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Das Fernsehblog

"Wetten dass..?"-Unfall: Wie das ZDF die Probenstürze herunterspielt

07. Dezember 2010, 21:33 Uhr

Vier Tage nach Samuel Kochs Unfall in "Wetten dass..?" ist immer noch nicht endgültig geklärt, welche Konsequenzen der Sturz für den 23-Jährigen haben wird. Derweil bemüht sich ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut um Schadensbegrenzung, beteuert, die Sicherheitsstandards erhöhen zu wollen und erklärt heute zum Beispiel in der "Berliner Zeitung":

"Es kam während der Proben, entgegen einiger Medienberichte, nicht zu schweren Stürzen. Nur ein Mal kam er [der Kandidat] ins Straucheln, ein weiteres Mal landete er auf dem Gesäß, stand aber gleich wieder auf."

Das ist deshalb interessant, weil sich Bellut damit der Sprachregelung anschließt, die man im ZDF schon kurz nach den ersten Berichten über die Probenstürze parat hatte und am Samstagabend per Twitter verbreitete – vor allem aber ist es interessant, weil Bellut damit keineswegs "Medienberichte" dementiert, sondern die Einschätzung desjenigen, der gefallen ist.

Samuel Koch war es, der der "Badischen Zeitung" sagte, er sei bei den Proben "zweimal schwer gestürzt". Ob er damit übertrieben hat, kann er derzeit nicht sagen. Aber das ZDF stellt es so dar. Gottschalk sagte der F.A.Z.:

"Und was den Sturz [in der Probe] betrifft, hat er sich vor meinen Augen einmal auf den Hosenboden gesetzt und ist danach aufgesprungen wie ein Fußballer nach einem leichten Foul."

(Nachtrag: Schmitz weist in den Kommentaren darauf hin, dass Gottschalk außerdem zu "Bild" gesagt hat: "Er hat da, gerade bei seiner Heimatzeitung, seiner Leistung vielleicht noch etwas Dramatik verleihen wollen.")

"Bild" zitiert am Dienstag Michelle Hunziker:

"Bei den Proben hatte ja alles geklappt, und wir hatten viel Spaß."

Nur passt das nicht zu den Bildern aus der Probe zur Show, die das ZDF-Boulevardmagazin "hallo deutschland" am Samstagvorabend zeigte. Im Vorbericht zur Sendung wurde auch Kochs Wette vorgestellt, dazu liefen Aufnahmen eines Probesprungs, bei dem die Kamera allein auf Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker gerichtet war, die an der Seite zusahen. Aus dem Off heißt es, die Moderatoren "können es bei den Proben kaum mit ansehen" (als Samuel stürzt). "Die Wette von Samuel Koch zerrt ganz besonders an den Nerven".

Zu sehen ist, wie Hunziker sich mit aufgerissenen Augen die Hand vor den Mund hält. Gottschalk scheint erst ärgerlich, dann eilt er sofort hochbesorgt aus dem Bild, offensichtlich in Richtung des gestürzten Kandidaten.


Screenshots: ZDF

Die Sendung ist in der ZDF-Mediathek (anders als die übrigen Tagesausgaben) derzeit nicht auffindbar.

(Nachtrag: ewald weist in den Kommentaren darauf hin, dass der Ausschnitt derzeit bei Youtube zu sehen ist.)

Aber die Bilder passen zu dem, was die Moderatoren noch in der Show vor Beginn der Wette erzählten: "Diese Wette ist wirklich gefährlich", sagte Hunziker. Und Gottschalk erklärte: "Ich habe vieles gesehen in meiner beruflichen Laufbahn, so gefürchtet hab ich mich noch nie, dass dem jungen Mann was passiert, und ich kann nur sagen: Ich hoffe, alles geht gut."

Für "hallo deutschland" war Kochs Wette "waghalsig und gefährlich". In der Sendung erzählte er außerdem:

"Die Autos werden 25 km/h fahren, ich hab 'ne Geschwindigkeit von 25 km/h drauf. Das heißt, die Aufschlaggeschwindigkeit liegt bei 50 km/h. Und dementsprechend gefährlich ist das auch. Wenn er [vermutl. der Fahrer des Autos] nur die Füße erwischt, das gab's schon einige Male, dementsprechend witzig ist das, weil es dann ein Doppelsalto wird durch die Rotation."

"Witzig" ist im Nachhinein womöglich nicht die korrekte Beschreibung des Risikos. In den vergangenen Tagen hat sich außerdem herausgestellt, dass der Kandidat in seinem ursprünglich eingereichten Wetteinsatz zehn Autos (statt nur fünf) überspringen wollte, dass er seine Wette dem ZDF-Team beim ersten Mal offensichtlich auf einem Betonboden vorgeführt hat (in der Show war es dann ein Gummiboden), und dass das Team ihn überreden musste, einen Helm zu tragen.

Trotz alldem hat ihm die Redaktion zugetraut, die Gefahren für sich korrekt einzuschätzen. Bellut sagt heute in der F.A.Z.:

"Das 'Wetten, dass..?'-Team hatte die klare gemeinsame Einschätzung: Die Wette ist machbar, das Risiko überschaubar."

Es geht nicht darum, den Verantwortlichen die Schuld an dem, was geschehen ist, zuzuschieben. Aber ganz so einfach, wie man es sich beim ZDF derzeit mit der Behauptung macht, bei der Vorbereitung habe nichts dafür gesprochen, dass die Wette furchtbar schiefgehen kann, ist die Angelegenheit wohl nicht.

Veröffentlicht 07. Dezember 2010, 21:33 von Peer Schader
Kommentare

Maier Karin

07. Dezember 2010, 19:05

Mein lieber Herr Peer Schader,

meinen Sie nicht auch, dass die Hauptverantwortung bei dem jungen Mann selbst

liegt. Er hat sich diesem Akt freiwillig!!! gestellt, war sich des Risikos bewusst.

Was soll das Theater denn jetzt. Wollen Sie alle Sendungen mit "körperlichen"

Einsatz anschwärzen. Schauen Sie sich doch mal den Stefan Raab an, oder

die Akts vom Supertalent. Die kommen alle von selbst und werden nicht dazu

gezwungen.

Helmut

07. Dezember 2010, 19:14

Jeder hat die Möglichkeit, künftig die Sendung Wetten dass ... zu meiden. Ich werde es tun. Wie soll das weiter gehen? immer höher, immer weiter, immer gefährlicher ...

Peer Schader

07. Dezember 2010, 19:21

@Maier Karin: Lesen Sie den letzten Absatz nochmal. Darum geht es mir. Dass der Sender und Gottschalk am Samstag gut reagiert haben und der Kandidat ein hohes Maß an Eigenverantwortung mitbrachte, steht außer Frage, finde ich.

Wolf

07. Dezember 2010, 19:51

Es ist sehr traurig, wie im ZDF Kommentar der Unfall unscharf beschrieben wird und so klein geredet wird. Auch der Kommentar der Ärzte könnte etwas zurückhaltener ausfallen, denn Prognosen kann eigentlich nur der liebe Gott richtig erstellen. Alles Gute für Samuel Koch und seinen Eltern. Bevor weiterhin gesprungen wird, bitte mal mit Sebastian Vettel und Michael Schumacher unterhalten. Es gibt tatsächlich Schutzmaßnahmen liebe Sicherheitsingenieure und es gibt nach Keppner-Traego Analyse potentieler Gefahren!

Stefan Obst

07. Dezember 2010, 19:52

Nachdem sich nun das ZDF vor allem Sorgen um die Auswirkungen auf die Show bzw. die üppigen teils verwendungsfreien Einnahmen machten, und Gottschalk um seine lächerliche Seelenpein, und man ansonsten von Spaß und Eierkuchen sprach, bis die Erdnähe kam, wäre es vielleicht angebracht, etwas vielleicht ungewohnte Verantwortung zu übernehmen. Die Rechtssprechung kennt ein "Culpa in Contrahendi", dass einen Bäcker zwingt, vor seinem Laden im Winter streuen damit Leute (die nicht zwingend Kunden sein müssen) sich nicht verletzen. Aber es gibt auch eine moralische Pflicht, sich um seine Kandidaten zu sorgen und ausreichende Vorkehrungen zu treffen. Ich für meinen Teil will diesen Gottschalk-Dinosaurier für die nächste Zeit nicht mehr sehen, auch auf irgendeiner anstehenden Gala nicht. Denn die Show zu stoppen war ja wohl das mindeste und verdient nicht halbsoviel Lob wie gesehen und bestaunt. Viel wichtiger wäre Einsicht, Änderung und finanzielle Kompensation für einen wohl möglich lebenslang versehrten über den Vertragsrahmen (der mit Sicherheit das ZDF von allem frei spricht)  und nicht dieses indirekte "Siehste-Siehste selber Schuld". Gottschalk und Hunziker an das Bett von Samuel und wenigstens einpaar Krokodiltränen!

Seba

07. Dezember 2010, 20:20

http://www.serien-load.de/

@Maier Karin: "Die kommen alle von selbst und werden nicht dazu gezwungen."- Gegenteiliges wurde  in den letzten Tagen in den Medien berichtet, auch wenn man vielleicht das Wort "gezwungen" durch "drängen" ersetzen müsste, wobei auch (ehrlich gesagt) der Wahrheitsgehalt dieser Meldung nicht zwangsläufig .. naja ... sagen wir mal "genauso zutreffend" sein muss.

@Peer: Früher oder später musste sowas kommen, denke ich. Weil alles muss immer spektakulärer (für den Zuschauer) werden, actiongeladener und brisanter, wobei ich persönlich dachte, dass "aus Versehen" einer dem Dieter B. bei DS den Arm absäbelt, als das bei Wetten Dass .. eine Wette schief geht!

Benutzer ivb.

07. Dezember 2010, 20:27

An "Wolf": entgegen deiner Meinung: der Mensch stellt Prognosen, nicht der liebe Gott, denn der weiß es.

Und sonst: Samuel wußte, welches Risiko er einging und hat die Konsequenzen selbst (und allein) zu tragen. Wieviele Verkehrsteilnehmer erleiden einen Unfall und können nichts dafür? Und trotzdem berichtet kaum ein Medium darüber! Mitleid mit Samuel ist hier fehl am Platz, trotzdem: Gute Besserung!

Jacqueline

07. Dezember 2010, 20:27

Ich finde es echt schlecht wie die Leute über das ZDF reden natürlich war die Wette gefährlich aber es waren auch viele wetten davor gefährlich und keiner hat was gesagt weil nix passiert ist. Es ist natürlich scheiße das der Unfall passiert ist und ich hoffe auch das es Samuel bald wieder gut geht und er keine schäden davon behält. Aber ich sehe das nen bisschen anders das ZDF hat richtig reagiert auch wo der Unfall passiert ist haben sie die kamera sofort umgeschaltet wo sie gesehen haben das er nicht wieder aufsteht und das fand ich vollkommen ok

C. Wallot

07. Dezember 2010, 20:35

Sehr, sehr interessanter Artikel. Wie sich - tragischerweise - die Reaktionen von Hunziker und Gottschalk bei der Probe und während der Sendung gleichen ...

Mir ist übrigens immer noch nicht klar, in welcher Phase des Sprungs sich Koch verletzt hat. Erst, als er am Boden aufkam? Oder ist der Aufprall auf dem Autodach passiert? Durch das offene Schiebedach, durch das mit einer Kamera gefilmt wurde, gab es ja eigentlich eine zusätzliche "Kante" am Autodach. Was nicht heißt, dass er an dieser zusätzlichen Kante aufgeschlagen sein muss. Aber eine weitere Kante am Dach (durch offenes Schiebedach) stellt meiner Meinung nach ein unnötiges zusätzliches Risiko dar.

Gitta

07. Dezember 2010, 20:41

Warum brüllen wir eigentlich alle so laut? Wir, die Zuschauer wollen doch diese gefährlichen Inszenierungen!!! Und gibt es die dann, meckern wir über unverantwortliches Verhalten, herunterspielen von der Gefährlichkeit usw.

Nur WIR haben gar nichts damit zu tun. WIR haben ja nur ganz zufällig hingeguckt.

WIR können nichts dafür, wir arme Hilflose!

Theresa O.

07. Dezember 2010, 20:57

An c.wallot: ehrlich gesagt, ich habe mich das auch schon gefragt. So wie der Fall auf den Boden passierte, glaube ich, dass Koch sich wohl irgenwo am Auto verletzt haben muss. Er platschte auf den Boden, da vermute ich, dass er da bereits schon keine Kraft mehr in den Armen usw. hatte.

Ich denke oft an die Mutter. Sie sah schon vorher schrecklich ängstlich aus. Wie hält man soviel Angst nur aus? Und dann dieser schreckliche Unfall. Hoffentlich zerfleischen sich die Eltern nicht auch noch wegen der Verantwortung.

Roul Starka

07. Dezember 2010, 21:06

http://www.raoulstarka.at.tf

Vielleicht sollten alle Wetten-dass-AnschauerInnen verantwortlich gemacht werden, also, immer nur zuschauen, irgendwann ist das anscheinend schädlich für einen, der gern gesehen werden will. Ach...

Hohendahl

07. Dezember 2010, 21:11

Eine Absicherung durch eine Seilbefestigung ,wie im Zirkus, hätte die Verletzungen  des Kandidaten vermutlich verhindert und dem Showeffekt ebenso gedient. Es   ist unverständlich, dass die Verantwortlichen eine solche Absicherung nicht anordneten.  

Sina Meier

07. Dezember 2010, 21:38

Es gibt immer Leute, die immer alles Risiko nehmen müssen und sie hören erst auf diese Gefahren einzugehen, wenn sie im Rollstuhl sitzen.

Versteht mich nicht falsch, ich wünsche Samuel Koch aus ganzem Herzen, dass er schnell wieder vollständig gesund wird und trotzdem, kann ich einen gewissen Ärger nicht unterdrücken. Der trifft aber nicht ihn direkt sondern allgemein etwas mehr als risikofreudige Menschen.

Es macht mich wütend, wenn ich lese, dass irgend einer beim Skifahren die Piste verlassen hat, sich nicht auskennt und damit eine Lawine auslöst. Man bedenke mal, da kommen Lawinenhelfer und begeben sich in Gefahr, weil irgend so ein Idiot sich in Gefahr begeben hat. Der Verschüttete wird gefunden und geborgen, nur leider hat es 1 oder 2 Leben von Rettern gekostet. Und das nur, weil einer zeigen wollte, wie toll er ist...

Gewisse Leute verteufeln nun die Gefährlichkeit von Wetten von "Wetten dass...?" Ich denke aber, wenn man solche Wetten nicht mehr stattfinden lässt, werden solche Leute die den Risikokitzel brauchen und das machen wollen eine andere Plattform finden, z.B. Youtube...

Samuel Koch ist ein Extremsportler und er wird es wiedermachen. Aber auch ein Skiabfahrer ist gewissermassen ein Extremsportler, denn, wer nicht bereit ist Risiko einzugehen für den ist Skifahrer nicht Berufung.

Der Sturz von Samuel Koch hat mich von der Art und Weise wie er gefallen ist extrem an des Skifahrers Daniel Albrecht's Sturz in Kitzbüel 2009 erinnert. Verletzungen an Rückenmark und Genick, künstliches Koma etc. Es mutet einem komisch an, dass dieser Daniel Albrecht sein Skifahrercomeback am selben Tag hatte wie Samuel Koch seinen Unfall...

Auch Hermann Maier ist mit dem Motorrad schwer verunglückt und hatte sich in den Skizirkus zurückgekämpft.

Einerseits toll aber andererseits, sollte man mit seinem kostbaren Leben anderes anfangen, wenn der Sensemann einem schon mal zugewunken hat.

Diese Beispiele zeigen aber, solche Leute die kehren zurück!

Deshalb denke ich, wird Samuel wieder ganz gesund, so wird er die Wette irgendwie noch nachholen auch wenn es vielleicht auf einer anderen Plattform ist...

Dennoch, natürlich wünsche ich ihm auch, dass er wieder kerngesund wird aber auch, dass er mehr Vestand bekommt...

Betonen möchte ich nochmals, die Schuld hat nicht "Wetten dass...?" selbst sollte die Wette erschwert worden sein.

Wenn zwei auf einem Hochhaus stehen und der eine sagt zum anderen, spring doch runter und der machts, dann ist es zwar tragisch dass dieser auf den anderen hört, trotzdem, schuld ist nur der, der zu etwas Gefährlichem nicht nein sagen kann, weil der andere meinte, er solle das tun.

Wetten dass hat grossartig reagiert, bis die Sanitäter da waren, hat es keine 20 Sekunden gedauert, ich verstehe nicht, dass man nun versucht Wetten dass in die Verantwortung zu nehmen.

Man ist immer selber verantwortlich für das was man macht!Ich kenne Leute, die sind in der Drogenszene gelandet, weil man ihnen Drogen angeboten hat. Schuld sollen dann wieder diese sein die ihnen Drogen gegeben haben (ganz klar habe sie eine Mitschuld) aber auch dort, wenn man nicht NEIN zu etwas sagen kann, dann liegts nicht am Drogendealer sondern an einem selber. Wurde die Wette tatsächlich erschwert, so wäre es an ihm gewesen zu sagen, NEIN! mache ich nicht, das ist mir zu gefährlich und das ist mein letztes Wort!

Marcus

07. Dezember 2010, 21:52

Naja, auch die Ausgabe der Sendung vom Samstag zuvor fehlt in der verlinkten Mediathek, mit Ausnahme eines einzigen Beitrags. Die Sendung von Samstag, den 20. November fehlt ebenfalls komplett, auch von Samstag, 14. November findet sich dort nichts. Das sieht weniger nach einer Verschwörung und mehr so aus, als dass da am Wochenende einfach weniger motiviert online gestellt wird als unter der Woche. Davon abgesehen ist mir das aber ebenfalls sauer aufgestoßen, dass die ZDF-Sprachregelung die Aussagen des Kandidaten in der Badischen Zeitung recht rücksichtslos dementiert -ihn gewissermaßen als Lügner hinstellt-, zumal sich der bislang nicht wehren kann. Vielleicht hat sich ja nach den ersten Aussagen Gottschalks in der Sendung niemand mehr getraut hat, ihm zu widersprechen, was die Schwere der Stürze in der Probe anbelangt, was es nicht besser macht.

Sina Meier

07. Dezember 2010, 21:55

Ich finde es einfach wahnsinng schade, dass man nun versucht eine Sendung schlecht zu machen. Das sage ausgerechnet ich, die aufgehört hatte "Wetten dass...?" zu sehen (weil es für mich leider zu einer Dauerwerbesendung verkommen ist) und es mir nur angesehen habe, weil ich bei meinen Eltern war und die es schauten. Alle die auf der Couch sitzen haben immer rein "zufällig" einen Filmauschnitt vom neusten Film dabei, die neue CD oder das neue Buch...  Denn egal wie es war (ob er in den Proben auch gestürzt ist oder auch nicht), er hat diesen Nervenkitzel gesucht und ER hat sich für die Sendung mit seiner Wette, nicht "Wetten dass...?" stand eines tages vor seiner Tür und sagte, wir haben uns eine Wette für dich überlegt und du hast  mitzumachen! Es ist eher so, dass Leute wie Samuel Koch den Nervenkitzel suchen und den hätte er auch gesucht und befriedigen wollen, wäre er nicht in "Wetten dass...?" gekommen.

Hätte man die Wette bei "Wetten dass..." abgelehnt, hätte sich eine andere Plattform gefunden. Zum Beispiel Youtube.

Wo hätte sich diese Wette dann abgespielt? Auf irgend einem Parkplatz und irgend ein Amateur hätte es gefilmt.

Wäre da ein Unfall passiert, wären Sanität und Ärzte aber nicht innerhalb von 20 Sekunden dagewesen!

Lottali

07. Dezember 2010, 22:19

Warum wird um Samuel so eine Welle gemacht...er wollte das Risiko und somit muss er auch mit den folgen leben...es gibt genug Menschen die einen Querschnitt aufgrund Fahrlässigkeit anderer erleiden und das ist schrecklich...er wusste was er tut und muss nun mit den Konsequenzen leben..ich arbeite in einem Zentrum für querschnittgelähmte und weiß wovon ich spreche...

Ulli.M.

07. Dezember 2010, 22:19

Danke Sina Meier,genauso ist es und so denke ich und warscheinlich viele andere auch,wenn sie ehrlich sind und den Mut aufbringen

Tony

07. Dezember 2010, 22:22

http://www.servustv.com/cs/Satellite/Article/Turbo-011259322104827

Ich weiss nicht, was hier alle jammern. Die Vorführung war im Sport nichts besonderes, heutzutage werden viel höhere Sprünge gemacht. Beispiel gefällig:

www.servustv.com/.../Turbo-011259322104827

Das war gestern im Privatfernsehen. Wenn da was passiert, sind die Protagonisten SOFORT tot oder gelähmt. Na und? Das wird einkalkuliert und gehört zum Sport dazu. Samuel hatte seinen Spass und seine Show und das war die Hauptsache für ihn.

