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Das Fernsehblog

"Ein Mädchen, das bei uns anfängt, ist auch wirkliche Anfängerin": Wie RTL für Lolita-Prostitution wirbt

13. Oktober 2010, 15:07 Uhr

Ältere Männer, die jüngere Mädchen begehren, machen sich gut im Fernsehen. RTL 2 versucht zur Zeit, sich als gesellschaftlich verantwortungsvoll handelnder Sender darzustellen, indem er sie bei Kontaktversuchen im Internet in eine Falle lockt und dann eindringlich fragt, was sie sich eigentlich dabei denken. Halbschwestersender RTL macht derweil Lust auf "Lolita-Sex" und wirbt für "Deutschlands erstes Teeny-Bordell" (sic!).

Montag vor drei Wochen. Am späten Abend läuft "30 Minuten Deutschland", eine Sendung der Produktionsfirma AZ Media, einem vermeintlich "unabhängigen" Anbieter, dem RTL Sendezeit abgeben muss. AZ Media ist RTL freundschaftlich-geschäftlich verbunden; der Sender nennt die Reihe "Unser Reportage-Highlight".  

Dem Thema der Prostitution junger Frauen, die noch jünger aussehen, widmet sich diese Sendung wie folgt: 

Sprecherin: In Köln wurde jetzt ein Bordell eröffnet, das sich mit seinem Angebot speziell an Liebhaber von Lolitas wendet. 

Kunde Heinrich: Diese Mädchen, knackiger Körper, und die sind genau so versaut wie 'ne reife Frau. Das ist ja das Geile daran. 

Sprecherin: Der 60-jährige Heinrich ist Stammgast in "Teeny-Land", einem Bordell, das sich auf Liebhaber von Lolitas spezialisiert hat.

Wir sehen Heinrich im Gespräch mit der "Hausdame" Sonja. 

Heinrich: (...) Jetzt zieht es mich wieder hin zu den Teenies. 

Sonja: So ist das schön.

Heinrich: Wer ist heut alles da?

Sonja: Heute ist da, die Ariella ist da, die Lucie ist da, die Micky ist da, viele Mädchen... Ich bring dir die Mädchen mal, und dann kannst du dich entscheiden. (...)

Die Mädchen kommen einzeln ins Zimmer und stellen sich Heinrich vor.

Sprecherin: Seit dem Tod seiner Frau vor zwei Jahren kommt Heinrich mindestens zwei Mal im Monat und sucht sich ein junges Mädchen aus. Allerdings erst nach ausführlicher Betrachtung des aktuellen Angebots. Die Bestellung nimmt Hausdame Sonja entgegen.

Sonja: Was für Dich dabei?

Heinrich: Super, ja. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die Arielle gefällt mir ziemlich gut. Die Lucy ist ne ganz süße. Und die Janine! 

Sonja: Ja, die ist ganz süß. Ist 'ne ganz neue auch.

Heinrich: Ich will also 'ne Stunde. Und... französisch optimal, macht das auch die Lucy? 

Sonja: Die Lucy macht das leider nicht. 

Heinrich: Na, ich würde sagen, dann nehm ich die Janine. 

Sonja: Okay, dann schick ich dir die Janine für 'ne Stunde. (...)

Sprecherin: Janine ist noch neu hier im "Teeny-Land". Das Geschäft mit der bezahlten Liebe kennt die 20-jährige allerdings schon aus dem Effeff. Bis zu zehn Kunden erfüllt sich Tag für Tag fast alle Wünsche. 

Janine: Hi, ist ja schön, dass du dich für mich entschieden hast.

Heinrich: Du bist ja ganz neu hier.

Janine: Ja. 

Heinrich: Mir gefällt sowas. Wir werden ne geile Stunde verbringen, glaube mir.

Sprecherin: Für die Realschülerin ist der Sex mit dem 40 Jahre älteren Mann ein ganz normaler Job. (...) Mit ihren jugendlichen Körpern und einigen Tricks beim Make-up und der Kleiderwahl gelingt es Janine und ihren Kolleginnen, den zahlenden Kunden das Image der unschuldigen Lolita zu verkaufen. (...)

Janine: Die Mädchen sehen nicht aus wie über Zwanzig. (...) Jeder von uns hat noch ein bisschen die Teenie-Art.

Heinrich: Seit eh und je fühl ich mich hingezogen zu Teenie-Mädchen. (...) 

Sprecherin: Der 60-jährige Kunde ist nicht der einzige Fan von jungen Mädchen. Die Idee vom "Teeny-Land" wird von der Kundschaft honoriert. Betreiber Kaspar hat ständig neue Ideen für die Ausgestaltung seiner Räume.

Kaspar: Hier finden unsere klassischen Rollenspiele statt. Das bedeutet, Lehrer-Schüler-Geschichten, hauptsächlich. (...) Teilweise auch richtige Unterrichtsstunden. 

Sprecherin: Die Klientel, die die Schulmädchen-Erotik bucht, ist bunt gemischt. Junge Männer sind die große Aufnahme, drei Viertel der Männer älter als 40.

Kaspar: (...) Im jungen Alter ist der normale Sex meistens hinreichend und ausreichend für die eigene Lustbefriedigung. Und mit zunehmendem Alter (...) experimentiert man mehr, entwickelt andere Fantasien, und irgendwann wollen die auch verwirklicht werden. (...) 

Sprecherin: Die Frauen, die hier im Bordell arbeiten, sind zwischen 18 und 20 Jahre alt.

Kaspar: Ein Mädchen, das bei uns anfängt, ist in der Regel auch wirkliche Anfängerin. Ganz einfach aufgrund des Alters ist das meistens gar nicht anders möglich. Es gibt viele Mädchen, die warten gerade auf den Tag, wo sie 18 werden, um dann hier beruflich, ich sag's jetzt einfach mal, Karriere zu machen. Wir sind im Endeffekt nichts anderes als ein anderer Betrieb auch. Es geht auch tatsächlich um viel Geld, das kann man offen so sagen, besonders für die Mädels. 

