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Das Fernsehblog

Eine für alles: Lenas Alleingang bei "Unser Song für Deutschland"

01. Februar 2011, 00:16 Uhr

Machen wir's kurz: Lena singt für Deutschland ein zweites Mal beim Eurovision Song Contest, hat Stefan Raab entschieden. Warum hat er nicht auch gleich festgelegt, mit welchem Titel? Dann wäre uns wenigstens die dreiteilige Show erspart geblieben, in der bis Mitte Februar "Unser Song für Deutschland" ermittelt werden soll.

Am Montagabend war Premiere bei Pro Sieben, mit sechs von zwölf Lena-Liedern, die praktischerweise in einer Woche auf ihrem neuen Album erscheinen (Sendung im Internet ansehen).

Und ja, sie hat das wieder ganz schön gemacht. Nur kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Vorentscheid diesmal gänzlich der Neugierdeeffekt fehlt. Inzwischen ist aus der Vorjahressiegerin ein ausgebuffter Medienprofi geworden, was man ihre schwer vorwerfen kann. Die Schwächen der Sendung, die als "Unser Star für Oslo"-Neuauflage ungefähr so geeignet ist wie ein Bügelkurs in der Remscheider Volkshochschule, lassen sich damit allerdings nicht ausgleichen.

Das Studio ist noch pompöser als beim letzten Mal, was den lustigen Effekt hat, dass die Moderatoren Sabine Heinrich und Matthias Opdenhövel vor der riesigen blauen LED-Wand aussehen als stünden sie in einem Sealife-Aquarium.


Fast wie im Aquarium: Die Showbühne bei "Unser Song für Deutschland" / Screenshot: Pro Sieben

Die Einspielfilme, in denen die Komponisten der Titel vorgestellt werden, sind eine hübsche Idee – aber so richtig aufregend ist es nicht, zu erfahren, wie so ein Song geschrieben wird: mit ein paar spontanen Gitarrenakkorden, einer plötzlichen Textidee und der darauf folgenden Aufnahme im Tonstudio. Ein Autorenpärchen hat seinen Beitrag über Skype verfasst, wegen der Distanz zwischen den Wohnorten L.A. und London. Irre, was diese moderne Internettechnik alles möglich macht. Und was genau sollte daran interessant sein, dass eine Komponistin die Großnichte von Schauspielerin Judy Garland ist? Hatte der Schwippschwager von Mike Krüger keine Zeit?

Mittendrin schenkte sich Raab sein eigenes Filmporträt, weil er auch einen Song zugesteuert hat, dessen Inhalt er mit "Zwei Menschen, die bei einer Fahrt durch die Nacht ihre Bestimmung finden" beschreibt, der aber von den Zuschauern nicht weitergewählt wurde. Hoffentlich wissen wenigstens Toto & Harry die musikalische Hommage an sie zu schätzen.

Dass Raab darüber hinaus nicht nur Ideengeber und Komponist ist (sowie am 14. Mai in Düsseldorf  Moderator), sondern in der "Jury" von "Unser Song für Deutschland" auch noch eine erste Einschätzung abgeben soll, ist fast schon peinlich: "Es ist schwer, was über seine eigene Komposition zu sagen", erklärte er am Montag. Und seine Jurykollegen – "Silbermond"-Sängerin Stefanie Kloß und Der Graf von "Unheilig" – gaben sich größte Mühe, um den heißen Brei herumzuloben anstatt deutlich zu sagen, wenn ihnen ein Titel gar nicht gefiel.

Dazu gab es eine sechsfache Portion Lena: Lena im schwarzen Riffraffrock, Lena in Jeans mit Tanktop, Lena im bodenlangen Abendkleid, mit schwarzem Hosenanzug, mit Pferdeschwanz, im Pinguin-Blazer.

Als Hinleitung auf den ersten Eurovision Song Contest unter deutscher Federführung seit fast 30 Jahren war "Unser Song für Deutschland" schwach. Egal wie viel Spaß Raab und Lena vorher im Tonstudio hatten. Nächste Woche gibt es Nachschlag. Für alle, die sich immer noch nicht sattgesehen haben.

Screenshots: Pro Sieben

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Kommentare

onlime

01. Februar 2011, 01:00

Das Beste (neben "Taken by a Stranger") war hinterher die gefilmte Shoppingtour mit Lena. Wenn Lena nicht singt, ist sie großartig. :-)

Ali

01. Februar 2011, 01:11

http://afrika.himpenmacher.de

Meinen die das mit diesem Stranger-Dingens ernst? Klingt ja furchtbar! Da war Satellite noch viel besser. *lol*

Tobias

01. Februar 2011, 07:32

http://einvideogehtumdiewelt.blogspot.com

boah, war das eine peinliche Veranstaltung!