Unbekannt

07. Dezember 2010, 22:23

Ich wünsche Samuel Koch einfach nur alles alles Gute die Schuldfrage finde ich jetzt nebensächlich..

Tom_Bond

07. Dezember 2010, 22:28

Thema: Sicherung mit Seil: hätte doch nie funktioniert. Wer soll denn in Bruchteilen von Sekunden, entscheiden ob das Seil gezogen wird oder nicht, dann ist Samuel schon am Dach aufgeschlagen. In einem Handy Video sieht man doch ganz eindeutig, dass er mit dem Halswirbel an die dachkante schlägt. Vorher versucht er noch sich mit den Händen an der frontscheibe abzustützen.

Der Aufschlag erfolgt mit 50 km/h. Jeder der schonmal einen gestellten Crash mit 30 km/h gesehen hat, kann sich ja ausmalen was da passiert ist.meiner Meinung sub C5/6 = Querschnittslähmung ab dem Hals. Bevor er am Boden aufschlug war schon alles passiert.

Der kleine Fahrradhelm war ein Witz. Vermutlich hätte ihm nur das HANS System aus der Formel 1 retten können. Bei Stefan Raab kann viel mehr passieren. Für mich ist Samuel selbst schuld. Er wollte als wettkönig Kapital schlagen. Nachdem das wetten dass team eine Mitschuld trägt(die hätten den nie in der Form auftreten lassen dürfen, zahlt jeder seinen eigenen schaden.sorry Samuel, aber deine Chancen stehen bei -1

Lorenz S.

07. Dezember 2010, 22:35

Ich sehe das als einen tragischen Unfall an. Man stelle sich vor, er hätte die Wette gewonnen und wäre am Ende Wettkönig gewesen. Da wäre selbst der größte Bundesbedenkenträger nicht auf die Idee gekommen, die Wette als unverantwortlich ein zu stufen. "Wetten dass...?" bezieht seinen Reitz nicht erst seit dieser Sendung aus waghalsigen Wetten und bis jetzt ist mir noch nie eine kritische Stimme zu Ohren gekommen(wobei das natürlich nichts heißen muss).

Es ist wirklich schrecklich für Samuel, aber in gewisser weise muss man dem Menschen es auch selber überlassen, wie er mit dem einem Leben, was ihm geschenkt wurde, umgeht. Dazu gehören auch potentiell lebensgefährliche Situationen Ich finde es ist ein Irrglaube (der in Deutschland sehr verbreitet ist) sich gegen alles und jedes Unglück ab sichern zu können. Die Sendung gibt es breits seit fast 30 Jahren, da ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass sich auch mal ein Unglück ereignet.

Das einzige, was mir zu denken gibt, dass zwar geprüft wurde, ob es machbar ist, aber anscheinend nicht was passiert, wenn die Wette schiefläuft bzw. eine Stellungnahme dazu habe ich noch nicht gelesen. Zum Beispiel, wie Gottschalk schon sagte, "bevor du am Scheibenwischer klebst, dann brichste ab", wäre meine erste Angst gewesen, was passiert denn wenn er stolpert und das Auto fährt über ihn. Die gleichen Bedenken hatte ich bei der Wette, als ein Kandidat über Autos gelaufen ist. Was für eine gruselige Vorstellung!

Fazit: Unglücke geschehen jeden Tag und ohne Medienöffentlichkeit. Sie sind nicht weniger wichtig und darum sollte dieser Fall auch nicht stilsiert werden, zu einer generellen Medienkritikdebatte, das wird dem Fall nicht gerecht.

Gute Besserung Samuel.

Schmitz

07. Dezember 2010, 22:45

Relativ unverschämt finde ich auch diese Gottschalk-Aussage in der Bild-Zeitung, in der er Samuel Übertreibung unterstellt.

"BILD: Der Kandidat soll vor der Sendung seiner Heimatzeitung gesagt haben, er sei bei den Proben zweimal schwer gestürzt.

Gottschalk: „Ich war bei allen offiziellen ZDF-Proben vor der Sendung dabei. Er hat die Autos immer sicher übersprungen und ist einmal nach der Landung kurz gestrauchelt und zu Boden gegangen, war aber sofort wieder auf den Beinen. Er hat da, gerade bei seiner Heimatzeitung, seiner Leistung vielleicht noch etwas Dramatik verleihen wollen."

niklas

07. Dezember 2010, 22:46

Wir stimmen Hohendahl zu.

eine Absicherung durch eine Seilbefestigung, wie im Zirkus wäre möglich

gewesen.

Schlimm, das erst so ein tragischer Unfall passieren muss, bevor ein

Umdenken stattfindet.

Die Verantwortlichen der Sendung müssen erkennen,

dass das Konzept dieser Sendung sehr fragwürdig ist !

Muss es immer höher, weiter, extremer  sein ?

Darüber sollte Stefan Raab, wie wir meinen, auch mal nachdenken.

Vielleicht war Samuel Koch sich des extremen Risikos nicht bewusst.

Wir wünschen Samuel Koch alles Gute.

Peter

07. Dezember 2010, 22:47

Mein Sohn hatte vor nicht allzu langer Zeit einen leichtsinnig selbstverschuldeten Unfall (ohne Fremdeinwirkung oder technische Hilfsmittel wie Auto etc.) und ist seitdem schwer behindert. Er beherrscht seinen Alltag inzwischen meisterlich, fährt normal Auto, ist in gewissem Rahmen sportlich aktiv und stets bester Dinge.

Nach langer Zeit schaute ich letzten SA mal wieder Wetten Dass. Nach Ankündigung der Wette konnte ich nicht mehr ruhig zusehen, weil man nach so einer Erfahrung irgendwie nur noch die Gefahren sieht.

Das Dejavue nach Samuels Sturz war unerträglich. Dieselbe gelbe Halskrause, dieselbe Betroffenheit und Unbeholfenheit der Herumstehenden, das Mitfühlen mit den geschockten Eltern uvm.

Ich kenne die Zeit nach so einem Unfall auf der Intensivstation. Neben dem unglaublichen Leid gibt es jedoch immer wieder Lichtblicke. Bereits drei Tage nach dem Unfall haben Mutter und Vater mit unserem damals noch völlig gelähmten Sohn (er konnte alles spüren, jedoch nichts bewegen) und der Krankenschwester Verena am Krankenbett gescherzt und herzhaft gelacht.

Ich wünsche Samuel herzlichst beste Genesung und den Angehörigen die Kraft für Samuel positiv nach vorne zu schauen.

Peter

Bell

07. Dezember 2010, 22:49

Ich finde es gut, dass die vorherige Berichterstattung und die Anmoderation ins Blickfeld genommen wird. Es wurde deutlich, dass zumindest die Moderatoren um den Wettkandidaten große Sorgen machten und die Aussagen, sowie Mimik schienen nicht nur zur Spannungserzeugung eingesetzt worden zu sein. Gleichzeitig sieht man auch, wie begierig der Wettkandidat seine Wette präsentieren will und einen Hang dabei die Risiken zu ignorieren.

Ich finde es sehr schade, und unauthentisch, dass diese natürlichen menschlichen Reaktionen, das sichtbare "schlechte Bauchgefühl" vom zdf nun weggeredet werden in dem Sinne, dass gesagt wird: "Es sah doch alles so gut aus!"

Authentisch wäre es zu sagen: "Ja, wir hatten Bauchschmerzen dabei, wir haben trotzdem an die Durchführbarkeit der Wette geglaubt und uns dabei schrecklich getäuscht!" und nicht "Es sah doch alles so gut aus...!"

Andererseit haben sich schon viele Psychologen mit kognitiver Dissonanz herumgeschlagen und im Endeffekt muss man wahrscheinlich sagen, dass jeder es in seinem Leben schon versucht hat auf diese Art und Weise die Verantwortung abzustreifen.

Trotzdem finde ich es wichtig zu sagen: Das geht so nicht!

Pandora0611

07. Dezember 2010, 23:00

Und das ZDF "heuchelt" Mitgefühl!

Dabei geht es dem von Zwangsgebühren subventionierten Sender nur um Quoten!

Mit Sprungfedern über fünf fahrende Autos springen - auf diese Idee ist Samuel K. nicht alleine gekommen. Das ZDF habe mit an der Wette gefeilt, um sie für das Publikum noch attraktiver zu machen, hatte Samuels Vater Christoph K. vor der Sendung in einem Interview der "Badischen Zeitung" gesagt. Samuel habe sich für die Show beworben und sei dann Anfang Oktober nach München eingeladen worden, um sein Können zu zeigen.

Den ZDF-Leuten waren Samuels Sprünge offenbar nicht spektakulär genug - nachdem er aus München zurückkam, musste er weiter üben und dann noch einmal ein zweites Bewerbungsvideo einsenden. Erst dann wurde er in die Sendung eingeladen. Wie Samuels Wette ursprünglich aussah, ist nicht bekannt.

Peter

07. Dezember 2010, 23:04

http://Ritter

1. ich kann mir nicht vorstellen dass sich ein solch selbstbewusster, risikobereiter und sportlicher, 23 jähriger Mann zu einer solch gefährlichen Wette überreden hat lassen! Kurz und gut, er wollte in Fernsehen um sein "Können" zu zeigen und dabei zu hoch gepokert und im wahrsten Sinne des Wortes Kopf und Kragen riskiert. Selber Schuld würd ich sagen! Es ist unglaublich traurig was dem jungen Mann geschehen ist aber es war seine Entscheidung! Und sich hier wie so einige leute also "nicht sensationsgeil" hinzustellen finde ich wie in Bayern gesagt wird extrem "hinterfotzig" und lächerlich! Ist es nicht so das solche und/oder vergleichbare Ferseh- und Showformate nur existieren können weil es genug "kranke" Zuschauer gibt die genau solche riskanten Wetten sehen wollen! Und Risiko bedeutet natürlich dass eben auch was passieren kann! Und wer sein Leben bzw seine Gesundheit riskiert nur um etwas zu gewinnen und/oder ins Fernsehen zu kommen ist meiner Meinung nach selber Schuld wenn etwas passiert!!! Wo kommen wir denn da hin wenn ihr Klugnasen sofort immer nen Schuldigen sucht!? Wenn ihr denjenigen sucht der die alleinige Schuld trägt dann besucht den armen Kerl im Krankenhaus und sagt es ihm selbst anstatt hier solche ach so klugen Reden zu schwingen!!!! Kein Gottschalk und auch kein Fersehsender trägt daran die Schuld! Zu sochen Wetten ist nur zu sagen "die Nachfrage stellt das Angebot"!

dagmar

07. Dezember 2010, 23:07

Ich habe die Sendung Wetten das am Samstag mit meiner Tochter (11) geschaut und wir waren absolut erschüttert über den Unfall von Samuel! Wir reden jeden Tag darüber, verfolgen, wie es dem Verletzten geht und wünschen Ihm von Herzen, dass er wieder auf die Beine kommt.

Ich denke nicht, dass es darum gehen soll, wer hat hier welche Schuld (obwohl das wohl rechtlich zu klären ist...). Aber menschlich gesehen ist Fakt, dass sich ein Wettkandidat in der Show schwer verletzt hat und das zu seiner Genesung, Absicherungen und Versicherungen in jeder Kategorie zum Wohle des Kanditaten greifen müssen! Damit das wirklich Beste für seine Genesung getan werden kann. Ich bin überzeugt, dass das ZDF hier seinen Beitrag leisten wird und kann.

Es gibt unter den Kommentaren den Beitrag von Hohendahl über Zirkusabsicherungen. Genau das habe ich mich auch gefragt: Warum konnte Samuel nicht in irgendeinerweise vor einem möglichen Sturz gesichert sein? Die enorme akrobatische Leistung hätte dies in keinster Weise geschmälert! Die Reaktion vom Wetten das Team und den Gästen war absolut ehrlich und im Abbruch der Show konsequent.

Gerne wird hier wieder "dumme Schuld" verteilt und hätte Samuel es geschafft, wäre er der Held gewesen, auf sicher. Leben verläuft aber auch anders und es kommt bei krassen Problemen auf die Menschlichkeit an, und darauf dann mit allem was möglich ist zu helfen, oder? Mich nervt diese hätte, könne, müsse Mentalität.

Wenn ich mit der Familie Wetten das schaue sind die Gäste genauso spannend, wie die oft  wirklich witzigen, schlauen und auch gefährlichen Wetten. Mann Leute! kommt mal runter und lasst uns überlegen, wie wir hier einen Beitrag leisten können? Mit dem Ziel Samuel, der ein junger, sich ausprobierender Kerl ist, wirklich zu unterstützen! In diesem Sinne sende ich meine Kraft in seine Genesung und meine Respekt an die Eltern und das ZDF Wetten das Team. Herzlichst Dagmar      

Groucho Marx

07. Dezember 2010, 23:44

Süß, wie hier einige das ZDF von seiner Verantwortung losschreiben wollen. Warum eigentlich? Der Veranstalter der Love Parade dagegen wurde nicht mit Samthandschuhen angefasst, und doch haben beide einem Millionenpublikum die Bühne  geboten zwecks sinnfremder Unterhaltung, das ZDF für eine lebensgefährliche Akrobatikveranstaltung.

Mag das ZDF sich zivilrechtlich freigestellt haben, ob das strafrechtlich auch so ist, darf wohl bezweifelt werden.

Die Macher des ZDF wussten offenbar um die Gefährlichkeit, sie haben nicht nur eine moralische Verantwortung für den 23jährigen gehabt. Es gibt genug Anhaltspunkte, dass die Herrschaften nicht mit der gebotenen Sorgfalt gegenüber dem Wettkandidaten gehandelt haben.

Es wird Zeit, dass die zuständige StA ihren Hintern hochkriegt und strafrechtliche Ermittlungen gegen die Verantwortlichen Bellut und Konsorten aufnimmt.

Es wäre unhaltbar gerade für diesen vorgeblichen Rechtstaat, wenn die Intellektuellenkaste des ZDF mitsamt seiner feinen weitverzweigten Verästelung in die Schaltzentralen dieser Republik ungeschoren aus dieser Nummer herauskäme - finanziert durch unsere GEZ-Gebühren.

Ein STOP der Proletarisierung der öff-Rechtlichen!!!!!!

Heiner

08. Dezember 2010, 00:01

@Wolf,

wieso H. S. Vettel, oder H. M. Schuhmacher fragen, die sind noch risikobereiter

als der junge Mann der bei Wetten Dass verunglueckt ist.

Die beiden koennen an jedem Rennwochenende ums Leben kommen, das wissen sie und dass trotz aller Sicherheitsbestimmungen, die es derzeit in der Formel 1 gibt.

Die Herren Schuhmacher und Vettel sind in ihrem Sport auch erst sicher, wenn man den Motor ausbaut und durch Pedale und Kette ersetzt, wie beim Fahrrad, und das Sicherheitscockpit plus Bremsen unveraendert bleibt.

Andreas

08. Dezember 2010, 00:06

Seltsam, zuallererst wünsche ich dem Kandidaten alles gute und hoffe dass sich die furchtbaren Prognosen nicht bewahrheiten. Zum anderen liegt die Verantwortung letztendlich aber doch bei jedem einzelnen der bewusst ein Risiko eingeht. Egal ob Kandidat, Sportler, Artist etc. Und ist es nicht genau dass was die grasenden Herdentiere vor dem TV sehen wollen. Mit Brot und Spiele hält man eben die Massen ruhig und wenn mal etwas passiert dann gibts das große erstaunen.

Die einzige Frage die sich mir stellt ist, ob der Abbruch wirklich die richtige Entscheidung war. Ist es nicht die Aufgabe eines Moderators genau in solch schwierigen Situationen das Publikum an sich zu binden und mit einem möglichst guten Gefühl zu entlassen. Der Abbruch hat niemandem geholfen aber ich versteh schon es ist einfach Witze zu machen wenn alles rund läuft, in Ausnahmesituationen trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Habe selbst bei einer Großveranstaltung schon so eine Ausnahmesituation erleben müssen und es wäre sieche alles schlimmer gewesen wenn die Verantwortlichen uns einfach nach Hause geschickt hätten.  

warum

08. Dezember 2010, 00:07

klarer fall von überschätzung.von kandidat und dem wetten dass team. irren ist menschlich

Telemachos

08. Dezember 2010, 00:19

Naja, irgendwo wird hier nicht die Wahrheit vom ZDF gesagt. Kann aber auch sein, dass sie einen Werbetrailer inszeniert haben, um im Vorfeld die Zuschauer anzulocken. Sicher, Widersprüche sind nicht zu übersehen. Mich würde interessieren zu erfahren, wie hoch die finanziellen Anreize für den "Kandidaten" (so offenbar der Jargon) sind, eine Wette durchzuziehen und nicht zu kneifen. Wie viel Antritts-Gage, wie viel bei Ausfall, wie viel Konventionalstrafe bei Rückzug. Dass die das am Spaß an der Freund' oder für ein Vergelt's Gott tun, glaube ich seit 1792 schon nicht mehr.

Samuel

08. Dezember 2010, 00:23

Es ist halt leider so heutzutage.

Manche, so wie der junge Mann, riskieren sehr viel um auf die Mattscheibe zu kommen,

andere plamieren sich durch Gejaule, anstatt Gesang,

wieder andere beschimpfen ihre Eltern vor laufender Kamera im Nachmittagsprogramm.

Die Sender sind froh, wenn sie haessliche, oder extremst Uebergewichtige, oder geistig asoziale, und Verbrecher, die von ihren Taten live berichten, in ihre "Talk-Shows" bekommen.

Weil schlaue Medienforscher herausgefunden haben, dass das Volk nichts anderes mehr sehen will.

Ach, ich wuenschte mir die Fensehlandschaft von 1967 zurueck, das war noch nette Unterhaltung mit Stil (gerne sogar in s/w) und nicht so ein Affenzirkus.

Showmaster

08. Dezember 2010, 00:26

Ich weiß auch nicht, was semiprofessionelle oder professionelle Stuntmen in der Show zu suchen haben. Der Grundgedanke war, dass eher liebevoll verschrobene Menschen mit einer Sonderbegabung oder einem seltsamen Hobby dort ihre Kunststückchen vorführen. Das Ganze sollte nicht eine Werbeplattform für Artisten, Akrobaten und Animateure sein, die sich hier Publicity für ihre Person und Karriere versprechen. Die interessantesten Wetten waren doch eher die Gedächtniskünstler, die Buntstiftlutscher oder solche netten Freaks wie derjenige, der sämtliche Strumpfhosenmarken an (der Riege von anmutigen) Frauenbeinen erkannte.  Profi-Stunts lassen mich völlig kalt.

Ernesto

08. Dezember 2010, 00:50

Herr Schader

Wie Sie sehr richtig feststellen war die Gefahr dieser Wette von den ZDF Verantwortlichen schon vorher richtig abzuschätzen gewesen. Man sagte sich aber leider wohl viel lieber  Wird schon gut gehen". Im Starfrecht kann man hier also von Fahrlässigkeit sprechen. Der Verunglückte hat natürlich Eigenverantwortung doch das entbindet die Macher von Wetten Dass von Ihrer eigenen Pflicht dafür zu sorgen, das das Risiko im Bereich des Zumutbaren bleibt. Wenn jemand aus dem Fenster springen innerhalb von 1 Minute kann man auch nicht sagen, der Mann handelt eigenverantwortlich also geben woir hier die Wetten Dass Plattform. Folglich hätte die Macher von Wetten Dass eine sportwissenschaftliche Studie und eine Risikoanalyse machen müssen. Nach deren Ergebnissen sollten dann die Wetten erlaubt oder untersagt werden. Der Hersteller dieser "Sprungfedern" hat ganz klar gesagt, das man mit Ihnen keine  Autos überspringen kann, da eine stabile Landung nicht wegen der Bauweise gewährleistet werden kann. Die Herstellerfirma vorab v´befragt werden können. Wetten Dass trifft demnach Auswahlverschulden und eine Exkulption besteht wegen Fahrlässigkeit nicht. Sie haben leider bis zu dieser zeit mit einer langweiligen Wette keine Chance bei Wetten Dass. Dann müssen die Verantwortlichen auch für ihre Action- und Risikoverlangen entsprechend behandelt werden.

mia

08. Dezember 2010, 00:58

Gut ist, dass ich es nicht angesehen habe.. also kann man nicht sagen ich sei sensationslustig.. aber abgesehen davon.. man kann sich dieser Stunts gar nicht entziehen.. in jeder Show die momentan zu sehen ist, gibt es waghalsige Stunteinlagen.. und das Publikum braucht auch anscheinend diesen Nervenkitzel, denn sie schalten nicht ab oder wechseln den Sender! Warum bleiben Menschen bei einem Unfall stehen und blockieren die Rettungswege.. sicherlich nicht, weil Sie helfen wollen..