Sprecherin: Im Schnitt kommen die Jungprostituierten auf mindestens 200 Euro pro Schicht. Kein schlechter Verdienst für die Mädchen, die oft weder Schulabschluss noch Ausbildung haben. Um diese kümmert sich einmal im Monat Bordellchef Kaspar persönlich.

Kaspar: (vor einer Schultafel, zu den Mädchen) Wer gut reden kann, muss weniger blasen. Ich sag auch ja immer, wer gut blasen kann, muss weniger (Wort überpiept). Aber es gilt auch andersrum: Wer gut reden kann, muss weniger blasen.

Nun ist es nicht so, dass der Film die Probleme dieser Leidenschaft für junge Mädchen völlig ausblendet. So lapidar, wie das Thema dann angeschnitten und gelöst wird, wünscht man sich allerdings, er hätte es getan.  

Sprecherin: Dabei ist die Grenze zwischen der Faszination für frühreife junge Menschen und krimineller Pädophilie nicht immer leicht zu ziehen. Doch Pädophile kommen nicht in sein Bordell, da ist sich Betreiber Kaspar sicher.

Kaspar: Ich glaube, dass pädophile Gäste wir hier nicht haben. Es ist ein ganz großer Unterschied zwischen einer Lolita, einem jungen Mädchen, und einem Kind da. Die Mädels, die hier mit uns arbeiten, sind Frauen, körperlich Frauen. Das heißt, sie haben weibliche Reize, Brüste, Hüften, und so weiter und so fort. Und genau das ist es ja nicht, was einen Pädophilen reizt. 

Das Bordell wirbt auf seiner Internetseite damit, die einzige Adresse Deutschlands "speziell für Teeny- mädchen und Freunde von Unbeschwertheit und Jugend" zu sein: "Taucht ein in eine Welt der Kniestrümpfe, Zöpfchen, und der Freude an freier Sexualität. Im Teenyland legen die süssen Lolitas ihre Schulbücher beiseite und tauschen den Abiturstress gegen die wunderbare Möglichkeit ihre Sexualität zu entdecken, und Dinge auszuprobieren, die auf dem Pausenhof tabu sind. Hierfür benötigt man Lehrer, die wissen worauf es ankommt und nicht bloss Bücher wälzen können. Im Teenyland stehen Lust, Spass und Freude an der Sache im Vordergrund." Alle Mädchen hätten das achtzehnte Lebensjahr vollendet, "auch wenn es nicht immer so aussieht". 

Ob man als Mann, der Teenager begehrt und ihre Nähe sucht, in der RTL-Familie am Pranger landet oder in einem Werbefilm für ein "Teeny-Bordell", ist offenbar nur eine Frage des Zufalls. Und in der Welt von AZ Media scheint die Prostitution für junge Mädchen ohne Ausbildung und mit Geldnöten eine ganz normale und sehr attraktive Möglichkeit der Berufswahl zu sein.

(via fernsehkritik.tv; Screenshots: RTL)

Veröffentlicht 13. Oktober 2010, 15:07 von Stefan Niggemeier
Kommentare

Ken DasNetzInDir

13. Oktober 2010, 16:16

http://kenubajuk.user-blog.de/

Ist so eine Reportage eigentlich auch ein 1A Argument für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Oder wie hoch wär die Quote der Mädchen die dann trotzdem extra anschaffen gehen würden.

Auf jeden Fall verschenktes Leben an Huren und Böcke!

Der Mensch ist nur ein Tier mit viel Technologie!

...und RTL ist ein kritikloser medialer Viehtreiber!

nona

13. Oktober 2010, 16:20

Ist ja zu dumm dass das nicht auch von Frau von und zu Guttenberg moderiert wird. War wohl grad' nicht opportun.

Tim

13. Oktober 2010, 16:50

http://www.timscholz.net

Solche "Angebote" und Berichterstattungen halte ich sozial und gesellschaftlich für äußerst bedenklich und gefährlich! Eine Schande, dass ein öffentliches Medium wie RTL mit einem großen jungem Publikum SO mit dieser Thematik umgeht!!

KJDFNG

13. Oktober 2010, 17:07

Die Sendung erinnert an als Redaktionsartikel aufgemachte Werbung für Bordelle und Strassenstriche auf Bild.de, meist aus den Redaktionen Frankfurt, Hamburg, Berlin und Leipzig/Dresden.

Henry099

13. Oktober 2010, 17:24

Ich bin in keinster Weise schockiert. Dass das deutsche Fernsehen auf gutdeutsch scheiße ist, ist mir nicht erst seit gestern bekannt. Daher gucke ich es auch so gut wie gar nicht mehr. Und dass gerade die Privaten sich tendenziell eher auf die niedersten Instinkte konzentrieren, ist auch nichts Neues. Das muss auch nicht immer zu später Stunde auf RTL2 sein, das ist auch im Nachmittagsprogramm von Pro7 der Fall. Schon mal einer taff gesehen? Nur eines von vielen Beispielen.

Aber wie heißt es nochmal so schön? Die Quote macht´s.

rob

13. Oktober 2010, 17:28

http://www.paintingspace.de

ich frage mich bei diesen "30 minuten deutschland" von az media ja eh immer, wie viel % der einnahmen durch diese nur leicht vertuschte puffdauerwerbesendungen direkt an die produktionsfirma wanden... senden die eigentlich auch was anderes ausser werbung für - ach nein, aufklärende berichte über swingerparties, sm-veranstaltungen, fetischschmiede?

Freigeist

13. Oktober 2010, 17:52

Beweist wohl, dass die FrauenrechtlerInnen ziemlich blöd dastehen, wenn eine Frau den Sprecher mimt, grässlich.

Frauen müssen endlich begreifen, dass es auch Idiotinnen gibt, die der Emanzipation im Weg stehen.

Jeeves3

13. Oktober 2010, 17:53

http://jeeves.blogger.de

Allein das "y" bestätigt meinen lang gehegten Verdacht, Meinung, dass die Verantwortlichen nicht "schlechte" Menschen sind --- sondern nur doof.

