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Wie StudiVZ 750 Millionen Dollar vergeigte

23. November 2007, 10:05 Uhr

Folgende Geschichte ist zu gut, um sie nicht zu erzählen. Die Protagonisten sind die Samwer-Brüder, Ehssan Dariani und Mark Zuckerberg.

 
Es ist Dezember 2006. StudiVZ steht zum Verkauf. Die Samwer-Brüder sind in ihrem Element: Sie verhandeln mit potentiellen Käufern - parallel, wie sie es gerne tun. Holtzbrinck, Springer und Facebook sind die Interessenten. Holtzbrinck und Springer bieten Geld, Facebook-Chef Mark Zuckerberg dagegen einen 5-Prozent-Anteil an seinem Unternehmen. Damals ist gerade die Yahoo-Offerte für Facebook über eine Milliarde Dollar bekannt geworden, was den 5-Prozent-Anteil mit 50 Millionen Dollar bewertet hätte. Auch weil StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani darauf besteht, das gleiche Gehalt wie Zuckerberg zu beziehen, platzt der Deal. Der Rest ist bekannt: Holtzbrinck bekommt den Zuschlag für kolportierte 85 Millionen Euro, Ehssan Dariani wird wegen seiner spätpupertären Eskapaden aus dem Management entfernt und Facebook wird nach dem Einstieg von Microsoft heute mit 15 Milliarden Dollar bewertet. Ach ja, 5 Prozent von 15 Milliarden Dollar sind 750 Millionen Dollar. Schade auch.

UPDATE: In den Verhandlungen schwankte die Spannbreite zwischen 4 und 6 Prozent. Sicher zugesagt waren 4 Prozent der Facebook-Anteile, bei Erreichen bestimmter Erfolgskriterien hätten es 6 Prozent werden können. 

Links:

Veröffentlicht 23. November 2007, 10:05 von Holger Schmidt
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Kommentare

kritischer Leser

23. November 2007, 18:49

http://www.zdnet.de/news/business/0,39023142,39158633,00.htm

Microsoft hat sich fuer 240 Millionen Dollar einen Anteil von 1,6 Prozent an Facebook gesichert.

Facebook ist also nur theoretisch 15 Milliarden wert, aber Theorie und Praxis liegen bekanntlich weit auseinander. Wenn wirklich ein Investor 15 Milliarden fuer einen 100% Anteil von Facebook hinlegt, dann wird die Geschichte lustig. Bis dahin reden wir wohl nur ueber Seifenblasen 2.0.

Sandro

24. November 2007, 03:14

Nun, in Mitgliederzahlen liegt studiVZ bei 10% von Facebook, nicht 5%. Was in der Tat darauf schliessen laesst, dass die Jungs damals viel zu billig verkauft haben, andererseits aber auch erklaert, warum ein 5%-Angebot nicht gut genug war. Nur: 15 Mrd von heute mit 85 Mio damals zu vergleichen ist abenteuerlich. Facebook war damals, aha da steht's, auch nur 1 Mrd wert, hat aber maechtig zugelegt. studiVZ aber genauso: Mitgliederzahl ver10facht und schuelerVZ aus dem Boden gestampft. Wuerde man studiVZ heute kaufen wollen, muesste man wohl auch einen Milliardenbetrag zahlen. Damals nicht. Aber fuer Facebook halt auch nicht (jedenfalls nicht in Euros).

Bloglike

24. November 2007, 05:28

http://blog.weblike.de

Danke fuers Vorrechnen, aber das ist doch jedem normal denkendem & Web 2.0 interessierten Menschen eh schon klar gewesen, oder? :)

Bleibe Lieber Anonym

24. November 2007, 10:36

http://-

LOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOL

Wenn das mit den Gehaltsforderungen von Dariani wahr ist, dann einfach nur

LOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOL

Der Typ glaubt wirklich, dass er StudiVZ alleine geschaffen und hochgerissen hat.

Rallllle

24. November 2007, 11:13

Hmm, ich weiss nicht, ob mir nicht 85 Mio Cash besser gefallen als 750 Mio in Anteilen an einem - vorsichtig ausgedrueckt - sportlich bewerteten Startup. Von daher warte ich mit der Schadenfreude, wenn Facebook tatsaechlich einen Exit hinlegt und verbleibe einstweillen mit freundlichen Gruessen.

