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Flickr gibt nach - wenigstens ein bisschen

21. Juni 2007, 15:46 Uhr

Die Fotogemeinschaft Flickr trägt der Kritik ihrer Nutzer Rechnung und zeigt in ihrer deutschen Version nun auch die Fotos, die als „mittel" eingestuft sind, die andere Personen also als störend oder unangemessen empfinden könnten.

Hier der Wortlaut von Flickr:

 „Auf Grund der gewonnenen Erfahrungen mit der Kategorisierung sind wir in den letzten Tagen zu dem Ergebnis gelangt, unseren Nutzern ab sofort auch die als „Mittel" eingestuften Bilder für die öffentliche Darstellung freizugeben. Mit diesem Schritt tragen wir gleichzeitig auch dem Feedback unserer Flickr-Nutzer Rechnung und stellen ihnen jetzt auch in Deutschland eine zusätzliche Suchfunktion zur Verfügung, die die gesetzlichen Bestimmungen für den Jugendschutz erfüllt.

Die Kategorie „Eingeschränkt" dagegen ist weiterhin die richtige Einstellung für solche Bilder, die aus rechtlichen Gründen für Kinder und Jugendliche nicht geeignet sind. Die als „Eingeschränkt" eingestuften Fotos können daher von Nutzern mit einer deutschen Flickr-ID weiterhin ausschließlich persönlich genutzt und gegenwärtig aus rechtlichen Gründen innerhalb der deutschen Flickr-Version weder öffentlich angezeigt noch mit anderen Nutzern mit einer deutschen Flickr-ID geteilt werden.

Wir sind jedoch derzeit aktiv dabei, verschiedene technische Möglichkeiten und Ansätze - unter anderem auch in Bezug auf die Verifizierung des Alters der Nutzer - zu evaluieren, die es auch unseren deutschen Nutzern künftig ermöglichen könnten, ihre als „Eingeschränkt" eingestuften Bilder im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen mit anderen Nutzern zu teilen."

Mit anderen Worten: Flickr prüft, ob eine zusätzliche Altersverifizierung doch besser als die Selbsteinschätzung der Nutzer funktioniert, damit die erwachsenen deutschen Nutzer wieder alle Fotos sehen können. Das hätte Flickr auch einfacher haben können. Denn die Kritik an dem eigentlich sehr beliebten Fotodienst geht erst einmal unvermindert weiter. Die Wut der Nutzer ist noch lange nicht verraucht.

 Auf jeden Fall zeigt der Umgang mit den Protesten der Nutzer, dass das Flickr-Management - völlig überrascht - prompt falsch reagiert hat. Eigentlich sollte eine Web-2.0-Company der ersten Stunde besser wissen, wie Communities funktionieren. Yahoo muss aufpassen, seinen ohnehin zu kleinen Stellenwert im Web 2.0 auf diese Weise nicht zu riskieren. Das Beispiel Friendster in den Vereinigten Staaten hat gezeigt, dass auch schon vergleichsweise große Gemeinschaften kein Selbstläufer sind, wenn Fehler gemacht werden. Friendster ist inzwischen längst von Myspace überflügelt worden.
 

Veröffentlicht 21. Juni 2007, 15:46 von Holger Schmidt
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