JJ Preston

13. Oktober 2010, 20:20

Und jetzt kommt der Gag, der die Absurdität auf die Spitze treibt: Sieht sich jemand einen Porno mit 18-20 Jahre alten Darstellerinnen an, die - wie die Prostituierten im Teeny-Bordell - auf jünger machen, kann er dafür belangt werden. Das nennt man nämlich "Jugendanscheinspornografie" - in Deutschland strafbar seit 5.11.2008.

Mark5025

13. Oktober 2010, 20:33

Leider regt sich bei der FAZ darüber niemand auf. Dem Medienredakteur in seinem fanatischen Hass auf die Öffentlich-Rechtlichen ist leider seit vielen Jahren das Maß verrutscht, und seine Leser danken es ihm mit hasserfüllten Online-Kommentaren gegen das gebührenfinanzierte Fernsehen. Ich finde, solche Beispiele, in denen Redakteuren jedes Maß für ein moralisches Gefühl abhanden gekommen ist, zeigen, wie dringend wir auch anderes Fernsehen brauchen, wenn unsere Gesellschaft nicht in wenigen Jahren zwischen HartzIV, Alkohol und Porno angekommen sein soll, wie uns ja in den Scripted-Reality-Soaps heute schon weisgemacht wird.

Klopfer

13. Oktober 2010, 20:37

http://www.klopfers-web.de

Warum muss immer gleich der Begriff "Pädophilie" hervorgeholt werden? Nur um einen Skandal zu konstruieren? Wer mit einer 18-Jährigen vögeln will, ist nicht pädophil. Wer mit einer 16-Jährigen vögeln will, ist auch nicht pädophil. Pädophilie ist die Lust auf präpubertäre Kinder. Geschlechtsreife Jugendliche sind für Pädophile daher schlicht zu alt. Können wir einfach mal mit der Prüderie aufhören und auch akzeptieren, dass 18-Jährige keine unschuldigen, kindlichen Dinger sind und genauso ein Recht auf freie Sexualität haben wie 38-Jährige?

korrektur

13. Oktober 2010, 20:46

erst ist der Mann 40 und dann wieder 60 Jahre alt..

und Abiturienten sind das sicher nicht.. aber gut zu wissen, frag sie nach integralrechnung, und ich sag es jetzt mal einfach so, dann fangen sie an zu blasen, weil zu erzählen gibt es dann nichts mehr.

"Für die Realschülerin ist der Sex mit dem 40 Jahre älteren Mann..."

"Der 60-jährige Kunde ist nicht der einzige Fan von jungen Mädchen. "

"die süssen Lolitas ihre Schulbücher beiseite und tauschen den Abiturstress gegen die wunderbare Möglichkeit ihre Sexualität zu entdecken, und Dinge auszuprobieren, die auf dem Pausenhof tabu sind."

dümmer geht immer *lol*

Stefan Niggemeier

13. Oktober 2010, 21:00

@korrektur: 20+40=60.

Luzi

13. Oktober 2010, 22:16

http://www.reintiger.de

Und die FAZ macht mit diesem Bericht genauso wie RTL, Werbung für ein Bordell in Köln.

heissklebepistole

13. Oktober 2010, 22:35

http://keine

Janine, 20 Jahre alt, Realschülerin... Für sowas wird es halt immer eine Nachfrage und auch ein Angebot geben. Zu Fr. Guttenberg muss ja nichts mehr gesagt werden.

Yak

13. Oktober 2010, 23:05

Muss Klopfer da zustimmen.

Das hat nichts mit Pädos zu tun.

Verwerflich ist dieser Beitrag dennoch.

Tim Kickbusch

14. Oktober 2010, 01:30

Ist dieser Artikel als Argument gegen die Regelung zu verstehen, dass Privatsender verpflichtet sind, Sendezeit an Drittanbieter abzugeben? Ich glaube, in den Sendern rennen Sie damit offene Türen ein, wenns gegen dctp, Buchheit und co. geht...

jajaaa

14. Oktober 2010, 01:50

@korrektur

und es sind wirklich abiturientinnen, man mag es kaum glauben. einige waren auf der selben schule...

heissklebepistole

14. Oktober 2010, 02:21

@jajaaa

auf der selben schule wie wer? und woher stammt die info

Ego

14. Oktober 2010, 09:19

Es geht noch schlimmer. ich erinnere mich an eine RTL 2 Doku über Kinderprostitution in Thailand, in der ganz schockiert und ablehnend Preise, Angebot und Gefahr erwischt zu werden abgewogen wurden.

Gegenfragender

14. Oktober 2010, 09:24

Ist der detaillierte Abdruck des Beitrags nicht auch Werbung für das Bordell? Die Suchmaschinenoptimierung des Betreibers hier wird die Zielgruppe sicherlich ebenfalls ansprechen, wenn diese entsprechende Keywords einsetzen.

Gar nichts sagen wäre auch falsch. Vielleicht sollten Sie gesellschaftskritischer vorgehen, dann würde ich dem Beitrag etwas abgewinnen können. Ihr Füchse. Zwar nicht so schlau, aber es riecht so ...

erfolgreich

14. Oktober 2010, 09:41

in einem forum habe ich gelesen, daß sich der umsatz seit dem werbefilm verdoppelt haben soll.

inga

14. Oktober 2010, 10:08

@Klopfer: Sich wegen fehlender Ausbildung und Geldnöten zu prostituieren nennst Du also "freie Sexualität", ja? Interessant. Junge Mädchen mögen ja keine "unschuldigen, kindlichen Dinger sein" und klar, dass die sich sexuell ausprobieren wollen. Aber Bock auf schlabbrige Sechzigjährige mit Bierbauch haben die gewiss nicht.

Ja Und?

14. Oktober 2010, 12:11

Irgendwie entgeht mir hier der Skandal... Vielleicht bin ich ja von Sünde durchtrieben oder so. Aber... was ist bitte schlimm daran wenn sich die Mädels was dazu verdienen? Menschenhandel, Vergewaltigung, Zwangsprostitution, Verstümmeln das sind schlimme Sachen.