Raab, der stets die Songauswahl rechtfertigen, fast entschuldigen musste und auf noch kommende Knaller verwies, die pseudo-moderierende Zahnlücke, die – für wohl alle unverständlich .- tatsächlich noch mal ran durfte und die Jury, die gar nicht so viel “ähm” und “ööps” sagen konnte, um ihr Entsetzen über die ersten 4 Titel zu verbergen. Auch das Publikum war irritiert und wachte erst auf, als Stefanie dezent anmerkte, dass ein Titel “wohl nicht für die große ESC-Bühne geeignet sei”. Da gab es dann spontanen Applaus!

Doch dann kam “Stranger” und alle waren wieder vereint im wunderlichen Lena-Land. Ja, das ist sie, erwachsener, fraulicher, verführerischer.

Das kann was werden, und das 2. Halbfinale muss da wirklich noch mal ein bisschen was draufpacken, um den Titel noch zu toppen.

woite

01. Februar 2011, 08:41

Oh Gott, Hilfe, noch mehr Sendungen von und mit Lena und Raab!

einsvonvielen

01. Februar 2011, 09:04

ich hatte schon während der ersten zehn minuten fremdschämgänsehaut. vom gipfel an gehts immer bergab und auch wenn der esc wohl gewollt trashig ist, kann ich auf diese lenastefan-inszenierung  absolut verzichten.

Gregor

01. Februar 2011, 09:12

... ich fand's überraschend unterhaltsam - und irgendwie hat sich mir auch plötzlich erschlossen, warum man Lena noch ein zweites Mal ran lässt: Sie ist - was Bühnen-Präsens, Variationsbreite und inzwischen auch Stimme angeht - tatsächlich ein kleines Ausnahme-Talent. Unwahrscheinlich, dass man dergleichen jedes Jahr auftut. Raab nun vorzuwerfen, dass er seine Entdeckung hegt und pflegt und ernsthaft fördert, kommt mir da schon ziemlich seltsam vor - wenn das Fehlen solcher Ambitionen sonst das Hauptargument gegen die sonstigen Castingshows ist. Für mich waren die Schwachstellen der Senudng die eher schwach moderierende und ziemlich untelegene  Sabine Heinrich und der Graf mit seinen auswendig gelernten 08/15-Weisheiten. Aber irgendwas is ja immer...

Papa

01. Februar 2011, 09:30

http://www.mama-papa-blog.de

Tja, die ersten 4 Songs schnell mal in die Tonne. Gott waren die schlecht und langweilig. Der letzte von Ihr selbstgeschriebene lullabeite so vor sich hin und dieser merkwürdige Elektro-Sound, ja der, der hat was - aber kann der den ESC gewinnen?

SvenR

01. Februar 2011, 09:48

http://twitter.com/_SvenR

Nach anfänglicher Erschrockenheit über diese spontane und größenwahnsinnige Entscheidung finde ich die Idee der Titelverteidigung mittlerweile genial. Welcher arme Mensch möchte den in die Fußstapfen von Lena steigen? Die Erwartungshaltung an jedes junge Talent würden übermäßig hoch sein.

Wenn Lena verliert (in der deutschen Medienhölle ist das wahrscheinlich schon ab Platz zwei der Fall) können endlich alle draufhauen und sich damit brüsten, es schon immer gewusst zu haben. Ihr bleibt damit aber das Schicksal von Nicole erspart, die seit fast dreißig Jahren nichts anderes ist, als “die einzige ur-deutsche Grand Prix-Gewinnerin” und kann sich als ganz “normale Künstlerin” entfalten und ein Leben führen zwischen Gregor Meyle und Steffi Heinzmann – oder was vollkommen anderes machen.

Falls sie aber wieder gewinnt (was ich für möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich halte) ist sie im Weltstarniveau à la Udo Jürgens oder Caterina Valenta angelangt.

Ich finde, sie kann nur gewinnen.

Im Übrigen haben mir gestern vier Songs gut bis sehr gut gefallen, selbst der von Stefan Raab war ganz ok. Ihren eigenen Song #6 fand ich ganz nett. Und “nett” ist ja leider die kleine Schwester von “scheiße”.

