Das Geschäftsnetzwerk Xing erweitert - wie berichtet - sein Geschäftsmodell. „Noch im vierten Quartal werden wir graphische Werbung auf unseren Seiten schalten - vor allem für unsere nicht zahlenden Kunden", sagte der Xing-Vorstandsvorsitzende Lars Hinrichs der F.A.Z. Bisher hatte sich das Unternehmen überwiegend mit Mitgliedsbeiträgen finanziert; seit Oktober erzielt Xing auch Einnahmen aus seinem Stellenmarkt. Allerdings könnte die Ausweitung der Erlösquellen auch eine Reaktion darauf sein, dass die Zahlerquote sinkt.
Die Premiummitglieder, die jeden Monat 5,95 Euro zahlen, sollen zunächst Werbung nur in sehr geringem Umfang eingeblendet bekommen. „Generell werden wir Werbung sehr zurückhaltend einsetzen und natürlich keine privaten Nutzerdaten herausgeben", sagte Hinrichs. Die Werbung wird sich an den Profilen orientieren, welche die Nutzer über sich selbst eingerichtet haben.
Auf die umstrittene Funktion, die Handlungen auf anderen Internetseiten in Werbung umzuwandeln, verzichtet Hinrichs. Zum Beispiel bekommen Mitglieder des amerikanischen Netzwerks Facebook über das Nachrichtensystem der Plattform mitgeteilt, welche Produkte ein befreundetes Mitglied bei Ebay gekauft hat. „Das ist Werbung, von der die Nutzer nichts haben. Das machen wir nicht", sagte Hinrichs.
Sollte die Werbung als Geschäftsmodell funktionieren, denkt Xing auch darüber nach, den Mitgliedsbeitrag zu senken oder den nicht-zahlenden Mitgliedern mehr kostenlose Funktionen zu geben. „Mit der Einführung zusätzlicher Erlösquellen werden wir neben einer flexibleren Preisgestaltung und neuen Kooperationsmöglichkeiten in der Lage sein, unsere Mitgliedschaften attraktiver zu gestalten und Basis- sowie Premium-Mitgliedern mehr Funktionalitäten anzubieten", sagte Hinrichs.
Die grafische Werbung ist nur der erste Schritt. „In einem zweiten Schritt denken wir auch über Werbung auf B2B-Ebene nach", sagte Hinrichs.