Prostitution ist das zweitälteste Gewerbe der Welt und das älteste bei dem keine Menschen getötet werden. Wenn Leute in die Luft gejagt werden regen sich doch auch nich so viele auf.... Eure falsche Moral kotzt mich an!

derwaechter

14. Oktober 2010, 12:18

Die im Artikel verlinkte Fernsehkritik ist aber eine unglaubliche Lobhudelei auf ein abstossendes Format.

Hätten Sie nicht besser Ihre eigene Kritik zur Sendung verlinken können? www.heise.de/.../TV-Kritik-Tatort-Internet-Schuetzt-endlich-unsere-Kinder-startete-auf-RTL-2-1104051.html

Stefan Niggemeier

14. Oktober 2010, 12:24

@derwaechter: Hab ich ja. (Unter den Worten "und dann eindringlich fragt".)

unklartext

14. Oktober 2010, 13:03

Erschreckend, wie holzschnittartig die Betrachtungen zu diesem Thema sind:

Prostitution ist erstmal eine erlaubte, wenn auch von vielen geächtete Form des Gelderwerbs. Dass Prostitution einen gewissen Reiz hat, weil hier auch ohne Ausbildung und Lerneifer Geld zu verdienen ist, ist unbestritten. Hier wäre es die Aufgabe der Gesellschaft, des sozialen Umfelds, eine richtige Einschätzung durch die Interessentinnen zu ermöglichen: Das es eben kein leicht verdientes Geld ist, weil man eben, vielleicht unbemerkt, sich selbst verkauft. In diesem Sinne ist einer derartige Sendung kontraproduktiv - und im Verbund mit der im Senderverbund ausgestrahlen "Kinderschänder-Fänger-Sendung" ist sie auch widerlich.

Aber um auf dem harten juristischen Boden zu bleiben: Sexuelle Kontakte mit Minderjährigen sind nun einmal strafbar, mit wie Minderjährigen zurechtgemachten sind es nicht. Eine Grauzone, aber die Wahrheit ist nun einmal nicht schwarz und weiß und eine bessere, sinnvollere Unterscheidung hat mir auch noch niemand nennen können.

RTL und RTL2 bewegen sich entlang dieser grauen Grenze. Aber ebenso wie mich die wohlfeile Empörung selbsternannter Kinderschützer wie Frau Guttenberg anekelt, ekelt mich auch vor der Denkweise hinter Formulierungen wie "schlabrige Sechzigjährige mit Bierbauch": Da kommt die bürgerliche Moral in all ihrer Verlogenheit zum Vorschein.

Etwas provokativ: Vielleicht schützt ja das Teenie-Bordell mehr Kinder vor Missbrauch als es andere Maßnahmen je vermögen könnten?

einspruch

14. Oktober 2010, 13:17

20 jahre alt realschülerin????

ich dachte immer im schnitt sind die Kinder beim verlassen  der 10. Klasse ca.

16 Jahre alt?

Stefan

14. Oktober 2010, 13:50

http://fernsehkritik.tv

@derwaechter Können Sie das irgendwie argumentativ unterfüttern??

derwaechter

14. Oktober 2010, 13:52

Ooops. Das habe ich nicht gesehen.

Ich hoffe Sie haben dem Kollegen von der FAZ auch mal unter 4 Augen gesagt was von seinem Artikel zu halten ist

torsten

14. Oktober 2010, 14:49

Ich zitiere nochmal mal User Klopfer, dessen Link zu seiner HP übrigens alles sagt:

"Geschlechtsreife Jugendliche sind für Pädophile daher schlicht zu alt. Können wir einfach mal mit der Prüderie aufhören und auch akzeptieren, dass 18-Jährige keine unschuldigen, kindlichen Dinger sind und genauso ein Recht auf freie Sexualität haben wie 38-Jährige?"

Prostitution von 18jährigen ist also eine normale Sache?

Ja klar, vor ein paar Jahren noch Grundschule, etwas später schon bereit für ein Leben lang Prostitution! *ironie (!)

Die rechtliche Grenze 18 Jahre mit "Reife" gleichzusetzen ist schon absurd genug.

Die heute 18jährigen sind nicht reifer als die 18jährigen vor 30 Jahren, nur der Körper mag etwas anderes vorgeben.

Und jeder wird aus eigener Erfahrung wissen, dasss man auch mit 18 Jahren Dinge getan hat, die man im Nachhinein vielleicht nicht getan hätte, sodass ich selbst positive Aussagen der Mädels zur Prostitution nicht ernst nehmen kann.

Außerdem: was sollen sie auch anderes sagen, sie sind ja wohl nicht freiwillig in diese Situation geraten.

Als wenn die wirklich Spaß mit alten Herren hätten, das reden sich diese Herren bloß ein, des Selbstvertrauen willens!

Prostitution ist kein normales "Gewerbe", die Wenigsten machen das von Anfang an gerne, auch wenn das TV es oft anders verkauft.

Zumal es auch ein ziemlich perspektivloser Job ist; diese Mädels stehen ohne Ausbildung/ Studium da, das "schnelle" Geld blendet sie zudem.

Und irgendwann verlieren sie auch ihre Reize, ist ihnen in dem Alter sicher auch nicht bewusst. Und was dann...?

Selbst wenn das "Teeny Bordell" einen (eher verschwindend geringen) Teil von Missbrauch "verhindern" würde:

Für mich sind diese Mädels einfach nur "ins Bordell geschleppte Opfer"

Dent42

14. Oktober 2010, 14:57

Die Mädels sind Volljährig, die Mädels werden nicht gezwungen und Legal ist es auch, abgesehen davon hat e nicht viel mit Pädophilie zu tun.

Das Problem ist also nicht die Prostitution an sich, sondern die Darstellung, die ist zwar auch Verfassungsmässig geschützt, aber es geht ja wohl um die moralische Perspektive. Nun ist es irgendwie lächerlich sich in Bezug auf Privatfernsehen moralisch zu echauffieren, aber man muss sich schon fragen ob es um irgendetwas anders geht als Voyeurismus und das befriedigen niederer Instinkte beim Zuschauer, ich würde vermuten das dem nicht so ist. Ich persönlich finde solche Sendungen ziemlich abstossend, aber nicht ungewöhnlich für die RTL-Sendergruppe . Wer sich richtig auf den Schlips getreten fühlt, sollte aber eher an RTL schreiben als sich nur in Foren zu empören.