Wer sich in so eine Show bringt, spielt nicht nur mit seiner Gesundheit.. aber der junge Mann war sich der Gefahr bewusst. Was ich mich allerdings frage ist, welche Vertragsbedingungen da zu erfüllen sind. Ob man von der Wette zurück treten kann etc. ! Es geht ja um Einschaltquoten und Geld!

Ich hoffe sehr, dass es dem jungen Mann bald wieder gut geht und er keine bleibenden Schäden hat. Alles Gute für die Familie, die ihm gerade jetzt zur Seite steht.

Linus

08. Dezember 2010, 01:07

Sind die Macher der Sendung eigentlich genügend gelobt worden für die unglaublich schnelle und anständige Reaktion beim Unfall? Die Kameras sind blitzschnell ins Publikum geschwenkt, die Regie hat schnell reagiert und kurz darauf waren Sanitäter da und vor allem ein Tuch gespannt. Und was auch immer man von Gottschalk halten mag, der Abbruch war mutig und konsequent und "alte Schule". Das dürfte dann auch der wesentliche Unterschied zu den Privaten gewesen sein.

Umso unverständlicher ist mir die Nachberichterstattung im selben Sender, die dann doch wieder nur versucht, RTL zu unterbieten.

Chris

08. Dezember 2010, 01:17

Sina Meier,

super geschrieben!! genau so und nicht anders ist es.

es wäre eine frechheit, wenn die sendung deshalb nicht mehr gesendet wird.

jeder mensch kann frei entscheiden, was er macht und samuel wusste genau was er tat.

ich verstehe die ganze aufregung und heuchelei nicht. jeden tag verunglücken menschen ohne eigene schuld. also denkt mal darüber nach!!

übrigens 99 % schauen formel 1 wegen möglichen unfällen.

marcel

08. Dezember 2010, 01:21

http://NN

ich finde es falsch, die sendung wetten dass und das ZDF für den unfall mitverantwortlich zu machen, immerhin ist diese wette vom kandidaten gekommen und dieser hat sie allein durchgeführt. er allein musste das risiko einschätzen können. wenn es danach gehen würde, dann dürfte beim Supertalent auf RTL auch keine Show mit einem Schwert gezeigt werden, die ich als westentlich gefährtlicher einstufen würde. Die Sendung "Wetten dass....??" ist ein fester Bestandteil im deutschen und europäischen Fersehen. und das fast 30 jahre.

so ein tv format kann man nicht einfach vom bildschirm verbannen. sicherlich ist es äußerst tragisch das dieser unfall zur besten sendezeit und dann noch vor einem solch großen publikum passiert ist.

man wird in den wetten zu nichts gezwungen.

was die bild zeitung derzeit macht, halte ich auch für übertrieben. das thema auf der seite 1 so stark zu fokussieren finde ich falsch. sicherlich möchte jeder weitere informationen haben, dennoch kann man das auch in kleinerer weise tun.

T. G.

08. Dezember 2010, 01:33

@ Sina Meier:

Sie ärgern sich über Ignoranz, nicht über Risikofreude. Das "Wetten dass..." Bsp. zeigt doch klar Risikobereitschaft, ohne dritte in Gefahr zu bringen. Der von Ihnen angeführte Skifahrer ist hingegen ignorant in bezug auf die Konsequenzen seines handelns und bringt so Menschen in Gefahr. Das ist ein großer Unterschied.

Desweiteren verstehe ich nicht warum "Wetten dass..." jeden Blödsinn unterstützen soll, weil die Kandidaten es ja sowieso machen. Und googlen Sie doch bitte mal "Sportler verunglückt gelähmt", Sie werden genug Gegenbeispiele zu Ihrer Aussage "solche Leute kehren zurück!" finden. Außerdem können Sie doch nicht sagen "Wetten dass..." sei unschuldig, und dieses an einer Begegnung zweier ebenbürtiger Menschen festmachen. Denn "Wetten dass..." kann mit Ruhm ködern, dieser Verantwortung muss die Redaktion gerecht werden. Wenn ich nur auf die Quoten schiele und Spektakel machen will, dann trage ich doch selbstverständlich auch eine Mitverantwortung, wenn es nicht gut. Ihre Argumentation bezüglich der Drogendealer verstehe ich auch nicht Sie widersprechen sprechen sich da in einem Satz selber. Aber auch diese spielen eine unterstützende Rolle im Suchtproblem des Konsumenten. Mal ganz dovon abgesehn, dass diese Menschen sich am Elend der Drogenopfer bereichern und allein dadurch zu hinterfragen sind.

Julian Wolf

08. Dezember 2010, 01:49

Mannomann ... wenn Samuel Koch bei den Probem gestürzt wäre, dann wäre das ganze nur eine Randnotitz gewesen. Das Drama war, daß es vor unser aller Augen passiert ist.

Diese "Nähe" macht uns alle betroffen. Aber es löst keine Ängste, wenn wir nun Sicherheiten einführen wollen,d ie übertrieben sind. "Wetten, dass..." ist nunmal kein Stunt-Unternehmen und ist zumindest in einem gewissen Rahmen darauf angewiesen, auch den Kandidaten zu vertrauen, wenn diese Ihre eigenen WEtten als "ungefährlich" bezeichnen.

Wo soll das hingehen? Wenn jemand bei dem Einsatz von Pyrotechnik einen Herzanfall kriegen kann, wäre das ein Argument dafür, daß jeder ein EKG gemacht bekommt vor einer Show? Oder wie sieht es aus mit einer einfallenden Decke von einem Eisstadion ... nicht "ein verletzter" sondern "mehrere Tote", rechtfertigt das, alle Hallen bei Schneefall zu sperren, sofern sie nicht ein "Schnee-Belastungs-Zertifikat" vorlegen?

Ich denke, im Fall vom ZDF und Wetten, dass ist auch die Zeit ein guter Ratgeber: Über Jahrzehnte ist nichts Ernstes passiert. Nun ist etwas passiert, was darauf basiert, daß der Kandidat sich in seinem eigenen Wetteinsatz (seine Gesundheit) und in seinen Fähigkeiten (Springen) verschätzt hat. Das ZDF hätte es vielleicht "sehen können". Vielleicht auch nicht. Moralisch verpflichtet sehe ich sie nicht dazu. Dafür war die Wette IMHO "zu harmlos" im Vergleich zu dem, was in anderen Wetten und in anderen Shows schon so alles gelaufen ist. Es mag ein kleines Risiko gewesen sein ... hauptsächlich aber ein gigantisch großer Zufall. Dumm gelaufen, etwas banal gesagt. Aber tausende von ´täglichen Unfällen in unserem 82-Millionen-Land haben ebenso "dumme Zufälle" erlebt, nur eben nicht vor unserer Nase".

Natürlich ist es tragisch, was Samuel da passiert ist. Doch der Unterschied zu dem verunglückten Skateboard-Fahrer, Fahradfahrer, Skifahrer, Inline-Skater oder sonstwas ist an sich nur, daß diese "alltäglichen" unfälle nicht vor unserer Nase stattfinden.

Ein anderes Thema aber fand ich doch auch noch spannend. Daß für Samuel alles getan wurde direkt nach dem Unfall ist absolut selbstverständlich und klar. Doch daß es ein paar Tausend Gäste im Saal gab, dazu noch rund 8 Millionen Fernsehzuschauer, die potentiell eine posttraumatische Belastungsstörung hatten, geht dagegen unter.

Diese Zuschauer wurden erst mit Bildern vom Publikum bedient, dann mit Musikeinspielungen und letztlich mit einer Folge einer Krimiserie. Hier sehe ich viel eher einen Handlungsbedarf für das ZDF (wenngleich das kein Vorwurf ist, ein derartiger Vorfall war ja bis dato nicht vorgekommen):

- Justin Biber "bettete für Samuel". Warum das nicht öffentlich machen? Nicht jeder glaubt an Gott, doch die, die das tun, für die wäre es Balsam für die Seele gewesen, nach einem solchen Unfall. Muß nicht Justin sein, auch ein Pfarrer wäre sicherlich schnell zu finden gewesen sein.

- Ein erstklassiges Show-Team wird wieder heimgeschickt. Quote? Nein, darum geht es mir nicht. Der Mensch singt nunmal gerne, und es hilft, Probleme zu bearbeiten. Daß Phil Collins, Robbie Williams und Take That nicht spontan eingesprungen wären mit passenden Liedern, respektvoll, kann ich mir kaum vorstellen.

Versteht mich richtig: Quote ist nicht wichtig, in so einem Moment. Dennoch kommt sie von ganz alleine, was ja auch die Quoten des Krimis und des heute-Journals zeigen. Es geht nicht darum, das "auszunutzen", ich halte es aber für gefährlich, es zu ignorieren. Das ist ein großer Ball, den das ZDF da zugespielt bekommen hat, und das ZDF hat sich entschieden, ihn fallenzulassen, aus "Respekt vor Samuel".

Dieser Ball trug aber nicht nur die (unwichtige) Quote, sondern sie bestand auch aus vielen Menschen, denen ein paar warme Worte gut getan hätten. Spielen wir diesen GEdanken mal weiter: Gottschalk gehört nicht vor die Kamera, nach dem Unfall. Nicht, weil er es nicht könnte. Aber er gehört zu Samuel in´s Krankenhaus. Das ist gut so.

Ein "No-Name-Pfarrer" hätte etwas tun können, was allen gut tut. Das Show-Team hätte was tun können. Und so wäre es möglich gewesen, diese aufwühlende Erfahrung "langsam abebben" zu lassen, anstatt mit Modern Talking ...

Bei der Love-Parade wurde weitergefeiert. Warum? Die Gründe sind fast so ähnlich, wenngleich sie bei der Love Parade eher die Organisation betrafen, bei dem ZDF-Unfall wäre es eher umd ie geistige Gesundheit gegangen.

Samuel wurde sicherlich ausgezeichnet behandelt. 8 Millionen Zuschauer mussten sich selbst helfen. DAS ist mir aufgefallen.

Alles Liebe, Julian!

Alles Liebe, Julian!

goff kaemm

08. Dezember 2010, 02:42

Liebe Sina Meier,

Ihren Kommentar finde ich richtig gut!- Er sollte morgen gleich riesig in einer

der grössten dt. Tageszeitungen veröffentlicht werden. Weil er einem wirklich

helfen kann aus diesem Dickicht der widersprüchlichen "Medienlager"

herauszufinden. Herzlichst Ihr GdS

Susanne Möller

08. Dezember 2010, 05:54

http://www.playasusie.de.tl

Ich bin seit Jahren ein Fan von Wetten dass, aber mir ist schon einige male aufgefallen, dass die Risiken der Wettteilnehmer immer grösser werden, um eine Chance zu haben, mit ihrer Wette auch auftreten zu dürfen.

Ich hoffe nur, dass die Verantwortlichen daraus eine Lehre ziehen und zufkünflich solche riskanten Darbietungen zu untersagen.

Es ist nicht nötig seine Gesundheit und sein Leben aufs Spiel zu setzen, um einmal im Fernsehen aufzutreten.

Nun kann man nur noch beten und wünschen, dass es für Samuel recht bald eine Besserung gibt und er nicht für sein Leben lang unter der Konsequenz zu leiden hat.  

Jens

08. Dezember 2010, 07:36

@ Sina: Ich stimme Dir 100%ig zu. Was ändert es daran nun kein "Wetten dass...?" mehr zu schauen? Ich denke nicht, dass das ZDF bei Samuel angerufen hat und ihn gezwungen hat über fahrende Autos zu springen. Wenn ich lese das Samuel ursprünglich über 10 Autos hüpfen wollte, auf Beton und ohne Helm sollte man erkennen, dass das ZDF vermutlich schon daran interessiert ist das in ihrer Sendung niemand zu schaden kommen kann. Warum wird das ZDF für sein verhalten bezüglich des Abruchs der Sendung gelobt wird? Leider ist soetwas im deutschen Fernseh nicht mehr selbstverständlich. RTL II hätte vermutlich nicht so schnell die konsequenzen gezogen sondern versucht dies auszuschlachten. Bericht über die Kindheit des Samuel K. Interviews mit exfreundinnen und klassenkameraden, ...

Auch kann ich nicht mehr hören, dass das ZDF aus Quotendruck eine solche Wette zugelassen hat. Ich stell nur die Frage wie das ZDF mit dieser Wette auf Quoten kommen wollte. Es lief ja keine Werbung im Vorfeld nach dem Motto: "guckt heut alle mal ZDF, da Spring einer über Autos.

Egal ich wünsche Samuel das er wieder kerngesund wird und dem ZDF das sie von weiteren Unfällen verschont bleibt.

Barbara Sharma

08. Dezember 2010, 07:46

Als ich sah, woraus diese erste Wette bestand, dachte ich: das darf doch nicht wahrsein! Mit Autos spielt man doch nicht! Was ist das für eine Botschaft an unsere jugendlichen Zuschauer-Mitmenschen! In einer Zeit, wo unsere Verkehrspolitiker die Unfallquote zu senken versuchen. Unglaublich, dass man sowas auf einer Bühne darstellt, so als gäbe man grünes Licht für Blödsinn im Strassenverkehr zu machen.

Und dann kam erst der Unfall......

Werner Frankenbein

08. Dezember 2010, 08:10

Dann will ich hier mal den Zyniker spielen.

Dieser Unfall kann weitere Opfer verhindern. Im besten Fall wird er anderen Menschen das Leben retten, wenn sich die Kunde nur weit genug verbreitet.

Warum ?

Der einzige Grund wieso diesem Unfall soviel Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist weil es sich um einen Unfall VOR DER KAMERA gehandelt hat. Es steht zwar in kaum einer deutschen Zeitung, jedoch hat sich die Zahl der Einlieferungen von Jugendlichen und Kindern in Kliniken drastisch erhöht; weil sie nämlich auf die tolle Idee kommen die Kandidaten aus Sendungen wie "Deutschland sucht das Supertalent" nachzuäffen !

Darüber berichtet jedoch kaum jemand und da wird sich stattdessen nur um die "Qualität" des Fernsehens Sorgen gemacht.

Hier wurde ein Menschenleben zerstört.

Aber es ist nicht das erste Mal, das diese Sendungen so etwas anrichten. Nur schlagen die Unfälle der Nachahmer eben keine so hohen Wellen !

Und dieser Fall kann andere davon abringen solche Dummheiten zu begehn.

Ich will nicht sagen dass diese Shows verboten sein sollten...

Aber die Verlogenheit der Fernsehzuschauer ist doch ganz erstaunlich. Da werden "Gefahren" für Jugendliche in Sendungen wie "Tatort Internet" aufgebauscht und dann bringt man so etwas hier und verführt sie zu gemeingefährlichen Aktionen.

Aber dann juckts natürlich niemanden wenn da was passiert ~ in Wirklichkeit denken alle die das hören nur daran wie blöd die doch sind sowas nachzumachen !

Wenn man sehen will wo uns die Zukunft hinführt, reicht wie immer ein Blick in die USA: Die Sendung "Jackass" ist dort für unzählige Lähmungen und schwere Verletzungen mitverantwortlich. Ohne so etwas käme wohl kaum einer auf die Idee einen steilen Abhang im Einkaufswagen runterzufahren.

Gleichzeitig kennt die Irrationalität bei Teenager-Sexualität praktisch keine Grenzen.

Ich persönlich bin durchaus für die Freiheit solchen Müll senden zu dürfen, aber es hat schon ein Geschmäckle wenn sogar die Öffentlich-Rechtlichen das machen.

In anderne Worten:

Alle bisherigen Kommentare hier gehen am Thema vorbei !

Es geht nicht um Maß zu halten zwischen Eigenverantwortlichkeit und Sicherheit. Es geht vor allem darum wieso gerade ein öffentlich-rechtlicher Sender so etwas zeigen musste !

Um es mal ganz scharf zu formulieren:

Ich habe meine Gebühren dafür bezahlt, das sich ein Mann im Fernsehen verkrüppelt hat. Ohne meine Gebühren, keine Sendung und damit kein Verletzungsopfer ! ...kein Mann der vllt. im Rollstuhl sitzen muss.

Das genau ist der Punkt.

Und jetzt sage mir noch einer, an dieser Sendung war nichts von redaktioneller Seite auszusetzen, danke.

Andy

08. Dezember 2010, 08:38

Natürlich existiert ein Schuldanteil des Senders, und zwar in der Hinsicht, dass doch wohl eindeutig keine Sicherheitsvorkehrungen vorgenommen wurden.

Und wenn die Proben eher Katastrophen waren, dann gehört diese "Wette" klar verboten!

Dass im Nachhinein alles heruntergespielt wird - in der Art, er hat sich ja nur mal auf den Po gesetzt - ist sowohl typisch als auch traurig für die armselige Kreatur "Mensch" und wohl Ausdruck von Angst, Unbeholfenheit und fehlender Courage.

Man sollte sich mal wieder der Wetten mit geistigem Niveau besinnen; der Kopf ist bisher meines Wissens nach noch keinem geplatzt!

Die Sendung ist doch nach Elstners Moderation, als sie noch gut war, mehr und mehr zur Sofa-Sülz-Show mit Anspruch auf Nervenkitzel entartet. Dass so ein tragischer Unfall passiert, war nüchtern betrachtet überfällig.

Die in dem Spruch "Wer die Gefahr sucht, kommt darin um!" enthaltene Weisheit sollte man wohl doch nicht mit Füßen treten!!

Giubar

08. Dezember 2010, 08:55

Es handelt sich um einen Unfall mit traurigen Folgen, der so oder ähnlich jeden Tag mehrfach passiert. Beim unverschuldeten Autounfall, beim Ausrutschen auf eisglattem Fußweg, bei Gelegenheiten, die ich selbst noch nicht einmal zu verantworten habe. Nur halt nicht im Fernsehen. Ein junger Mann überschätzt sich selbst und hat die Konsequenzen zu tragen. Übermässige Betroffenheit ist nicht angebracht, auch wenn das ganze traurig ist. Dem ZDF sollte man keinen Vorwurf machen, ansonsten müsste die Hälfte aller Sportübertragungen ausfallen. Wer, wann die Wette ggf. "verschärft" hat, ist irrelevant.

@Stefan Obst: Zitat:"Denn die Show zu stoppen war ja wohl das mindeste"

Das Mindeste? Was hätte man Ihrer Meinung nach denn noch tun sollen? Die Zeit zurückdrehen?

butterchicken

08. Dezember 2010, 09:01

Mal eine ganz andere Frage, tritzdem nur knapp am Thema vorbei:Wurde Michelle Hunziker nicht so eingeführt, dass nur sie die Kandidaten vorher kennt, damit Gottschalk die Wetten in der show zum ersten mal sieht und spontan sein kann? Diesmal war er ja zumindest bei den Proben dabei, seit wann ist das denn anders?

Jörn

08. Dezember 2010, 09:11

http://eliterator.blog.de

@Gitta ("Wir, die Zuschauer wollen doch diese gefährlichen Inszenierungen!!!")

Du hast wahrscheinlich recht damit, obwohl wir, die Zuschauer, das natürlich abstreiten würden, allerdings ist es für mich immer noch fraglich, ob sich ein Sender, der sich aus Gebühren finanziert, dem Quotendruck unterwerfen muss.. Für mich war Wetten dass bisher immer harmlose Abendunterhaltung mit ein bisschen Fremdschämen, das hat sich nun geändert.

Christoph

08. Dezember 2010, 09:22

@Hohendahl: Du glaubst ernsthaft, dass eine Seilabsicherung bei einer derartigen Wette, in der der Kandidat Saltos hinlegte, geholfen hätte?

Ich kann es immer noch nicht fassen und wünsche Samuel alles erdenklich Gute. Dem ZDF kann man meines Erachtens keinen Vorwurf machen, die haben ja die Wette des Kandidaten sogar abgemildert.

Chris H.

08. Dezember 2010, 09:26

Und wie immer gilt:

Hinterher haben es wieder alle schon vorher gewusst.

Passiert nichts, so ist die Sache allenfalls eine Randnotiz (siehe "Berichte" aus Zeitungen, deren Redaktionsschluss schon vor Sendungsende liegt).

