tribunal enden kann, siehe www.youtube.com/watch

grzmbl

20. September 2010, 21:29

Frau zu Guttenberg redet vom Massenmarkt und den so teuren Bildern, die man für viel Geld kauft. Der Aufhänger/Einstieg zum Beitrag war aber der jetzt geplatzte Kinderpornografie-Prozess, in dem es grade um *nichtkommerzielles* Tauschen geht. Und um --- wie hier schon gesagt --- versteckte, klandestine Ringe.

Wie die Gute sich einfach mal über die Fakten hinwegsetzt, und dabei vom Hahne noch Vorangetrieben wird, ist widerlich.

FernSeher

21. September 2010, 01:21

Ein verzweifelter Versuch, die Fälle realen (institutionellen) Mißbrauchs die seit Anfang des Jahres zutage gekommen sind zu verbinden mit dem pösen pösen Internet. Mehr war der Auftritt von Frau Guttenberg nicht. Hier wurde vermischt, was nur sehr begrenzt bis garnicht in einen Topf geworfen gehört.

Eine unansehnliche Verbalakrobatik in dieser Sendung, mit der man kläglich das argumentative Problem zu überwinden versucht hat, daß die Fälle in katholischen ebenso wie weltlichen Einrichtungen beweisen, daß Mißbrauch immer noch im realen Leben stattfindet, nicht im Internet. Der größte Klopfer ist jedoch, quasi fast zu unterstellen, daß Kinderpornografie im Netz legal sei. Solch tumbe Meinungsmache offenbart einmal mehr die Abgründe, die sich bei der Netzpolitik der Konservativen auftun - man hat begriffen daß man mit dem Internet wunderbar Wahlkampf machen kann, aber was man tut ist, Ängste zu schüren und an die grundlegendsten emotionalen Instinkte internetferner potenzieller Wählerschichten zu appellieren, die man natürlich schnell dafür gewinnen kann daß das böse Internetdings da in Grund und Boden gesperrt wird.

Umkehren und eine Netzpolitik im Sinne von Millionen netzaffiner Bürger zu machen, geht eh nicht mehr - die hat man sich mindestens für die nächsten zehn Jahre vergrault durch den ganzen Zensursula-Spuk, und dadurch daß nach Frau von der Leyens Strafversetzung ins Arbeitsministerium immer noch die führenden Köpfe der Union die Dämonisierung des Internets mit Lust und Wonne betreiben und weiter vorantreiben.

Ein wahrer Hohn ist im übrigen in diesem Zusammenhang, daß Frau Guttenbergs Buch ausgerechnet "Schaut nicht weg" heißt - und mit den Sperren eine Technik propagiert, die  nichts anderes als Wegsehen begünstigt.

Shurik

21. September 2010, 04:11

Habe die Sendung selbst nicht gesehn, werde sie mir wohl auch nicht ansehen, kann mir aber aus der allgemeinen "Mediendebatte" zu diesem instrumentalisierten Thema ungefähr vorstellen was sich die beiden zu sagen hatten.

Ich will hier kurz auf einen Text auf Wikileaks hinweisen der von einem IT-Menschen geschrieben wurde der selbst in dieser Szene arbeitet.:

wikileaks.org/.../Einblicke_in_die_Kinderpornoszene

Ist zwar, wie sowieso die ganze Thematik, nicht unbedingt für den leichten Magen aber vor allem was den technischen Teil angeht sehr interessant, weil man erkennt wie absolut nutzlos Internetsperren und dergleichen im "Kampf gegen die Kinderpornographie" überhaupt sind.

Ich frage mich ja ob derlei Texte auch nur von einem einzigen unserer Poltitiker gelesen wurden bzw wieso niemand in der Opposition die Argumente bringt die man allein aus diesem Artikel ziehen kann.