Nebenverdienst

14. Oktober 2010, 15:15

Wirklich bedenklich ist doch, dass diese "Doku" nicht nur Freier anlocken, sondern auch junge Frauen anwerben will:

"Es geht auch tatsächlich um viel Geld, das kann man offen so sagen, besonders für die Mädels. "

200 EUR für eine Schicht? Mit je 10 "Kunden" im Schnitt? Eine professionelle Hure würde sicher nicht zu solchen Flatrate-Tarifen arbeiten - die Mädchen werden hier also nicht nur körperlich, sondern sehr wohl auch finanziell ausgenutzt. Wenn wir hier von "ältestem Gewerbe" reden, dann bitteschön über erwachsene Frauen, die selbstständig und selbstbestimmt diesem Gewerbe nachgehen.

derwaechter

14. Oktober 2010, 15:15

Na ja das hat Stefan Niggemeier in seinem Artikel schon getan. Er zeigt sehr gut, dass Tatort Internet ein ziemlich mieses Format ist, und Fernsehkritik.tv tut dies in der aktuellen Folge ja auch. Der verlinkte FAZ-Artikel hingegen bewertet die Sendung positiv.

Karin

14. Oktober 2010, 16:15

@Jeeves3:

en.wikipedia.org/.../Teeny

Bevor man klugscheißt, sollte man aufpassen, dass man sich nicht gänzlich peinlich macht! Das war in jedem Fall ein gigantischen Eigentor.

Benedikt

14. Oktober 2010, 16:27

http://sofaorange.blogspot.com

Wirklich bedenklich in der ganzen Thematik ist doch, dass die Anzahl an Kindesmissbrauchsfällen in der eigenen Familie in den vergangenen 10 Jahren um fast 20% (gemessen am Anteil aller gemeldeten Fälle, eine Zahl, die um fast 40% fiel, oha) angestiegen ist; (Hier beschrieben inkl. Quellen: sofaorange.blogspot.com/.../tatort-studiocouch-oder-denk-doch-mal.html )

Frau zu Guttenberg täte folglich besser daran, eine Sendung zu machen, die vor dummen Eltern warnt.

Zudem, sollte es mal soweit kommen: Ich wollte keine First Lady, die mal Moderatorin bei RTL2 war.

Eleutheros ton noun echon

14. Oktober 2010, 18:24

Kennt einer der Vollhorste, die diese "Kritik" verfasst haben, überhaupt den Unterschied zwischen Pädophilie und Ephebophilie?

Stefan

14. Oktober 2010, 18:25

http://fernsehkritik.tv

@derwaechter Achso, sorry, ich dachte sie meinen FK-TV. Dann ist alles gut! ;-)

Eleutheros ton oun echon

14. Oktober 2010, 18:26

Ich muss mich korrigieren. Kennt Herr Niggemeier den Unterschied zwischen Pädophilie und Ephebophilie? Offensichtlich nicht, sonst wäre der Un-artikel oben nicht so zustande gekommen.

Andreas

14. Oktober 2010, 18:58

@Ken: Ein bedingungsloses Grundeinkommen schafft Prostitution ganz sicher nicht ab, weil man mit Grundeinkommen + Prostitution immer noch mehr Geld hätte. Zumal wohl kaum ein Freier eine Rechnung verlangt, d. h. es ist leicht, sich um die Steuern zu drücken.

Werner Frankenbein

14. Oktober 2010, 23:06

>Eleutheros ton oun echon

Kennen sie den Unterschied ? Sie werfen mit Begriffen um sich, doch ich muss davon ausgehen das auch sie glauben 13-16jährige hätten etwas mit Pädophilie zu tun.

Werner Frankenbein

14. Oktober 2010, 23:34

Ich muss mich übrigens bedanken. Einige der Beiträge hier, wie jener von "Torsten" haben mir die Augen geöffnet.  Liberale sind wirklich nur dann liberal, wenn es um ihren Geldbeutel und gegen den Staat geht.

SethSteiner

15. Oktober 2010, 01:43

Das Bordell aus dem Beitrag ist sicherlich kein Problem. Problem ist eher die Heuchelei und Doppelmoral.

An und für sich sehe ich nicht was dagegen spricht ein Bordell zuzeigen und den Besucher und das ganz neutral, ohne gleich wieder von Ausbeutung und Ähnlichen Dingen zu sprechen. Falsch war hier eventuell eher die Werbung, auf der anderen Seite müsste sich das dann aber auch jeder andere Sender gefallen lassen, in dem vom Blumenladen bis zur Diskothek ein Bericht gesendet wird.

Bordelle sind kein Problem und auch nicht die Neigung zu jungen Frauen bzw. Frauen die besonders jung aussehen und Schulmädchenfetische. Sowas nenn ich nicht pervers, das nenn ich normal. Was hingegen schlecht ist ist Ausbeutung und ich finde es mittlerweile doch etwas sehr seltsam bei Bordellen zwangsläufig immer auf diese Schiene zugehen, wo doch die Ausbeutung woanders mittlerweile sehr viel stärker vertreten ist. In vielen Berufsgruppen gab es Ausbeutung bereits und mittlerweile hat sie sich stark ausgedehnt. Nur weil es mittlerweile weniger sexuell ist, ist es nicht weniger widerlich. Solang bei Teenieland alles koscher ist, haben die jedes Recht im Fernsehen aufzutreten wie jeder andere auch.

Sceap

15. Oktober 2010, 03:01

Ach Du liebe Güte, was man so liest...

also zunächst einmal ist es nicht schlimm wenn über sowas berichtet wird, schlimm ist es wenn über etwas nicht berichtet wird und daher aus dem diskutierten Bereich herrausfällt.

Wir werden irgendwann bei Alkohol, Harz IV und Porno ankommen? Wir sind schon lange da.