Ratilius

24. November 2007, 16:48

http://ratilius.blogspot.com

Entscheidungen von gestern mit Wissen von heute zu bewerten ist etwas unfair.

Noch schlauer waere es gewesen, die 85 Millionen zu nehmen und sich fuer 50 Millionen die 5% Beteiligung zu kaufen. Dann bleiben sogar noch etwas uebrig :-)

Chris

24. November 2007, 19:23

Der Haken an der Sache: die 750 Millionen waeren nur Bewertung. Davon kann man sich auch nichts kaufen und auch keine Gehaelter fuer Mitarbeiter bzw. die Technik bezahlen.

s.matthes

25. November 2007, 13:03

http://blog.wiwo.de/gruenderraum

@chris: Aber ein huebsches Rechenexempel ist es allemal.

Torsten

27. November 2007, 15:46

Rallllle: Die haben keine 85 Millionen cash bekommen. Zum einen wurden die alten Investitionen ausgelöst, zum anderen war die Auszahlung an das Erreichen von Erfolgsmarken gebunden.

Rainer

27. November 2007, 17:23

später ist man immer klüger aber jetzt wieder auf Ehssan rumzureiten ist doch einfach nur blöd...

Holger Schmidt

27. November 2007, 20:51

Spannend ist doch jetzt die Frage, wie StudiVZ heute bewertet wird. In Deutschland (auch dank SchülerVZ) ist StudiVZ sicher top, aber im Ausland scheint sich die Geschichte - mit Ausnahme vielleicht von Polen - nicht zu wiederholen. Facebook hat Großbritannien und Frankreich schon im Griff. Zum Vergleich: Xing wird an der Börse zur Zeit mit gut 200 Millionen Euro bewertet.

Brandkraft

28. November 2007, 12:22

Lustig, lustig die Geschichte um StudiVZ und dessen Hasser. Erst von allen A-bloggern gehasst und von Kritikern geschlagen, dann als zu teuer verkauft für Summer 85 Mio. und jetzt? Ein Schweigen im Walde und der Preis soll noch viel zu gering gewesen sein.

Lehre: Schwätzen kann jeder Blogger, Autor, Journalist. Ein >85 Mio. Unternehmen aufbauen nicht. Und daneben lagen alle.

Bernd

05. Dezember 2007, 19:41

Wenn Facebook nach Deutschland kommt ist StudiVZ sowieso mausetot. Was solls also?

Axel Schmiegelow

15. Januar 2008, 22:08

http://www.axelschmiegelow.com

15 Mrd. Venture Bewertung sind in der Tat etwas anderes als die entsprechende Exit-Bewertung. Angesichts des kolportrierten Umsatzes von Facebook bleibt die Exit-Bewertung noch abzuwarten, auch wenn die Facebook Betreiber (und Financiers) in ihrer bisherigen Strategie sehr effektiv sind.

Am Ende durchsetzen werden sich die sozialen Medien, die die Monetarisierung hinbekommen. Das ist der Grund für die hohe Bewertung von XING und auch die grösste Schwäche von StudiVZ. Facebook ist da - auch in Relation zu ihren Nutzerzahlen - etwas besser aufgestellt.

Übrigens ist in der Bewertung des Einstiegs von Microsoft etwas untergegangen, dass Microsoft einen strategischen Preis gezahlt hat, der mehr enthält als 1,6% Beteiligung:

1) Vermarktungsexklusivität für Silverlight für 1 Jahr

2) Verhinderung des Einstiegs von Google oder einem anderen Medienhaus

Deswegen lässt sich die Bewertung nicht einfach auf das Gesamtunternehmen extrapolieren.

Hinsichtlich der Bewertung des Exits von SudiVZ: welche erfolgreiche Gründer hat nicht schon durch Hybris Gelegenheiten verpasst? Es ist allzu menschlich. Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass die Verhandlungen an einer Gehaltsforderung gescheitert sind. Dahriani wird ja auch nicht ein Vetorecht gehabt haben. Exit- und Ventureverhandlungen sind ohnehin immer wesentlich komplexer, als sich in einem Presseartikel darstellen lässt, auch wenn die übrigen kolportierten Geschmacklosigkeiten von Ehssan, sofern sie stimmen, durchaus ins Bild einer solchen Forderung passen würden.

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