Pro Sieben und der Pannenstadl: Totalausfall bei der "Alm"
24. August 2011, 00:11
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Das war so ja auch nicht zu erwarten, aber vier Tage nach dem Start entwickelt sich "Die Alm" auf Pro Sieben dann doch noch zu einem durchaus spannenden Fernsehereignis – wenn auch anders als das ursprünglich mal geplant war.
Zumindest lohnt sich das Einschalten derzeit vor allem, weil man jeden Tag aufs Neue zusehen kann, wie Pro Sieben sichtlich Mühe hat, mit den schludrig zusammengeschnittenen Ereignisfetzen vom Südtiroler Bergbauernhof die eingeplanten 45 Minuten Sendezeit zu füllen. Und natürlich um keine der Pannen zu verpassen, von denen die Show gerade heimgesucht wird (komplette Folgen bei prosieben.de).
Am Dienstagabend gegen 23 Uhr war der vorläufige Höhepunkt erreicht: Pro Sieben sind einfach die Einspielfilme ausgegangen. Da war nichts mehr, was noch versendet hätte werden können, der Kontakt zur Sendezentrale in München war unterbrochen – also schaltete die Regie einfach live zu den Kandidaten in den Hof, um minutenlang unkommentiert deren Tischgespräche zu zeigen.

Zuvor waren wegen der Störung schon die Werbepausen ausgefallen, und anders als sonst konnten die Zuschauer auch nicht anrufen, um zu bestimmen, wer die nächste "Muh-Probe" absolvieren sollte.
Immerhin lässt sich darin eine gewisse Konsequenz erkennen: zum inhaltlichen passt so ein technischer Totalausfall natürlich perfekt. (Nachtrag auf vielfachen Wunsch: Die Sendestörung wurde durch einen Kabelbrand im Sendezentrum verursacht.)
Um viertel nach elf meldeten sich das Moderatorenpaar Janine Kunze und Daniel Aminati (das gerade auch nicht um seinen Job zu beneiden ist) noch einmal kurz, um anzukündigen, dass nicht mal mehr ins normale Programm zurückgeschaltet werden könne. Also lief die gerade gesendete "Alm"-Folge einfach noch mal mit dem eingeblendeten Hinweis "Wiederholung von 22.15 Uhr".

Pro Sieben scheint es darauf anzulegen, sich mit der "Alm" möglichst umfassend zu blamieren. Einerseits, indem man Tag für Tag eine billige Kopie des RTL-Dschungelcamps ins Programm hebt anstatt sich eine eigene Herangehensweise für seine Trash-Adaption zu überlegen. Und andererseits, indem nicht mal das einwandfrei klappt. Für den Ernstfall hat sich bei der sendereigenen Katastrophenproduktionsfirma Red Seven Entertainment ganz offensichtlich niemand einen Plan B zurecht gelegt.
Es wäre zugegebenermaßen auch schwer, Beiträge für die Reserve zu produzieren, weil im Promi-Lager ja sowieso schon kaum was passiert, das sich zu erzählen lohnt. Höhepunkt am Dienstag war, dass "Der Checker" seine Bettdecke geklaut bekam und Ex-"Topmodel"-Juror Rolf Scheider offen in die Kamera drohte, am anderen morgen nicht um acht, sondern erst um zehn Uhr aufzustehen, weil ihm die Belohnung der bestandenen "Mu-Probe" nicht passte.
Nach 25 Minuten "Alm"-Wiederholung war die Verbindung zum Sendezentrum dann wieder da, die Sendung wurde unsanft von einer Werbepause beendet und dann lief doch noch das geplante Nachfolgeprogramm – inklusive "Alm"-Logo, das nicht mehr wegzukriegen war.
"Es ist Tag 4 und die Situation eskaliert", hatte der Off-Sprecher zu Beginn der Folge angekündigt. Immerhin war das nicht zuviel versprochen.
Screenshots: Pro Sieben
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