Die Mädels dort schaden der Emanzipation? ??? Mal ehrlich, falls es wirklich jemanden gibt der das Gewerbe freiwillig ausüben sollte, weil er (bzw. sie) sich dazu entschieden hat, so Geld zu verdienen, ist das verbieten eine genauso falsche Unterdrückung wie es ist Leute dazu zu zwingen.

Und damit wären wir beim eigentlichen Punkt.

Jemand sagte so hübsch dass Vergewaltigung etc. schlimm wären, aber nicht wenn sich jemand "freiwillig" zum (angeblich) (zweit?)ältesten Gewerbe der Welt entscheiden würde... und nun betrachten wir das ganze doch mal ein wenig genauer. Als Vergewaltigung definieren wir doch sicherlich alle, wenn jemand zum Sex gezwungen wird ?

Zwang ist aber nichts dass auf körperliche Gewalt allein beschränkt ist, da hätten wir den psychischen oder emotionalen Zwang zum Beispiel den eine Person auf eine andere ausüben kann um sie dazu zu bringen etwas zu tun, was sie nicht will. Und es gibt den ökonomischen Zwang(!), in einer Gesellschaft in der nichtmal der Straßenmusiker ohne offizielle Genehmigung sein Geld "verdienen" darf und in der absolut alles Geld kostet, wird der größte Teil des Volkes GEZWUNGEN sich auf die eine oder andere Art zu prostituieren.

Und die finanziell am schwächsten gestellten werden dann eben entweder als Niedriglohnen-Sklaven vermietet oder zur Vergewaltigung in Bordellen freigegeben.

Hurra Deutschland... (ironie), aber wems nicht gefällt, der kann ja gehen und ausserdem gibt es doch Harz IV... jaaa klar. Der Knackpunkt ist doch wieviel kostet in einer Gesellschaft, ein an den Möglichkeiten dieser Gesellschaft gemessenes, menschenwürdiges Leben? Wenn jemand 3 Straßen von einem Supermarkt entfernt langsam verhungert soll das weniger schlimm sein als wenn es irgendwo in der Wüste passiert? Oder ist es nicht eigentlich viel schlimmer.

Wenn die ökonomischen Verhältnisse aller Mitglieder der Gesellschaft so stabil wären, dass man davon ausgehen könnte dass niemand durch finanzielle Not zur Prostitution gezwungen würde, so dass man davon ausgehen könnte dass jemand der in einem Bordell arbeitet, dies tun würde weil diese Person die Absicht hat sich, unabhängig von jeglicher Not, durch eine Arbeit die sie als für sich ohne größere Überwindung durchführbar erachtet, einen zusätzlichen Verdienst zu erarbeiten. Dann wäre Prostitution im allgemeinen eigentlich völlig ok und müsste vermutlich wie es bei jeder Tätigkeit ist die nicht aus Not verrichtet wird auch automatisch besser bezahlt werden, wäre vermutlich angesehener und hätte mehr Regeln/Mitspracherecht durch die ArbeiterInnen.

Tatsächlich kann man in unserer Gesellschaft aber davon ausgehen dass neun von zehn Prostituierten die NICHT SOWIESO durch körperliche, psychische oder emotionale Gewalt zur Arbeit gezwungen werden durch ökonomischen Druck gezwungen werden. Das niedrige Ansehen der Prostitution ist nicht darauf zurückzuführen dass Prosituierte schlechtere Menschen wären, sondern dass das Vorhandensein der ökonomischen Zwangsprositution uns vor Augen führt was für ein ungerechter Menschenleben verachtender Dreck unsere Gesellschaft doch eigentlich ist und damit auch wir, sowie jeder einzelne, der zulässt, dass eine Regierung ihr Volk dermaßen im Interesse einiger weniger, Schmarotzer mit siebenstelligen Gehältern, missbraucht.

Und zwischen jemandem der es gut findet dass Menschen durch die absurden ökonomischen Verhältnisse dazu gezwungen werden sich für Geld zu verkaufen und dem der es befürwortet Frauen von der Straße weg ins Gebüsch zu ziehen und zu verprügeln bis sie mit ihm schlafen besteht für mich im grunde kein wirklicher Unterschied. Da sind mir ja die Pädophilen von Frau Gutenberg fast noch lieber.

Möwe in Grau

15. Oktober 2010, 04:07

Nähe und Selbstbestätigung als Ware... ich habe mir auch (nur) die zweite Sendung von "Tatort Internet" bei RTL II angesehen und ich fand die eigentlich ganz seriös gemacht, so entgegen meinen Erwartungen da. Die Moderatorin ist für mein Empfinden mit den Ertappten gut umgegangen, nämlich deeskalierend, und sie waren auch alle so gut verpixelt, wie ich mir das woanders auch wünschen würde. Frau zu Guttenberg ist übrigens glaube ich keine Moderatorin dort und keine Angestellte des Senders. Immerhin war für sie auch absehbar, dass es viel Häme und Kritik geben würde, wenn sie das macht. Finde es schon mutig, dass sie sich den Medien so aussetzt. Vielleicht ist es doch ein echtes Anliegen. Hat sich ja leider von den öffentlich-rechtlichen auch keiner um eine solide Information gekümmert, was das Verhalten in Facebook und Co betrifft.

Was das Teenie-Bordell angeht: ich finds furchtbar, dass ein Staat es zuläßt, dass seine jungen Leute immer wieder zu bester abendlicher Stunde zu freizügigen Fotoshootings oder noch mehr ermuntert werden - anstatt endlich mehr in die Bildung zu stecken oder die Gehälter und Umstände in den Gesundheitsberufen attraktiver zu machen! Sie würden teilweise echt lieber in solchen Bereichen arbeiten.

Und würden dort auch dringend gebraucht. Solche Widersprüche sind grad für Jugendliche unverständlich und demotivierend. Außerdem kränkt es einen, wenn man so austauschbar ist und steigert auch nicht grad die Beziehungsfähigkeit. Was will dieses Land für Werte vermitteln - Familie und mehr Kinder?  