Aber wenns schief geht wird schnellst- und lautestmöglich nach Sündenböcken, geräumten Posten und rollenden köpfen gerufen. Sei es nun der Absturz der Challenger 1986, die Massenpanik im Hillsborough-Stadion 1989, Erfurt 2002, die Loveparade 2010 oderStuttgart 21

Tobias

08. Dezember 2010, 10:01

http://einvideogehtumdiewelt.blogspot.com

Anscheinend WILL man nach solchen Vorfällen gerne einen eindeutig benennbaren "Verantwortlichen" - oder sogar "Schuldigen" - finden.

Denn es ist offensichtlich unbefriedigend, wenn man sich klar machen muss, dass

- das ZDF im Quotenkampf um das sinkende Schiff "wetten dass...?" einen offenbar leichtsinnigen Burschen nicht von seinem Tun abhielt

- die Zuschauer auch nicht wirklich abgeneigt sind, wenn man wieder was wirklich Spannendes im TV  komt,

- der Vater des jungen Mannes tatsächlich bereit war, auf seinen eigenen Sohn zuzufahren

- die Mutter mit seinen kleinen Schwestern jubelnd im Publikum sass

- und der junge Mann für ein paar Minuten Ruhm und die Aussicht auf ein Auto als Gewinn bereit war, seine gesundheit zu riskieren.

Im Nachhinein sagt es sich leicht, dass alle oben genannten beteiligten Parteien mehr Sorgfalt hätten walten lassen müssen.

Michelle Hunziker sagte übrigens  im BILD-Interview, dass sie ihrem Kind solch eine Wette untersagt hätte.

Peer Schader

08. Dezember 2010, 10:10

@butterchicken: Seit dieser Ausgabe, hat er vorher gesagt.

bananenkiste

08. Dezember 2010, 10:10

Also, wenn ich mich korrekt an meine Schulzeit erinnere, dann kann man die beiden Geschwindigkeiten von 25 km/h nicht einfach zu einem Aufprall von 50 km/h addieren. Rein von der Bewegungsenergie, die sich beim Aufprall abbaut, ist es wurscht, ob man mit 25 km/h gegen eine Wand oder ein fahrendes Fahrzeug springt.

Unabhängig davon besteht die Hauptgefahr eher darin, dass, wie Samuel auch sagte, einem durch die Bewegung des Autos die Beine weggerissen werden und man dadurch ins Trudeln gerät.

E.R.Nest

08. Dezember 2010, 10:16

Anscheinend überlesen immer noch viele Diskutanten den letzten Absatz.

Man sollte sich das Verhalten des ZDF merken - und vergleichen, wie hoch es die moralische Latte hängt, wenn andere Institutionen bei der Risikovorsorge versagen .

Nicht das aus dem Slogan "Mit dem Zweiten sieht man besser" ein "Mit doppelten Standards lebt man besser " wird....

dr.maass

08. Dezember 2010, 10:22

Das geltende Polizeirecht kennt die Rechtsfigur des Zweckveranlasser, der auch als Störer in Anspruch genommen werden kann. In Bayern wurde der Veranstalter eines riskanten Berglaufes strafrechtlich vor nicht allzu langer Zeit zur Verantwortung gezogen. Vorliegend: Natürlich war das eine Selbstgefährdung. Für diese trägt aber auch das ZDF als Veranstalter Verantwortung. Dr. Rainald Maaß, Heidelberg

KFichtel

08. Dezember 2010, 10:31

http://K.Fichtel

Ein Sicherungsseil wäre nicht möglich gewesen. Doch nicht bei einem Salto - womöglich bei Kontakt mit dem Auto auch noch mehrere davon und unberechenbar in "alle Richtungen"... Shit happens. Der Junge wußte, was er tut und wie gefährlich das ist. Es gibt sicher hunderte Schicksale pro Jahr mit den Folgen einer Lähmung, die tragischer und weniger verantwortungslos im Umgang mit der eigenen Gesundheit vorfallen... Stürze von Dächern durch Dachdecker, sonstige Unfälle mit schweren Wirbelschäden etc. - und keiner berichtet darüber. Hätte Samuel die Wette gesund durchgezogen, wären alle aus dem Häusschen gewesen und (kaum) (k)einer hätte noch die Gefahr gesehen.

Uli

08. Dezember 2010, 10:37

Ich finde es nur noch peinlich, wie überall nach einem Verbot solcher Wetten geplärrt wird bzw. das ZDF niedergemacht wird. Wieviele Unfälle gab es denn schon bei der Formel 1, wieviele bei Skiabfahrten, wieviele schwere Verletzungen bei Boxkämpfen uswusw. Wenn man Wetten dass ... kritisiert und einstampfen will, dann bitteschön auch alle (ALLE!!) anderen Risikosportarten, egal, ob sie im TV übertragen werden oder nicht.

U. Sturm

08. Dezember 2010, 10:53

Interessant ist doch die Tatsache wie sehr wir ''die Zuschauer'' noch Tage danach darüber reden um unsere Sensationssucht zu befriedigen.

Es ist doch vollkommen unwichtig wie hoch die Aufprallgeschwindigkeit war, ob schon die Proben vor der Show entwaige Probleme des Wettkandidaten aufzeigen oder ob das Zdf die Wette hätte verhindern sollen?

Ist dies nicht im Anbetracht der Situation unwichtig?

Der junge Mann ist dieses Risiko bewusst eingegangen und wusste sicherlich auch was passieren kann.

Nach meiner Ansicht ist ''Wettern dass...?'' in dem Augenblick des Unglückes sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgegangen. Ich denke das vor allem private Sendestationen eine Sendung weitergeführt hätten, abe das ist ein anderes Thema.

Nun lassen wir den Verunglückten doch einfach in Ruhe und wünschen ihm die bestmögliche Genesung.

Gerade unsere Sensationssucht nach Spektakulären führt zu solchen tragischen Vorfällen.

Lars

08. Dezember 2010, 10:58

Der Skandal ist, dass (die Mediathek) wieder einmal zensiert wird.

John Morgan

08. Dezember 2010, 11:01

http://www.themorgans.de

Was sind es für "Sicherheitsingineure", die nicht wissen wie leicht es ist sich lebensgefährlich zu verletzen, wenn man nach so einem Sprung auf einen harten Boden landet. Alles Augenwischerei. Auch erstaunlich wie gefragt Gottschalk in Deutschland noch ist, obwohl er mit seiner Familie zusammen Deutschland den Rücken gekehrt hat und in den Staaten lebt. Ich kann seine dumme Gerede nicht mehr ausstehen

Jeeves3

08. Dezember 2010, 11:03

http://Klaus

Brot und Spiele, das ist es doch, was "alle" wollen. Das Brot wird langsam weniger, also werden die Spiele immer voyeuristischer und riskanter (siehe auch Unterschicht-Färnseh, dem ARD und ZDF blöde nacheifern).

Jeeves3

08. Dezember 2010, 11:05

http://Jeeves

Die blonde Dame Hunziker ist offensichtlich die einzige Vernünftige in diesem Spiel und Nachspiel.  

gnarf

08. Dezember 2010, 11:06

Ich verstehe nicht so ganz, wieso die Berichterstattung von "Hallo Deutschland" als Kronzeuge herhalten soll wo dieSendung sonst wegen ihrer halbgaren sensationsgeilen "Bericht"erstattung immer verissen wird.

Unbestritten ist, dass -wie im Text geschildert- das ZDF zahlreiche Vorsichtsmassnahmen getroffen hat: Helm, Gummimatte, Beleuchtung, Anzahl der Autos etc.

Die Geschichten vom schweren Sturz oder die Berichte aus HD sind dagegen keineswegs unstrittig. Wie definiert man schwerer Sturz und wieso bleibt man dabei vollkommen unverletzt?

Vor allem aber habe ich absolut nicht das Gefühl, als würden ZDF oder Gottschalk das Problem oder eingegangene Risiko irgendwie runterspielen wollen. Ich habe im Gegenteil das Gefühl, dass das ZDF sowohl die Aufarbeitung des Geschehenen als auch im Umgang mit dem Verletzten sehr ernst nimmt.

eklisgirbuh

08. Dezember 2010, 11:10

Alle Achtung, ich fand es sehr angemessen, wie das ZDF und Gottschalk reagiert haben. Das ZDF war eine Plattform für Samuel, die er sich sonst woanders gesucht hätte. Dennoch tut er mir unendlich Leid und ich hoffe und bete, dass er und seine Familie mit dem klar kommt, was kommt.

Und sind nicht letztendlich wir Zuschauer genau die, für die solche Sendungen gemacht werden? Deshalb Schluss mit Schuldzuweisungen, dafür lieber nachdenken, was zukünftig sehenswert ist.

elbsegler

08. Dezember 2010, 11:12

Es ist immer das gleiche. nachdem sich die Schockstarre nach dem Unfall löst, kommen jetzt die "Experten" aus der Reserve und suchen den "Schuldigen". Denn den muss es immer geben. Das verlangt das schlechte Gewissen von denen, die mit Spannung zugesehen haben. Jetzt wird mit dem Wissen von heute rückgeschlossen auf das, was man schon vor dem Unfall hätte wissen müssen. Da ist für mich viel Selbstgefälligkeit im Spiel. Es war ein tragischer Unfall. Es war ein Unfall, der sich innerhalb des Risikobereichs abspielte, der von allen Beteiligten erkennbar war. Es gab aber auch in der Vergangenheit sehr riskante Wetten, bei denen (fast) nichts passiert war. Auch diesen Winter setzen sich Sportler wieder erheblichen gesundheitlichen Risiken aus und wir schauen dabei zu. Einen höheren Sinn hat das alles nicht. Vermeiden kann man diese Risiken nur dann vollständig, wenn bestimmte Sportarten verboten würden. Sonst kann man sie nur begrenzen. Darüber kann man diskutieren. Doch die Teilnehmer an solchen Veranstaltungen tun dies freiwillig. Wenn sie das persönliche Risiko für zu hoch halten, müssen sie nicht an den Start gehen.

Ob jetzt der Gewinn des Ski-Weltcups ein hohes Risiko wert ist, der Gewinn des "Wettkönigs" bei "Wetten dass" nicht, ist eine Frage, die auch jeder Kandidat für sich beantworten muss. Ich vermag derzeit kein leichtfertiges Verhalten bei Mitarbeitern des ZDF erkennen, diese Wette zuzulassen. Sicherliich werden zukünftig keine Wetten mehr stattfinden, bei denen die Kandidaten sich einer erheblichen Gefahr aussetzen.

Aksel

08. Dezember 2010, 11:19

Es hat ja vorher niemand ahnen können, das dieser Stunt lebensgefährlich sein könnte...

Ich stelle mir gerade die überraschten Gesichter der Zuschauer und Veranstalter im Colosseum vor, als das erste Blut floß...

Höher, schneller, weiter... Wir brauchen Action um den Pöbel zu belustigen.

Das was da passiert ist, war nun mal ein möglicher Ausgang dieser Aktion...

Das Krisenmanagment beim ZDF ist schon bemerkenswert.

Till Lieber

08. Dezember 2010, 11:21

Ich möchte dem jungen Mann sowie seiner ganzen Familie und seinem Umfeld mein Mitgefühl aussprechen.

Nichtsdestotrotz kann ich nicht verstehen, dass man dem ZDF hier irgendeine Schuld zuweisen möchte. Sicherlich ist es eine eher gefährlichere Wette gewesen. Unabhängig davon war es aber sein Wunsch, der angeblich vom ZDF noch abgemildert wurde, eben diese Wette durchzuführen. Nicht zu vergessen dass auch noch sein Vater als Fahrer mitwirkte. Somit ist für mich der eigene Wunsch und auch die unterstützende Haltung seiner Familie in keinster Weise durch den Veranstalter verstärkt worden.

Diejenigen, die nun der Meinung sind, eine solche Wette hätte niemals stattfinden dürfen möchte ich dazu sagen: Jedes Jahr wieder sehe ich im Fernsehen (auch bei den öffentlichen Programmen) Rodeln, Autorennen und auch "normaler" Sport wie Fussball. In jeder einzelnen Sportart sind schon Menschen umgekommen.

Beim Rodeln erinnere ich an die Olympischen Spiele dieses Jahres, beim Autorennen an Senna, beim Fussball sind die jüngsten Opfer Serhij Perchun und Hrvoje Ćustić. Wenn Menschen an ihre Leistungsgrenzen gehen, können Unfälle geschehen. Allein 2008 sind in Deutschland knapp 4500 Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben, ich vermute größtenteils ohne die Absicht über das Auto hinweg springen zu wollen.

Abschließend muss ich also festhalten, dass ein solcher Unfall, gerade weil er vor so vielen Menschen passiert ist, natürlich tragisch ist. Aber es passiert nun einmal, so ist der Lauf der Dinge. Besonders unter dem Aspekt, dass er diese Gefahr natürlich kannte, kann ich hier niemandem die Schuld geben, was angesichts der Verletzungen auch nicht das wichtigste ist, worum sich die Menschen hier kümmern sollten. Wünschen wir ihm einfach alle eine gute Genesung.

RB

08. Dezember 2010, 11:24

@bananenkiste

in der Schule aufpassen und Nachdenken hilft.

Hätte er gestanden und das Auto wäre mit 25Km/h gegen ihn gefahren würden sich also nicht "0" und 25 addieren?

stuartsterne

08. Dezember 2010, 11:28

Wenn ich die Kommentare lese, komme ich mir vor wie angesichts einer der vielen schlecht moderierten Talkshows unserer Tage.

Warum, frage ich mich in erster Linie, kommte es so vielen Menschen darauf, hier eine Schuld oder Unschuld zu konstatieren. Soll dies so etwas werden wie ein öffentlich geführter inoffizieller Strafprozess? Oder möchte man aus der höchst unerfreulichen Angelegenheit auch noch einen TATORT machen. Vielleicht hat am Ende ein eifersüchtiger Konkurrent die Hilfsmittel manipuliert ... oder so ähnlich.

Ich möchte fürs Erste allenfalls von möglichem Versagen, von fragwürdigen sittlichen(ja!) Einstellungen der Beteiligten sprechen. Solange hier keine Staatsanwaltschaft aktiv wird, werden wir vom ZDF natürlich nie etwas erfahren, was uns eine korrekte Einschätzung der Verfahrensweisen und der Vorgänge selbst erlaubt. Und auch der 'Kandidat' bleibt ein Fremder, über dessen Motivationen und innere Haltung man nur spekulieren kann. Man komme mir bitte nicht auch noch mit BILD-Zeitung Interviews!

Wenn ich die Sendung gesehen hätte (ich sehe derartige Sendungen eigentlich nie), dann hätte ich im Moment des Unfalls sicher auch die Hände vor's Gesicht geschlagen und Momente des Schreckens und Mitleidens erlebt. Das ist, finde ich, eine Dimension in der langen Geschichte, die immer unabhängig zu sehen ist von den vielen Dingen, die hier umfangreich erörtert werden. Es tut jedenfalls gut, dass es offenbar vielen Kommentatoren ähnlich geht, auch wenn sie es anders zum Ausdruck bringen.

Peter Lustig

08. Dezember 2010, 11:29

Man macht es sich hier wieder sehr einfach: Die alleinige Verantwortung liegt natürlich nur bei dem Kandidaten und alles ist gegessen. So ist es aber nicht. In den letzten Jahren werden diese so "sensationellen" Shows immer waghalsiger und gefährlicher für die Kandidaten. Dies ist einzig und allein nur auf die Quotengier der TV Sender zurückzuführen. Schade nur das der Unfall nicht bei einem Privatsender passiert ist, dass sind nämlich diejenigen die in diesen Dingen die Maßstäbe setzen. Das ZDF muss hier nachziehen, um nicht leer aus zugehen. Es müssen endlich Grenzen gesetzt werden für diese Zyniker, die hinter den Kulissen die Strippen ziehen und zwar nicht nach ihrem eigenen Goodwill, sondern von einem Gesetz! Wenn das nicht passiert wird es nicht mehr lange dauern bis der Nächste sich den Hals bricht und alle sind dann ja wieder so unheimlich empört darüber. Nichts als Heuchelei!

Roman

08. Dezember 2010, 11:31

Sehr geehrter Herr Schader,

sehr geehrte Redaktion,

verständlicherweise ist die Anteilnahme in Ihrem geschilderten Fall zurzeit sehr hoch. Wem geschieht schon ein solch tragischer Unfall live vor einem Millionenpublikum. Fast stündlich werden wir von neuen Meldungen schockiert.

Nur: Wie lange hält Ihrer Meinung nach dieses mediale Interesse an? Bis das "Winterloch" überwunden ist, oder uns ein neues Szenario überrascht?

Ehrliche Anteilnahme oder pure Sensationslust?

Walter J.

08. Dezember 2010, 11:33

"Mit dem Zweiten sieht man besser ..." aber nicht, wenn sich dabei das erste Auge für die Risikovorsorge zuhält.

Mike

08. Dezember 2010, 11:40

@C. Wallot: Wer wissen will, wie der Unfall im Detail abgelaufen ist, kann sich bei den einschlägigen Videoportalen, die für "live geleakte" Filmchen zuständig sind, die Aufnahmen des Vorfalls aus der Perspektive des Saalpublikums ansehen. Man kann dort genau sehen, dass der Kandidat bei seinem Salto mit dem Kopf an die Vorderkante des Fahrzeugdachs geprallt ist, also wohl nicht ausreichend hoch abgesprungen ist.

blauerbert

08. Dezember 2010, 11:41

Natürlich ist dies ein Unfall gewesen, der schockierend und für den Kandidaten,

der sich diesen Stunt ja selber ausgedacht hatte, wohl für sein gesamtes weiteres

Leben verändern wird. Statt des erhofften Ruhmes von der Kamera, mit dem solche Sendungen die Teilnehmer anwerben, wird er möglicherweise starke gesundheitliche Einschränkungen davon tragen. Mal abgesehen davon, dass ein Sender, insbesondere die öffentlich rechtlichen, eine besondere Verantwortung gegenüber den Bewerbern zeigen sollte, als es hier offensichtlich geschehen ist. Katastrophal finde ich in diesem Zusammenhang eine andere Randnotiz in dieser Sache: " Die Akteure müssen unterschreiben, dass sie auf eigene Gefahr handeln."

Soll heißen, während eine solche Sendung für mehrere hunderttausend Euro Produktionskosten hergestellt wird, sich die Moderatoren und Produktionsfirmen

die Taschen voll machen, hat es offenbar niemand für nötig befunden, zumindest eine Absicherung für die Kandidaten im Falle eines Unfalls abzuschließen. Von mir geschätzte Kosten: einige hundert Euro pro Sendung oder umgerechnet einige Minuten Arbeitszeit des Moderators.

Charlie Arglist

08. Dezember 2010, 11:43

Ich verstehe nicht, warum immer wieder die Aussagen der Show-Mitwirkenden (und insbesondere der Moderatoren = bezahlte Ansager, keine direkte redaktionelle Verantwortung!) VOR der Show herangezogen werden, um auf die vom ZDF wahrgenommenen Risiken zu schließen.

.

Vor JEDER Show/Wette wird natürlich eine gewisse Spannung aufgebaut, und das durch gespielte Nervosität "Wird er es schaffen?". Es ist keine gute Werbung für die Show, wenn der Gottschalk vorher sagt, ach das haben wir hundertmal geprobt, der Kandidat kann das was er sagt.

weiserrabe

08. Dezember 2010, 11:46

es gibt hier sehr viel ausführlich vorgetragene pros + cons. ist es aber nicht ganz einfach? wenn diese ganzen , vor ehrgeiz kranken extremsportler keine öffentlichkeit bekommen, werden sie ihr allgemeingefährliches tun entweder unterlassen oder nur im "stillen kämmerlein" veranstalten. die welt braucht solche idole nicht. das gilt heute fast für jede körperbetonte sportart.

ewald

08. Dezember 2010, 11:53

die sendung gibt es im moment auf youtube

www.youtube.com/watch

Peer Schader

08. Dezember 2010, 11:53

@Lars: Es ist nicht klar, ob das überhaupt schon mal in der Mediathek stand oder von vornherein gar nicht, deshalb die Formulierung "derzeit nicht auffindbar".

Akkin

08. Dezember 2010, 11:53

http://H.L. Sch

Gottschalk sagte dem Kanditaten vor der Wette, wenn er meint das es zu gefährlich sei, dann sollte er aufhören, Samuel sagte niemals würde er aufgeben. Denke das ganze wird hier viel zu einseitig dargestellt. Vielleicht hat Bild da mehr Recht.

"Als Samuel zu „Wetten, dass..?“ kam, sah er aus wie ein junger Held: blond, muskulös, strahlend.

Kein Angsthase, sondern einer, der was wagt. Einer, den sich junge Frauen in ihren Arm wünschen – und Schwiegereltern zum Stollen-Essen um ihren Adventskranz."