Mein Favorit, das sehr leise "Good News" ist leider nicht weitergekommen. Aber das Fernsehpublikum hatte ja auch bei "Satellite" recht gehabt. Was einen Mediendschornlisten nicht hinderte vorher zu schreiben, die richtige Frau habe mit dem falschen Lied gewonnen...

Zum Format: Ich hätte lieber fünf 75 minütige Shows gesehen (die dann eh alle locker 90 Minuten lang wären), als drei 135 minütige. Und Raab hätte als Jurypräsident einfach seine Klappe halten können, wenn es um seine und Lenas Urheberschaft ging.

matthias

01. Februar 2011, 09:59

Sensationsgier. Untreue. Heuchelei. Neid. Schneller, weiter, neuer. Lena hat gewonnen. Zum ersten mal seit Nicole. Scheinbar mag sie ganz Europa - nur wir Deutschen sind sie leid. Haha, wir gucken ja auch Dschungelcamp.

Ela

01. Februar 2011, 12:59

http://xxx

Ich hab mir gerade das Video der gestrigen Sendung angesehen, ich kann dieses "Lena geht Klamotten kaufen"-Video nirgendwo finden.

Wann kam das denn genau?

Pek

01. Februar 2011, 13:01

Ich mag Lena, solange sie gut dosiert auf mich einprasselt. Mit dem diesjährigen Format habe ich auch kein Problem. Aber die Sendung war langweilig. Und auch enttäuschend. Ich habe einfach kein "Grand-Prix-Lied" gehört. Eine große Bühnenshow war ohnehin nicht zu erwarten; das ist auch kein Problem. Aber die Lieder waren dann auch weder eindringlich oder druckvoll genug für den Song Contest. Anders gesagt, da hat jemand sein neues Album vorgestellt, aber keine Auswahl von Liedern für den Song Contest präsentiert. Ob Lena nun Bandbreite hat oder nicht, war mir bei diesem Thema (Unser Song für Deutschland) eigentlich herzlich egal. Hoffentlich hat man sich die "Knaller" für die zweite Show aufgehoben.

Ben

01. Februar 2011, 15:24

War das bislang auch immer so, dass der/die Titelverteidiger/in ein weiteres Mal angetreten ist?

nona

01. Februar 2011, 16:53

Neugier ohne -de.

plumtree

01. Februar 2011, 21:48

http://blometrik.blogspot.com/

Mit einem Tag Verspätung habe ich die Show eben "Live On Tape" gesehen (auch wenn's inzwischen ein HDD-Rekorder ist).

Erstmal finde ich es eine gute Idee, ein Album auf diese Weise vorzustellen. Das sollte viel häufiger gemacht werden. Man stelle sich vor: Grönemeyer, Westernhagen, Peter Fox usw. bekämen zweimal (oder auch nur einmal) 120 Minuten um ihre neueste Musik zu präsentieren - wär das cool!

Zur Show. Mir kam es vor wie bei der ersten Seite eines Vinylalbums, wo man sich so durchgehört hat, wenn man ein neues Album eines Künstlers seines Vertauen kaufte und darauf lauter fluffige Songs waren, die OK klingen - und dann kommt der Hammer.

Und der Hammer war hier "Taken By A Stranger". Ein Song zum immer wieder hören. Spooky, etwas abgedreht - toll. Ein Gefühl wie bei "Vienna" von Ultravox.

Schade, das Lenas schönes Lied dahinter etwas verblasst.

Schöner wäre es, wenn man das ganze etwas abgekürzt hätte. Die Hinweise der Komponisten waren etwas langweilig und die Jury hätte ich nicht unbedingt gebraucht - ich habe selbst Ohren.

Schade, dass die Moderatorensimulation von Sabine Heinrich wieder dabei ist. Sie konnte es letztes Jahr nicht und hat es nicht gelernt.

Insgesamt viele Lena- Facetten. Ein netter Abend mit einem prima und einem tollen Song.

