Netzökonom
Artikel-Services

Microsoft macht bei Facebook das Rennen

25. Oktober 2007, 10:50 Uhr

Nun ist es raus: Microsoft hat sich gegen Google durchgesetzt und sich mit 1,6 Prozent an Facebook beteiligt, wofür Microsoft 240 Millionen Dollar gezahlt hat. Damit wird Facebook mit 15 Milliarden Dollar bewertet, was noch einmal deutlich über bisherigen Schätzungen liegt, die auf 10 Milliarden Dollar lauteten. Das passt in die Einschätzung, dass Microsoft im Internet jetzt richtig Gas gibt und sich von Google - zumindest was Zukäufe angeht - nicht mehr ausstechen lassen will.

Microsoft vermarktet bereits die Facebook-Seiten, was allerdings nicht so einfach ist, wie mir Microsoft-Onlinewerbechef Chris Dobson vor einigen Wochen verriet. Hier das Interview:


Frage: Herr Dobson, wie finden Sie Facebook?

Eine fabelhafte Firma. Aber zu den Spekulationen über eine Beteiligung von Microsoft kann ich natürlich nichts sagen.

Frage: Microsoft hat schon eine Kooperation mit Facebook.

Ja, wir vermarkten Facebook in den Vereinigten Staaten.

Frage: Wie läuft das?

Wir waren sehr glücklich, als wir den Vermarktungspakt mit Facebook geschlossen haben. Das Interessante an Web-2.0-Gemeinschaften ist: Ihre Nutzerschaft wächst sehr schnell. Aber die Vermarkter haben einige Schwierigkeiten, weil das Umfeld, in dem die Werbung plaziert wird, vollkommen unbekannt ist. Deshalb beobachten die Werbevermarkter die sozialen Netzwerke sehr genau, um keine Fehler zu machen. Zum Beispiel hat die britische Regierung ihre Agentur angewiesen, keine Werbung auf Web-2.0-Seiten zu schalten. Wenn zum Beispiel eine Stellenanzeige für die britische Armee im falschen Umfeld erscheint, kann sich das negativ auf den Ruf auswirken. Web 2.0 ist eine Herausforderung für die Branche. Das Wachstum ist riesig, aber das Werbeumfeld ist nicht ideal. Die ganze Werbeindustrie sucht nach Skaleneffekten. Web-2.0-Gemeinschaften mit hoher Reichweite eignen sich sehr gut dafür.

Frage: Aber die Branche hält doch große Stücke auf ihre Targeting-Programme, die Werbung zielgerichtet ausliefern soll.

Richtig. Das ist auch ein Grund, warum wir Aquantive übernommen haben. Das Hauptprodukt des Unternehmens, die Atlas-Plattform, kann Werbung zielgerichtet ausliefern. Das ist ein erfolgreiches Geschäft, in dem aber noch viele Produkte entwickelt werden müssen. Im Moment werden die sozialen Netzwerke aber noch blind vermarktet.

 


Veröffentlicht 25. Oktober 2007, 10:50 von Holger Schmidt
Abgelegt unter: , ,

Ihr Kommentar

 
Hinzufügen
Aktuelle Twitterbeiträge
RT @GadgetInspektor: Das gefällt #T-Mobile: Auch das neue #iPhone Virus befällt nur per #Jailbreak gehackte Geräte http://bit.ly/76LzwM
Vor 12 Stunden
Murdoch und Microsoft verhandeln über Suchmaschinen-Pakt gegen Google (Netzökonom-Blog) http://bit.ly/6ZSjIA
Vor 17 Stunden
#DLD10-Teilnahme kostet erstmals 2500 Euro RT @DLDConference: At DLD10 we will ask our attendees for a contribution: http://bit.ly/8pSJjO
Vor 18 Stunden
Schöner NYT-Artikel, wie #Werbung auf #Twitter funktioniert. http://bit.ly/8xAXu9 (via @Twitter_Tips)
Vor 1 Tag
RT @carstenknop: Eine teure Ehe: Wie #AOL und Time Warner 300 Milliarden Dollar Aktionärskapital vernichtet haben: http://bit.ly/8uPh9z
Vor 2 Tage
Blogsuche
in
Blog abonnieren
per Email an folgende Adresse