Sind jetzt auch alle jungen Frauen mitverantwortlich ?

Podsches

08. Dezember 2010, 11:54

Für Quoten sind Fernsehanstalten und sogenannte Entertainer bereit alles zu tun um der Konkurrenz den Rang abzulaufen. Denken ist dabei nicht angesagt, man will Spass haben. Gedacht über etwas wird immer im Nachhinein wenn etwas passiert oder wenn es schief geht. So ist die gesamte heutige Gesellschaft. Die Politik ist das beste Beispiel dafür. Das ganze ist nurmehr Volksverblödung und -verarschung. Mit dem Bildungsauftrag der Öffentlich Rechtlichen Fernsehsender hat das nichts mehr zu tun, das wird wenn überhaupt in die dritten Programme verschoben oder 3 sat, Phönix, zdf-info u.s.w. Ein Armutszeugnis das Ganze.

Mario

08. Dezember 2010, 11:55

Nein,das ist kein Skandal. DIe Seite hier selbst zensiert naemlich auch kritische Kommentare.

chipin

08. Dezember 2010, 11:56

Also so langsam nervt die ganze Sache. Hat das Land keine anderen Sorgen als dermaßen gefühlsduselig auf diesen Unfall zu reagieren. Es ist mittlerweile der vierte Tag.

Was für ein Kesseltreiben hätte der selbe Vorfall im privaten Fernsehen ausgelöst?

Und die Reaktion der achso betroffenen Personen im ZDF!

Warum diskutiert eigentlich überhaupt noch jemand dieses Thema. Der Kandidat ist / war Stuntman. Da gehört so etwas zu seinem Geschäft!

Außerdem ist der Aspekt, dass es sich wohl auch / vor allem um eine Promotionaktion für die "Geh"hilfen - ein Bekannter od. Freund soll wohl Alleinimporteur nach Deutschland sein - kaum diskutiert!

syrro

08. Dezember 2010, 11:56

So tragisch wie die Wette geendet ist. Samuel bzw. jeder Wettkanditat weis was für ein Risiko eingeht. Er hat das ja schließlich nicht zum 1.mal gemacht sondern schon vorher geübt.

Merkwürdig nur ist, das in der Mediathek Hallo Deutschland rausgenommen wurde.

Roland Rafael Repczuk

08. Dezember 2010, 11:57

http://www.roland-rafael-repczuk.de

Ich verstehe die Diskussion überhaupt nicht. Wir leben doch auf einem Lügenplaneten. Hier gibt es keine Wahrheiten zu entdecken.

zappuser

08. Dezember 2010, 12:00

Hokus Pokus, Sensationen, das Fernsehpublikum gibt sich eben nicht mit einfacher Unterhaltung zufrieden. Geboten wie nachgefragt.

Es gab ein Risiko, der Kandidat ist es eingegangen um ein bißchen berühmt zu sein, es hat sich realisiert, jetzt ist er querschnittsgelähmt. Es ist eine alltägliche Geschichte, sie gilt ebenso für Rennfahrer, Stuntmen, Turner, Kletterer, Alpinisten, Berufssoldaten usw..

Justin Case

08. Dezember 2010, 12:04

Eine Prognose:

Wenn TG Charakter hat - bei allem seltsamen Gescherze (von den Eierstoecken bei NaSowas [die im Uebrigen auch in der Wiederholung rausgeschnitten waren] bis heute..) - wird er die Sendung NICHT weiter moderieren. Das ist nicht denkbar, das waere ungeheuerlich. Wie soll man sich das vorstellen? Eine kurze live-Schalte zu Beginn der naechsten Sendung ins Krankenhaus "Kopf hoch Samuel!" und dann kommen neue Wetten??

Mir ist es unverstaendlich, das die Mehrheit offenbar fuer eine Fortsetzung von Wetten dass... plaediert; Vielleicht entzieht sich das aber auch meiner naiven Urteilsfaehigkeit, da ich seit Jahren ohne Fernseher auskomme und die Sitten&Gebraeuche dort wohl nicht mehr die der 80er Jahre sind.

JC

Geisterhoernchen

08. Dezember 2010, 12:06

Dass das ZDF die in den Proben zur Show missglückten Stürze herunterspielt ist natürlich in höchstem Maße nachvollziehbar.

Verantwortlich sind beide. Das ZDF und der Junge.

Ein klein wenig mehr das ZDF, weil sie von den Quoten etwas hat, der Junge aber nicht. Kennen wir von Krimis.

Derjenige trägt Schuld, der auch ein Motiv hat und die Verantwortung, etwas zu generieren, also die Show in diesem Fall.

Quotengeilheit und Selbstüberschätzung sind die Schuldigen.

Wetten dass habe ich vorher nicht gesehen und werde nun weiter dieses seichte Format meiden bis ich Bekanntschaft mit meinem Grab mache, denn so lange wird dieses Ding noch laufen..., bis zum Tod, bis zum Ende aller Zeiten!

Peer Schader

08. Dezember 2010, 12:06

@Mario: Hier zensiert der Autor immerhin noch von Hand! Ihren Kommentar hab ich besonders gern zensiert.

Ch. Kuester

08. Dezember 2010, 12:08

Selbstverständlich ist der Junge selber schuld. Gleichwohl ist das ZDF in der zumindest moralischen Pflicht für die bestmögliche Heilung, Reha und Pflege zu sorgen. "Macht endlich mal etwas anständiges mit unseren TV Gebühren". Herrn

Gottschalk geht es nur um seinen Ruf, sein Verhalten empfinde ich als lächerlich und unehrlich.

Max Kästner

08. Dezember 2010, 12:10

Ich finde die ironische Formulierung >>"Witzig" ist im Nachhinein WOMÖGLICH nicht die korrekte Beschreibung des Risikos.<< reichlich geschmacklos!

Moralaposel

08. Dezember 2010, 12:10

Richtig übel finde ich zur Zeit übrigens die tägliche Abendberichterstattung über den Unfall auf der RTL und VOX in ihren Promi News, die insb. auch die Sendung und das Verhalten des ZDFs in Frage stellen.

Nicht dass vor ein paar Jahren einmal ein Rockmusiker bei der WOK WM bewusstlos nach einem Sturz da lag....  Damals übrigens kein Abbruch, Kamera voll drauf. Und als er wieder bei Bewusstsein war, natürlich dumme Sprüche.

Ich frage mich auch, wo denn all die moralischen Besserwisser bei solchen Sendungen im Vorfeld sind. Und wird die Formel 1 abgesetzt, weil es ein erneutes Todesopfer gab, oder Alpin Ski beim nächsten heftigen Unfall, oder Turmspringen (insb. das Turmspringen der Amateure um Herrn Raab), oder die Tour de France, wenn es wieder einen tragischen Sturz (unter Drogen?) bei einer Bergabfahrt gab?

Und erst die jährlich zu Weihnachten oder Silvester gezeigten Zirkusnummern....

In irgendeinem Artikel meinte ein Kommentator, man hätte als Ersatz keine Popmusik sondern Kunsteislaufen zeigen sollen. Prima, riskante Sprünge mit recht häufigen Stürzen, bei denen es auch schon schwere Lähmungen gab.

Wer sich all dies aus moralischen Gründen nicht anschaut, der darf nun ruhig auf die sensationslüsternde Meute abwertend schauen und das ZDF wegen der Wette verurteilen. Denn alles sind unter reinen Risikogesichtspunkten völlig wahnsinnige Sachen.

Wenn wir schon bei der Risikobewertung sind: Die Sendung "Wetten dass" ist versichert, so dass hier im Vorfeld ein Sachverständiger einer Versicherung sich die Wetten und Umstände sehr genau anschaut.

Schon spannend, jetzt, nachdem was passiert ist, wissen die ganzen Professionellen Unschuldslämmer von RTL, Sat.1, Pro7 und hier im Blog plötzlich alles besser.

Herr Koch (ich nenne ihn bewusst nicht Samuel) ist 23 Jahre alt. Da weiß man, was man macht und ist selbstverantwortlich.

Peer Schader

08. Dezember 2010, 12:11

@Max Kästner: Ok. War aber gar nicht ironisch gemeint.

Roman

08. Dezember 2010, 12:13

Das Problem liegt nicht nur an Herrn Schaders Zensur.

Ihm fällt es offenbar schwer eine Antowort zu finden, wenn er persönlich angesprochen wird.

willy

08. Dezember 2010, 12:14

Vielleicht sehe ich das ja jetzt zu pragmatisch, könnt mich ja korrigieren, aber ich glaube, Samuel wusste genau was er tut und konnte als Leistungssportler auch die Gefahr einschätzen. Er hat das auch sicher zig mal zu Hause trainiert! Ein Stuntman oder Sportler muss das doch selbst einschätzen können. Dürfen wir dann in Zukunft keine gefährlichen Sportarten, wir Motorradrennen, F1 und Skiabfahrtsrennen live ansehen, da ist es doch meiner Meinung nach noch viel gefährlicher als die häufig erwähnten 50km/h in diesem Fall. (wobei es ja keine 50km/h waren, wie es ja auch banankiste ausgeführt hat)

Das ganze war einfach ein schlimmer Unfall, der halt unglücklich ausging. Hätte ja auch mit einem blauen Fleck enden können, dann hätten wir auch nichts gehört von Verantortung des Senders usw. Ich mache dem Sender keinen Vorwurf, denn, wenn wir ehrlich sind, wollen wir, die Zuschauer, ja spektakuläre Wetten sehen! Den Träger von Baumwollsocken am Geschmack erkennen usw........das haben wir doch wohl zu genüge gesehen, oder nicht?!

Wie heute ja zu lesen war, ist ja auch geplant, den Jahresrückblick ausfallen zu lassen..........ja gehts noch, steht jetzt alles still, weil ein Unfall passiert ist?

(The Show must go on, wie in jeder Sportart )

Ich wünsche dem Samuel von ganzem Herzen, dass er wieder auf die Beine kommt und nichts zurückbleibt!!!

In diesem Sinne, euch allen eine gute und unfallfreie Zeit!

Extremsportler

08. Dezember 2010, 12:16

Es tut mir leid so viele Menschen lesen zu müssen, die auch wieder dem reinen Aktionismus verfallen sind.

Die Scheinheiligkeit vieler hier ist einfach grauenvoll. Es wird sich hier über eine Sendung aufgeregt, die einen tragischen Unfall hatte. Aber genau diese Menschen schauen sich mit Genuss Sendungen aller "Ups die Pannen Show" an, in diesen oft Unfälle gezeigt werden die nicht weniger schlimm sind.

Einige haben es hier schon angesprochen, wer sich jetzt über diesen Unfall aufregt, der darf keine Sportübertragungen mehr schauen. Denn so ziemlich in jeder körperlichen Sportart können schwerste Verletzungen vorkommen. Und als Extremsportler, kenne ich keine weiter Schutzausrüstung die man dem Verunglückten noch hätte anziehen können, ohne ihn völlig am ausführen der Wette zu hindern.

Bastian Gèra

08. Dezember 2010, 12:16

Faszinierend wieviele Leute auf einmal glauben zu wissen was da wirklich alles passiert ist und welche Maßnahmen oder Sicherheitsvorkehrungen das ZDF hätte treffen müssen. Noch besser finde ich die juristischen Analysen, die auf der Grundlage von Zeitungsartikeln und Pressemeldungen erstellt werden. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich - wie immer - irgendwo in der Mitte. Meines Erachtens handelt es sich um ein tragischen Unfall und man kann nur hoffen, dass die richtigen Konsequenzen gezogen werden. Vergessen werden sollten aber auch nicht die Eltern: Man ermutigt seine Kinder nicht zu derartigen Aktionen und schon gar nicht setzt man sich in ein Auto und fährt dann auf sein eigenes Kind zu.

Vielschichtigkeitsjunkie

08. Dezember 2010, 12:20

Soso, er wollte ursprünglich also ZEHN Autos überspringen?

Ich wiederhole  nochmal das, was ich in einem Leserkommentar an anderer Stelle zum Thema schrieb: WOFÜR hat Koch jetzt seine Gesundheit höchstwahrscheinlich ruiniert? Für WEN?

Für Thomas Gottschalk? Für eine blöde Unterhaltungsshow? Für Michelle Hunziker?

Für den Mob, der unterhalten werden will?

DAFÜR setzt man, falls es ganz finster kommt, eventuell sogar sein LEBEN auf´s Spiel?

Sorry, Herr Koch - dann sind sie ganz einfach ein Idiot. Dem ZDF kann man keine Schuld geben, wie man dem Fernsehen ganz allgemein keine Schuld daran geben kann, daß es natürlich unterhalten will, ganz gleich, wie man "Unterhaltung" nun definiert ...

Es wundert mich auch nicht weiter, daß das ZDf jetzt natürlich zu vertuschen versucht, daß ein bisschen gemauschelt und gelogen wird. Das ist man vom Lerchenberg ja gewohnt, nicht nur in puncto Entertainment.

Ansonsten schließe ich mich vielen anderen Kommentaren an - hat dieses Land eigentlich keine anderen, dringlicheren Probleme als irgendeine bescheuerte Wette in einer dümmlichen Unterhaltungssendung? Kaum zu glauben, daß man mit sowas tatsächlich Geld verdienen kann. Also, mit Betroffenheitswichserei.

Übertriebene Interpretation

08. Dezember 2010, 12:21

Hallo, wenn ich mir den Hallo Deutschland Clip anschaue, komme ich zu dem Entschluss, dass der Sturz bei dieser Probe wohl wirklich nur so schlimm war wie von Gottschalk beschrieben.

Gottschalk zeigt keine große emotionale Reaktion, nur leichtes Mitgefühl für den vermutlichen Sturz. Er hat 2 Sekunden lang das Auto im Blick, würde er von einem gefährlichen Sturz ausgehen, würde man anders reagieren. Er zeigt in dem Moment keine Anspannung um sofort zu ihm hinzu laufen. Erst als das Auto an ihm vorbei ist, läuft er halt zu ihm hin. Seine ersten beiden Schritte sind nur zügig, erst dann rennt er, vermutlich um doch noch schnell bei ihm zu sein um ihm noch hochzuhelfen.

Was Huntziger angeht, nun siei st halt eine Frau, wenn sich jemand mit so Sprungschuhen hinlegt, wird es wohl immer schmerzhaft aussehen.

Ich habe schon zehntausende Männer gesehen, die entsetzter geschaut haben, nur weil ihre Mannschaft beinahe ein Tor kassiert hat.

Sebastian Engelmann

08. Dezember 2010, 12:24

Lieber Herr Schader,

hallo Deutschland stellt seine Samstagsausgabe i.d.R. nicht online. Das hätten Sie leicht herausfinden können.

Ich kann Ihnen den Vorwurf nicht ersparen, dass es sich im Kontext Ihres Textes wie "Zensur" anhört, dass der Beitrag nicht auffindbar ist.

Ich finde es auch durchaus bemerkenswert, dass Faz.net weiterhin Bilder zeigt, die das ZDF am Samstag abend bewusst nicht gezeigt hat:

Vielleicht wäre das mal ein Thema für Ihren Blog, oder wäre ein solcher Beitrag dann auch nicht mehr auf faz.net "auffindbar"?

Freundlich grüßt,

Sebastian Engelmann

Peer Schader

08. Dezember 2010, 12:30

@Sebastian Engelmann: Herr Engelmann, schön, dass auch Autoren von ZDFheute.de mitlesen. Wie hätte ich es denn besser formulieren können?

Was Bilder angeht, die bei FAZ.NET (und anderen Online-Medien) gezeigt werden: Sitzen Sie nicht an der Quelle, um kritisch darüber zu berichten?

WWetterwachs

08. Dezember 2010, 12:35

Natürlich trägt das ZDF Verantwortung.

Jede Wette kann misslingen, also auch diese(Der Wettgegner wird natürlich an ein gelingen glauben). Wenn aber auch diese Wette misslingen kann, stellt sich sofort die Frage wie und unter welchen Umständen dies passieren kann. Bei dieser Wette und diesem gedankengang stellt sich sofort die Frage nach den Konsequenzen einer solch misslungenen Wette. Der Athlet touchiert das Auto oder fällt hinter selbigen mehr oder minder unkontrolliert auf den Boden.

Die Konsequenzen sind nicht einzuschätzen. Daraus resultiert in meinen Augen eine eindeutige Entscheidung. Haltegurte oder Ablehnung der Wette.

Der Verantwortliche für diese Sendung hat diese Entscheidung zu treffen.

Gruß

Willi

zankbirne

08. Dezember 2010, 12:38

Ein erwachsener Mensch spring mit minimalen Sicherheitsvorkehrungen auf Sprungfedern über fahrende Autos. Dass dabei neben der Gefahr, sich als halsbrecherischer Profileurotiker zu entlarven eben auch die Gefahr des Halsbrechens bestand, das hat er ausgeblendet - oder es war als Argument schwächer als ein paar Minuten Ruhm und Werbeverträge. Mitleid? Keins.

Mitleid hab ich mit einer Gesellschaft, in der ein Moderator, dem - das merkt man an seinem Verhalten vor der Wette - die Gefahren bewusst sind, der aber nichts tut, das von oben eingeflüsterte und völlig selbstveständliche Abbrechen der Sendung noch als ethische Höchstleistung ausgelegt wird.

Thoddy

08. Dezember 2010, 12:39

http://Http://zeichenblog.39punkt.de

Guter Artikel! Als ich die Sendung "Hallo Deutschland" sah, habe ich das Ganze als Lockwette verstanden, die etwas ganz besonders Spektakuläres ankündigen sollte. Endlich mal wieder Abwechslung in die sonst so Talklastige Promipromoshow bringen. Etwas, was vielleicht auch junge Zuschauer von anderen Abendshows zum ZDF locken soll (nicht jeder ist ein Justin Fan).

Zugegeben, es ist tragisch, was währen der Sendung passiert ist. Tragisch für den Kandidaten, der offenbar niemanden an seiner Seite hatte, der objektiv seine Selbstüberschätzung bremste und Tragisch für das ZDF, das jetzt auffällig stark um Schadensbegrenzung bemüht ist. Es hätte ja klappen können - hat es aber nicht.

Roman

08. Dezember 2010, 12:42

@Vielschichtigkeitsjunkie:

WORD!

Sebastian Engelmann

08. Dezember 2010, 12:45

Lieber Herr Schader,

ich schreibe nicht mehr für ZDF heute.de.

Außerdem ist es Sache der jeweiligen Portale, welche Bilder sie zeigen. Das ZDF hat sich am Sasmtag dafür entscheiden, auf das Publikum zu halten, statt den Ufall zu zeigen.

Wenn faz.net es für geeigneter hält, den Unfall näher zu zeigen, dass muss sich faz.net fragen lassen, wer da eigentlich auf die Quote schaut.

Ich hätte an Ihrer Stelle erst mal herausgefunden, warum der Beitrag nicht online ist. Den Grund habe ich Ihnen ja nun genannt.

Freundlich grüßt,

Sebastian Engelmann

P.S.: Und da ich sehr für Transparenz bin: ich auch weiterhin beim ZDF.

Peer Schader

08. Dezember 2010, 12:57

@Sebastian Engelmann: Lieber Herr Engelmann, ich schreibe doch gar nichts über den Grund, aus dem das Video nicht online steht. Ich habe auch nicht geschrieben: "Das ZDF löscht..." - also nochmal: Was wäre Ihr Formulierungvorschlag, um Missverständnisse zu vermeiden?

Und was die FAZ.NET-Bilder angeht: Wie Sie vielleicht ahnen, bin ich als freier Autor nicht bei FAZ.NET angestellt und deshalb bin für Ihre Beschwerde nicht der richtige Ansprechpartner. Wir sind uns allerdings einig, dass viele der Bilder, die derzeit in den Medien zu sehen sind, nicht gezeigt werden müssten. Und um sie korrigieren zu dürfen: Das ZDF hat mit seiner Reaktion vieles richtig gemacht am Samstag, der Moment des Unfalls war - wenn man es sich noch einmal genau ansieht - sehr wohl zu sehen, wenn auch unabsichtlich.

Für welche Redaktion arbeiten Sie denn jetzt, wenn ich fragen darf?

Anno72nym

08. Dezember 2010, 13:03

http://www.memotoo.com/

Zumindest belebt so ein Ereignis mal das Internet. Es ist zwar nicht unbedingt das, was man sich hier als Content wünscht, aber es ist schön zu sehen, dass auch das TV-sehende Volk sich nach Interaktion und Austausch sehnt. Glücklicher Weise haben viele das schreiben noch nicht verlernt, wenn gleich sie gelegentlich in rührseelige TV-Rethorik abgleiten.

nurmalso

08. Dezember 2010, 13:07

schon erstaunlich, wie aus milchmädchenrechnungen plötzlich seriöse prognosen werden.