Dave

02. Februar 2011, 01:12

Mir ist der ESC ziemlich egal, ein Nebenprodukt, das war schon 2010 so. Wichtig war und ist mir Lena. Dass sie dank USFD die Chance hat, ihr 2. Album in Gänze live im Fernsehen vorzustellen ist doch schön und dank ESC auch hinreichend legitimiert. Dass die Songs ganz offenbar nicht alleinig nach ihrer ESC-Tauglichkeit sondern ihrer Lena-Tauglichkeit ausgewählt wurden (und uns so die Qual der Wahl für den ESC vermutlich doch etwas erleichtert), ist wohltuend. Es waren allesamt sehr gute Album-Songs und zumindest zwei mit einigem Hitpotential (wobei die Auswahl, welche das sind, bei manchen etwas variiert, wenn man sich umhört. Für mich war es eindeutig Good News und Taken by a Stranger und Letzterer ist zudem ein wunderbarer Kandidat für den ESC. Also alles bene, wie Lena sagen würde.

Die Sendung war hinreichend kurzweilig, eine Neuauflage von USFO war nicht zu erwarten und trat also auch nicht ein. Das Urteil von nicht gerade herausragenden Songwritern wie Kloß oder Graf war ohnehin entbehrlich, ich habe eher drüber hinweggehört. Vielleicht war es das, was "schwach" an der Sendung gewesen sein soll, Lenas Auftritte waren es sicher nicht.

tisch

02. Februar 2011, 01:13

Jetzt haut der Niggemeier auch noch drauf - wie spannend...

Ich zitiere aus dem Niggemeier-Blog vom 13.03.10 (in Zusammenhang mit seiner Unzufriedenheit der Auswahl von "Satellite"):

Aber falls die Zusammenarbeit im nächsten Jahr eine Fortsetzung findet, werden sich die Verantwortlichen etwas ausdenken müssen, wie sie der öffentlichen Suche nach den besten Kandidaten eine angemessene Suche nach dem besten Titel entgegensetzt. Wenn es möglich ist, eine junge Frau zu finden, die innerhalb von Sekunden die Zuschauer bezaubert, muss es doch auch möglich sein, einen Song zu finden, dem das gelingt!

Nach meinem Verständnis wird genau das in diesem Jahr umgesetzt. Da könnte man ganz schön zufrieden sein mit dem Ergebnis.

Aber selbst der gute Stefan Niggemeier scheint sich mit überzogenen Erwartungen vollgesogen zu haben...

Axel1954

02. Februar 2011, 07:33

Was ist eigendlich gegen eine ruhig entspannt dahinfließende Fernsehsendung nach einem stressigen Arbeitstag einzuwenden, ich mag jedenfals dazu nicht unbedingt Ramboterminatormässige Unterhaltung kurz vor dem zu Bett gehen, das ist eher was für Freitag oder Samstag abend, wenn man das dann nicht doch lieber im Kino erleben möchte.

Rechthabewoman

02. Februar 2011, 09:11

So sehr ich mich über den letztjährigen Erfolg gefreut habe, so peinlich finde ich es jetzt die selbe Idee nochmal zu versuchen. Deutschland hat eine vielfältige Musikbranche, da hätte sich doch bestimmt was lustigeres und spannenderes finden lassen. Ich find es einfach nur peinlich und einseitig, deswegen schau ich die Sendung nicht an, da würd ich mich nur aufregen...

Peer Schader

02. Februar 2011, 09:22

@tisch: Möchten Sie noch mal in die Autorenzeile schauen und dann knallrot anlaufen?

Torsten S.

02. Februar 2011, 09:58

Ich bin da wirklich hin- und hergerissen. Auf der einen Seite gönne ich Lena die Teilnahme am diesjährigen Grand Prix, denn immerhin hat sie die Veranstaltung nach Deutschland geholt.

Auf der anderen Seite weiß man schon von vielen großen Filmen, dass der "zweite Teil" häufig schlechter ist als der erste.  Und zudem ist es auch unfair den vielen anderen deutschen Talenten gegenüber, die dieses Jahr keine Chance bekommen, am Grand PRix teilzunehmen.

Frank Zapper

02. Februar 2011, 13:27

Diese "USFD"-Sendung ist eine einzige Katastrophe und eine Bankrotterklärung für die ARD. Da verkündet Raab auf der Pressekonferenz nach dem letztjährigen Eurovision-Contest quasi im Alleingang, dass Lena den Titel 2011 verteidigen wird und den ARD-Oberen bleibt nichts anders übrig, als das abzunicken, weil sie ihren Retter Raab a) nicht brüskieren wollten und b) offensichtlich selbst nach dem damaligen Freudentaumel noch nicht wieder Herr ihrer Sinne waren. Doch damit nicht genug, jetzt setzt sich Raab auch noch in alle Schlüsselpositionen des Vorentscheid, bzw. des Contest und macht daraus seine gewohnte One-man-Personalityshow, finanziert mit 12 Millionen Euro aus den Rundfunkgebühren. Und keiner stellt sich ihm in den Weg ! Und was für ein Zeichen senden wir mit diesem Lena-Auftritt an unsere europäischen Nachbarn? 1) Außer Lena gibt es in Deutschland nichts, was einem internationalen Vergleich standhalten kann 2) Musikmäßig hat sich Deutschland seit dem letzten Songcontest nicht weiterentwickelt 3)  Deutsche Fernsehunterhaltung ist ein Ein-Mann Betrieb. Der Eurovision Songcontest ist in meinen Augen vor allem eins, ein erbärmliches Versagen der ARD, auf Kosten der Gebührenzahler.