Valli

21. September 2010, 07:52

http://www.drvalentin.de

Hahne schreibt jeden Sonntag, den Gott werden lässt, in der Bild am Sonntag. Und zwar im christlich-fundamentalistischen Sinn. Das disqualifiziert ihn zur Genüge. Zusammen mit derartigen ZDF-Sendungen (finanziert von unseren GEZ-Zwangsgebühren) ein guter Grund, beim Einschalten sofort ein Stopp-Schild einzublenden.

Pepito S.

21. September 2010, 15:08

Ein schöner Artikel. Hier ist die für Stefan Niggemeier typische heftige Kritik gegen bestimmte Personen in den Medien (Hahne, Kerner, Pilawa...) tatsächlich gerechtfertigt!

Danke auch für den Link zur Sendung in der ZDF-Mediathek. Aber es war schwer das länger als fünf Minuten auszuhalten.

habitha

22. September 2010, 02:31

Ich wüsste mal gerne, wie ein solcher Inkompetenzling wie Peter Hahne seine eigene Show bekommen konnte. Traurig, dass Hahne beim ZDF vermutlich kein Einzelfall ist. Irgendwer musste ja seine Verträge unterschreiben und die Show und ihr "Konzept" absegnen...

Was für eine Verschwendung von Gebühren. Die hätte man besser für eine Sendung verwendet, in der das Thema Kinderpornografie sachlich behandelt worden wäre. Nur fällt mir jetzt spontan keine ZDF- Sendung ein, die dafür angemessen wäre.

Sehr guter Artikel!

Elvis

22. September 2010, 21:08

Vernichtend, gut auf den Punkt gebracht ... Das ZDF und Peter Hahne schießen sich selbst durch das Knie ins Auge und sind auch noch stolz darauf. Hoffentlich liest unser Superminister Guttenberg diesen Artikel - dann ist er bestimmt doch so clever und pfeift seine Frau zurück. Lol

petara

23. September 2010, 17:20

Es ist alles Kriminaltaktik

Ich habe die Sendung nicht gesehen, finde aber, dass die Aufgeregtheit hier im Blog und in den Zuschriften ziemlich unangebracht ist.

Beim Thema Kinderpornografie und Polizei geht es immer darum, Straftäter zu überführen. Dazu ist Löschen und Sperren notwendig. Wenn man eine Seite schnell löschen kann, gut. Wenn man dies aber nicht so schnell hinbekommt, dann will man wenigstens die Täter, also auch die Nutzer solcher Seiten, überführen können - und das geht nur mit Sperren.

Bezweifelt denn jemand, dass die Polizei, wenn sie auf so eine Seite stößt, nicht auch die IP-Adressen der Nutzer dieser Seite ermittelt? Mit ihren Erkenntnissen kann sie jedoch nur wenig anfangen, solange jeder behaupten kann, nur zufällig auf diese Seiten geraten zu sein. Ist aber die Seite gesperrt und jemand greift trotzdem darauf zu (indem er beispielsweise einen anderen DNS-Server benutzt, auf dem die Sperre nicht eingetragen ist), dann wird die Angelegenheit schon viel klarer. Pech für den Straftäter, denn jetzt muss er beweisen, dass er den fremden DNS-Server schon immer benutzt hat.

Taucht derselbe Nutzer vor und nach der Sperre auf, dann wird die Sache für die Polizei noch einfacher.

Anonymouse

24. September 2010, 12:26

Liebe Petra,

wenn ich ihre Meinung lese, dann sträuben sich mir die Haare.

Wie bitte sollen denn die Ordnungsorgane bei einer umgangenen Websperre den Nutzer erkennen können? Es ist ja gerade der Sinn der umgangenen Websperre, dass damit niemand mehr mitbekommt, dass die Sperre umgangen worden ist!

Um tatsächlich an die Nutzerdaten zu kommen muss man an den tatsächlichen Server ran und den bekommt man mit einer Websperre nun mal nicht.

Websperren dienen nur folgenden Zwecken: Wegsehen und Zensur, unsere Mächtigen haben Angst vor der unkontrollierten Meinungsbildung.

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22. September 2010, 03:32

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