"die zuschauer wollen das doch so"

"der hätte das dann sicher woanders gemacht" (kann er ruhig, aber bitte nicht mit meinen gez gebühren)

"das sind ganz andere extremsportler unterwegs" (ja, verrückte wird es immer geben)

"denkt mal darüber nach" (gern. meine meinung bleibt aber dieselbe, nämlich ....)

... sicher hat der mann diese wette freiwillig durchgeführt. aber wo war bitteschön das zdf denn gezwungen, diese wette anzunehmen und im tv zu zeigen? jaja, ich weiss - der sensationsgeile zuschauer zwingt die sender dazu. diese anonymen zuschauer schreiben sicher massenhaft briefe, emails oder sms an die wetten dass redaktion. "wir wollen endlich eine wette, bei der über 10 autos gesprungen wird - sonst schalten wir nicht ein".

Wolfgang

08. Dezember 2010, 13:12

http://fastvoice.net

Eigentlich ist das ja kein originäres TV-Thema. Es wird nur deshalb zu einem gemacht, weil ein Unfall dieser Art ausnahmsweise mal im Flaggschiff der Samstagabend-TV-Unterhaltung passiert ist.

Regelmäßig verletzen sich Menschen bei Ausübung ihres riskanten Berufs oder gefährlichen Hobbys, nicht selten kommen sie dabei auch zu Tode. Nur sehr selten ist jedoch eine Kamera dabei, normalerweise erfährt die breite Öffentlichkeit davon nichts.

Worüber diskutieren wir hier also? Darüber, dass es Menschen gibt, die sich freiwillig einer Verletzungs- oder Todesgefahr aussetzen? Dass sie es gerne auch in der Öffentlichkeit tun? Nein, denn wie ich aus eigener Erfahrung aus einigen Jahren Motorsport weiß, spielt eine solche Öffentlichkeit kaum eine Rolle bei der Risikofreudigkeit. Samuel K. hätte und hat solche oder ähnliche Stunts auch ohne die Mitwirkung des ZDF vollbracht, zahlreiche Extremsportler finden ebenfalls nie im Fernsehen statt und haben trotzdem ihren Spaß.

Wie das Beispiel Michael Schumacher mit seinem zeitweiligen verletzungsträchtigen Ausflug in den Motorradrennsport gezeigt hat, nehmen selbst Weltstars auch mal abseits der TV-Live-Übertragungen hohe Risiken in Kauf, um ihrer Leidenschaft nachzugehen, den "Kick" zu bekommen, das Leben in sich zu spüren oder welche Motivation auch immer dahinter steckt.

In Fall Samuel K. hat das ZDF einem Stunt-Profi eine Bühne bereitet, so wie beispielsweise die ARD für DTM-Übertragungen und RTL für Formel 1 - mit teils spektakulären Unfällen. Verwerflich? Oder bildet das Fernsehen hier einfach nur einen winzigen Teil einer Realität ab, die auch ohne das Fernsehen tagtäglich stattfindet und nicht immer gut endet? Ich vermute Letzteres.

Daraus dem Sender einen Vorwurf zu konstruieren, geht an der Wirklichkeit vorbei. "Wetten dass"-Zuschauer wissen schon seit Jahren, dass es dort teils gefährliche Stunts gibt, vermutlich spekulieren sie sogar mit der potenziellen Unfallgefahr. Gleiches gilt für zahlreiche andere Sendungen quer durch die Fernsehlandschaft. Hier bringt TV eigentlich nur als Marktplatz Angebot (risikobereiter Sportler) und Nachfrage (sensationslüsternes Publikum) zusammen; übrigens noch weitaus zurückhaltender als diverse Internet-Videoplattformen.

Bernhard

08. Dezember 2010, 13:16

@bananenkiste

Als Ingenieur erlaube ich mir anzumerken:

Es ist keineswegs wurscht, ob man mit 25 km/h gegen eine Wand oder gegen ein Fahrzeug springt, das einem mit 25 km/h entgegenkommt. Im letzteren Fall addieren sich die Geschwindigkeiten zu 50 km/h. Es ist dann (rein physikalisch) so, als ob eine Person mit 50 km/h gegen eine Wand springt oder fährt.

Noch schlimmer und was viele Raser nicht wissen:

Die Bewegungsenergie ist proportional dem Quadrat der Geschwindigkeit. Z. B. hat ein Auto, das mit 160 km/h fährt nicht die doppelte, sondern die vierfache Bewegungsenergie als ein mit 80 km/h fahrendes Fahrzeug.

Daher werden Autos bei Unfällen mit hohen Geschwindigkeiten geradezu zerrissen. Und prallen die Autos gegeneinander, addieren sich natürlich ebenfalls die Geschwindigkeiten.

j4k3

08. Dezember 2010, 13:16

Nanu, Herr Schader. Was ist das denn für eine sensationsgeile Schmiere?

"Nur ein Mal kam er [der Kandidat] ins Straucheln, ein weiteres Mal landete er auf dem Gesäß, stand aber gleich wieder auf." - das hört sich für mich nun wirklich nicht tödlich an. Das Bild Hunziker mit Händen vor dem Mund kennt man auch aus Wetten, bei denen ein Eierlauf Wettgegenstand war. Die Sendung nicht in die Mediathek aufzunehmen, halte ich für ebenso anständig, wie beim Unfall nicht absichtlich mit der Kamera drauf zu halten.

KrLe

08. Dezember 2010, 13:24

Es geht nicht um die (Eigen)Veranwortlichkeit des Hr. Koch. Hier greifen viele Kommentare zu kurz !! Hr. Koch war, entgegen einiger Meldungen, kein Stuntprofi. Es geht darum, welche Risiken das ZDF in Kauf genommen hat, um die Wette zeigen zu können. Hier scheint das ZDF auch noch zu mauern.

Was haben wir an Tatsachen:

1) die Stürze bei den Proben: Wo ist das Bildmaterial ? Warum heißt es, es habe keine Stürze gegeben ?

2) der Unfallhergang: Hr. Koch ist mit hoher Wahrscheinlichkeit von dem Audi am Kopf erfasst worden (übereinstimmend Bild und FAZ). Warum war diese kritische Fahrzeugstelle nicht gepolstert ? Weil der Wagen mit Polsterung zu hoch geworden wäre ?

3) Die Fahrzeug auswahl: Bei den kleineren Fahrzeugen hat es geklappt. Bei dem Audi A6 fehlte die Höhe (siehe 2.). Bei dem Audi A6 mußte Hr. Koch aber auch deutlich weiter springen als bei dem Smart oder dem Ford Focus. Meines Erachtens verschlechterte sich das Höhen/Weiten Verhältnis mit jedem Fahrzeug. Der letzte PKW war ein Kombi. Hat das ZDF das Risiko erhöht, um die Wette auszureizen ? Wie kam es zu der PKW Reihenfolge und Auswahl ?

Das sind sachliche Fragen, die nichts damit zutun haben, ob Hr. Koch sich freiwillig gemeldet hat oder nicht. Und das ZDF bleibt (als Anstalt öffentlichen Rechts !) die Antworten schuldig.

Peer Schader

08. Dezember 2010, 13:36

@KrLe: Nach ZDF-Angaben hat der Kandidat die Autos selbst ausgewählt.

---

Und ganz kurz an die Kollegen, die gerne mitreden möchten, aber zu faul sind, sich einen eigenen Kommentatorennamen auszudenken: meinen zu benutzen, ist nicht die richtige Lösung.

Sebastian Engelmann

08. Dezember 2010, 13:47

Lieber Herr Schader,

noch mal kurz: Sie hätten auf diesen Satz schlichtweg verzichten müssen, wenn Sie nicht zweifelsohne wissen, dass nur dieses Video aus "hallo Deutschland" nicht mehr zu finden ist.

Sie müssen mir verziehen, aber im Kontetx Ihres Textes liest sich dies eben nun so, als hätte das ZDF etwas entfernt, das nachteilig für den Sender gewesen wäre.

Ich bin übrigens Volontär.

Freundlich grüßt,

Sebastian Engelmann

Wolfgang

08. Dezember 2010, 13:53

http://fastvoice.net

@KrLe: Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass Herr K. nicht als Stuntman gearbeitet hat?

www.oe24.at/.../11934306

Alles falsch hier und anderswo?

Sebastian Engelmann

08. Dezember 2010, 14:02

Lieber Herr Schader,

dann sparen Sie doch diesen Satz, wenn Sie nicht zweifelsohne geklärt haben, dass nur dieses Video aus "hallo Deutschland" nicht zu finden ist.

Aber es hat eben so schön zu Ihrer These gepasst, dass das ZDF etwas herunterspielen will, nicht wahr?

Ich bin übrigens Volontär.

Freundlich grüßt,

Sebastian Engelmann

KrLe

08. Dezember 2010, 14:06

@Peer Schader: Danke für den Input --> wieder der Hinweis auf den Kandidaten. Hat das ZDF überhaupt etwas gemacht, oder mieten die nur die Halle und stellen die Kameras bereit ?

Nochmal zur Klarstellung:

Für mich ist Hr. Koch ein junge Springinsfeld, der auf seine körperliche Konstitution bauend, sich und seiner Umgebung etwas beweisen wollte. Das ist sein Anteil an dem Geschehen, aber mehr auch nicht.

Ich stelle in Abrede, dass er mit 23 Jahren die Lebenserfahrung verfügt, um die Konsequenzen vollständig zu überblicken. Er war eben auch keine Stuntprofi, wie einige Zeitungen meinen. Deshalb ist er schutzwürdig, auch wenn er einen Teil (!) der Verantwortung trägt.

Ich behaupte zudem: Wenn dieser tragische Unfall sich bei RTL oder einem anderen Privatfernsehen ereignet hätte, hätten viele geschriehen: seht die quotengierigen Privaten, Polizei, Polizei, haltet den Dieb.

Mir kommt diese Zuspitzung auf Hr. Koch als alleinigen Verantwortlichen (sagen wir ruhig Schuldigen) zu früh. Genau wie diverse Interviews von hochrangigen Funktionären des ZDF.

Ich möchte gerne mehr wissen, bevor ich mir ein Urteil bilde, und deshalb finde ich Ihren Beitrag, Hr. Schader, sehr wichtig.

Klaus

08. Dezember 2010, 14:27

>> Bitte Blog schließen!

Es interessiert nicht, wer was der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.

Es interessiert nicht, krampfhaft einen Sündenbock zu suchen.

Auch die sog. "Probestürtze" sind völlig uninteressant.

Dieser Artikel ist nur ein Beispiel dafür, dass die Medienlandschaft versucht eine Story, die auf dem Rücken des Kandidaten ausgefochten wird, am Leben zu halten!!!

Chris

08. Dezember 2010, 14:36

Also, als erstes und wichtigstes möchte ich sagen, dass Samuel mein vollstes Mitgefühl hat, ich hoffe er wird wieder ansatzweise der "Alte". Dafür wünsche ich natürlich ihm aber auch seinen Eltern alle erdenkliche Kraft.

Allerdings finde ich diese dämlichen und völlig unangebrachten Schuldzuweisungen völlig deplatziert, denn wer Schuld hat ist völlig egal! Der Kerl liegt auf der Intensivstation mit schweren Lähmungen, da ist es doch vollkommen egal ob das seine Schuld ist oder die vom ZDF oder von sonst wem.

So etwas sind einfach Unglücke die immer und überall passieren können, bei denen der liebe Gott wahrscheinlich eher die Fäden in der Hand hält als die Beteiligten.

Wir alle waren, denk ich, schon einmal im Zirkus (s. Traber), sind Auto gefahren oder mit dem Flugzeug geflogen. Oder vielleicht schonmal auf einem Pferd geritten?! Wie Christopher Reeves? Man muss sein Schicksal ja nicht immer umbedingt herausfordern, aber einschließen kann man sich auch nicht.

Nochmal, es ist nun mal passiert, die Schuldfrage ist völlig irrelevant.

Ich werde Wetten, dass... dennoch auch in Zukunft weiter schauen.

KrLe

08. Dezember 2010, 15:02

@Wolfgang: Dass Hr. Koch als Stuntman gearbeitet hat, stelle ich nicht in Abrede. Aber er ist kein Profi, der seinen Lebensunterhalt seit Jahren damit verdient. Dazu 3 Punkte:

a) 23 Jahre alt: Wann hat er seine Professionalität erworben ?

b) Schauspielschüler in Hamburg: Wann hat er Zeit seine Profession auszuüben ? Dazu Ihr Link zu oe24 - Zitat "jobbte Samuel Koch als Stuntman und Reggieassistent." --> jetzt auch noch Regieassistenz und was heißt "jobbte" !

c) der Unfallhergang: Der eigentliche Unfall war m.E. die Kollision mit dem Audidach. Im Gegensatz zu dem von oe24 zittierten Stuntprofi Rene Lay, halte ich die Wette für zu riskant und behaupte kein Profi hätte diese Übung ohne weiteren Schutz, z.B. durch Polster auf dem PKW Dach durchgeführt.  Zudem: die Verletzung trat genau an der Stelle auf, die nicht geschützt war, am Hals !

Laut imdb.com führt Rene Lay seit 1998, also seit 12 Jahren, Stunts für Film und Fernsehen durch. Deshalb die umgekehrte Frage: Hat das ZDF einen erfahrenen Stuntprofi (> 10 Jahre durchgehende Berufserfahrung) die Wette durchführen lassen oder gibt es ein schriftliches Gutachten eines solchen Stuntprofis dazu ?

KrLe

08. Dezember 2010, 15:11

@Klaus: Was wäre durch ein Schließen des Blogs gewonnen ? Niemand zwingt Sie, sich die Fragen zu stellen. Trotzdem haben Sie bitte Verständnis, dass andere nicht sofort zur Tagesordnung übergehen möchten, um mit Hr. Gottschalk am kommende Wochenende den Jahresrückblick zu geniessen.

@Chris: Ich teile Ihre Ansicht, dass es höhere Mächte gibt, die die Fäden in der Hand halten. Aber zunächst möchte ich wissen, wie es um die irdischen "Mächte" bestellt war.  

Peer Schader

08. Dezember 2010, 15:12

@Sebastian Engelmann: Es bringt jetzt auch nichts, ungenau zu werden, während Sie mir vorwerfen, ungenau zu werden. Ich habe nicht geschrieben, das "nur dieses Video" nicht in der Mediathek steht, sondern mich auf die ganze Sendung bezogen. Aus ZDF-Sicht wäre es sicher das Praktischste, die Bemerkung komplett wegzulassen, aber ich halte es für eine wichtige Zusatzinformation, dass die beschriebenen Szenen derzeit nicht bei ZDF.de zu sehen sind. Warum nicht?

Sie schreiben, "hallo deutschland" stelle "i.d.R." seine Samstagssendungen nicht online. Warum hat die Redaktion dann in der Woche davor eine Ausnahme gemacht? Und zwei Wochen davor, aus der vier Beiträge in der Mediathek unter dem Samstagsdatum zu finden sind (dieser tolle Beitrag über Johann Lafer, der an Bord eines Kreuzfahrtschiffs kocht z.B.)? Und Anfang November? Wie soll sich daraus Ihrer Meinung nach für Außenstehende ein Muster erkennen lassen?

In welcher Redaktion Sie derzeit arbeiten, wollen Sie uns nicht verraten?

sarah Guttmann

08. Dezember 2010, 15:42

Auf die für diese Sportart vorgeschriebene Schutzkleidung, nur der Rechenschaft wegen, ist unverantwortlich. Die Veranstalter müssen darüber Rechenschaft geben!

betroffen

08. Dezember 2010, 15:45

Viele Menschen sehen "wetten dass" nicht wegen gefährlicher Wetten, sondern weil sie einfach einen unterhaltsamen Abend haben wollen. So ging es mir am Samstag, als ich nach Ewigkeiten mal wieder "wetten dass" schauen wollte, einfach weil ich zu faul war, was Besseres zu machen. Als dann die Moderatoren sagten, die Wette sei gefährlich, war mir das gar nicht recht. Ich wollte unterhalten werden und nicht Angst haben müssen um den Wettkandidaten. Ich war nach der Anmoderation tatsächlich besorgt. Die Situation hat mir nicht gefallen, v. a. dass die Sprünge so nah am Publikum stattfanden. Ich dachte, die Bedingungen sind sicher anders als in den Proben. Natürlich habe ich trotzdem gehofft, dass schon alles gut gehen wird (wie sonst in der Sendung auch), v. a. als ich dann gesehen habe, dass der Protektoren anhat. Seit dem Unfall bin ich wie MILLIONEN anderer Zuschauer auch tief betroffen. Man hatte den Kandidaten kurz kennengelernt und war live beim Unfall dabei. Das belastet sehr, zumal man mit so etwas (anders als zum Beispiel beim Anschauen eines Formel 1 - Rennens) nicht rechnet/nicht rechnen muss. Deshalb auch jetzt diese Diskussionen, weil die Leute halt betroffen sind. Das lässt einfach niemanden kalt (und das ist gut so).

Wolfgang

08. Dezember 2010, 15:47

http://fastvoice.net

@KrLe: Wo nimmt denn dann bloß dieser Sebastian Vettel mit seinen ebenfalls 23 Jahren die Professionalität her, Formel-1-Weltmeister zu werden? Messen Sie mit zweierlei Maß?

Samuel K. macht seit 17 Jahren Leistungssport und selbst der von Ihnen ebenfalls genannte Stuntman Lay erklärt: "Man kann durchaus als 23jähriger soweit sein, so einen Stunt auszuführen. Der Kandidat hat sich sehr gut vorbereitet, er hatte gute Protektoren, er hatte einen Helm auf. Er war sich bewusst, was alles passieren kann."

Rainer Wein

08. Dezember 2010, 15:52

Mein Fernseher lief zwar, ich habe den ersten Sprung auch gesehen, aber mich danach wieder meinem PC gewidmet bis ... naja, es auf einmal ruhig war in der Flimmerkiste.

Mir stellten sich dann am nächsten Tag doch einige Fragen.

1. Wenn er in den Proben "schwer" gestürzt ist, warum war er dann nicht schon verletzt ? Da ich mit begeisterung skateboard fahre weis ich das nach "schweren" Stürzen zwar nicht zwingend Knochen gebrochen sein müssen, aber man doch nicht grade wenig in seiner bewegungsfähigkeit eingeschrenkt sein kann.

2. Wie kommen Leute auf die Idee das ein Sicherungsseil geholfen hätte? Er springt knapp über ein bischen mehr als 1,50 großes Auto, beide mit 25km/h und da soll jemand hinter den kulissen schnell genug reagieren damit nichts passiert ? das kann doch nicht sein, im schlimmsten Fall hätte das Seil erst nach dem Auto blockiert und er wäre noch stärker auf dem Kopf gelandet.

3. Selbst wenn er vom ZDF dazu gedrängt wurde die Wette zu verschärfen, warum hat er nicht nein gesagt? An seiner Stelle hätte ich lieber eventuelle Strafen gezahlt als so einen Unfall zu riskieren.

Und "Wetten, dass ... ?" jetzt aus dem Programm zu nehmen finde ich auch eher befremdlich. Aus erfahrung kann ich sagen das man sich auch ein Sprunggelenk mehrfach brechen kann wenn man auf der letzten Treppenstufe ausrutscht.

Klaus

08. Dezember 2010, 16:13

@KrLe: Versuchen Sie bitte nicht neue Erkenntnisse aus dem Unglück/Vorgang zu ziehen!! Zwecklos!!

Sie glauben doch nicht wirklich, dass man Ihnen das Märchen vom unschuldigen Jungen, der nur benutzt wurde, um das Gesinde zu befriedigen, abkauft.

Was für eine idiotische Aktion.. einen Salto über einen fahrenden Wagen vorführen zu wollen.. und als Sicherheit dient ein handelsüblicher Fahrradhelm..

Ich hoffe, dass sein Leid abschreckende Wirkung auf potentielle Nachahmer hat!!! (Das sollte der einzige Nutzen der Berichterstattung ein)

Macht es am besten noch schrecklicher und detailierter!!!

Sebastian Engelmann

08. Dezember 2010, 16:24

Lieber Herr Schader,

wie ich schrieb: in der Regel. Wie Ausnahmen begründet sind, können Sie bei der Redaktion erfragen, jedoch sind wie Sie sicher feststellen können Sendungen der vergangenen Samstage ebenso nicht online gestellt worden.