struwwelpeter

02. Februar 2011, 15:08

@Frank Zapper

Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass irgendjemand Ernstzunehmendes meint, musikalische Weiterentwicklung (gibt es so etwas?) anhand dieses Festivals des schlechten Geschmacks zu beurteilen?

Und: Was stört es mich, wenn die Popfans aus Europa denken, dass die Popfans aus Deutschland schlechten Pop hören?

Schlimmer find ich ehrlich gesagt, dass meine Gebühren zur Finanzierung einer derartigen Tuntenkirmes beitragen.

tisch

03. Februar 2011, 02:37

@Peer Schader: Tja, so kann es einem gehen, wenn man sich aus dem Stefan-Niggemeier-Blog durchlink.

Lieber Stefan Niggemeier, ich werfe mich vor Ihnen auf den Boden und bitte unendlich um Verzeihung für die vorlauten Unterstellungen, die ich Ihnen gegenüber geäußert habe!

So, meine Gesichtsfärbung lässt wieder etwas nach und jetzt zu Ihnen, Peer Schrader.

Da es sich um einen gemeinsamen Blog von Stefan Niggemeier und Ihnen handelt, bleibt meine qualitative Aussage die gleiche:

Ich zitiere aus dem FAZ-Fernsehblog vom 13.03.10 (Stefan Niggemeier in Zusammenhang mit seiner Unzufriedenheit der Auswahl von "Satellite"):

Aber falls die Zusammenarbeit im nächsten Jahr eine Fortsetzung findet, werden sich die Verantwortlichen etwas ausdenken müssen, wie sie der öffentlichen Suche nach den besten Kandidaten eine angemessene Suche nach dem besten Titel entgegensetzt. Wenn es möglich ist, eine junge Frau zu finden, die innerhalb von Sekunden die Zuschauer bezaubert, muss es doch auch möglich sein, einen Song zu finden, dem das gelingt!

Nach meinem Verständnis wird genau das in diesem Jahr umgesetzt. Da könnte man ganz schön zufrieden sein mit dem Ergebnis.

Aber von Ihrem Standpunkt aus gab es offensichtlich den Schönheitsfehler, dass Lena Meyer-Landrut (mit dem vermeintlichen Durchschnittssong „Satellite“) den Eurovision Songcontest gewonnen hat. Das ist natürlich dumm gelaufen. Jetzt hat man – dank Lena und Stefan Raab – den ESC im eigenen Land und da ist es für den Herrn Schrader(!) ein Problem, wenn man sich für die Titelverteidigung viel Mühe für die geeignete Songauswahl gibt.

Aus der Art und Weise, wie sie das bisherige Ergebnis vom letzten Montag niederschreiben, folgt ein Fernsehverständnis, dass Unterhaltungssendungen nur noch als Wettbewerb zwischen Menschen akzeptiert. So ist eine ESC-Titelverteidigung also nur zulässig, wenn man nach dem inzwischen alten Konzept 20 talentierte junge Menschen gegeneinander antreten lässt? Um dann den gefundenen Kandidaten gegenüber der Vorjahressiegerin vermutlich ziemlich blass aussehen zu lassen? Aber dann hat man ja wieder die Gelegenheit, zwei Menschen miteinander zu vergleichen! Denn alles andere ist im Fernsehen ja langweilig. Wie zum Beispiel Sendezeit – überwiegend im Privatfernsehen(!) – für die ernsthafte Suche nach einem guten Song einzusetzen.

Ja, damit könnte man ganz schön zufrieden sein. Aber da sind Sie, Herr Schrader, wohl auch dem Zeitgeist aufgesessen, dass so etwas im Deutschen Fernsehen nicht sein darf.

