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Netzökonom

United Internet und Samwer-Brüder werden Risikokapitalgeber

21. November 2007, 10:23 Uhr
United Internet hat ein neues Geschäftsfeld entdeckt: Gemeinsam mit den Samwer-Brüdern und deren "European Founders Fund (EFF)" sollen künftig auch Unternehmen finanziert werden, die über die Frühphase der Unternehmensgründung bereits hinaus gekommen sind und ein valides Geschäftsmodell entwickelt haben.

"Die Entwicklung unserer erst im Juni begonnenen Zusammenarbeit verläuft ungemein dynamisch. Von daher ist es folgerichtig, das Investitionsfeld zu erweitern", sagt UI-Chef Ralph Dommermuth. "Wir wollen uns zukünftig gemeinsam auch bei wachstumsstarken Unternehmen engagieren, die sich bereits erfolgreich im Markt etabliert haben und sind fest davon überzeugt, auch hier einen großen Mehrwert zu stiften."

 


Die Samwers bringen ihre Erfahrung als Profi-Gründer (und Profi-Exit-Manager) ein, United Internet seine hohe Reichweite im deutschen Internet, die einen leichten Zugang zu den Nutzern ermöglichen soll. "Unsere Netzwerke, insbesondere unsere reichweitenstarken Portale, bieten unseren Beteiligungsunternehmen wertvolle Erfahrungen für die eigene nationale und internationale Expansion und damit dem Management unserer Beteiligungsunternehmen eine weitere Basis, das Wachstum in ihren Unternehmen signifikant zu beschleunigen", sagt Dommermuth.
 

Die Vermarktung soll dann von den UI-Unternehmen Adlink, affilinet und Sedo übernommen werden. Auf diese Weise könnte United Internet einen Fuß in die Web-2.0-Welt bekommen und das Inventar vermarktbarer Seiten erhöhen. Denn Web 2.0 verschiebt die Gewichte auf dem Online-Werbemarkt. Während Vermarkter wie Sevenone Interactive (MyVideo, Lokalisten), GWP (StudiVZ, SchülerVZ) oder Tomorrow Focus (Sevenload, Piczo) stark vom Web-2.0-Boom profitieren, ist United Internet mit unddu.de bisher kläglich gescheitert. Und jetzt drängen weitere Schwergewichte wie Facebook oder MySpace an die Online-Werbetöpfe. United Internet muss etwas tun, wenn es seine Vormachtstellung auf dem deutschen Online-Werbemarkt auf Dauer halten will.

UPDATE: Inzwischen hat Dommermuth präzisiert, dass er vor allem in Web-2.0-Verticals investieren möchte.  „Gute Web-2.0-Geschäftsmodelle haben einen enormen Wert, wie man an Facebook, Youtube oder StudiVZ sieht. Wir wollen durchaus substantielle Beträge investieren, vor allem in gut aufgestellte Unternehmen, die ein spezielles Thema besetzen", sagte Dommermuth der FAZ.

Veröffentlicht 21. November 2007, 10:23 von Holger Schmidt
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