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Netzökonom

Daimler lässt bloggen

16. Oktober 2007, 16:19 Uhr
Das Mitmach-Internet Web 2.0 hat nun auch Daimler erfasst. „Der Daimler Blog" heißt das Weblog, in dem die Mitarbeiter Einblicke in das frisch umbenannte Unternehmen geben sollen. „Sie sollen Daimler sympathisch darstellen und greifbarer machen", sagt Uwe Knaus, Leiter Blogmanagement.  Marketingbotschaften oder Pressemitteilungen, die sonst nirgendwo untergebracht werden, sollen aber nicht transportiert werden, verspricht Knaus.

Die Mitarbeiter dürfen über alle Themen schreiben, sofern sie keine Geheimnisse ausplaudern. „Ihre Probleme mit Vorgesetzten sollten die Mitarbeiter aber besser mit dem Vorgesetzten klären", schränkt Knaus ein. Kommentare der Leser werden ohne vorherige Moderation direkt freigegeben, selbst wenn sie kritisch sind. „Sobald wir kritische Kommentare löschen, ist unsere Glaubwürdigkeit verwirkt", sagt Knaus. Wenn ein Kommentator einen BMW besser als einen Mercedes finde, dürfe er das natürlich schreiben. Natürlich müssten sich alle Kommentatoren an die Blog-Richtlinien halten, dürfen zum Beispiel niemanden beleidigen.

Daimler schaut sich auch genau an, was die Blogger über das Unternehmen schreiben. „Diskussion in den Blogs tauchen irgendwann in den Online-Medien und dann in den Zeitungen auf. Wir müssen eingreifen, bevor die Themen in den Online-Medien aufgegriffen werden", sagte Knaus.

Daimler gehört mit BASF, Frosta und Payback zu den Pionieren der Unternehmensblogs in Deutschland, die als modernes Kommunikationsinstrument in Amerika schon weit verbreitet sind. Dort werden die Blogs so intensiv gelesen, dass  viele Unternehmen ihre klassischen Pressemitteilungen inzwischen durch Blogeinträge ersetzt haben. Zudem haben Blogs die Funktionen, dass die Nutzer die Einträge kommentieren und damit den Unternehmen direkte Rückmeldungen  geben.

Allerdings sind Blogs auch kein Allheilmittel. "Ich rate nicht jedem Unternehmen, sofort ein Blog einzurichten. Ganz im Gegenteil. Bloggen erfordert aus Unternehmenssicht Zeit und Herzblut. Aber wenn ein Unternehmen ein Thema hat, das die Menschen interessiert, dann sollten sie über ein Unternehmensblog ernsthaft nachdenken", sagte Kommunikationsberater Martin Oetting auf dem E12-Gipfel in Stuttgart. Nach seiner Sicht zögern noch viele Unternehmen, sich offensiv in Diskussion in den Blogs einzuschalten. "Wenn die Unternehmen sich einschalten und sachliche Fehler in den Blogs klarstellen, ist die wildwuchernde Kritik sofort am Ende. Außerdem freuen sich die Blogger, wenn sie ernst genommen werden. Ich rate den Unternehmen: Monitoren sie Blogs, schauen sie sich die Einträge an, die ihr Unternehmen betreffen", sagte Oetting.

 

 

Veröffentlicht 16. Oktober 2007, 16:19 von Holger Schmidt
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