Ich kann offengestanden nicht ganz erkennen, welche Zusatzinfromationen Sie aus den Bildern der Proben ziehen wollen: Sie spekulieren, das ist Ihr gutes Recht. Dass die Wette gefährlich war, wurde klar angesagt und hat niemand bezweifelt. Vor der Wette wurde es gesagt und danach. Was also nutzt diese Diskussion?

Ich war nicht bei den Proben dabei, Thomas Gottschalk schon. Und seinen Angaben schenke ich Glauben. Es steht Ihnen offen, dies auch zu tun oder eben nicht.

Ein erschreckte Michelle Hunzinger ist Ihnen Indiz dafür, dass bei den Proben schon was passiert ist. Das halte ich für dünnes Eis, vor allem bei einer Wette, die schon bei den Proben den Zuschauern den Atem verschlagen hat.

Es tut mir sehr leid Herr Schader, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie krampfhaft versuchen doch noch ein klares Fehlverhalten des ZDF zu identifizieren.

Freundlich grüßt,

Sebastian Engelmann

KrLe

08. Dezember 2010, 16:26

@Wolfgang: Ich behaupte, dass ich nicht mit zweierlei Mass messe.

zu Hr. Vettel - Zitat Wikipedia: "Vettel ist seit seinem siebten Lebensjahr im Motorsport aktiv. Bevor er 2003 seine Karriere im Formelsport startete, war er bereits im Kartsport erfolgreich und gewann unter anderem 2001 die europäische und deutsche Juniorenkartmeisterschaft". Hr. Vettel hat weder nebenbei Regieassistenz geführt, noch hauptberuflich Schauspiel studiert, noch ist er geritten oder hat gefochten. Hr. Vettel hat auch nicht im Kartsport oder der Formel 1 "gejobbt", er ist ein Motorsport-Profi !

zu Hr. Lay: Hr. Lay wurde von Ihnen angeführt. Nun: Was weiß Hr. Lay über Hr. Koch ? War Hr. Lay bei den Proben oder dem Unfall dabei ? Dann wären seine Aussagen anders zu bewerten. Ohne dies stünden in dem von Ihnen angeführten Artikel nur Behauptungen, Beispiel "Es war nicht unmöglich, was er da vorhatte". Ich habe eher den Eindruck Hr. Lay war weder dabei noch hat er Hr. Koch jemals getroffen.

Folgende Bemerkung zu Hr. Lay - Zitat aus dem Artikel: "Unfalle passieren immer wieder. (...) Das ist etwas, das man immer in Kauf nehmen muss". D.h. eine Querschnittslähmung oder eine Tetraplegie, wie möglicherweise bei Hr. Koch, nimmt man immer in Kauf ? Ich glaube nicht, das Hr. Lay seine eigenen Stunts nach diesem Maßstab vorbereitet.

Thomas

08. Dezember 2010, 18:02

Erstmal hoffe ich das der Kandidat wieder ganz gesund wird.

Sie schreiben ja, dass das ZDF die Wette etwas entschärft hat (weniger Autos, anderer Boden, mehr Schutzausrüstung).

Dagegen spricht das Hamburger Abendblatt davon, das der Kandidat seine Wette fürs ZDF verschärfen musste.

www.abendblatt.de/.../Samuel-Koch-musste-seine-Wette-fuer-ZDF-verschaerfen.html

Da frage ich mich halt was jetzt eigentlich stimmt.

C. Wallot

08. Dezember 2010, 18:48

@Mike

Vielen Dank für den Hinweis zu den Bildern aus der Perspektive des Saalpublikums.

Peer Schader

08. Dezember 2010, 19:14

@Sebastian Engelmann: Und mir geht es genau andersherum: Ich habe den Eindruck, Sie verteidigen krampfhaft Ihren Arbeitgeber.

Sebastian Engelmann

08. Dezember 2010, 19:35

Lieber Herr Schader,

da müssen wir uns wohl mit unserem jeweiligen Eindruck begnügen. Und in diesem Fall verteidige ich sehr gerne das ZDF.

Viele Grüße,

Sebastian Engelmann

Susi

08. Dezember 2010, 20:05

Ich war auch mal Sportlerin und hatte auch einen "dummen" Unfall. Er konnte das, das steht ausser Frage!! Das haben wir alle gesehen und zwar locker!

Jetzt ist aber irgendeine Kleinigkeit schief gelaufen und schon kam es zu dieser

sehr sehr unglücklichen Geschichte. Klar es bleiben an dieser Stelle viele Unfallopfer

angeführt, die diese Aufmerksamkeit nicht bekamen.

Ein Unterschied besteht zu vergleichbaren anderen schwersten Unfällen: es war LIVE und ca. 10 Mio Zuschauer haben den Unfall gesehen. Alle sind geschockt! Ist doch klar dass dies öffentlich in dieser Form diskutiert wird und es alle interessiert wie es dem jungen Mann geht.

Es ist doch ganz einfach: Beten wir einfach für diesen jungen Kerl! Vielleicht sind

wir alle zusammen WUNDERBAR!

Luna

08. Dezember 2010, 21:17

Ich bin nicht gerade ein "Wetten dass ...?"-Fan, meist habe ich nur Ausschnitte oder das Ende der Sendung gesehen. Auf jeden Fall waren nicht irgendwelche waghalsigen Wetten der Grund warum ich es angeschaut habe. Bei der letzten Sendung sind wir gelandet, nachdem wir in 3 Filme reingeschaut haben und alles nicht gefiel.

Ich kann nicht verstehen wie man das ZDF für diesen leider sehr schrecklichen Unfall verantwortlich zu machen. Wenn die Wette von vorn herein als unzumutbar (bzw. undurchfürbar) galt, kann ich nicht verstehen wie die Eltern so etwas noch unterstützen. Das die Eltern so etwas (schweren Herzens) akzeptieren wäre noch verständlich aber sich an der Wette zu beteidigen wäre dann unerklärlich.

Ich denke nicht, dass das ZDF so einen Einfluss auf die Wette ausüben konnte, dass selbst der Vater nicht mehr zurück konnte.

Ich möchte keinen Verantwortlich machen und es tut mir schrecklich leid um Samuel, und besonders für seinen Vater, der jetzt mit diesem Schicksal leben muss.

Ich wünsche Samuel und seinen Eltern alles Gute für die Zukunft.

Mark

09. Dezember 2010, 08:24

@Sebastian Engelmann: Ich finde es etwas, sagen wir mal, merkwürdig, daß ein Volontär des ZDF sich aufschwingt, seinen Arbeitgeber zu verteidigen. Ist ihre Presseabteilung im Bilde? Nun gut, es sei Ihnen gegönnt. Die Sachlage spricht -zumindest moralisch- gegen das ZDF und die beteiligten Redakteure.

Zum einen wurden schon am Tag nach der Sendung augenscheinlich große Anstrengungen seitens des ZDF unternommen, veröffentlichte Videoausschnitte VOM STURZ aus den einschlägigen Videoportalen zu entfernen. Heute findet man bei einer flüchtigen Suche zwar viele Clips mit den Statements von Herrn Gottschalk zum Abbruch der Sendung und sein Interview mit Marietta Slomka im Heute Journal; auch Clips von erfolgreichen Sprüngen findet man. Aber Clips vom eigentlichen Sturz, die es dem Zuschauer ermöglicht hätten, die Gefährlichkeit der Situation anhand des Unfallherganges selbst zu bewerten, diese Clips werden unter Hinweis auf den Rechteinhaber "Wanna Challenge UG" gesperrt. Ich gestehe der Rechtsabteilung des ZDF zu, all das tun zu dürfen, von einem rechtlichen Standpunkt aus gesehen. Und ich glaube auch, daß die Wettkandidaten einen in 29 Jahren absolut wasserdicht gemachten Vertrag abschließen müssen, so daß das ZDF rechtlich voll im grünen Bereich ist. Die rechtliche Bewertung ist aber nur eine oberflächliche.

Eine andere Frage nämlich ist die moralische Bewertung des Vorfalles. Hier beginnt die wahre Diskussion erst, weil die Zuschauer sich nicht für rechtliche Fragen interessieren, sondern auf einer moralischen Ebene argumentieren. Und das ist deren gutes Recht. Gibt es also eine moralische Verantwortung des Senders? Hier behaupte ich - ja, die gibt es! Eine Sendung, die über drei Jahrzehnte als "die ultimative Familiensendung" galt, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, ob das, was am 04.12.2010 über die Fernseher flimmerte und von 8,4 Millionen Zuschauern gesehen wurde, ob das also "gute Familenunterhaltung" war? Hätte eine verantwortliche Redaktion nicht den Übereifer des Kandidaten erkennen müssen? Hätte man den Kandidaten nicht zusätzlich sichern müssen? Hätte man nicht ALLE Eventualitäten, die zur Gefährdung von Kandidaten und Publikum (!) hätten führen können, analysieren und beseitigen müssen? Hätte der Sender -auch angesichts der immensen Produktionskosten- nicht ALLES unternehmen müssen, um den Kandidaten zu schützen? (Und sagen Sie jetzt bitte nicht, man habe doch alles getan! Einer Detailbewertung hält diese Aussage nicht stand.)

Natürlich: heute ist es in gewisser Weise müßig, darüber nachzudenken oder diskutieren zu wollen, denn dadurch wird der abgestürzte Wettkandidat auch nicht wieder gehen können. ABER: Die Diskussion um die Mitschuld -wenn auch nur moralisch- des Senders und der Redaktion muß geführt werden, weil diese Diskussion uns wegführt von einer (Fernseh-) Welt in der alles erlaubt ist, solange es den Massen gefällt, hin zu einer Welt, in der öffentlich-rechtliches Fernsehen sich wieder als das begreift, wofür es ursprünglich stand: neutrale Berichterstattung, kritische Dokumentation, familienfreundliche und qualitativ hochwertige Unterhaltung. Diese Diskussion wird nur ungern bei Sendern geführt, denn man tanzt ohne Not zusammen mit den privaten Sendern um das goldene Kalb "Quote"! Warum, das wissen wohl nur die Macher selber.

Aber wissen sie was: das ZDF wird diese Diskussion nicht wieder in die Flasche zurückbekommen, nicht durch butterweiche Statements vom Programmdirektor, nicht durch Videolöschaktionen. Die Sendung ist dauerhaft beschädigt, weil die Redaktion einen jungen Mann nicht stoppen WOLLTE, der nun für den Rest seines Lebens schwerstbehindert sein wird. Dieser junge Mann wird irgendwann reden. Und seine Geschichte wird dem ZDF nicht gefallen, da bin ich mir sicher. Schon aus diesem Grund ist "Wetten dass...?" Geschichte. Vielleicht zieht man die Sendung noch durch bis zum Staffelende im Sommer; zuviel Vorarbeit steckt darin. Aber dann?

Und ja, ich bin sehr gespannt, ob Thomas Gottschalk den Mut hat, eine Schaltung zu Samuel in seiner "Menschen 2010"-Sendung zu machen? Wir werden sehen.

wali

09. Dezember 2010, 09:28

so wie das hier klingt wollte nicht "wetten, dass.." höher hinaus, sondern der kandidat selber..wenn er sogar über 10 autos springen wollte und ohne helm.

meiner meinung nach seine schuld...

Familie S.

09. Dezember 2010, 11:33

Ach Mensch....Verantwortung, Selbstverschuldung, Leichtsinn, Ehrgeiz - hin oder her. Was jetzt nur zählt ist doch, dass es Samuel Koch hoffentlich besser geht! Seine Familie und er brauchen jetzt Unterstützung, Hoffnung, Kraft und Mut - keine moralisierenden Ratschläge. Wäre es gut gegangen, hätten all diese Moralapostel doch auch geschwiegen... Kann man nicht einfach mitfühlend sein?!

Nicht falsch verstehen: Kritische Fragen sollen und müssen

gestellt werden und ein Sender wie das ZDF sollte auch insofern Verantwortung übernehmen, als dass solche risikobehafteten Situationen in Zukunft besser abgesichert werden. So ist man zum Beispiel in einem Kletterwald in schwindelnder Höhe auch durch Seile gesichert und leistet dennoch sportlich einiges. Das wäre evtl. in diesem Fall schon eine hilfreiche Maßnahme gewesen. Es wäre... Man sollte jetzt nach vorne schauen - ändern kann man leider nichts mehr.

Dir, lieber und sympathischer Samuel Koch und deiner Familie alles erdenklich Gute und viel Kraft für die kommende Zeit. Habt Zuversicht, wie es auch kommen mag.

Familie S.

Doris Angl

09. Dezember 2010, 14:00

Jammerschade, dass einige Menschen nach so einer Tragödie mit Gewalt nach Schuldigen suchen! Das macht es doch nicht mehr ungeschehen. Da spielen wohl viele Faktoren zusammen. Hier mit Thomas Gottschalk abrechnen zu wollen ist mehr als dumm und gemein!!! Persönliche Antisympathie mit dem Quizmaster hat hier nichts verloren und dieser sollte nicht so unsachlich beschuldigt werden! Täglich begeben sich Personen im Sport und bei Freizeitaktivitäten in Lebensgefahr!!! Man müsste doch wissen, wenn man sich so einer gefährlichen Situation aussetzt, dass etwas passieren kann!? Noch dazu waren beide Elternteile anwesend und offensichtlich höchst motiviert, ihrem Sohn bei einer waghalsigen Sache zuzusehen und anzuspornen. - Wirklich schlimm, was passiert ist, aber jetzt die Verantwortung auf alle möglichen Leute nur nicht auf sich selbst zu schieben, wäre einfach ungerecht! Denkt doch einmal darüber nach, die da so voreilig verurteilen und damit vielleicht noch mehr Unheil anrichten! Mit diesen Anschuldigungen  zu leben kann für Thomas Gottschalk auch nicht einfach sein! Die Äußerung, Gottschalks Betroffenheit wäre unehrlich und Show gewesen, kann auch nur von einem Idioten geäußert werden! Alle, aber wirklich alle Zuseher waren betroffen und geschockt! Warum sollte ausgerechnet der Showmaster ungerührt bleiben!? Genesungswünsche und hoffentlich haben viele Menschen daraus gelernt!?

Besucher

09. Dezember 2010, 15:07

wie ich soeben gelesen habe,war das Schiebedach auf,für eine Kameraperspektive."Das hat aber nichts mit dem Unfall zu tun",wurde zitiert.Und genau das halte ich für falsch,bzw gelogen.Hilfreichh war dieses "Loch" bestimmt nicht,und sicher schon gar nicht.Und man kann -leider-nur spekulieren was passiert bzw nicht passiert wäre,wenn das Schiebedach geschlossen gewesen wäre.Daher finde ich unakzeptabel abzuweisen das es nichts mit dem Unfall zu tun hätte.Anhand der Aufnahmen kann man sehen,dass Samuel die Windschutzscheibe/Ecke Dach touchierte.Kann man ausschliessen das sich am/im Schiebedach "verhakte".Förderlich war das wie gesagt bestimmt nicht.Und auch nicht gut durchdacht wenn man im Voraus schon weiss das diese Aktion riskant ist und überlegt was passieren kann.Die "Macher" werden schliesslich wissen das sich der Kandidat bei der Wette das Genick brechen könnte,nicht zb bei einer Wette wo man die Kerzen ausbläst.Ich finde das ZDF sollte zur Verantwortung gezogen werden.Wie schon jemand hier hier geschrieben hat,ist der Bäcker auch dafür verantwortlich das VOR der Bäckerei auch keiner ausrutscht.Alle Schuld von sich zu weisen finde/fände ich mehr als erbärmlich.

WernerBln

09. Dezember 2010, 15:40

Nun haben wir Tag 5 nach diesem Unfall und nach wie vor wird ein multimedialer Hype darum gemacht, der seinesgleichen sucht.

Um eines vorab klar zu stellen: Mir tut der junge Mann außerordentlich leid und ich wünsche ihm von Herzen alles erdenklich Gute.

Aber davon trennen muss man doch wohl die sachliche Beurteilung und auch die Einordnung des Vorfalles.

Wieviele Menschen sind wohl seit vergangenem Samstag Abend auf deutschen Straßen schwer verunglückt, dabei sogar zu Tode gekommen oder tragen eine Behinderung davon? Jedes Jahr sind es tausende. Kommt deswegen irgend jemand auf die Idee die Motorrad- oder Automobilproduktion einzustellen? Mitnichten. Und von ihnen nimmt man - wenn man nicht zum Lebensumfeld der Betroffenen gehört - noch nicht einmal Notiz.

Ich möchte nicht wissen, wie viele derer, die jetzt über "Wetten, dass? " das verbale Fallbeil schwingen, sich kurz darauf in ihr Auto setzen und es auf den Straßen eher als Waffe denn als Transportmittel benutzen, gedanken- und rücksichtslos.

Was ist, wenn Sportler beim Skifahren, beim Geräteturnen oder anderen Sportarten schwer verunglücken? Werden dann Skirennen oder andere sportliche Wettbewerbe eingestellt?

Was ist mit Hochseilartisten die im Zirkus verunglücken? Ich habe noch nicht gehört, dass man deswegen Zirkusse einstellen wollte.

Es gäbe noch viele dieser Beispiele.

Und dann das hinterher-alles-besser-wissen und die "öffentlichen Gerichtsverhandlungen" über das ZDF und Gottschalk. Das sezieren von Abläufen, wobei die meisten eh nur wieder geben, was sie von Dritten gehört oder in irgendwelchen Medien gesehen haben und es dann zur Grundlage ihrer Urteile machen. Man nimmt verschiedene, aus dem Zusammenhang gerissene Zitate verschiedener Medien (die es aber auch nur indirekt wissen) und verwendet sie als Basis um mit dem Wort "Lüge" um sich zu werfen, dass es nur so kracht. Und niemand war wirklich dabei oder weiss, wie der eine oder andere der tatsächlich Beteiligten das in dem jeweiligen Moment verstanden, persönlich wahrgenommen und aufgenommen hat.

Zu guter letzt: wie steht es eigentlich um das Wort Eigenverantwortung? Der junge Mann hat sich nicht nur aus völlig freien Stücken mit der Wette beim ZDF beworben. Als Stuntman, Kunstturner und Artist musste er mit 23 Jahren auch das Risiko selber einschätzen können. Niemand hat ihn zu etwas gezwungen.

Natürlich hat ist er damit ein höheres Risiko eingegangen als einer, der am Geräusch 10 verschiedene Zahnbürsten auseinander halten kann. Aber er WOLLTE es so.

Das Leben ist nunmal, so banal es klingt, lebensgefährlich. Und Unfälle passieren, sie gehören zum Leben wie Geboren werden und Sterben, wie Essen und Trinken. Und nicht immer kann man dann hingehen, Schuld und Verantwortung bei anderen suchen oder sie anderen zuweisen. Schon gar nicht, wenn man sich freiwillig und vorsätzlich Risiken aussetzt, die deutlich erhöht sind.

KrLe

09. Dezember 2010, 17:33

Klar ist, dass diese Wette so Spitz auf Knopf designt war, dass wenn es kracht, es richtig kracht. Das war m.E. eine Wette auf den Leib und das Leben des Kandidaten.

Reicht es zu sagen, er wollte es so ?

Ich meine Nein. Sicher gibt es immer Draufgänger, die sich etwas beweisen wollen. Vielleicht war er so einer. Aber wie hätte er denn aus der Sache aussteigen sollen, nach all den Monaten der Vorbereitung und des Feilens an der Wette, mit allen Zeitungsartikeln in der Heimatstadt, Beteiligung von Freunden und Verwandten etc. ?

Fraglich ist, ob diese Wette überhaupt hätte gut gehen können. Da sind die Stürze bei den Proben, die Ankündigung von Hr. Gottschalk, dass es eng werden würde, die niedrige Höhe schon beim Smart (für den X3 hätte es niemals gereicht). Es ist derzeit nicht mal klar, ob die Wette in der Proben einmal funktioniert hat !

Hier hätten besonnerer ZDF Verantwortliche die Initiative ergreifen müssen und entweder die Wette ablehnen oder nach dem Ford Focus abbrechen müssen.

Schuldig!

09. Dezember 2010, 17:54

Das ZDF ist schuldig und Gottschalk ist es auch. Punkt.

Alexander Herrmann

09. Dezember 2010, 20:23

Der Name "Peer Schader" ist mir eigentlich nur ein Begriff von sonntäglichen "Wetten, dass"-Verrissen auf SpOn, wenn die Wetten mal wieder "langweilig" und die Gäste eintönig waren und sich das Prinzip von "Wetten, dass...?" sowieso über all die Jahre abgenutzt hat. Insofern wundert mich dieser Blogbeitrag hier nicht. Ich finde es einfach nur traurig, wie die Medien- und Pressevertreter zwanghaft nach Schuldigen suchen und versuchen eine "Sau durch's Dorf zu treiben". Irgendwann wird die Presse die Stecknadel im Heuhaufen finden.