Vielleicht hätte Ihnen „Unser Song für Deutschland“ ja besser gefallen, wenn Lena zwischen ihren Auftritten noch ein wenig Känguruhoden oder Krokodilpenis verspeist hätte. Der bisher zu favorisierende Titel „Taken By Stranger“ könnte schon einmal den dazu passenden musikalischen Rahmen bilden...

Brana

03. Februar 2011, 11:14

Alle zwölf Songs, die gesungen werden, erscheinen auf ihrem Album! Das ist hier doch das Problem und nicht, dass die Show langweilig ist.

Matthias Schumacher

03. Februar 2011, 12:53

http://matthias-schumacher.com

Lena ist Lena. Lena kann keener. Lena kann nüscht außer Lena. Spätestens seit dem letzten ESC gibt es im europäischen Musikbusiness eine Lena-Schublade, die man aufziehen kann und immer mehr Lenas springen einem entgegen. Wo ist jetzt noch das Besondere an dieser Lena? Wo ist die Vielseitigkeit, die einen Künstler auszeichnet? Wie lange reitet sie diese Tour? Bis sie offiziell zur reitenden Leiche ernannt wird und bei Raab in zweisekündigen Einspielern verheizt wird? Lena ist "die vom Grand Prix". Immerhin! Und was ist sie noch?  

Frank Zapper

03. Februar 2011, 15:02

@struwwelpeter

Die Außenwirkung einer solchen Veranstaltung sollte man nicht unterschätzen. Ich erinnere nur an die Lobeshymnen über die finnische und ukrainische Musikindustrie, als diese Länder den Songcontest gewonnen hatten. Die Sendung als "Tuntenkirmes" abzutun halte ich für menschenverachtend, das spricht nicht gerade für Sie.

Wie dem auch sei, ich kann nicht nachvollziehen, warum jeder in der ARD herrn Raab ohne Widerworte walten lässt. Raab will entweder einen Song beisteuern oder moderieren, Raab stellt sich beim Vorentscheid neben Lena in den Mittelpunkt- was immer er will, die ARD finanziert es kritiklos. Man darf dabei nicht vergessen, dass diese sendung eine Tradition in der dt. Fernsehlandschaft hat. Dass Raab das jetzt einfach ansich reißt und zur Raab-Show umwandelt, ist nicht hinzunehmen.

Nils

04. Februar 2011, 11:59

http://www.contemporaryculture.de

Erinnert mich irgendwie daran, wie ich früher Fußball gegen mich selbst gespielt habe, wenn niemand anderes Zeit hatte. Wäre für die (nicht vorhandenen) Zuschauer bestimmt genauso spannend gewesen.

Peer Schader

04. Februar 2011, 18:23

@tisch: Dieses Blog leistet sich den Makel einer Zweitmeinung. Ok für Sie?

tisch

04. Februar 2011, 22:57

@ Peer Schrader: Doch sollten zwei Menschen die sich so Ohr an Ohr zeigen wie Stefan Niggemeier und Sie im obigen Bild zumindest aufeinander bezug nehmen, wenn sie über dasselbe Thema schreiben.

Was mich an ihrer Meinung so enttäuscht ist nicht die Kirtik an der Sendung, sondern dass Sie genau dem aufgesessen sind, was Imre Grimm heute in der haz so treffend beschreibt: "Merkwürdige Reflexe sind jetzt zu beobachten: Manche Medien verhalten sich, als fühlten sie sich um etwas Großes betrogen, um eine Sensation wie 2010. Als blockiere Lena eine neue „Topstory“, wie sie selbst eine ist. Symptom einer zunehmenden Hysterisierung – im Positiven wie im Negativen."

Und jetzt treibt es mir doch wieder die Schamesröte ins Gesicht, weil ich genau diesen Reflex Ihrem Kollegen Stefan Niggemeier unterstellt habe. Mea culpa! (Und vielen Dank für die Aufklärung dieses Irrtums.)

Peer Schader

05. Februar 2011, 20:08

@trisch: Nö.

tisch

06. Februar 2011, 08:12

@Peer Schader: Sie Schrelm!

Volker

12. Februar 2011, 17:21

Technische Frage:

Wie kann "Taken By A Stranger" ein ESC-Song werden, wenn er 3'26" lang ist, die EBU aber nur Wettbewerbsbeiträge zulässt, die nicht länger als 3 Minuten sind?

Da müsste heftig gekürzt werden, oder? Noch mehr, wenn "Push Forward" (3'37") den nationalen Entscheid gewinnen sollte.

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