Banneri

15. Oktober 2010, 09:10

@Einspruch: Exakt, man ist beim Verlassen der Realschule normalerweise nicht älter als 16/17. Hat mich auch sehr gewundert... Schlecht recherchiert...

Tamara

15. Oktober 2010, 11:28

Das Problem ist doch nicht das die Mädels 20 sind. Die sind volljährig das stimmt. Das Schlimme ist, dass das Schönheitsideal "Kindlich-Jugendlich" salongfähig gemacht wird!!!! Unsere Gesellschat bewegt sich schon seit Jahren in diese - meiner Meinung nach - gefährliche richtung, dass nicht weiblich-erwachsene Attribute (z.B. weibliche Rundungen) als schön betrachtet werden, sondern Kindliche (hohe Stirn, große Augen, schlanke Figur). Durch die akzeptanz und provokation dieses Schönheitsideals wird Pedophilie (also die krankhafte Variante davon) nur immer mehr stillschweigend akzeptiert. Oder anders gesagt: Die Grenzen verschwimmen immer mehr und auffällige Vorlieben fallen nicht so auf.

Das ist ähnlich mit dem Alkohol. In unserer Gesellschaft gehört Alkohol so normal dazu, dass es sehr lange dauert...und es dann schon oft zu spät ist...wenn bei jemandem ein krankhafter Alkoholkonsum entsteht. Das ist bei Alkohol - böse ausgedrückt- das Problem des Einzelnen. Bei der Vorliebe für Jüngere hängt da aber auch noch eine zweite Person mit drin.

Außerdem kann mir keiner erzählen, dass eine junge Frau mit 18-20 Jahren so reflektiert ist wie eine 28-30 Jährige!!!!

boris.k

15. Oktober 2010, 13:28

Ich verstehe nicht, warum so viel Kritik gegen das arme RTL. Jeder, der will, dass man keine solchen Sendungen macht, hat eine Wunderwaffe, mit der er/sie sein /ihr Ziel schnell, BILLIG und sicher erreicht: Schauen Sie das nicht! Schalten Sie das Gerät aus! So einfach ist's, man braucht keine Sperren, Zensuren, Moralpolizisten usw.

Vollhorst

15. Oktober 2010, 13:37

@Tamara: "Das Schlimme ist, dass das Schönheitsideal "Kindlich-Jugendlich" salongfähig gemacht wird! ... Die Grenzen verschwimmen immer mehr und auffällige Vorlieben fallen nicht so auf."

Das scheint mir auch ein wesentlicher Punkt zu sein. Und genau den sehe ich anders.

Das Bordell macht nicht "kindlich", sondern "jugendlich" salonfähig. Es propagiert nicht Kinder als Schönheitsideal, sondern Frauen, die jugendlich aussehen. Was genau ist daran verkehrt?

Sie sprechen von auffälligen Vorlieben und dann von Alkolhol und dessen krankhaften Konsum und suggerieren damit, eine Vorliebe für jugendlich aussehende Frauen sei krank. Ist sie das? Ich denke: Nein.

Ein Mann, der beim Anblick einer jungen Frau weit jenseits der Geschlechtsreife Lust verspürt, zeigt damit eine biologisch erwartbare Reaktion. Er reagiert gesund und natürlich; daran ist überhaupt nichts krankes.

Ein anderer Aspekt ist, dass die meisten 18jährigen kein Interesse an der Lust deutlich älterer Männer haben und es auch als Belästigung empfinden würden, mit dieser Lust konfrontiert zu werden. Ich halte es für eine große Kulturleistung, daß die meisten Männer das respektieren und ihre natürliche Reaktion zurückstellen, um die Frauen nicht zu belästigen. Ich finde das auch richtig.

Das sollte aber nicht dazu verleiten, die Lust für krank zu erklären. Solche Kriterien sind ein völig falscher Ansatz, das Bordell zu bewerten. Viel wichtiger ist, was die Arbeit dort für die Frauen darin bedeutet, und ob sie Konsequenzen für andere junge Frauen hat. Wenn hier Gefahren bestehen, dann wäre das ein Grund zur Kritik an dem Bordell. Eine angeblich krankhafte Lust ist kein solcher Grund.

SethSteiner

15. Oktober 2010, 14:54

Stimme Vollhorst zu. Fetische werden seit längerem im Fernsehen gezeigt und das Vorurteilsfrei. RTLs 30 Minuten Deutschland war da nicht besonders gut gemacht, das mag sein. Voxs Spiegelreportagen sind da viel besser und komplexer und auch auf Kabel1 kam bereits was gutes. Da werden Sexläden gezeigt die jetzt offener stehen und werben. Da werden Dominas bei der Arbeit gezeigt. Da wird die Pornoindustrie unter die Lupe genommen. Das ist nichts schlechtes, es wird auch nichts propagiert wie Vollhorst bereits sagte. Es wird nur gezeigt, was es gibt. Ich finde es gut das wir die Prüderie überwunden haben uns langsam zu einer wirklich freien Gesellschaft werden und das bedeutet einen ungezwungenen Umgang mit Sexualität.

So zutun als wären Bordelle was schlimmes, als wäre die Lust auf Frauen die jung aussehen irgendwie krank, das ist das wirkliche Problem. Und Pädophilie ist immer noch Präpubertär. Niemand wird zum Pädophilen, weil er sieht das jemand in ein Teeniebordell geht. Als nächstes erzählt noch wer, man wird schwul, wenn man Transvestiten sieht.

VonFernSeher

15. Oktober 2010, 15:38

http://vonfernseher.de

Wer außer mir glaubt auch nicht, dass es das nicht mehr geben würde, verböte man es, und dass es irgendjemandem (nicht kriminellen) besser gehen würde?

Erwachsene Frauen gehen einem legalen Gewerbe nach, wobei sie sich ausgedachte Schuluniformen anziehen, und eine Sendung, die wahrscheinlich weniger sehen als diesen Artikel lesen, berichtet darüber. Und kurz danach laufen Werbespieler mit ähnlichen Frauen und blinkenden Nummern (zugegeben Spekulation, gibt es das noch auf RTL?).