So weit ich weiß, hat sich Herr Koch immer noch freiwillig beim ZDF mit dieser Wette beworben. Es ist wahnsinnig traurig, was passiert ist und ich wünsche Samuel Koch das Beste für seine Genesung, aber es gibt halt nun mal ein Restrisiko, das sich nicht eliminieren lässt.

Spektakuläre Wetten hat es schon immer gegeben. Ich erinnere nur an den Herrn, der auf Schlittschuhen einen Eiskanal hinuntergefahren ist oder ein Motocross-Fahrer, der von einer Skischanze gesprungen ist. Könnte man endlos so weiterführen. Genau so endlos, wie das "Gewäsch" der Presse. Sorry.

KrLe

09. Dezember 2010, 20:41

Eine Ergänzung: Klar ist, dass der Wettteil in den Proben nicht oder wenn, dann nur am letzten Tag vor der Sendung funktioniert hat. In einem Interview mit der Badischen Zeitung vom 3.12.10, am Freitag, dem Vortag der Sendung, sagte Hr. Koch auf die Frage

"BZ: Wie liefen die Proben bisher?

Samuel Koch: Sie helfen auf jeden Fall und geben eine gewisse Sicherheit, ich bin aber doch noch skeptisch. Bei den Proben am Donnerstag bin

ich zweimal schwer gestürzt. Der Wettteil klappt noch nicht. Allerdings sind die Voraussetzungen so, dass es in der Sendung funktionieren könnte.

Und mein Team ist super.""

Als Zeitfenster für eine, wenigstens einmalige, erfolgreiche Probe der Wette bleibt nur der Freitag, 3.12.10, nach dem Interview mit der BZ. Und erneut muß bezweifelt werden, dass die Wette überhaupt erfolgreich durchführbar war.

Bei dieser engen Wette, Spitz auf Knopf, gab es nur alles oder nichts. Ich wiederhole mich: es reicht nicht Hr. Koch vorzuschieben.

Das Verhalten des ZDF war unverantwortlich. Das ZDF sollte jetzt endlich die Aufnahmen von den Proben freigeben, um seinen Beitrag zur Aufklärung zu leisten und nicht den Verdacht zu erzeugen, hier würde verschleiert, in welchem Umfang dem ZDF die Risiken bekannt waren.

gez abschaffen

09. Dezember 2010, 20:52

danke, dass mein Kommentar zensiert und deshalb nicht veröffentlicht wurde! Kritik könnt ihr wohl nicht vertragen? Gut dass ich bald auswandere und dieses dämliche TV-Bezahlsystem nicht mehr mittragen muss, obwohl ich keine ÖR-Programme glotze.

Peer Schader

10. Dezember 2010, 09:42

@Alexander Herrmann: Aber nicht DER Alexander Herrmann aus dem geschätzten "Fernsehgarten", oder? Das wäre eine Ehre.

Und zu Ihren Vorurteilen gegebüber "Pressevertretern": Meine Sommer-"Wetten dass..?-Rezension bei besagten Kollegen endet z.B. mit der Bilanz, dass die Show "tatsächlich zu den unterhaltsamsten Ausgaben der letzten Zeit gehörte" und dem Lob: "Nach der nun zu Ende gegangenen Staffel kommt man jedoch nur schwer umhin, anzuerkennen, dass Hunziker der Show tatsächlich gut tut." Aber ich weiß schon: Manche Leser lesen nur das aus einem Text, was sie lesen wollen.

panem et circenses

10. Dezember 2010, 12:49

Deutschland gehört zu den Ländern, die im öffentlichen Bereich höchste Vorsicht walten lassen: kein unbefestigter Bergweg ohne Geländer. Man erwartet also entsprechende Vorsicht in einer öffentlich-rechtlichen Anstalt. Das ist auch meist gegeben, es sei denn es kommt zu Interessenskonflikten. In diesem Fall war den Verantwortlichen der Nervenkitzel eines lebensgefährlichen Stunts wichtiger als das, was wir gemeinhin als menschliche Vernunft bezeichnen. So etwas bezeichne ich als unverantwortlich.

Aus manchen Kommentaren hört man heraus: er war volljährig, im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und ist deshalb selbst schuld. Dem möchte ich mit aller Leidenschaft widersprechen. Jeder "normale" Mensch hätte Angst vor so einer Aktion und würde es deshalb einfach nicht tun. Wenn unsere natürlichen Instinkte nicht mehr funktionieren (aus welchem Grund auch immer), würde das soziale Umfeld normalerweise helfend eingreifen. Ein Saal voller Publikum und ein erfolgsgewohnter Moderator sind dazu jedoch nicht geeignet. Man verzeihe mir den Zynismus, aber ähnelt die Situation nicht einem Selbstmörder, der sich anschickt, vom Dach zu springen, während unten auf der Straße die Zuschauer stehen und warten?

Natürlich passieren solche Unfälle auch im Zirkus oder bei der Produktion von Action-Filmen, mit einem Unterschied: es handelt sich um privatwirtschaftliche Organisationen, die ausgebildete Profis beschäftigen.

Ich bin kein Freund von Politik, die nach jedem Unfall ein Gesetz verabschiedet, um einem ähnlichen Unfall vorzubeugen, aber ich halte es für ethisch verwerflich, Menschen dafür zu honorieren, ihr Leben und ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen.

Alexander Herrmann

10. Dezember 2010, 13:15

@ Peer Schader. Nein, mit dem Herrn aus dem Fernsehgarten habe ich nichts zu tun. Uns eint nur derselbe Name.

Es ist halt nun mal so, dass die negativen Aussagen in ihren Berichten überwiegen, insofern kann das schon eine kleine Auszeichnung für Sie sein, dass ihr Name bei mir hängen blieb. "Wetten, dass...?" hatte auch schon vor zehn Jahren nicht den Anspruch, intellektuell und geistig anspruchsvoll zu sein. Verglichen mit den anderen Fernsehsendungen, die um dieselbe Uhrzeit laufen, halte ich die Sendung aber noch immer für die beste Wahl. Aber ich glaube, das geht am Diskussionsthema etwas vorbei. Das mit den Pressevertretern war nicht speziell auf Sie bezogen. Es wundert mich eigentlich, dass nicht absurderweise Herr Gottschalk, Audi oder die Maskenbildnerin vor den Kadi gezerrt werden...

faulersack

10. Dezember 2010, 19:34

@panem et circenses: Ihr Kommentar ist's! Zynisch, verachtend gegenüber der Entscheidungsfreiheit des Individuums, abwertend gegenüber Menschen, die freiwillig ein Risiko eingehen und ein hinkender ( wenn nicht fußloser ) Vergleich mit Selbstmördern darf natürlich auch nicht fehlen. Und das ganze vertreten Sie mit Leidenschaft.

Ich will auch was von dem Zeug nehmen!

KrLe

10. Dezember 2010, 20:53

@panem et circenses: Sie bringen es sachlich auf den Punkt. Wo soll hier noch eine Grenze sein ? Die libralen Grundgedanken, die einige hier äußern ("Verachtung der Entscheidungsfreiheit ??") führen in eine entmenschlichte Welt deren einziger Maßstab das Extreme ist. Der Unfall ist schlimm, aber noch schlimmer (falls das geht) finde ich, wie vehement einige Zeitgenossen diesen Akt als Form einer Selbstverwirklichung verteidigen. Gibt es im ZDF keine untere Grenze ? Oder ist diese jetzt erreicht, wenn jemand mit dem Kopf voran gegen ein fahrendes Auto springt ?  

rechthaber

10. Dezember 2010, 21:02

klar ist, dass das zdf versagt hat und nun vertuschen will - ein armutszeugnis!

faulersack

11. Dezember 2010, 01:51

@KrLe: Jetzt mal langsam. Das Problem, das man mit "panem et circenses' " Kommentar haben sollte, ist:

1.) Die Diffamierung des Opfers als jemand, dem der natürliche Instinkt abhanden gekommen ist und der deshalb nicht mehr frei entscheiden dürfen soll, sondern des Schutzes der Gesellschaft bedarf. ( Klingt weniger schlimm, als es ist: Nicht die Entscheidung des ZDF, sowas zu zeigen, steht hier in Frage, sondern das Recht, sowas tun zu dürfen, ohne dabei die geistige Gesundheit abgesprochen zu bekommen. )

2.) Folgt man der Argumentantionslinie ( bis in die "entmenschlichte Welt", von der Sie sprechen ), wäre auch der Sport betroffen. Dürfen Sportler, voran Amatuersportler, ein Risiko eingehen auf der Jagd nach Rekorden? Darf das Fernsehen, allen voran die ÖR, sowas zeigen? Und wenn nein: Kann/darf/sollte man manche Dinge unter diesen Umständen überhaupt noch machen?

3.) Um diese schwachen Thesen zu stützen, kommt jetzt der Vergleich mit dem Selbstmörder vor Publikum. Das hat einen Haken: Der Selbstmörder möchte sterben. Wem man jetzt noch erklären muss, warum der Vergleich sich eigentlich verbietet, dem ist nicht zu helfen.

4.) "Sachlich" ist davon kein einziges Wort.

Strittig ist, ob das ZDF so eine Wette machen muss. Aber es sollte unstrittig sein, dass jede Geselllschaft es toleriert, wenn jemand tut was er will, solange er niemanden außer sich selbst in Gefahr bringt, oder sonst wie die Regeln dieser Gesellschaft bricht. Ich lese aus den letzten Kommentaren erschreckenderweise einen anderen Entwurf heraus. Hoffentlich lese ich falsch.

Mark

11. Dezember 2010, 08:51

Wetten, dass...? Folge 250 (Jubiläumsausgabe, 04. Dezember 2017)

Die Wettpaten räkeln sich zufrieden auf dem Sofa. Der neue FullHD-Filmdownload wurde bereits vorgestellt. Moderator Thomas Gottschalk kommt zur Sache. Er blickt in die Kamera und sagt: "So, und nun zur Wette. Eine solch gefährliche Wette hatten wir in den 30 Jahren, die ich das nun schon mache, noch nie, glaube ich." Er räuspert sich. "Ein 18 Jahre junger Mann behauptet unter vier Behältern mit hochätzender Säure durchlaufen zu können, ohne von der auslaufenden Flüssigkeit getroffen zu werden." Schweigen im Publikum, amüsiertes Entsetzen bei den Wettpaten. "Wie soll das aussehen?" fragt Gottschalk nun rhetorisch und setzt sofort zur Erklärung an: "Nun, auf einer Strecke von zehn Metern haben wir vier Fässer verteilt mit dieser Flüssigkeit - die brennt sofort durch die Haut bis auf den Knochen, nicht schön. Sobald er den Startschuß gibt, öffnen sich automatisch die Ventile an den Fässern, und er sprintet los." - "Wie weit ist er weg von den Fässern?" will einer der Wettpaten, ein abgehalfterter Komiker, wissen. - "Ja, also, das sind zehn Meter so ungefähr. - So. Und die Wette ist gewonnen, wenn der Kandidat das andere Ende erreicht hat, ohne von der auslaufenden Flüssigkeit getroffen zu werden." Ungläubiges Staunen bei den Wettpaten. "Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut, den Hallenboden säurefest zu machen, so daß also der Halle zumindest nichts passieren kann. Aber ich kann sie beruhigen: Unser Wettkandidat ist fest überzeugt, daß er es schaffen kann. Bei den Proben, die wir natürlich nur mit Wasser durchgeführt haben, hat er es - pffff - bisher eigentlich immer geschafft..."

IST ES WIRKLICH DAS, WAS WIR WOLLEN?

Franky

11. Dezember 2010, 11:34

Ich mache selber Extremsport (Snow + Skateboard). Bei vielen Events gibt es schwere Stürze, gebrochene Knochen und Verletzungen. Häufig sind Kameras anwesend - die Stürzen werden sogar auf Video aufgenommen und hinterher als das publiziert was sie sind: Stürze. Da wir kein Politikum draus gemacht - und auch keine angstverzerrten Gesichter der Moderatoren in Bildstrecken gezeigt. Was für einen Informationswert hat das denn? Ich finde solches scheinheilig apostolische und echauffierte Panik-Geschreibsel für den Berufsstand der Journalisten mittlerweile sehr beschämend. Bleiben sie doch bitte einfach sachlich, wenn sich das nächste mal einer von uns den Hals bricht. Danke.

R. Lauer

11. Dezember 2010, 11:36

Bei unserer heutigen Medienlandschaft müssen wir uns wohl damit abfinden, dass bei den Online-Ausgaben ehrwürdiger Blätter wie F.A.Z. oder Sueddeutsche die Qualitätslatte deutlich niedriger gelegt ist, als wir es von den Printausgaben gewöhnt sind. So bleibt auch der Beitrag von Peer Schader nichts weiter als ein Loreley-Blog ("Ich weiß nicht, was soll es bedeuten"), weder zielführend noch nützlich, dazu mutmaßlich noch unzureichend recherchiert. Der Text ist halt einfach da - in seiner ganzen Belanglosigkeit.

Andreas Dmytrowicz

11. Dezember 2010, 11:54

http://klickdiemouse.de.tl/

KrLe

Man kann und muß Ihnen uneingeschränkt zustimmen, ich thematisiere derartiges schon lange. Grenzüberschreitungen in ausnahmslos allen Bereichen sind der Fakt dieser Zeit. Alles was im TV zu sehen ist wird nachgeahmt, was noch gar nicht Thema war. Wie viele Unfälle wurden nie bekannt, die außerhalb der "Show" in diesem Kontext erfolgten.

Wir sind dann irgendwann an einem Punkt, der an römische Zustände erinnert, Gladiatorenkämpfe nicht fern?

Peter54

11. Dezember 2010, 12:56

Verste gar nicht, wie man da noch drumherumredn kann. Glaub mich zu erinnern, dass Gottschalk direkt vor der Wette in der Sendung gesag hat, er hätte noch nie solche Angst vor einer Wette behabt - oder so ähnlich. Das war doch quasi Unfall mit Ansage.

Peer Schader

11. Dezember 2010, 13:58

@R. Lauer: An welcher Stelle, glauben Sie, ist der Text "mutmaßlich unzureichend recherchiert"?

R. Lauer

11. Dezember 2010, 15:06

@Peer Schader: Sebastian Engelmann hat es Ihnen bereits gesagt: Entweder Sie recherchieren sorgfältig und stellen dabei fest, dass die Samstagsausgaben von "hallo deutschland" i.d.R. nicht in der Mediathek zu finden sind (journalistische Sorgfaltspflicht) oder Sie schreiben den Satz "Die Sendung ist in der ZDF-Mediathek (anders als die übrigen Tagesausgaben) derzeit nicht auffindbar" entgegen besseren Wissens, um ganz bewusst den Eindruck entstehen zu lassen, dass hier seitens des ZDF wohl etwas "unter den Teppich gekehrt" werden soll. Der kundige Leser muss sich an dieser Stelle entscheiden, ob er von "unzureichender Recherche des Autors" ausgehen oder annehmen muss, der Autor gefällt sich im Legen falscher Fährten. Und: Wie Sie es hätten besser formulieren können? Ganz einfach: Lassen Sie den Satz einfach weg. Eine Informationslücke wäre nicht entstanden.

Peer Schader

11. Dezember 2010, 16:13

@R. Lauer: Wenn Sie die Kommentare gelesen hätten, hätten Sie mitbekommen, dass sehr wohl Samstagsausgaben der Sendung online stehen, gerade die der vergangenen Wochen und z.T. in voller Länge. Sie dürfen auch auf die Links klicken und sich selbst davon überzeugen (siehe Kommentar weiter oben).

KrLe

12. Dezember 2010, 00:27

@faulersack: Es ist die Frage nach den Grenzen einer Unterhaltungssendung bzw. dessen was im Fernsehen als Unterhaltung geboten wird. Beispiel Free Fight, da sind wir schon beim Gladiatorenkampf, empfangbar auf Pay TV.  Ist das innerhalb Ihrer Regeln der Gesellschaft ? Oder um bei dem Beispiel zu bleiben: der Haken ist nicht, dass der Selbstmöder sterben möchte, sondern warum. Und hier liegen meine Befürchtungen.

Was hat das Suchen des Risiko mit Sport und einem sportlichen Wettkampf zu tun ? Nichts. Boxen ist sogar eine olympische Dsiziplin, mit Kopf- und Tiefschutz. Man wird es nicht verhindern können, dass jemand das Risiko und seine Grenzen sucht und dabei auch scheitert. Aber man muß es dann auch beim Namen nennen: Schwachsinn. Und es nicht mit einem Recht auf Risiko glorifizieren.

Das Leben an sich stellt einen Wert da, ich denke da herrscht Konsens. Und deshalb will ich, auch vom ZDF, wissen, warum es hier auf so eklatante und auch vorhersehbare Weise gefährdet wurde. Und es reicht eben nicht, zu sagen, das ist allein das Problem des Hr. Koch, da wir alle diesem Wert verpflichtet sind. Durch diese Frage wird niemand in seiner Selbstverwirklichung gehindert, falls das die Befürchtung seien sollte.

Und nochmal in Richtung der Extremsportler unter uns: Sie sollten mal einen Abend mit den Kollegen der Schweizer Bergwacht verbringen. Die können sich vor Begeisterung über die Spezialisten, die die jeden Tag von der Piste kratzen, kaum auf den Beinen halten !

Leutmeuser-Gurkenscheker

12. Dezember 2010, 13:34

http://www.jurtkh-recht.com

Nach Einschätzung von Koch (dem Schweizer Arzt) war der Helm, den der 23-Jährige bei dem Unfall in der ZDF-Show «Wetten, dass..?» trug, «völlig zwecklos». Besser geschützt hätte ihn ein Helm, wie ihn Formel-1-Piloten tragen. Bei diesem System wird bei einem Sturz auf den Kopf ein Teil der Energie auf die Schultern statt auf die Wirbelsäule gelenkt.

Also haftet das ZDF für den angerichteten Schaden, hoffentlich nicht wir und auch nicht Gottschalk sondern die Macher im Hintergrund

Marcus

12. Dezember 2010, 15:24

@Peer Schader: Ich habe die Links angeklickt. Warum die Redaktion da eine Ausnahme gemacht hat, scheint mir einfach zu beantworten.

Diese Beiträge/Sonderausgaben, die Sie als Beleg anführen, unterscheiden sich maßgeblich von anderen Beiträgen wie dem "Wetten dass...?"-Stück - sie sind nicht tagesaktuell produziert.

thomas geisler

20. Dezember 2010, 19:19

Einige der geäußerten Einschätzungen werden von der bloßen Tatsache widerlegt, dass Gottschalk mit dem verzweifenten Vater schon wieder Quote und Kohle macht. Gegen alles  andere ist dieses Geschäft immun. Und das ist irgendwie auch ein Glück, denn wir brauchen unsere Konsumgewohnheiten nur leicht zu ändern. Politiker sind da zäher.

Anna

06. Januar 2011, 17:46

Leider habe ich diesen Blog zum Unfall von Samuel Koch erst jetzt entdeckt. Ich finde, Ihre Aussagen Herr Schader zum Großteil sehr passend und bin gar verwundert, das Sie bisher der einzige sind, der den Bericht bei "Hallo Deutschland" und was man dort bei der Probe sehen konnte, erwähnt. Für mich sehen die Gesichter der beiden ziemlich geschockt aus, wobei wir natürlich nicht sehen können, was dort tatsächlich passiert ist. ...Gerne würde ich noch folgende Dinge hinzufügen. Bisher ist es einzig und alleine das ZDF, dass immer wieder Mal neue Informationen zur Wette von Samuel bekannt gibt, es gibt keine anderen, weiteren Quellen... Daher, von 10 Autos z.B. war erst Tage nach dem Unfall die Rede, ich habe ebenfalls von einem ZDF Verantwortlichen gehört/gelesen, dass Samuel die Wette in 2 Minuten schaffen wollte und nicht in 4. Ganz ehrlich, irgendwie kann ich beiden Aussagen keinen Glauben schenken.Zum einen, sind 10 Autos viel zu viel, ein Sportler wie er, kann seine Kräfte einschätzen und würde wissen, dass seine Kondition nicht aussreichen würde, um über 10 Autos zu springen. Das mit den 2 Minuten klingt ebenfalls genauso unmöglich, weil  schon alleine durch den Fahrweg den die Autos  jeweils zurücklegen müssten, keine Zeit mehr für die Sprünge übrig bleiben würde. Zum anderen, auf dem Blatt, dass das ZDF ebenfalls an die Öffentlichkeit gebracht hat, mit einem Wettaufbau, angeblich von Samuel geschrieben, steht nichts von 10 Autos, sondern nur von fünfen.

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