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Facebook startet umstrittenes Werbesystem

07. November 2007, 11:24 Uhr

Das soziale Netzwerk Facebook hat sein umstrittenes Werbesystem in Betrieb genommen. Facebook verrät seinen Werbekunden wie Coca-Cola oder Sony, welche persönlichen Interessen die Facebook-Nutzer auf ihren Profilseiten angegeben haben, um die Werbung zielgerichtet zu plazieren. Falls sich ein Nutzer eine Werbeseite eines Unternehmens ansieht, wird dies mit Hilfe des Facebook-Nachrichtensystems (News-Feed) allen seinen Freunden im Netzwerk mitgeteilt - und natürlich dem Werbekunden, der seine Zielgruppe damit genau erfassen kann.

Ganz neu ist die Funktion „Beacon". Sie teilt allen Freunden via News-Feed mit, wenn ein Nutzer auf einer der Partnerseiten wie Ebay etwas ersteigert und verkauft oder ein Theaterticket im Internet kauft. Allerdings muss der Nutzer der Verbreitung dieser Information vorher zustimmen. Diese neue Form der Werbung in sozialen Netzwerken hofft auf den Effekt, dass persönliche Empfehlungen aus dem Freundenetzwerk, dem „Social Graph", für die Kaufentscheidung eines Menschen wichtiger sind als traditionelle Werbung. „Hundert Jahre lang haben die Medien die Werbung in eine Richtung zu den Kunden gebracht. Jetzt werden die Werber ein Teil der Konversation. Und sie werden dabei ein Teil des „Social Graph", wie es unsere Nutzer tun", sagte der Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei der Vorstellung de Werbesystems in New York.

Vor kurzem hat der Facebook-Konkurrent MySpace ein ähnliches System mit Namen „Hyper Targerting vorgestellt". Auch MySpace stimmt die Werbung auf die persönlichen Angaben seiner Nutzer ab. Facebook wird nach Branchenschätzungen in diesem Jahr rund 150 Millionen Dollar mit Online-Werbung umsetzen, während MySpace schon auf rund 750 Millionen Dollar Umsatz kommen könnte. Darin sind allerdings die 300 Millionen Dollar, die Google für die Plazierung seiner Suchmaschine in den MySpace-Seiten an die Tochtergesellschaft de Medienkonzerns News Corp. zahlt, schon enthalten.

Veröffentlicht 07. November 2007, 11:24 von Holger Schmidt

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