Wo genau war jetzt noch mal der Aufreger versteckt? Dass auf Sendern der RTL-Gruppe Ramschfernsehen für unterschiedliche Zielgruppen zu sehen ist? Ich bibbere.

Thorsten

15. Oktober 2010, 15:41

Werter boris.k ich wüsste nicht, wie man - wenn man nicht gerade zu den Testhaushalten der GfK gehört - durch Nichtansehen erreichen könnte, dass solche Sendungen nicht produziert werden. Nicht, dass RTL zu zensieren mein Ziel wäre.

Stefan Niggemeier

15. Oktober 2010, 16:11

@VomFernSeher: Die Sendung hatte 1,4 Mio Zuschauer, dieser Blog-Eintrag bis jetzt 40.000 Leser.

Leser

15. Oktober 2010, 16:44

Bitte

"Junge Männer sind die große Aufnahme"

in

"Junge Männer sind die große Ausnahme"

ändern

SethSteiner

15. Oktober 2010, 16:46

Quoten von Quotenboxen sind nicht gerade repräsentativ. Es gibt mehr Leute die jemanden kennen der mal bei TV Total war als solche die sowas besitzen. Wieviele Menschen was sehen, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

Michael S.

15. Oktober 2010, 17:41

Den Namen Teenieland finde ich äusserst grenzwertig, ein Teenie wird man ab 13. Auch Lolita hätte ich spontan eher so in die erste Hälfte des 2. Jahrzehnts gesteckt.

Aber ob 18 hin oder her, es ist eine festgelegte Grenze vom Gesetzgeber. Vor einigen Jahrzehnten war man mit 21 erst volljährig, heute ist man es mit 18 und wer weiss, irgendwann ist man es dann mit 16.

Lest euch mal Paragraf 176 und 182 StGB durch, ihr werdet euch wundern, dass einvernehmlicher Sex ohne Zwangshandlung auch mit Jugendlichen unter 18 Jahren erlaubt ist, stellenweise sogar ab 14, wenn ich es richtig interpretiere, bin kein Jurist...ob das nicht einige der Kunden wissen, hingehen und dann wirkliche auch erheblich jüngere Teens erwarten?. Daher ist so eine Werbesendung für RTL nicht überraschend, aber gewohnt abstossend.

VonFernSeher

15. Oktober 2010, 18:08

http://vonfernseher.de

@Stefan Niggemeier

1,4 Millionen Zuschauer! Das verblüfft mich jetzt ehrlich. Mein Gott, muss Leben in Haßloch langweilig sein.

Sebastian

17. Oktober 2010, 12:38

http://socialissuesandstuff.com

@Banneri: Es gibt nicht wenige, die mit 20 ihre mittlere Reife machen - sei es durch Berufskolleg oder wie das im jeweiligen Bundesland gerade heisst. In Alltag nennt man das dann schlicht "Realschule".

meine_wenigkeit

02. November 2010, 02:02

@Klopfer,Ja Und? + SethSteiner:

Für euch ist es also "Prüderie", "falsche Moral" und "Doppelmoral", wenn man etwas, wie das im Artikel genannte Bordell,oder vllt sogar Prostitution im Allgemeinen nicht für eine super Idee hält?

Das wahre Problem ist, daß heutzutage häufig das andere Extrem zu der Tabuisierung in früheren Zeiten zelebriert wird,sprich: gleich "Prüderie!" zu schreien,wenn jemand sein Sexualleben nicht offen zur Schau stellen will. Oder,auf den Artikel bezogen,das erwähnte Bordell nicht für die beste Erfindung seit Menschengedenken hält.

"Freier Umgang mit Sexualität" bedeutet auch, Grenzen zu ziehen und eben NICHT alles gut finden zu müssen,nur um nicht als verklemmt dazustehen.

meine_wenigkeit

02. November 2010, 02:14

Nachtrag: Denn "ungezwungener Umgang mit Sexualität" muß auch in die andere Richtung gehen und die Tatsache mit einschließen,daß nicht jeder alles gut finden will und muß.

Von Freiheit zu sprechen,aber dann andere,die von ihrer Freiheit Gebrauch machen,als Gegner dieser Freiheit behandeln,nur weil sie sich bestimmte Grenzen ziehen - das wäre wirklich "falsche Moral".

Time

03. November 2010, 01:06

Ja klar, lieben die Frauen ihren Job und machen das alles freiwillig lol, wers glaubt wird selig.

In Hamburg wurden bei 98 % der untersuchten Prostituierten mind. ein traumatisches Ereignis in der Vergangenheit festgestellt. Hierbei fanden sich bei 83 % bereits ein Trauma in der Kindheit (familiäre Gewalt 70 %, körperliche Misshandlung 65 %, sexueller Missbrauch 48 %). Während der Prostitution erfahrene Traumata fanden sich bei 83 % (körperlicher Angriff 61 %, Vergewaltigung 61 %, Bedrohung mit einer Waffe 52 %). Hierbei erreichten 53 % einen Krankheitswert im Sinne einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Missbrauch und Abhängigkeit von illegalen Drogen bei 74 %. In internationalen Vergleichsstudien finden sich ähnlich Befunde.

Quelle: „Die Prävalenz traumatischer Erfahrungen, Posttraumatischer Belastungsstörung und Dissoziation bei Prostituierten. Eine explorative Studie.“ Hamburg, Verlag Dr. Kovač

Hier auch zwei nette Berichte:

www.falter.at/.../detail.php

www.falter.at/.../detail.php

Ditman

09. Januar 2011, 03:13

Ich glaube man kann ewig über das Thema diskutieren im Grunde werden wir uns nur im Kreis drehen, Prostitution wird wahrscheinlich erst ein Ende haben, wenn die Welt untergeht. Was man sich jedoch immer wieder fragen muss, warum prostituieren sich die jungen Frauen, die keine Ausbildung haben? Warum verdienen sie sich nicht Geld als seriöses Fotomodell? Es gibt einige Communityseiten, wo sich Mädels als Models anmelden können und auch seriöse Angebote bekommen können, allerdings...wo die Ausbildung fehlt, da fehlt meistens auch der gesunde Menschenverstand...

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